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Fachinformationen

Indikation

  • Hodgkin-Lymphom
    • Behandlung erwachsener Patienten mit bislang unbehandeltem CD30+ Hodgkin-Lymphom (HL) im Stadium III oder IV in Kombination mit Doxorubicin, Vinblastin und Dacarbazin (AVD)
    • Behandlung erwachsener Patienten mit bislang unbehandeltem CD30+ HL im Stadium IIB mit Risikofaktoren, im Stadium III oder im Stadium IV in Kombination mit Etoposid, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Dacarbazin, Dexamethason (BrECADD)
    • Behandlung von erwachsenen Patienten mit CD30+ HL mit erhöhtem Rezidiv- oder Progressionsrisiko nach einer autologen Stammzellentransplantation (ASCT)
    • Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem CD30+ Hodgkin-Lymphom (HL)
      • 1. nach einer ASCT oder
      • 2. nach mind. zwei vorangegangenen Therapien, wenn eine ASCT oder eine Kombinationschemotherapie nicht als Behandlungsoption in Frage kommt
  • systemisches anaplastisches großzelliges Lymphom
    • Anwendung in Kombination mit Cyclophosphamid, Doxorubicin und Prednison (CHP) bei erwachsenen Patienten mit bislang unbehandeltem systemischem anaplastischem großzelligem Lymphom (sALCL)
    • Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem sALCL
  • kutanes T-Zell-Lymphom
    • Behandlung erwachsener Patienten mit CD30+ kutanem T-Zell-Lymphom (CTCL) nach mind. einer vorangegangenen systemischen Behandlung

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml der rekonstituierten Lösung enthält 5 mg Brentuximab vedotin

  • allg.
    • Anwendung unter Aufsicht eines in der Anwendung von Krebsmedikamenten erfahrenen Arztes
    • Patienten mit Körpergewicht (KG) > 100 kg
      • Wert von 100 kg für die Dosisberechnung verwenden
    • vor der Verabreichung jeder Dosis dieses Medikamentes sollte ein komplettes Blutbild durchgeführt werden
    • Patienten während und nach der Infusion überwachen
  • bislang unbehandeltes HL
    • Brentuximab vedotin + AVD
      • Tag 1 und 15 jedes 28-Tage-Zyklus
        • 1,2 mg Brentuximab Vedotin / kg KG, als i.v. Infusion über 30 Min., in Kombination mit einer Chemotherapie (Doxorubicin [A], Vinblastin [V] und Dacarbazin [D] [AVD])
      • Behandlungsdauer
        • 6 Zyklen
      • bei allen erwachsenen Patienten mit bislang unbehandeltem HL, die Kombinationstherapie erhalten, wird ab der 1. Dosis eine Primärprophylaxe mit Wachstumsfaktoren (granulocyte-colony stimulating factor, G-CSF) empfohlen
      • s. Fachinformationen der Chemotherapeutika, die in Kombination mit Brentuximab Vedotin zur Behandlung von bislang unbehandelten Patienten mit HL verabreicht werden
    • BrECADD
      • 1,8 mg Brentuximab Vedotin / kg KG / 3 Wochen, als i.v. Infusion über 30 Min., in Kombination mit einer Chemotherapie (Etoposid (E), Cyclophosphamid (C), Doxorubicin (A), Dacarbazin (D), Dexamethason (D) [BrECADD])
      • Behandlungsdauer
        • bis zu 6 Zyklen
      • bei allen erwachsenen Patienten mit zuvor unbehandeltem HL, die Kombinationstherapie erhalten, muss ab dem 5. Tag jedes Zyklus eine Primärprophylaxe mit Wachstumsfaktorunterstützung (G-CSF) durchgeführt werden
      • Vorbehandlung mit Dexamethason über 4 Tage vor dem 1. Chemotherapiezyklus wird für Patienten > 40 Jahre oder nach Ermessen des Arztes empfohlen
      • während der gesamten Dauer der Chemotherapie muss 3mal / Woche eine Antibiotikaprophylaxe erfolgen
      • Anfangsdosierung und Dosisverringerungsstufen für das BrECADD-Behandlungsschema
        • siehe Dosisanpassung
  • HL mit erhöhtem Risiko für Rezidiv oder Progression
    • 1,8 mg Brentuximab Vedotin / kg KG, als i.v. Infusion über 30 Min. / 3 Wochen
    • Behandlung sollte gem. klin. Beurteilung nach der Erholung von der ASCT einsetzen
    • Behandlungsdauer
      • bis zu 16 Zyklen
  • rezidiviertes oder refraktäres HL
    • 1,8 mg Brentuximab Vedotin / kg KG, als i.v. Infusion über 30 Min. / 3 Wochen
      • entspricht empfohlener Anfangsdosierung für die Wiederholungsbehandlung von Patienten, die zuvor schon auf die Behandlung angesprochen haben
    • alternativ:
      • Behandlungsbeginn mit der zuletzt tolerierten Dosierung
    • Behandlungsdauer
      • bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten inakzeptabler Toxizität
      • Patienten, bei denen eine Stabilisierung oder Besserung der Erkrankung erreicht wird:
        • mind. 8 Zyklen
        • max. 16 Zyklen (ca. 1 Jahr)
  • bislang unbehandeltes sALCL
    • 1,8 mg Brentuximab Vedotin / kg KG, als i.v. Infusion über 30 Minuten / 3 Wochen in Kombination mit einer Chemotherapie (Cyclophosphamid [C], Doxorubicin [H] und Prednison [P]; [CHP])
    • Primärprophylaxe mit G-CSF ab der 1. Dosis empfohlen
    • s. Fachinformationen der Chemotherapeutika, die in Kombination mit Brentuximab Vedotin zur Behandlung von bislang unbehandelten Patienten mit sALCL verabreicht werden
    • Behandlungsdauer
      • 6 - 8 Zyklen
  • rezidiviertes oder refraktäres sALCL
    • 1,8 mg Brentuximab Vedotin / kg KG, als i.v. Infusion über 30 Min. / 3 Wochen
      • entspricht empfohlener Anfangsdosierung für die Wiederholungsbehandlung von Patienten, die zuvor schon auf die Behandlung angesprochen haben
    • alternativ:
      • Behandlungsbeginn mit der zuletzt tolerierten Dosierung
    • Behandlungsdauer
      • bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten inakzeptabler Toxizität
      • Patienten, bei denen eine Stabilisierung oder Besserung der Erkrankung erreicht wird:
        • mind. 8 Zyklen
        • max. 16 Zyklen (ca. 1 Jahr)
  • CTCL
    • 1,8 mg Brentuximab Vedotin / kg KG, als i.v. Infusion über 30 Min. / 3 Wochen
    • Behandlungsdauer
      • bis zu 16 Zyklen

