Anti-Kalium Na Beutel
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 20X15 G | 50,08 € |
| N2 | 50X15 G | 107,09 € |
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Indikation
- erhöhter Serumkaliumspiegel (Hyperkaliämie)
Dosierung
Basiseinheit: 15 g Granulat (1 Beutel) enthalten 12 g Poly(styrol-co-divinylbenzol)sulfonsäure (92:8), Natriumsalz; Natriumgehalt pro Gramm: 76,0 - 92,4 mg
- Hyperkaliämie
- Dosierung individuell und nach täglicher Kontrolle der Serum-Kaliumspiegel festlegen
- im Allgemeinen gelten folgende Tagesdosen:
- Erwachsene
- oral: 1 Beutel (15 g Granulat) 1 - 4mal / Tag
- rektal: 2 Beutel (30 g Granulat) 1 - 2mal / Tag
- Neugeborene und Kinder
- rektal: 0,5 - 1 g Granulat/kg KG / Tag in mehreren Einzeldosen
- Erhaltungstherapie: 0,5 g Granulat/kg KG / Tag
- keine orale Verabreichung des Granulats bei Neugeborenen
- Erwachsene
- Dauer der Anwendung
- richtet sich nach dem Kaliumspiegel im Blut (Bestimmung muss täglich erfolgen)
- Kaliumwert < 5 mmol/l: Absetzen des Präparates
- für die Dauer der Behandlung wird eine kalium- und natriumarme, aber kalorienreiche Diät empfohlen
Kontraindikationen
Polystyrolsulfonat - rektal
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Polystyrolsulfonat (Poly(styrol-codivinylbenzol)sulfonsäure)
- Hypokaliämie, Serum-Kaliumspiegel < 5 mmol/l
- stenosierende Darmerkrankungen
- eingeschränkte Darmmotilität
- bei Anwendung von Natriumpolystyrolsulfonat:
- kontraindiziert bei Hypernatriämie
- kontraindiziert bei erheblicher Natriumretention
- bei stark erhöhtem Blutdruck sollte Natriumpolystyrolsulfonat wegen der erhöhten Natriumaufnahme nur mit entsprechender Vorsicht und unter begleitender Kontrolle gegeben werden
- bei Anwendung von Calciumpolystyrolsulfonat:
- kontraindiziert bei Hyperkalzämie (z.B. bei Hyperparathyreoidismus, Sarkoidose, Plasmozytom oder metastasierendes Karzinom mit gleichzeitiger Niereninsuffizienz)
Therapiehinweise
Mit Flüssigkeit einnehmen.
Nebenwirkungen
Polystyrolsulfonat - rektal
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Hypokaliämie, einschließlich deren klinischer Manifestationen
- Hypernatriämie, einschließlich deren klinischer Manifestationen (bei Anwendung von Natriumustauscherharzen)
- Hypomagnesiämie
- Hypokalzämie
- Hyperkalzämie (bei Anwendung von Calciumaustauscherharzen)
- bei Dialysepatienten, die Calciumaustauscher erhalten, sowie bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz beobachtet worden
- obgleich viele Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz niedrige Serum-Calcium- und hohe Serum- Phosphatspiegel haben, wird bei einigen Patienten ein plötzlicher Anstieg des Serum- Calciums nach der Behandlung beobachtet
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- ohne Häufigkeitsangabe
- gastrointestinale Ischämien und ischämische Kolitis
- Ulzerationen und Nekrosen des Gastrointestinaltrakts, die zur Perforation führen können
- Fälle mit tödlichem Ausgang berichtet, die mehrheitlich mit einer gleichzeitigen Anwendung von Sorbitol assoziiert waren
- Magen-Darm-Unverträglichkeit
- Appetitlosigkeit
- Übelkeit
- Erbrechen
- Diarrhö
- Obstipation
- besonders bei Kindern Fälle von massiver Obstipation nach rektaler Verabreichung und Fälle von Magen-Darm-Konkrementen nach oraler Verabreichung beobachtet
- gastrointestinale Stenosen und Obstruktionen
- möglicherweise lag diesen Fällen eine gleichzeitig bestehende Erkrankung oder eine ungenügende Verdünnung der Suspension zugrunde
- Hämatochezien (Blutstühle)
- bei Frühgeborenen und Neugeborenen mit geringem Geburtsgewicht unter der Anwendung von Kationenaustauscherharzeinläufen beobachtet
