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Fachinformationen

Indikation

  • Hormonsubstitutionstherapie (HRT) bei Estrogenmangelsymptomen bei postmenopausalen Frauen, deren Menopause mehr als 1 Jahr zurückliegt
  • Prävention einer Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit hohem Frakturrisiko, die eine Unverträglichkeit oder Kontraindikation gegenüber anderen zur Osteoporoseprävention zugelassenen Arzneimitteln aufweisen
  • Hinweise
    • begrenzte Erfahrungen zur Anwendung bei Frauen > 65 Jahren

Dosierung

  • Hormonsubstitutionstherapie, Osteoporoseprävention bei postmenopausalen Frauen
    • niedrigst wirksame Dosis für kürzest mögliche Therapiedauer anwenden
    • 1 Tablette (1 mg Estradiol (als Estradiol-Hemihydrat) plus 2 mg Drospirenon) / Tag
    • kontinuierliche Behandlung
    • Therapiebeginn:
      • Frauen, die bisher keine Hormonsubstitutionstherapie (HRT) erhalten haben oder Frauen, die von einem anderen kontinuierlichen, kombinierten Arzneimittel umgestellt werden
        • jederzeit
      • Frauen, die von einer zyklischen, sequentiellen, kombinierten HRT umgestellt werden
        • Beginn am Tag nach Abschluss ihres bisherigen Behandlungszyklus
    • vergessene Einnahme
      • Einnahme baldmöglichst nachholen
      • > 24 Stunden vergangen: keine zusätzliche Tablette einnehmen
      • mehrere Tabletten vergessen: vaginale Blutungen können auftreten
    • Kinder und Jugendliche
      • nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen bestimmt
    • ältere Patientinnen
      • keine Daten vorhanden, die eine Dosisanpassung für ältere Patientinnen empfehlen
    • eingeschränkte Leberfunktion
      • leicht oder mittelgradig eingeschränkte Leberfunktion
        • gute Toleranz
      • schwere Lebererkrankung
        • Anwendung kontraindiziert
      • engmaschige Überwachung erforderlich
      • Verschlechterung der Leberfunktionswerte
        • Beenden der Hormonsubstitutionstherapie
      • akute Lebererkrankung oder anamnestisch bekannte Lebererkrankung, solange sich die Leberfunktionswerte noch nicht normalisiert haben
        • Anwendung kontraindiziert
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • leicht oder mittelgradig eingeschränkte Nierenfunktion
        • leichter Anstieg der Drospirenonexposition
        • keine klin. Relevanz zu erwarten
      • schwere Nierenerkrankung oder akutes Nierenversagen
        • Anwendung kontraindiziert

