Amisulprid Holsten 200 mg Tabletten
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 20 ST | 23,86 € |
| N2 | 50 ST | 38,57 € |
| N3 | 100 ST | 61,83 € |
Deutschlands medizinische KI – mit Ärzten entwickelt.
Jetzt Fragen zu Medikamenten und Behandlungen stellen. Kostenlos, anonym und ohne Anmeldung.
Jetzt KI fragenFachinformationen
Indikation
- Behandlung akuter und chronischer schizophrener Störungen
- produktive Zustände mit
- Wahnvorstellungen
- Halluzinationen
- Denkstörungen
- Feindseligkeit
- Misstrauen
- primär negative Zustände (Defektsyndrom) mit
- Affektverflachung
- emotionalem und sozialem Rückzug
- produktive Zustände mit
Dosierung
- Behandlung akuter und chronischer schizophrener Störungen
- produktive Zustände
- 400 - 800 mg Amisulprid / Tag
- Dosiserhöhung, in Einzelfällen, bis max. 1200 mg Amisulprid / Tag (Verträglichkeit von Dosen > 1200 mg Amisulprid / Tag nicht hinreichend belegt)
- bei Tagesdosen > 400 mg Amisulpirid: Verteilung der jeweiligen Tagesdosis auf mehrere Einnahmen
- Behandlungsbeginn: schrittweise Dosiseinstellung nicht erforderlich
- individuelle Dosierung
- bei gemischten positiven und negativen Symptomen
- Dosen so anpassen, dass positive Symptome optimal behoben werden
- Erhaltungstherapie: geringste wirksame Dosis (optimale Behebung positiver Symptome)
- Erhaltungstherapie: jeweils geringste wirksame Dosis
- primär negative Zustände (Defektsyndrom)
- 50 - 300 mg Amisulprid 1mal / Tag
- individuelle Dosierung
- bis zu 400 mg Amisulprid Gabe als Einzeldosis möglich
- Behandlungsdauer
- bestimmt behandelnder Arzt (hinreichende Erfahrungen aus kontrollierten Studien über Zeitdauer von 1 Jahr vorliegend)
- Beenden der Therapie
- um Absetzerscheinungen zu vermeiden schrittweises Absetzen empfohlen
- produktive Zustände
Dosisanpassung
- Niereninsuffizienz
- Amisulprid wird über Niere ausgeschieden
- Kreatinin-Clearance < 10 ml / min.
- kontraindiziert, da keine Erfahrungen
- Kreatinin-Clearance 10 - 30 ml / min.
- Dosisreduktion auf 1/3
- Kreatinin-Clearance 30 - 60 ml / min.
- Dosisreduktion auf 1/2
- Leberinsuffizienz
- keine Dosisanpassung erforderlich
- ältere Patienten (> 65 Jahre)
- ältere Patienten (> 65 Jahre)
- Unbedenklichkeit wurde bei einer begrenzten Anzahl von älteren Patienten untersucht
- Amisulprid sollte aufgrund des möglichen Risikos einer Hypotension und Sedierung mit besonderer Vorsicht angewendet werden
- Dosisreduktion kann bei einer bestehenden Niereninsuffizienz ebenfalls erforderlich sein
- ältere Patienten (> 65 Jahre)
- Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
- Wirksamkeit und Unbedenklichkeit konnten nicht belegt werden
- lediglich begrenzte Daten verfügbar
- Jugendliche (15 - 18 Jahre)
- Anwendung nicht empfohlen bis weitere Daten zur Verfügung stehen
- wenn Behandlung absolut erforderlich ist
- Behandlung muss von einem Arzt, der Erfahrung in der Behandlung von Schizophrenie in dieser Altersgruppe hat, eingeleitet und durchgeführt werden
- Kinder und Jugendliche (< 15 Jahre)
- kontraindiziert
Kontraindikationen
Amisulprid - peroral
- Überempfindlichkeit gegen Amisulprid
- bestehende prolaktinabhängige Tumoren (z.B. hypophysäre Prolaktinome oder Brustkrebs)
- Phäochromozytom
- Kombination mit Levodopa
- Kombination mit den folgenden Arzneimitteln, die Torsade de pointes auslösen können
- Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen der Klasse Ia (z.B. Chinidin und Disopyramid)
- Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen der Klasse III (z.B. Amiodaron und Sotalol)
- andere Arzneimittel, z.B. Bepridil, Cisaprid, Sultoprid, Thioridazin, Methadon, Erythromycin (intravenöse Anwendung), Vincamin (intravenöse Anwendung), Halofantrin, Pentamidin, Sparfloxacin, Azol-Antimykotika
- Kinder und Jugendliche (< 15 Jahre)
- Stillzeit
Therapiehinweise
Mit Flüssigkeit einnehmen.
