Arixtra 2.5mg/0.5ml

EurimPharm Arzneimittel GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Fondaparinux →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 10X0.5 ML 61,93 €
N3 20X0.5 ML 130,29 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Prophylaxe venöser thromboembolischer Ereignisse (VTE)
    • bei Erwachsenen, die sich größeren orthopädischen Eingriffen an den unteren Extremitäten unterziehen müssen, wie beispielsweise Hüftfrakturen, größere Knie- oder Hüftersatzoperationen
    • bei Erwachsenen, die sich abdominalen Eingriffen unterziehen müssen und voraussichtlich einem hohen Risiko thromboembolischer Komplikationen ausgesetzt sind, wie beispielsweise Patienten, die sich einer abdominalen Krebsoperation unterziehen müssen
    • bei erwachsenen internistischen Patienten mit einem erhöhten Risiko für VTE und bei Immobilisation wegen einer akuten Erkrankung wie beispielsweise Herzinsuffizienz und / oder akuter Atemwegserkrankung und / oder akuter infektiöser beziehungsweise entzündlicher Erkrankung
  • Behandlung der instabilen Angina pectoris oder des Myokardinfarkts ohne ST-Strecken-Hebung (IA/NSTEMI) bei Erwachsenen, bei denen ein dringender (< 120 Min) invasiver Eingriff (PCI) nicht angezeigt ist
  • Behandlung des Myokardinfarkts mit ST-Strecken-Hebung (STEMI) bei Erwachsenen, die mit Thrombolytika behandelt werden oder die initial keine andere Form einer Reperfusionstherapie erhalten
  • Therapie akuter, symptomatischer, spontaner, oberflächlicher Venenthrombosen der unteren Extremitäten ohne begleitende tiefe Venenthrombose bei Erwachsenen

Dosierung

Basiseinheit: 1 Fertigspritze (0,5 ml) enthält 2,5 mg Fondaparinux-Natrium

  • Patienten die sich größeren orthopädischen oder abdominalen Eingriffen unterziehen
    • 2,5 mg 1mal / Tag s.c.
    • Therapiebeginn: 6 Stunden postoperativ, wenn die Hämostase eingesetzt hat
    • Behandlungsdauer:
      • bis das Risiko venöser Thromboembolien verringert ist, normalerweise bis zur vollständigen Mobilisation des Patienten
      • mind. aber bis 5 - 9 Tage nach der Operation
      • nach Hüftfraktur-Operationen: verlängerte Prophylaxe über weitere 24 Tage anstreben
  • internistische Patienten mit einem erhöhten Risiko für thromboembolische Komplikationen basierend auf einer individuellen Risikobeurteilung
    • 2,5 mg 1mal / Tag s.c.
    • eine Behandlungsdauer von 6 - 14 Tagen wurde in klinischen Studien untersucht
  • Behandlung der instabilen Angina pectoris oder des Myokardinfarkts ohne ST-Strecken-Hebung
    • 2,5 mg 1mal / Tag s.c.
    • bei perkutaner Koronarintervention (PCI):
      • während der PCI unfraktioniertes Heparin (UFH) gemäß lokaler Praxis unter Berücksichtigung des potentiellen Blutungsrisikos des Patienten einschließlich des Zeitraumes seit der letzten Fondaparinux-Dosis geben
      • Zeitpunkt der Wiederaufnahme der s.c. Injektionen von Fondaparinux nach Ziehen der Schleuse sollte nach klinischer Einschätzung gewählt werden (in Studie nicht vor Ablauf von 2 Stunden)
    • Behandlungsdauer:
      • Beginn so schnell wie möglich nach Diagnosestellung
      • max. 8 Tage oder bis zur Krankenhausentlassung, falls diese vorher erfolgt
  • Behandlung des Myokardinfarkts mit ST-Strecken-Hebung
    • 2,5 mg 1mal / Tag i.v. (erste Dosis) oder s.c. (folgende Therapie)
    • bei nicht-primären PCI:
      • während der PCI unfraktioniertes Heparin (UFH) gemäß lokaler Praxis unter Berücksichtigung des potentiellen Blutungsrisikos des Patienten einschließlich des Zeitraumes seit der letzten Fondaparinux-Dosis geben
      • Zeitpunkt der Wiederaufnahme der s.c. Injektionen von Fondaparinux nach Ziehen der Schleuse sollte nach klinischer Einschätzung gewählt werden (in Studie nicht vor Ablauf von 3 Stunden)
      • bei koronararteriellen Bypass-Operation (CABG)
        • Therapie 24 Stunden vor dem Eingriff aussetzen und erst 48 Stunden postoperativ wieder aufnehmen
    • Behandlungsdauer:
      • Beginn so schnell wie möglich nach Diagnosestellung
      • max. 8 Tage oder bis zur Krankenhausentlassung, falls diese vorher erfolgt
  • Therapie oberflächlicher Venenthrombosen
    • indiziert bei Patienten mit einer akuten, symptomatischen, isolierten, spontanen, oberflächlichen Venenthrombose der unteren Extremitäten, die mind. 5 cm lang und durch eine Ultraschalluntersuchung oder andere objektive Methoden dokumentiert ist
    • Behandlungsbeginn: so schnell wie möglich nach der Diagnosestellung und nach Ausschluss einer begleitenden tiefen oder einer oberflächlichen Venenthrombose innerhalb einer Entfernung von 3 cm zur Crossenregion
    • 2,5 mg 1mal / Tag s.c.
    • Behandlungsdauer:
      • mind. 30 Tage
      • Patienten mit einem hohen Risiko thromboembolischer Komplikationen: max. 45 Tage
    • Patienten, die sich chirurgischen oder anderen invasiven Eingriffen unterziehen
      • Therapiebeginn:
        • nicht innerhalb von 24 Stunden vor dem chirurgischen Eingriff anwenden
        • frühestens 6 Stunden postoperativ, wenn die Hämostase eingesetzt hat

