Alfentanil Kalceks 500 ug/ml Injektions-/Inf lsg.

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 5X10 ML 30,92 €
N2 10X2 ML 19,79 €

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Fachinformationen

Indikation

Erwachsene

  • Analgetikum zur Einleitung einer Anästhesie und/oder zur Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie

Neugeborene, Kleinkinder, Kinder und Jugendliche < 18 Jahre

  • Opioid-Analgetikum zusammen mit einem Hypnotikum zur Einleitung einer Anästhesie
  • Opioid-Analgetikum im Rahmen einer Allgemeinanästhesie sowohl für kurz als auch lang dauernde operative Eingriffe

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektions-/Infusionslösung enthält Alfentanilhydrochlorid entsprechend 500 µg Alfentanil

  • allgemein
    • Dosierung, individuell, entsprechend dem Alter, Körpergewicht, Allgemeinzustand, den zugrundeliegenden Erkrankungen, der Anwendung anderer Arzneimittel sowie Art des operativen Eingriffs und der Anästhesie
    • infolge seiner schnell eintretenden und kurz anhaltenden Wirkung, Einsatz als Opioid-Analgetikum für kurze Eingriffe und ambulante Operationen sowie als Analgetikumzusatz für Eingriffe von mittlerer und längerer Dauer, da Perioden mit erhöhter Schmerzintensität durch kleine Alfentanil-Wiederholungsdosen oder durch Anpassung der Infusionsgeschwindigkeit überbrückt werden können
  • übliche Dosierung
    • Spontanatmung
      • initial: 1 ml (500 µg Alfentanil)
      • als Zusatz: 0,5 ml (250 µg Alfentanil)
      • langsam über 30 Sek., evtl. verdünnt
    • Assistierte Beatmung
      • Initial: 30 - 50 µg Alfentanil / kg KG
      • als Zusatz: 15 µg Alfentanil / kg KG
  • kurze und ambulante Eingriffe
    • bei nicht prämedizierten erwachsenen Patienten:
      • 1 ml (500 µg) Alfentanil erzeugen für 5 - 10 Minuten Analgesie
      • innerhalb von 90 Sekunden nach intravenöser Verabreichung maximale Wirkung erreicht
  • Eingriffe mittlerer/längerer Dauer
    • bei Perioden mit erhöhter Schmerzintensität Überbrückung durch wiederholte Verabreichung von 0,5 ml (250 µg Alfentanil)
    • bei länger dauernden Eingriffen weitere Injektionen notwendig
    • bei beatmeten Patienten: letzte Dosis Alfentanil spätestens etwa 10 Min. vor Ende des Eingriffs, um ein Anhalten der Atemdepression nach Abschluss des Eingriffs zu vermeiden
    • Geschwindigkeit bei beatmeten Patienten und länger dauernden Eingriffen: 0,5 - 1 µg Alfentanil / kg / min
    • ausreichende Plasmakonzentrationen von Alfentanil werden nur schnell erreicht durch Verabreichung einer Initialdosis von 50 - 100 µg / kg vor der Infusion als Bolus oder als schnelle Infusion über 10 Min.
    • niedrigere Dosen können ausreichend sein, z.B. wenn die Anästhesie durch andere Wirkstoffe ergänzt wird
    • die Infusion soll bis zu 30 Min. vor dem voraussichtlichen Ende der Operation beendet werden
    • eine Erhöhung der Infusionsgeschwindigkeit kann die Erholung verzögern
    • ggf. Supplementierung des Anästhetikums in Perioden mit erhöhter Schmerzintensität:
      • zusätzliche Bolusdosen von Alfentanil (500 µg - 1 mg) oder niedrige Konzentrationen eines volatilen Wirkstoffs für kurze Zeiträume
    • Patienten mit schweren Verbrennungen:
      • Initialdosis: 18 - 28 µg / kg / Min über bis zu 30 Min. (es war keine mechanische Beatmung erforderlich)
    • Herzchirurgie:
      • bei Verwendung als alleiniges Anästhetikum: 12 - 50 mg / Stunde

