Alprazolam-ratiopharm 0.5mg Tabletten

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N2 20 ST 13,02 €
N3 50 ST 15,21 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Symptomatische Behandlung akuter und chronischer Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände

Dosierung

  • Symptomatische Behandlung akuter und chronischer Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände
    • optimale Dosierung richtet sich nach der Schwere der Symptomatik und dem Ansprechen des Patienten
    • initial: 0,25 - 0,5 mg Alprazolam 3mal / Tag
    • danach: falls erforderlich Dosiserhöhung in Abständen von 3 - 4 Tagen auf Erhaltungsdosis
      • 0,5 - 3 mg Alprazolam / Tag, aufgeteilt in mehrere Einzelgaben
      • zuerst die Dosierung am Abend erhöhen, dann die am Tag
    • tägliche Maximaldosis: 3 mg Alprazolam
    • niedrigste wirksame Dosis einsetzen (Vermeidung einer Ataxie und einer zu starken Sedierung)
    • Verlust der Wirksamkeit (Toleranz) nach wiederholter Einnahme über einige Wochen möglich
    • Behandlungsdauer
      • so kurz wie möglich
      • max. Gesamtdauer der Behandlung einschließlich der Absetzphase: 8 - 12 Wochen
      • in bestimmten Fällen längere Behandlung nötig: Zustand des Patienten vor einer Fortführung der Behandlung erneut beurteilen
      • Behandlungsbedarf und entsprechende Dosierung bei jedem Patienten regelmäßig überprüfen
    • Absetzen der Behandlung
      • Dosis schrittweise vermindern
      • Tagesdosis bis max. 0,5 mg Alprazolam alle 3 Tage verringern
      • bei einigen Patienten kann ein Absetzen in noch kleineren Schritten erforderlich sein

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
    • Anwendung nicht empfohlen (Sicherheit und Wirksamkeit nicht belegt)
  • Leberfunktionsstörungen
    • leicht bis mittelschwer
      • Behandlung mit Vorsicht
    • schwer
      • kontraindiziert
  • alkoholabhängige Patienten; Patienten, die zuvor noch nie mit psychotropen Substanzen therapiert wurden
    • geringere Dosis erforderlich als bei Patienten, die bereits Tranquilizer, Antidepressiva oder Hypnotika eingenommen haben
  • Auftreten von Nebenwirkungen
    • Dosis reduzieren
  • ältere Patienten, geschwächte Patienten oder Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen
    • ältere Patienten
      • Clearance des Arzneistoffs vermindert; erhöhte Sensibilität gegenüber dem Arzneimittel
      • initial: 0,25 mg Alprazolam 2 - 3mal / Tag
      • danach, falls erforderlich und falls es das Krankheitsbild zulässt: Dosiserhöhung in Abständen von 3 - 4 Tagen auf Erhaltungsdosis:
        • max. 1,5 mg Alprazolam / Tag, aufgeteilt in mehrere Einzelgaben
    • ältere gebrechliche Patienten; geschwächte Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörung
      • niedrigere Dosis empfohlen: 0,75 mg Alprazolam / Tag
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • Behandlung mit Vorsicht

Kontraindikationen

Alprazolam - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Alprazolam oder andere Benzodiazepine
  • Myasthenia gravis
  • Medikamenten-, Drogen- oder Alkoholabhängigkeit in der Anamnese
  • schwere Ateminsuffizienz
  • Schlafapnoe-Syndrom
  • schwere Leberinsuffizienz
  • spinale und zerebellare Ataxien
  • akute Vergiftungen mit Alkohol, Sedativa, Hypnotika, Analgetika oder Psychopharmaka (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium)

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Alprazolam - peroral
  • Endokrine Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hyperprolaktinämie
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • verminderter Appetit
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Depression
        • bereits vorhandene Depression kann während der Anwendung von Benzodiazepinen demaskiert werden
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Verwirrtheit
      • Desorientiertheit
      • Änderungen der Libido z.B.
        • verminderte Libido
        • gesteigerte Libido
      • Schlaflosigkeit
      • Angst
      • Nervosität
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Halluzinationen
      • Manie
      • Wut
      • Agitiertheit
      • Arzneimittelabhängigkeit
        • Anwendung von Benzodiazepinen (auch schon in therapeutischen Dosen) kann zur Entwicklung einer physischen und psychischen Abhängigkeit führen
        • bei Beenden der Therapie können Entzugs- und/ oder Rebound-Phänomene auftreten
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypomanie
      • Aggressivität
      • Feindseligkeit
      • Denkstörungen
      • psychomotorische Unruhe
      • Arzneimittelmissbrauch
      • "paradoxe Reaktionen"
        • bei der Anwendung von Benzodiazepinen kann es, insbesondere bei älteren Patienten oder Kindern, zu psychiatrischen sowie „paradoxen" Reaktionen wie Unruhe, Erregbarkeit, Reizbarkeit, Aggressivität, Verkennungen, Wut, Alpträumen, Halluzinationen, Psychosen, unangemessenem Verhalten und anderen Verhaltensstörungen kommen
        • in solchen Fällen sollte die Behandlung mit Alprazolam beendet werden
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Sedierung
      • Benommenheit
      • Ataxie
      • Gedächtnisstörungen
      • Dysarthrie
      • Schwindel
      • Kopfschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Koordinationsstörungen
      • Gleichgewichtsstörungen
      • Aufmerksamkeitsstörungen
      • Hypersomnie
      • Lethargie
      • Tremor
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Amnesie
        • Benzodiazepine können anterograde Amnesien (Gedächtnislücken für den Zeitraum nach der Einnahme) verursachen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Störungen des vegetativen Nervensystems
      • Dystonie
  • Augenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • verschwommenes Sehen
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Atemdepression
        • insbesondere während der Nacht
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Obstipation
      • Mundtrockenheit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Nausea
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erbrechen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • gastrointestinale Störungen
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hepatitis
      • Störungen der Leberfunktion
      • Gelbsucht
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dermatitis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Angioödem
      • Lichtempfindlichkeitsreaktion
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Muskelschwäche
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Inkontinenz
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Harnretention
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • sexuelle Dysfunktion
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Menstruationsstörungen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Ermüdung
      • Reizbarkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arzneimittelentzugssyndrom
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • peripheres Ödem
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Gewichtsänderung
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erhöhter intraokularer Druck
  • Hinweis
    • in Abhängigkeit von der individuellen Empfindlichkeit des Patienten und der eingenommenen Dosis können insbesondere zu Beginn der Therapie folgende Nebenwirkungen auftreten (in der Regel verringern sich diese Symptome bei wiederholter Anwendung):
      • gedämpfte Emotionen
      • Bewegungs- und Gangunsicherheit (Sturzgefahr, besonders bei älteren Patienten)
      • Sehstörungen
      • Nachwirkungen am folgenden Tage (Schläfrigkeit, herabgesetzte Reaktionsfähigkeit usw.)
      • Störungen des vegetativen Nervensystems (Blasenfunktionsstörungen)

Anwendungshinweise

  • Tabletten zum Einnehmen
  • Einnahme mit ausreichend Flüssigkeit
  • gleichzeitige Einnahme von Alkohol nicht empfohlen

Stillzeithinweise

Alprazolam - peroral
  • Alprazolam sollte in der Stillzeit nicht angewendet werden
    • Alprazolam geht in geringen Mengen in die Muttermilch über und akkumuliert dort
  • wenn wiederholte oder hohe Dosierungen in der Stillzeit zwingend indiziert sind, ist abzustillen
  • Neugeborene metabolisieren Benzodiazepine wesentlich langsamer als Erwachsene

Schwangerschaftshinweise

Alprazolam - peroral
  • Alprazolam soll im 1. Trimenon der Schwangerschaft nicht und im 2. und 3. Trimenon nur bei zwingender Indikation verordnet werden
    • ist eine Behandlung mit Alprazolam notwendig, sind hohe Dosen zu vermeiden und mögliche Entzugssymptome oder ein „floppy infant syndrome" beim Neugeborenen zu überwachen
  • falls Alprazolam während einer Schwangerschaft eingenommen wird oder einer Patientin im reproduktionsfähigen Alter verschrieben wird
    • sollte diese über die möglichen Gefahren für den Fötus informiert werden
    • darüber hinaus ist die Patientin darauf hinzuweisen, sich unverzüglich mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen, wenn sie schwanger zu werden wünscht oder aber eine Schwangerschaft vermutet, damit sie rechtzeitig auf ein anderes Arzneimittel umgestellt werden kann
  • Einschätzung des Missbildungsrisikos und der Auswirkungen auf die frühkindliche Entwicklung und das Verhalten ist beim Menschen aufgrund der bisherigen geringen Fallzahlen sowie der unzureichenden Dokumentation nicht möglich
  • 1. Trimenon
    • Vielzahl an Daten aus Kohortenstudien deutet darauf hin, dass die Einnahme von Benzodiazepinen in der Frühschwangerschaft (1. Trimenon) nicht mit einem erhöhten Risiko von schweren Missbildungen einhergeht
    • jedoch ergaben einige epidemiologische Fall-Kontroll-Studien Anhaltspunkte für ein erhöhtes Risiko von Gaumenspalten
      • Daten deuten darauf hin, dass nach einer Behandlung der Mutter mit Benzodiazepinen das Risiko für ein Kind mit einer Gaumenspalte weniger als 2 von 1000 ist, wobei die natürliche Rate solcher Defekte in der Allgemeinbevölkerung bei rund 1 von 1000 liegt
  • 2. und 3. Trimenon
    • hochdosierte Behandlung mit Benzodiazepinen während des 2. und/ oder 3. Trimenons führt zu einer Abnahme der fetalen Bewegungen und zu Schwankungen des fetalen Herzrhythmus
  • Fallberichte über Fehlbildungen und geistige Retardierung der pränatal exponierten Kinder nach Überdosierungen und Vergiftungen mit Benzodiazepinen liegen vor
  • wenn aus zwingenden medizinischen Gründen Alprazolam, auch in geringen Dosen, während der Spätschwangerschaft oder während der Geburt verabreicht wird, sind Auswirkungen auf das Neugeborene wie axiale Hypotonie, herabgesetzte Muskelspannung und Trinkschwäche, die zu einer geringeren Gewichtszunahme führt, zu erwarten (floppy infant syndrome)
    • diese Auswirkungen sind reversibel, wobei die Dauer entsprechend der Eliminationshalbwertszeit 1 - 3 Wochen betragen kann
  • unter hohen Dosen können Ateminsuffizienz oder Atemstillstand und Hypothermie beim Neugeborenen auftreten
  • darüber hinaus können in den ersten Tagen nach der Geburt Entzugssymptome wie Übererregbarkeit, Ruhelosigkeit und Tremor auftreten, auch wenn kein „floppy infant syndrome" zu beobachten ist
    • Auftreten von Entzugssymptomen nach der Geburt hängt von der Eliminationshalbwertszeit der Substanz ab

Warnhinweise

Alprazolam - peroral
  • Dauer der Behandlung
    • Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein und 2 bis 4 Wochen nicht überschreiten
      • Verlängerung der Behandlung darüber hinaus darf nicht ohne Neubewertung der Situation erfolgen
    • ratsam, den Patienten zu Beginn derm Therapie darüber zu informieren, dass die Behandlung zeitlich begrenzt sein wird, und die schrittweise Reduzierung der Dosierung genau zu erklären
    • es gibt Hinweise, dass bei der Anwendung kurzwirksamer Benzodiazepine, insbesondere bei hohen Dosen, innerhalb des Dosierungsintervalls Entzugssymptome auftreten können
      • wenn langwirksame Benzodiazepine angewendet werden, ist es wichtig, den Patienten darüber zu informieren, dass nicht auf ein kurzwirksames Benzodiazepin umgestiegen werden sollte, da es dann zu Entzugssymptomen kommen kann
  • Risiken durch eine gleichzeitige Anwendung mit Opioiden
    • gleichzeitige Anwendung von Alprazolam und Opioiden kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen
    • daher ist die gleichzeitige Verschreibung von sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepinen zusammen mit Opioiden nur bei den Patienten angebracht, für die es keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt
    • wenn dennoch eine gleichzeitige Verschreibung von Alprazolam zusammen mit Opioiden für notwendig erachtet wird
      • sollte die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden
      • sollte die Behandlungsdauer so kurz wie möglich sein
      • sollten die Patienten engmaschig auf Anzeichen und Symptome von Atemdepression und Sedierung überwacht werden
        • dringend empfohlen, Patienten und deren Bezugspersonen (falls zutreffend) über diese Symptome zu informieren
  • nicht alle Angstzustände bedürfen einer medikamentösen Therapie
    • oftmals sind sie Ausdruck körperlicher oder seelischer Erkrankungen und können durch andere Maßnahmen oder eine Therapie der Grunderkrankung beeinflusst werden
  • Abhängigkeit / Missbrauch
    • Anwendung von Benzodiazepinen kann zur Entwicklung von psychischer und physischer Abhängigkeit führen
      • Risiko einer Abhängigkeit steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung
      • insbesondere bei Patienten mit Alkohol- oder Drogenabhängigkeit in der Anamnese ist dieses Risiko erhöht
      • gilt bereits für den therapeutischen Dosierungsbereich und unabhängig davon, ob ein Risikofaktor vorliegt
    • Risiko der Abhängigkeit wird durch die gleichzeitige Anwendung verschiedener Benzodiazepine verstärkt, unabhängig davon, ob diese Benzodiazepine angstlösend oder hypnotisch wirken
    • Arzneimittelmissbrauch ist ein bekanntes Risiko bei Alprazolam und anderen Benzodiazepinen
      • Patienten, die Alprazolam erhalten, sollten entsprechend überwacht werden
      • Abzweigung von Alprazolam ist möglich
    • gab Berichte über Todesfälle durch Überdosierung bei gleichzeitiger Einnahme von Alprazolam mit anderen zentraldämpfenden Arzneimitteln wie Opioide, anderen Benzodiazepinen und Alkohol
    • diese Risiken sollten bei einer Verschreibung oder Abgabe beachtet werden
    • zur Risikominimierung sollte die kleinste geeignete Menge gewählt werden
  • Entzugssymptome
    • wenn sich eine Abhängigkeit entwickelt hat, wird ein plötzlicher Abbruch der Behandlung von Entzugssymptomen begleitet
      • können sich in Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, außergewöhnlicher Angst, Spannungszuständen, innerer Unruhe, Verwirrtheit und Reizbarkeit äußern
    • in schweren Fällen können außerdem folgende Symptome auftreten
      • Realitätsverlust
      • Persönlichkeitsstörungen
      • Hyperakusis
      • Taubheit und Parästhesien in den Extremitäten
      • Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und körperlichem Kontakt
      • Halluzinationen
      • epileptische Anfälle
  • Absetzerscheinungen
    • auch beim plötzlichen Beenden einer kürzeren Behandlung kann es vorübergehend zu Absetzerscheinungen (Rebound-Phänomenen) kommen, wobei die Symptome, die zu einer Behandlung mit Benzodiazepinen führten, in verstärkter Form wieder auftreten können
      • als Begleitreaktionen sind Stimmungswechsel, Angstzustände oder Schlafstörungen und Unruhe möglich
    • Absetzerscheinungen können sich auch in bedrohlichen körperlichen und seelischen Reaktionen wie Krampfanfällen und symptomatischen Psychosen (z.B. Entzugsdelir) äußern
    • schrittweise Dosisreduktion
      • da das Risiko von Entzugssymptomen bzw. Absetzerscheinungen nach plötzlichem Beenden der Therapie höher ist, wird empfohlen, die Behandlung durch schrittweise Reduktion der Dosis zu beenden
  • Amnesie
    • wie andere Benzodiazepine kann Alprazolam eine anterograde Amnesie auslösen
      • das bedeutet, dass nach erfolgter Medikamenteneinnahme unter Umständen Handlungen ausgeführt werden, an die sich der Patient später nicht mehr erinnern kann.
    • Zustand tritt meistens einige Stunden nach Einnahme des Arzneimittels auf
    • um das Risiko einer anterograden Amnesie zu reduzieren, sollten Patienten dafür sorgen, 7 - 8 Stunden ungestört schlafen zu können
  • Psychiatrische und "paradoxe" Reaktionen
    • bei der Anwendung von Benzodiazepinen kann es, insbesondere bei älteren Patienten oder Kindern, zu psychiatrischen sowie „paradoxen" Reaktionen wie Unruhe, Erregbarkeit, Reizbarkeit, Aggressivität, Verkennungen, Wut, Alpträumen, Halluzinationen, Psychosen, unangemessenem Verhalten und anderen Verhaltensstörungen kommen
    • in solchen Fällen sollte die Behandlung mit Alprazolam beendet werden
  • Toleranzentwicklung
    • nach wiederholter Einnahme von Benzodiazepinen über einige Wochen kann es zu einem Verlust der Wirksamkeit (Toleranz) kommen
  • Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
    • Anwendung mit Vorsicht
    • ggf. Dosisreduktion
  • Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
    • Anwendung mit Vorsicht
    • ggf. Dosisreduktion
    • schwere Leberinsuffizienz
      • Anwendung kontraindiziert, da durch die Anwendung das Risiko einer Enzephalopathie erhöht wird
  • Patienten mit chronischer Ateminsuffizienz
    • niedrigere Dosis auch für Patienten mit chronischer Ateminsuffizienz aufgrund des Risikos einer Atemdepression empfohlen
  • Depressionen
    • Benzodiazepine und Benzodiazepin-ähnliche Substanzen sollten nicht zur alleinigen Behandlung von Depressionen verschrieben werden, da sie das Risiko eines Suizids herbeiführen oder erhöhen können
    • Alprazolam sollte mit Vorsicht angewendet und die Verschreibungsmenge bei Patienten mit Anzeichen und Symptomen einer depressiven Störung oder suizidalen Neigungen begrenzt werden
    • in Zusammenhang mit der Einnahme von Alprazolam sind manische und hypomanische Episoden bei Patienten mit Depressionen berichtet worden
  • Psychosen
    • Benzodiazepine nicht empfohlen zur primären Behandlung von Psychosen
  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
    • Wirksamkeit und Sicherheit von Alprazolam nicht erwiesen
    • Anwendung nicht empfohlen
  • ältere und geschwächte Patienten
    • Benzodiazepine und deren Derivate sollten bei älteren Patienten mit Vorsicht eingesetzt werden, aufgrund des Risikos für Sedierung und/ oder muskuläre Schwäche und der damit einhergehenden Sturzgefahr mit oftmals schweren Folgen für diese Patientengruppe
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch in der Anamnese
    • Benzodiazepine sollten bei Patienten mit Alkohol- und Drogenmissbrauch in der Anamnese nur mit äußerster Vorsicht angewendet werden