AURORIX 300

Viatris Healthcare GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Moclobemid →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 50 ST 39,77 €
N3 100 ST 66,32 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Medikamentös behandlungsbedürftige depressive Syndrome
    • in klinischen Studien überwiegend geprüft an Patienten mit sogenannter "Major Depression" nach DSM-III-R
  • Soziale Phobie im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzepts

Dosierung

  • depressive Syndrome:
    • 1 - 2 Filmtabletten (300 - 600 mg Moclobemid) / Tag verteilt auf 2 - 3 Einzelgaben
      • initial: 1 Filmtablette (300 mg Moclobemid) / Tag
      • Dosissteigerung bei schweren Depressionen, frühestens nach 1 Woche, bis 2 Filmtabletten (600 mg Moclobemid) / Tag
    • Anwendungsdauer:
      • mind. 4 - 6 Wochen zur Beurteilung der vollen Wirksamkeit
      • zeitlich unbegrenzt
  • soziale Phobie:
    • 2 Filmtabletten (600 mg Moclobemid) / Tag verteilt auf 2 Einzelgaben
      • 1. - 3. Tag: 1 Filmtablette (300 mg Moclobemid) / Tag
      • ab 4. Tag: 2 Filmtabletten (600 mg Moclobemid) / Tag
    • Anwendungsdauer:
      • 8 - 12 Wochen zur Beurteilung der vollen Wirksamkeit
      • Langzeittherapie kann angezeigt sein
      • Notwendigkeit der weiteren Behandlung regelmäßig überprüfen

Dosisanpassung

  • Umstellung auf trizyklische auf andere Antidepressiva: ohne Karenzperiode, bei entsprechender Vorsicht
  • Umstellung von anderen Antidepressiva auf Mocolobemid:
    • Auswaschphase empfohlen
    • Dauer abhängig von Halbwertszeit des zuvor verabreichten Antidepressivums:
      • nach SSRI: 4 - 5fache Dauer der Halbwertszeit des Wirkstoffs und dessen aktiver Metaboliten
    • generell wird für den Wechsel von einem irreversiblen MAO-Inhibitor auf Moclobemid ein freies Intervall von 14 Tagen empfohlen
    • 1. Behandlungswoche: max. 300 mg Moclobemid / Tag
  • schwere Störungen des Leberstoffwechsels:
    • Dosisreduktion auf die Hälfte bzw. ein Drittel
  • ältere Patienten: keine Dosisanpassung
  • Nierenfunktionsstörungen: keine Dosisanpassung

Kontraindikationen

Moclobemid - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Moclobemid
  • akute Verwirrtheitszustände
  • Phäochromozytom
  • Kinder
    • ausreichende klinische Erfahrungen bei dieser Gruppe von Patienten nicht vorliegend
  • gleichzeitige Verabreichung mit
    • Selegilin
    • Linezolid
    • Triptane
    • Pethidin
    • Tramadol
    • Bupropion
    • Dextromethorphan
    • 5-HT-Wiederaufnahme-Hemmer sowie andere Antidepressiva (einschließlich trizyklische Antidepressiva)

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Moclobemid - peroral
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Appetitlosigkeit
      • Hyponatriämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schlafstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Agitiertheit
      • Angstzustände
      • Unruhe/Ruhelosigkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Suizidgedanken (während der Therapie oder kurze Zeit nach Beendigung der Behandlung)
      • Verwirrtheitszustände (diese verschwanden schnell nach Absetzen der Therapie)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • suizidales Verhalten (während der Therapie oder kurze Zeit nach Beendigung der Behandlung)
      • Wahnvorstellungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Exazerbation schizophrener Symptome bei der Behandlung von Patienten mit schizophrenen oder schizoaffektiven Psychosen
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schwindel(gefühl)
      • Kopfschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Parästhesien
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dysgeusie
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Sehstörungen
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Verlängerung des QT-Intervalls
        • kann zu ventrikulären Arrhythmien vom Typ Torsade de pointes führen
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypotonie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hitzegefühl
      • Flush
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Mundtrockenheit
      • Übelkeit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erbrechen
      • Durchfall
      • Verstopfung
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hautausschlag
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Ödeme
      • Pruritus
      • Urtikaria
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Galaktorrhö
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erregung
      • Reizbarkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Asthenie
  • Untersuchungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Serotonin-Syndrom
        • bei gleichzeitiger Gabe mit Arzneimitteln, die Serotonin erhöhen, wie z.B. Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und viele andere Antidepressiva
      • Erhöhung der Leberenzymwerte (ohne klinische Folgeerscheinung)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Prolaktin im Plasma erhöht

