AQUMELDI 1 mg Schmelztabletten

Proveca Pharma Ltd.
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Enalapril →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 50 ST 148,44 €
N3 100 ST 285,54 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung von Herzinsuffizienz bei Kindern (Geburt bis < 18 Jahre)

Dosierung

  • Behandlung von Herzinsuffizienz bei Kindern (Geburt bis < 18 Jahre)
    • Behandlung sollte von einem Arzt begonnen werden, der in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Herzinsuffizienz erfahren ist
    • Anfangs- / Testdosis
      • 0,01 - 0,04 mg Enalaprilmaleat / kg (max. 2 mg Enalaprilmaleat) als eine einzige Anfangsdosis
        • weniger stabile Patienten und Säuglinge < 30 Tage
          • Testdosis am unteren Ende des Bereichs
      • vor der Gabe einer Testdosis:
        • Überprüfung von Blutdruck und Nierenfunktion
          • Blutdruck < 5. Perzentil oder das Kreatinin > normalem Altersgrenzwert
            • Enalapril nicht anwenden
      • während 1 - 2 Std. nach der Anfangsdosis
        • Überwachung des Blutdrucks in regelmäßigen Abständen
        • systolischer Blutdruck < 5. Perzentil
          • Behandlung mit Enalapril abbrechen
          • geeignete klinische Behandlung einleiten
    • Ziel- / Erhaltungsdosis
      • 0,15 bis 0,3 mg Enalaprilmaleat / kg (max. 20 mg Enalaprilmaleat) / Tag
        • in 1 Dosis oder in 2 getrennten Dosen
        • 8 Std. nach der Testdosis
      • Dosisanpassung
        • individuell je nach Blutdruck, Serumkreatinin und Kaliumveränderungen
          • systolischer Blutdruck >/= 5. Perzentil und Serumkreatinin </= 1,5-Fache des Ausgangswerts
            • Erhöhung der Enalapril-Dosis in Betracht ziehen
          • systolischer Blutdruck < 5. Perzentil und Serumkreatinin > 2-Fache des Ausgangswerts
            • Enalapril absetzen
          • systolischer Blutdruck < 5. Perzentil und Serumkreatinin 1,5- bis 2-Fache des Ausgangswerts
            • Dosis von Enalapril reduzieren
          • systolischer Blutdruck > 5. Perzentil und Serumkreatinin > 2-Fache des Ausgangswerts
            • Dosis von Enalapril herabtitrieren
          • systolischer Blutdruck >/= 5. Perzentil und Serumkreatinin 1,5- bis 2-Fache des Ausgangswerts
            • Anwendung von Enalapril mit derselben Dosis fortsetzen
          • Kaliumspiegel >/= 5,5 mmol / l (zu einem beliebigen Zeitpunkt)
            • Behandlung mit Enalapril unterbrechen
            • sobald die Hyperkaliämie abgeklungen ist:
              • mit derselben oder einer niedrigeren Dosis Enalapril fortfahren
            • erneute Hyperkaliämie:
              • Behandlung mit Enalapril unterbrechen
              • sobald die Hyperkaliämie abgeklungen ist:
                • mit einer niedrigeren Dosis Enalapril fortfahren
            • Kaliumspiegel trotz mehrfacher Dosisverringerung wiederholt > 5,5 mmol / l
              • Enalapril absetzen
    • versäumte Dosis
      • nächste Dosis wie gewohnt anwenden
      • nicht die doppelte Menge anwenden

