Ampicillin-MIP 500 mg Pulv.z.Herst.e.Inj.-/Inf.Lsg

MIP Pharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Ampicillin →

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N3 10 ST 26,51 €

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Fachinformationen

Indikation

  • in allen Altersgruppen zur Behandlung der folgenden Infektionen indiziert, die durch Ampicillin-empfindliche gramnegative und grampositive Erreger verursacht werden
    • Infektionen oder Mischinfektionen der oberen Atemwege und des HNO-Bereichs: akute Sinusitis (fachgerecht diagnostiziert), akute Otitis media
    • Infektionen der unteren Atemwege: akute Exazerbation einer chronischen Bronchitis
    • Ambulant erworbene Pneumonie
    • Weichteilinfektionen: Wundinfektionen, Infektionen nach Tierbissen
    • Infektionen des Urogenitaltrakts: akute und chronische Pyelonephritis, Pyelitis, Zystitis, Urethritis
    • Infektionen der weiblichen Genitalien und des kleinen Beckens: fieberhafter Abort, Salpingitis, Endo- und Parametritis, Beckenperitonitis, Wochenbettfieber
    • Infektionen des Gastrointestinaltraktes: Salmonellose, Shigellose, Typhus, Paratyphus; auch Therapie von Salmonellen-Dauerausscheidern
    • Infektionen der Gallenwege: Cholangiolitis, Cholangitis, Cholezystitis
    • Akute und latente Listeriose, Leptospirose (mögliche gleichzeitige Anwendung mit Gentamicin), Listerienmeningitis (gleichzeitige Anwendung mit Chloramphenicol)
    • Endokarditis (Koadministration mit Aminoglykosiden)
    • Bakteriämie, die im Zusammenhang mit einer der oben aufgeführten Infektionen auftritt oder bei der ein Zusammenhang damit vermutet wird
    • Endokarditisprophylaxe bei Risikopatienten
  • Hinweis: allgemein anerkannte Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen berücksichtigen

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche enthält 500 mg Ampicillin (als Ampicillin-Natrium)

  • Behandlung der folgenden Infektionen indiziert, die durch Ampicillin-empfindliche gramnegative und grampositive Erreger verursacht werden
    • Höhe der Dosis abhängig von
      • Alter
      • Körpergewicht
      • Nierenfunktion des Patienten
      • Schweregrad und dem Ort der Infektion
      • dem vermuteten oder nachgewiesenen Erreger
    • Allgemeine Dosierungsempfehlungen für Ampicillin
      • Erwachsene und Jugendliche: 2 - 6 g Ampicillin / Tag
      • Kinder und Kleinkinder (1 Monat - 12 Jahre): 25 - 50 mg Ampicillin / kg KG alle 6 Stunden
      • Neugeborene < 7 Tage: 30 - 60 mg Ampicillin / kg KG alle 12 Stunden
      • Neugeborene 7 - 21 Tage: 30 - 60 mg Ampicillin / kg KG alle 8 Stunden
      • Neugeborene 21 - 28 Tage: 30 - 60 mg Ampicillin / kg KG alle 6 Stunden
    • Dosierungsempfehlungen bei Listerienmeningitis und anderen schweren Infektionen
      • Erwachsene und Jugendliche: 8 - 16 g / Tag intravenös als Kurzinfusion
      • Kinder und Kleinkinder (1 Monat - 12 Jahre): 50 mg / kg KG alle 4 - 6 Stunden (max. 2 g alle 4 Stunden)
      • Neugeborene < 7 Tage: 100 mg Ampicillin / kg KG alle 12 Stunden
      • Neugeborene 7 - 21 Tage: 100 mg Ampicillin / kg KG alle 8 StundenNeugeborene 21 - 28 Tage 100 mg Ampicillin / kg KG alle 6 Stunden
      • bei Meningitis:
        • Wiederherstellung der Blut-Hirn-Schranke nach Besserung berücksichtigen
        • Dosis dementsprechend nicht reduzieren
    • Infektionen mit hochempfindlichen Bakterien oder an Infektionsorten, an denen hohe Wirkstoffkonzentrationen erzielt werden
      • Therapie mit Tagesdosen, die im unteren Bereich der oben aufgeführten Dosierungsempfehlungen liegen
    • Tagesdosis wird auf 2 - 4 Anwendungen aufgeteilt
    • Mindestdosis von 1 g/Tag bei Erwachsenen nicht unterschreiten
    • nach Eintritt einer klinischen Besserung: ggf. Umstellung auf orale Aminopenicilline
    • Dosierungsempfehlungen bei eingeschränkter Nierenfunktion und Neugeborenen
      • schwere Niereninsuffizienz oder bei Früh- und Neugeborenen
        • Dosis oder Dosierungsintervall der verminderten renalen Ausscheidung anpassen
        • generell sollte bei schwerer Niereninsuffizienz eine Dosis von 1 g Ampicillin pro 8 Stunden nicht überschritten werden
        • Kreatinin-Clearance < 10 ml / Min: Dosierungsintervall bis auf 12 - 15 Stunden erhöhen
      • Kreatinin-Clearance > 30 ml / min bzw. Serumkreatinin 2,0 mg / dl: normale Dosis
      • Kreatinin-Clearance 30 - 20 ml / min bzw. Serumkreatinin 2 - 4 mg / dl: 2/3 der normalen Dosis
      • Kreatinin-Clearance < 20 ml / min bzw. Serumkreatinin > 4 mg / dl: 1/3 der normalen Dosis
    • Dauer der Anwendung
      • Infektionen des Urogenitaltrakts: 4 - 10 Tage
      • Infektionen mit ß-hämolysierenden Streptokokken: mind. 10 Tage
      • Pneumonie: 10 - 14 Tage
      • Typhus: 14 Tage
      • Endokarditis: 4 - 6 Wochen
      • andere Infektionen: 48 Stunden nach Abklingen der Krankheitszeichen oder 7 Tage nach Entfieberung und klinischer Besserung