- Zusammenhang mit gleichzeitig verabreichtem Sorbitol als ursächlichem Faktor kann nicht ausgeschlossen werden
- ohne Häufigkeitsangabe
Anwendungshinweise
- zum Einnehmen
- 15 g Granulat (1 Beutel) in 100 ml Wasser, Milch, Kaffee oder Tee aufrühren und sofort (bevor sich der Überzug des Granulats auflöst) trinken
- keine Fruchtsäfte zur Zubereitung oder zum Nachspülen des Granulats
- optional: Zugabe von Honig, Sirup, Zucker, Süssstoff etc. zur Geschmacksverbesserung
- Aufnahme des Harzes in sitzender Haltung, um Aspiration und somit bronchopulmonale Komplikationen zu vermeiden
- keine orale Verabreichung des Granulats bei Neugeborenen
- die Applikation hat mit mind. 3 Stunden Abstand vor oder nach anderen oralen Arzneimitteln zu erfolgen
- bei Patienten mit Gastroparese sollte ein zeitlicher Abstand von 6 Stunden in Betracht gezogen werden
- zur rektalen Anwendung nach Suspendieren
- rektale Verabreichung für Patienten mit Erbrechen oder Problemen im oberen Gastrointestinaltrakt
- bei rektaler Verabreichung als Verweilklysma werden 30 g Granulat (2 Beutel) in 150 bis 250 ml Flüssigkeit (Wasser oder 10%ige wässrige Glukoselösung) körperwarm gegeben
- Klysma möglichst lange halten, optimal sind mind. 9 Stunden
- anschließend Darmspülung mit ca. 2 l körperwarmem Leitungswasser (u.a. zur Vermeidung von Obstipation durch das Austauschharz)
- bei Kindern und Neugeborenen:
- Granulat in 10%iger wässriger Dextroselösung lösen
- zur Entfernung des Harzes Darmspülungen mit warmem Leitungswasser
- Anwendung von Anti-Kalium Na nur unter besonderer Vorsicht
- dem Austauscherharz darf kein Sorbitol zugefügt werden
- weitere Hinweise s. Fachinformation
Stillzeithinweise
Polystyrolsulfonat - rektal
- darf während der Stillzeit nicht angewendet werden, es sei denn, dass die Behandlung auf Grund des klinischen Zustandes der Frau erforderlich ist
- Entscheidung muss darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung verzichtet werden soll / die Behandlung zu unterbrechen ist; dabei sowohl Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigen
- bisher keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung bei Stillenden vorliegend
- nicht bekannt ob Polystyrolsulfonat und Metabolite in die Muttermilch übergehen
- Risiko für das Neugeborene kann nicht ausgeschlossen werden
Schwangerschaftshinweise
Polystyrolsulfonat - rektal
- darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dass die Behandlung auf Grund des klinischen Zustandes der Frau erforderlich ist
- Anwendung bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, nicht empfohlen
- bisher keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung bei Schwangeren vorliegend
- keine tierexperimentellen Studien in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität vorliegend
- das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt
- Fertilität
- keine Daten vorliegend
Warnhinweise
Polystyrolsulfonat - rektal
- Sorbitol
- unter der Behandlung, insbesondere bei Patienten, die gleichzeitig Sorbitol anwenden, gastrointestinale Stenosen und intestinale Ischämien berichtet worden, mitunter verbunden mit Nekrosen und Perforationen als Komplikationen
- Fälle mit fatalem Ausgang berichtet
- Polystyrolsulfonat sollte daher nicht gleichzeitig mit Sorbitol angewendet werden
- unter der Behandlung, insbesondere bei Patienten, die gleichzeitig Sorbitol anwenden, gastrointestinale Stenosen und intestinale Ischämien berichtet worden, mitunter verbunden mit Nekrosen und Perforationen als Komplikationen
- zeitliche Verzögerung
- Wirkung von Kationenaustauscherharzen wie Polystyrolsulfonat setzt mit zeitlicher Verzögerung ein
