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Fachinformationen

Indikation

  • symptomatische Akutbehandlung plötzlich auftretender Atemnot
    • v. a. allergische Formen
    • sowie durch Belastung, Stress oder Infekte ausgelöst
    • Hinweis: längerfristige Behandlung soll symptomorientiert und nur in Verbindung mit einer entzündungshemmenden Dauertherapie erfolgen
  • gezielte Vorbeugung vor Anstrengungsasthma oder bei vorhersehbarem Allergenkontakt

Dosierung

Basiseinheit: pro 1 Sprühstoß zu 70,00 mg werden 1 mg Natriumcromoglicat (Ph. Eur.) und 0,5 mg Reproterolhydrochlorid aus dem Ventil freigesetzt (abgemessene Dosis), entspr. einer aus dem Mundstück freigesetzten Dosis von 0,82 mg Natriumcromoglicat sowie 0,42 mg Reproterolhydrochlorid

  • symptomatische Akutbehandlung plötzlich auftretender Atemnot (v. a. allergische Formen sowie solche, die durch Belastung, Stress oder Infekte ausgelöst werden); gezielte Vorbeugung vor Anstrengungsasthma oder bei vorhersehbarem Allergenkontakt
    • Erwachsene und Kinder (sofern diese vom Alter her in der Lage sind, ein Dosieraerosol korrekt zu handhaben)
      • Dosierung richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung (Ausmaß der Atemwegsbeschwerden)
      • Anfangsdosierung
        • 2 Sprühstöße (je 1 mg Natriumcromoglicat und 0,5 mg Reproterolhydrochlorid) 4mal / Tag
          • d. h. jeweils 2 Inhalationen nach dem Aufstehen, zur Mittagszeit, am frühen Abend und vor dem Schlafengehen
          • Abstand zwischen den Inhalationen: mind. 3 Std
      • nach Erreichen der therapeutischen Wirkung:
        • Reduktion der Tagesdosis schrittweise unter ärztlicher Anleitung bis auf das zur Aufrechterhaltung der Symptomfreiheit erforderliche Maß
      • gezielte Vorbeugung bei Anstrengungsasthma oder vorhersehbarem Allergenkontakt
        • zusätzlich 2 Sprühstöße etwa 10 - 15 Min. vor Exposition inhalieren
          • i. d. R. nur erforderlich, wenn vorhergehende Inhalation > 3 Std. zurückliegt
      • Akutbehandlung plötzlich auftretender Bronchialkrämpfe und anfallsweise auftretender Atemnot
        • zusätzlich 1 Sprühstoß inhalieren
          • führt in den meisten Fällen bereits zu einer raschen Erleichterung der Atmung
        • keine spürbare Besserung der Atemnot 5 Min. nach Inhalation des 1. Sprühstoßes: 1 weiteren Sprühstoß inhalieren
        • schwerer Anfall von Luftnot auch durch 2. Sprühstoß nicht zu beheben: ggf. weitere Sprühstöße erforderlich
          • in diesen Fällen: unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen
      • Höchstdosis: max. 16 Sprühstöße / Tag
        • höhere Dosierung:
          • i. A. ist kein zusätzlicher therapeutischer Nutzen zu erwarten
          • Wahrscheinlichkeit des Auftretens auch schwerwiegender Nebenwirkungen jedoch erhöht
      • Behandlungsdauer
        • über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt
        • längerfristige Behandlung symptomorientiert und nur in Verbindung mit einer entzündungshemmenden Dauertherapie
      • spezielle Therapiehinweise
        • Asthmatherapie sollte dem Schweregrad entsprechend stufenweise erfolgen
        • Erfolg der Therapie durch regelmäßige ärztliche Untersuchungen überprüfen
        • Dosiserhöhungen ohne ärztliche Anweisung möglicherweise gefährlich für den Patienten
        • ansteigender Bedarf des Arzneimittels
          • Anzeichen für eine Verschlechterung der Erkrankung
          • Therapieplan ist durch den Arzt zu überdenken und ggf. durch die Gabe zusätzlicher entzündungshemmender oder weiterer Arzneimittel neu festzulegen
        • tägliche Selbstkontrolle nach ärztlicher Anleitung wichtig für ärztliche Beurteilung des Krankheitsverlaufs sowie des Therapieerfolgs der atemwegserweiternden und entzündungshemmenden Behandlung
          • z. B. durch die Aufzeichnung des mit dem Peak-flow-Meter gemessenen Atemstoßes
    • Säuglinge und Kleinkinder < 2 Jahre
      • Anwendung kontraindiziert