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche
    • Geräte für eine Unterstützung der Atmung bei Kindern aller Altersgruppen müssen verfügbar sein (selbst für kurze Eingriffe bei spontan atmenden Kindern)
    • Altersgruppe zwischen 1 Monat und 1 Jahr
      • nur begrenzte Daten vorhanden
    • Neugeborene (0 - 27 Tage)
      • variable Pharmakokinetik bei Neugeborenen, insbesondere Frühgeborenen
      • geringere Plasmaclearance und Proteinbindung: evtl. niedrigere Alfentanil-Dosis erforderlich
      • engmaschige Überwachung
      • Dosistitration nach dem Ansprechen
    • Säuglinge und Kleinkinder (28 Tage - 23 Monate)
      • Plasmaclearance kann bei Säuglingen und Kleinkindern im Vergleich zu Erwachsenen erhöht sein
      • zur Aufrechterhaltung der Analgesie ggf. Erhöhung der Infusionsgeschwindigkeit erforderlich
    • Kinder (2 - 11 Jahre)
      • Plasmaclearance kann bei Kindern leicht erhöht sein
      • ggf. Erhöhung der Infusionsgeschwindigkeit im Vergleich zu Jugendlichen und Erwachsenen erforderlich
    • Jugendliche (12 - 17 Jahre)
      • Pharmakokinetik wie bei Erwachsenen
      • keine spezifischen Dosierungsempfehlungen notwendig
    • Dosierungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche
      • jüngere Kinder
        • Dosierungsempfehlung schwierig aufgrund der großen Variabilität des Ansprechens auf Alfentanil
      • ältere Kinder
        • zur Einleitung der Anästhesie oder als Analgetikum: 10 - 20 µg / kg KG Alfentanil als Bolus (d.h. als Ergänzung zu Propofol oder einer Inhalationsanästhesie)
        • in angemessenen Abständen zusätzliche Bolus-Injektionen: 5 - 10 µg / kg KG
        • zur Aufrechterhaltung der Analgesie während einer Operation
          • Alfentanil-Infusion mit einer Rate von 0,5 - 2 µg / kg KG / Min
          • Dosis nach den Bedürfnissen jedes individuellen Patienten auf- oder abtitrieren
          • bei Kombination mit einem intravenösen Anästhetikum: ungefähr 1 µg / kg KG / Min
      • wenn Alfentanil Neugeborenen oder sehr jungen Kindern verabreicht wird, kann ein erhöhtes Risiko für respiratorische Komplikationen und Muskelrigidität bestehen
  • Leberfunktionsstörung
    • evtl. Dosisreduktion erforderlich
  • Nierenfunktionsstörung
    • Plasmaclearance von Alfentanil ist bei Nierenversagen unverändert
    • die freie Fraktion ist jedoch erhöht, und daher ist evtl. eine niedrigere Dosis erforderlich
  • ältere (> 65 Jahre) und geschwächte Patienten
    • Reduktion der Initialdosis
    • Wirkung der Initialdosis ist bei der Errechnung der weiteren Dosen zu beachten
  • Patienten mit Begleiterkrankungen
    • vorsichtige Dosistitration bei Patienten mit
      • unkontrollierter Hypothyreose
      • Lungenerkrankungen, insbesondere im Fall einer verminderten respiratorischen Kapazität
      • Alkoholismus oder Leber- und/oder Niereninsuffizienz
      • bei diesen Patienten ist auch eine längere postoperative Beobachtung erforderlich

Kontraindikationen

Alfentanil - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Alfentanil oder andere Opioide