Dosisanpassung

  • Nierenfunktionsstörung
    • es sind besondere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten (s. auch Fachinformation)
    • GFR >/= 50 ml / Min. / 1,73 m2
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • GFR >/= 30 bis < 50 ml / Min. / 1,73 m2
      • mit 50 % der normalen Einzeldosis beginnen
      • 1 Dosis in Abständen von 12 Stunden verabreichen
    • glomeruläre Filtrationsrate (GFR) < 30 ml / Min. / 1,73 m2
      • Anwendung kontraindiziert
    • Dialyse
      • mit 25 % der normalen Einzeldosis beginnen
      • 1 Dosis in Abständen von 12 Stunden verabreichen
    • Dosis in Abhängigkeit von der Wirkung auf die höchstmögliche verträgliche Dosis erhöhen
    • Überprüfung der Kreatinin- und Kaliumkonzentrationen
      • abhängig vom klinischen Zustand des Patienten
      • innerhalb von 2 Wochen nach Beginn der Behandlung
      • anschließend mind. 1mal / Jahr
  • Leberfunktionsstörung
    • keine Daten vorhanden
    • Dosisanpassung wird nicht als notwendig erachtet
    • Behandlung jedoch nur unter strenger Überwachung
    • Kinder < 1 Monat
      • Behandlung nicht empfohlen
  • Säuglinge < 30 Tage
    • Behandlung nur mit strenger Überwachung einschl. Blutdruck, Serumkaliumspiegel und Nierenfunktion

Kontraindikationen

Enalapril - intraoral
  • Überempfindlichkeit gegen Enalapril oder einen anderen Hemmer des Angiotensin-konvertierenden Enzyms (ACE-Hemmer, ACEi)
  • Angioödem in der Anamnese im Zusammenhang mit einer früheren ACE-Hemmer-Therapie
  • erbliches oder idiopathisches Angioödem
  • zweites und drittes Schwangerschaftstrimester
  • gleichzeitige Anwendung mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln ist bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion (GFR < 60 ml / min / 1,73 m2) kontraindiziert
  • Kombination mit Sacubitril/Valsartan (ein Arzneimittel, das einen Neprilysin-Inhibitor enthält) aufgrund des erhöhten Risikos für ein Angioödem.
    • Enalapril darf nicht innerhalb von 36 Stunden vor oder nach dem Wechsel zu oder von Sacubitril/Valsartan angewendet werden
  • Kinder und Jugendliche mit schwerer Nierenfunktionsstörung (GFR < 30 ml / min / 1,73 m2)

Therapiehinweise

Einschleichend dosieren.

Nebenwirkungen

Enalapril - intraoral

Nebenwirkungen bei Kindern mit Herzinsuffizienz

  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • orthostatischer Schwindel
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypotonie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Husten
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erbrechen
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyperkaliämie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Mikroalbuminurie

Nebenwirkungen in der erwachsenen Population (hypertensiven Patienten und Patienten mit Herzinsuffizienz)

