Alprazolam - 1 A Pharma 1mg Tabletten

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Fachinformationen

Indikation

  • Symptomatische Behandlung von Angstzuständen.
  • Alprazolam sollte nur bei schwerwiegenden Störungen angewendet werden, die den Patienten erheblich einschränken oder unter denen er außergewöhnlich stark leidet.

Dosierung

  • Die Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein. Die Gesamtdauer der Behandlung sollte einschließlich der schrittweisen Absetzphase 8 bis 12 Wochen nicht überschreiten. Unter bestimmten Umständen kann eine Fortsetzung der Behandlung erforderlich sein. Diese sollte jedoch nicht vor einer erneuten Überprüfung des Zustands des Patienten erfolgen, da das Risiko von Missbrauch und Abhängigkeit mit der Dauer der Behandlung zunimmt.
  • Die optimale Dosis von Alprazolam sollte gemäß der Schwere der Symptome und dem Ansprechen des Patienten individuell festgelegt werden. Zur Linderung der Symptome sollte die niedrigste Dosis angewendet werden. Die Dosis sollte in Abständen von nicht mehr als 4 Wochen überprüft werden. Die übliche Dosis ist unten angegeben. Bei den wenigen Patienten, die höhere Dosen benötigen, sollte die Dosis vorsichtig erhöht werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Wenn eine höhere Dosis erforderlich ist, sollte die Abenddosis vor den Tagesdosen erhöht werden.
  • Patienten, die vorher noch nie psychotrope Substanzen eingenommen haben, benötigen im Allgemeinen geringere Dosen als Patienten, die früher bereits mit Tranquilizern, Antidepressiva oder Hypnotika behandelt wurden oder alkoholabhängige Patienten. Um eine Ataxie oder eine zu starke Sedierung zu vermeiden, wird die Anwendung der niedrigsten wirksamen Dosis empfohlen.
  • Erwachsene
    • Initialdosis*: 0,25 mg bis 0,5 mg dreimal täglich
    • Erhaltungsdosis*: 0,5 mg bis maximal 3 mg pro Tag auf mehrere Dosen verteilt
  • Ältere Patienten, geschwächte Patienten oder Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen
    • Initialdosis*: 0,25 mg zwei- oder dreimal täglich
    • Erhaltungsdosis*: 0,5 mg bis 0,75 mg pro Tag auf mehrere Dosen verteilt: schrittweise Dosissteigerung, falls erforderlich und der Krankheitszustand es erlaubt.
  • *Bei Auftreten von Nebenwirkungen sollte die Dosis reduziert werden.
  • Kinder und Jugendliche
    • Die Sicherheit und Wirksamkeit von Alprazolam bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht belegt. Daher wird die Anwendung von Alprazolam nicht empfohlen.
  • Absetzen der Behandlung
    • Die Dosis sollte schrittweise reduziert werden. Es empfiehlt sich, die Tagesdosis alle drei Tage um maximal 0,5 mg zu verringern. Bei einigen Patienten kann sogar ein noch langsameres Ausschleichen der Dosis erforderlich sein.

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Benzodiazepine oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Benzodiazepine sind außerdem bei Patienten mit
    • Myasthenia gravis
    • schwerer respiratorischer Insuffizienz
    • Schlafapnoe-Syndrom
    • schwerer Leberinsuffizienz
  • kontraindiziert.

