AMGLIDIA 6 mg/ml Suspension z.Einn. 5 ml Applik.

Bioprojet Pharma
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Glibenclamid →

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30 ML 5415,19 €

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Fachinformationen

Indikation

  • neonataler Diabetes mellitus bei Neugeborenen, Säuglingen und Kindern
    • es wurde gezeigt, dass Sulfonylharnstoffe bei Patienten mit Mutationen in der genetischen Codierung für den ATP-sensitiven Kaliumkanal der ß-Zelle und durch das Chromosom 6q24 bedingtem transientem neonatalem Diabetes mellitus wirksam sind

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml enthält 6 mg Glibenclamid

  • neonataler Diabetes mellitus bei Neugeborenen, Säuglingen und Kindern
    • Dosierungsfehler durch Verwechslung von mg und ml vermeiden
    • richtige Dosis kommunizieren und ausgeben
    • Maximaldosis: 1 ml / kg KG / Tag
    • die Wirkstärke 0,6 mg Glibenclamid / ml Suspension zum Einnehmen sollte daher nicht für Dosierungen > 0,6 mg / kg / Tag angewendet werden
    • empfohlene maximale Dosierung (ausgedrückt in mg / kg / Tag), bei der die 0,6 mg / ml-Stärke angewendet werden kann
      • </= 10 kg KG: max. 0,6 mg / kg (KG) / Tag
      • 11 kg KG: max. 0,5 mg / kg (KG) / Tag
      • 12 kg KG: max. 0,5 mg / kg (KG) / Tag
      • 13 kg KG: max. 0,4 mg / kg (KG) / Tag
      • 14 kg KG: max. 0,4 mg / kg (KG) / Tag
      • 15 kg KG: max. 0,4 mg / kg (KG) / Tag
      • 16 kg KG: max. 0,3 mg / kg (KG) / Tag
      • 17 kg KG: max. 0,3 mg / kg (KG) / Tag
      • 18 kg KG: max. 0,3 mg / kg (KG) / Tag
      • 19 kg KG: max. 0,3 mg / kg (KG) / Tag
      • 20 kg KG: max. 0,3 mg / kg (KG) / Tag
    • in allen anderen Fällen ist die Wirkstärke 6 mg / ml vorzuziehen
    • Therapiebeginn im Rahmen einer stationären Behandlung
      • initial: 0,2 mg / kg KG / Tag in 2 aufgeteilten Dosen vor dem Füttern (einschließlich Flaschenernährung)
      • Dosiserhöhung um 0,2 mg / kg / Tag bis Insulinunabhängigkeit erreicht ist
      • da das Arzneimittel mithilfe einer Applikationsspritze für Zubereitungen zum Einnehmen gegeben wird, die in ml graduiert ist, sollte die berechnete Tagesdosis vom Arzt in ml ausgedrückt werden, wobei die anzuwendende Stärke explizit zu nennen ist
      • es ist das Volumen zu verwenden, das dem berechneten Volumen am nächsten kommt
      • engmaschige Kontrolle während der Titrationsphase
      • Tag 1
        • Basal- und Bolusinsulin wie gewohnt verabreichen
      • Tag 2
        • Basalinsulin auslassen, falls es s.c. verabreicht wird
        • bei Verwendung einer Insulinpumpe: Basalrate der Insulinpumpe um 50% reduzieren und gemäß den Messungen der Glucose im Kapillarblut weiter verringern
        • während des Umstellungszeitraums
          • Bolusinsulin oder Insulinpumpen-Boli nach Bedarf mit den Mahlzeiten geben (um gute glykämische Kontrolle aufrechtzuerhalten)
      • Tag 2 bis Ende der Titrationsrate
        • Glucose im Kapillarblut >/= 7 mmol / L
          • Dosiserhöhung: 0,2 mg / kg KG / Tag
        • Glucose im Kapillarblut < 7 mmol / L
          • Dosis nicht erhöhen und Insulin-Boli vor den Mahlzeiten um 50 % verringern
        • täglich so lange wiederholen, bis die Insulinunabhängigkeit erreicht ist
      • Hinweise
        • Glucosewerte vor dem Frühstück können sehr langsam abfallen
        • Glucosewerte vor dem Mittag- oder Abendessen fallen schneller ab und sind in der Regel ein besserer Marker für das Ansprechen
      • dasselbe Protokoll sollte täglich so lange wiederholt werden, bis die Insulinunabhängigkeit erreicht ist
      • sobald Insulingaben beendet sind: Dosisanpassung entsprechend der Glucose im Kapillarblut
      • Patienten, denen an Tag 6 noch Insulin verabreicht wird
        • Glibenclamid Dosis mind. 4 Wochen beibehalten (evtl. ambulant)
      • Entlassung des Patienten, wenn