Kontraindikationen

Reproterol und Natrium cromoglicat - pulmonal
  • Überempfindlichkeit gegenüber Natriumcromoglicat oder Reproterol
  • beim Auftreten eosinophiler Pneumonien während einer Therapie sollte die Behandlung abgebrochen werden
  • Reproterol plus Natriumcromoglicat sollte nicht oder nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt angewendet werden bei:
    • frischem Herzinfarkt
    • Herzrhythmusstörungen
    • hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie
    • schwerer KHK
    • Phäochromozytom
    • schwerer Schilddrüsenüberfunktion
  • falls das Arzneimittel Levomenthol / Pfefferminzöl enthält
    • Säuglinge und Kleinkinder < 2 Jahre (Gefahr eines Kehlkopfkrampfes)

Nebenwirkungen

Reproterol und Natrium cromoglicat - pulmonal
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • anaphylaktische Reaktion (mit Bronchospasmen, Hypotonie, Kollaps, Larynxödem)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Überempfindlichkeitsreaktionen (u.a. Juckreiz, Urtikaria, Exanthem, Hypotonie, Angioödem)
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Absenken der Kaliumkonzentration im Serum
      • Ansteigen des Blutzuckerwertes im Serum
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Unruhegefühl
        • insbesondere bei besonderer Empfindlichkeit und/oder höherer Dosierung von Reproterol
        • klingt meistens bei Fortführung der Therapie mit Reproterol nach 1 - 2 Wochen wieder ab
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Nervosität
      • Hyperaktivität
      • Schlafstörungen
      • Halluzinationen (insbesondere bei Kindern bis 12 Jahren)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • feinschlägiger Tremor
        • insbesondere bei besonderer Empfindlichkeit und/oder höherer Dosierung von Reproterol
        • klingt meistens bei Fortführung der Therapie mit Reproterol nach 1 - 2 Wochen wieder ab
      • Kopfschmerzen
        • insbesondere bei besonderer Empfindlichkeit und/oder höherer Dosierung von Reproterol
        • klingt meistens bei Fortführung der Therapie mit Reproterol nach 1 - 2 Wochen wieder ab
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Schwindel
      • periphere Neuritis
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Herzklopfen
        • insbesondere bei besonderer Empfindlichkeit und/oder höherer Dosierung von Reproterol
        • klingt meistens bei Fortführung der Therapie mit Reproterol nach 1 - 2 Wochen wieder ab
      • Tachykardie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Perikarditis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Arrhythmien (einschließlich atrialer Fibrillationen und Extrasystolen)
      • Beeinflussung des Blutdrucks (Senkung oder Steigerung)
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Arteriitis
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Husten
      • Irritation des Rachens und der Luftröhre
      • (paradoxer) Bronchospasmus
      • eosinophile Pneumonie
      • Larynxödem
      • Heiserkeit
      • Hämoptysen
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Gastroenteritis
        • nach Absetzen von Natriumcromoglicat i.d.R. reversibel
      • Brechreiz
      • Parotisschwellung
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Übelkeit
      • unangenehmer Geschmack
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Dermatitis
        • nach Absetzen von Natriumcromoglicat i.d.R. reversibel
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Myositis
        • nach Absetzen von Natriumcromoglicat i.d.R. reversibel
      • Gelenkschmerzen
      • Muskelschmerzen
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Dysurie
      • Nephrotoxizität

Anwendungshinweise

  • zur Inhalation
  • ausführliche Unterweisung des Patienten im Gebrauch des Dosieraerosols erforderlich, um optimalen Therapieeffekt zu erreichen
    • s. Fachinformation bezüglich
      • "Gebrauchsanleitung zur Handhabung des Dosieraerosols"
      • "Wichtige Hinweise zur Pflege und Reinigung"
  • zur Verbesserung der therapeutischen Wirkung können bei der Verabreichung spezielle Inhalationshilfen verwendet werden

Stillzeithinweise

Reproterol und Natrium cromoglicat - pulmonal
  • Natriumcromoglicat
    • wird in äußerst geringen Mengen in die Muttermilch ausgeschieden
  • Reproterol
    • nach inhalativer Anwendung von Reproterolhydrochlorid ist die systemisch resorbierte Dosis nicht messbar
  • Risiko für den gestillten Säugling besteht daher wahrscheinlich nicht