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

  • Die folgenden Nebenwirkungen wurden während der Behandlung mit Alprazolam mit folgender Häufigkeit beobachtet und berichtet:
    • Sehr häufig: (>/= 1/10)
    • Häufig: (>/= 1/100 bis < 1/10)
    • Gelegentlich: (>/= 1/1.000 bis < 1/100)
    • Selten: (>/= 1/10.000 bis < 1/1.000)
    • Sehr selten: (< 1/10.000)
    • Nicht bekannt: (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
  • Endokrine Erkrankungen
    • Nicht bekannt
      • Hyperprolaktinämie*
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • Häufig
      • verminderter Appetit
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • Sehr häufig
      • Depression
    • Häufig
      • Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit, verminderte Libido, Angst, Schlaflosigkeit, Nervosität, erhöhte Libido*
    • Gelegentlich
      • Manie*, Halluzinationen*, Wut*, Agitiertheit*, Abhängigkeit
    • Nicht bekannt
      • Hypomanie*, Aggressivität*, Feindseligkeit*, Denkstörungen*, psychomotorische Hyperaktivität*, Arzneimittelmissbrauch
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • Sehr häufig
      • Sedierung, Schläfrigkeit, Ataxie, Gedächtnisstörung, Dysarthrie, Schwindel, Kopfschmerzen
    • Häufig
      • Gleichgewichtsstörung, Koordinationsstörung, Aufmerksamkeitsstörung, Hypersomnie, Lethargie, Zittern
    • Gelegentlich
      • Amnesie
    • Nicht bekannt
      • Ungleichgewicht des autonomen Nervensystems*, Dystonie*
  • Augenerkrankungen
    • Häufig
      • Verschwommenes Sehen
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • Sehr häufig
      • Obstipation, Mundtrockenheit
    • Häufig
      • Nausea
    • Gelegentlich
      • Erbrechen
    • Nicht bekannt
      • Störungen des Magen-Darmtrakts*
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • Nicht bekannt
      • Hepatitis*, Störungen der Leberfunktion*, Gelbsucht*
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • Gelegentlich
      • Dermatitis*
    • Nicht bekannt
      • Angioödem*, Lichtempfindlichkeitsreaktion*
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • Gelegentlich
      • Muskelschwäche
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • Gelegentlich
      • Harninkontinenz*
    • Nicht bekannt
      • Harnretention*
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • Häufig
      • sexuelle Dysfunktion*
    • Gelegentlich
      • Menstruationsstörungen*
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • Sehr häufig
      • Müdigkeit, Reizbarkeit
    • Gelegentlich
      • Entzugserscheinungen*
    • Nicht bekannt
      • periphere Ödeme*
  • Untersuchungen
    • Gelegentlich
      • Gewichtszunahme, Gewichtabnahme
    • Nicht bekannt
      • erhöhter intraokularer Druck*
  • * UAW nach Markteinführung
  • Entzugssymptome traten nach einem zu schnellen Absetzen oder einem plötzlichen Absetzen von Benzodiazepinen einschließlich Alprazolam auf. Diese können von einer leichten Dysphorie und Schlaflosigkeit bis hin zu einem schweren Syndrom reichen, zu welchem Bauch- und Muskelkrämpfe, Erbrechen, Schwitzen, Tremor und Krämpfe gehören können. Des Weiteren traten Entzugsanfälle bei zu schnellem Absetzen oder plötzlichem Abbruch der Therapie mit Alprazolam auf.
  • Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Sedierung, verminderte Aufmerksamkeit, Verwirrtheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Doppeltsehen, Schwindel, Muskelschwäche, Ataxie und verschwommenes Sehen können insbesondere zu Beginn der Behandlung auftreten. Diese Symptome werden im Allgemeinen bei wiederholter Verabreichung reduziert.
  • Amnesie
    • Eine anterograde Amnesie kann selbst bei therapeutischen Dosen auftreten, wobei sich das Risiko mit steigender Dosis erhöht. Die Amnesie kann mit unangemessenem Verhalten einhergehen.
  • Depression
    • Bei anfälligen Patienten können vorher latente Depressionen während der Anwendung von Benzodiazepin manifest werden.
  • Psychiatrische und "paradoxe" Reaktionen
    • Reaktionen wie Ruhelosigkeit, Agitation, Reizbarkeit, Aggressivität, Wahnvorstellungen, Wutanfälle, Albträume, Halluzinationen, Psychosen, unangemessenes Verhalten und weitere Verhaltensauffälligkeiten sind beschrieben worden. Derartige paradoxe Reaktionen treten mit größerer Wahrscheinlichkeit bei Kindern und älteren Patienten auf. Kommt es zu paradoxen Reaktionen, muss die Behandlung beendet werden.
  • Abhängigkeit
    • Bei Anwendung dieses Arzneimittels (selbst in therapeutischen Dosen) kann sich eine physische Abhängigkeit entwickeln. Bei Absetzen der Behandlung können sich daher Entzugssymptome und Reboundphänomene einstellen. Darüber hinaus kann es auch zu psychischer Abhängigkeit kommen. Fälle von Missbrauch sind beschrieben worden.

