Atriance 5 mg/ml Infusionslösung

EurimPharm Arzneimittel GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Nelarabin →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 50 ML 510,01 €

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Fachinformationen

Indikation

  • akute lymphoblastische T-Zell-Leukämie (T-ALL) und lymphoblastisches T-Zell-Lymphom (T-LBL), die nicht auf vorangegangene Behandlungen mit mindestens zwei Chemotherapieschemata angesprochen haben oder rezidiviert sind
    • Hinweis: Information zum Beleg dieser Indikationen beruht nur auf begrenzten Daten

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Lösung enthält 5 mg Nelarabin; 1 Durchstechflasche enthält 250 mg Nelarabin

  • akute lymphoblastische T-Zell-Leukämie (T-ALL) und lymphoblastisches T-Zell-Lymphom (T-LBL)
    • Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahre
      • 1.,3. und 5. Tag: 1500 mg Nelarabin / m2 Körperoberfläche (KOF) i.v.
      • Wiederholung: alle 21 Tage
    • Kinder und Jugendliche (21 Jahre und jünger)
      • an 5 aufeinanderfolgenden Tagen: 650 mg Nelarabin / m2 KOF i.v.
      • Wiederholung: alle 21 Tage
    • Hinweis:
      • für Jugendliche von 16 - 21 Jahren wurden beide Therapieschemata angewendet, waren hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit vergleichbar
      • nur begrenzte Daten bei Patienten < 4 Jahre

Dosisanpassung

  • Anzeichen neurologischer Ereignisse >= Grad 2
    • Therapieabbruch bei ersten Anzeichen neurologischer Ereignisse >= Grad 2 nach den Toxizitätskriterien des nationalen Krebsinstituts der USA (National Cancer Institute Common Terminology Criteria Adverse Event, NCI CTCAE)
  • andere Toxizitäten (einschließlich hämatologischer; außer neurologischer Ereignisse)
    • Hinausschieben der nächsten Dosis möglich
  • ältere Patienten > 65 Jahre
    • keine ausreichende Erfahrung, um entscheiden zu können, ob diese im Vergleich zu jüngeren Patienten unterschiedlich ansprechen
  • Niereninsuffizienz
    • nicht bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen untersucht
    • Patienten sorgfältig auf Anzeichen einer Toxizität hin überwachen
    • Nelarabin und 9-b-Arabinofuranosylguanin (ara-G) werden zum Teil über die Niere eliminiert
    • Kreatinin-Clearance < 50 ml / Min.: keine ausreichenden Daten für Empfehlung zur Dosisanpassung
  • Leberinsuffizienz
    • Anwendung mit Vorsicht
    • nicht bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen untersucht

Kontraindikationen

Nelarabin - invasiv
  • bekannte Überempfindlichkeit gegen Nelarabin

Nebenwirkungen

Nelarabin - invasiv

Unerwünschte(s) Ereignis(se) bei Erwachsenen (1500 mg / m2 Körperoberfläche)

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Infektionen, einschließlich, aber nicht beschränkt auf:
        • Sepsis
        • Bakteriämie
        • Pneumonie
        • Pilzinfektion
  • Gutartige und bösartige Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Tumor-Lyse-Syndrom
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Febrile Neutropenie
      • Neutropenie
      • Thrombozytopenie
      • Anämie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Leukopenie
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypokalzämie
      • Magnesiummangel
      • Hypoglykämie
      • Hypokaliämie
      • Anorexie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Verwirrtheitszustand
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Periphere neurologische Störungen (sensorisch und motorisch)
      • Kopfschmerzen
      • Somnolenz
      • Hypoästhesie
      • Schwindel
      • Parästhesie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Krampfanfälle, einschließlich
        • Konvulsionen
        • Grand-Mal-Anfälle
        • Status epilepticus
      • Amnesie
      • Ataxie
      • Gleichgewichtsstörungen
      • Tremor
      • Geschmackstörungen
  • Augenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Verschwommene Wahrnehmung
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypotonie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Dyspnoe
      • Husten
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Pleuraerguss
      • Giemen
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Diarrhoe
      • Erbrechen
      • Verstopfung
      • Übelkeit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Entzündung der Mundschleimhaut
      • Bauchschmerzen
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyperbilirubinämie
      • Erhöhte Aspartataminotransferasewerte
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Myalgie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Muskelschwäche
      • Arthralgie
      • Rückenschmerzen
      • Gliederschmerzen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Rhabdomyolyse
      • Kreatinphosphokinase im Blut erhöht
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erhöhte Kreatininwerte im Blut
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Ödem
      • Peripheres Ödem
      • Fieber
      • Schmerzen
      • Müdigkeit
      • Asthenie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Gangstörungen

Unerwünschte(s) Ereignis(se) bei Kindern (650 mg/m2 Körperoberfläche)

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Infektionen, einschließlich, aber nicht beschränkt auf:
        • Sepsis
        • Bakteriämie
        • Pneumonie
        • Pilzinfektion
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Neutropenie
      • Leukopenie
      • Thrombozytopenie
      • Anämie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • febrile Neutropenie
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hypokaliämie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypokalzämie
      • Magnesiummangel
      • Hypoglykämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Verwirrtheitszustand
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Periphere neurologische Störungen (sensorisch und motorisch)
      • Kopfschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Krampfanfälle, einschließlich
        • Konvulsionen
        • Grand-Mal-Anfälle
        • Status epilepticus
      • Somnolenz
      • Ataxie
      • Tremor
      • Hypoästhesie
      • Parästhesien
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Entzündung der Mundschleimhaut
      • Diarrhoe
      • Erbrechen
      • Verstopfung
      • Übelkeit
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Erhöhte Transaminasenwerte
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyperbilirubinämie
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Arthralgie
      • Gliederschmerzen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Rhabdomyolyse
      • Kreatinphosphokinase im Blut erhöht
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erhöhte Kreatininwerte im Blut
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Fieber
      • Müdigkeit
      • Asthenie