        • die Insulinbehandlung nicht mehr notwendig ist
        • der Zustand mit Kombination aus Glibenclamid und Insulin stabil ist
        • oder wenn mit Insulin allein ein stabiler Zustand erreicht
    • Einleitung der Behandlung als ambulanter Patient
      • initial: 0,2 mg / kg KG / Tag in 2 Gaben
      • Dosiserhöhung: schrittweise jede Woche um 0,2 mg / kg KG / Tag
      • mit zunehmender Dosis ist es i.d.R. möglich, die Insulindosis zu reduzieren und schließlich Insulin ganz abzusetzen
      • ab Woche 2
        • Glucose im Kapillarblut >/= 7 mmol / L
          • Dosis um 0,2 mg Glibenclamid / kg KG / Tag erhöhen und Insulin reduzieren
        • Glucose im Kapillarblut < 7 mmol / L
          • Insulin reduzieren
            • bei Anstieg des Blutglucosewerts: Dosis um 0,2 mg Glibenclamid / kg KG / Tag erhöhen
          • bei der Insulinreduzierung sollte der Glucosewert vor den Mahlzeiten herangezogen werden
      • dasselbe Protokoll täglich so lange wiederholen, bis die Insulinunabhängigkeit erreicht ist
      • sobald Insulingaben beendet sind
        • Dosisanpassung entsprechend der Glucose im Kapillarblut
      • kein Ansprechen auf Insulindosen nach 5 - 6 Wochen:
        • 1 Woche lang Verabreichung von Dosen </= 2 mg / kg KG / Tag
        • in seltenen Fällen hat es 4 Monate gedauert, um eine vollständige Entwöhnung von Insulin zu erzielen
        • wenn eindeutige Reduzierung des Insulinbedarfs erreicht wurde (Reduzierung des Insulins auf mindestens 60 % der Dosis vor Anwendung von Glibenclamid) dann ist es gerechtfertigt, in ausgewählten Fällen eine höhere Glibenclamid-Dosis über einen längeren Zeitraum hinweg anzuwenden
    • langfristiges Management
      • durchschnittliche Tagesdosis von ca. 0,2 - 0,5 mg / kg KG / Tag
      • gelegentlich wurden Dosen </= 2,8 mg / kg KG / Tag lt. Literaturangaben erfolgreich und ohne Nebenwirkungen verabreicht
      • im Fall eines partiellen Ansprechens auf niedrigere Dosen (Äußerung durch geringeren Insulinbedarf) kann in ausgewählten Fällen eine weitere Dosiserhöhung auf bis 2,8 mg / kg KG / Tag ausprobiert werden
      • bei einigen Kindern kann die glykämische Kontrolle besser erreicht werden, wenn das Arzneimittel 3- oder 4-mal täglich verabreicht wird
      • falls keine Verbesserung eintritt (keine Verbesserung der Neurologie, unveränderte Insulindosis, ähnliche Blutzuckerkontrolle)
        • Arzneimittel absetzen
      • während der Titrationsphase
        • Messen der Glucosekonzentration im Kapillarblut weiterhin 4mal / Tag und vor der Nachtruhe, da der Insulinbedarf weiter sinken kann oder Glibenclamid titriert werden muss
      • sobald stabiler Zustand erreicht wurde: Glucose in den Blutkapillaren muss nicht mehr täglich überwacht werden
      • Ausnahme: klinische Situationen, in denen das Risiko eines metabolischen Ungleichgewichts besteht
      • in allen Fällen muss HbA1c alle 3 Monate überwacht werden
      • Vermeidung einer Hypoglykämie
        • in Erwägung ziehen, Glibenclamid zu reduzieren oder Behandlung abzubrechen
        • Glucosewerte < 4 mmol / l (72 mg / dl)
          • Dosisreduktion von Glibenclamid
    • Bioäquivalenz mit Tabletten
      • diese Suspension zum Einnehmen und (zerstoßene) Tabletten, die die gleiche Menge an Glibenclamid enthalten, sind nicht bioäquivalent
      • verfügbare Daten s. Fachinformation
    • Auslassen von Dosen
      • wenn eine Dosis vergessen wurde, besteht das Risiko einer Hyperglykämie
      • Blutglucosespiegel muss unverzüglich überprüft und die Glibenclamid-Dosis baldmöglichst eingenommen werden
      • wenn der Blutglucosespiegel 16,5 mmol / L überschreitet, muss außerdem überprüft werden, ob eine Ketonurie oder Ketonämie vorliegt
        • wenn Ketonkörper vorliegen, muss rasch eine Insulininjektion gegeben werden, um das metabolische Gleichgewicht wiederherzustellen
        • anschließend ist der behandelnde Facharzt zu kontaktieren

