Atracurium-hameln 10mg/ml Injektionslösung

hameln pharma gmbh
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Atracurium →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 10X2.5 ML 33,12 €
N2 10X5 ML 53,68 €

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Fachinformationen

Indikation

  • als Zusatz bei Allgemeinnarkosen, bei operativen und anderen Eingriffen sowie in der Intensivmedizin zur Erleichterung der endotrachealen Intubation sowie der künstlichen Beatmung

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 10 mg Atracuriumbesilat

  • als Zusatz bei Allgemeinnarkosen, zur Erleichterung der endotrachealen Intubation sowie der künstlichen Beatmung
    • allgemein
      • zur Ermittlung der individuell erforderlichen Dosis neuromuskuläres Monitoring empfohlen
    • Anwendung als Injektion bei Erwachsenen
      • Anwendung als i.v. Injektion (keine intramuskuläre Applikation)
        • Relaxation
          • 0,3 - 0,6 mg Atracuriumbesilat / kg KG i.v. in Abhängigkeit von gewünschter vollständiger Relaxationsdauer
          • Wirkungsdauer: 15 - 35 Min.
        • Intubation
          • nach i.v. Injektion von 0,5 - 0,6 mg Atracuriumbesilat / kg KG kann endotracheale Intubation i.d.R. innerhalb von 90 Sek. durchgeführt werden
        • Repetitions-Dosen
          • Verlängerung der vollständigen neuromuskulären Blockade mit Repetitions-Dosen von 0,1 - 0,2 mg Atracuriumbesilat / kg KG möglich
          • im Allgemeinen ist die erste Erhaltungsdosis 20 - 45 Min. nach initialer Bolusinjektion erforderlich, danach üblicherweise in Intervallen von 15 - 25 Min.
          • Hinweise
            • individuelle Anforderungen und Reaktionen des Patienten berücksichtigen
            • kumulative Effekte in Bezug auf die neuromuskulär blockierende Wirkung sind bei Verabreichung dieser Repetitions-Dosen nicht zu erwarten
        • Hinweise
          • Spontanerholung ca. 35 Min. nach Ende der vollständigen Relaxation (gemessen an der Wiederherstellung der tetanischen Antwort auf 95% der neuromuskulären Funktion)
          • schnelle Aufhebung des neuromuskulären Blocks, hervorgerufen durch Atracuriumbesilat, durch übliche Dosen von Cholinesterasehemmstoffen wie Neostigmin oder Edrophonium - nach vorheriger oder gleichzeitiger Verabfolgung von Atropin oder Glycopyrroniumbromid - ohne Anzeichen einer Rekurarisierung möglich
      • Anwendung als Infusionslösung bei Erwachsenen
        • nach initialer Bolusinjektion von 0,3 - 0,6 mg Atracuriumbesilat / kg KG als kontinuierliche Infusion von 0,3 - 0,6 mg / kg KG / Stunde
        • Hinweise
          • Atracuriumbesilat nicht über die Infusionsleitung einer Bluttransfusion zuführen; in diesem Fall über eine separate Infusionsleitung verabreichen
          • Infusion von Atracuriumbesilat auch während kardiopulmonaler Bypass-Operationen in oben angegebener Dosis möglich
          • bei Körpertemperaturen von 25 - 26 °C (tiefe Hypothermie) Hälfte der oben angegebenen Dosis zur Aufrechterhaltung der vollständigen neuromuskulären Blockade ausreichend (Inaktivierung von Atracuriumbesilat verlangsamt)
      • Kinder > 1 Monat
        • Gabe der für Erwachsene empfohlenen Dosis ebenfalls auf Basis mg / kg KG
      • Neugeborene (< 1 Monat)
        • aufgrund fehlender klinischer Daten keine Dosisempfehlungen möglich
        • falls neuromuskuläre Blockade bei Neugeborenen oder Frühgeborenen erforderlich, deutliche Dosisreduktion
      • ältere Patienten
        • aufgrund fehlender klinischer Daten keine Dosisempfehlungen möglich
        • falls neuromuskuläre Blockade bei Neugeborenen oder Frühgeborenen erforderlich, erhebliche Dosisverringerung
      • Leber- oder Niereninsuffizienz
        • keine Dosisanpassung erforderlich
      • Herz- oder Kreislauf-Erkrankungen
        • Verabreichung langsam und/oder in geteilten Dosen über Zeitraum von ca. 1 - 2 Min. (wegen unter Umständen empfindlicher Reaktion auf vorübergehende hypotone Zustände)
      • Patienten mit Verbrennungen
        • evtl. Entwicklung herabgesetzter Ansprechbarkeit; in Abhängigkeit von Zeit, die seit der Verbrennung vergangen ist, und Ausmaß der Verletzung evtl. höhere Atracuriumbesilat-Dosen erforderlich
    • Anwendung im intensivmedizinischen Bereich (ICU)
      • bei Notwendigkeit einer Langzeitanwendung Nutzen und Risiko einer neuromuskulären Blockade gegeneinander abwägen
      • initial: 0,3 - 0,6 mg Atracuriumbesilat / kg KG als Bolus
      • danach zur Aufrechterhaltung der neuromuskulären Blockade durch kontinuierliche Infusion 11 - 13 µg Atracuriumbesilat / kg KG / Min. (entspr. 0,65 - 0,78 mg / kg KG / Stunde)
      • Hinweise
        • im Einzelfall erforderliche Dosis kann stark variieren (4,5 - 29,5 µg Atracuriumbesilat / kg KG / Min. wurden verabreicht)
        • erforderliche Dosen in Abhängigkeit von Anwendungsdauer evtl. verändert
        • Infusionsrate durch ständige Überwachung peripherer Nerven dem Bedarf anpassen
        • Zeit bis zur Spontanerholung von der neuromuskulären Blockade nach Atracuriumbesilat bei Intensivpatienten ist unabhängig von der Verabreichungsdauer; TOF (train of four) Verhältnis (Verhältnis des Spitzenwertes der 4. Kontraktion zur ersten in einer Reihe von vieren) > 0,75 stellt sich durchschnittlich 60 Min. nach Absetzen von Atracuriumbesilat ein (Bereich zwischen 32 und 108 Min., n=6)
        • zurzeit vorliegende wenige Untersuchungsergebnisse bezüglich Langzeitanwendung von Atracuriumbesilat lassen nur geringen Einfluss einer Hämofiltration oder Hämodialyse auf Plasmaspiegel von Atracuriumbesilat und seiner Metaboliten erkennen; Auswirkungen der Hämoperfusion auf Plasmaspiegel von Atracurium und seinen Metaboliten sind nicht bekannt