Anwendungshinweise

  • nur unter der Aufsicht eines in der Anwendung von Zytostatika erfahrenen Arztes anwenden
  • nur zur intravenösen Anwendung
    • Arzneimittel wird vor Verabreichung nicht verdünnt
    • entsprechende Dosis an Nelarabin in Infusionsbeutel aus Polyvinylchlorid (PVC) oder Ethylvinylacetat (EVA) oder in Glasbehälter überführen
    • Erwachsene: Infusion über 2 Stunden
    • Kinder: Infusion über 1 Stunde
  • Empfehlung: intravenöse Hydrationstherapie entsprechend der ueblichen medizinischen Praxis zur Behandlung der Hyperurikämie bei Patienten mit einem Risiko fuer ein Tumor-Lyse-Syndrom anwenden
  • Patienten mit einem Hyperurikämie-Risiko
    • Anwendung von Allopurinol erwägen
  • übliche Vorgehensweise beim Umgang mit antineoplastischen Arzneimitteln und ihrer Entsorgung beachten

Stillzeithinweise

Nelarabin - invasiv
  • das Stillen soll während der Behandlung unterbrochen werden
  • Risiko für Neugeborene / Kinder kann nicht ausgeschlossen werden
  • es ist nicht bekannt, ob Nelarabin oder seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen

Schwangerschaftshinweise

Nelarabin - invasiv
  • Nelarabin darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist zwingend erforderlich
  • sollte während der Behandlung eine Schwangerschaft eintreten, muss über die Gefahren für das ungeborene Kind aufgeklärt werden
  • sowohl männliche als auch weibliche Patienten müssen während und für mind. 3 Monate nach Ende der Behandlung zuverlässig verhüten
  • keine hinreichenden Daten zur Anwendung bei Schwangeren
  • Tierexperimentelle Studien
    • tierexperimentelle Studien zeigten Reproduktionstoxizitaet einschliesslich Missbildungen
  • potentielles Risiko für den Menschen unbekannt, Exposition während der Schwangerschaft führt wahrscheinlich zu Anomalien und Missbildungen des Foetus
  • Fertilität
    • Wirkung von Nelarabin auf die menschliche Fertilität ist nicht bekannt
    • auf Basis der pharmakologischen Wirkung des Arzneimittels sind Nebenwirkungen auf die Fertilität möglich
    • soweit erforderlich sollte mit den Patienten die weitere Familienplanung besprochen werden

Warnhinweise

Nelarabin - invasiv
  • Kontrollmaßnahmen
    • Neurologische Nebenwirkungen
      • Berichte über schwere neurologische Nebenwirkungen unter Nelarabin
      • engmaschige Überwachung auf neurologische Ereignisse dringend empfohlen
        • Verwirrtheit
        • Koma
        • Störungen des zentralen Nervensystems einschl.
          • Konvulsionen
          • Ataxie
          • Status epilepticus
        • periphere Neuropathien einschl.
          • Hypoästhesie, die von einem Taubheitsgefühl und Parästhesien bis zu motorischer Schwäche und Paralyse reichten
      • Berichte vorliegend über mit Demyelinisierung verbundene Nebenwirkungen und aufsteigende periphere Neuropathien ähnlich einem Guillain-Barré-Syndrom
      • Therapieabbruch beim ersten Anzeichen eines neurologischen Ereignisses vom Grad 2 oder höher nach NCI CTCAE
        • Absetzen führt nicht immer zu einer vollständigen Rückbildung der Nebenwirkungen
      • Neurotoxizität entspricht der dosislimitierenden Toxizität
  • Patienten, die zuvor oder gleichzeitig mit einer intrathekalen Chemotherapie oder zuvor mit einer kraniospinalen Bestrahlung behandelt wurden
    • möglicherweise ein erhöhtes Risiko für unerwünschte neurologische Ereignisse
    • gleichzeitige intrathekale Therapie und/oder eine kraniospinale Bestrahlung nicht empfohlen
  • Impfungen mit Lebendimpfstoffen nicht empfohlen
    • Gefahr von potenziellen Infektionen bei immunsupprimierten Patienten
  • regelmäßige Kontrolle des gesamten Blutbildes (einschließlich Thrombozytenzahl)
    • Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie und Neutropenie (einschl. febrile Neutropenie) unter Nelarabin-Therapie möglich
  • Mit Nelarabin behandelte Patienten mit Hyperurikämie und einem Risiko für ein Tumor-Lyse-Syndrom
    • intravenöse Hydrationstherapie entsprechend der üblichen medizinischen Praxis empfohlen
  • Bei Patienten mit einem Hyperurikämie-Risiko
    • Anwendung von Allopurinol in Betracht ziehen
  • Ältere Patienten
    • geringe Patientenzahlen erlauben keine Aussage über mögliche Unterschiede in der Anwendung bei älteren Patienten
    • in exploratorischen Analyse scheint ein erhöhtes Alter (ab 65 Jahren) mit erhöhten Häufigkeit unerwünschter neurologischer Ereignisse einherzugehen
  • Karzinogenität und Mutagenität
    • keine Studien zu Karzinogenität
    • Nelarabin wirkt gentoxisch auf Säugerzellen