Dosisanpassung

  • Nierenfunktionsstörung
    • leicht bis mittelschwer
      • Dosisanpassung erforderlich
      • Behandlung mit der niedrigsten Dosis beginnen, und die Dosierungsmengen strengstens einhalten, um hypoglykämische Reaktionen zu vermeiden
    • schwere Nierenfunktionsstörung
      • kontraindiziert
  • Leberfunktionsstörung
    • leicht bis mittelschwer
      • Dosisanpassung erforderlich
      • Behandlung mit der niedrigsten Dosis beginnen, und die Dosierungsmengen strengstens einhalten, um hypoglykämische Reaktionen zu vermeiden
    • schwere Leberfunktionsstörung
      • kontraindiziert
  • ältere Menschen
    • Sicherheit und Wirksamkeit der flüssigen peroralen Glibenclamid-Formulierung ist nicht erwiesen (Anwendung nur bei Kindern)
  • Risikopatienten
    • bei unterernährten Patienten oder bei Patienten, deren allgemeiner Gesundheitszustand sich merklich verändert hat oder Patienten mit unregelmäßiger Kalorienzufuhr sowie bei Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörung
      • Behandlung mit der niedrigsten Dosis beginnen, und die Dosierungsmengen strengstens einhalten, um hypoglykämische Reaktionen zu vermeiden
  • Patienten mit Infektionen, Narkose, Traumata oder Schock
    • bei größeren operativen Eingriffen
      • Behandlung durch eine Insulintherapie ersetzen
    • bei einer Funktionsstörung der Leber oder der Nieren
      • u.U. Reduzierung der Dosis erforderlich
    • außergewöhnliche Belastungssituationen (z. B. Trauma, operativer Eingriff, febrile Infekte)
      • Regulierung der Blutglucose kann sich verschlechtern
      • u.U. ist eine vorübergehende Umstellung auf Insulin notwendig, um eine gute metabolische Kontrolle aufrechtzuerhalten
      • bei den Patienten können gelegentlich sehr hohe Glucosewerte auftreten, d. h. > 20 mmol / L (> 360 mg / dl); In manchen Fällen scheinen diese hohen Glucosewerte mit der normalen Glibenclamid-Dosis zurückzugehen
      • in allen Fällen engmaschige Überwachung des Blutglucosespiegels erforderlich
      • geeignete Maßnahmen sind zu treffen, um einen normalen Blutzuckerspiegel wiederherzustellen (z. B. Gabe einer dritten täglichen Glibenclamid-Dosis oder Insulin)

Kontraindikationen

Glibenclamid - intraoral
  • Überempfindlichkeit gegen Glibenclamid, andere Sulfonylharnstoffe oder Sulfonamide
  • bei Patienten mit Ketoazidose ist die kontinuierliche intravenöse Insulininjektion und intravenöse Infusion von physiologischer Natriumchloridlösung nach wie vor die bevorzugte Behandlungsmethode
  • Patienten mit Porphyrie
  • Patienten, die Bosentan einnehmen
  • Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung
  • Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung

Therapiehinweise

Einschleichend dosieren.

