ACOIN-Lidocainhydrochlorid 40mg/ml

COMBUSTIN Pharmazeutische Präparate GmbH Wirkstoff: Lidocain →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 50 ML 25,25 €
KTP 5X50 ML 73,99 €

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Fachinformationen

Indikation

  • zur Oberflächenanästhesie vor operativen und diagnostischen Eingriffen
    • im Hals- und Nasenbereich
    • Biopsien aus Mundhöhle und Rachen
    • Bronchoskopien
    • Bronchographien

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Lösung enthält 40 mg Lidocainhydrochlorid (als Lidocainhydrochlorid 1 H2O)

  • Oberflächenanästhesie
    • Einwirkzeit
      • 1 - 5 Minuten (anwendungsabhängig)
    • Anästhesiedauer
      • ca. 15 - 30 Min.
    • Wirksamkeit und Sicherheit von Lidocain abhängig von
      • richtiger Dosierung
      • korrekter Anwendungstechnik
      • geeigneten Vorsichtsmaßnahmen
      • bereitstehenden Notfallmaßnahmen
    • Angaben gelten als Richtlinie
      • ärztliche Erfahrung sowie Kenntnis von körperlicher Verfassung des Patienten wichtig bei Ermittlung der erforderlichen Dosis
    • Resorption von Schleimhäuten variiert, ist jedoch im Bereich der Bronchialschleimhaut hoch
      • Anwendung in Gebieten nur unterhalb der Stimmbänder
        • sehr hohe Plasmakonzentrationen möglich (verminderte Aufnahme in das Intestinum und verminderter First-Pass-Verlust)
    • zur Gefäßkontraktion kann z.B. Adrenalin hinzugefügt werden, unter Einhaltung der entsprechenden Dosierungshinweise
    • Maximaldosis für Erwachsene mit normalem KG (70 kg)
      • 40 Sprühstöße bzw. 200 mg Lidocainhydrochlorid bzw. 5 ml Lösung (entsprechend 3 mg Lidocainhydrochlorid / kg KG)
        • Berechnung der Maximaldosis auf dieser Basis z. B. bei
          • Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand
          • Kindern
    • Kinder < 12 Jahre
      • Berechnung der Dosis nach mg / kg KG
        • max. 3 mg Lidocainhydrochlorid / kg KG
    • Kinder < 3 Jahre
      • weniger konzentrierte Lidocainlösungen empfohlen
    • Neugeborenen (Frühgeborene und termingerecht Geborene)
      • schwere lokale Reaktionen und systemische Toxizät möglich
    • Hinweis
      • wiederholte Anwendung: Wirkungseinbußen aufgrund einer Tachyphylaxie (rasche Toleranzentwicklung) möglich

Kontraindikationen

Lidocain - intraoral
  • Überempfindlichkeit gegen Lidocain oder andere Lokalanästhetika vom Amid-Typ
  • schwere Störungen des Reizbildungs- und Reizleitungssystems am Herzen
  • (akute) dekompensierte Herzinsuffizienz (akutes Versagen der Herzleistung)
  • kardiogener und hypovolämischer Schock
  • für ggf. weitere, produktspezifische Einschränkungen siehe jeweilige Herstellerinformation

Nebenwirkungen

Lidocain - intraoral
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • allergische Reaktionen (in schwersten Fällen ein anaphylaktischer Schock)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erregung
      • Depression
      • Nervosität
      • Schwindel
      • Sehstörungen
      • Kribbeln und Taubheitsgefühl im Bereich der Mundhöhle
      • Zittern
      • Abgeschlagenheit
      • Krämpfe
      • Bewusstlosigkeit
      • Atemstillstand
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Blässe
      • Hypotonie
      • Myokardschwäche
      • Bradykardie
      • Herzstillstand
      • anaphylaktische Kreislaufreaktionen
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Bronchospasmus
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Urtikaria
      • Ödeme
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • vorübergehende Ödeme im Rachen- und Kehlkopfbereich (bei Anwendung von Lidocain im Mund- und Rachenraum; sehr selten mit Heiserkeit)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • lokale Reizerscheinungen am Applikationsort

Anwendungshinweise

  • zur Anwendung auf Schleimhäuten, gewährt eine effiziente Oberflächenanästhesie
  • nicht zum Gurgeln verwenden
  • Einwirkzeit ist anwendungsabhängig: 1 - 5 Min.
  • eventuell auftretendes leichtes Brennen bei erster Applikation: verschwindet mit schnellem Eintritt der Oberflächenanästhesie
  • zur Oberflächenanästhesie
    • auf zu anästhesierendes Gebiet entweder aufsprühen
    • oder mit Xylocain getränktem sterilem Tupfer auftragen
      • nach Gebrauch verwerfen
  • Bronchoskopien und Bronchographien
    • mittels Spritze über entsprechenden Arbeitskanal des Bronchoskops (Hinweis des Geräteherstellers beachten) auf Trachealschleimhaut applizieren

