Activelle Filmtabletten

EurimPharm Arzneimittel GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Estradiol /Norethisteron →

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N2 3X28 ST 36,99 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Hormonsubstitutionstherapie (HRT) bei Estrogenmangelsymptomen bei postmenopausalen Frauen, deren letzte Monatsblutung > 1 Jahr zurückliegt
  • Prävention einer Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit hohem Frakturrisiko, die eine Unverträglichkeit oder Kontraindikation gegenüber anderen zur Osteoporoseprävention zugelassenen Arzneimitteln aufweisen
  • Hinweise
    • nur begrenzte Erfahrungen in der Behandlung von Frauen > 65 Jahre

Dosierung

  • Hormonsubstitutionstherapie (HRT) bei Estrogenmangelsymptomen bei postmenopausalen Frauen; Prävention einer Osteoporose bei postmenopausalen Frauen
    • 1 Filmtablette (1 mg Estradiol und 0,5 mg Norethisteronacetat) / Tag, ohne Einnahmepause
    • für Beginn und Fortführung einer Behandlung postmenopausaler Symptome
      • niedrigste wirksame Dosis für kürzestmögliche Therapiedauer anwenden
    • nach dreimonatiger Behandlung keine ausreichende Besserung der Symptome
      • Wechsel zu einem höher dosierten Kombinationspräparat kann angezeigt sein
    • Behandlung von Frauen mit Amenorrhoe ohne bisherige Hormonsubstitution oder von Frauen, die von einem anderen kontinuierlich kombinierten Hormonsubstitutionspräparat wechseln
      • Therapiebeginn an jedem beliebigen Tag möglich
    • Frauen, die zuvor mit einem sequenziellen Hormonsubstitutionspräparat behandelt wurden
      • Behandlung sofort nach Beendigung der Abbruchblutung beginnen
    • vergessene Einnahme
      • Tablette so bald wie möglich innerhalb der nächsten zwölf Stunden einnehmen
      • > 12 Stunden vergangen: Tablette verwerfen
      • Vergessen einer Filmtablette erhöht Wahrscheinlichkeit von Durchbruch- oder Schmierblutungen