Anwendungshinweise

  • Zum Einnehmen

Stillzeithinweise

  • Alprazolam geht in die Muttermilch über. Daher wird die Einnahme von Alprazolam während der Stillzeit nicht empfohlen.

Schwangerschaftshinweise

  • Die verfügbaren Daten hinsichtlich der Teratogenität und der Auswirkungen auf die postnatale Entwicklung und das Verhalten infolge einer Benzodiazepin-Therapie sind uneinheitlich.
  • Eine erhebliche Menge an Daten basierend auf einer Kohorten Studie deuten darauf hin, dass die Einnahme von Benzodiazepinen im ersten Trimester nicht mit einem erhöhten Risiko von schweren Missbildungen einhergeht.
  • Jedoch wurde in manchen frühen epidemiologischen Fall-Kontroll-Studien ein erhöhtes Risiko für Gaumenspalten festgestellt. Aus den Daten geht hervor, dass das Risiko eines Säuglings mit einer Mundspalte nach Exposition von Benzodiazepin bei Müttern weniger als 2/1.000 beträgt, verglichen mit einer erwarteten Rate für solche Defekte von ungefähr 1/1.000 in der Allgemeinbevölkerung.
  • Eine Behandlung mit hoch dosierten Benzodiazepinen während des zweiten und/oder dritten Trimesters einer Schwangerschaft zeigte eine Verminderung der fetalen Aktivitäten und Schwankungen des fetalen Herzrhythmus.
  • Wenn die Behandlung aus medizinischen Gründen während der Spätschwangerschaft, wenn auch nur in niedriger Dosierung fortgesetzt werden muss, können das Floppy Infant Syndrom mit axialer Muskelhypotonie und Trinkschwäche auftreten und zu einer verringerten Gewichtszunahme führen. Diese Anzeichen sind reversibel, können aber von einer bis drei Wochen andauern, entsprechend der Halbwertszeit des Arzneimittels.
  • Bei hohen Dosen können Atemdepression, Apnoe und Hyperthermie bei Neugeborenen auftreten. Außerdem können bei Neugeborenen wenige Tage nach der Geburt Entzugssymptome mit übermäßiger Erregbarkeit, Agitation und Tremor auftreten, auch wenn kein Floppy Infant Syndrom beobachtet wurde. Das Auftreten von Entzugserscheinungen nach der Geburt hängt von der Halbwertszeit der Substanz ab.
  • Alprazolam sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der klinische Zustand der Frau macht die Behandlung mit Alprazolam erforderlich.
  • Wenn Alprazolam während der Schwangerschaft eingenommen wird, oder wenn die Patientin während der Behandlung mit Alprazolam schwanger wird, sollte sie auf die möglichen Risiken für den Fötus hingewiesen werden. Die therapeutischen Indikationen und Dosierungen sollten genau eingehalten werden.
  • Wenn eine Behandlung mit Alprazolam im Spätstadium der Schwangerschaft erforderlich ist, sollten hohe Dosen vermieden und Entzugssymptome und/oder das Floppy Infant Syndrom bei Neugeborenen überwacht werden.
  • Fertilität
    • Über die Auswirkungen von Alprazolam auf die Fertilität liegen keine Daten vor.