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • aplastische Anämie
      • hämolytische Anämie
      • Anämie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Knochenmarkdepression
      • Neutropenie
      • Agranulozytose
      • Panzytopenie
      • Thrombozytopenie
      • Lymphadenopathie
      • Hämoglobin erniedrigt
      • Hämatokrit erniedrigt
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Angioödem
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Autoimmunerkrankungen
  • Endokrine Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • SyndromSyndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH)
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypoglykämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Depression
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Verwirrung
      • Nervosität
      • Schlaflosigkeit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • abnormale Träume
      • Schlafstörungen
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schwindelgefühl
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
      • Ohnmacht
      • Geschmacksänderung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Parästhesie
      • Somnolenz
      • Vertigo (Schwindel)
  • Augenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • verschwommenes Sehen
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Tinnitus
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schmerzen im Brustkorb
      • Rhythmusstörungen
      • Angina pectoris
      • Tachykardie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Myokardinfarkt
      • Schlaganfall
      • Palpitationen
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypotonie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • orthostatische Hypotonie
      • Erröten (Flush)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Raynaud-Syndrom
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Husten
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dyspnoe
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Asthma
      • Bronchospasmus
      • Halsschmerzen
      • Rhinorrhoe
      • Heiserkeit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • pulmonale Infiltrate
      • allergische Alveolitis
      • eosinophile Pneumonie
      • Rhinitis
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Diarrhö
      • Abdominalschmerz
      • Erbrechen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Ileus
      • Pankreatitis
      • peptisches Ulkus
      • Obstipation
      • Anorexie
      • Magenreizung
      • Dyspepsie
      • Mundtrockenheit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Stomatitis
      • aphthöse Ulzeration
      • Glossitis
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • intestinales Angioödem
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Leberversagen
      • Cholestase
      • Hepatitis
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ausschlag
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Pruritus
      • Diaphorese
      • Alopezie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Erythema multiforme
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • exfoliative Dermatitis
      • toxische epidermale Nekrolyse
      • Pemphigus
      • Erythrodermie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • schwerwiegende Hautreaktionen, einschließlich
        • Fieber
        • Serositis
        • Vaskulitis
        • Myalgie/Myositis
        • Arthralgie/Arthritis
        • ANA-Titer positiv
        • BSG erhöht
        • Eosinophilie
        • Leukozytose
        • Ausschlag
        • Lichtempfindlichkeit
        • andere dermatologische Manifestationen
      • Überempfindlichkeitsreaktionen
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Muskelkrämpfe
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Nierenfunktionsstörungen
      • Nierenversagen
      • Proteinurie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Oligurie
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Impotenz
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Gynäkomastie
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Asthenie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ermüdung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Fieber
      • Unwohlsein
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyperkaliämie
      • Mikroalbuminurie
      • erhöhtes Kreatinin im Serum
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Blutharnstoff erhöht
      • Hyponatriämie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Leberenzyme erhöht
      • Bilirubin im Serum erhöht

Anwendungshinweise

  • Schmelztablette nur zum Einnehmen
    • auf die Zunge oder in die Wangentasche legen und auflösen lassen
  • Einnahme mit einer Mahlzeit oder unabhängig davon
  • Hinweise zur Gabe von Anfangsdosen < 0,25 mg und im Falle einer Gabe über eine Magensonde, siehe Fachinformation

Stillzeithinweise

Enalapril - intraoral
  • es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung verzichtet werden soll / die Behandlung mit Enalapril zu unterbrechen ist
    • dabei soll sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigt werden
  • Enalapril und seine Metaboliten werden in die Muttermilch in solchem Ausmaß ausgeschieden, dass Auswirkungen auf die gestillten Neugeborenen/Säuglinge nicht ausgeschlossen werden können

Schwangerschaftshinweise

Enalapril - intraoral
  • Enalapril ist während des zweiten und dritten Trimesters der Schwangerschaft kontraindiziert und wird im ersten Trimester nicht empfohlen
  • Erfahrungen am Menschen zeigen, dass eine Anwendung von ACE-Hemmern, einschließlich Enalapril, während der Schwangerschaft zu angeborenen Fehlbildungen (verminderte Nierenfunktion, Oligohydramnion, verzögerte Ossifikation des Schädels, Kontrakturen der Gliedmaßen, kraniofaziale Deformationen und hypoplastische Lungenentwicklung) und neonataler Toxizität (Nierenversagen, Hypotonie, Hyperkaliämie) führt
  • es sind mütterliche Oligohydramnien aufgetreten, die vermutlich eine verminderte fetale Nierenfunktion darstellen und zu Kontrakturen der Gliedmaßen, kraniofazialen Deformationen und hypoplastischer Lungenentwicklung führen können
  • sollte es nach dem zweiten Trimester der Schwangerschaft zu einer Exposition gegenüber ACE-Hemmern gekommen sein, wird eine Ultraschalluntersuchung der Nierenfunktion und des Schädels empfohlen
  • Säuglinge, deren Mütter ACE-Hemmer eingenommen haben, sollten engmaschig auf Hypotonie überwacht werden
  • Frauen im gebährfähigen Alter
    • Frauen im gebärfähigen Alter müssen während und bis zu einer Woche nach der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden
  • Fertilität
    • Daten über die Auswirkungen von Enalapril auf die Fertilität beim Menschen liegen nicht vor
    • bei Ratten wurden im Zusammenhang mit der Enalapril-Behandlung keine Auswirkungen auf das Paarungsverhalten oder die Fertilität beobachtet