Kontraindikationen

Drospirenon und Estrogen - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Drospirenon
  • Überempfindlichkeit gegen Estradiol
  • nicht abgeklärte genitale Blutungen
  • bekannter bestehender oder früherer Brustkrebs oder entsprechender Verdacht
  • bekannter estrogenabhängiger maligner Tumor oder entsprechender Verdacht (z.B. Endometriumkarzinom)
  • nicht behandelte Endometriumhyperplasie
  • frühere oder aktuelle venöse thromboembolische Erkrankungen (tiefe Venenthrombose, Lungenembolie)
  • bestehende oder erst kurze Zeit zurückliegende arterielle thromboembolische Erkrankungen (z.B. Angina pectoris, Myokardinfarkt)
  • akute Lebererkrankung oder anamnestisch bekannte Lebererkrankung, solange sich die Leberfunktionswerte noch nicht normalisiert haben
  • bekannte thrombophile Erkrankungen (z. B. Protein-C-, Protein-S-, oder Antithrombin-Mangel)
  • Porphyrie
  • schwere Niereninsuffizienz oder akutes Nierenversagen
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Drospirenon und Estrogen - peroral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Anämie
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Gewichtszunahme
      • Gewichtsabnahme
      • Appetitlosigkeit
      • vermehrter Appetit
      • Hyperlipidämie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hyperkaliämie*
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Depression
      • Stimmungsschwankungen
      • Nervosität
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schlafstörung
      • Angst
      • herabgesetzte Libido
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Parästhesie
      • eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit
      • Benommenheit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Schwindel
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Augenerkrankungen
      • Sehstörungen
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Tinnitus
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Palpitation
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Herzinsuffizienz*
      • Vorhofflattern*
      • QT-Intervall-Verlängerung*
      • Herzvergrößerung*
  • Gefäßerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Embolie
      • Venenthrombose
      • Hypertonie
      • Migräne
      • Thrombophlebitis
      • variköse Venen
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dyspnoe
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Bauchschmerzen
      • Übelkeit
      • Blähbauch
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Magen-Darm-Störungen
      • Diarrhoe
      • Obstipation
      • Erbrechen
      • Mundtrockenheit
      • Blähungen
      • Störungen des Geschmackssinnes
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • abnorme Leberfunktionswerte
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Cholelithiasis
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Haut- oder Haarveränderungen
      • Akne
      • Alopezie
      • Pruritus
      • Exanthem
      • Hirsutismus
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erythema nodosum**
      • Erythema multiforme**
      • Chloasma**
      • hämorrhagische Dermatitis**
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schmerzen der Extremitäten
      • Rückenschmerzen
      • Arthralgie
      • Muskelkrämpfe
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Myalgie
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Harnwegserkrankungen
      • Harnwegsinfektionen
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Benigne Neoplasien der Brust
      • Vergrößerung der Brust
      • Vergrößerung von Uterusmyome
      • benigne Cervixneoplasie
      • Durchbruchblutungen
      • vaginaler Ausfluss
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Brustkrebs
      • Endometriumhyperplasie
      • benigne Uterusneoplasie
      • fibrozystische Brustveränderungen
      • Uterus-, Eierstock- oder Cervixveränderungen
      • Beckenschmerzen
      • vulvovaginale Erkrankungen
      • Vaginalcandidose
      • Vaginitis
      • Scheidentrockenheit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Salpingitis
      • Galaktorrhoe
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Asthenie
      • örtlich begrenztes Ödem
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • generalisierte Ödeme
      • Brustschmerz
      • Unwohlsein
      • vermehrtes Schwitzen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Schüttelfrost
  • Untersuchungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Zunahme von Aldosteron im Blut*

Legende:

*: Zusammenhang mit der Anwendung von Drospirenon plus Ethinylestradiol kann nicht ausgeschlossen werden; die genannten Nebenwirkungen wurden in 2 klinischen Studien bei Frauen mit Bluthochdruck verzeichnet.

**: Nebenwirkungen wuden im Zusammenhang mit einer HRT-Behandlung gemeldet.

Anwendungshinweise

  • Einnahme der Tabletten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit unabhängig von den Mahlzeiten
  • vorzugsweise jeden Tag zur selben Zeit

Stillzeithinweise

Drospirenon und Estrogen - peroral
  • das Arzneimittel ist in der Stillzeit nicht indiziert

Schwangerschaftshinweise

Drospirenon und Estrogen - peroral
  • das Arzneimittel ist in der Schwangerschaft nicht indiziert
  • sofortiges Absetzen, wenn während der Behandlung eine Schwangerschaft eintritt
  • potentielles Risiko für den Menschen nicht bekannt
  • Drospirenon
    • für Drospirenon liegen keine klinischen Daten über eine Exposition während der Schwangerschaft vor
  • die meisten zurzeit vorliegenden epidemiologischen Studien, die hinsichtlich einer unbeabsichtigten Exposition des Fetus mit Kombinationen von Estrogenen und anderen Gestagenen relevant sind, zeigen keine teratogenen oder fetotoxischen Wirkungen
  • tierexperimentelle Studien
    • Reproduktionstoxizität gezeigt