Dosisanpassung

  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • Kombinationstherapie
      • engmaschige Überwachung auf unerwünschte Ereignisse
      • keine Erfahrungswerte aus klin. Studien mit Brentuximab Vedotin in Kombination mit einer Chemotherapie bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und
        • Serumkreatinin >/= 2,0 mg / dl und / oder
        • Kreatinin-Clearance oder errechnete Kreatinin-Clearance </= 40 ml / Min.
      • schwer
        • Einsatz von Brentuximab Vedotin in Kombination mit einer Chemotherapie vermeiden
    • Monotherapie
      • engmaschige Überwachung auf unerwünschte Ereignisse
      • schwere Nierenfunktionsstörung
        • initial: 1,2 mg / kg KG, als i.v. Infusion über 30 Min. / 3 Wochen
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • Kombinationstherapie
      • engmaschige Überwachung auf unerwünschte Ereignisse
      • leicht
        • Kombinationstherapie mit AVD
          • initial: 0,9 mg / kg KG, als i.v. Infusion über 30 Min. / 2 Wochen
        • Kombinationstherapie mit CHP
          • initial: 1,2 mg / kg KG, als i.v. Infusion über 30 Min. / 3 Wochen
        • keine Erfahrungswerte aus klin. Studien mit Brentuximab Vedotin in Kombination mit einer Chemotherapie bei Patienten, bei denen
          • Bilirubinwert > 1,5fach Obere Normalgrenze (ON) (ausgenommen: Patienten mit Gilbert Syndrom) oder
          • Alanin-Aminotransferase (ALT)- oder Aspartat-Aminotransferase (AST)-Wert > 3fach ON oder
          • > 5fach ON, wenn es gute Gründe gibt, diese Erhöhung auf Leber-lokalisiertes HL zurückzuführen
      • mittelgradig - schwer
        • Einsatz von Brentuximab Vedotin in Kombination mit einer Chemotherapie vermeiden
    • Monotherapie
      • engmaschige Überwachung auf unerwünschte Ereignisse
      • initial: 1,2 mg / kg KG, als i.v. Infusion über 30 Min. / 3 Wochen
  • Neutropenie
    • wenn sich während der Behandlung eine Neutropenie entwickelt, sollte die Gabe der nächsten Dosis verzögert werden oder bei nachfolgenden Zyklen eine Dosisanpassung vorgenommen werden
    • Monotherapie*
      • Schweregrad der Neutropenie (Anzeichen und Symptome): Grad 1 (< LLN - 1.500 / mm3 < LLN - 1,5 x 109 / l) oder Grad 2 (< 1.500 - 1.000 / mm3 < 1,5 - 1,0 x 109 / l)
        • Dosis und Behandlungsintervalle beibehalten
      • Schweregrad der Neutropenie (Anzeichen und Symptome): Grad 3 (< 1.000 - 500 / mm3 < 1,0 - 0,5 × 109 / l) oder Grad 4 (< 500 / mm3 < 0,5 x 109 / l)
        • Verabreichung der Dosis verzögern, bis die Toxizität wieder auf </= Grad 2 oder den Ausgangswert zurückgegangen ist
        • danach Behandlung in unveränderter Dosierung und unveränderten Behandlungsintervallen fortführen
          • bei Patienten, die eine Lymphopenie Grad 3 oder Grad 4 entwickeln, kann die Behandlung ohne Unterbrechung fortgesetzt werden
        • bei Patienten, die eine Neutropenie Grad 3 oder Grad 4 entwickeln, kann in den folgenden Zyklen G-CSF oder GM-CSF in Betracht gezogen werden
    • AVD/CHP-Kombinationstherapie*
      • Schweregrad der Neutropenie (Anzeichen und Symptome): Grad 1 (< LLN - 1.500 / mm3 < LLN - 1,5 x 109 / l) oder Grad 2 (< 1.500 - 1.000 / mm3 < 1,5 - 1,0 x 109 / l) oder Grad 3 (< 1.000 - 500 / mm3 < 1,0 - 0,5 × 109 / l) oder Grad 4 (< 500 / mm3 < 0,5 x 109 / l)
        • Primärprophylaxe mit G-CSF ab der 1. Dosis empfohlen
        • Dosis und Behandlungsintervalle beibehalten
    • Hämotoxizitäten während einer BrECADD-Kombinationstherapie*
      • Schweregrad der Neutropenie (Anzeichen und Symptome): Leukozyten >/= 2500 / mm3 >/= 2,5 x 109 / l ODER Neutrophile >/= 1500 / mm3 >/= 1,5 x 109 / l UND Thrombozyten >/= 80000 / mm3 >/= 80 x 109 / l
