Atenocomp - 1 A Pharma 50 mg/12.5 mg Filmtabletten
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 30 ST | 18,16 € |
| N2 | 50 ST | 22,32 € |
| N3 | 100 ST | 25,88 € |
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Indikation
- Hypertonie
- Atenocomp - 1 A Pharma® ist indiziert bei Patienten, deren Blutdruck mit Atenolol oder Chlortalidon allein nicht ausreichend gesenkt werden konnte.
Dosierung
- Grundsätzlich sollte die Behandlung des Bluthochdrucks mit einem Einzelwirkstoff in niedriger Dosierung (einschleichend) begonnen werden.
- Die Gabe der fixen Kombination Atenocomp - 1 A Pharma® wird erst nach vorangegangener individueller Dosiseinstellung (Dosistitration) mit den Einzelsubstanzen (d. h. Atenolol und Chlortalidon) empfohlen. Wenn klinisch vertretbar, kann eine direkte Umstellung von der Monotherapie auf die fixe Kombination in Erwägung gezogen werden.
- Erwachsene
- Atenocomp - 1 A Pharma® 50 mg/12,5 mg
- Die übliche Dosierung beträgt bei Patienten, für die eine Kombinationsbehandlung angezeigt ist, 1-mal täglich 1 Filmtablette Atenocomp - 1 A Pharma® 50 mg/12,5 mg (entsprechend 50 mg Atenolol/12,5 mg Chlortalidon).
- Bei Patienten, die nicht ausreichend auf Atenocomp - 1 A Pharma® 50 mg/12,5 mg reagieren, kann die Dosis auf eine Tablette Atenocomp - 1 A Pharma® 100 mg/25 mg erhöht werden.
- Atenocomp - 1 A Pharma® 100 mg/25 mg
- Die übliche Dosierung beträgt bei Patienten, für die eine Kombinationsbehandlung angezeigt ist, 1-mal täglich 1 Filmtablette Atenocomp - 1 A Pharma® 100 mg/25 mg (entsprechend 100 mg Atenolol/25 mg Chlortalidon).
- Wenn es notwendig ist, kann zusätzlich ein weiteres blutdrucksenkendes Medikament, z. B. ein Medikament zur Blutgefäßerweiterung, eingenommen werden.
- Atenocomp - 1 A Pharma® 50 mg/12,5 mg
- Besondere Patientengruppen
- Anwendung bei älteren Patienten
- In dieser Altersgruppe sind die notwendigen Dosierungen in vielen Fällen geringer.
- Kinder und Jugendliche (jünger als 18 Jahre)
- Es gibt keine Erfahrungen bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Atenocomp - 1A Pharma®. Aus diesem Grunde sollte Atenocomp - 1 A Pharma® Kindern und Jugendlichen nicht verabreicht werden.
- Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
- Aufgrund der Eigenschaften des Wirkstoffes Chlortalidon ist die Wirkung von Atenocomp - 1 A Pharma® bei Patienten mit Niereninsuffizienz vermindert. Aus diesem Grunde sollte die fixe Kombination bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion nicht verabreicht werden.
- Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
- Eine Dosisanpassung ist bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion nicht notwendig, bei schweren Leberfunktionsstörungen ist die Gabe von Atenocomp - 1 A Pharma® nicht angezeigt.
- Anwendung bei älteren Patienten
- Dauer der Anwendung
- Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt.
- Eine Unterbrechung oder Beendigung der Behandlung darf nur auf ärztliche Anordnung erfolgen.
- Ein Absetzen der Therapie mit Atenocomp - 1 A Pharma® sollte besonders bei Patienten mit Erkrankungen der Herzkranzgefäße nicht abrupt, sondern ausschleichend erfolgen.