Nebenwirkungen
Amisulprid - peroral
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Leukopenie
- Neutropenie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Agranulozytose
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Immunsystems
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- allergische Reaktionen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Endokrine Erkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erhöhung der Prolaktinkonzentration im Plasma (nach Absetzen von Amisulprid reversibel), kann führen zu
- Galaktorrhö
- Amenorrhö
- Zyklusstörungen
- Gynäkomastie
- Brustschmerz
- Brustvergrößerung
- erektile Dysfunktion
- Erhöhung der Prolaktinkonzentration im Plasma (nach Absetzen von Amisulprid reversibel), kann führen zu
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- gutartiger Hypophysentumor, z.B. Prolaktinom
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Hyperglykämie
- Hypertriglyceridämie
- Hypercholesterinämie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Hyponatriämie
- SyndromSyndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Psychiatrische Erkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Schlaflosigkeit
- Angst
- Agitiertheit
- Orgasmusstörungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Verwirrtheit
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Nervensystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- extrapyramidale Störungen, wie Tremor, Rigidität, Hypokinese, vermehrter Speichelfluss, Akathisie, Dyskinesie
- diese Symptome sind bei optimaler Dosiseinstellung meist nur schwach ausgeprägt und können teilweise ohne Unterbrechung der Behandlung mit Amisulprid durch Verabreichung von Antiparkinson-Mitteln beseitigt werden
- Häufigkeit des Auftretens extrapyramidaler Störungen dosisabhängig und sehr gering bei der Behandlung von Patienten mit primär negativen Zuständen mit Dosierungen von 50 - 300 mg Amisulprid / Tag
- extrapyramidale Störungen, wie Tremor, Rigidität, Hypokinese, vermehrter Speichelfluss, Akathisie, Dyskinesie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- akute Dystonien wie Schiefhals (Torticollis spasmodicus), Augenmuskelkrämpfe (okulogyre Krise) und Kieferkrämpfe (Trismus)
- diese Effekte verschwinden ohne Unterbrechung der Behandlung mit Amisulprid nach Verabreichung von Antiparkinson-Mitteln
- Somnolenz
- akute Dystonien wie Schiefhals (Torticollis spasmodicus), Augenmuskelkrämpfe (okulogyre Krise) und Kieferkrämpfe (Trismus)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Spätdyskinesien
- gekennzeichnet durch rhythmische unwillkürliche Bewegungen vorzugsweise der Zunge und/oder des Gesichts, gewöhnlich nach Langzeittherapie
- Antiparkinson-Mittel sollen nicht als Gegenmittel eingesetzt werden, dasie unwirksam sind oder die Erscheinungen verstärken können
- Krampfanfälle
- Spätdyskinesien
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- malignes neuroleptisches Syndrom (möglicherweise tödlicher Verlauf)
- ohne Häufigkeitsangabe
- Restless-Legs-Syndrom
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Augenerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- verschwommenes Sehen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Herzerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Bradykardien
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Verlängerung des QT-Intervalls und ventrikuläre Arrhythmien, z.B. Torsade de pointes, ventrikuläre Tachykardien
- die zu Kammerflimmern, Herzstillstand, plötzlichem Tod führen können
- Verlängerung des QT-Intervalls und ventrikuläre Arrhythmien, z.B. Torsade de pointes, ventrikuläre Tachykardien
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Gefäßerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Hypotension
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- erhöhter Blutdruck
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- venöse Thromboembolien, einschließlich Fälle von Lungenembolie, manchmal mit tödlichem Verlauf
- Fälle von tiefer Venenthrombose
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- verstopfte Nase
- Aspirationspneumonie (hauptsächlich in Zusammenhang mit anderen Antipsychotika und ZNS-Beruhigungsmitteln)