        • Dosis und Behandlungsintervalle beibehalten
      • Schweregrad der Neutropenie (Anzeichen und Symptome): Leukozyten < 2000 - 1000 / mm3 < 2,0 - 1,0 x 109 / l ODER Neutrophile < 1000 - 500 / mm3 < 1,0 - 0,5 x 109 / l UND Thrombozyten < 50000 - 25000 / mm3 < 50,0 - 25,0 x 109 / l
        • Behandlung aussetzen bis Toxizität wieder auf den Ausgangswert zurückgegangen ist
        • Werte bis zum 28. Tag des Zyklus nicht erholt: Dosisverringerung von Brentuximab vedotin von 1,2 mg / kg KG - max. 120 mg / 3 Wochen in Betracht ziehen
      • Schweregrad der Neutropenie (Anzeichen und Symptome): Leukozyten < 1000 / mm3 < 1,0 x 109 / l ODER Neutrophile < 500 / mm3 < 0,5 x 109 / l UND Thrombozyten < 25000 / mm3 < 25,0 x 109 / l
        • Behandlung aussetzen bis Toxizität wieder auf den Ausgangswert zurückgegangen ist
        • dann Behandlung mit Brentuximab vedotin fortsetzen mit einer verringerten Dosis von 1,2 mg / kg KG - max. 120 mg / 3 Wochen
    • *Einteilung basiert auf den Common Terminology Criteria for Adverse Events (CTCAE) V3.0 des National Cancer Institute (NCI), s. Neutrophile / Granulozyten; LLN = unterer Grenzwert des Normbereichs
    • BrECADD-Behandlungsschema
      • Dosis bei Auftreten eines oder mehrerer Ereignisse in einem bestimmten Zyklus auf den unten angegebenen Wert senken und über die nächsten Zyklen beibehalten
      • treten Ereignisse in 2 aufeinanderfolgenden Zyklen auf, wird die Dosis auf den Ausgangswert gesenkt (siehe unten)
      • zu den Ereignissen gehören
        • Leukopenie über > 4 Tage
        • Thrombozytopenie an einem oder mehreren Tagen
        • Infektion CTCAE Grad 4
        • andere CTCAE-Grad-Toxizitäten
        • Behandlungsverzögerung von > 2 Wochen aufgrund einer unzureichenden Erholung der Blutwerte
      • Anfangsdosierung und Dosisverringerungsstufen
        • Dosis 4 (Anfangsdosierung)
          • 1250 mg / m2 Cyclophosphamid (C)
          • 40 mg / m2 Doxorubicin (A)
          • 150 mg / m2 Etoposid (E)
          • 250 mg / m2 Dacarbazin (D)
          • 40 mg / m2 Dexamethason (D)
        • Dosis 3
          • 1100 mg / m2 Cyclophosphamid (C)
          • 40 mg / m2 Doxorubicin (A)
          • 125 mg / m2 Etoposid (E)
          • 250 mg / m2 Dacarbazin (D)
          • 40 mg / m2 Dexamethason (D)
        • Dosis 2
          • 950 mg / m2 Cyclophosphamid (C)
          • 40 mg / m2 Doxorubicin (A)
          • 100 mg / m2 Etoposid (E)
          • 250 mg / m2 Dacarbazin (D)
          • 40 mg / m2 Dexamethason (D)
        • Dosis 1
          • 800 mg / m2 Cyclophosphamid (C)
          • 40 mg / m2 Doxorubicin (A)
          • 100 mg / m2 Etoposid (E)
          • 250 mg / m2 Dacarbazin (D)
          • 40 mg / m2 Dexamethason (D)
        • Ausgangswert
          • 650 mg / m2 Cyclophosphamid (C)
          • 35 mg / m2 Doxorubicin (A)
          • 100 mg / m2 Etoposid (E)
          • 250 mg / m2 Dacarbazin (D)
          • 40 mg / m2 Dexamethason (D)
  • periphere Neuropathie (sensorisch oder motorisch, neu auftretend oder sich verschlechternd)
    • Monotherapie
      • Schweregrad der peripheren sensorischen oder motorischen Neuropathie (Anzeichen und Symptome): Grad 1 (Parästhesie und / oder verminderte Reflexe, ohne Funktionsverlust)
        • Dosis und Behandlungsintervalle beibehalten
      • Schweregrad der peripheren sensorischen oder motorischen Neuropathie (Anzeichen und Symptome): Grad 2 (Beeinträchtigung der Funktion, jedoch keine Beeinträchtigung der Alltagsaktivitäten)
        • Verabreichung der Dosis verzögern, bis Toxizität </= Grad 1 oder Ausgangswert
        • danach Behandlung mit reduzierter Dosierung von 1,2 mg / kg KG - max. 120 mg / 3 Wochen fortsetzen