Nebenwirkungen

Alfentanil - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Überempfindlichkeit, einschließlich
        • anaphylaktische Reaktion
        • anaphylaktoide Reaktion
        • Urtikaria
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Euphorie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Agitation
      • Weinen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Desorientierung
      • Abhängigkeit
      • Entzugserscheinungen
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Bewegungsstörung
      • Schwindel
      • Sedierung
      • Dyskinesie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kopfschmerz
      • Somnolenz
      • nichtansprechen auf Stimuli
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Bewusstlosigkeit (postoperative Periode)
      • Konvulsion
      • Myoklonus
  • Augenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Sehstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Miosis
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Bradykardie
      • Tachykardie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arrhythmie
      • verminderte Herzfrequenz
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Herzstillstand
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypertonie
      • Hypotonie
      • erniedrigter Blutdruck
      • erhöhter Blutdruck
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Venenschmerzen
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Apnoe
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schluckauf
      • Hyperkapnie
      • Laryngospasmus
      • Atemdepression, einschließlich Fällen mit letalem Ausgang
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Bronchospasmus
      • Epistaxis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Atemstillstand
      • Husten
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit
      • Erbrechen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Obstipation
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • allergische Dermatitis
      • Hyperhidrose
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Pruritus
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erythem
      • Hautausschlag
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Muskelrigidität
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schüttelfrost
      • Schmerzen an der Injektionsstelle
      • Fatigue
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schmerzen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Pyrexie
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • verfahrensbedingte Schmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • postoperative Agitation
      • Atemwegskomplikationen der Anästhesie
      • postoperative Verwirrtheit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • neurologische anästhesiologische Komplikationen
      • verfahrensbedingte Komplikationen
      • Komplikationen der endotrachealen Intubation

Anwendungshinweise

  • zur intravenösen Anwendung als Bolus-Injektion (kurz dauernde Eingriffe) oder als fraktionierte Bolus-Dosis oder als Infusion (lang dauernde schmerzhafte Eingriffe)
  • Verabreichung nur von Personen, die im Umgang mit Allgemeinanästhetika und in der Handhabung von respiratorischen Effekten potenter Opioide geschult sind
  • weitere Hinweise s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Alfentanil - invasiv
  • bis 24 Stunden nach der Anwendung von Alfentanil
    • sollte nicht gestillt werden
    • in dieser Zeit abgepumpte Milch sollte nicht verwendet werden
  • Alfentanil kann in die Muttermilch übergehen

Schwangerschaftshinweise

Alfentanil - invasiv
  • sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich, bevor Alfentanil Schwangeren verabreicht wird
  • tierexperimentelle Studien
    • unzureichende Daten vorliegend, um eventuelle Auswirkungen auf den Menschen evaluieren zu können
    • fehlende Hinweise auf teratogene oder akute embryotoxische Effekte
  • chronische Anwendung eines Opioids während der Schwangerschaft
    • kann beim Neugeborenen zu einer Drogenabhängigkeit führen, die zum Neugeborenenentzugssyndrom führt
    • wenn bei einer schwangeren Frau über einen längeren Zeitraum ein Opioidkonsum erforderlich ist
      • Patientin über das Risiko eines Neugeborenen-Opioidentzugssyndroms informieren
        • falls es nicht erkannt und behandelt wird
          • kann lebensbedrohend sein
      • Sicherstellung, dass eine geeignete Behandlung verfügbar sein wird
  • während der Geburt, einschließlich Kaiserschnitt
    • sollte nicht verabreicht werden
      • geht in die Plazenta über
      • kann Spontanatmung beim Neugeborenen unterdrücken
    • falls Alfentanil trotzdem eingesetzt wird
      • müssen für Mutter und Kind Geräte zur Unterstützung der Atmung unmittelbar verfügbar sein
      • Opioidantagonist für das Kind muss immer verfügbar sein
        • Halbwertszeit des Opioidantagonisten kann kürzer sein als die Halbwertszeit von Alfentanil
          • zusätzliche Dosen des Antagonisten können erforderlich werden