Dosisanpassung

  • VTE-Prophylaxe nach operativen Eingriffen bei Patienten >= 75 Jahre und / oder mit einem KG < 50 kg und / oder mit einer Nierenfunktionsstörung mit einer Clearance von 20 - 50 ml / min
    • Zeitpunkt der ersten Injektion genau einhalten
      • nicht vor Ablauf von 6 Stunden nach Beendigung des chirurgischen Eingriffs applizieren
      • nur applizieren, wenn Hämostase festgestellt wurde
  • Nierenfunktionsstörungen
    • Prophylaxe venöser thromboembolischer Ereignisse (VTE)
      • Kreatinin-Clearance < 20 ml / min: Anwendung kontraindiziert
      • Clearance 20 - 50 ml / min: 1,5 mg 1mal / Tag
      • Clearance > 50 ml / min: keine Dosisreduktion erforderlich
    • Behandlung von IA/NSTEMI und STEMI
      • Clearance < 20 ml / min: Anwendung kontraindiziert
      • Clearance > 20 ml / min: keine Dosisreduktion erforderlich
    • Therapie oberflächlicher Venenthrombosen
      • Clearance < 20 ml / min: Anwendung kontraindiziert
      • Clearance 20 - 50 ml / min: 1,5 mg 1mal / Tag
      • Clearance > 50 ml / min: keine Dosisreduktion erforderlich
      • Hinweis: Sicherheit und Wirksamkeit von 1,5 mg ist nicht untersucht worden
  • Leberfunktionsstörungen
    • Prophylaxe venöser thromboembolischer Ereignisse (VTE) und Behandlung von IA/NSTEMI und STEMI
      • keine Dosisanpassungen erforderlich
      • Anwendung mit Vorsicht, da es zu einem erhöhten Blutungsrisiko auf Grund eines Mangels von Gerinnungsfaktoren bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion kommen kann
    • Therapie oberflächlicher Venenthrombosen
      • schwere Leberfunktionsstörung: Anwendung aufgrund fehlender Daten nicht empfohlen
  • Kinder < 17 Jahre: Anwendung aufgrund fehlender Daten nicht empfohlen
  • Patienten mit niedrigem KG:
    • Prophylaxe venöser thromboembolischer Ereignisse (VTE) und Behandlung der instabilen Angina pectoris oder des Myokardinfarkts ohne ST-Strecken-Hebung (IA/NSTEMI und STEMI)
      • < 50 kg KG: Anwendung mit Vorsicht
    • Therapie oberflächlicher Venenthrombosen
      • < 50 kg KG: Anwendung aufgrund fehlender Daten nicht empfohlen

Kontraindikationen

Fondaparinux - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Fondaparinux
  • aktive klinisch relevante Blutungen
  • akute bakterielle Endokarditis
  • schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml / Min.)