      • Schweregrad der peripheren sensorischen oder motorischen Neuropathie (Anzeichen und Symptome): Grad 3 (Beeinträchtigung der Alltagsaktivitäten)
        • Vergabe aussetzen, bis Toxizität </= Grad 1 oder Ausgangswert
        • danach Behandlung mit reduzierter Dosierung von 1,2 mg / kg KG bis max. 120 mg / 3 Wochen wieder aufnehmen
      • Schweregrad der peripheren sensorischen oder motorischen Neuropathie (Anzeichen und Symptome): Grad 4 (sensorische Neuropathie, die stark behindernd ist, oder motorische Neuropathie, die lebensbedrohlich ist oder zu einer Lähmung führt)
        • Behandlung abbrechen
    • Kombinationstherapie
      • Schweregrad der peripheren sensorischen oder motorischen Neuropathie (Anzeichen und Symptome): Grad 1 (Parästhesie und / oder verminderte Reflexe, ohne Funktionsverlust)
        • Kombinationstherapie mit AVD
          • Dosis und Behandlungsintervalle beibehalten
        • Kombinationstherapie mit CHP
          • Dosis und Behandlungsintervalle beibehalten
        • Kombinationstherapie mit BrECADD
          • Dosis und Behandlungsintervalle beibehalten
      • Schweregrad der peripheren sensorischen oder motorischen Neuropathie (Anzeichen und Symptome): Grad 2 (Beeinträchtigung der Funktion, jedoch keine Beeinträchtigung der Alltagsaktivitäten)
        • Kombinationstherapie mit AVD
          • Dosisreduktion auf 0,9 mg / kg KG - max. 90 mg / 2 Wochen
        • Kombinationstherapie mit CHP
          • sensorische Neuropathie
            • Behandlung mit der gleichen Dosis fortsetzen
          • motorische Neuropathie
            • Dosisreduktion auf 1,2 mg / kg KG bis max. 120 mg / 3 Wochen
        • Kombinationstherapie mit BrECADD
          • Behandlung aussetzen bis Symptome auf Werte </= Grad 1 oder den Ausgangswert zurückgegangen sind
          • dann Behandlung mit Brentuximab vedotin fortsetzen mit einer verringerten Dosis von 1,2 mg / kg KG - max. 120 mg / 3 Wochen
      • Schweregrad der peripheren sensorischen oder motorischen Neuropathie (Anzeichen und Symptome): Grad 3 (Beeinträchtigung der Alltagsaktivitäten)
        • Kombinationstherapie mit AVD
          • Behandlung aussetzen, bis Toxizität </= Grad 2
          • danach Behandlung mit reduzierter Dosierung von 0,9 mg / kg KG bis max. 90 mg / 2 Wochen wieder aufnehmen
        • Kombinationstherapie mit CHP
          • sensorische Neuropathie
            • Dosisreduktion auf 1,2 mg / kg KG bis max. 120 mg / 3 Wochen
          • motorische Neuropathie
            • Behandlung abbrechen
        • Kombinationstherapie mit BrECADD
          • siehe Grad 2
      • Schweregrad der peripheren sensorischen oder motorischen Neuropathie (Anzeichen und Symptome): Grad 4 (sensorische Neuropathie, die stark behindernd ist, oder motorische Neuropathie, die lebensbedrohlich ist oder zu einer Lähmung führt)
        • Kombinationstherapie mit AVD
          • Behandlung abbrechen
        • Kombinationstherapie mit CHP
          • Behandlung abbrechen
        • Kombinationstherapie mit BrECADD
          • Behandlung abbrechen
    • Einteilung basiert auf den Common Terminology Criteria for Adverse Events (CTCAE) V3.0 des National Cancer Institute (NCI), siehe Neuropathie: motorisch; Neuropathie: sensorische und neuropathische Schmerzen
  • ältere Patienten (>/= 65 Jahre)
    • Dosierungsempfehlungen s. Erwachsene
    • Sicherheit und Wirksamkeit als Teil des BrECADD-Schemas bei Patienten >/= 60 Jahre nicht nachgewiesen
  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
    • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
    • derzeit verfügbaren Daten werden beschrieben
    • jedoch keine Dosierungsempfehlungen möglich