Warnhinweise

Enalapril - intraoral
  • symptomatische Hypotonie
    • bei Patienten mit Herzinsuffizienz - mit oder ohne einhergehender Niereninsuffizienz - wurden symptomatische Hypotonien beobachtet
    • insbesondere Patienten mit schweren Graden der Herzinsuffizienz, die als Ausdruck des Schweregrades ihrer Erkrankung eine Therapie mit hoch dosierten Schleifendiuretika, Hyponatriämie oder Nierenfunktionseinschränkungen aufweisen, können davon betroffen sein
      • bei diesen Patienten ist die Behandlung unter ärztlicher Überwachung einzuleiten und im weiteren Verlauf immer dann engmaschig zu überwachen, wenn die Dosis von Enalapril und/oder des Diuretikums neu eingestellt wird
    • ähnlich ist auch bei Patienten mit ischämischer Herzerkrankung oder zerebrovaskulären Erkrankungen vorzugehen, bei denen ein übermäßiger Blutdruckabfall zu einem Myokardinfarkt oder einem zerebralen Insult führen könnte
    • bei manchen Herzinsuffizienz-Patienten mit normalem oder niedrigem Blutdruck kann der systemische Blutdruck durch die Anwendung noch weiter absinken
      • diese nicht unerwartete Wirkung ist normalerweise kein Grund, das Arzneimittel abzusetzen
      • wird der Blutdruckabfall symptomatisch, kann es notwendig werden, die Dosis zu reduzieren und/oder das Diuretikum und/oder Enalapril abzusetzen
    • bei Auftreten einer Hypotonie sollte der Patient in Rückenlage gebracht werden und, falls erforderlich, eine intravenöse Infusion mit 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Injektionslösung erhalten
    • eine vorübergehende hypotensive Reaktion ist keine Kontraindikation für die weitere Behandlung, die normalerweise problemlos durchgeführt werden kann, sobald sich der Blutdruck nach einer Volumensubstitution normalisiert hat
  • Aorten- oder Mitralklappenstenose/hypertrophe Kardiomyopathie
    • ACE-Hemmer sollten wie alle Vasodilatatoren bei Patienten mit einer linksventrikulären Klappenobstruktion und Ausflussbehinderung mit besonderer Vorsicht angewendet werden. Bei kardiogenem Schock und hämodynamisch deutlicher Ausflussbehinderung sollte ihre Anwendung vermieden werden
  • Nierenfunktionsstörung
    • insbesondere bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz oder zugrunde liegenden Nierenerkrankungen, einschließlich Nierenarterienstenose, wurde über Nierenversagen im Zusammenhang mit der Anwendung von Enalapril berichtet
    • bei rechtzeitiger Diagnose und entsprechender Therapie ist ein Nierenversagen unter Enalapril-Therapie normalerweise reversibel
    • bei einigen hypertensiven Patienten ohne offensichtliche vorbestehende Nierenerkrankung kam es zu einer Erhöhung des Harnstoff- und Kreatininspiegels im Blut, wenn Enalapril gleichzeitig mit einem Diuretikum angewendet wurde
    • Verringerung der Enalapril-Dosis und/oder ein Absetzen des Diuretikums kann erforderlich sein
    • in diesen Fällen ist an eine möglicherweise zugrunde liegende Nierenarterienstenose zu denken (s. Abschnitt "renovaskuläre Hypertonie")
  • renovaskuläre Hypertonie
    • erhöhtes Risiko für Hypotonie und Niereninsuffizienz, wenn Patienten mit beidseitiger Stenose der Nierenarterie oder Stenose der Arterie zu einer einzelnen funktionierenden Niere mit ACE-Hemmern behandelt werden
    • es kann ein Verlust der Nierenfunktion mit nur leichten Veränderungen des Kreatininspiegels im Serum auftreten