Anwendungshinweise

  • Einnahme der Filmtabletten mit etwas Flüssigkeit nach den Mahlzeiten

Stillzeithinweise

Moclobemid - peroral
  • insgesamt muss das Risiko einer Behandlung mit Moclobemid in der Stillzeit gegen den erwartetentherapeutischen Nutzen sorgfältig abgewogen werden
  • Moclobemid geht in kleiner Menge in die Muttermilch über (ca. 1/30 der körpergewichtkorrigierten Erwachsenendosis)

Schwangerschaftshinweise

Moclobemid - peroral
  • der Nutzen einer Moclobemid-Behandlung während der Schwangerschaft muss gegen das mögliche Risiko für den Fetus abgewogen werden
    • Sicherheit von Moclobemid bei schwangeren Frauen bisher noch nicht nachgewiesen
  • tierexperimentelle (Reproduktions-)Studien
    • ergaben keinerlei Hinweise auf Risiken für den Fetus
  • keine ausreichende Erfahrung während der Schwangerschaft
  • Fertilität
    • keine ausreichenden Erfahrungen am Menschen vorliegend
    • tierexperimentelle Studien
      • Untersuchungen am Tier ergaben keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Reproduktionsparameter

Warnhinweise

Moclobemid - peroral
  • Suizid/Suizidgedanken oder klinische Verschlechterung
    • depressive Erkrankungen mit einem erhöhten Risiko für die Auslösung von Suizidgedanken, selbstschädigendem Verhalten und Suizid (Suizid-bezogene Ereignisse) verbunden
      • erhöhtes Risiko besteht, bis es zu einer signifikanten Linderung der Symptome kommt
        • da diese nicht unbedingt schon während der ersten Behandlungswochen auftritt, sollten die Patienten daher bis zum Eintritt einer Besserung engmaschig überwacht werden
      • bisherige klinische Erfahrung zeigt, dass das Suizidrisiko zu Beginn einer Behandlung ansteigen kann
    • andere psychiatrische Erkrankungen, für die Moclobemid verschrieben wird, können ebenso mit einem erhöhten Risiko für Suizid-bezogene Ereignisse einhergehen
      • außerdem können diese Erkrankungen zusammen mit einer depressiven Erkrankung (Episoden einer Major Depression) auftreten
      • daher sollten bei Behandlung anderer psychiatrischer Erkrankungen die gleichen Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden wie bei der Behandlung von depressiven Erkrankungen / Major Depressionen
    • Patienten mit suizidalem Verhalten in der Anamnese oder solchen, die vor der Therapie ausgeprägte Suizidabsichten hatten
      • Risiko für die Auslösung von Suizidgedanken oder -versuchen erhöht
      • Patienten sollten während der Behandlung besonders sorgfältig überwacht werden
    • Patienten < 25 Jahre
      • Meta-Analyse von Placebo-kontrollierten klinischen Studien zur Anwendung von Antidepressiva bei Erwachsenen mit psychiatrischen Störungen zeigte für Patienten < 25 Jahre, die Antidepressiva einnahmen, erhöhtes Risiko für suizidales Verhalten im Vergleich zu Placebo
    • Arzneimitteltherapie sollte mit einer engmaschigen Überwachung der Patienten, v.a. der Patienten mit hohem Suizidrisiko, insbesondere zu Beginn der Behandlung und nach Dosisanpassungen einhergehen
      • Patienten (und deren Betreuer) auf die Notwendigkeit einer Überwachung hinsichtlich jeder klinischen Verschlechterung, des Auftretens von suizidalem Verhalten oder Suizidgedanken und ungewöhnlicher Verhaltensänderungen hinweisen
        • sollten unverzüglich medizinischen Rat einholen, wenn derartige Symptome auftreten
  • Schlaflosigkeit, Nervosität oder Überspanntheit zu Beginn der Behandlung