Kontraindikationen

Brentuximab vedotin - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Brentuximab Vedotin
  • kombinierte Anwendung von Bleomycin und Brentuximab Vedotin (verursacht pulmonale Toxizität)

Nebenwirkungen

Brentuximab vedotin - invasiv

Monotherapie

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Infektion
      • Infektion der oberen Atemwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Herpes zoster
      • Pneumonie (möglicherweise häufiger bei älteren Patienten)
      • Herpes simplex
      • orale Candidose
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Pneumocystis-jiroveci-Pneumonie
      • Staphylokokken-Bakteriämie
      • Cytomegalovirusinfektion oder Reaktivierung dieser Infektion
      • Sepsis/septischer Schock
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • progressive multifokale Leukoenzephalopathie
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Neutropenie (möglicherweise häufiger bei älteren Patienten)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Anämie
      • Thrombozytopenie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • febrile Neutropenie (möglicherweise häufiger bei älteren Patienten)
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • anaphylaktische Reaktionen (Symptome einer anaphylaktischen Reaktion können unter anderem Urtikaria, Angioödem, Hypotonie und Bronchospasmus umfassen, müssen sich aber nicht darauf beschränken)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Entwicklung von Anti-Wirkstoff-Antikörpern
        • assoziiert mit einer höheren Inzidenz von infusionsbedingten Reaktionen als bei Patienten, die als temporär positiv oder negativ getestet wurden
        • führte nicht zu einer Verminderung der Wirksamkeit von Brentuximab vedotin
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyperglykämie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Tumorlyse-Syndrom
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • periphere sensorische Neuropathie
      • periphere motorische Neuropathie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindelgefühl
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • demyelinisierende Polyneuropathie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Husten
      • Dyspnoe
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit
      • Diarrhö
      • Erbrechen
      • Obstipation
      • Abdominalschmerz
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • akute Pankreatitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • erhöhte Alanin-Aminotransferase / Aspartat-Aminotransferase (ALT / AST)
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Ausschlag
      • Pruritus
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Alopezie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Stevens-Johnson-Syndrom / Epidermolysis acuta toxica
      • toxisch epidermale Nekrolyse (wurde im Bereich der Kombinationstherapie nicht berichtet)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Arzneimittlexanthem mit Eosinophilie und systemischen Manifestationen (DRESS)
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Myalgie
      • Arthralgie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Rückenschmerzen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Ermüdung/Fatigue
      • Fieber
      • Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion, einschl.
        • Kopfschmerzen
        • Ausschlag
        • Rückenschmerzen
        • Erbrechen
        • Schüttelfrost
        • Übelkeit
        • Atemnot
        • Pruritus
        • Husten
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schüttelfrost
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Extravasation an der Infusionsstelle
        • ein Paravasat kann zu Hautrötung, Schmerzen, Schwellung, Blasenbildung, Exfoliation und Zellulitis an der bzw. um die Infusionsstelle herum führen
  • Untersuchungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Gewicht erniedrigt

Kombinationstherapie

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Infektion
      • Infektion der oberen Atemwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Pneumonie
      • orale Candidose
      • Sepsis / septischer Schock
      • Herpes zoster
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Herpes simplex
      • Pneumocystis jiroveci Pneumonie
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Neutropenie
      • Anaemie
      • febrile Neutropenie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Thrombozytopenie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • anaphylaktische Reaktionen (Symptome einer anaphylaktischen Reaktion können unter anderem Urtikaria, Angioödem, Hypotonie und Bronchospasmus sein)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Entwicklung von Anti-Wirkstoff-Antikörpern
        • Auswirkung auf die Wirksamkeit uneindeutig
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Appetit vermindert
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyperglykämie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Tumorlyse-Syndrom
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schlaflosigkeit
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • periphere sensorische Neuropathie
      • periphere motorische Neuropathie
      • Schwindelgefühl
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Husten
      • Dyspnoe
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit
      • Obstipation
      • Erbrechen
      • Diarrhö
      • Abdominalschmerz
      • Stomatitis
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • akute Pankreatitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • erhöhte Alanin-Aminotransferase / Aspartat-Aminotransferasewerte (ALT / AST)
  • Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Alopezie
      • Ausschlag
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Pruritus
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Stevens-Johnson-Syndrom
  • Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Knochenschmerzen
      • Arthralgie
      • Rückenschmerzen
      • Myalgie
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Ermüdung/Fatigue
      • Fieber
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion, einschl.
        • Kopfschmerzen
        • Ausschlag
        • Rückenschmerzen
        • Erbrechen
        • Schüttelfrost
        • Übelkeit
        • Dyspnoe
        • Pruritus
        • Husten
        • Schmerzen an der Infusionsstelle
        • Fieber
      • Schüttelfrost
  • Untersuchungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Gewicht erniedrigt