Nebenwirkungen

Glibenclamid - intraoral
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • anaphylaktische Reaktion einschl. Dyspnoe, Hypotonie und Schock
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Neutropenie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Agranulozytose
      • hämolytischer Anämie
      • Knochenmarkaplasie
      • Panzytopenie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypereosinophilie
      • Leukopenie
      • leichte oder schwere Thrombozytopenie, die zu Purpura führen
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hypoglykämie
  • Augenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • verschwommenes Sehen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Akkomodationsstörung
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • vorübergehender Durchfall
      • Abdominalschmerzen
      • Erbrechen
      • Dyspepsie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Verfärbung der Zähne
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hautausschlag
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Pruritus
      • Urtikaria
      • allergische Hautreaktion
      • blasiger Ausschlag
      • exfoliative Dermatitis
      • Erythema multiforme
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Photosensitivität
  • Untersuchungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • vorübergehend erhöhte Transaminasen

Anwendungshinweise

  • Suspension zum Einnehmen
  • Arzneimittel oral als gebrauchsfertige Suspension zum Einnehmen mithilfe einer graduierten Applikationsspritze für Zubereitungen zum Einnehmen anwenden
  • direkt in den Mund des Kindes geben
  • keine Studien zu den Wechselwirkungen zwischen Glibenclamid und Milch vorhanden
  • Nahrung hat keine Auswirkungen auf die Resorption von Glibenclamid
  • Suspension 15 Min. vor der Fütterung des Kindes mit Milch geben
  • weitere Information s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Glibenclamid - intraoral
  • es scheint möglich, während der Behandlung mit Glibenclamid zu stillen, jedoch ist als Sicherheitsvorkehrung eine Überwachung des Blutzuckerspiegels des vollständig gestillten Säuglings ratsam
  • veröffentlichte Daten zu 11 mit Glibenclamid behandelten Müttern legen nahe, dass Glibenclamid nicht in die Muttermilch übergeht, und es wurde über keine Hypoglykämie bei den gestillten Neugeborenen berichtet

Schwangerschaftshinweise

Glibenclamid - intraoral
  • Hinweis
    • Indikationsgebiet des Arzneimittels beachten (s. jeweilige Produktinformation)
  • Glibenclamid sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden
  • basierend auf einer begrenzten Menge an veröffentlichten Daten scheint die Anwendung von Glibenclamid während des 1. Trimenons nicht zu vermehrtem Auftreten angeborener Fehlbildungen zu führen
  • im Hinblick auf das 2. und 3. Trimenon wurden in den veröffentlichten Daten keine fetotoxischen Wirkungen festgestellt
  • Glibenclamid ist hauptsächlich in geringen Mengen plazentagängig, die Übertragung ist jedoch zwischen den Patienten sehr unterschiedlich
  • bei Schwangeren wird Insulin zur Blutzuckerkontrolle empfohlen
  • tierexperimentelle Studien
    • legen kein teratogenes Potenzial nahe
  • gebährfähige Frauen
    • gebärfähige Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollten von Glibenclamid zum Einnehmen auf Insulin umgestellt werden
  • Fertilität
    • keine klinischen Daten vorliegend