Warnhinweise

Drospirenon und Estrogen - peroral
  • HRT
    • HRT nur zur Behandlung solcher postmenopausaler Beschwerden beginnen, welche die Lebensqualität beeinträchtigen
    • Nutzen und Risiken sollten in jedem Einzelfall mindestens jährlich sorgfältig gegeneinander abgewogen werden
    • eine HRT sollte nur so lange fortgeführt werden, wie der Nutzen die Risiken überwiegt
    • es liegen nur begrenzte Daten zur Bewertung der Risiken einer HRT bei vorzeitiger Menopause vor
    • da jedoch das absolute Risiko bei jüngeren Frauen niedriger ist, könnte das Nutzen- Risiko-Verhältnis bei jüngeren Frauen günstiger sein als bei älteren
  • medizinische Untersuchungen / Kontrolluntersuchungen
    • vor Beginn bzw. Wiederaufnahme einer Hormonsubstitutionstherapie vollständige Eigen- und Familienanamnese der Patientin erheben
    • körperliche Untersuchung (einschließlich Unterleib und Brust) sollte sich an diesen Anamnesen sowie den Kontraindikationen und Warnhinweisen orientieren
    • während der Behandlung werden regelmäßige Kontrolluntersuchungen empfohlen, die sich in Häufigkeit und Art nach der individuellen Risikosituation der Frau richten
    • Frauen sollten darüber aufgeklärt werden, welche Veränderungen der Brüste sie dem Arzt mitteilen müssen (siehe „Brustkrebs" weiter unten)
    • die Untersuchungen, einschließlich bildgebender Verfahren wie Mammographie, sind entsprechend der gegenwärtig üblichen Vorsorgepraxis und den klinischen Notwendigkeiten der einzelnen Frau durchzuführen
  • Situationen, die eine Überwachung erfordern
    • die Patientinnen sollten engmaschig überwacht werden, wenn eine der folgenden Situationen bzw. Erkrankungen vorliegt oder früher vorlag bzw. sich während einer Schwangerschaft oder einer zurückliegenden Hormonbehandlung verschlechtert hat
    • dies gilt auch für den Fall, dass eine der nachfolgend genannten Situationen oder Erkrankungen im Laufe der aktuellen Hormonsubstitutionstherapie auftritt bzw. sich verschlechtert, insbesondere
      • Leiomyom (Uterusmyom) oder Endometriose
      • Risikofaktoren für thromboembolische Störungen
      • Risikofaktoren für estrogenabhängige Tumoren, z. B. Auftreten von Mammakarzinom bei Verwandten 1. Grades
      • Hypertonie
      • Lebererkrankungen (z. B. Leberadenom)
      • Diabetes mellitus mit oder ohne Beteiligung der Gefäße
      • Cholelithiasis
      • Migräne oder (schwere) Kopfschmerzen
      • systemischer Lupus erythematodes (SLE)
      • Endometriumhyperplasie in der Vorgeschichte
      • Epilepsie
      • Asthma
      • Otosklerose
  • Gründe für einen sofortigen Therapieabbruch
    • Therapie ist bei Vorliegen einer Kontraindikation sowie in den folgenden Situationen abzubrechen
      • Ikterus oder Verschlechterung der Leberfunktion
      • signifikante Erhöhung des Blutdrucks
      • Einsetzen migräneartiger Kopfschmerzen
      • Schwangerschaft
  • Endometriumhyperplasie und -krebs
    • Estrogen-Monotherapie
      • postmenopausale Frauen mit intaktem Uterus
        • ungefähr 5 von 1.000 Frauen mit intaktem Uterus, die keine HRT anwenden, entwickeln ein Endometriumkarzinom
        • bei Frauen mit intaktem Uterus wird die Anwendung einer Estrogen-Monotherapie nicht empfohlen, da diese das Risiko eines Endometriumkarzinoms erhöht
      • bei Frauen mit intaktem Uterus ist das Risiko für Endometriumhyperplasie und -karzinom bei längerfristiger Estrogen-Monotherapie erhöht
      • der berichtete Anstieg des Risikos für die Entstehung eines Endometriumkarzinoms bei Anwenderinnen einer Estrogen-Monotherapie schwankt zwischen einer zweifachen bis zu einer zwölffachen Zunahme, verglichen mit Frauen ohne HRT, abhängig von der Dauer der Anwendung und der Höhe der Estrogendosis
        • in Abhängigkeit von der Dauer der Estrogen-Monotherapie und der Estrogendosis lag das erhöhte Risiko eines Endometriumkarzinoms in epidemiologischen Studien bei 5 bis 55 zusätzlich diagnostizierten Fällen pro 1.000 Frauen im Alter zwischen 50 und 65 Jahren