Anwendungshinweise

  • Infusion über 30 Min. (nach Rekonstitution)
  • Patienten während und nach der Infusion überwachen
  • nicht als intravenöse (i.v.) Stoßtherapie oder als Bolus verabreichen
  • Brentuximab Vedotin muss durch eine dafür reservierte i.v. Leitung verabreicht werden und darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden
  • Hinweise zur Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung: s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Brentuximab vedotin - invasiv
  • Entscheidung treffen, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung verzichtet werden soll / die Behandlung zu unterbrechen ist
    • sowohl das potentielle Risiko des Stillens für das Kind als auch den Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigen
  • nur ungenügende Informationen vorliegend, ob Brentuximab Vedotin oder seine Metabolite in die Muttermilch übergehen
  • Risiko für das Neugeborene / Kind kann nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

Brentuximab vedotin - invasiv
  • darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der potentielle Nutzen für die Mutter ist deutlich größer als das mögliche Risiko für den Fötus
  • wenn eine schwangere Frau behandelt werden muss, muss sie deutlich über das potenzielle Risiko für den Fötus hingewiesen werden
  • tierexperimentelle Studien
    • zeigten Reproduktionstoxizität
  • Frauen in gebärfähigem Alter
    • sollen während und bis zu 6 Monate nach der Behandlung mit Brentuximab Vedotin zwei zuverlässige Verhütungsmethoden anwenden
  • Fertilität
    • in präklinischen Studien verursachte die Behandlung mit Brentuximab Vedotin Hodentoxizität
      • kann möglicherweise die männliche Fertilität verändern
    • MMAE besitzt aneugenische Eigenschaften
    • Männer, die mit diesem Arzneimittel behandelt werden, wird empfohlen
      • vor der Behandlung Sperma-Proben einfrieren zu lassen
      • während der Behandlung und bis zu 6 Monaten nach der letzten Dosis kein Kind zu zeugen