Stillzeithinweise

Lidocain - intraoral
  • eine Gefahr für den Säugling erscheint bei therapeutischen Dosen unwahrscheinlich
  • Lidocain geht in geringen Mengen in die Muttermilch über (nach parenteraler Gabe)
    • Untersuchungen zum Übergang nach topischer Anwendung in der Stillzeit liegen nicht vor
    • da Lidocain relativ schnell und nahezu vollständig in der Leber verstoffwechselt wird, ist zu erwarten, dass nur sehr geringe Mengen Lidocain in die Muttermilch übergehen

Schwangerschaftshinweise

Lidocain - intraoral
  • Lidocain darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich
  • kontollierte Untersuchungen an Schwangeren liegen nicht vor, keine hinreichenden Daten vorliegend
    • Daten über eine begrenzte Anzahl von exponierten Schwangeren geben keinen Hinweis auf kongenitale Effekte durch Lidocain
    • bisher liegen keine Hinweise auf angeborene Missbildungen nach Lidocainexposition in der Schwangerschaft vor
  • Lidocain passiert die Plazenta (parenterale Gabe)
    • Untersuchungen zum plazentaren Übergang nach topischer Anwendung liegen nicht vor
  • tierexperimentelle Studien
    • haben Reproduktionstoxizität gezeigt

Warnhinweise

Lidocain - intraoral
  • Anwendung nur mit besonderer Vorsicht
    • bei (schwerer verminderter) Nierenfunktion und (fortgeschrittenen) Lebererkrankungen
    • bei Myasthenia gravis (krankhafte Muskelschwäche)
    • bei kardiovaskulären Erkrankungen, einschl. Herzinsuffizienz
    • auf entzündetem (infiziertem) oder traumatisch geschädigtem Gewebe
      • Schleimhautverletzungen im Applikationsbereich ermöglichen eine erhöhte systemische Resorption
    • bei Kindern
    • bei älteren Patienten
    • bei Patienten in schlechtem Allgemeinzustand
  • Patienten mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel, erblicher oder idiopathischer Methämoglobinämie
    • sind anfälliger für Wirkstoff-induzierte Anzeichen einer Methämoglobinämie
  • Patienten mit akuter Porphyrie
    • nur bei zwingender Indikation anwenden, da durch das Arzneimittel möglicherweise eine Porphyrie ausgelöst werden kann
    • bei allen Patienten mit Porphyrie sollten entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden
  • ist eine Allergie gegen Lidocain bekannt,
    • so muss mit einer Kreuzallergie gegen andere Säureamid-Lokalanästhetika gerechnet werden
  • Risiko systemischer Nebenwirkungen
    • erhöhtes Risiko, durch verstärkte systemische Resorption bei Anwendung
      • als Gurgellösung
        • das Arzneimittel sollte nicht zum Gurgeln angewendet werden (schnellere Aufnahme des Wirkstoffs über die Schleimhäute oder durch das Verschlucken des Wirkstoffs)
      • auf Schleimhäuten der Trachea und tieferen Atemwege (ähnlich schnelle Resorption wie bei systemischer Anwendung)
      • auf Wundflächen bzw. auf traumatisch geschädigter oder entzündeter Haut- bzw. Schleimhaut
    • Applikation in diesen Bereichen mit besonderer Vorsicht
  • Überdosierung
    • werden größere Mengen Lidocain appliziert oder wird das Arzneimittel häufiger als verordnet bzw. in kurzen Dosierungsintervallen angewendet, können toxische Blutspiegel erreicht und schwere Nebenwirkungen verursacht werden
    • die sicherste Prophylaxe besteht in der genauen Einhaltung der empfohlenen Dosierung von Lidocain
      • dies ist besonders bei Kindern zu beachten, bei denen die Dosierung an das Körpergewicht angepasst werden soll
    • beim Auftreten von toxischen Effekten können notfallmedizinische Maßnahmen und Beatmung notwendig werden
  • Anwendung im Mund, Rachen und Kehlkopfbereich
    • das Kauen von Kaugummi oder Nahrungsaufnahme ist so lange zu vermeiden, bis Mund oder Rachen nicht mehr gefühllos sind
    • das Schlucken kann erschwert und die Gefahr der Aspiration erhöht sein
    • mit dem Risiko einer Anästhesiophagie muss gerechnet werden
      • bei tauber Zunge und Mundschleimhaut besteht die Gefahr von Bissverletzungen (Lippen, Wangen, Schleimhäute, Zunge)
  • Trachealtuben mit PVC-Cuffs
    • Lidocain sollte nicht auf Trachealtuben mit PVC-Cuffs angewendet werden
    • Lidocain als Base kann bei Kontakt sowohl mit PVC-Cuffs als auch mit anderen Cuffs den Trachealtubus beschädigen
    • dies äußert sich in Form von winzigen Löchern, die zu einer Undichtigkeit und somit zu einem Druckabfall des Tubus führen können
  • versehentliche Applikation ins Auge
    • sofort mit fließendem Wasser spülen