    • bei diesen Patienten ist die Therapie unter engmaschiger medizinischer Überwachung mit niedrigen Dosen, vorsichtiger Titration und Überwachung der Nierenfunktion einzuleiten
  • Nierentransplantation
    • keine Erfahrungen bei Patienten, die vor Kurzem eine Nierentransplantation erhalten haben
    • die Behandlung wird daher nicht empfohlen
  • Leberversagen
    • in seltenen Fällen wurden ACE-Hemmer mit einem Syndrom in Verbindung gebracht, das mit cholestatischer Gelbsucht oder Hepatitis beginnt und zu fulminanter Lebernekrose (manchmal mit letalem Ausgang) fortschreitet
    • der Pathomechanismus dieses Syndroms ist unklar
    • Patienten, die ACE-Hemmer erhalten und Gelbsucht oder einen deutlichen Anstieg der Leberenzyme entwickeln, müssen den ACE-Hemmer absetzen und entsprechend behandelt werden
  • Neutropenie/Agranulozytose
    • bei Patienten, die ACE-Hemmer erhielten, wurde über Neutropenie/Agranulozytose, Thrombozytopenie und Anämie berichtet
    • bei Patienten mit normaler Nierenfunktion und ohne besondere Risikofaktoren tritt selten eine Neutropenie auf
    • Enalapril sollte bei Patienten mit Kollagenosen mit Gefäßbeteiligung, immunsuppressiver Therapie, Behandlung mit Allopurinol oder Procainamid oder bei Vorliegen mehrerer dieser Risikofaktoren mit äußerster Vorsicht angewendet werden, insbesondere bei vorbestehender Einschränkung der Nierenfunktion
    • einige dieser Patienten entwickelten schwere Infektionen, die in einigen Fällen nicht auf eine intensive Antibiotikatherapie ansprachen
    • wenn Enalapril bei solchen Patienten angewendet wird, wird eine regelmäßige Überwachung der Anzahl der Leukozytenzahl empfohlen, und die Patienten sind anzuweisen, alle Anzeichen einer Infektion zu melden
  • Überempfindlichkeit/Angioödem
    • bei Patienten, die mit ACE-Hemmern, einschließlich Enalapril, behandelt wurden, wurde über Angioödem des Gesichts, der Extremitäten, Lippen, Zunge, Glottis und/oder des Kehlkopfs berichtet
    • dies kann während der Behandlung zu jeder Zeit auftreten
    • in solchen Fällen muss Enalapril unverzüglich abgesetzt werden, und es sollte eine angemessene Überwachung eingeleitet werden, um eine vollständige Rückbildung der Symptome vor der Entlassung des Patienten sicherzustellen
    • auch in Fällen, in denen nur eine Schwellung der Zunge ohne Atemnot auftritt, sollten die Patienten gegebenenfalls länger beobachtet werden, da eine Behandlung mit Antihistaminika und Corticosteroiden unzureichend sein kann
    • sehr selten wurde über Todesfälle aufgrund von Angioödemen mit Beteiligung des Kehlkopfes oder der Zunge berichtet
    • bei Patienten mit Beteiligung der Zunge, der Glottis- oder des Kehlkopfes ist mit einer Atemwegsobstruktion zu rechnen, insbesondere bei Patienten mit einer Operation der Atemwege in der Anamnese
    • sobald Zunge, Glottis oder Kehlkopf betroffen sind, so dass eine Atemwegsobstruktion droht, ist unverzüglich eine geeignete Therapie einzuleiten (z. B. subkutane Gabe von Adrenalin [1:1.000 verdünnt]) und/oder sind Maßnahmen zur Sicherung der Durchgängigkeit der Atemwege zu treffen
    • bei Patienten afrikanisch/afroamerikanischer Herkunft, die ACE-Hemmer erhielten, wurde im Vergleich zu Patienten anderer ethnischer Herkunft eine höhere Inzidenz von Angioödem berichtet
    • Patienten mit Angioödem in der Anamnese, das nicht mit einer Therapie mit ACE-Hemmern in Zusammenhang steht, können während der Behandlung mit einem ACE-Hemmer einem erhöhten Risiko, ein Angioödem zu entwickeln, ausgesetzt sein