Warnhinweise

Glibenclamid - intraoral
  • Hinweise
    • es wurde gezeigt, dass Sulfonylharnstoffe wie Glibenclamid bei Patienten mit Mutationen in der genetischen Codierung für den ATP-sensitiven Kaliumkanal der ß-Zelle und durch das Chromosom 6q24-bedingtem transientem neonatalem Diabetes mellitus wirksam sind
    • bei der Berechnung der Dosis ist besondere Vorsicht geboten
      • vor jeder Anwendung sollte sichergestellt werden, dass die richtige Stärke und das richtige Applikationsmittel verwendet werden
    • Glibenclamid sollte nicht bei Patienten mit insulinabhängigem Diabetes mellitus Typ 1 mit Anzeichen für eine autoimmune Zerstörung der Betazellen angewendet werden
  • Patienten mit G6PD-Enzym-Mangel
    • bei Patienten mit G6PD-Enzym-Mangel wurde im Zusammenhang mit Glibenclamid über Fälle akuter hämolytischer Anämie berichtet
      • es sollte diesen Patienten daher nicht verschrieben werden, und, falls verfügbar, wird die Anwendung einer alternativen Behandlung dringend empfohlen
    • wenn es keine Alternative gibt, müssen bei der Entscheidung für jeden Patienten das Hämolyserisiko und der von der Behandlung zu erwartende potenzielle Nutzen berücksichtigt werden
    • wenn es notwendig ist, dieses Arzneimittel zu verschreiben, muss eine Untersuchung auf das Auftreten einer etwaigen Hämolyse erfolgen
  • Ketoazidose
    • aufgrund von Hyperglykämie ist neonataler Diabetes eine lebensbedrohliche und chronisch schwächende Erkrankung
    • zu den Symptomen gehören Durst, häufiges Wasserlassen und Dehydrierung
    • in schweren Fällen wird dies von einer Ketoazidose begleitet, die tödlich sein kann
    • Glibenclamid sollte nicht angewendet werden, um diese lebensbedrohliche Erkrankung zu behandeln
    • kontinuierliche intravenöse Insulininjektion und intravenöse Infusion von physiologischer Natriumchloridlösung sind hier nach wie vor die bevorzugte Behandlungsmethode
  • Hypoglykämie
    • Hypoglykämie kann unter der Behandlung mit blutzuckersenkenden Sulfonamiden auftreten
    • diese kann schwerwiegend ausfallen und sich über einen längeren Zeitraum erstrecken
    • in diesem Fall ist unter Umständen ein Krankenhausaufenthalt notwendig, und unter Umständen muss über mehrere Tage hinweg Zucker gegeben werden
  • Durchfall, Übelkeit und Erbrechen
    • bei manchen Patienten kann anfänglich Durchfall auftreten, wenn die Dosis erhöht wird; dieser klingt jedoch ab, wenn die Dosis aufrechterhalten wird
    • wenn Übelkeit auftritt, kommt es in der Regel nicht zu einer Störung der Blutzuckereinstellung, und die Behandlung mit Insulin muss nicht eingeleitet werden, bis der Patient Glibenclamid einnehmen kann
    • bei starkem Erbrechen sollte jedoch ein schnell wirkendes Insulin angewendet werden, um den Patienten zu behandeln, bis er nicht mehr erbrechen muss
    • bei leichtem Erbrechen sollte ein Antiemetikum gegeben werden, und die Behandlung mit Glibenclamid kann fortgesetzt werden
  • biologische Analysen
    • die Blutglucose sollte während der Behandlung mit Glibenclamid regelmäßig überwacht werden
    • wenn der Blutglucosespiegel 16,5 mmol/l überschreitet, muss außerdem überprüft werden, ob eine Ketonurie oder Ketonämie vorliegt
    • wenn Ketonkörper vorliegen, muss rasch eine Insulininjektion gegeben werden, um das metabolische Gleichgewicht wiederherzustellen
    • der Spiegel des glykosylierten Hämoglobins sollte alle drei Monate gemessen werden, um das metabolische Gleichgewicht des Kindes zu beurteilen
  • Nierenfunktionsstörung
    • Patienten mit Nierenfunktionsstörung sollten während der Behandlung regelmäßig überwacht werden, da ein erhöhtes Hypoglykämie-Risiko besteht
    • bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Nierenfunktionsstörung ist eine Anpassung der Dosis erforderlich
  • Leberfunktionsstörung
    • Patienten mit Leberfunktionsstörung sollten während der Behandlung regelmäßig überwacht werden, da ein erhöhtes Hypoglykämie-Risiko besteht
    • bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist eine Anpassung der Dosis erforderlich