Warnhinweise

  • Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
    • Risiken einer gleichzeitigen Anwendung von Opioiden
      • Die gleichzeitige Anwendung von Alprazolam und Opioiden kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen. Aufgrund dieser Risiken ist die gemeinsame Verordnung von sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln wie Alprazolam mit Opioiden nur bei den Patienten angebracht, für die keine geeigneten alternativen Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen. Wird die Entscheidung für eine gemeinsame Verordnung von Alprazolam und einem Opioid getroffen, sind die niedrigsten wirksamen Dosen und eine kürzest mögliche Dauer der gleichzeitigen Anwendung zu wählen.
      • Die Patienten sind engmaschig in Hinblick auf Anzeichen und Symptome einer Atemdepression und Sedierung zu überwachen. In diesem Zusammenhang wird dringend empfohlen, die Patienten und deren Betreuungspersonen (falls zutreffend) über diese Symptome zu informieren.
    • Toleranzentwicklung
      • Die hypnotische Wirkung kann nach wiederholter Anwendung über einen Zeitraum von mehreren Wochen nachlassen.
    • Abhängigkeit
      • Die Anwendung von Benzodiazepinen kann zu Missbrauch und/oder physischer und psychischer Abhängigkeit führen. Das Risiko eines Missbrauchs und einer Abhängigkeit steigt mit der Höhe der Dosis und der Dauer der Behandlung. Ein erhöhtes Risiko besteht auch bei Patienten mit Arzneimittel-, Drogen- und Alkoholmissbrauch in der Anamnese.
      • Außerdem kann auch bei therapeutischen Dosen und/oder bei Patienten ohne individuelle Risikofaktoren eine Abhängigkeit auftreten. Das Risiko einer Abhängigkeit ist bei kombinierter Anwendung verschiedener Benzodiazepine unabhängig von der anxiolytischen oder hypnotischen Indikation erhöht. Über Missbrauch wurde berichtet.
      • Patienten, die Alprazolam erhalten, sollten entsprechend überwacht werden.
      • Liegt eine physische Abhängigkeit vor, kommt es bei Absetzen der Therapie zu Entzugserscheinungen. Dazu können Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, schwere Angst- und Spannungszustände, Schlafstörungen, Ruhelosigkeit, Verwirrtheit und Reizbarkeit gehören. In schweren Fällen treten folgende Symptome auf: Depersonalisierung, Realitätsverlust, Hyperakusis, Empfindungsverlust und Parästhesien in den Gliedmaßen, Licht-, Geräusch- und Berührungsempfindlichkeit, Halluzinationen und epileptische Anfälle. Entzugserscheinungen können noch mehrere Tage nach Beendigung der Behandlung in Erscheinung treten.
    • Schlaflosigkeit, Angst- und Spannungszustände durch Rebound-Effekt
      • Beim Absetzen der Behandlung mit Alprazolam kann es zu einem vorübergehenden Syndrom kommen, bei dem die Symptome, die ursprünglich Anlass für die Behandlung mit einem Benzodiazepin (oder einer benzodiazepinähnlichen Substanz) waren, in verstärkter Form wieder auftreten. Das Syndrom kann mit anderen Reaktionen einschließlich Stimmungsschwankungen, Angst oder Schlafstörungen, Schlaflosigkeit und Ruhelosigkeit einhergehen. Da die Gefahr von Entzugs- und Reboundsymptomen nach schneller Dosisreduktion oder abruptem Therapieabbruch größer ist, wird eine schrittweise Dosisreduktion (Ausschleichen) empfohlen.
      • Es wird wir darauf hingewiesen, die tägliche Dosis von Alprazolam alle drei Tage um nicht mehr als 0,5 mg zu verringern. Einige Patienten benötigen möglicherweise eine noch langsamere Dosisreduktion.
    • Dauer der Anwendung