      • nach Beendigung der Behandlung kann das Risiko für mindestens 10 Jahre erhöht bleiben
    • zusätzliche zyklische Gabe eines Gestagens für die Dauer von mindestens 12 Tagen pro Monat bzw. pro 28-Tage-Zyklus oder die kontinuierliche kombinierte Estrogen- Gestagen Behandlung von Frauen mit intaktem Uterus kompensiert das zusätzliche Risiko, das von der Estrogen-Monotherapie ausgeht
      • in der Million Women Study war nach 5-jähriger Anwendung einer kombinierten HRT (sequentiell oder kontinuierlich) das Risiko eines Endometriumkarzinoms nicht erhöht (RR 1,0 (95 % KI 0,8 - 1,2))
    • Durchbruch- und Schmierblutungen können während der ersten Monate der Behandlung auftreten
      • wenn solche Blutungen einige Zeit später im Verlauf der Therapie auftreten oder nach Therapieende anhalten, muss die Ursache ermittelt und u. U. eine Biopsie des Endometriums durchgeführt werden, um eine maligne Erkrankung des Endometriums auszuschließen
  • Brustkrebs
    • es gibt Belege für ein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Frauen, die eine kombinierte HRT mit Estrogen und Gestagen oder eine HRT nur mit Estrogen erhalten;
      • Höhe des Risikos ist abhängig von der Anwendungsdauer
    • Estrogen-Gestagen-Kombinationstherapie
      • im Rahmen der randomisierten placebokontrollierten Studie Women's Health Initiative Study (WHI) und einer Metaanalyse von prospektiven epidemiologischen Studien wurde gleichermaßen ein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Frauen festgestellt, die eine Kombination aus Estrogen und Gestagen als HRT einnehmen; dieses Risiko tritt nach ca. 3 (1 - 4) Jahren in Erscheinung
      • bei Frauen, die eine kombinierte Estrogen- Gestagen-Therapie über mehr als 5 Jahre durchgeführt hatten, war das Risiko für eine Brustkrebsdiagnose bis zu 2-fach erhöht
    • Estrogen-Monotherapie
      • die WHI-Studie zeigte kein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei hysterektomierten Frauen unter einer Estrogen-Monotherapie
      • das erhöhte Risiko ist unter Monotherapie geringer als bei Anwenderinnen von Estrogen-Gestagen- Kombinationspräparaten
        • Beobachtungsstudien haben unter einer Estrogen- Monotherapie meist ein geringfügig erhöhtes Risiko für eine Brustkrebsdiagnose gezeigt, das jedoch niedriger war als das Risiko bei Anwenderinnen von Estrogen-Gestagen-Kombinationen
      • die Ergebnisse einer großen Metaanalyse haben gezeigt, dass nach Behandlungsende das erhöhte Risiko im Laufe der Zeit abnimmt und die Zeit bis zur Rückkehr auf das altersentsprechende Grundrisiko von der Dauer der vorherigen Anwendung der HRT abhängig ist
        • wenn die HRT mehr als 5 Jahre lang angewendet wurde, kann das Risiko über einen Zeitraum von 10 Jahren oder länger andauern
      • eine HRT, insbesondere eine kombinierte Behandlung mit Estrogenen und Gestagenen führt zu einer erhöhten Brustdichte in der Mammographie, was sich nachteilig auf die radiologische Brustkrebsdiagnostik auswirken kann
  • venöse Thromboembolie
    • eine HRT ist mit einem 1,3 bis 3-fach erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) verbunden, v. a. für tiefe Venenthrombosen oder Lungenembolien
      • im ersten Jahr einer Hormonsubstitutionstherapie ist das Auftreten einer VTE wahrscheinlicher als später
    • zu den allgemein anerkannten VTE-Risikofaktoren gehören
      • die Anwendung von Estrogenen
      • ein höheres Alter
      • größere Operationen
      • eine VTE in der Eigen- oder Familienanamnese
      • erhebliches Übergewicht (BMI > 30 kg / m2)
      • Schwangerschaft / Wochenbett
      • systemischer Lupus erythematodes (SLE)
      • Krebs
      • möglicherweise Varizen; (es besteht kein Konsens über die mögliche Rolle von Varizen bei VTE)
      • Patientinnen mit bekannter Thrombophilie
        • HRT kann dieses Risiko erhöhen und ist daher bei diesen Patientinnen kontraindiziert
    • postoperativen Patienten
      • wie bei allen postoperativen Patienten müssen vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung einer VTE nach der Operation berücksichtigt werden