Kontraindikationen

Norethisteron und Estrogen - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Norethisteron oder Estradiol
  • bestehender oder früherer Brustkrebs bzw. entsprechender Verdacht
  • bestehender oder früherer estrogenabhängiger maligner Tumor bzw. ein entsprechender Verdacht (v.a. Endometriumkarzinom)
  • nicht abgeklärte Blutung im Genitalbereich
  • unbehandelte Endometriumhyperplasie
  • frühere oder bestehende venöse thromboembolische Erkrankungen (v.a. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie)
  • bekannte thrombophile Erkrankungen (z.B. Protein-C-, Protein-S- oder Antithrombin-Mangel)
  • bestehende oder erst kurze Zeit zurückliegende arterielle thromboembolische Erkrankung (v.a. Angina pectoris, Myokardinfarkt)
  • akute Lebererkrankung oder zurückliegende Lebererkrankungen, solange sich die relevanten Leberenzymwerte nicht normalisiert haben
  • Porphyrie
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Norethisteron und Estrogen - peroral
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • genitale Candidiasis
      • Vaginitis
  • Gutartige und bösartige Neubildungen (einschließlich Zysten und Polypen)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Brustkrebsrisiko erhöht
        • bei Frauen, die eine kombinierte Estrogen-Gestagen-Therapie über mehr als 5 Jahre durchgeführt hatten, war das Risiko für eine Brustkrebsdiagnose bis zu 2-fach erhöht
        • bei Anwenderinnen einer Estrogen-Monotherapie ist die Erhöhung des Risikos geringer als bei Anwenderinnen von Estrogen-Gestagen-Kombinationspräparaten
        • Höhe des Risikos ist abhängig von der Anwendungsdauer
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Endometriumkarzinom-Risiko erhöht
        • in Abhängigkeit von der Dauer der Estrogen-Monotherapie und der Estrogendosis lag das erhöhte Risiko eines Endometriumkarzinoms in epidemiologischen Studien bei 5 bis 55 zusätzlich diagnostizierten Fällen pro 1.000 Frauen im Alter zwischen 50 und 65 Jahren
      • Ovarialkarzinom-Risiko erhöht
        • die Anwendung von Estrogen-Monoarzneimitteln oder kombinierten Estrogen-Gestagen- Arzneimitteln zur HRT ist mit einem geringfügig erhöhten Risiko verbunden, dass ein Ovarialkarzinom diagnostiziert wird
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Überempfindlichkeit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. anaphylaktischer Schock, anaphylaktische Reaktion)
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Flüssigkeitsretention
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Depressionen oder Verschlechterung von Depressionen
      • Nervosität
      • Labilität
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Störungen der Libido (verminderte Libido, gesteigerte Libido)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Reizbarkeit
      • wahrscheinliche Demenz bei Frauen im Alter von über 65 Jahren
        • im Zusammenhang mit einer Estrogen/Gestagen-Behandlung berichtet
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Migräne oder Verschlechterung von Migräne
      • Schwindel
      • Schlafstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schwindelgefühl
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Parästhesie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schlaflosigkeit
      • Angst
      • Schlaganfall
        • bis zu 1,5-fach erhöhtes Risiko für einen ischämischen Schlaganfall; Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall ist unter einer HRT nicht erhöht
        • dieses relative Risiko ist unabhängig vom Alter oder von der Anwendungsdauer
        • da das Ausgangsrisiko jedoch stark vom Alter abhängt, erhöht sich das Gesamtrisiko bei Frauen unter einer HRT mit zunehmendem Alter
  • Augenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Sehstörungen
      • im Zusammenhang mit einer Estrogen/Gestagen-Behandlung berichtet
        • trockene Augen
        • Veränderungen in der Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Myokardinfarkt
      • koronare Herzkrankheit
        • bei Anwenderinnen einer kombinierten Estrogen-Gestagen-HRT im Alter über 60 Jahren ist das Risiko für die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit leicht erhöht
      • Palpitationen
  • Gefäßerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • oberflächliche Thrombophlebitis
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • tiefe venöse Thromboembolie
      • Lungenembolie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Epistaxis
      • Verschlechterung einer Hypertonie
      • venösen Thromboembolie (VTE)
        • das Risiko für das Auftreten einer venösen Thromboembolie (VTE), z. B. einer Thrombose der tiefen Bein- bzw. Beckenvenen oder einer Lungenembolie, ist bei einer HRT um das 1,3- bis 3-Fache erhöht
        • das Auftreten eines solchen Ereignisses ist während des ersten Behandlungsjahres wahrscheinlicher als in den Folgejahren der Behandlung
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit
      • Bauchschmerzen
      • Blähungen
      • Unwohlsein
      • Durchfall
      • Dyspepsie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Flatulenz
      • Völlegefühl
      • Erbrechen
  • Leber-und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Gallenblasenerkrankung
      • Cholelithiasis / Gallensteinleiden
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • cholestatische Gelbsucht
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Verschlechterung von Gallensteinleiden
      • wiederauftretende Gallensteinleiden
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Akne
      • Hautausschlag
      • Pruritus
      • trockene Haut
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Alopezie
      • Hirsutismus
      • Urtikaria
      • Hautverfärbung
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Seborrhoe
      • Angioödem
      • im Zusammenhang mit einer Estrogen/Gestagen-Behandlung berichtet
        • Chloasma
        • Erythema multiforme
        • Erythema nodosum
        • vaskuläre Purpura
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Rückenschmerzen
      • Schmerzen in den Extremitäten
      • Krämpfe in den Beinen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Myasthenie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Spasmen der Muskulatur
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Brustschmerzen
      • Empfindlichkeit der Brust
      • Dysmenorrhö
      • menstruelle Störung
      • (irreguläre) vaginale Hämorrhagie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ödeme in der Brust
      • Brustvergrößerung
      • Entstehung, Wiederauftreten oder Vergrößerung von Uterusmyomen
      • Menorrhagie
      • vaginaler Ausfluss
      • Uteruskrämpfe
      • Endometriumhyperplasie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Uterusleiomyom
      • Eileiterzysten
      • Endozervikalpolypen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • vulvovaginaler Pruritus
      • Endometriumhyperplasie
      • Brustspannen
      • Metrorrhagie
        • während der ersten Monate der Behandlung kann eine Metrorrhagie auftreten, die gewöhnlich vorübergehend ist
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • periphere Ödeme
      • Schmerzen
      • Asthenie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Unwirksamkeit des Arzneimittels
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Müdigkeit
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Gewichtszunahme
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anstieg der Transaminasen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Gewichtsabnahme
      • erhöhter Blutdruck
      • verminderte Glucose-Toleranz
      • abnormale Leberfunktionstests