Warnhinweise

Alfentanil - invasiv
  • Atemdepression
    • Alfentanil kann eine dosisabhängige Atemdepression hervorrufen
      • kann durch spezifische Opioidantagonisten aufgehoben werden
      • kurze Wirkdauer der Antagonisten
        • erneute Atemdepression kann auftreten
          • wiederholte Gabe des Antagonisten
    • tiefe Anästhesie mit einer ausgeprägten Atemdepression und Bewusstlosigkeit einhergehend
      • kann bis in die postoperative Phase anhalten bzw. in dieser Phase erneut auftreten
        • adäquate Überwachung der Patienten in der postoperativen Phase unabdingbar
    • es ist sicherzustellen, dass die apparative und medikamentöse Standardausrüstung zur Wiederbelebung (einschließlich Opioidantagonisten) sofort verfügbar ist
    • Hyperventilation des Patienten während der Anästhesie kann die Ansprechbarkeit seines Atemzentrums auf CO2 vermindern und auf diese Weise die postoperative Atmung beeinträchtigen
  • Toleranz und Opioidgebrauchsstörung (Missbrauch und Abhängigkeit)
    • bei wiederholter Anwendung von Opioiden können sich folgende Risiken entwickeln
      • Toleranz
      • physische und psychische Abhängigkeit
      • Opioidgebrauchsstörung
    • Missbrauch oder absichtliche Fehlanwendung von Opioiden kann Überdosierungen und / oder Tod zur Folge haben
    • Risiko für Entwicklung einer Opioidgebrauchsstörung ist erhöht bei
      • Pateinten mit Substanzgebrauchsstörungen (einschließlich Alkoholgebrauchsstörung) in der persönlichen oder familiären (Eltern oder Geschwister) Vorgeschichte
      • Rauchern
      • Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen in der Anamnese, z. B.
        • Major Depression
        • Angststörungen
        • Persönlichkeitsstörungen
  • Neugeborenenentzugssyndrom
    • wenn Frauen während der Schwangerschaft chronisch Opioide einnehmen
      • besteht das Risiko, dass bei ihren Neugeborenen ein Neugeborenenentzugssyndrom auftritt
    • Neugeborene, die chronisch Opioiden ausgesetzt sind
      • können auch ein Neugeborenenentzugssyndrom aufweisen
  • Muskelrigidität
    • eine Muskelrigidität (Rigor) mit möglicher Beteiligung der Thoraxmuskulatur kann auftreten
    • kann in der Regel durch folgende Maßnahmen vermieden werden
      • langsame i. v. Injektion (gewöhnlich ausreichend bei niedrigen Alfentanil-Dosen)
      • Prämedikation mit Benzodiazepinen
      • Verabreichung von Muskelrelaxanzien
    • nicht-epileptische (myo)klonische Bewegungen können auftreten
  • Herz-Kreislauf-System
    • kann zu Bradykardie bis hin zum Herzstillstand kommen, wenn
      • das vorher gegebenenfalls verabreichte Anticholinergikum unterdosiert wurde
      • Alfentanil mit einem nicht-vagolytisch wirkenden Relaxans kombiniert wurde
    • Bradykardie kann mit Atropin behandelt werden
    • Alfentanil kann insbesondere bei hypovolämischen Patienten, eine Hypotonie auslösen
      • angemessene Maßnahmen zur Aufrechterhaltung eines stabilen Blutdrucks sollten zur Anwendung kommen
  • erhöhter intrakranialer Druck
    • bei Patienten mit eingeschränkter intrazerebraler Compliance (erhöhtem Hirndruck)
      • schnelle Bolusinjektionen sollten vermieden werden
    • vorübergehender Abfall des mittleren arteriellen Blutdruckes bei diesen Patienten
      • geht gelegentlich mit einer kurzdauernden Reduktion des zerebralen Perfusionsdrucks einher
  • Opioid-induzierte Hyperalgesie (OIH)
    • OIH ist eine paradoxe Reaktion auf ein Opioid, insbesondere
      • bei hohen Dosen oder bei chronischer Anwendung, bei der die Schmerzwahrnehmung trotz stabiler oder erhöhter Opioidexposition zunimmt