- ohne Häugfigkeitsangabe
- Dyspnoe geringer Intensität
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Verstopfung
- Übelkeit
- Erbrechen
- Mundtrockenheit
- Dyspepsie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Leber- und Gallenerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- hepatozelluläre Leberschädigung
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Angioödem
- Urtikaria
- ohne Häufigkeitsangabe
- photosensitive Reaktion
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Osteopenie
- Osteoporose
- ohne Häufigkeitsangabe
- Rhabdomyolyse
- Muskelschmerzen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Harnretention
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Arzneimittelentzugssyndrom des Neugeborenen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungort
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- akute Absetzerscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen und Schlaflosigkeit nach abruptem Absetzen hoher Dosen, ebenfalls Wiederauftreten von psychotischen Symptomen, Entstehung von unwillkürlichen Bewegungsstörungen (z.B. Akathisie, Dystonie und Dyskinesie)
- ohne Häugfigkeitsangabe
- Neigung zu Schüttelfrost geringer Intensität
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Sturz als Folge von Nebenwirkungen, die das Körpergleichgewicht beeinträchtigen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Untersuchungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Gewichtszunahme
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Anstieg der Leberenzyme, insbesondere der Transaminasen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Anstieg der Kreatinphosphokinase im Blut
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
Anwendungshinweise
- Einnahme der Tabletten unabhängig von den Mahlzeiten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit
Stillzeithinweise
Amisulprid - peroral
- Anwendung in der Stillzeit kontraindiziert
- es muss entschieden werden, ob das Stillen eingestellt oder auf die Amisulprid-Therapie verzichtet wird, wobei der Nutzen des Stillens für das Kind und der Nutzen der Therapie für die Frau zu berücksichtigen sind
- Amisulprid wird in ziemlich großen Mengen, in einigen Fällen weit über dem akzeptierten Wert von 10% der mütterlichen gewichtsangepassten Dosierung, in die Muttermilch ausgeschieden
- Blutkonzentrationen bei gestillten Säuglingen wurden allerdings nicht bewertet
- keine ausreichenden Informationen über die Auswirkungen von Amisulprid bei Neugeborenen/Säuglingen
Schwangerschaftshinweise
Amisulprid - peroral
- Anwendung von Amisulprid während der Schwangerschaft nicht empfohlen, es sei denn, der Nutzen rechtfertigt das potenzielle Risiko
- nur sehr begrenzte klinische Daten zu Schwangerschaften unter Amisulprid vorliegend
- Sicherheit von Amisulprid in der Schwangerschaft beim Menschen nicht belegt
- Amisulprid ist plazentagängig
- tierexperimentelle Studien
- haben Reproduktionstoxizität gezeigt
- kein teratogenes Potenzial festgestellt
- Frauen im gebärfähigen Alter
- Arzt muss vor Behandlungsbeginn eine zuverlässige Verhütungsmethode detailliert mit der Patientin besprechen
- Neugeborene, die während des 3. Trimenons der Schwangerschaft gegenüber Antipsychotika (einschließlich Amisulprid) exponiert sind
- sind durch Nebenwirkungen einschließlich extrapyramidaler Symptome und/oder Entzugserscheinungen gefährdet, deren Schwere und Dauer nach der Entbindung variieren können
- Berichte über Agitiertheit, erhöhten oder erniedrigten Muskeltonus, Tremor, Somnolenz, Atemnot oder Störungen bei der Nahrungsaufnahme
- dementsprechend sind Neugeborene engmaschig zu überwachen
- Fertilität
- in Tierversuchen Abnahme der Fertilität in Verbindung mit den pharmakologischen Wirkungen des Arzneimittels (Prolaktin-vermittelter Effekt) beobachtet
Warnhinweise
Amisulprid - peroral
- malignes neuroleptisches Syndrom
- Auftreten eines malignen neuroleptischen Syndroms wie auch bei anderen Neuroleptika möglich
- gekennzeichnet durch Hyperthermie, Muskelrigidität, autonome Instabilität, Bewusstseinstrübung, Rhabdomyolyse, erhöhte CPK-Werte