Anwendungshinweise

  • Einnahme täglich, ohne Einnahmepause, möglichst immer zur gleichen Tageszeit

Stillzeithinweise

Norethisteron und Estrogen - peroral
  • in der Stillzeit nicht indiziert

Schwangerschaftshinweise

Norethisteron und Estrogen - peroral
  • in der Schwangerschaft nicht indiziert
  • wenn es während der Behandlung zur Schwangerschaft kommt, sollte die Behandlung sofort abgebrochen werden
  • Daten aus einer begrenzten Anzahl exponierter Schwangerschaften weisen klinisch auf unerwünschte Wirkungen von Norethisteron auf den Fetus hin
  • Berichte über Maskulinisierung von weiblichen Feten bei höheren als den für orale Kontrazeptiva und die Hormonsubstitutionstherapie üblichen Dosen
  • die meisten zurzeit vorliegenden epidemiologischen Studien, die hinsichtlich einer unbeabsichtigten Exposition des Fetus mit Estrogen-Gestagen-Kombinationen relevant sind, zeigen keine teratogenen oder fetotoxischen Wirkungen
  • Fertilität
    • keine Daten vorliegend

Warnhinweise

Norethisteron und Estrogen - peroral
  • HRT sollte nur zur Behandlung solcher postmenopausaler Beschwerden begonnen werden, welche die Lebensqualität beeinträchtigen
    • Nutzen und Risiken in jedem Einzelfall mindestens jährlich sorgfältig gegeneinander abwägen
    • HRT nur solange fortführen, wie der Nutzen die Risiken überwiegt
  • nur begrenzte Daten zur Bewertung der Risiken einer HRT bei vorzeitiger Menopause vorliegend
    • da jedoch das absolute Risiko bei jüngeren Frauen niedriger ist, könnte das Nutzen-Risiko-Verhältnis bei jüngeren Frauen günstiger sein als bei älteren
  • Frauen über 65 Jahren
    • nur begrenzte Erfahrungen bei der Behandlung von Frauen über 65 Jahren vorliegend
  • medizinische Untersuchung/Kontrolluntersuchungen
    • vor Beginn bzw. Wiederaufnahme einer Hormonsubstitutionstherapie vollständige Eigen- und Familienanamnese der Patientin erheben
    • körperliche Untersuchung (einschließlich Unterleib und Brust) sollte sich an diesen Anamnesen sowie Kontraindikationen und Warnhinweisen orientieren
    • während der Behandlung regelmäßige Kontrolluntersuchungen empfohlen
      • Häufigkeit und Art richten sich nach der individuellen Risikosituation der Patientin
    • Frauen darüber aufgeklären, welche Veränderungen der Brüste sie dem Arzt mitteilen müssen (siehe Abschnitt „Brustkrebs" weiter unten)
    • Untersuchungen, einschließlich bildgebender Verfahren, wie Mammographie, entsprechend der gegenwärtig üblichen Vorsorgepraxis und den klinischen Notwendigkeiten der einzelnen Frau durchführen
  • Situationen, die eine Überwachung erfordern
    • Patientinnen engmaschig überwachen, wenn eine der folgende Situationen bzw. Erkrankungen vorliegt oder früher vorlag bzw. sich während einer Schwangerschaft oder einer zurückliegenden Hormonbehandlung verschlechtert hat
    • gilt auch für den Fall, dass eine der nachfolgend genannten Situationen oder Erkrankungen im Laufe der aktuellen Hormonsubstitutionstherapie auftritt bzw. sich verschlechtert:
      • Leiomyom (Uterusmyom) oder Endometriose
      • Risikofaktoren für Thromboembolien (siehe unten)
      • Risikofaktoren für estrogenabhängige Tumoren, z.B. Auftreten von Mammakarzinom bei Verwandten 1. Grades
      • Hypertonie
      • Lebererkrankungen (z.B. Leberadenom)
      • Diabetes mellitus mit oder ohne Beteiligung der Gefäße
      • Cholelithiasis
      • Migräne oder (schwere) Kopfschmerzen
      • systemischer Lupus erythematodes
      • Endometriumhyperplasie in der Vorgeschichte (siehe unten)