Kontraindikationen

Ampicillin - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Ampicillin oder Penicillin
    • Gefahr eines anaphylaktischen Schocks

Nebenwirkungen

Ampicillin - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Infektion durch Pilze oder resistente Bakterien
        • insbesondere bei verlängerter und / oder wiederholter Anwendung
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Eosinophilie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • reversible Myelosuppression und Blutbildveränderungen in Form von
        • Granulozytopenie
        • Thrombozytopenie
        • Anämie
        • Panzytopenie
      • reversible Verlängerung der Blutungs- und Prothrombinzeit
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hautreaktionen, die sich in Form von Pruritus, Rash, Exanthem und Juckreiz zeigen
        • unmittelbares Auftreten einer urtikariellen Reaktion zeigt wahrscheinlich eine Penicillin-Allergie an, die Therapie sollte dann unterbrochen werden und entsprechende medizinische Maßnahmen sind einzuleiten
        • bezüglich der künftigen Anwendung von Beta- Lactam-Antibiotika sollte ärztlicher Rat eingeholt werden
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • typischer, masernartiger Ausschlag; einige (5 bis 11) Tage nach Behandlungsbeginn
      • Exantheme und Enantheme in der Mundregion
        • Inzidenz von Exanthemen bei Patienten mit infektiöser Mononukleose oder lymphatischer Leukämie höher
      • Mundtrockenheit und Störungen des Geschmackssinnes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • schwerwiegendere allergische Reaktionen wie
        • Serumkrankheit
        • Arzneimittelfieber
        • angioneurotisches Ödem
        • Larynxödem
        • hämolytische Anämie
        • allergische Vaskulitis
        • Nephritis
      • schwere allergische, z.T. blasenbildende Hautreaktionen
        • exfoliative Dermatitis
        • Lyell-Syndrom
        • Erythema exsudativum multiforme
        • Stevens-Johnson-Syndrom
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • lebensbedrohlicher anaphylaktischer Schock
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • bei Patienten mit Neigung zu Allergien ist eher mit allergischen Reaktionen zu rechnen
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Schwindel
      • Kopfschmerzen
      • Myoklonien
      • Krampfanfälle (bei Niereninsuffizienz oder bei sehr hohen Dosen)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • folgende Nebenwirkungen meist leichter Natur, klingen häufig während, sonst nach Absetzen der Therapie ab:
        • Magenschmerzen
        • Übelkeit
        • Erbrechen
        • Meteorismus
        • weiche Stühle
        • Durchfall
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Pseudomembranöse Kolitis (in den meisten Fällen verursacht durch Clostridium difficile)
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anstieg von Transaminasen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Cholestase und hepatische Cholestase (diese Nebenwirkung ist verbunden mit der Anwendung von Ampicillin und/oder Sulbactam/Ampicillin bei i.m./i.v. Verabreichung).
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP)
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • akute interstitielle Nephritis
      • Kristallurie bei hoch dosierter intravenöser Gabe
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • akutes Nierenversagen mit Ausscheidung von Harnkristallen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schwellungen und Schmerzen an der Injektionsstelle nach intramuskulärer Injektion
      • lokalisierte Venenentzündung möglich bei intravenöser Verabreichung bei hochdosierter Therapie über einen längeren Zeitraum

