Ampicillin-ratiopharm 2.0 Injektionslösung

ratiopharm GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Ampicillin →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N3 10 ST 63,37 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung von durch Ampicillin-empfindliche Erreger verursachte Infektionen
    • des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs
    • der unteren Atemwege
    • der Nieren
    • der ableitenden Harnwege
    • der Geschlechtsorgane
    • der Gallenblase
    • der Gallenwege
    • des MagenMagen-Darm-Traktes
    • der Haut und Weichteile
    • im Bereich der Augen
    • Listeriose
    • Meningitis, Endokarditis, Sepsis und Osteomyelitis, besonders bei Ampicillin-empfindlichen Haemophilus influenzae, Enterokokken und Listerien, ggf. in Kombination mit einem weiteren geeigneten Antibiotikum
  • Hinweis
    • Berücksichtigung der allgemein anerkannten Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen

Dosierung

Basiseinheit: 10 ml gebrauchsfertige 10%ige Lösung enthalten 1,063 g Ampicillin-Natrium (entsprechend 1,0 g Ampicillin und 2,86 mmol Natrium)

  • Behandlung von durch Ampicillin-empfindliche Erreger verursachte Infektionen
    • Höhe der Dosis abhängig von Alter, Gewicht und Nierenfunktion des Patienten, vom Schweregrad und Ort der Infektion sowie von vermuteten oder nachgewiesenen Erregern
    • Erwachsene, Jugendliche und Kinder (>= 6 Jahre)
      • Tagesdosis: 1,5 - 6 g Ampicillin
      • Dosissteigerung bis zu 15 g Ampicillin / Tag und darüber möglich
    • Kinder (< 6 Jahre)
      • Tagesdosis: 100 mg Ampicillin / kg KG
        • in Ausnahmefällen und bei Meningitits: 200 - 400 mg Ampicillin / kg KG
    • Dosisintervall
      • 2mal / Tag in 12stündigen Abständen
      • 3mal / Tag in 8stündigen Abständen
      • 4mal / Tag in 6stündigen Abständen
    • Behandlungsdauer
      • abhängig vom Krankheitsverlauf
      • i.d.R. 7 - 10 Tage
      • mind. für 2 - 3 Tage nach Abklingen der Krankheitserscheinungen
      • Behandlung von Infektionen mit betahämolysierenden Streptokokken
        • mind. 10 Tage (Vorbeugung von Spätkomplikationen)
    • stark eingeschränkte Nierenfunktion (GFR <= 30 ml / Min.)
      • Dosisreduktion empfohlen
      • Kreatinin-Clearance: 20 - 30 ml / Min.
        • Reduktion der Normdosis auf 2/3
      • Kreatinin-Clearance < 20 ml / Min.
        • Reduktion der Normdosis auf 1/3
      • max. Dosis: 1 g Ampicillin / 8 Stunden
    • Schwangerschaft
      • bis zu 50%ige Erniedrigung der Ampicillin-Konzentration im Plasma

Kontraindikationen

Ampicillin - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Ampicillin oder Penicillin
    • Gefahr eines anaphylaktischen Schocks

Nebenwirkungen

Ampicillin - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Infektion durch Pilze oder resistente Bakterien
        • insbesondere bei verlängerter und / oder wiederholter Anwendung
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Eosinophilie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • reversible Myelosuppression und Blutbildveränderungen in Form von
        • Granulozytopenie
        • Thrombozytopenie
        • Anämie
        • Panzytopenie
      • reversible Verlängerung der Blutungs- und Prothrombinzeit
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hautreaktionen, die sich in Form von Pruritus, Rash, Exanthem und Juckreiz zeigen
        • unmittelbares Auftreten einer urtikariellen Reaktion zeigt wahrscheinlich eine Penicillin-Allergie an, die Therapie sollte dann unterbrochen werden und entsprechende medizinische Maßnahmen sind einzuleiten
        • bezüglich der künftigen Anwendung von Beta- Lactam-Antibiotika sollte ärztlicher Rat eingeholt werden
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • typischer, masernartiger Ausschlag; einige (5 bis 11) Tage nach Behandlungsbeginn
      • Exantheme und Enantheme in der Mundregion
        • Inzidenz von Exanthemen bei Patienten mit infektiöser Mononukleose oder lymphatischer Leukämie höher
      • Mundtrockenheit und Störungen des Geschmackssinnes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • schwerwiegendere allergische Reaktionen wie
        • Serumkrankheit
        • Arzneimittelfieber
        • angioneurotisches Ödem
        • Larynxödem
        • hämolytische Anämie
        • allergische Vaskulitis
        • Nephritis
      • schwere allergische, z.T. blasenbildende Hautreaktionen
        • exfoliative Dermatitis
        • Lyell-Syndrom
        • Erythema exsudativum multiforme
        • Stevens-Johnson-Syndrom
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • lebensbedrohlicher anaphylaktischer Schock
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • bei Patienten mit Neigung zu Allergien ist eher mit allergischen Reaktionen zu rechnen
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Schwindel
      • Kopfschmerzen
      • Myoklonien
      • Krampfanfälle (bei Niereninsuffizienz oder bei sehr hohen Dosen)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • folgende Nebenwirkungen meist leichter Natur, klingen häufig während, sonst nach Absetzen der Therapie ab:
        • Magenschmerzen
        • Übelkeit
        • Erbrechen
        • Meteorismus
        • weiche Stühle
        • Durchfall
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Pseudomembranöse Kolitis (in den meisten Fällen verursacht durch Clostridium difficile)
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anstieg von Transaminasen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Cholestase und hepatische Cholestase (diese Nebenwirkung ist verbunden mit der Anwendung von Ampicillin und/oder Sulbactam/Ampicillin bei i.m./i.v. Verabreichung).
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP)
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • akute interstitielle Nephritis
      • Kristallurie bei hoch dosierter intravenöser Gabe
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • akutes Nierenversagen mit Ausscheidung von Harnkristallen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schwellungen und Schmerzen an der Injektionsstelle nach intramuskulärer Injektion
      • lokalisierte Venenentzündung möglich bei intravenöser Verabreichung bei hochdosierter Therapie über einen längeren Zeitraum