    • bei Beginn der Behandlung mit Racecadotril, mTOR-Inhibitoren (z. B. Sirolimus, Everolimus, Temsirolimus) und Vildagliptin bei Patienten, die bereits einen ACE-Hemmer einnehmen, ist Vorsicht geboten
    • bei Patienten, die gleichzeitig eine Therapie mit ACE-Hemmern und Neprilysin-Inhibitoren erhalten (z. B. Sacubitril, Racecadotril), besteht möglicherweise ein erhöhtes Risiko für ein Angioödem
    • gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern und Sacubitril/Valsartan ist wegen des erhöhten Risikos eines Angioödems kontraindiziert
    • Behandlung mit Sacubitril / Valsartan darf frühestens 36 Stunden nach der letzten Dosis Enalapril begonnen werden
    • Behandlung mit Enalapril darf frühestens 36 Stunden nach der letzten Dosis Sacubitril/Valsartan begonnen werden
  • anaphylaktoide Reaktionen während einer Desensibilisierungstherapie gegen Insektengifte
    • selten kam es während einer Desensibilisierungstherapie gegen Insektengifte und gleichzeitiger Anwendung eines ACE-Hemmers zu lebensbedrohlichen anaphylaktoiden Reaktionen
    • diese Reaktionen können vermieden werden, indem man die ACE-Hemmer-Therapie vor jeder Desensibilisierung zeitweise unterbricht
  • anaphylaktoide Reaktionen während einer LDL-Apherese
    • selten kam es während einer Low-Density-Lipoprotein(LDL)-Apherese mit Dextransulfat und gleichzeitiger Anwendung eines ACEHemmers zu lebensbedrohlichen anaphylaktoiden Reaktionen
    • diese Reaktionen können vermieden werden, indem man die ACE-Hemmer-Therapie vor jeder Apherese zeitweise unterbricht
  • Hämodialyse-Patienten
    • bei Anwendung von High-Flux-Membranen im Rahmen einer Dialyse und gleichzeitiger Behandlung mit einem ACE-Hemmer wurde über anaphylaktoide Reaktionen berichtet
    • bei diesen Patienten ist daher entweder eine andere Dialysemembran oder ein Antihypertensivum einer anderen Substanzklasse zu verwenden
  • Hypoglykämie
    • diabetische Patienten, die mit oralen Antidiabetika oder Insulin behandelt werden, sollten bei Beginn einer ACE-Hemmer-Therapie angewiesen werden, auf Hypoglykämien zu achten, insbesondere im ersten Monat der kombinierten Therapie
  • Husten
    • im Zusammenhang mit der Anwendung von ACE-Hemmern wurde über Husten berichtet
    • typischerweise ist der Husten nicht produktiv, persistent und klingt nach Beendigung der Therapie ab
    • durch ACE-Hemmer induzierter Husten sollte in der Differenzialdiagnose des Hustens berücksichtigt werden
  • Operation/Anästhesie
    • bei Patienten, die einer größeren Operation unterzogen werden oder eine Anästhesie mit Substanzen, die den Blutdruck senken, erhalten, hemmt Enalapril als Reaktion auf die kompensatorische Reninsekretion die Bildung von Angiotensin II
    • sollte es aufgrund dieses Mechanismus zu einer Hypotonie kommen, kann sie durch Volumensubstitution korrigiert werden
  • Hyperkaliämie
    • ein Anstieg der Serum-Kalium-Konzentration wurde bei manchen Patienten unter ACE-Hemmer-Therapie einschließlich Enalapril beobachtet
    • Risikofaktoren für die Entwicklung einer Hyperkaliämie schließen ein
      • Niereninsuffizienz
      • Verschlechterung der Nierenfunktion
      • Alter (> 70 Jahre)
      • Diabetes mellitus
      • interkurrente Ereignisse - insbesondere Dehydratation
      • akute Herzdekompensation
      • metabolische Azidose
      • gleichzeitige Therapie mit kaliumsparenden Diuretika (z. B. Spironolacton, Eplerenon, Triamteren oder Amilorid), Kaliumpräparaten oder kaliumhaltiger Salzsubstitution