      • Epilepsie
      • Asthma
      • Otosklerose
  • Gründe für einen sofortigen Therapieabbruch
    • Therapie bei Vorliegen einer Kontraindikation sowie in den folgenden Situationen abbrechen:
      • Ikterus oder Verschlechterung der Leberfunktion
      • signifikante Erhöhung des Blutdrucks
      • Einsetzen migräneartiger Kopfschmerzen
      • Schwangerschaft
  • Endometriumhyperplasie und -krebs
    • bei Frauen mit einem intakten Uterus ist das Risiko für Endometriumhyperplasie und -karzinom bei längerfristiger Estrogen-Monotherapie erhöht
      • der berichtete Anstieg des Risikos für die Entstehung eines Endometriumkarzinoms bei Anwenderinnen einer Estrogen-Monotherapie schwankt zwischen einer zweifachen bis zu einer zwölffachen Zunahme, verglichen mit Frauen ohne HRT, abhängig von der Dauer der Anwendung und der Höhe der Estrogendosis
      • nach Beendigung der Behandlung erhöhtes Risiko für mindestens 10 Jahre
    • zusätzliche zyklische Gabe eines Gestagens für die Dauer von mind. 12 Tagen pro Monat bzw. pro 28-Tage-Zyklus oder die kontinuierliche kombinierte Estrogen-Gestagen-Behandlung von Frauen mit intaktem Uterus kompensiert das zusätzliche Risiko, das von der Estrogen-Monotherapie ausgeht
    • Durchbruch- und Schmierblutungen können während der ersten Monate der Behandlung auftreten
      • wenn solche Blutungen nach den ersten Behandlungsmonaten anhalten, einige Zeit später im Verlauf der Therapie auftreten oder nach Therapieende anhalten, muss die Ursache ermittelt und u. U. eine Biopsie des Endometriums durchgeführt werden, um eine maligne Erkrankung des Endometriums auszuschließen
  • Brustkrebs
    • gibt Belege für ein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Frauen, die eine kombinierte HRT mit Estrogen und Gestagen oder eine HRT nur mit Estrogen erhalten
      • dieses Risiko ist von der Dauer der HRT abhängig
    • kombinierte Therapie mit Estrogen und Gestagen
      • im Rahmen der randomisierten placebokontrollierten Studie (Women's Health Initiative Study [WHI]) und einer Metaanalyse von prospektiven epidemiologischen Studien wurde gleichermaßen ein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Frauen festgestellt, die eine Kombination aus Estrogen und Gestagen als HRT einnehmen
        • dieses Risiko tritt nach ca. 3 (1-4) Jahren in Erscheinung
    • Estrogen-Monotherapie
      • WHI-Studie zeigte kein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei hysterektomierten Frauen unter einer Estrogen-Monotherapie
      • Beobachtungsstudien haben unter einer Estrogen-Monotherapie meist ein geringfügig erhöhtes Risiko für eine Brustkrebsdiagnose gezeigt, das jedoch wesentlich niedriger war als das Risiko bei Anwenderinnen von Estrogen-Gestagen-Kombinationen
      • Ergebnisse einer großen Metaanalyse haben gezeigt, dass nach Behandlungsende das erhöhte Risiko im Laufe der Zeit abnimmt und die Zeit bis zur Rückkehr auf das altersentsprechende Grundrisiko von der Dauer der vorherigen Anwendung der HRT abhängig ist
        • wenn die HRT mehr als 5 Jahre lang angewendet wurde, kann das Risiko über einen Zeitraum von 10 Jahren oder länger andauern
        • HRT, insbesondere eine kombinierte Behandlung mit Estrogenen und Gestagenen, führt zu einer erhöhten Brustdichte in der Mammographie, was sich nachteilig auf die radiologische Brustkrebsdiagnostik auswirken kann
  • Ovarialkarzinom
    • Ovarialkarzinom ist viel seltener als Brustkrebs