Kontraindikationen
- Atenocomp - 1 A Pharma® darf nicht angewendet werden bei
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere Beta-Rezeptorenblocker, Chlortalidon sowie andere Thiazide oder Sulfonamide (mögliche Kreuzreaktion beachten) oder einen der sonstigen Bestandteile
- unkontrollierter Herzinsuffizienz
- akutem Herzinfarkt
- kardiogenem Schock
- AV-Block 2. oder 3. Grades
- Sinusknoten-Syndrom (sick-sinus-syndrome)
- sinuatrialem Block
- Bradykardie (Ruhepuls kleiner als 50 Schläge pro Minute vor Behandlungsbeginn)
- Hypotonie
- metabolischer Azidose
- bronchialer Hyperreagibilität (z. B. bei Asthma bronchiale)
- schweren peripheren arteriellen Durchblutungsstörungen
- gleichzeitiger Gabe von MAO-Hemmstoffen (Ausnahme MAO-B-Hemmstoffe)
- schweren Nierenfunktionsstörungen (Niereninsuffizienz mit Oligurie oder Anurie; Kreatinin-Clearance kleiner als 30 ml/min und/oder Serum-Kreatinin über 1,8 mg/100 ml)
- einem unbehandelten Phäochromozytom
- schweren Leberfunktionsstörungen (einschließlich Coma hepaticum)
- klinisch relevanten Elektrolytstörungen (Hypokaliämie, Hyponatriämie, Hyperkalzämie)
- Gicht
- Schwangerschaft
- Stillzeit
- Kindern (mangels ausreichender Erfahrungen).
- Die intravenöse Applikation von Calciumantagonisten vom Verapamil- und Diltiazem-Typ oder anderen Antiarrhythmika (wie Disopyramid) bei Patienten, die mit Atenocomp - 1 A Pharma® behandelt werden, ist kontraindiziert (Ausnahme Intensivmedizin).
Therapiehinweise
Mit Flüssigkeit einnehmen.
Nebenwirkungen
- Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:
- Sehr häufig (>/= 1/10)
- Häufig (>/= 1/100 bis < 1/10)
- Gelegentlich (>/= 1/1.000 bis < 1/100)
- Selten (>/= 1/10.000 bis < 1/1.000)
- Sehr selten (< 1/10.000)
- Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- Selten:
- Anämie
- Thrombozytopenie
- Leukopenie (durch Chlortalidon)
- Purpura
- Sehr selten:
- Agranulozytose
- Selten:
- Psychiatrische Erkrankungen
- Gelegentlich:
- Schlafstörungen der Art, wie sie auch bei anderen Betarezeptorenblockern beobachtet werden
- Alpträume
- verstärkte Traumaktivität
- depressive Verstimmungen
- Verwirrtheit
- Psychosen
- Halluzinationen
- Selten:
- Stimmungsschwankungen
- Gelegentlich:
- Erkrankungen des Nervensystems
- Gelegentlich:
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Parästhesien
- Schwitzen
- Benommenheit
- Gelegentlich:
- Augenerkrankungen
- Selten:
- trockene Augen (dies ist beim Tragen von Kontaktlinsen zu beachten)
- Sehstörungen (z. B. verschwommenes Sehen)
- Konjunktivitis
- Nicht bekannt:
- Eine bestehende Kurzsichtigkeit kann sich verschlimmern.
- Aderhauterguss
- Selten:
- Herzerkrankungen
- Häufig:
- Bradykardie
- Gelegentlich:
- atrioventrikuläre Überleitungsstörungen
- Verstärkung einer Herzinsuffizienz
- Herzklopfen
- Herzblock
- Sehr selten:
- Bei Patienten mit Angina pectoris ist eine Verstärkung der Anfälle nicht auszuschließen.