- potentiell tödliche Komplikation
- bei Auftreten einer Hyperthermie, insbesondere bei hohen Tagesgaben, sollten alle Antipsychotika, einschließlich Amisulprid, abgesetzt werden
- Auftreten eines malignen neuroleptischen Syndroms wie auch bei anderen Neuroleptika möglich
- Rhabdomyolyse
- wurde auch bei Patienten ohne malignes neuroleptisches Syndrom beobachtet
- Hyperglykämie
- bei der Behandlung mit einigen atypischen Antipsychotika, einschließlich Amisulprid, Auftreten von Hyperglykämie berichtet
- daher ist bei Patienten mit Diabetes mellitus oder mit Risikofaktoren für Diabetes, die auf Amisulprid eingestellt werden, eine regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte durchzuführen
- Niereninsuffizienz
- Amisulprid wird über die Nieren ausgeschieden
- bei Niereninsuffizienz sollte die Dosis herabgesetzt oder eine intermittierende Behandlung in Betracht gezogen werden
- Lebertoxizität
- schwere Lebertoxizität im Zusammenhang mit der Anwendung von Amisulprid berichtet
- Patienten sollten angewiesen werden, Anzeichen wie Asthenie, Anorexie, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Ikterus unverzüglich einem Arzt zu melden
- Untersuchungen, einschließlich klinischer Untersuchungen und biologischer Beurteilung der Leberfunktion, sollten unverzüglich durchgeführt werden
- Epilepsie
- Amisulprid kann die Anfallsschwelle senken
- Patienten mit anamnestisch bekannter Epilepsie sind daher unter Therapie mit Amisulprid engmaschig zu überwachen
- ältere Patienten
- Amisulprid soll, ebenso wie andere Neuroleptika, aufgrund eines möglichen Risikos für Hypotonie oder Sedierung mit besonderer Vorsicht angewendet werden
- Dosisreduktion kann bei einer bestehenden Niereninsuffizienz ebenfalls erforderlich sein
- bestehende Parkinson-Erkrankung
- Anwendung nur mit Vorsicht, da Dopaminantagonisten eine Verschlechterung dieser Krankheit verursachen können
- Amisulprid sollte nur angewendet werden, wenn eine neuroleptische Behandlung unabdingbar ist
- Absetzerscheinungen
- akute Absetzerscheinungen, einschließlich Übelkeit, Erbrechen und Schlaflosigkeit nach abruptem Absetzen hoher Dosen von Antipsychotika beschrieben
- kann auch zum Wiederauftreten der psychotischen Symptome kommen
- unter Amisulprid wurde das Auftreten von unwillkürlichen Bewegungsstörungen (z.B. Akathisie, Dystonie und Dyskinesie)
- daher schrittweises Absetzen von Amisulprid empfohlen
- akute Absetzerscheinungen, einschließlich Übelkeit, Erbrechen und Schlaflosigkeit nach abruptem Absetzen hoher Dosen von Antipsychotika beschrieben
- Verlängerung des QT-Intervalls
- Amisulprid sollte bei Patienten mit bekannten kardiovaskulären Erkrankungen oder QT-Verlängerung in der Familienanamnese mit Vorsicht verordnet werden
- Amisulprid verursacht dosisabhängige Verlängerung des QT-Intervalls
- bekannt, dass dieser Effekt das Risiko von schweren ventrikulären Arrhythmien wie Torsade de pointes erhöht
- vor der Anwendung von Amisulprid und je nach klinischem Zustand des Patienten empfohlen, folgende Faktoren, die das Entstehen dieser Rhythmusstörung begünstigen können, auszuschließen, z.B.
- Bradykardie (< 55 Schläge/Min.)
- Herzerkrankungen, plötzlicher Herztod oder QT-Verlängerung in der Familienanamnese
- Störungen des Elektrolythaushaltes, insbesondere Hypokaliämie
- kongenitale QT-Verlängerung
- gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die eine Bradykardie (< 55 Schläge/Min.), Hypokaliämie, Verlangsamung der intrakardialen Erregungsleitung oder eine Verlängerung des QT-Intervalls verursachen können
- EKG-Überwachung
- bei allen Patienten, insbesondere bei älteren Patienten und bei Patienten mit Herzerkrankungen in der persönlichen oder der familiären Anamnese oder anormalen Ergebnissen bei der klinischen Herzuntersuchung, wird vor der Behandlung die Durchführung eines Ausgangs-EKGs empfohlen
- während der Therapie sollte die Notwendigkeit einer EKG-Überwachung (z.B. bei Erhöhung der Dosis) für jeden Patienten individuell beurteilt werden
- Amisulprid-Dosis reduzieren, wenn das QT-Intervall verlängert ist
- Amisulprid absetzen, wenn das QT-Intervall > 500 ms ist
- regelmäßige Überwachung der Elektrolyte empfohlen