      • Die Dauer der Behandlung sollte so kurz wie möglich sein, sollte jedoch einschließlich der schrittweisen Absetzphase 8 - 12 Wochen nicht überschreiten. Eine Verlängerung der Behandlungsdauer sollte nur nach erneuter Beurteilung des Zustands des Patienten in Betracht gezogen werden.
      • Es kann wichtig sein, den Patienten zu Behandlungsbeginn darüber zu informieren, dass die Behandlungsdauer begrenzt sein wird, und ihm deutlich zu erklären, wie die Dosis schrittweise reduziert werden wird.
      • Es ist wichtig, die Patienten auf das Auftreten von Rebound-Symptomen vorzubereiten, um so weit wie möglich eine Besorgnis über das Auftreten derartiger Symptome während der Absetzphase der Therapie zu vermeiden. Es gibt Hinweise dafür, dass es bei Benzodiazepinen mit kurzer Halbwertszeit insbesondere bei hoher Dosierung auch innerhalb des Dosierungsintervalls zu Entzugserscheinungen kommen kann. Bei Anwendung von Benzodiazepinen mit langer Halbwertszeit ist es daher wichtig, darauf hinzuweisen, dass es wegen der möglicherweise auftretenden Entzugssymptome nicht ratsam ist, auf Benzodiazepine mit kurzer Halbwertszeit zu wechseln.
    • Amnesie
      • Wie andere Benzodiazepine kann Alprazolam eine anterograde Amnesie auslösen. Diese tritt im Allgemeinen mehrere Stunden nach Einnahme des Präparates auf. Um das Risiko zu verringern, sollten Patienten einen ununterbrochenen Schlaf von 7 bis 8 Stunden einhalten.
    • Psychische und „paradoxe" Reaktionen
      • Reaktionen wie Ruhelosigkeit, Agitation, Reizbarkeit, Aggressivität, Wahnvorstellungen, Wut, Albträume, verschlimmerte Schlaflosigkeit, Halluzinationen, Pysychosen, unangemessenes Verhalten und andere Verhaltensveränderungen können bei der Behandlung mit Benzodiazepinen auftreten. Sollte dies der Fall sein, sollte das Arzneimittel abgesetzt werden. „Paradoxe" Reaktionen treten häufiger bei Kindern und älteren Patienten auf.
    • Spezielle Patientengruppen
      • Alprazolam sollte bei Patienten unter 18 Jahren nicht angewendet werden, da die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit nicht nachgewiesen wurden.
      • Ältere und/oder schwache Patienten sollten vorzugsweise mit einer niedrigeren als der üblichen Dosis behandelt werden um das Auftreten einer Ataxie oder übermäßigen Sedierung vorzubeugen. Bei der Anwendung von Alprazolam bei älteren Patienten ist Vorsicht geboten, da wegen der muskelrelaxierenden Wirkungen der Benzodiazepine das Risiko eines Sturzes besteht.
      • Patienten mit chronischer respiratorischer Insuffizienz sollten wegen der Möglichkeit einer Atemdepression mit einer niedrigeren Dosis behandelt werden.
      • Bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion oder leichter bis moderater Leberinsuffizienz ist Vorsicht geboten. Benzodiazepine sind bei der Behandlung von Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen kontraindiziert, da sie die Entwicklung einer Enzephalopathie fördern können.
      • Benzodiazepine sind bei der Primärtherapie von Psychosen nicht wirksam.
      • Bei Patienten mit latenter Depression wurden in einigen Fällen manische Episoden berichtet.
      • Benzodiazepine werden nicht zur Primärbehandlung psychotischer Erkrankungen empfohlen. Benzodiazepine sind nicht zur Primärbehandlung schwerer Depressionen geeignet und sollten nicht als alleinige Behandlung bei Angstzuständen im Zusammenhang mit schwerer Depression angewendet werden, da bei derartigen Patienten Suizidgefahr besteht. Bei Verabreichung an schwer depressive und suizidale Patienten ist es erforderlich, geeignete Vorsichtsmaßnahmen zu treffen und angemessene Mengen zu verordnen.