      • bei längerer Immobilisierung nach einer geplanten Operation wird empfohlen, die HRT 4 bis 6 Wochen vor dem Eingriff auszusetzen
      • die Behandlung sollte erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Frau wieder vollständig mobilisiert ist
    • bei Frauen ohne VTE in der Vorgeschichte, aber mit Verwandten ersten Grades, die bereits in jungen Jahren an VTE erkrankten
      • Thrombophilie-Screening in Erwägung ziehen
      • vorher sollte die Patientin eingehend über die begrenzte Aussagekraft dieses Verfahrens beraten werden (es wird nur ein Teil der Defekte identifiziert, die zu einer Thrombophilie führen)
      • wird ein thrombophiler Defekt festgestellt und sind außerdem Thrombosen bei Verwandten bekannt oder ist der festgestellte Defekt schwerwiegend (z. B. Antithrombin-, Protein- S- und / oder Protein-C-Mangel oder eine Kombination von Defekten), so ist eine HRT kontraindiziert
    • bei Patientinnen unter einer dauerhaften Behandlung mit Antikoagulantien sollte vor der Anwendung einer HRT das Risiko- Nutzen- Verhältnis sorgfältig abgewogen werden
    • sollte sich eine VTE nach Beginn der HRT entwickeln, muss das Arzneimittel abgesetzt werden
    • die Patientinnen sollen darauf hingewiesen werden, dass sie sofort Kontakt mit einem Arzt aufnehmen müssen, wenn sie mögliche Symptome einer Thromboembolie bemerken, insbesondere
      • schmerzhafte Schwellung eines Beins
      • plötzlicher Schmerz im Brustkorb
      • Atemnot
  • Koronare Herzkrankheit (KHK)
    • bei Anwenderinnen einer kombinierten Estrogen- Gestagen-HRT im Alter von über 60 Jahren ist das Risiko für die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit leicht erhöht
    • es gibt keine Hinweise aus randomisierten kontrollierten Studien, dass eine kombinierte HRT mit Estrogen und Gestagen oder eine Estrogen-Monotherapie Frauen vor einem Myokardinfarkt schützt, unabhängig davon ob bei ihnen eine koronare Herzkrankheit vorliegt oder nicht
    • das relative Risiko einer koronaren Herzkrankheit ist unter einer kombinierten HRT mit Estrogen und Gestagen geringfügig erhöht
    • da das Ausgangsrisiko für eine koronare Herzkrankheit in hohem Maß altersabhängig ist, ist die Zahl der zusätzlich auftretenden Fälle, die auf die HRT aus Estrogen und Gestagen zurückgehen, bei prämenopausalen gesunden Frauen sehr gering; die Zahl steigt jedoch mit zunehmendem Alter
  • Schlaganfall
    • die kombinierte Behandlung mit Estrogen und Gestagen und die Estrogen-Monotherapie sind mit einem bis zu 1,5-fach erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden
    • das relative Risiko ist unabhängig vom Alter und der Zeitspanne, die seit der Menopause vergangen ist
    • da allerdings das Grundrisiko, einen Schlaganfall zu erleiden, in hohem Maß altersabhängig ist, nimmt das Gesamtrisiko eines Schlaganfalls für Frauen unter einer HRT mit zunehmendem Alter zu
      • das Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall ist unter einer HRT nicht erhöht; dieses relative Risiko ist unabhängig vom Alter oder von der Anwendungsdauer
      • da das Ausgangsrisiko jedoch stark vom Alterabhängt, erhöht sich das Gesamtrisiko bei Frauen unter einer HRT mit zunehmendem Alter
  • Ovarialkarzinomrisiko
    • das Ovarialkarzinom ist viel seltener als Brustkrebs
    • Anwendung von Estrogen-Monoarzneimitteln oder kombinierten Estrogen-Gestagen- Arzneimitteln zur HRT ist mit einem geringfügig erhöhten Risiko verbunden, dass ein Ovarialkarzinom diagnostiziert wird, das sich innerhalb von 5 Anwendungsjahren zeigt und nach Behandlungsende im Laufe der Zeit abnimmt
    • einige weitere Studien, einschließlich der WHI-Studie, deuten darauf hin, dass das entsprechende Risiko unter der Anwendung einer kombinierten HRT vergleichbar oder geringfügig geringer ist
    • aus einer Meta-Analyse von 52 epidemiologischen Studien geht ein erhöhtes Ovarialkarzinomrisiko für Frauen hervor, die zurzeit HRT anwenden, im Vergleich zu Frauen, die HRT nie angewendet haben (RR 1,43, 95 % CI 1,31 - 1,56)