Anwendungshinweise

  • Hinweise zur Rekonstitution der Arzneimittel vor der Anwendung: siehe Fachinformation
  • Verabreichung als 10%ige Lösung als
    • i.m. oder i.v. Injektion
    • Kurzinfusion
    • Dauertropfinfusion
  • Injektionszeit der i.v. Injektion: mind. 3 Min. / 1 g Ampicillin
  • bei i.m. Applikation übliche Grenze des Injektionsvolumens beachten

Stillzeithinweise

Ampicillin - invasiv
  • Ampicillin darf nach entsprechender Nutzen-Risiko-Abwägung während der Stillzeit angewendet werden
  • Ampicillin geht in die Muttermilch über
    • beim gestillten Säugling können deshalb Durchfälle und Sprosspilzbesiedlung der Schleimhäute auftreten, so dass unter Umständen abgestillt werden muss
    • Möglichkeit einer Sensibilisierung beachten

Schwangerschaftshinweise

Ampicillin - invasiv
  • Vorsicht bei der Anwendung in der Schwangerschaft
  • Daten über begrenzte Anzahl von exponierten Schwangeren lassen nicht auf Nebenwirkungen von Ampicillin auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Fetus/Neugeborenen schließen
  • bisher keine anderen einschlägigen epidemiologischen Daten verfügbar
  • tierexperimentelle Studien
    • lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schließen
  • bei Anwendung in der Schwangerschaft beachten, dass die Ampicillin-Konzentration im Plasma um bis zu 50% erniedrigt sein kann

Warnhinweise

Ampicillin - invasiv
  • allergische Reaktionen
    • bei Patienten mit allergischer Reaktionsbereitschaft Risiko für schwerwiegendere Überempfindlichkeitsreaktionen erhöht, weshalb Ampicillin in solchen Fällen mit besonderer Vorsicht angewandt werden sollte
    • Kreuzallergie mit anderen Beta-Lactam-Antibiotika (u.a. Cephalosporine) möglich
    • zwischen Pilzen und Ampicillin kann Antigengemeinschaft bestehen, so dass bei vorbestehender Mykose auch nach erstmaliger Ampicillin-Gabe allergische Reaktionen auftreten können
  • bei schweren akuten Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Anaphylaxie)
    • bei Hinweisen auf schwere Überempfindlichkeitsreaktionen ist Behandlung abzubrechen und es sind ärztliche Maßnahmen zu ergreifen
    • Behandlung mit Ampicillin sofort abbrechen und erforderliche Notfallmaßnahmen einleiten
  • Infektiöse Mononukleose, chronische lymphatische Leukämie
    • bei viralen Infektionen, insbesondere mit Mononucleosis infectiosa sowie bei lymphatischer Leukämie, sollten gleichzeitige bakterielle Infektionen nur mit Vorsicht mit Ampicillin behandelt werden, da das Risiko erythematöser Hautreaktionen erhöht ist
  • Pseudomembranöse Kolitis
    • bei Hinweisen auf pseudomembranöse Kolitis ist die Behandlung abzubrechen und es sind ärztliche Maßnahmen zu ergreifen
    • Arzt muss Beendigung der Therapie mit Ampicillin in Abhängigkeit von der Indikation erwägen und ggf. sofort angemessene Behandlung einleiten
    • Arzneimittel, die die Peristaltik hemmen, dürfen nicht eingenommen oder verabreicht werden
  • Eingeschränkte Nierenfunktion
    • Dosisanpassung erforderlich
  • Einfluss auf labordiagnostische Untersuchungen
    • nicht-enzymatische Methoden zur Harnzuckerbestimmung können ein falschpositives Resultat ergeben
    • Urobilinogen-Nachweis kann gestört sein
    • bei Schwangeren, die mit Ampicillin therapiert wurden, wurden vorübergehend erniedrigte Plasmakonzentrationen von Estradiol und seinen Konjugaten diagnostiziert
  • zentralnervöse Erregungszustände, Myoklonien oder Krämpfen
    • Ampicillin abgesetzen und eine angemessene Behandlung einleiten