    • epidemiologische Erkenntnisse einer großen Meta-Analyse lassen auf ein leicht erhöhtes Risiko bei Frauen schließen, die im Rahmen einer HRT Estrogen-Monoarzneimittel oder kombinierte Estrogen-Gestagen-Arzneimittel anwenden, das sich innerhalb von 5 Anwendungsjahren zeigt und nach Beendigung der Behandlung im Laufe der Zeit abnimmt
    • einige weitere Studien, einschließlich der WHI-Studie, deuten darauf hin, dass das entsprechende Risiko unter Anwendung einer kombinierten HRT vergleichbar oder geringfügig geringer ist
  • venöse Thromboembolie
    • HRT ist mit einem 1,3- bis 3-fach erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) verbunden, vor allem für tiefe Venenthrombosen oder Lungenembolien
      • im ersten Jahr einer HRT Auftreten einer VTE wahrscheinlicher als später
    • Patientinnen mit bekannter Thrombophilie haben erhöhtes VTE-Risiko
      • HRT kann dieses Risiko erhöhen
      • bei diesen Patientinnen kontraindiziert
    • zu den allgemein anerkannten VTE-Risikofaktoren gehören
      • Anwendung von Estrogenen
      • höheres Alter
      • größere Operationen
      • längere Immobilisierung
      • erhebliches Übergewicht (BMI > 30 kg/m2)
      • Schwangerschaft/Wochenbett
      • systemischer Lupus erythematodes (SLE)
      • Krebs
      • kein Konsens über die mögliche Rolle von Varizen bei VTE
    • wie bei allen postoperativen Patienten vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung einer VTE nach der Operation berücksichtigen
      • bei längerer Immobilisierung nach einer geplanten Operation empfohlen, die HRT 4 - 6 Wochen vor dem Eingriff auszusetzen
      • Behandlung erst dann wieder aufnehmen, wenn die Frau wieder vollständig mobilisiert ist
    • bei Frauen ohne VTE in der Vorgeschichte, die aber Verwandte ersten Grades haben, die bereits in jungen Jahren an VTE erkrankten
      • Thrombophilie-Screening in Erwägung ziehen
      • vorher sollte die Patientin eingehend über die begrenzte Aussagekraft dieses Verfahrens beraten werden (es wird nur ein Teil der Defekte identifiziert, die zu einer Thrombophilie führen)
    • wird ein thrombophiler Defekt festgestellt und sind außerdem Thrombosen bei Verwandten bekannt oder ist der festgestellte Defekt schwerwiegend (z.B. Antithrombin-, Protein-S- und/oder Protein-C-Mangel oder eine Kombination von Defekten)
      • HRT kontraindiziert
    • bei Patientinnen unter einer dauerhaften Behandlung mit Antikoagulantien
      • vor der Anwendung einer HRT sollte das Risiko-Nutzen-Verhältnis sorgfältig abgewogen werden
    • bei Entwicklung einer VTE nach Beginn der HRT
      • Arzneimittel absetzen
      • Patientinnen darauf hinweisen, dass sie sofort Kontakt mit einem Arzt aufnehmen müssen, wenn sie mögliche Symptome einer Thromboembolie bemerken (insbesondere schmerzhafte Schwellung eines Beins, plötzlicher Schmerz im Brustkorb, Atemnot)
  • koronare Herzkrankheit
    • keine Hinweise aus randomisierten, kontrollierten Studien, dass eine kombinierte HRT mit Estrogen und Gestagen oder eine Estrogen-Monotherapie Frauen vor einem Myokardinfarkt schützt, unabhängig davon, ob bei ihnen eine koronare Herzkrankheit vorliegt oder nicht
    • das relative Risiko einer koronaren Herzkrankheit ist unter einer kombinierten HRT mit Estrogen und Gestagen geringfügig erhöht
      • da das Ausgangsrisiko für eine koronare Herzkrankheit in hohem Maß altersabhängig ist, ist die Zahl der zusätzlich auftretenden Fälle, die auf die HRT aus Estrogen und Gestagen zurückgehen, bei prämenopausalen gesunden Frauen sehr gering
        • Zahl steigt jedoch mit zunehmendem Alter