Nebenwirkungen

Fondaparinux - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Patienten nach größeren orthopädischen Eingriffen an den unteren Extremitäten und/oder abdominalen Eingriffen
        • postoperative Wundinfektionen
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Patienten nach größeren orthopädischen Eingriffen an den unteren Extremitäten und/oder abdominalen Eingriffen
        • postoperative Blutungen
        • Anämie
      • internistische Patienten
        • Blutungen (Hämatome, Hämaturie, Hämoptysis, Zahnfleischblutungen)
      • Patienten mit tiefen Venenthrombosen
        • Blutungen (gastrointestinal, Hämaturie, Hämatome, Nasenbluten, Hämoptyse, uterovaginale Blutungen, Hämarthrose, okular, Purpura, Hautunterblutung)
      • Patienten mit IA/NSTEMI oder STEMI
        • Blutungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Patienten nach größeren orthopädischen Eingriffen an den unteren Extremitäten und/oder abdominalen Eingriffen
        • Blutungen (Epistaxis, gastrointestinale Blutungen, Hämoptysen, Hämaturie, Hämatome)
        • Thrombozytopenie
        • Purpura
        • Thrombozythämie
        • veränderte Blutplättchen
        • Gerinnungsstörungen
      • internistische Patienten
        • Anämie
      • Patienten mit tiefen Venenthrombosen
        • Anämie
        • Thrombozytopenie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Patienten mit tiefen Venenthrombosen
        • andere Blutungen (hepatisch, retroperitoneal, intrakraniell/intrazerebral)
        • Thrombozythämie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Patienten nach größeren orthopädischen Eingriffen an den unteren Extremitäten und/oder abdominalen Eingriffen
        • intrakranielle/intrazerebrale und retroperitoneale Blutungen
      • internistische Patienten
        • intrakranielle/intrazerebrale und retroperitoneale Blutungen
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Patienten nach größeren orthopädischen Eingriffen an den unteren Extremitäten und/oder abdominalen Eingriffen
        • allergische Reaktionen (einschließlich sehr seltene Berichte über Angioödeme, anaphylaktoide/anaphylaktische Reaktionen)
      • internistische Patienten
        • allergische Reaktionen (einschließlich sehr seltene Berichte über Angioödeme, anaphylaktoide/anaphylaktische Reaktionen)
      • Patienten mit tiefen Venenthrombosen
        • allergische Reaktion (einschließlich sehr seltene Berichte über Angioödeme, anaphylaktoide/anaphylaktische Reaktionen)
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Patienten nach größeren orthopädischen Eingriffen an den unteren Extremitäten und/oder abdominalen Eingriffen
        • Hypokaliämie
      • Patienten mit tiefen Venenthrombosen
        • Erhöhung der nicht-eiweißgebundenen Stickstoffanteile (Npn)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Patienten mit tiefen Venenthrombosen
        • Kopfschmerz
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Patienten nach größeren orthopädischen Eingriffen an den unteren Extremitäten und/oder abdominalen Eingriffen
        • Ängstlichkeit
        • Somnolenz
        • Schwindel
        • Benommenheit
        • Kopfschmerz
        • Verwirrung
      • Patienten mit tiefen Venenthrombosen
        • Benommenheit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Patienten mit IA/NSTEMI oder STEMI
        • Kopfschmerzen
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Patienten mit IA/NSTEMI
        • Vorhofflimmern
      • Patienten mit STEMI
        • Vorhofflimmern
        • ventrikuläre Tachykardien
  • Gefässerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Patienten nach größeren orthopädischen Eingriffen an den unteren Extremitäten und/oder abdominalen Eingriffen
        • Blutdruckabfall
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Patienten mit STEMI
        • Hypotonie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • internistische Patienten
        • Dyspnoe
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Patienten nach größeren orthopädischen Eingriffen an den unteren Extremitäten und/oder abdominalen Eingriffen
        • Dyspnoe
        • Husten
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Patienten nach größeren orthopädischen Eingriffen an den unteren Extremitäten und/oder abdominalen Eingriffen
        • Übelkeit
        • Erbrechen
      • Patienten mit tiefen Venenthrombosen
        • Übelkeit
        • Erbrechen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Patienten nach größeren orthopädischen Eingriffen an den unteren Extremitäten und/oder abdominalen Eingriffen
        • Bauchschmerzen
        • Dyspepsie
        • Gastritis
        • Verstopfung
        • Diarrhö
      • Patienten mit tiefen Venenthrombosen
        • Bauchschmerzen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Patienten mit STEMI
        • Erbrechen
      • Patienten mit tiefen Venenthrombosen
        • Gastritis
        • Verstopfung
        • Diarrhö
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Patienten nach größeren orthopädischen Eingriffen an den unteren Extremitäten und/oder abdominalen Eingriffen
        • erhöhte Leberenzyme
        • Leberfunktionsstörung
      • Patienten mit tiefen Venenthrombosen
        • Leberfunktionsstörung
        • erhöhte Leberenzyme
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Patienten nach größeren orthopädischen Eingriffen an den unteren Extremitäten und/oder abdominalen Eingriffen
        • Hyperbilirubinämie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Patienten mit tiefen Venenthrombosen
        • Hyperbilirubinämie
  • Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Patienten nach größeren orthopädischen Eingriffen an den unteren Extremitäten und/oder abdominalen Eingriffen
        • Rash
        • Pruritus
      • internistische Patienten
        • Rash
        • Pruritus
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Patienten mit tiefen Venenthrombosen
        • erythematöser Hautausschlag
        • Pruritus
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Patienten nach größeren orthopädischen Eingriffen an den unteren Extremitäten und/oder abdominalen Eingriffen
        • Ödeme
        • periphere Ödeme
        • Fieber
        • Wundsekretion
      • internistische Patienten
        • Brustschmerzen
      • Patienten mit tiefen Venenthrombosen
        • Schmerzen
        • Ödeme
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Patienten nach größeren orthopädischen Eingriffen an den unteren Extremitäten und/oder abdominalen Eingriffen
        • Brustschmerzen
        • Müdigkeit
        • Hitzewallungen
        • Beinschmerzen
        • Genitalödeme
        • Erröten
        • Synkope
      • Patienten mit tiefen Venenthrombosen
        • Reaktionen an der Injektionsstelle
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Patienten mit IA/NSTEMI oder STEMI
        • Brustschmerzen
      • Patienten mit STEMI
        • Fieber