- Häufig:
- Gefäßerkrankungen
- Häufig:
- Kältegefühl an den Extremitäten
- Gelegentlich:
- Hypotonie
- Synkopen
- orthostatische Regulationsstörungen
- Selten:
- Verstärkung einer bereits vorhandenen Claudicatio intermittens ist möglich
- Raynaud-Syndrom bei anfälligen Patienten
- Vaskulitis
- Häufig:
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- Selten:
- Bronchospasmen können auftreten bei Patienten mit Bronchialasthma oder asthmatischen Beschwerden in der Vorgeschichte
- Sehr selten:
- plötzlich auftretendes Lungenödem durch Idiosynkrasie
- Selten:
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- Häufig:
- Magen-Darm-Beschwerden (Erbrechen, Schmerzen und Krämpfe im Bauchraum, Obstipation, Diarrhoe, Übelkeit durch Chlortalidon)
- Gelegentlich:
- Mundtrockenheit
- Nicht bekannt:
- Obstipation
- Häufig:
- Leber- und Gallenerkrankungen
- Selten:
- Lebertoxizität inklusive intrahepatische Cholestase in der Leber
- cholestatischer Ikterus (Gelbsucht)
- Pankreatitis durch Chlortalidon
- Selten:
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- Gelegentlich:
- allergische Hautreaktionen wie Erythem, Pruritus, fotoallergisches Exanthem, Purpura, Urticaria und Arzneimittelfieber
- Selten:
- Alopezie
- psoriasisforme Exantheme
- Verschlechterung der Symptome einer Psoriasis
- Hautausschläge
- Sehr selten:
- Auslösen einer Psoriasis
- Gelegentlich:
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- Gelegentlich:
- Muskelschwäche
- Muskelkrämpfe
- Nicht bekannt:
- Lupus-ähnliches Syndrom
- Gelegentlich:
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- Selten:
- akute interstitielle Nephritis
- Selten:
- Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
- Selten:
- Potenzstörungen
- Sehr selten:
- Störungen der Libido
- Selten:
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- Häufig:
- Müdigkeit
- Gelegentlich:
- Durst
- Schwächegefühl
- Häufig:
- Untersuchungen
- Häufig:
- Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt bei langfristiger kontinuierlicher Anwendung von Atenocomp - 1A Pharma®, insbesondere Hypokaliämie und Hyponatriämie, ferner Hypomagnesiämie und Hypochlorämie sowie Hyperkalzämie
- Hyperurikämie (dies kann bei prädisponierten Patienten zu Gichtanfällen führen)
- verminderte Glucosetoleranz
- Hyperglykämie und Glukosurie bei Stoffwechselgesunden, bei Patienten mit latentem oder manifestem Diabetes mellitus
- Bei Patienten mit manifestem Diabetes mellitus kann es zu einer Verschlechterung der Stoffwechsellage kommen. Ein latenter Diabetes mellitus kann in Erscheinung treten.
- Gelegentlich:
- erhöhte Transaminasespiegel
- Hypermagnesiurie (sie äußert sich nicht immer als Hypomagnesiämie, weil Magnesium aus dem Knochen mobilisiert wird)
- reversibler Anstieg der harnpflichtigen Substanzen (Kreatinin, Harnstoff) im Serum
- Selten:
- erhöhte Amylasewerte im Blut
- Sehr selten:
- Anstieg der antinukleären Antikörper, die klinische Bedeutung ist jedoch unklar
- Häufig:
- Besondere Hinweise
- Begleiterscheinungen wie Mundtrockenheit und Durst, Schwäche- und Schwindelgefühl, Herzklopfen, Hypotonie und orthostatische Beschwerden sind auf eine verstärkte Diurese zurückzuführen.
- Betarezeptorenblocker können die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen und die Schwere anaphylaktischer Reaktionen erhöhen. Bei Patienten mit schweren Überempfindlichkeitsreaktionen in der Vorgeschichte und bei Patienten unter Desensibilisierungstherapie kann es daher zu überschießenden anaphylaktischen Reaktionen kommen.
- Eine Verstärkung der Beschwerden bei Patienten mit peripheren Durchblutungsstörungen (einschließlich Patienten mit Raynaud-Syndrom) wurde beobachtet.
- Infolge einer möglichen Erhöhung des Atemwegswiderstandes kann es bei Patienten mit Neigung zu bronchospastischen Reaktionen (insbesondere bei obstruktiven Atemwegserkrankungen) zu Atemnot kommen.