- insbesondere wenn der Patient Diuretika einnimmt oder bei hinzukommenden Erkrankungen
- gleichzeitige Anwendung von Antipsychotika vermeiden
- Schlaganfall
- in randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien mit an Demenz erkrankten Patienten, die mit bestimmten atypischen Antipsychotika behandelt wurden, ein um das dreifache erhöhtes Risiko für zerebrovaskuläre Ereignisse beobachtet
- Mechanismus, der zu dieser Risikoerhöhung führt, ist unbekannt
- ein erhöhtes Risiko unter der Anwendung anderer Antipsychotika oder bei anderen Patientengruppen kann nicht ausgeschlossen werden
- Vorsicht bei Patienten, die ein erhöhtes Schlaganfallrisiko haben
- in randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien mit an Demenz erkrankten Patienten, die mit bestimmten atypischen Antipsychotika behandelt wurden, ein um das dreifache erhöhtes Risiko für zerebrovaskuläre Ereignisse beobachtet
- ältere Patienten mit Demenz
- Amisulprid ist nicht für die Behandlung von Demenz-assoziierten Verhaltensstörungen zugelassen
- erhöhtes Mortalitätsrisiko bei älteren Patienten mit Demenz-assoziierter Psychose, die mit Antipsychotika behandelt werden
- Analyse von 17 placebokontrollierten Studien (mittlere Dauer 10 Wochen), überwiegend an Patienten unter atypischen Antipsychotika, hat gezeigt, dass das Sterberisiko bei den mit dem Wirkstoff behandelten Patienten um den Faktor 1,6 bis 1,7 höher lag als bei den Patienten unter Placebo
- im Verlauf einer typischen 10-wöchigen, kontrollierten Studie betrug die Todesrate bei den mit dem Wirkstoff behandelten Patienten etwa 4,5 %, verglichen mit einer Rate von etwa 2,6 % in der Placebogruppe
- obwohl die Todesursachen in klinischen Studien mit atypischen Antipsychotika variierten, schienen die meisten Todesfälle entweder auf kardiovaskulären Ursachen (z.B. Herzversagen, plötzlicher Tod) oder auf Infektionen (z.B. Pneumonie) zu beruhen
- Beobachtungsstudien weisen darauf hin, dass die Behandlung mit klassischen Antipsychotika ähnlich wie eine Therapie mit atypischen Antipsychotika die Sterblichkeit erhöhen kann
- inwieweit die Befunde einer höheren Sterblichkeit in den Beobachtungsstudien auf das Antipsychotikum statt auf bestimmte Patientenmerkmale zurückzuführen sind, ist unklar
- venöse Thromboembolie
- im Zusammenhang mit der Anwendung von Antipsychotika Fälle von venösen Thromboembolien (VTE) berichtet
- da Patienten, die mit Antipsychotika behandelt werden, häufig erworbene Risikofaktoren für VTE aufweisen, sollten alle möglichen Risikofaktoren für VTE vor und während der Behandlung mit Amisulprid identifiziert und Präventivmaßnahmen ergriffen werden
- Brustkrebs
- Amisulprid kann den Prolaktinspiegel erhöhen
- Vorsicht bei der Anwendung
- Patienten mit Brustkrebs in der eigenen oder familiären Vorgeschichte
- sind während der Therapie engmaschig zu überwachen
- Amisulprid bei Patienten mit Brustkrebs kontraindiziert
- gutartiger Hypophysentumor, Hyperprolaktinämie
- Amisulprid kann den Prolaktinspiegel erhöhen
- Fälle von gutartigen Hypophysentumoren, wie z.B. Prolaktinomen, während der Therapie mit Amisulprid beobachtet
- bei sehr hohen Prolaktinspiegeln oder bei klinischen Anzeichen eines Hypophysentumors (wie Gesichtsfelddefekt oder Kopfschmerzen) sollte eine Bildgebung der Hypophyse durchgeführt werden
- wenn die Diagnose eines Hypophysentumors bestätigt wird, muss die Behandlung mit Amisulprid abgebrochen werden
- Blutbildveränderungen
- Leukopenie, Neutropenie und Agranulozytose im Zusammenhang mit Antipsychotika, einschließlich Amisulprid, berichtet
- Infektionen unklarer Genese oder Fieber können Anzeichen einer Blutdyskrasie sein und erfordern unverzüglich eine hämatologische Untersuchung
- gutartiger Hypophysentumor
- Amisulprid kann den Prolaktinspiegel erhöhen
- während der Behandlung mit Amisulprid wurden Fälle von gutartigen Hypophysentumoren wie Prolaktinom beobachtet
- bei sehr hohen Prolaktinspiegeln oder klinischen Anzeichen eines Hypophysentumors (wie Gesichtsfelddefekt und Kopfschmerzen) sollte eine Bildgebung der Hypophyse durchgeführt werden
- wenn die Diagnose eines Hypophysentumors bestätigt wird, muss die Behandlung mit Amisulprid abgebrochen werden