      • Wegen möglicher anticholinerger Nebenwirkungen sollten Benzodiazepine bei Patienten mit Engwinkelglaukom oder bei möglicherweise entsprechend prädisponierten Patienten nur mit größter Vorsicht angewendet werden.
      • Ebenfalls größte Vorsicht ist bei der Anwendung von Benzodiazepinen bei Patienten mit Alkohol- und Drogenmissbrauch in der Anamnese geboten.
    • Alprazolam - 1 A Pharma® Tabletten enthalten Lactose, Natrium und Natriumbenzoat
      • Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactasemangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
      • Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d. h. es ist nahezu „natriumfrei".
      • Dieses Arzneimittel enthält 0,12 mg Natriumbenzoat pro Tablette. Natriumbenzoat kann Gelbsucht (Gelbfärbung von Haut und Augen) bei Neugeborenen (im Alter bis zu 4 Wochen) verstärken.
  • Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
    • Pharmakodynamische Wechselwirkungen
      • Psychopharmaka
        • Alprazolam sollte in Kombination mit anderen zentral wirksamen Arzneimitteln nur mit Vorsicht angewendet werden. Eine Verstärkung der zentraldämpfenden Wirkung kann im Fall einer gleichzeitigen Anwendung von Antipsychotika (Neuroleptika), Anxiolytika/Sedativa, manchen Antidepressiva, Antikonvulsiva und H1-Antihistaminika auftreten.
      • Opioide
        • Bei Anwendung von sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepinen oder verwandten Wirkstoffen wie Alprazolam zusammen mit Opioiden ist das Risiko von Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod aufgrund der gegenseitigen Verstärkung der zentraldämpfenden Wirkung erhöht. Sowohl die Dosen als auch die Dauer der gleichzeitigen Anwendung von Benzodiazepinen und Opioiden sind zu beschränken.
        • Besondere Vorsicht ist bei Arzneimitteln angebracht, welche die Atemfunktion beeinträchtigen, wie z. B. Opioide (Analgetika, Antitussiva, Substitutionstherapien). Dies gilt vor allem bei älteren Personen.
        • Im Falle von Opioidanalgetika kann eine verstärkte Euphorie auftreten, die zu einer verstärkten psychischen Abhängigkeit führen kann.
      • Alkohol
        • Die Kombination mit Alkohol verstärkt die sedierende Wirkung von Alprazolam. Dies beeinträchtigt die Verkehrstüchtigkeit des Patienten und seine Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Während der Behandlung mit Alprazolam sollte der Genuss von Alkohol vermieden werden.
      • Clozapin
        • Bei gleichzeitiger Anwendung mit Clozapin besteht ein erhöhtes Risiko für Atem- und/oder Herzstillstand.
      • Muskelrelaxanzien
        • Wenn Alprazolam während der Therapie mit einem Muskelrelaxans angewendet wird, muss vor allem zu Beginn der Behandlung mit Alprazolam mit einer Zunahme der muskelrelaxierenden Wirkung (Risiko eines Sturzes) gerechnet werden.
    • Pharmakokinetische Wechselwirkungen
      • Da Alprazolam durch bestimmte Leberenzyme (insbesondere CYP3A4) metabolisiert wird, wird seine Wirkung durch Arzneimittel verstärkt, die diese Enzyme hemmen. Alprazolam sollte daher bei Patienten, die diese Arzneimittel einnehmen, mit Vorsicht verabreicht werden. Eine Dosisreduktion kann erforderlich sein.
      • CYP3A4-Hemmer
        • Bei der gleichzeitigen Anwendung von Alprazolam und Fluoxetin, Propoxyphen, oralen Kontrazeptiva, Sertralin oder Diltiazem ist Vorsicht geboten.