- Nach längerem strengen Fasten oder schwerer körperlicher Belastung kann es bei gleichzeitiger Therapie mit Atenocomp - 1 A Pharma® zu hypoglykämischen Zuständen kommen. Warnzeichen einer Hypoglykämie (insbesondere Tachykardie und Tremor) können verschleiert werden.
- Es kann unter der Therapie mit Atenocomp - 1 A Pharma® zu Störungen im Fettstoffwechsel kommen. Ein Anstieg der Serumlipide (Cholesterin, Triglyzeride) kann auftreten.
- Bei Patienten mit Hyperthyreose können unter der Therapie mit Atenocomp - 1 A Pharma® die klinischen Zeichen einer Thyreotoxikose (z. B. Tachykardie, Tremor) verschleiert werden.
- Infolge einer Hypokaliämie können Müdigkeit, Schläfrigkeit, Muskelschwäche, Parästhesien, Paresen, Apathie oder Herzrhythmusstörungen auftreten. Schwere Kaliumverluste können zu einem Subileus bis hin zu einem paralytischen Ileus oder zu Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma führen, EKG-Veränderungen und gesteigerte Glykosidempfindlichkeit können auftreten.
- Als Folge der Elektrolyt- und Flüssigkeitsverluste kann sich eine metabolische Alkalose entwickeln bzw. eine bereits bestehende metabolische Alkalose verschlechtern.
- Wegen des Auftretens schwerer Leberschäden sollten unter der Therapie mit Atenocomp - 1 A Pharma® in regelmäßigen Abständen die Leberwerte überprüft werden.
- Während der Behandlung mit Atenocomp - 1 A Pharma® sollten die Patienten auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten und wegen des Kaliumverlustes kaliumreiche Nahrungsmittel zu sich nehmen (Bananen, Gemüse, Nüsse).
- Während der Therapie mit Atenocomp - 1 A Pharma® sollten die Serumelektrolyte (insbesondere Kalium-, Natrium-, Kalziumionen), Kreatinin und Harnstoff, die Serumlipide (Cholesterin und Triglyzeride), Harnsäure sowie der Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden.
- Das Absetzen von Atenolol/Chlortalidon sollte in Betracht gezogen werden, falls nach klinischer Beurteilung das Wohlbefinden des Patienten durch eine der o. g. Reaktionen nachteilig beeinflusst wird.
Anwendungshinweise
- Das Arzneimittel wird mit ausreichend Flüssigkeit unzerkaut vor der Mahlzeit eingenommen.
Stillzeithinweise
- In der Stillzeit ist Atenocomp - 1 A Pharma® kontraindiziert, da beide Wirkstoffe in erheblichen Mengen in die Muttermilch übergehen und mit pharmakologischen Wirkungen beim Säugling zu rechnen ist.
Schwangerschaftshinweise
- Atenocomp - 1 A Pharma® darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden.
Warnhinweise
- Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
- Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei:
- AV-Block 1. Grades
- Diabetikern mit stark schwankenden Blutzuckerwerten (wegen möglicher schwerer hypoglykämischer Zustände)
- längerem strengen Fasten oder schwerer körperlicher Belastung (wegen möglicher schwerer hypoglykämischer Zustände)
- Patienten mit Phäochromozytom (Nebennierenmarktumor; vorherige Therapie mit Alpha-Rezeptorenblockern erforderlich)
- Patienten, die gleichzeitig mit Digitalispräparaten, Glukokortikoiden oder Laxantien behandelt werden
- eingeschränkter Leberfunktion
- eingeschränkter Nierenfunktion leichteren Grades
- Aderhauterguss (choroidaler Erguss), akute Myopie und sekundäres Winkelverschlussglaukom: Sulfonamide und Sulfonamid-Derivate können eine idiosynkratische Reaktion auslösen, die zu einem Aderhauterguss mit Gesichtsfelddefekt, transienter Myopie und zu einem akuten Winkelverschlussglaukom führen kann. Symptome wie eine akut einsetzende verminderte Sehschärfe oder Augenschmerzen können typischerweise innerhalb von Stunden bis Wochen nach Behandlungsbeginn auftreten. Ein unbehandeltes akutes Engwinkelglaukom kann zu dauerhaftem Sehverlust führen.