- bei der Behandlung einer lebensbedrohlichen Hyperkaliämie stehen daher sofort wirksame therapeutische Maßnahmen wie Glucose/Insulin-, Calciumgluconat- oder NaHCO3-Infusionen im Vordergrund
- vor der Anwendung
- sind der Elektrolythaushalt und der SäureSäure-Basen-Haushalt, der Herzrhythmus und die Nierenfunktion zu kontrollieren
- bei der Therapie müssen zur Vermeidung einer Hypokaliämie tägliche Kontrollen der Serum-Kalium- und Serum-Natriumspiegel vorgenommen werden
- sobald der Kaliumspiegel 5 mmol/l erreicht hat, muss das Präparat abgesetzt werden
- Herzglykoside
- Vorsicht bei digitalisierten Patienten: der gesenkte Kaliumspiegel verstärkt die Wirkung und v.a. die Nebenwirkungen der Herzglykoside
- Vorsicht bei gleichzeitiger Gabe von Schleifendiuretika
- Calcium
- zur Vermeidung einer Hypokalzämie sind über mehrere Tage Messungen der Calciumspiegel erforderlich
- ggf. Calciumausgleich notwendig
- bei Anwendung eines Calciumaustauscherharzes: zur Vermeidung einer Hyperkalzämie müssen wöchentliche Kontrollen der Serum-Calciumspiegel vorgenommen werden
- zur Vermeidung einer Hypokalzämie sind über mehrere Tage Messungen der Calciumspiegel erforderlich
- Flüssigkeitsbilanz
- wenn mit Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe gerechnet werden muss, sorgfältige Überprüfung der Flüssigkeitsbilanz mit Drosselung der Flüssigkeitszufuhr angezeigt
- Herzinsuffizienz
- Vorsicht bei drohender oder bestehender akuter Herzinsuffizienz: in derartigen Fällen ist die Flüssigkeitsaufnahme insgesamt einzuschränken
- Nierenversagen
- Vorsicht bei chronischem und akutem Nierenversagen: Gefahr der Ödembildung, von Hypertonie und Herzinsuffizienz durch Rückhaltung des beim Austauschvorgang frei gewordenen und aufgenommenen Natriums
- tägliche Kontrolle des Natriumspiegels angezeigt
- Blutdruck
- bei stark erhöhtem Blutdruck sollte Polystyrolsulfonat wegen der erhöhten Natriumaufnahme mit entsprechender Vorsicht und unter begleitender Kontrolle gegeben werden
- Hypomagnesiämie, Hypokalzämie
- da das Austauscherharz keine absolute Selektivität für Kalium aufweist, besteht Möglichkeit einer Hypomagnesiämie oder Hypokalzämie
- Elektrolytspiegel sollten kontrolliert werden
- Obstipation
- beim Auftreten von klinisch bedeutsamer Obstipation sollte die Behandlung mit bis zur Normalisierung der Verdauung unterbrochen werden
- Magnesiumhaltige Abführmittel vermeiden
- bei Neigung zu chronischer Obstipation igleichzeitige Einnahme eines Laxans empfehlenswert
- Bindung anderer oral angewendeter Arzneimittel
- Polystyrolsulfonat kann an andere oral angewendete Arzneimittel binden, wodurch deren gastrointestinale Resorption und Wirksamkeit vermindert werden kann
- gleichzeitige Anwendung mit anderen oralen Arzneimitteln vermeiden
- Applikation von Polystyrolsulfonat hat mit mind. 3 Stunden Abstand vor oder nach anderen oralen Arzneimitteln zu erfolgen
- bei Patienten mit Gastroparese sollte ein zeitlicher Abstand von 6 Stunden in Betracht gezogen werden
- Polystyrolsulfonat kann an andere oral angewendete Arzneimittel binden, wodurch deren gastrointestinale Resorption und Wirksamkeit vermindert werden kann
- Kinder
- bei Neugeborenen und Kindern sollte die rektale Verabreichung nur mit besonderer Vorsicht erfolgen, da eine Überdosierung oder unzureichende Verdünnung zu einer Ablagerung des Harzes im Darm führen könnte
- bei Frühgeborenen und Neugeborenen mit niedrigem Geburtsgewicht sollte auf Grund des Risikos von Blutungen des Verdauungstraktes und Nekrosen des Kolons die rektale Verabreichung nur mit besonderer Vorsicht erfolgen
- Natriumbelastung durch das Präparat beachten