  • Schlaganfall
    • kombinierte Behandlung mit Estrogen und Gestagen und die Estrogen-Monotherapie sind mit einem bis zu 1,5-fach erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden
      • relatives Risiko unabhängig vom Alter und der Zeitspanne, die seit der Menopause vergangen ist
      • da allerdings das Grundrisiko, einen Schlaganfall zu erleiden, in hohem Maß altersabhängig ist, nimmt das Gesamtrisiko eines Schlaganfalls für Frauen unter einer HRT mit zunehmendem Alter zu
  • Hypothyreose
    • Patientinnen, die Schilddrüsenhormone einnehmen, sollten während der HRT regelmäßig ihre Schilddrüsenfunktion überwachen lassen, um sicher zu stellen, dass die Schilddrüsenhormonwerte im zulässigen Bereich liegen
  • Hepatitis C
    • in klinischen Studien mit dem Kombinationsregime Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir gegen das Hepatitis C-Virus (HCV), trat eine Erhöhung der Transaminase (ALT) um mehr als das 5-fache der oberen Norm (Upper Limit of Normal, ULN) signifikant häufiger bei Frauen auf, die Ethinylestradiol-haltige Arzneimittel wie z.B. KHK anwandten
    • zudem wurden bei Behandlung mit Glecaprevir/Pibrentasvir Erhöhungen der ALT bei Anwenderinnen von Ethinylestradiol-haltigen Arzneimitteln beobachtet
    • bei Frauen, die Arzneimittel mit anderen Estrogenen als Ethinylestradiol anwendeten, wie etwa Estradiol, war die Rate erhöhter ALT-Werte ähnlich wie bei jenen, die keinerlei Estrogene erhielten
    • auf Grund der begrenzten Anzahl an Frauen, die diese anderen Estrogene anwandten, ist dennoch Vorsicht bei der gleichzeitigen Gabe mit dem Kombinationsregime Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir und auch dem Regime Glecaprevir/Pibrentasvir geboten
  • Estrogene können eine Flüssigkeitsretention bewirken
    • Patientinnen mit kardialen oder renalen Funktionsstörungen sorgfältig beobachten
  • Angioödem
    • exogene Estrogene können Symptome eines hereditären oder erworbenen Angioödems auslösen oder verschlimmern
  • Frauen mit vorbestehender Hypertriglyceridämie
    • müssen während einer Estrogen- oder Hormonsubstitutionstherapie engmaschig überwachen
    • weil im Zusammenhang mit einer Estrogentherapie unter derartigen Umständen von seltenen Fällen eines starken Triglyceridanstiegs im Plasma mit der Folge einer Pankreatitis berichtet wurde
  • Estrogene erhöhen Konzentration des thyroxinbindenden Globulin (TBG)
    • kommt dadurch zu Anstieg des gesamten zirkulierenden Schilddrüsenhormons, was anhand des proteingebundenen Jods (PBI), des T4-Spiegels (Säulen- oder Radioimmunoassay) oder T3-Spiegels (Radioimmunassay) gemessen wird
      • T3-Harzaufnahme ist herabgesetzt, was einen TBG-Anstieg widerspiegelt
      • die freien T4- und T3-Konzentrationen verändern sich nicht
    • andere Bindungsproteine können im Serum erhöht sein, wie
      • das corticoidbindende Globulin (CBG) und das geschlechtshormonbindende Globulin (sex-hormone-binding globulin/SHBG)
        • führt zum Ansteigen der zirkulierenden Corticosteroide bzw. Sexualhormone
        • freie oder biologisch aktive Hormonkonzentrationen bleiben unverändert
    • andere Plasmaproteine können erhöht sein (Angiotensinogen/Reninsubstrat, Alpha-1-Antitrypsin, Coeruloplasmin)
  • unter HRT keine Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten
    • gibt Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für eine wahrscheinliche Demenz bei Frauen, die bei Beginn einer kontinuierlichen kombinierten HRT oder Estrogen-Monotherapie älter als 65 Jahre waren