- Als Erstmaßnahme sollte das Arzneimittel so schnell wie möglich abgesetzt werden. Umgehende medizinische oder operative Behandlungen müssen bei länger anhaltendem erhöhten Augeninnendruck in Betracht gezogen werden.
- Risikofaktoren, die die Entstehung eines akuten Engwinkelglaukoms begünstigen könnten, schließen eine Allergie gegenüber Sulfonamiden oder Penicillin in der Krankengeschichte ein.
- Die systemische Wirkung oraler Betarezeptorenblocker kann bei gleichzeitiger Anwendung ophthalmischer Betarezeptorenblocker verstärkt werden.
- Die Verordnung von Betarezeptorenblockern sollte nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen bei Patienten mit einer Psoriasis in der Eigen- oder Familienanamnese und bei Patienten mit Prinzmetal-Angina, da, aufgrund ungehinderter Alpha-Rezeptor vermittelter Gefäßverengungen der Herzkranzgefäße, vermehrt z. T. verstärkte Angina-pectoris-Anfälle auftreten können. Atenolol ist ein Beta-1-selektiver Betarezeptorenblocker; folglich kann der Gebrauch von Atenocomp - 1 A Pharma® erwogen werden, obwohl äußersteVorsicht gewahrt werden muss.
- Beta-Rezeptorenblocker können die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen und die Schwere anaphylaktischer Reaktionen erhöhen. Deshalb ist eine strenge Indikationsstellung bei Patienten mit schweren Überempfindlichkeitsreaktionen in der Vorgeschichte und bei Patienten unter Desensibilisierungstherapie (z. B. gegen Insektengifte) geboten (Vorsicht, überschießende anaphylaktische Reaktionen). Diese Patienten sprechen eventuell auf die üblichen Adrenalindosen zur Behandlung der allergischen Reaktionen nicht an.
- Leichtere periphere Durchblutungsstörungen können durch die Anwendung von Betarezeptorenblockern verschlimmert werden.
- Betarezeptorenblocker können die Anzeichen einer Thyreotoxikose maskieren.
- Die Herzfrequenz wird durch die Anwendung von Betarezeptorenblockern reduziert. In dem seltenen Fall, dass ein Patient klinische Symptome entwickelt, die auf einer langsamen Herzfrequenz beruhen, kann die Dosis reduziert werden.
- Betarezeptorenblocker sollten nicht abrupt abgesetzt werden, wenn der Patient an einer ischämischen Herzerkrankung leidet.
- Obwohl Atenocomp - 1 A Pharma® bei unkontrollierter Herzinsuffizienz kontraindiziert ist, kann die Gabe bei Patienten mit kontrollierten Anzeichen von Herzinsuffizienz angezeigt sein. Vorsicht ist bei Patienten mit geringer Herzreserve geboten.
- Bei Patienten mit obstruktiven Atemwegserkrankungen kann es auch bei Anwendungen eines kardioselektiven Betarezeptorenblockers wie Atenolol zur Beeinflussung des Atemwegswiderstandes kommen (Atenolol ist ein Beta-1-selektiver Betarezeptorenblocker, wobei die Selektivität nicht absolut ist). Die Anwendung sollte bei Patienten mit obstruktiven Atemwegserkrankungen daher nicht generell erfolgen. Die geringste mögliche Dosis von Atenocomp - 1 A Pharma® sollte mit besonderer Vorsicht eingenommen werden. Wenn eine Erhöhung des Atemwegswiderstandes auftritt, sollte Atenocomp - 1 A Pharma® abgesetzt werden. Eventuelle Bronchospasmen können - wirksamer als bei nichtselektiven Betarezeptorenblockern - mit den üblichen Bronchodilatatoren wie Salbutamol oder Fenoterol rasch aufgehoben werden.