Anwendungshinweise

  • zur intramuskulären oder intravenösen Anwendung nach Rekonstitution/Verdünnung
  • Anwendung durch intravenöse Injektion oder Infusion oder mittels tiefer intramuskulärer Injektion
  • intramuskuläre Anwendung nur in Betracht ziehen, wenn die intravenöse Anwendung nicht möglich oder für den Patienten weniger geeignet ist
  • Intramuskuläre Injektionen
    • tief in einen großen Muskel
    • nicht mehr als 500 mg an einer Stelle auf einer Seite injizieren
  • Intravenöse Injektionen: langsam über einen Zeitraum von 3 - 5 Min.
  • Infusionen: Infusionsdauer zwischen 15 und 20 Min.
  • Hinweise zur Rekonstitution/Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung: s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Ampicillin - invasiv
  • Ampicillin darf nach entsprechender Nutzen-Risiko-Abwägung während der Stillzeit angewendet werden
  • Ampicillin geht in die Muttermilch über
    • beim gestillten Säugling können deshalb Durchfälle und Sprosspilzbesiedlung der Schleimhäute auftreten, so dass unter Umständen abgestillt werden muss
    • Möglichkeit einer Sensibilisierung beachten

Schwangerschaftshinweise

Ampicillin - invasiv
  • Vorsicht bei der Anwendung in der Schwangerschaft
  • Daten über begrenzte Anzahl von exponierten Schwangeren lassen nicht auf Nebenwirkungen von Ampicillin auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Fetus/Neugeborenen schließen
  • bisher keine anderen einschlägigen epidemiologischen Daten verfügbar
  • tierexperimentelle Studien
    • lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schließen
  • bei Anwendung in der Schwangerschaft beachten, dass die Ampicillin-Konzentration im Plasma um bis zu 50% erniedrigt sein kann

Warnhinweise

Ampicillin - invasiv
  • allergische Reaktionen
    • bei Patienten mit allergischer Reaktionsbereitschaft Risiko für schwerwiegendere Überempfindlichkeitsreaktionen erhöht, weshalb Ampicillin in solchen Fällen mit besonderer Vorsicht angewandt werden sollte
    • Kreuzallergie mit anderen Beta-Lactam-Antibiotika (u.a. Cephalosporine) möglich
    • zwischen Pilzen und Ampicillin kann Antigengemeinschaft bestehen, so dass bei vorbestehender Mykose auch nach erstmaliger Ampicillin-Gabe allergische Reaktionen auftreten können
  • bei schweren akuten Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Anaphylaxie)
    • bei Hinweisen auf schwere Überempfindlichkeitsreaktionen ist Behandlung abzubrechen und es sind ärztliche Maßnahmen zu ergreifen
    • Behandlung mit Ampicillin sofort abbrechen und erforderliche Notfallmaßnahmen einleiten
  • Infektiöse Mononukleose, chronische lymphatische Leukämie
    • bei viralen Infektionen, insbesondere mit Mononucleosis infectiosa sowie bei lymphatischer Leukämie, sollten gleichzeitige bakterielle Infektionen nur mit Vorsicht mit Ampicillin behandelt werden, da das Risiko erythematöser Hautreaktionen erhöht ist
  • Pseudomembranöse Kolitis
    • bei Hinweisen auf pseudomembranöse Kolitis ist die Behandlung abzubrechen und es sind ärztliche Maßnahmen zu ergreifen
    • Arzt muss Beendigung der Therapie mit Ampicillin in Abhängigkeit von der Indikation erwägen und ggf. sofort angemessene Behandlung einleiten
    • Arzneimittel, die die Peristaltik hemmen, dürfen nicht eingenommen oder verabreicht werden
  • Eingeschränkte Nierenfunktion
    • Dosisanpassung erforderlich
  • Einfluss auf labordiagnostische Untersuchungen
    • nicht-enzymatische Methoden zur Harnzuckerbestimmung können ein falschpositives Resultat ergeben
    • Urobilinogen-Nachweis kann gestört sein
    • bei Schwangeren, die mit Ampicillin therapiert wurden, wurden vorübergehend erniedrigte Plasmakonzentrationen von Estradiol und seinen Konjugaten diagnostiziert
  • zentralnervöse Erregungszustände, Myoklonien oder Krämpfen
    • Ampicillin abgesetzen und eine angemessene Behandlung einleiten