Acnatac 10mg/g + 0.25mg/g

Viatris Healthcare GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Clindamycin/Tretinoin →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 30 G 38,34 €
60 G 57,00 €

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Fachinformationen

Indikation

  • topische Behandlung von Acne vulgaris, wenn Komedonen, Papeln und Pusteln bei Patienten ab 12 Jahren vorhanden sind
  • offizielle Richtlinien zur sachgemäßen Anwendung antibakterieller Substanzen und zur Aknebehandlung sind zu berücksichtigen

Dosierung

  • topische Behandlung von Acne vulgaris, wenn Komedonen, Papeln und Pusteln vorhanden sind
    • Erwachsene und Jugendliche > / = 12 Jahre
      • erbsengroßes Stück des Arzneimittels 1mal / Tag auf Kinn, Wangen, Nase und Stirn tupfen, anschließend auf dem ganzen Gesicht verteilen und leicht einreiben
      • vergessene Dosis
        • falls eine Dosis ausgelassen wird, bis zur nächsten Dosis zur gewohnten Zeit warten
        • nicht die doppelte Dosis anwenden
      • Behandlungsdauer
        • ohne sorgfältige Beurteilung max. 12 Wochen
        • therapeutische Besserung möglicherweise erst mehrere Wochen nach Behandlungsbeginn
    • Kinder < 12 Jahre
      • Anwendung nicht empfohlen (fehlende Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit)
    • ältere Patienten (> 65 Jahre)
      • Anwendung nicht empfohlen (fehlende Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit)
    • Leber- oder Nierenfunktionsstörung
      • mäßig
        • durch niedrige systemische Exposition gegenüber Clindamycin und Tretinoin nach topischer Verabreichung ist eine klinisch bedeutsamen systemischen Exposition nicht zu erwarten
        • Serumkonzentrationen von Clindamycin und Tretinoin wurden nach topischer Verabreichung jedoch nicht untersucht
      • schwer
        • individuell entscheiden

Kontraindikationen

Clindamycin dihydrogenphosphat, Tretinoin - extern
  • bekannte Überempfindlichkeit gegen Clindamycin und/oder Tretinoin oder Lincomycin
  • regionale Enteritis, Colitis ulcerosa oder bekannte Antibiotika-assoziierte Kolitis
  • Hautkrebs in der eigenen oder familiären Vorgeschichte
  • akute Ekzeme, Rosazea und periorale Dermatitis in der Vorgeschichte
  • pustuläre und tiefe zystische noduläre Akneformen (Acne conglobata und Acne fulminans)
  • Schwangerschaft
  • Frauen, die eine Schwangerschaft planen

Nebenwirkungen

Clindamycin dihydrogenphosphat, Tretinoin - extern
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Überempfindlichkeit
  • Endokrine Erkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Hypothyreose
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Kopfschmerzen
  • Augenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Augenreizung
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Gastroenteritis
      • Übelkeit
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Akne
      • trockene Haut*
      • Erythem
      • Seborrhoe
      • Lichtempfindlichkeitsreaktionen
      • Pruritus
      • Hautausschlag
      • exfoliativer Hautausschlag
      • Exfoliation der Haut
      • Sonnebrand
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Dermatitis
      • Herpes simplex
      • makulöser Ausschlag
      • Hautblutungen
      • brennendes Gefühl auf der Haut
      • Hautdepigmentierung
      • Hautreizung
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • lokale Reaktionen an der Applikationsstelle wie
        • Brennen
        • Dermatitis
        • Trockenheit
        • Erythem
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • lokale Reaktionen an der Applikationsstelle wie
        • Reizung
        • Schwellung
        • Erosion
        • Verfärbung
        • Pruritus
        • Schuppung
        • Hitzegefühl
        • Schmerzen
  • * Kinder und Jugendliche (12-17 Jahre): Inzidenz geringfügig höher als in Gesamtpopulation

Hinweis zu Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen von 12 - 17 Jahren

  • der Anteil von Kindern und Jugendlichen mit arzneimittelspezifischen Nebenwirkungen stimmte mit dem entsprechenden Anteil in der Gesamtpopulation überein

Anwendungshinweise

  • Gel ausschließlich zur äußeren (dermatologischen) Anwendung
  • Anwendung 1mal / Tag vor dem Zubettgehen
  • vor Anwendung ganzes Gesicht mit einer milden Seife waschen und abtrocknen
  • erbsengroßes Stück des Arzneimittels auf eine Fingerspitze geben, auf Kinn, Wangen, Nase und Stirn tupfen und dann auf dem ganzen Gesicht vorsichtig einreiben
  • Anwendung an Augen, Augenlidern, Lippen und Nasenlöchern vermeiden
  • nach dem Auftragen Hände waschen

Stillzeithinweise

Clindamycin dihydrogenphosphat, Tretinoin - extern
  • sollte bei stillenden Frauen nicht angewendet werden
  • nicht bekannt ob Tretinoin und Clindamycin äußerlich angewendet in die Muttermilch ausgeschieden werden
  • Clindamycin
    • Übertritt von Clindamycin in die Muttermilch bei oraler und parenteraler Gabe
  • Tretinoin
    • oral verbreichte Retinoide und ihre Metaboliten werden in die Muttermilch ausgeschieden