Warnhinweise

Brentuximab vedotin - invasiv
  • Rückverfolgbarkeit
    • um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden
  • Progressive multifokale Leukenzephalopathie
    • Reaktivierung des John Cunningham Virus (JCV) kann auftreten, die zu einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML) und zum Tod führen kann
      • wurde bei Patienten beobachtet, die diese Behandlung erhielten, nachdem sie zuvor mehrere andere Chemotherapien erhalten hatten
      • PML ist eine seltene demyelinisierende Erkrankung des zentralen Nervensystems, die durch die Reaktivierung von latentem JCV verursacht wird und oft tödlich verläuft
    • Patienten genau auf neue oder sich verschlechternde neurologische und kognitive Anzeichen oder Symptome für Verhaltensveränderungen, die möglicherweise auf eine PML hinweisen, überwachen
      • Verabreichung von Brentuximab Vedotin sollte bei jedem Verdacht auf PML unterbrochen werden
      • Arzt sollte insbesondere auf Symptome achten, die auf eine PML hinweisen, und die der Patient möglicherweise nicht bemerkt (z.B. kognitive, neurologische oder psychiatrische Symptome)
    • Möglichkeiten zur Abklärung des PML-Verdachts
      • neurologische Untersuchung
      • Gadolinium-Kontrast-MRT des Gehirns
      • Liquor-PCR-Untersuchung auf JCV-DNA
      • Gehirn-Biopsie mit Nachweis von JCV
      • negative JCV-PCR schließt PML nicht aus
    • zusätzliche Nachuntersuchungen können gerechtfertigt sein, wenn keine alternative Diagnose gestellt werden kann
    • Verabreichung von Brentuximab Vedotin muss dauerhaft eingestellt werden, wenn die Diagnose PML bestätigt wird
  • Pankreatitis
    • bei Patienten, die mit Brentuximab Vedotin behandelt wurden, wurde akute Pankreatitis beobachtet
      • über Fälle mit tödlichem Ausgang wurde berichtet
    • Patienten sollen engmaschig hinsichtlich neu auftretender oder sich verschlimmernder Schmerzen im Abdomen kontrolliert werden
      • diese Schmerzen könnten auf eine akute Pankreatitis hindeuten
    • für die Abklärung am Patienten sollten körperliche Untersuchungen, Laboruntersuchungen auf Serumamylase und Serumlipase, und bildgebende Verfahren des Abdomens, solche wie Ultraschall und andere geeignete Untersuchungsmethoden, herangezogen werden
    • bei Verdacht auf akute Pankreatitis sollte die Gabe von Brentuximab Vedotin ausgesetzt werden
    • wenn sich die Diagnose einer akuten Pankreatitis bestätigt, muss Brentuximab Vedotin abgesetzt werden
  • Pulmonale Toxizität
    • es wurden Fälle von pulmonaler Toxizität, einschließlich Pneumonie, interstitieller Lungenerkrankung und akutem Atemnot-Syndrom (acute respiratory distress syndrome, ARDS), einige mit tödlichem Verlauf, bei Patienten berichtet, die mit Brentuximab Vedotin behandelt wurden
    • kausaler Zusammenhang ist nicht gesichert, jedoch kann das Risiko für eine pulmonale Toxizität nicht ausgeschlossen werden
    • im Fall von neu auftretenden oder sich verstärkenden pulmonalen Symptomen (z. B. Husten, Dyspnoe), sollte umgehend eine diagnostische Einschätzung vorgenommen sowie eine angemessene Behandlung von Patienten eingeleitet werden
    • es sollte erwogen werden die Dosierung von Brentuximab Vedotin während der Auswertung und bis zur symptomatischen Verbesserung beizubehalten
  • Schwere Infektionen und opportunistische Infektionen
    • schwere Infektionen wie Lungenentzündung, Staphylokokken-Bakteriämie, Sepsis / septischer Schock (inklusive tödlichen Ausgängen) und Herpes zoster, sowie opportunistische Infektionen wie Pneumocystis-jiroverci Pneumonie und orale Candidose unter der Behandlung beobachtet
    • Patienten sorgfältig überwachen, ob sich eine mögliche schwere und opportunistische Infektion entwickelt
  • Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion
    • Fälle von Sofort- und Spät-Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (infusion-related reactions, IRR) sowie anaphylaktische Reaktionen beobachtet
    • Patienten sollten während und nach der Infusion sorgfältig überwacht werden
    • falls anaphylaktische Reaktion auftritt
      • sofortiger und endgültiger Behandlungsabbruch
      • geeignete medizinische Behandlung einleiten
    • falls infusionsbedingte Reaktion auftritt
      • Infusion unterbrechen
      • geeignete medizinische Maßnahmen einleiten
      • Infusion kann nach Abklingen der Symptome wieder mit einer langsameren Geschwindigkeit begonnen werden
    • Patienten, bei denen bereits eine infusionsbedingte Reaktion aufgetreten war
      • sollten für die nachfolgenden Infusionen entsprechend prämediziert werden
      • Prämedikation kann Paracetamol, ein Antihistaminikum und ein Corticosteroid enthalten
    • Patienten mit Antikörper gegen Brentuximab Vedotin
      • infusionsbedingte Reaktionen häufiger und in schwererer Ausprägung
  • Tumorlysesyndrom
    • Fälle von Tumorlyse-Syndrom (TLS) berichtet
    • Risiko bei Patienten mit rasch proliferierenden Tumoren und hoher Tumorlast
      • diese Patienten sollten engmaschig überwacht und entsprechend medizinisch behandelt werden
    • Behandlung von TLS u.a. durch
      • forcierte Hydrierung
      • Überwachung der Nierenfunktion
      • Korrektur von Elektrolytstörungen
      • anti-hyperurikämische Therapie
      • unterstützende Behandlung
  • Periphere Neuropathie
    • eine Behandlung mit Brentuximab Vedotin kann eine sowohl sensorische als auch motorische periphere Neuropathie verursachen
    • eine durch Brentuximab Vedotin ausgelöste periphere Neuropathie ist typischerweise eine Folge kumulativer Exposition zu diesem Arzneimittel und ist in den meisten Fällen reversibel