Anwendungshinweise

  • subkutane Injektion
    • am liegenden Patienten injizieren
    • nicht intramuskulär applizieren
    • Injektionsstelle wechseln zwischen der linken und rechten anterolateralen oder der linken und rechten posterolateralen Bauchwand
    • Luftblase in der Spritze vor der Injektion nicht entfernen
    • Injektionsnadel in ihrer ganzen Länge senkrecht in eine Hautfalte, die zwischen Daumen und Zeigefinger festgehalten wird, einführen
    • Hautfalte während der Injektion festhalten, Stempel vollständig herunterdrücken
  • intravenöse Injektion (nur erste Dosis bei STEMI)
    • intravenöse Gabe entweder direkt, über einen bereits vorhandenen intravenösen Zugang oder unter Verwendung eines kleinvolumigen (25 - 50 ml) Infusionsbeutels mit 0,9%iger Kochsalzlösung
    • Luftblase in der Spritze vor der Injektion nicht entfernen
    • intravenöse Zugänge nach der Injektion gut mit Kochsalzlösung spülen
    • bei Infusion: Infusionsdauer: 1 - 2 Minuten
  • Fertigspritzen liegen mit einem automatischen Sicherheitssystem vor
  • Lösung vor der Verabreichung visuell prüfen
  • Hinweise zur Selbstinjektion: siehe Packungsbeilage

Stillzeithinweise

Fondaparinux - invasiv
  • Anwendung während der Stillzeit nicht empfohlen
  • nicht bekannt, ob Fondaparinux beim Menschen in die Muttermilch übergeht
  • tierexperimentelle Studien
    • Fondaparinux geht bei Ratten in die Muttermilch über
  • Resorption nach oraler Aufnahme durch den Säugling unwahrscheinlich