- Besondere Vorsicht ist bei der gleichzeitigen Verwendung von Anästhetika und Atenocomp - 1 A Pharma® geboten. Der Anästhesist sollte über die Einnahme von Atenocomp - 1 A Pharma® informiert werden. Bei der Wahl des Anästhetikums sollte ein Mittel mit so geringer negativer inotroper Aktivität wie möglich gewählt werden. Der Einsatz von Betarezeptorenblockern zusammen mit Anästhetika kann zur Abschwächung der Reflextachykardie führen und das Risiko von Hypotension vergrößern. Anästhetika, die eine Schädigung der Herzmuskelzellen hervorrufen, sollten vermieden werden. Aufgrund der Chlortalidonkomponente sollten in passenden Abständen die Plasmaelektrolyte regelmäßig untersucht werden, um mögliche Elektrolytschwankungen, besonders Hypokaliämie und Hyponatriämie, zu entdecken. Hypokaliämie und Hyponatriämie können auftreten. Eine Kontrolle des Elektrolytspiegels ist angebracht, insbesondere bei älteren Patienten, bei Patienten, die Digitalis einnehmen, eine kaliumarme Diät einhalten oder unter gastrointestinalen Beschwerden leiden. Eine Hypokaliämie kann bei Patienten, die mit Digitalis behandelt werden, Arrhythmien hervorrufen.
- Der Einfluss von Atenolol als ausgeprägt kardioselektivem Betarezeptorenblocker auf den Blutglukosespiegel ist gering. Unter Chlortalidon kann es, wie bei jedem Thiaziddiuretikum, zur Erhöhung des Blutzuckerspiegels kommen. In den bisher vorliegenden Untersuchungen mit Atenocomp - 1 A Pharma® wurden keine signifikanten Änderungen des Blutglukosespiegels bei Patienten ohne KH-Stoffwechselstörungen beobachtet. Die Verabreichung von Chlortalidon an Patienten, die eine bekannte Prädisposition für eine Diabetes-mellitus-Erkrankung haben, muss mit Vorsicht erfolgen. Diabetes-mellitus Patienten müssen mit einem möglichen Anstieg des Blutglukosespiegels rechnen. Eine enge Kontrolle des Blutzuckers ist in der Anfangsphase der Therapie erforderlich. Bei anhaltender Therapie sollte die Glucosurie in regelmäßigen Abständen untersucht werden.
- Chlortalidon kann, wie andere Thiaziddiuretika, zu einer Erhöhung der Harnsäurewerte führen. Dieser Effekt ist dosisabhängig und kann durch Anwendung niedriger Chlortalidonmengen, wie sie in Atenocomp - 1 A Pharma® enthalten sind, minimal gehalten werden. Die gleichzeitige Gabe eines harnfördernden Medikamentes kehrt die Erhöhung der Harnsäurewerte wiederum. Zur Kontrolle sollten gelegentlich Messungen des Harnsäurespiegels durchgeführt werden.
- Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion oder progressiver Lebererkrankung können kleine Änderungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt ein hepatisches Koma hervorrufen.
- Die Anwendung von Atenocomp - 1 A Pharma® kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.
- Eine missbräuchliche Anwendung des Arzneimittels Atenocomp - 1 A Pharma® zu Dopingzwecken kann die Gesundheit gefährden.
- Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Atenocomp - 1 A Pharma® nicht einnehmen.
- Dieses Arzneimittel enthält Natrium. Atenocomp - 1 A Pharma® enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Filmtablette, d. h. es ist nahezu „natriumfrei".
- Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei:
- Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
- Folgende Wechselwirkungen sind beschrieben worden:
- Beeinflussung der Wirkung nachfolgend genannter Arzneistoffe bzw. Präparategruppen:
- orale Antidiabetika (z. B. Sulfonylharnstoffe/Biguanide), Insulin: Verstärkung des blutzuckersenkenden Effektes, Warnzeichen einer Hypoglykämie - insbesondere Tachykardie und Tremor - sind verschleiert oder abgemildert
- harnsäuresenkende Arzneimittel: deren Wirkung kann abgeschwächt sein
- Digitalisglykoside: Verlängerung der AV-Überleitungszeit; Wirkungen und Nebenwirkungen von Digitalisglykosiden können bei Hypokaliämie und Hypomagnesiämie verstärkt werden
- hochdosiertes Salicylat: Verstärkung der toxischen Wirkung auf das zentrale Nervensystem
- Muskelrelaxanzien vom Curaretyp: Verstärkung und Verlängerung der muskelrelaxierenden Wirkung (Information des Anästhesisten über die Therapie mit Atenocomp - 1A Pharma®)
- Lithium: Erhöhung der Serumlithiumkonzentration (regelmäßige Kontrolle!), somit Verstärkung der kardio- und neurotoxischen Wirkung von Lithium
- kaliuretische Arzneimittel (z. B. Furosemid), Glukokortikoide, ACTH, Carbenoxolon, Amphotericin B oder Abführmittel: erhöhte Kaliumverluste und/oder Magnesiumverluste
- Vitamin D, Kalziumsalze: Anstieg des Serumkalziums
- Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid, Fluoruracil, Methotrexat): verstärkte Knochenmarkstoxizität (insbesondere Granulozytopenie)
- Verstärkung der antihypertensiven Wirkung bzw. Erhöhung des Nebenwirkungsrisikos:
- andere Antihypertensiva, Diuretika, Vasodilatatoren, Barbiturate, Phenothiazine, trizyklische Antidepressiva, Alkohol
- ACE-Hemmer (z. B. Captopril, Enalapril): zu Behandlungsbeginn Risiko eines massiven Blutdruckabfalls
- Calciumantagonisten vom Nifedipintyp: verstärkte Blutdrucksenkung, in Einzelfällen Ausbildung einer Herzinsuffizienz
- Calciumantagonisten mit negativ inotroper Wirkung vom Verapamil- oder Diltiazemtyp: schwere Hypotonie, Bradykardie, Herzrhythmusstörungen und Herzversagen. Diese Calciumantagonisten dürfen frühestens 48 Stunden nach dem Absetzen von Atenocomp - 1 A Pharma® verabreicht werden
- Klasse-I-Antiarrhythmika (z. B. Disopyramid) und Amiodaron: die Wirkung auf die atrioventrikuläre Überleitungszeit kann potenziert und eine negativ inotrope Wirkung kann induziert werden
- Reserpin, Alpha-Methyldopa, Guanfacin oder Clonidin: neben Verstärkung der antihypertensiven Wirkung auch Bradykardie
- Baclofen: die Verstärkung der antihypertensiven Wirkung kann eine Dosisanpassung notwendig machen
- Narkotika, Anästhetika: verstärkter Blutdruckabfall, Verstärkung der negativ inotropen Wirkung. (Information des Anästhesisten über die Therapie mit Atenocomp - 1A Pharma®: Das Anästhetikum der Wahl sollte so wenig negativ inotrop wie möglich sein. Die gleichzeitige Anwendung von Betarezeptorenblockern und Anästhetika kann die reflektorische Tachykardie abschwächen und das Risiko der Hypotonie erhöhen. Anästhetika mit einer depressiven Wirkung auf das Herz sollten vermieden werden.)