    • in klinischen Studien zeigte sich bei einem Großteil der Patienten eine Besserung oder ein vollständiges Abklingen der Symptome
    • Patienten auf Anzeichen einer Neuropathie hin überwachen, z.B.
      • Hypästhesie
      • Hyperästhesie
      • Parästhesie
      • Unwohlsein
      • brennendes Gefühl
      • neuropathische Schmerzen
      • Schwäche
    • Patienten mit neu auftretender oder sich verschlechternder peripherer Neuropathie
      • evtl. Aufschub der Verabreichung und Dosisreduktion von Brentuximabvedotin oder Absetzen der Behandlung erforderlich
  • Hämatologische Toxizität
    • Grad 3 oder Grad 4 Anämie, Thrombozytopenie, und anhaltende (> / = 1 Woche) Grad 3 oder Grad 4 Neutropenie möglich
    • vor Verabreichung jeder Dosis sollte komplettes Blutbild erstellt werden
    • bei Entwicklung einer Grad 3 oder Grad 4 Neutropenie sollte eine Dosisanpassung erfolgen (siehe Dosierung)
  • Febrile Neutropenie
    • Fälle von febriler Neutropenie beobachtet (Fieber unbekannter Ursache, ohne klinisch oder mikrobiologisch dokumentierte Infektion mit < 1,0 × 109/l neutrophile Granulozyten, Fieber > / = 38,5°C; Ref. CTCAE v3)
    • vor Verabreichung jeder Dosis sollte komplettes Blutbild erstellt werden
    • Patienten engmaschig auf Fieber überwachen
      • wenn sich febrile Neutropenie entwickelt, entsprechend dem besten medizinischen Verfahren behandeln
    • bei einer Kombinationsbehandlung mit AVD oder CHP oder als BrECADD-Schema war ein fortgeschrittenes Alter ein Risikofaktor für febrile Neutropenie
      • wenn Brentuximab Vedotin in Kombination mit AVD oder CHP gegeben wird, wird bei erwachsenen Patienten unabhängig von deren Alter ab der ersten Verabreichung eine vorhergehende Prophylaxe mit G-CSF empfohlen
    • wenn Brentuximab vedotin in Kombination als Teil des BrECADD-Schemas gegeben wird, muss allen erwachsenen Patienten unabhängig von deren Alter ab dem 5. Tag jedes Zyklus eine Primärprophylaxe mit G-CSF verabreicht werden
  • schwere Hautreaktionen (Severe Cutaneous Adverse Reactions, SCARs)
    • unter Behandlung mit Brentuximab vedotin wurden Fälle schwerer Hautreaktionen (SCARs) gemeldet, einschließlich
      • Stevens-Johnson-Syndrom (SJS)
      • Epidermolysis acuta toxica (TEN)
      • Arzneimittelwirkung mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (drug reaction with eosinophilia and systemic symptoms, DRESS)
    • über tödliche Ausgänge von SJS und TEN wurde berichtet
    • wenn ein SJS, TEN oder DRESS auftritt
      • muss die Behandlung abgebrochen und eine geeignete medizinische Behandlung eingeleitet werden
  • Gastrointestinale Komplikationen
    • Berichte, einige mit Todesfolge, über gastrointestinale (GI) Komplikationen einschließlich
      • gastrointestinaler Obstruktion
      • Ileus
      • Enterokolitis
      • neutropenische Kolitis
      • Erosionen
      • Geschwüre
      • Perforationen
      • Hämorrhagie
    • bei dem Auftreten von neuen oder sich verschlechternden GI-Symptomen sollte umgehend eine diagnostische Auswertung und eine entsprechende Behandlung durchgeführt werden
  • Hepatotoxizität
    • Berichte von einer Hepatotoxizität in Form von erhöhten Alanin-Aminotransferase-(ALT) und Aspartat-Aminotransferase-(AST)-Werten im Zusammenhang mit Brentuximab Vedotin
    • es sind auch schwerwiegende Fälle von Hepatotoxizität, einschließlich Todesfällen, aufgetreten
    • vorbestehende Lebererkrankungen, Komorbiditäten und begleitende medikamentöse Behandlung können das Risiko ebenfalls erhöhen
    • die Leberfunktion sollte vor dem Beginn einer Behandlung untersucht und bei Patienten, die Brentuximab Vedotin erhalten, regelmäßig überprüft werden
    • Patienten, bei denen eine Hepatotoxizität auftritt, benötigen eventuell eine Verzögerung der Behandlung, eine Änderung der Dosierung oder einen Abbruch der Behandlung mit Brentuximab Vedotin
  • Hyperglykämie
    • in klinischen Studien Hyperglykämie beobachtet bei Patienten mit erhöhtem Body Mass Index (BMI) mit oder ohne Diabetes mellitus in der Anamnese
    • bei jedem Patienten, bei dem ein hyperglykämisches Ereignis auftritt
      • Glucosewerte im Serum eng überwachen
      • bei Bedarf antidiabetische Behandlung verabreichen
  • Paravasation an der Infusionsstelle
    • es ist zu einem Paravasat während intravenösen Infusionen gekommen
    • angesichts der Möglichkeit eines Paravasats wird empfohlen, die Infusionsstelle während der Arzneimittelverabreichung genau auf eine mögliche Infiltration zu überwachen
  • Eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion
    • nur begrenzte Erfahrungen bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- und Leberfunktion vorliegend
    • verfügbare Daten ergeben, dass die MMAE-Clearance möglicherweise bei schweren Nierenfunktionsstörungen, Leberfunktionsstörungen und durch niedrige Serum-Albumin-Konzentrationen beeinträchtigt werden könnte
  • CD30+ CTCL
    • Ausmaß der Behandlungsauswirkungen bei anderen CD30+ CTCL-Subtypen außer Mycosis fungoides (MF) und primär kutanem anaplastischem großzelligem Lymphom (pcALCL) aufgrund fehlender belastbarer Nachweise nicht klar
    • Nachweis der Krankheitsaktivität in den Subtypen Sézary-Syndrom (SS), lymphomatoide Papulose (LyP) und gemischte CTCL-Histologie in zwei einarmigen Phase-2-Studien mit Brentuximab Vedotin
    • Daten legen nahe, dass die Wirksamkeit und Sicherheit auf andere CTCL CD30+ -Subtypen extrapoliert werden können
    • dennoch sollte das Arzneimittel erst nach sorgfältiger Abwägung des potenziellen Nutzen-Risiko-Verhältnisses im Einzelfall und mit Vorsicht bei anderen CD30+ CTCL-Patienten eingesetzt werden