Schwangerschaftshinweise

Clindamycin dihydrogenphosphat, Tretinoin - extern
  • das Arzneimittel ist in der Schwangerschaft und bei Frauen die eine Schwangerschaft planen kontraindiziert
  • wird das Arzneimittel während der Schwangerschaft angewendet oder wird die Patientin während der Anwendung dieses Arzneimittelsschwanger, muss die Behandlung abgebrochen werden
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • Anwendung nur unter Anwendung einer effektiven Schwangerschaftsverhütungsmethode während sowie bis 1 Monat nach Behandlung
  • Clindamycin
    • begrenzte Anzahl von Schwangerschaften mit Clindamycinexposition im 1. Trimester ohne unerwünschte Wirkungen auf Schwangerschaft oder Gesundheit des Feten/Neugeborenen
    • Tierexperiment an Ratten und Mäusen
      • subkutane und orale Gabe wirkte in Reproduktionsstudien nicht teratogen
  • Tretinoin
    • die orale Anwendung von Retinoiden verursacht kongenitale Fehlbildungen
    • bei bestimmungsgemäßer Anwendung wird bei topisch verabreichten Retinoiden angenommen, dass es zu einer niedrigen systemischen Exposition kommt
      • es kann individuelle Faktoren geben (z. B. verletzte Hautbarriere, übermäßiger Gebrauch), die zu einer erhöhten systemischen Exposition beitragen können
  • Fertilität
    • keine Daten zur dermalen Gabe von Clindymacin und Tretinoin
    • Clindamycin
      • Reproduktionsstudien an Ratten und Mäusen
        • subkutane und orale Applikation ohne Hinweise auf Fertilitätsbeeinträchtigung
    • Tretinoin
      • erhebliche Beeinträchtigung der Fertilität bei systemischer Gabe
      • begrenzte Daten nach topischer Applikation am Menschen

Warnhinweise

Clindamycin dihydrogenphosphat, Tretinoin - extern
  • keine Anwendung während der Schwangerschaft, sowie bei Frauen im gebährfähigen Alter ohne Kontrazeption
  • nicht zur oralen, ophthalmischen intranasalen oder intravaginalen Anwendung bestimmt
  • nicht zur Behandlung von milder Acne vulgaris empfohlen
  • Kontakt mit Mund, Augen und Schleimhäuten und offener oder ekzematöser Haut vermeiden
    • vorsichtige Anwendung an empfindlichen Hautstellen
    • bei versehentlichem Kontakt mit den Augen mit großen Mengen Wasser spülen
  • vorsichtige Verordnung bei Patienten mit Atopie
  • Photosensibilität wegen erhöhter Empfindlichkeit für UV-Strahlung möglich
    • Beschränkung der Exposition gegenüber Sonnenlicht auf ein Minimum
    • Verwendung eines geeigneten Sonnenschutzmittels mit einem LSF von mind. 30 zusammen mit geeigneter schützender Kleidung (z.B. einem Hut)
    • Vermeidung von Höhensonne oder Sonnenbänken
    • Anwendung bei Sonnenbrand erst nach Abklingen
    • bei beruflich bedingter starker Sonnenexposition und Sonnenempfindlichkeit besondere Vorsicht nötig
      • Unterbrechen der Behandlung bei Auftreten von Sonnenbrand bis schwere Erytheme und Abschälen der Haut abgeklungen
  • Anwendung von mehr als der empfohlenen Menge oder eine zu häufige Anwendung kann Rötung, Brennen oder sonstige Beschwerden auslösen
  • bei starker Reizung, v.a. im Frühstadium der Behandlung, vorübergehende Unterbrechung oder Verringerung der Häufigkeit der Anwendung
  • Clindamycin
    • Berichte über Antibiotika-assoziierte Kolitis (auch Clostridium difficile-assoziierte Kolitis oder CDAD) im Zusammenhang mit der Anwendung einiger anderer topischer Clindamycin-Päparate
      • unwahrscheinlich, da perkutane Resorption von Clindamycin klinisch vernachlässigbar
    • sofortiger Abbruch der Behandlung bei länger anhaltender oder ausgeprägter Diarrhoe oder bei Bauchkrämpfen, da Symptome auf Antibiotika-assoziierte Kolitis hinweisen könnten
      • Durchführung geeigneter diagnostischer Verfahren wie Bestimmung von Clostridium difficile und Toxin und, falls nötig, Koloskopie
    • gelegentliche gram-negative Follikulitis unter topischer Clindamycin 1%-Therapie
      • bei Auftreten, Behandlung abbrechen und Alternative beginnen
    • Resistenz und/oder übermäßiges Wachstum von nicht-sensiblen Hautbakterien oder -pilzen durch Langzeitanwendung von Clindamycin möglich (selten)
    • Kreuzresistenz mit anderen Antibiotika wie Lincomycin oder Erythromycin möglich
    • gleichzeitige Anwendung von oralen und topischen Antibiotika vermeiden, v.a. bei unterschiedlicher chemischer Struktur
  • Tretinoin
    • keine gleichzeitige Gabe mit anderen topischen Präparaten (inkl. Kosmetika) wegen möglicher Unverträglichkeit und Wechselwirkungen mit Tretinoin
    • besondere Vorsicht bei Verwendung von keratolytischen Substanzen (z.B. Schwefel, Salicylsäure, Benzoylperoxid oder Resorcin) und chemischen Abrasiva
      • falls Patient mit derartigen Substanzen behandelt wird, muss Peelingwirkung dieser Präparate vor Beginn abklingen
    • keine Anwendung von stark austrocknenden Mittel (z.B. medizinischen Reinigungsmitteln und Waschlösungen) zusammen mit topisch angewendetem Tretinoin
      • Vorsicht bei Verwendung von Seifen mit Peelingwirkung, Seifen und Kosmetika sowie bei Duftstoffen oder Zitrusextrakten