Schwangerschaftshinweise

Reproterol und Natrium cromoglicat - pulmonal
  • keine ausreichende Erfahrung während der Schwangerschaft.
  • nur in schweren Krankheitsfällen und nach strenger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses anwenden
  • Reproterol
    • für den Menschen über eine Anwendung während der Schwangerschaft nur unzureichende Erfahrungen vorliegend
    • Tachykardie und Hypoglykämie des Neugeborenen bei der Anwendung von Beta-Sympathomimetika bei der Mutter beschrieben
  • Natriumcromoglicat
    • bisherige Erfahrungen mit Natriumcromoglicat am Menschen gaben keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Missbildungen
  • Fertilität
    • Natriumcromoglicat
      • in tierexperimentellen Studien hatte Natriumcromoglicat keine Auswirkung auf die Fertilität
      • Fertilität männlicher und weiblicher Ratten, der Graviditätsverlauf und die peri- und postnatale Entwicklung der Feten blieben unbeeinflusst
    • Reproterolhydrochlorid
      • keine tierexperimentellen Studien in Bezug auf die Fertilität vorliegend

Warnhinweise

Reproterol und Natrium cromoglicat - pulmonal
  • mangelnder Therapieerfolg
    • kommt es trotz der verordneten Behandlung zu keiner befriedigenden Besserung oder gar zu einer Verschlechterung des Leidens, ärztliche Beratung erforderlich
      • um die Therapie ggf. durch eine Kombination mit anderen Arzneimitteln (zusätzlichen entzündungshemmenden wie Kortikoiden und/oder die Bronchien erweiternden wie Theophyllin) oder eine Änderung der Dosierung neu festzulegen
  • plötzliche und zunehmende Verschlechterung der Asthmabeschwerden
    • kann lebensbedrohlich sein
    • in diesen Fällen muss unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden
    • eine erhebliche Überschreitung der vorgegebenen Dosis kann gefährlich sein
  • Selbskontrolle
    • zur ärztlichen Beurteilung des Krankheitsverlaufs sowie des Therapieerfolgs der atemwegserweiternden und entzündungshemmenden Behandlung tägliche Selbstkontrolle nach ärztlicher Anleitung wichtig
    • diese Selbstkontrolle erfolgt z.B. durch die Aufzeichnung des mit dem Peak-flow-Meter gemessenen Atemstoßes
  • Risiko für das Auftreten schwerer Komplikationen
    • wiederholt erhebliches Risiko für das Auftreten schwerer Komplikationen der Grunderkrankung bis hin zu Todesfällen berichtet worden, wenn das Asthma mit Beta-2-Sympathomimetika-haltigen Monopräparaten zur Inhalation über längere Zeit mit hohen oder überhöhten Dosen behandelt wurde und die entzündungshemmende Therapie unzureichend war
    • ursächliche Zusammenhänge konnten bisher nicht hinreichend geklärt werden
      • eine entscheidende Rolle scheint aber die unzureichend entzündungshemmende Therapie zu spielen
  • Patienten mit tachykarden Arrhythmien
    • Anwendung nur unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen, z.B. Überwachung (EKG-Kontrolle)
  • Myokardischämie
    • Hinweise auf seltene Fälle von Myokardischämie in Zusammenhang mit Beta-2-Agonisten in Daten der Arzneimittelüberwachung und in der veröffentlichten Literatur
    • Patienten mit einer schweren Herzerkrankung (z.B. ischämische Herzerkrankung, Tachyarrhythmie oder schwerer Herzinsuffizienz) als Grundleiden, die wegen einer Atemwegserkrankung Reproterol erhalten
      • sind unbedingt darauf hinzuweisen, dass sie ärztlichen Rat einholen müssen, wenn bei ihnen Schmerzen in der Brust oder andere Symptome einer sich verschlimmernden Herzerkrankung auftreten
  • Diabetiker
    • regelmäßige Blutzuckerkontrolle erforderlich, da nach Anwendung hoher Dosen der Blutzuckerspiegel sowie die freien Fettsäuren ansteigen können
  • bei höher dosierter Anwendung
    • Kontrolle des Kaliumspiegels im Blutserum notwendig, besonders bei gleichzeitiger Behandlung mit Diuretika und Herzglykosiden
  • Doping
    • Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen