Amantadin Al 100
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 20 ST | 13,41 € |
| N3 | 100 ST | 18,27 € |
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Indikation
- Parkinson-Syndrome
- Zur Behandlung von Symptomen der Parkinson'schen Krankheit, wie z. B. Rigor, Tremor und Hypo- bzw. Akinese.
- Durch Neuroleptika und ähnlich wirkende Arzneimittel bedingte extrapyramidale Symptome wie Frühdyskinesie, Akathisie, Parkinsonoid.
- Vigilanzminderung
- Zur Fortsetzung der bei Vigilanzminderung bei postkomatösen Zuständen verschiedener Genese im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzeptes mit Amantadin-Infusionslösung begonnenen Behandlung bis zu 4 Wochen.
- Chemoprophylaxe von Influenza-Infektionen bei ungeimpften Personen oder bei geimpften Personen im Rahmen von Epidemien mit einem von Impfstämmen nicht erfassten Influenza A-Subtyp, wenn und solange Infektionsgefahr besteht.
- Chemotherapie der Influenza A-Infektion
- Beginn der Therapie so rasch wie möglich, spätestens 48 Stunden nach Ausbruch der Erkrankung. Die Behandlung sollte 1 bis 2 Tage über das Abklingen der Symptome hinaus fortgeführt werden.
- Hinweis:
- Voraussetzung der Anwendung von Amantadin AL® 100 in der Prophylaxe und Therapie der Virusgrippe A ist eine ärztliche Kontrolle der Therapie sowohl von Einzelpersonen als auch von Kollektiven während des gesamten Behandlungszeitraumes.
Dosierung
- Vor Therapiebeginn und zu den Zeitpunkten 1 und 3 Wochen danach ist ein EKG (50 mm/s) zu schreiben und die frequenzkorrigierte QT-Zeit nach Bazett (QTc) manuell zu bestimmen. Bei Dosiserhöhungen zu späterem Zeitpunkt muss ein solches EKG vorher und zwei Wochen nachher geschrieben werden. Danach haben EKG-Kontrollen zumindest jährlich zu erfolgen. Patienten mit QTc-Vorwerten über 420 ms, oder mit einem QTc-Anstieg von über 60 ms unter Amantadin oder mit QTc-Zeiten > 480 ms unter Amantadin sowie mit erkennbaren U-Wellen sind von der Behandlung auszuschließen. Damit kann bei gleichzeitiger Beachtung der in Kategorie "Kontraindikationen" genannten Gegenanzeigen die sehr seltene, aber bedrohliche Nebenwirkung Torsade de pointes-Kammertachykardie verhindert werden.
- Parkinson-Syndrome
- Bei Parkinson-Syndromen und medikamentös bedingten Bewegungsstörungen erfolgt die Therapie in der Regel einschleichend; die jeweilige Dosis richtet sich nach dem therapeutischen Effekt.
- Amantadin AL® 100
- Zur Einstellung des Patienten ist in den ersten 4 - 7 Tagen 1-mal täglich 1 Filmtablette Amantadin AL® 100 (entspr. 100 mg Amantadinhemisulfat) pro Tag zu verabreichen und dann wöchentlich um die gleiche Dosis zu steigern, bis die Erhaltungsdosis erreicht ist.
- Als wirksame Dosen sind 2-mal täglich 1 - 3 Filmtabletten Amantadin AL® 100 (entspr. 200 - 600 mg Amantadinhemisulfat/Tag) anzusehen.
- Amantadin AL® 200
- Diese Dosisstärke eignet sich zur Fortsetzung der mit Amantadin begonnenen Therapie. Die Ersteinstellung des Patienten sollte bereits mit Filmtabletten zu 100 mg Amantadinhemisulfat erfolgt sein.
- Die während der Therapie erreichte Erhaltungsdosis kann dann mit der Dosisstärke zu 200 mg (entspr. 1 Filmtablette Amantadin AL® 200) umgestellt und fortgeführt werden.
- Die Tageshöchstdosis von 3 Filmtabletten (entspr. 600 mg Amantadinhemisulfat) sollte nicht überschritten werden.
- Bei älteren Patienten, insbesondere bei solchen mit Erregungs- und Verwirrtheitszuständen sowie mit deliranten Syndromen, sollte mit einer geringeren Dosis begonnen werden.
- Bei einer Kombinationsbehandlung mit andere Antiparkinsonmitteln ist die Dosierung individuell anzupassen.
- Falls bereits mit einer Amantadin-Infusionslösung vorbehandelt wurde, kann die Anfangsdosis höher gewählt werden.
- Bei akuter Verschlechterung der Parkinsonsymptomatik im Sinne einer akinetischen Krise wird eine Amantadin-Infusionsbehandlung angewendet.
- Vigilanzminderung
- Zur Fortsetzung der Behandlung bei Vigilanzminderung nach vorheriger Infusionstherapie mit Gaben von 2 Filmtabletten Amantadin AL® 100 bzw. 1 Filmtablette Amantadin AL® 200 (entspr. 200 mg Amantadinhemisulfat) täglich bis zu 4 Wochen.
- Chemoprophylaxe und -therapie von Influenza A-Infektionen
- Amantadin AL® 100 sollte möglichst vor Exposition oder sobald wie möglich nach dem ersten Kontakt, spätestens jedoch 48 Stunden nach Ausbruch der Erkrankung, verabreicht und danach für 10 Tage weitergegeben werden. Bei wiederholter Exposition kann unter strenger Nutzen/Risiko-Abwägung eine vorbeugende Verabreichung über 3 Monate empfohlen werden.
- Im Allgemeinen erhalten:
- Kinder ab 5 Jahren
- 1-mal täglich 1 Filmtablette Amantadin AL® 100 (entspr. 100 mg Amantadinhemisulfat/Tag)
- Kinder ab 10 Jahren oder ab 45 kg Körpergewicht
- 2-mal täglich 1 Filmtablette Amantadin AL® 100 (entspr. 200 mg Amantadinhemisulfat/Tag)
- Erwachsene bis 64 Jahre
- 2-mal täglich 1 Filmtablette oder 1-mal 2 Filmtabletten Amantadin AL® 100 (entspr. 200 mg Amantadinhemisulfat/Tag)
- Erwachsene ab 65 Jahren
- sollten vorbeugend und zur Behandlung 1-mal täglich 1 Filmtablette Amantadin AL® 100 (entspr. 100 mg Amantadinhemisulfat/Tag) erhalten, da bei mindestens 50% dieser Personen mit einer eingeschränkten Nierenleistung zu rechnen ist (siehe Tabelle unter „Patienten mit Niereninsuffizienz").
- Kinder ab 5 Jahren
- Patienten mit Niereninsuffizienz
- Grundsätzlich ist bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion die Höhe der Dosis an das Ausmaß der verringerten Nierenclearance (gemessen an der glomerulären Filtrationsrate = GFR) anzupassen wie folgt: s. Tabelle unten
- Um die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) abschätzen zu können, darf folgende Näherung angewendet werden:
- ClKr = [(140 - Alter) x Gewicht] : [72 x Kreatinin]
- wobei ClKr = Kreatininclearance in ml/min und Kreatinin = Serumkreatinin in mg/100 ml ist.
- Der so berechnete Wert der Kreatininclearance gilt für Männer; er beträgt für Frauen ca. 85% und darf der Inulinclearance zur Ermittlung der GFR (beim Erwachsenen 120 ml/min) gleichgesetzt werden.
- ClKr = [(140 - Alter) x Gewicht] : [72 x Kreatinin]
- Tabelle:
- GFR (ml/min): 80 - 60
- Dosierung (Amantadinhemisulfat): 100 mg
- Dosierungsintervall: alle 12 Stunden
- GFR (ml/min): 60 - 50
- Dosierung (Amantadinhemisulfat): 200 mg und 100 mg* oder 150 mg**
- Dosierungsintervall: jeden 2. Tag abwechselnd* oder 1-mal täglich**
- GFR (ml/min): 50 - 30
- Dosierung (Amantadinhemisulfat): 100 mg
- Dosierungsintervall: 1-mal täglich
- GFR (ml/min): 30 - 20
- Dosierung (Amantadinhemisulfat): 200 mg
- Dosierungsintervall: 2-mal wöchentlich
- GFR (ml/min): 20 - 10
- Dosierung (Amantadinhemisulfat): 100 mg
- Dosierungsintervall: 3-mal wöchentlich
- GFR (ml/min): < 10 und Hämodialyse
- Dosierung (Amantadinhemisulfat): 200 mg und 100 mg
- Dosierungsintervall: wöchentlich oder jede 2. Woche
- * zu erreichen durch abwechselnde Gaben von jeweils 1-mal 1 Filmtablette Amantadin AL® 100 und 1-mal 2 Filmtabletten Amantadin AL® 100, bzw. durch abwechselnde Gabe von jeweils 1-mal 1/2 Filmtablette Amantadin AL® 200 und 1-mal 1 Filmtablette Amantadin AL® 200.
- ** zu erreichen durch Gabe von 1-mal 1 1/2 Filmtabletten Amantadin AL® 100.
- GFR (ml/min): 80 - 60
- Amantadin ist nur bedingt dialysierfähig (ca. 5%).
- Dauer der Anwendung
- Die Dauer der Behandlung richtet sich nach Art und Schwere des Krankheitsbildes und wird vom behandelnden Arzt entschieden. Der Patient darf das Arzneimittel nicht eigenmächtig absetzen.
- Ein plötzliches Absetzen der Einnahme von Amantadin AL® ist zu vermeiden, da es sonst bei Parkinsonpatienten zu starker Verschlechterung der extrapyramidalen Symptomatik bis hin zur akinetischen Krise kommen kann und Absetzerscheinungen bis hin zu einem Delir auftreten können.
- Die Anwendungsdauer bei Fortsetzung der Behandlung mit oralen Gaben bei Vigilanzminderung sollte 4 Wochen nicht überschreiten.
- Die Anwendungsdauer bei der Chemoprophylaxe und -therapie der Virusgrippe Typ A ist begrenzt; siehe Ausführungen unter Dosierung.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen Amantadin-Verbindungen oder einen der sonstigen Bestandteile,
- schwerer nicht kompensierter Herzinsuffizienz (Stadium NYHA IV),
- Kardiomyopathien und Myocarditiden,
- AV-Block Grad II und III,
- vorbekannter Bradykardie unter 55 Schläge/min,
- bekanntem langen QT-Intervall (QTc nach Bazett > 420 ms) oder erkennbaren U-Wellen oder angeborenem QT-Syndrom in der Familienanamnese,
- einer Vorgeschichte von schwerwiegenden ventrikulären Arrhythmien einschließlich Torsade de pointes,
- gleichzeitiger Therapie mit Budipin oder anderen QT-verlängernden Arzneimitteln,
- Verminderung von Kalium und Magnesium im Blut.
Therapiehinweise
Mit Flüssigkeit einnehmen.
Nebenwirkungen
- Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:
- Sehr häufig (>/= 1/10)
- Häufig (>/= 1/100 bis < 1/10)
- Gelegentlich (>/= 1/1.000 bis < 1/100)
- Selten (>/= 1/10.000 bis < 1/1.000)
- Sehr selten (< 1/10.000)
- Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- Sehr selten: Hämatologische Nebenwirkungen wie Leukopenie und Thrombozytopenie.
- Psychiatrische Erkrankungen
- Häufig: Psychische Unruhe.
- Besonders bei prädisponierten älteren Patienten können paranoid gefärbte, mit optischen Halluzinationen einhergehende exogene Psychosen ausgelöst werden. Diese unerwünschten Wirkungen können besonders bei Kombination von Amantadin AL® mit anderen Antiparkinsonmitteln (z. B. Levodopa, Bromocriptin, Memantin) häufiger auftreten.
- Nicht bekannt: Impulskontrollstörungen wie Spielsucht, verstärkte Libido, Hypersexualität, zwanghaftes Geldausgeben oder Kaufsucht sowie Binge-Eating und zwanghaftes Essen können bei Patienten unter der Behandlung mit dopaminerg wirkenden Arzneimitteln einschließlich Amantadin AL® auftreten.
- Häufig: Psychische Unruhe.
- Erkrankungen des Nervensystems
- Häufig: Schlafstörungen, motorische Unruhe, orthostatische Dysregulation.
- Sehr selten: Symptome einer peripheren Neuropathie.
- Vereinzelt: Auslösung epileptischer Anfälle, meist im Zusammenhang mit höheren als den empfohlenen Dosen.
- Augenerkrankungen
- Gelegentlich: Verschwommensehen.
- Selten: Hornhautläsion, z. B. punktförmige, subepitheliale Trübungen, die mit einer Keratitis superficialis punctata assoziiert sein könnten, Hornhautepithelödem und merklich verminderte Sehschärfe.
- Sehr selten: Vorübergehender Visusverlust.
- Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
- Häufig: Schwindel
- Herzerkrankungen
- Sehr selten: Kardiale Arrhythmien wie ventrikuläre Tachykardie, Kammerflimmern, Torsade de pointes und QT-Verlängerungen. In den meisten dieser Fälle lagen Überdosierungen, bestimmte Komedikationen oder Risikofaktoren für kardiale Arrhythmien vor, Herzrhythmusstörungen mit Tachykardie.
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- Häufig: Übelkeit, Mundtrockenheit.
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
- Häufig: Ausbildung einer Livedo reticularis (Bild einer „marmorierten Haut"), zuweilen verbunden mit Ödemen im Unterschenkel- und Knöchelbereich.
- Sehr selten: Gesteigerte Lichtempfindlichkeit.
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- Sehr selten: Myoklonien.
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- Häufig: Harnretention bei Prostatahypertrophie.
- Bei Anwendung von Amantadin AL® 100 zur Grippeprophylaxe treten häufig Schwindel, Nervosität, Gedächtnis-, Konzentrations- und Schlafstörungen sowie gelegentlich Stimmungsveränderungen, Alpträume und Wahnwahrnehmungen leichteren Grades auf. Ein Abbruch der Behandlung ist nicht erforderlich.
- Sehr selten wurde über Selbstmordversuche bei mit Amantadin behandelten Patienten - auch bei nur kurzfristiger Prophylaxe oder Behandlung der Virusgrippe A - berichtet
Anwendungshinweise
- Die Filmtabletten werden mit etwas Flüssigkeit, vorzugsweise morgens und nachmittags, eingenommen. Die letzte Tagesdosis soll nicht nach 16 Uhr eingenommen werden.
Stillzeithinweise
- Amantadin geht in die Muttermilch über. Ist eine Anwendung während der Stillzeit zwingend erforderlich, sollte der Säugling aufgrund möglicher Arzneimittelwirkungen (Hautausschlag, Harnretention, Erbrechen) unter Beobachtung stehen. Falls notwendig, muss abgestillt werden.
Schwangerschaftshinweise
- Zum Plazentatransfer liegen keine Daten vor. Die Erfahrungen mit der Anwendung von Amantadin bei Schwangeren sind unzureichend. Es liegen einige Fallberichte vor, in denen von gesunden Kindern, aber auch von Schwangerschaftskomplikationen und fünf Fehlbildungen (kardiovaskuläre Defekte, Reduktion der Gliedmaßen) berichtet wurde. Amantadin erwies sich in Tierstudien als embryotoxisch und teratogen. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.
- Daher darf Amantadin in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn dies zwingend erforderlich ist. Im Falle einer Therapie im 1. Trimenon sollte eine Ultraschallfeindiagnostik durchgeführt werden.
- Falls Amantadin einer Patientin im reproduktionsfähigen Alter verschrieben wird, sollte diese darauf hingewiesen werden, sich unverzüglich mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen, wenn sie schwanger zu werden wünscht oder eine Schwangerschaft vermutet.
Warnhinweise
- Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
- Amantadin AL® darf nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei Patienten:
- mit Prostatahypertrophie
- mit Engwinkelglaukom
- mit Niereninsuffizienz (verschiedener Schweregrade; durch eine Verschlechterung der Filtrationsleistung der Nieren besteht die Gefahr der Kumulation)
- mit Erregungs- und Verwirrtheitszuständen
- mit deliranten Syndromen sowie exogenen Psychosen in der Anamnese
- die mit Memantin behandelt werden.
- Vor Therapiebeginn und zu den Zeitpunkten 1 und 3 Wochen danach ist ein EKG (50 mm/s) zu schreiben und die frequenzkorrigierte QT-Zeit nach Bazett (QTc) manuell zu bestimmen. Bei Dosiserhöhungen zu späterem Zeitpunkt muss ein solches EKG vorher und zwei Wochen nachher geschrieben werden. Danach haben EKG-Kontrollen zumindest jährlich zu erfolgen. Patienten mit QTc-Vorwerten über 420 ms oder mit einem QTc-Anstieg von über 60 ms unter Amantadin oder mit QTc-Zeiten > 480 ms unter Amantadin sowie mit erkennbaren U-Wellen sind von der Behandlung auszuschließen.
- Bei Risikogruppen für Elektrolytstörungen, z. B. Diuretikamedikation, häufigem Erbrechen und/oder Durchfall, Anwendung von Insulin in Notfallsituationen, Nierenerkrankungen oder anorektischen Zuständen sind adäquate Laborkontrollen und ein entsprechender Elektrolyt-Ausgleich durchzuführen, insbesondere für Kalium und Magnesium.
- Bei Herzschrittmacherpatienten ist die exakte Bestimmung der QT-Zeiten nicht möglich. Daher muss die Entscheidung über eine Amantadin-Therapie in Abstimmung mit dem behandelnden Kardiologen individuell erfolgen.
- Die zusätzliche Gabe von Amantadin bei Parkinson-Patienten zur Prophylaxe und Behandlung der Virusgrippe vom Typ A ist wegen der Gefahr der Überdosierung zu vermeiden.
- Kinder
- Ausreichende Erfahrungen bei Kindern liegen nicht vor.
- Die Anwendung von Amantadin AL® 100 ist bei Kindern ab 5 Jahren nur zur Prophylaxe und Behandlung der Virusgrippe Typ A vorgesehen.
- Sonstige Hinweise:
- Besondere Vorsichtshinweise für den Gebrauch:
- Während der Behandlung mit Amantadin wurden Fälle von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten beobachtet. Patienten sind auf Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten zu überwachen, und falls erforderlich ist eine Behandlung einzuleiten. Patienten (und Betreuungspersonen von Patienten) sollten darauf hingewiesen werden, unverzüglich einen Arzt aufzusuchen, wenn Anzeichen von Suizidgedanken oder suizidalem Verhalten auftreten.
- Bei Patienten, die gleichzeitig mit Neuroleptika und Amantadin AL® behandelt werden, besteht die Gefahr des Auftretens eines lebensbedrohlichen malignen neuroleptischen Syndroms, wenn Amantadin AL® plötzlich abgesetzt wird.
- Bei gestörter Nierenfunktion kann es zur Intoxikation kommen.
- Bei Patienten mit einem hirnorganischen Psychosyndrom sowie zerebralen Anfallsleiden in der Anamnese erfordert die Anwendung von Amantadin AL® besondere Vorsicht, da sich einzelne Krankheitssymptome verschlechtern und Krampfanfälle auftreten können.
- Patienten mit bekannten Herz-Kreislauferkrankungen müssen während der gleichzeitigen Behandlung mit Amantadin AL® unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle stehen. Sobald Symptome wie Palpitationen, Schwindel oder Synkopen auftreten, ist Amantadin abzusetzen und der Patient - innerhalb von 24 Stunden - auf eine eventuelle QT-Verlängerung zu untersuchen. Wenn keine QT-Verlängerung vorliegt, kann Amantadin unter Berücksichtigung der Gegenanzeigen und Wechselwirkungen wieder eingesetzt werden.
- Oft werden bei Parkinson-Patienten Krankheitszeichen wie niedriger Blutdruck, Speichelfluss, Schweißausbrüche, erhöhte Körpertemperatur, Hitzestauungen, Wasseransammlungen und depressive Verstimmungen beobachtet. Sie sind unter Beachtung der Neben- und Wechselwirkungen von Amantadin AL® zu behandeln.
- Die Patienten sollen aufgefordert werden, bei Auftreten von Beschwerden beim Wasserlassen den behandelnden Arzt aufsuchen.
- Bei Auftreten von Verschwommensehen oder anderen Sehstörungen sollte ein Augenarzt konsultiert werden, um ein Hornhautödem auszuschließen. Falls ein Hornhautödem diagnostiziert wird, ist die Behandlung mit Amantadin abzusetzen.
- Besondere Vorsichtshinweise für den Gebrauch:
- Impulskontrollstörungen
- Die Patienten sind regelmäßig hinsichtlich der Entwicklung von Impulskontrollstörungen zu überwachen. Patienten und ihre Pflegepersonen sollten darauf hingewiesen werden, dass Verhaltenssymptome von Impulskontrollstörungen, u. a. Spielsucht, verstärkte Libido, Hypersexualität, zwanghaftes Geldausgeben oder Kaufsucht sowie Binge-Eating und zwanghaftes Essen, bei Patienten unter der Behandlung mit dopaminerg wirkenden Arzneimitteln einschließlich Amantadin AL® auftreten können. Bei Entwicklung dieser Symptome sind eine Dosisreduktion oder ein Ausschleichen der Behandlung zu erwägen.
- Sonstige Bestandteile
- Lactose: Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Amantadin AL® nicht einnehmen.
- Natrium: Amantadin AL® enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d. h., es ist nahezu „natriumfrei".
- Gelborange S: Gelborange S kann allergische Reaktionen hervorrufen.
- Amantadin AL® darf nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei Patienten:
- Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
- Die gleichzeitige Anwendung von Amantadin mit anderen Arzneimitteln, für die eine Verlängerung des QT-Intervalls bekannt ist, ist kontraindiziert. Beispiele sind:
- bestimmte Antiarrhythmika der Klasse IA (wie z. B. Chinidin, Disopyramid, Procainamid) und der Klasse III (wie Amiodaron, Sotalol),
- bestimmte Antipsychotika (wie z. B. Thioridazin, Chlorpromazin, Haloperidol, Pimozid),
- bestimmte tri- und tetrazyklische Antidepressiva (wie z. B. Amitriptylin),
- bestimmte Antihistaminika (wie z. B. Astemizol, Terfenadin),
- bestimmte Makrolidantibiotika (wie z. B. Erythromycin, Clarithromycin),
- bestimmte Gyrasehemmer (wie z. B. Sparfloxacin),
- Azol-Antimykotika,
- weitere Arzneimittel wie Budipin, Halofantrin, Cotrimoxazol, Pentamidin, Cisaprid oder Bepridil.
- Diese Aufzählung kann nicht vollständig sein. Vor der gleichzeitigen Anwendung von Amantadin mit einem anderen Arzneimittel ist dessen Fachinformation dahingehend zu prüfen, ob eine Interaktion durch QT-Verlängerung zwischen diesem Mittel und Amantadin möglich ist.
- Es ist möglich, Amantadin AL® mit anderen Antiparkinsonmitteln zu kombinieren. Zur Vermeidung von Nebenwirkungen (wie z. B. psychotischen Reaktionen) kann eine Dosisreduktion der anderen Arzneimittel bzw. der Kombination notwendig werden.
- Es liegen keine gezielten Untersuchungen über das Auftreten von Wechselwirkungen nach Verabreichung von Amantadin AL® mit anderen Antiparkinsonmitteln (z. B. mit Levodopa, Bromocriptin, Memantin, Trihexyphenidyl etc.) vor (Nebenwirkungen beachten).
- Bei gleichzeitiger Therapie mit Amantadin AL® und den im Folgenden aufgeführten Arzneimittelgruppen bzw. Wirkstoffen kann es zu den im Folgenden beschriebenen Wechselwirkungen kommen:
- Anticholinergika
- Verstärkung von Nebenwirkungen der Anticholinergika (Verwirrtheitszustände und Halluzinationen) bei Kombination mit z. B. Trihexyphenidyl, Benzatropin, Scopolamin, Biperiden, Orphenadrin, etc.
- Indirekt zentral wirkende Sympathomimetika
- Verstärkung der zentralen Wirkung von Amantadin.
- Alkohol
- Verminderung der Alkoholtoleranz.
- Levodopa (Antiparkinsonmittel)
- Gegenseitige Verstärkung der therapeutischen Wirkung. Deshalb kann Levodopa mit Amantadin AL® kombiniert werden.
- Sonstige Antiparkinsonmittel
- Memantin kann die Wirkung und Nebenwirkungen von Amantadin AL® verstärken (Gegenanzeigen beachten).
- Andere Arzneimittel
- Die gleichzeitige Gabe von Diuretika vom Typ der Kombination Triamteren/Hydrochlorothiazid kann die Plasmaclearance von Amantadin reduzieren und zu toxischen Plasmakonzentrationen führen. Eine gleichzeitige Anwendung sollte daher unterbleiben.
- Anticholinergika
- Die gleichzeitige Anwendung von Amantadin mit anderen Arzneimitteln, für die eine Verlängerung des QT-Intervalls bekannt ist, ist kontraindiziert. Beispiele sind:
- Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
- Auswirkungen auf die Vigilanz und Akkommodation sind - auch im Zusammenwirken mit anderen Mitteln zur Behandlung der Parkinsonsyndrome - nicht auszuschließen. Zu Beginn der Behandlung kann es daher - über die krankheitsbedingten Einschränkungen hinaus - zu einer Verminderung der Fahrtüchtigkeit und der Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, kommen.
- Dies gilt in verstärktem Maße bei gleichzeitigem Alkoholkonsum.
- Überdosierung
- Grundsätzlich sollte immer an die Möglichkeit einer Mehrfachintoxikation, beispielsweise bei Einnahme mehrerer Arzneimittel in suizidaler Absicht, gedacht werden.
- Symptome einer Überdosierung
- Der akute Intoxikationszustand ist gekennzeichnet durch Übelkeit, Erbrechen, Übererregbarkeit, Tremor, Ataxie, Verschwommensehen, Lethargie, Depression, Dysarthrie und zerebrale Krampfanfälle; in einem Fall wurde eine maligne kardiale Arrhythmie berichtet.
- Akute toxische Psychosen in Form von Verwirrtheitszuständen mit visuellen Halluzinationen bis hin zum Koma sowie Myoklonus wurde bei gleichzeitiger Verabreichung von Amantadin mit anderen Antiparkinsonmitteln beobachtet.
- Therapiemaßnahmen bei Überdosierung
- Eine spezifische medikamentöse Therapie oder ein Antidot ist nicht bekannt. Bei Intoxikation durch die Einnahme von Filmtabletten ist Erbrechen auszulösen oder eine Magenspülung vorzunehmen.
- Bei vital bedrohlichen Intoxikationen sind darüber hinaus Intensivüberwachungsmaßnahmen erforderlich.
- Therapeutisch kommen ferner Flüssigkeitszufuhr, Ansäuerung des Urins zur schnelleren Ausscheidung der Substanz, ggf. Sedierung, antikonvulsive Maßnahmen und Antiarrhythmika (Lidocain i.v.) in Frage.
- Zur Behandlung neurotoxischer Symptome (wie oben beschrieben) kann bei Erwachsenen die intravenöse Gabe von 1 - 2 mg Physostigmin alle 2 Stunden, bei Kindern 0,5 mg 2-mal in Abständen von 5 bis 10 Minuten bis zu einer Maximaldosis von 2 mg versucht werden.
- Aufgrund der geringen Dialysierbarkeit von Amantadin (ca. 5%) ist eine Hämodialyse nicht sinnvoll.
- Hinweis:
- Es wird empfohlen, die Patienten hinsichtlich einer möglichen QT-Verlängerung und Faktoren, die das Auftreten von Torsade de pointes begünstigen, z. B. Elektrolytstörungen (insbesondere Hypokaliämie und Hypomagnesiämie) oder Bradykardie besonders zu beobachten.