    • unterscheidet sich von der Toleranz, bei der höhere Opioiddosen erforderlich sind, um die gleiche analgetische Wirkung zu erzielen oder wiederkehrende Schmerzen zu behandeln
    • OIH kann sich manifestieren in
      • erhöhten Schmerzniveaus
      • allgemeineren Schmerzen (d.h. weniger fokal)
      • Schmerzen durch gewöhnliche (d.h. nicht schmerzhafte) Reize (Allodynie) ohne Anzeichen eines Fortschreitens der Krankheit
    • bei Verdacht auf OIH
      • Opioiddosis sollte nach Möglichkeit reduziert oder verringert werden
  • sonstige Patientengruppen
    • bei Patienten unter chronischer Therapie mit Opioiden oder solchen mit anamnestisch bekanntem Opioidabusus
      • kann von einem erhöhten Dosisbedarf ausgegangen werden
    • bei älteren Patienten und Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand
      • Dosis sollte reduziert werden
    • bei Vorliegen folgender Erkrankungen sollten Opioide, inklusive Alfentanil, mit Vorsicht titriert und Patienten verlängert postoperativ überwacht werden
      • nicht kompensierte Hypothyreose
      • pulmonale Erkrankungen mit verminderter pulmonaler Vitalkapazität
      • Alkoholkrankheit
      • eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion
  • Kinder und Jugendliche
    • bei Neugeborenen oder sehr jungen Kindern besteht ein erhöhtes Risiko für respiratorische Komplikationen
      • junge pädiatrische Patienten sofort nach dem Beginn der Verabreichung überwacht werden
    • selbst für kurze Eingriffe bei spontan atmenden Kindern
      • Geräte für eine Unterstützung der Atmung zur Anwendung in allen Altersklassen sollten verfügbar sein
    • wegen des Risikos der Muskelrigidität bei Verabreichung von Alfentanil an Neugeborene oder sehr junge Kinder
      • gleichzeitige Anwendung eines Muskelrelaxans in Betracht ziehen
    • alle Kinder sollten nach Beendigung der Anwendung von Alfentanil eine angemessene Zeit überwacht werden
      • um sicherzustellen, dass eine ausreichende Spontanatmung erreicht wurde
    • wegen der variablen Pharmakokinetik bei Neugeborenen
      • niedrigere Alfentanil-Dosis kann notwendig sein
    • Neugeborene sollten eng überwacht werden
      • Alfentanil-Dosis sollte nach dem Ansprechen titriert werden
    • bei Neugeborenen wurde häufig eine leichte bis mäßige Muskelrigidität beobachtet, wobei die Anzahl der Neugeborenen in den klinischen Studien klein war
      • schwere Rigidität und Zuckungen treten weniger häufig auf
        • können, besonders bei hohen Dosen oder einer schnellen Rate intravenöser Injektionen, vorübergehend von beeinträchtigter Atmung begleitet werden
  • Risiken, die sich aus der gleichzeitigen Anwendung zentral dämpfender Arzneimittel ergeben, insbesondere von
    • Benzodiazepinen oder Benzodiazepin-verwandten Mitteln
      • gleichzeitige Anwendung bei spontan atmenden Patienten kann das Risiko erhöhen für
        • tiefe Sedierung
        • Atemdepression
        • Koma
        • Tod
      • wenn entschieden wird, Alfentanil gleichzeitig mit einem zentral dämpfenden Arzneimittel, insbesondere einem Benzodiazepin oder einem Benzodiazepin-verwandten Mittel, zu verabreichen
        • sollte die niedrigste wirksame Dosis beider Arzneimittel für die kürzest mögliche gleichzeitige Anwendung verabreicht werden
      • Patienten sind sorgfältig hinsichtlich der Anzeichen und Symptome einer Atemdepression und tiefen Sedierung zu überwachen
      • nachdrücklich empfohlen, die Patienten und ihre Betreuer darauf hinzuweisen, dass auf diese Symptome zu achten ist