- Abschwächung der antihypertensiven Wirkung:
- Analgetika, nichtsteroidale Antiphlogistika (z. B. Salicylsäurederivate, Indometacin, Ibuprofen): Abschwächung der blutdrucksenkenden Wirkung, in Einzelfällen Verschlechterung der Nierenfunktion
- Sympathomimetika (z. B. Adrenalin) können dem Effekt von Betarezeptorenblockern entgegenwirken
- Cholestyramin oder Colestipol: verminderte Resorption von Atenocomp - 1A Pharma®
- Norepinephrin, Epinephrin: beträchtlicher Blutdruckanstieg möglich
- Monoaminooxidase (MAO)-Hemmer (Ausnahme: MAO-B-Hemmer): überschießender Bluthochdruck
- Clonidin: überschießender Blutdruckanstieg (hypertensive Krise) beim Absetzen von Clonidin, wenn nicht zuvor Atenocomp - 1 A Pharma® abgesetzt wurde. Behandlung mit Atenocomp - 1 A Pharma® erst mehrere Tage nach dem Absetzen von Clonidin beginnen
- Beeinflussung der Wirkung nachfolgend genannter Arzneistoffe bzw. Präparategruppen:
- Folgende Wechselwirkungen sind beschrieben worden:
- Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
- Die Behandlung des Bluthochdrucks mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle. Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann das Reaktionsvermögen soweit verändert sein, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.
- Überdosierung
- Symptome einer Überdosierung
- Atenolol
- Das klinische Bild ist in Abhängigkeit vom Ausmaß der Intoxikation im Wesentlichen von kardiovaskulären und zentralnervösen Symptomen geprägt. Überdosierung kann zu schwerer Hypotonie, Bradykardie bis zum Herzstillstand, Herzinsuffizienz und kardiogenem Schock führen. Zusätzlich können Atembeschwerden, Bronchospasmen, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen, gelegentlich auch generalisierte Krampfanfälle auftreten.
- Chlortalidon
- Die Intoxikation mit einem Thiazid-Diuretikum ist abhängig vom Ausmaß des Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes. Bei ausgeprägten Flüssigkeits- und Natriumverlusten können Schwäche- und Schwindelgefühl, Muskelkrämpfe, Tachykardie, Hypotonie und orthostatische Regulationsstörungen auftreten. Dehydratation und Hypovolämie können zu Hämokonzentration, zu Konvulsionen, Verwirrtheitszuständen, Kreislaufkollaps und zu einem akuten Nierenversagen führen. Infolge einer Hypokaliämie kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen. Schwere Kaliumverluste können zu einem paralytischen Ileus oder zu Bewusstseinsstörungen bis zum hypokaliämischen Koma führen.
- Atenolol
- Therapiemaßnahmen bei Überdosierung
- Bei Anzeichen einer Überdosierung muss die Behandlung mit Atenocomp - 1 A Pharma® umgehend abgebrochen werden.
- Neben allgemeinen Maßnahmen der primären Giftelimination müssen unter intensivmedizinischen Bedingungen die vitalen Parameter überwacht und gegebenenfalls korrigiert werden.
- Therapeutische Maßnahmen bei Überdosierung des Beta-Rezeptorenblockers:
- Bei bedrohlichem Abfall von Blutdruck und Puls:
- Atropin: 0,5 - 2,0 mg intravenös als Bolus
- Glukagon: initial 1 - 10 mg intravenös anschließend 2 - 2,5 mg pro Std. als Dauerinfusion
- Bei bedrohlichem Abfall von Blutdruck und Puls:
- Sympathomimetika in Abhängigkeit von Körpergewicht und Effekt: Dopamin, Dobutamin, Isoprenalin, Orciprenalin und Epinephrin.
- Bei therapierefraktärer Bradykardie sollte eine temporäre Schrittmachertherapie durchgeführt werden.
- Bei Bronchospasmus können Beta-2-Sympathomimetika als Aerosol (bei ungenügender Wirkung auch intravenös) oder Aminophyllin i. v. gegeben werden.
- Bei generalisierten Krampfanfällen empfiehlt sich die langsame intravenöse Gabe von Diazepam.
- Atenolol ist dialysierbar.
- Therapeutische Maßnahmen bei Überdosierung des Thiaziddiuretikums bei:
- Hypovolämie: Volumensubstitution
- Hypokaliämie: Kaliumsubstitution
- Kreislaufkollaps: Schocklagerung, ggf. Schocktherapie.
- Symptome einer Überdosierung