        • Die gleichzeitige Anwendung von Alprazolam und starken CYP3A4-Hemmern wie Antimykotika vom Azol-Typ (Ketoconazol, Itraconazol, Posaconazol, Voriconazol), Proteasehemmern oder einigen Makroliden (Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin) sollte mit Vorsicht erfolgen und eine erhebliche Dosisreduktion in Betracht gezogen werden.
        • Itraconazol, ein starker CYP3A4-Hemmer, erhöht die AUC und verlängert die Halbwertszeit von Alprazolam. In einer Studie, in der gesunde Probanden 200 mg/Tag Itraconazol und 0,8 mg Alprazolam erhielten, nahm die AUC um das Zwei- bis Dreifache zu und die Halbwertszeit war auf etwa 40 Stunden verlängert. Änderungen der durch Alprazolam beeinflussten psychomotorischen Funktion wurden ebenfalls beobachtet. Itraconazol kann die zentral dämpfenden Wirkungen von Alprazolam verstärken, und ein Absetzen von Itraconazol kann die therapeutische Wirksamkeit von Alprazolam abschwächen.
        • Nefazodon, Fluvoxamin und Cimetidin: Bei gleichzeitiger Anwendung dieser Arzneimittel (CYP3A4-Hemmer) mit Alprazolam ist Vorsicht geboten und möglicherweise eine Reduktion der Dosis von Alprazolam in Erwägung zu ziehen.
        • Nefazodon hemmt die CYP3A4-vermittelte Oxidation von Alprazolam, was zu einer Verdoppelung der Plasmakonzentration von Alprazolam und dem Risiko verstärkter Wirkungen auf das zentrale Nervensystem (ZNS) führt. Bei gleichzeitiger Anwendung wird daher empfohlen, die Dosis von Alprazolam um die Hälfte zu reduzieren.
        • Die Behandlung mit Fluvoxamin verlängert die Halbwertszeit von Alprazolam von 20 auf 34 Stunden und verdoppelt die Plasmakonzentration von Alprazolam. Bei kombinierter Anwendung wird die Hälfte der Dosis von Alprazolam empfohlen.
        • Cimetidin verrringert die Clearance von Alprazolam, was möglicherweise seine Wirkung verstärkt. Die klinische Bedeutung dieser Wechselwirkung ist noch nicht geklärt.
      • CYP3A4-Induktoren
        • Bei Patienten, die gleichzeitig CYP3A4-Induktoren wie Rifampicin, Phenytoin, Carbamazepin oder Johanniskraut einnehmen, kann die Wirkung von Alprazolam abgeschwächt werden. Die Plasmakonzentrationen von Alprazolam in der Eliminationsphase sind von bestimmten Leberenzymen (insbesondere CYP3A4) abhängig und werden von Arzneimitteln, die diese Enzyme induzieren, gesenkt. Wenn die Behandlung mit Johanniskraut oder mit anderen CYP3A4-induzierenden Substanzen plötzlich abgesetzt wird, können Symptome einer Überdosierung von Alprazolam auftreten.
        • Interaktionen von Alprazolam mit HIV Protease Inhibitoren (z. B. Ritonavir) sind komplex und zeitabhängig. Eine kurzzeitige Anwendung von Ritonavir mit niedriger Dosierung resultierte in einer erheblichen Beeinträchtigung der Clearance, Verlängerung der Halbwertszeit und einer Verstärkung der klinischen Effekte von Alprazolam.
        • Allerdings war nach einer längeren Anwendung von Ritonavir der CYP3A4 induzierende Effekt abgeschwächt. Daher erfordert diese Wechselwirkung eine Dosisanpassung oder das Absetzen von Alprazolam.
    • Wirkung von Alprazolam auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel
      • Digoxin
        • Bei gleichzeitiger Einnahme von 1 mg Alprazolam pro Tag wurde insbesondere bei älteren Patienten über eine Erhöhung der Digoxin-Plasmaspiegel berichtet. Deshalb sollten Patienten, die gleichzeitig Alprazolam und Digoxin erhalten, engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Digoxintoxizität überwacht werden.