Schwangerschaftshinweise

Fondaparinux - invasiv
  • Anwendung während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung
  • keine ausreichenden Erfahrungen zum Einsatz von Fondaparinux bei Schwangeren
  • tierexperimentelle Studien
    • Muttertiere wurden nicht ausreichend exponiert
    • daher sind Ergebnisse hinsichtlich der Wirkung von Fondaparinux auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt und postnatale Entwicklung nicht aussagekräftig
  • Fertilität
    • keine Daten zur Auswirkung von Fondaparinux auf die menschliche Fertilität
    • Tierstudien zeigen keine Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit

Warnhinweise

Fondaparinux - invasiv
  • nur zur subkutanen Anwendung vorgesehen, nicht intramuskulär injizieren
  • begrenzte Erfahrungen bei der Therapie hämodynamisch instabiler Patienten
  • keine Erfahrungen bei Patienten, die einer Thrombolyse, Embolektomie oder des Einsatzes eines Vena-cava-Filters bedürfen
  • Hämorrhagien
    • mit Vorsicht bei Patienten anwenden, die ein erhöhtes Blutungsrisiko aufweisen, wie beispielsweise
      • Patienten mit angeborenen oder erworbenen Gerinnungsstörungen (z. B. Thrombozytenzahl < 50.000 / Mikroliter)
      • Patienten mit aktiven Magen-Darm-Geschwüren
      • Patienten mit kurz zurückliegender intrakranieller Blutung
      • Patienten mit kurz zurückliegenden operativen Eingriffen am Gehirn, am Rückenmark oder am Auge
      • bei speziellen Patientengruppen wie im Folgenden aufgeführt
        • wie auch andere Antikoagulanzien muss Fondaparinux mit Vorsicht bei Patienten mit kürzlich zurückliegender Operation (< 3 Tage) angewendet werden und nur, wenn die Hämostase eingesetzt hat
        • Prophylaxe venöser thromboembolischer Ereignisse (VTE)
          • Arzneimittel, die das Blutungsrisiko erhöhen können, sollten nicht gleichzeitig mit Fondaparinux angewendet werden
          • dazu gehören
            • Desirudin
            • Fibrinolytika
            • GP IIb/IIIa Rezeptor-Antagonisten
            • Heparine
            • Heparinoide
            • niedermolekulare Heparine (NMH)
            • bei gleichzeitiger Behandlung mit Vitamin-K-Antagonisten entsprechende Hinweise beachten
            • Thrombozytenfunktionshemmer (Acetylsalicylsäure, Clopidogrel, Dipyridamol, Sulfinpyrazon oder Ticlopidin) mit Vorsicht anwenden und engmaschig überwachen
            • nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAIDs) mit Vorsicht anwenden und engmaschig überwachen
        • Therapie oberflächlicher Venenthrombosen
          • mit Vorsicht bei Patienten anwenden, die gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln behandelt werden, die das Blutungsrisiko erhöhen
  • Behandlung von IA/NSTEMI und STEMI
    • mit Vorsicht anwenden bei Patienten, die begleitend andere Arzneimittel erhalten, die das Blutungsrisiko erhöhen (wie GPIIb/IIIa-Inhibitoren oder Thrombolytika)
  • PCI und das Risiko von Katheterthromben
    • bei STEMI-Patienten, die primärer PCI unterzogen werden
      • Gabe von Fondaparinux vor und während PCI nicht empfohlen
    • bei Patienten mit IA/NSTEMI mit lebensbedrohlichen Umständen, die eine dringende Revaskularisierung erfordern
      • Gabe von Fondaparinux vor oder während PCI nicht empfohlen
      • dies sind Patienten mit refraktärer oder wiederkehrender Angina pectoris, verbunden mit dynamischen ST-Änderungen, Herzinsuffizienz, lebensbedrohlichen Arrhythmien oder hämodynamischer Instabilität
    • bei Patienten mit IA/NSTEMI und STEMI, bei denen eine nicht-primäre PCI erfolgt, wird Gabe von Fondaparinux als alleiniges Antikoagulans während PCI nicht empfohlen wegen des Risikos eines Führungskatheterthrombus
      • daher während nicht-primärer PCI adjuvant UFH gemäß Standardpraxis zusätzlich verwenden