      • bei Frauen im Alter zwischen 50 und 54 Jahren, die eine HRT 5 Jahre lang anwenden, tritt ein zusätzlicher Fall pro 2.000 Anwenderinnen auf
      • bei Frauen im Alter zwischen 50 und 54 Jahren, die keine HRT anwenden, werden über einen 5-Jahres-Zeitraum etwa 2 Fälle von Ovarialkarzinom pro 2.000 Frauen diagnostiziert
  • Patientinnen mit kardialen oder renalen Funktionsstörungen
    • sind sorgfältig zu beobachten, da Estrogene eine Flüssigkeitsretention bewirken können
  • Frauen mit vorbestehender Hypertriglyceridämie
    • Frauen mit vorbestehender Hypertriglyceridämie müssen während einer Estrogen- oder Hormonsubstitutionstherapie engmaschig überwacht werden, weil im Zusammenhang mit einer Estrogentherapie unter derartigen Umständen von seltenen Fällen eines starken Triglyceridanstiegs im Plasma mit der Folge einer Pankreatitis berichtet wurde
  • Hormonspiegel und Plasmaproteine
    • Estrogene erhöhen die Konzentration des thyroxinbindenden Globulins (TBG), wodurch es zu einem Anstieg des gesamten zirkulierenden Schilddrüsenhormons kommt, was anhand des proteingebundenen Jods (PBI), des T4-Spiegels (Säulen- oder Radioimmunassay) oder T3-Spiegels (Radioimmunassay) gemessen wird
    • die T3-Harzaufnahme ist herabgesetzt, was einen TBG-Anstieg widerspiegelt; die freien T4- und T3-Konzentrationen verändern sich nicht.
    • andere Bindungsproteine können im Serum erhöht sein, wie das corticoidbindende Globulin (CBG) und das geschlechtshormonbindende Globulin (sex-hormonebinding globulin/SHBG), was zu einem Ansteigen der zirkulierenden Corticosteroide bzw. Sexualhormone führt
    • freie oder biologisch aktive Hormonkonzentrationen bleiben unverändert; andere Plasmaproteine können erhöht sein (Angiotensinogen / Reninsubstrat, Alpha-l-Antitrypsin, Coeruloplasmin)
  • kognitive Fähigkeiten
    • unter einer HRT verbessern sich die kognitiven Fähigkeiten nicht
    • es gibt Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für eine wahrscheinliche Demenz bei Frauen, die bei Beginn einer kontinuierlichen kombinierten HRT oder einer Estrogen-Monotherapie älter als 65 Jahre waren
  • Kaliumspiegel
    • Drospirenon ist ein Aldosteron-Antagonist, welcher schwach kaliumsparend wirkt
    • in den meisten Fällen ist kein Anstieg des Kaliumspiegels im Serum zu erwarten
    • in einer klinischen Studie zeigte sich jedoch bei einigen Patientinnen mit einer leichten bis mittelschweren Einschränkung der Nierenfunktion und einer gleichzeitigen Einnahme von kaliumsparenden Arzneimitteln (wie ACE-Hemmern, Angiotensin-II- Rezeptorantagonisten oder NSAIDs) eine geringfügige, nicht signifikante Erhöhung der Serumkaliumspiegel unter der Einnahme von Drospirenon
    • deshalb werden Kontrollen des Kaliumspiegels während des ersten Behandlungszyklus empfohlen bei Patientinnen mit einer renalen Insuffizienz und einem Kaliumspiegel im oberen Normbereich und insbesondere während der gleichzeitigen Einnahme von kaliumsparenden Arzneimitteln
  • Blutdrucksenkung
    • aufgrund der aldosteronantagonistischen Wirkung von Drospirenon kann es bei Frauen mit erhöhtem Blutdruck zu einerSenkung des Blutdrucks unter der Behandlung mit dem Arzneimittel kommen
    • das Präparat sollte nicht zur Behandlung einer Hypertonie angewendet werden
      • Frauen mit Hypertonie sollten gemäß den Leitlinien zur Hypertonie behandelt werden
  • sonstige in Zusammenhang mit einer Estrogen-/ Gestagen-Behandlung berichtete unerwünschte Arzneimittelwirkungen
    • Erkrankung der Gallenblase
    • Haut- und Unterhauterkrankungen
      • Chloasma
        • gelegentlich kann Chloasma auftreten, insbesondere bei Frauen mit Chloasma gravidarum in der Anamnese
        • Frauen mit einer Neigung zu Chloasma sollen während der Einnahme einer HRT direkte Sonnen- und UV-Lichtbestrahlung meiden
      • Erythema multiforme
      • Erythema nodosum
      • vaskuläre Purpura
    • wahrscheinliche Demenz bei Frauen im Alter von über 65 Jahren