      • Imipramin und Desipramin
        • Es ist berichtet worden, dass die gleichzeitige Gabe von Alprazolam (in Dosen von bis zu 4 mg/Tag) mit Imipramin und Desipramin einen Anstieg der Steady-State-Plasmaspiegel dieser Substanzen um 31% bzw. 20% verursachte. Es ist noch nicht bekannt, ob diese Veränderungen von klinischer Bedeutung sind.
      • Warfarin
        • Es konnte nicht bestimmt werden, ob Auswirkungen auf die Prothrombinzeit und die Warfarin-Plasmaspiegel auftraten.
        • Wechselwirkungen mit Propranolol und Disulfiram wurden nicht festgestellt.
  • Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
    • Alprazolam hat großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Personen, deren Tätigkeiten starke und fortwährende Konzentrationsfähigkeit, hohe Aufmerksamkeit, um die richtigen Entscheidungen zu treffen und volle Kontrolle über ihren Körper erfordern, sind davor zu warnen, dass diese Fähigkeiten durch Sedierung, Amnesie, verminderte Konzentrationsfähigkeit und Muskelerschlaffung beeinflusst werden können. Bei nicht ausreichendem Schlaf nimmt die Gefahr verminderter Aufmerksamkeit noch weiter zu.
    • Die Patienten sollten auf diese Gefahr hingewiesen und dazu ermahnt werden, während der Behandlung keine Fahrzeuge zu führen oder Maschinen zu bedienen. Die Wirkungen werden durch Alkohol zusätzlich verstärkt.
  • Überdosierung
    • Allgemeine Informationen zur Toxizität
      • Wie bei anderen Benzodiazepinen stellt eine Überdosierung keine Lebensbedrohung dar, wenn Alprazolam nicht mit anderen, das Zentral-Nervensystem dämpfenden Substanzen (inklusive Alkohol), kombiniert wird. Bei der Behandlung einer Überdosierung sollte berücksichtigt werden, dass möglicherweise mehrere Substanzen eingenommen wurden. Die Behandlung sollte entsprechend angepasst werden.
    • Symptome
      • Eine Überdosierung manifestiert sich für gewöhnlich in einer Dämpfung der Aktivität des Zentralnervensystems, die von Benommenheit bis zum Koma reichen kann. In leichten Fällen einer Überdosierung sind die Symptome Benommenheit, geistige Verwirrung und Lethargie. In schwereren Fällen werden Ataxie, verminderter Muskeltonus, Hypotonie und Atemdepression beobachtet, selten kommt es zum Koma und sehr selten tritt der Tod ein.
    • Behandlung
      • Wenn der Patient bei Bewusstsein ist, ist es sinnvoll, kurz nach der Einnahme Erbrechen auszulösen, oder alternativ, wenn der Patient bewusstlos ist, eine Magenspülung unter Schutz der Atemwege durch Intubation vorzunehmen. Wenn die Magenentleerung nicht zu einer Besserung des Zustandes des Patienten führt, sollte Aktivkohle verabreicht und wenn nötig zusammen mit einem Laxans im Magen belassen werden. Wenn bekannt ist, dass eine große Menge eingenommen wurde, kann diese Behandlung auch noch nach längerer Zeit wirksam sein. Forcierte Diurese oder Hämodialyse sind ohne Nutzen.
      • Als Antidot kann Flumazenil verabreicht werden.
      • Bei Patienten im Koma ist die Behandlung weitgehend symptomatisch. Es sollten Maßnahmen getroffen werden, um mögliche Komplikationen wie Asphyxie durch Herunterschlucken der Zunge des Patienten oder Aspiration von Mageninhalt zu vermeiden. Die intravenöse Verabreichung von Flüssigkeit kann zur Vermeidung einer Dehydratation nützlich sein.
      • Besonders wenn zusätzlich andere Sedativa eingenommen wurden, ist die Unterstützung der Vitalfunktionen, vor allem der Atmung, wichtig.