  • Patienten mit oberflächlicher Venenthrombose
    • vor Beginn der Therapie bestätigen, dass
      • die oberflächliche Venenthrombose weiter als 3 cm von der Crossenregion entfernt liegt
      • eine begleitende tiefe Venenthrombose durch Kompressionsultraschall oder andere objektive Untersuchungsmethoden ausgeschlossen ist
    • keine Daten zur Anwendung von Fondaparinux 2,5 mg bei Patienten mit einer oberflächlichen Venenthrombose bei gleichzeitig vorhandener tiefer Venenthrombose oder bei einer oberflächlichen Venenthrombose innerhalb einer Entfernung von 3 cm zur Crossenregion
    • Sicherheit und Wirksamkeit von Fondaparinux 2,5 mg bei folgenden Patientengruppen nicht untersucht
      • Patienten mit einer oberflächlichen Venenthrombose als Folge einer Varizenverödung oder als Folge einer Komplikation einer intravenösen Infusion
      • Patienten mit einer oberflächlichen Venenthrombose innerhalb der zurückliegenden 3 Monate
      • Patienten mit einer venösen thromboembolischen Erkrankung innerhalb der zurückliegenden 6 Monate
      • Patienten mit einer aktiven Krebserkrankung
  • Spinal-/Epiduralanästhesie
    • nach größeren orthopädischen Eingriffen bei gleichzeitigem Einsatz von Fondaparinux und spinaler/epiduraler Anästhesie oder Spinalpunktion sind epidurale oder spinale Hämatome, die zu einer längeren oder dauerhaften Paralyse führen können, nicht auszuschließen
    • Risiko dieser seltenen Ereignisse dürfte dann höher sein, wenn postoperativ epidurale Verweilkatheter oder gleichzeitig die Blutgerinnung beeinflussende Arzneimittel verwendet werden
    • bei Einsatz zur Therapie einer venösen Thromboembolie, sollten, anders als in der Prophylaxe, spinale/epidurale Anästhesieverfahren bei einem möglichen chirurgischen Eingriff nicht angewendet werden
  • Ältere Patienten
    • ältere Bevölkerung hat erhöhtes Blutungsrisiko
    • da in der Regel mit zunehmendem Alter die Nierenfunktion abnimmt, können ältere Patienten eine reduzierte Elimination und eine verlängerte Wirkung von Fondaparinux aufweisen
    • bei Patienten, die empfohlene Dosis Fondaparinux zur Behandlung der TVT und LE erhielten, betrug Inzidenz von Blutungen in den Altersgruppen
      • < 65 Jahre: 3,0 %
      • 65 - 75 Jahre: 4,5 %
      • > 75 Jahre: 6,5 %
    • die entsprechenden Inzidenzen bei Patienten, die die empfohlene Enoxaparindosis zur Behandlung der TVT erhielten, betrugen 2,5 % / 3,6 % und 8,3 %, die Inzidenzen der mit der empfohlenen Dosis UFH behandelten Patienten mit LE lagen bei 5,5% / 6,6 % und 7,4 %
    • daher bei älteren Patienten nur mit Vorsicht anwenden
  • Patienten mit niedrigem Körpergewicht
    • Prophylaxe venöser thromboembolischer Ereignisse (VTE) und Behandlung von IA/NSTEMI und STEMI
      • Patienten mit KG < 50 kg haben erhöhtes Blutungsrisiko
      • Elimination sinkt mit abnehmendem Körpergewicht
      • daher bei diesen Patienten nur mit Vorsicht anwenden
    • Therapie oberflächlicher Venenthrombosen
      • keine Daten zur Anwendung zur Behandlung oberflächlicher Venenthrombosen bei Patienten mit einem KG < 50 kg
      • Anwendung bei diesen Patienten nicht empfohlen
    • Therapie von tiefen Venenthrombosen (TVT), Therapie von Lungenembolien (LE)
      • klinische Erfahrungen mit Fondaparinux bei Patienten mit einem KG < 50 kg limitiert
      • deshalb sollte Fondaparinux in der Dosierung 5 mg einmal täglich bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden
  • Nierenfunktionsstörungen
    • Prophylaxe venöser thromboembolischer Ereignisse (VTE)
      • Fondaparinux wird überwiegend über die Nieren ausgeschieden
      • Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 50 ml / Min.
        • erhöhtes Risiko für Blutungen und venöse Thromboembolien (VTE)
        • mit Vorsicht anwenden
      • Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 30 ml / Min.
        • begrenzte Daten
    • Behandlung von IA/NSTEMI und STEMI
      • bei Patienten mit Kreatinin-Clearance von 20 - 30 ml / Min. liegen für Behandlung von IA/NSTEMI und STEMI mit einmal täglicher Gabe von Fondaparinux 2,5 mg nur begrenzte klinische Daten vor
        • Arzt sollte entscheiden, ob Nutzen der Behandlung das Risiko überwiegt
    • Therapie oberflächlicher Venenthrombosen
      • Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 20 ml / Min.
        • Anwendung kontraindiziert
      • Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von 20 - 50 ml / Min.
        • Dosierung auf 1,5 mg 1mal / Tag reduzieren
        • Sicherheit und Wirksamkeit von Fondaparinux 1,5 mg nicht untersucht
    • Therapie von tiefen Venenthrombosen (TVT), Therapie von Lungenembolien (LE)
      • Risiko von Blutungen erhöht sich mit zunehmender Nierenfunktionseinschränkung
      • bei Patienten, die empfohlene Dosis Fondaparinux zur Behandlung der TVT und LE erhielten, betrug Inzidenz von Blutungen bei normaler Nierenfunktion 3,0 % (34/1132), bei leichter Nierenfunktionseinschränkung 4,4 % (32/733), bei mittelgradiger Nierenfunktionseinschränkung 6,6 % (21/318) und bei schwerer Nierenfunktionseinschränkung 14,5 % (8/55)
      • entsprechende Inzidenzen bei Patienten, die die empfohlene Enoxaparindosis zur Behandlung der TVT erhielten, betrugen 2,3 % (13/559), 4,6 % (17/368), 9,7 % (14/145) und 11,1 % (2/18) und die Inzidenzen bei Patienten mit LE, die mit der empfohlenen Dosis UFH behandelt wurden, lagen bei 6,9 % (36/523), 3,1 % (11/352), 11,1 % (18/162) und 10,7 % (3/28)
      • Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 30 ml / Min.
        • Anwendung kontraindiziert
      • Patienten mit Kreatinin-Clearance vpm 30 - 50 ml / Min.
        • mit Vorsicht anwenden
        • Behandlungsdauer sollte nicht die in den klinischen Studien untersuchte Zeitdauer überschreiten (im Durchschnitt 7 Tage)
      • keine Erfahrungen in der Subgruppe der Patienten mit KG > 100 kg und gleichzeitiger mittelgradiger Nierenfunktionseinschränkung (Kreatinin-Clearance 30 - 50 ml / Min.)
        • auf Basis pharmakokinetischer Modelle kann in dieser Subgruppe nach initialer Tagesdosis von 10 mg eine Reduktion der weiteren Tagesdosen auf 7,5 mg 1mal / Tag erwogen werden
  • schwere Leberfunktionsstörungen
    • Prophylaxe venöser thromboembolischer Ereignisse (VTE) und Behandlung von IA/NSTEMI und STEMI
      • Dosisanpassung nicht erforderlich
      • Anwendung mit Vorsicht
        • da erhöhtes Blutungsrisiko auf Grund eines Mangels von Gerinnungsfaktoren bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion möglich
    • Therapie oberflächlicher Venenthrombosen
      • keine Daten zur Anwendung zur Behandlung oberflächlicher Venenthrombosen bei Patienten mit einer schweren Leberfunktionsstörung
      • Anwendung zur Behandlung von oberflächlichen Venenthrombosen bei diesen Patienten nicht empfohlen
    • Therapie von tiefen Venenthrombosen (TVT), Therapie von Lungenembolien (LE)
      • Anwendung von Fondaparinux muss mit Vorsicht erfolgen, da es zu einem erhöhten Blutungsrisiko auf Grund eines Mangels von Gerinnungsfaktoren bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion kommen kann
  • Patienten mit Heparin-induzierter Thrombozytopenie (HIT)
    • bei Patienten mit einer HIT in der Vorgeschichte mit Vorsicht anwenden
    • Wirksamkeit und Sicherheit bei Patienten mit HIT Typ II formell nicht untersucht
    • Fondaparinux bindet nicht an Plättchenfaktor 4 und zeigt für gewöhnlich keine Kreuzreaktion mit Seren von Patienten mit Heparin-induzierter Thrombozytopenie (HIT) Typ II
    • seltene Spontanberichte einer HIT bei Patienten, die mit Fondaparinux behandelt wurden