      • gleichzeitige Therapie mit anderen Arzneimitteln, die zu einem Anstieg der Serum-Kalium-Werte führen können (z. B. Heparin, Trimethoprim-haltige Präparate wie etwa Cotrimoxazol)
    • die Anwendung von Kaliumpräparaten, kaliumsparenden Diuretika, kaliumhaltigen Salzsubstituten oder anderen Arzneimitteln, die das Serum-Kalium erhöhen können, kann insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion zu einem signifikanten Kaliumanstieg führen
    • eine Hyperkaliämie kann schwerwiegende, manchmal auch letale Arrhythmien verursachen
    • ist die gleichzeitige Anwendung von Enalapril mit einer der o. g. Substanzen angezeigt, sollte diese mit Vorsicht und unter regelmäßiger Überwachung der Serum-Kalium-Werte erfolgen
  • Lithium
    • die Kombination von Lithium und Enalapril wird im Allgemeinen nicht empfohlen
  • duale Blockade des ReninRenin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)
    • es gibt Belege dafür, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren das Risiko für Hypotonie, Hyperkaliämie und eine Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich eines akuten Nierenversagens) erhöht
    • eine duale Blockade des RAAS durch die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen
    • wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies nur unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung engmaschiger Kontrollen von Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen
    • ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden
  • Schwangerschaft
    • die Behandlung mit ACE-Hemmern sollte während der Schwangerschaft nicht begonnen werden
    • sofern die Fortsetzung der Therapie mit einem ACE-Hemmer nicht als unbedingt notwendig angesehen wird, sollten Patientinnen, die eine Schwangerschaft planen, auf alternative Behandlungen mit einem nachgewiesenen Sicherheitsprofil für die Anwendung in der Schwangerschaft umgestellt werden
    • wenn eine Schwangerschaft diagnostiziert wird, muss die Behandlung mit ACE-Hemmern unverzüglich beendet und gegebenenfalls eine alternative Therapie eingeleitet werden
  • ethnische Unterschiede
    • wie andere ACE-Hemmer ist Enalapril bei der Senkung des Blutdrucks bei Personen afrikanischer/afroamerikanischer Herkunft offenbar weniger wirksam als bei Personen anderer ethnischer Herkunft, vermutlich weil bei der afrikanischen/afroamerikanischen Population mit Hypertonie häufig ein niedriger Plasma-Renin-Spiegel vorliegt
  • Kinder und Jugendliche
    • Enalapril wird bei Kindern für andere Indikationen als Herzinsuffizienz nicht empfohlen
    • bei Kindern unter einem Alter von 1 Monat ist Vorsicht geboten, da sie sehr empfindlich auf das Arzneimittel reagieren können
    • es liegen kaum Daten zur Anwendung bei Kindern unter einem Alter von 1 Monat in den klinischen Studien vor (n = 4)
    • jegliche Anzeichen von unerwünschten Ereignissen und die Elektrolyte sollten engmaschig überwacht werden
  • Leberfunktionsstörung
    • für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit bereits bestehenden Lebererkrankungen liegen keine Daten vor
    • daher sollten Kinder und Jugendliche mit bereits bestehenden Lebererkrankungen nur unter strenger Überwachung mit Enalapril behandelt werden
    • die Behandlung von Kindern unter einem Alter von 1 Monat mit Leberfunktionsstörung wird nicht empfohlen