Kontraindikationen

Atracurium - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Atracuriumbesilat oder Benzolsulfonsäure

Nebenwirkungen

Atracurium - invasiv
  • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
    • bei Kombination mit einem oder mehreren Anästhetika
      • Laryngospasmus
      • schwere anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen
      • Kreislaufversagen
      • Herzstillstand
  • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
    • intensivmedizinisch betreute Patienten
      • Krampfanfälle
        • Kausalzusammenhang nicht eindeutig
      • Muskelschwäche und / oder Myopathie
        • Kausalzusammenhang nicht eindeutig
  • ohne Häufigkeitsangabe
    • Nebenwirkungen aufgrund von Histaminfreisetzung
      • Hautrötung
      • Urticaria
      • geringer vorübergehender Blutdruckabfall
      • Tachykardie
      • Keuchen
      • Bronchospasmus

Anwendungshinweise

  • Anwendung nur unter Vollnarkose durch erfahrenen Anästhesisten
  • adäquate Ausrüstung und Personal zur endotrachealen Intubation und zur künstlichen Beatmung müssen - ebenso wie ein Antidot - zur sofortigen Verfügung stehen
  • Applikation i.v . als Injektion oder Infusion
  • nicht intramuskulär applizieren
  • weitere Hinweise s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Atracurium - invasiv
  • keine Erfahrungen zum Übertritt in die Muttermilch
  • aus Vorsichtsgründen Stillen erst 24 Stunden nach Gabe von Atracuriumbesilat (wieder) aufnehmen

Schwangerschaftshinweise

Atracurium - invasiv
  • strenge Indikationsstellung
  • keine ausreichenden Erfahrungen zur Anwendung bei Schwangeren
  • in tierexperimentellen Untersuchungen keine Hinweise auf Störungen der Embryonalentwicklung
  • Plazentaübergang gering
  • für die Muskelrelaxation während des Kaiserschnitts geeignet

Warnhinweise

Atracurium - invasiv
  • sorgfältige Beobachtung von Patienten mit einer Allergie- oder Asthmaanamnese
    • unter hochdosierter Gabe von Kortikosteroiden und Muskelrelaxantien in der Intensivmedizin
      • Überwachung der Creatinphosphokinase
  • nicht mit depolarisierenden Muskelrelaxantien kombinieren
    • verlängerte und komplexe neuromuskuläre Blockade, die mit Cholinesterasehemmstoffen nur noch schwer zu antagonisieren ist
  • Applikation langsam und / oder in geteilten Dosen
    • bei Patienten, die besonders empfindlich auf einen Abfall des arteriellen Blutdrucks reagieren können
  • nicht mit Thiopental oder anderen alkalischen Lösungen bzw. Substanzen mischen
    • Wirkungsverminderung bei Erhöhung des pH-Wertes
    • zwischen der Infusion von Atracuriumbesilat und Thiopental Kanüle spülen
      • Gefahr der Bildung von Aggregaten, die eine anaphylaktoide Reaktion hervorrufen können