    • können eine Reduzierung der Dosis oder eine kurzfristige symptomatische Behandlung rechtfertigen
  • im Falle von Manien, Hypomanien oder dem Eintreten von frühen Symptomen dieser Erkankungen (Größenwahn, Hyperaktivität einschließlich verstärktem Rededrang, Waghalsigkeit)
    • Behandlung mit Moclobemid unterbrechen und alternative Behandlung initiieren
  • depressive Patienten, bei denen Erregung oder Agitiertheit die dominierenden klinischen Symptome darstellen
    • sollten entweder nicht mit Moclobemid behandelt werden, oder nur in Kombination mit einem Sedativum für einen Zeitraum von maximal 2 - 3 Wochen
    • die Behandlung einer depressiven Episode bei bipolaren Störungen kann manische Episoden auslösen
      • in diesem Fall sollte die Behandlung mit Moclobemid beendet werden
  • Serotoninsyndrom
    • gleichzeitige Anwendung von Moclobemid zusammen mit Buprenorphin (mit oder ohne Naloxon) kann zu einem Serotoninsyndrom führen, einem möglicherweise lebensbedrohlichen Zustand
    • falls die gleichzeitige Behandlung mit Buprenorphin (mit oder ohne Naloxon) klinisch erforderlich ist, sollte der Patient engmaschig überwacht werden, insbesondere zu Beginn der Behandlung und bei Dosissteigerungen
    • Symptome des Serotoninsymptomes können einschließen
      • Änderungen der geistigen Verfassung
      • autonome Instabilität
      • neuromuskuläre Veränderungen
      • gastrointestinale Beschwerden einschließen
    • falls ein Serotoninsyndrom vermutet wird
      • sollte, je nach Schwere der Symptome, eine Dosisreduktion oder ein Abbruch der Behandlung erwogen werden
  • Patienten mit schizophrenen oder schizoaffektiven Psychosen
    • Exazerbation schizophrener Symptome bei der Behandlung von Patienten mit schizophrenen oder schizoaffektiven Psychosen möglich
    • Behandlung mit Langzeitneuroleptika sollte bei diesen Patienten nach Möglichkeit beibehalten werden
  • diätetische Einschränkungen, Interaktion mit Tyramin
    • im Allgemeinen sind während der Behandlung mit Moclobemid keine besonderen diätetischen Einschränkungen erforderlich
    • in pharmakologischen Studien hat Moclobemid nur ein geringfügiges Potenzial für Interaktionen mit Tyramin erkennen lassen
    • im Gegensatz zur Therapie mit irreversiblen Monoaminooxidasehemmern sind unter Moclobemid auftretende Interaktionen mit tyraminreichen Nahrungsmitteln unter normalen Bedingungen und bei Einnahme des Präparates nach den Mahlzeiten klinisch ohne Bedeutung
      • jedoch vorsorglich geraten, da einige Patienten eine Überempfindlichkeit auf Tyramin aufweisen könnten, allen Patienten raten auf die Einnahme größerer Mengen besonders tyraminreicher Nahrungsmittel (z.B. alter, sehr reifer Käse) zu verzichten
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • bei prädisponierten Patienten können Überempfindlichkeitsreaktionen mit Symptomen wie Hautausschlag, Ödemen oder Dyspnoe auftreten
  • Patienten mit Thyreotoxikose oder Phäochromozytom
    • theoretische pharmakologische Überlegungen lassen vermuten, dass MAO-Hemmer bei Patienten mit Thyreotoxikose oder Phäochromozytom hypertensive Reaktionen auslösen können
    • Vorsicht bei der Anwendung bei diesen Patienten, da mit Moclobemid diesbezüglich bisher keine Erfahrungen vorliegen
  • Wechselwirkungen
    • sympathomimetische Stoffe wie Ephedrin, Pseudoephedrin und Phenylpropanolamin (in vielen Arzneimitteln gegen Husten enthalten)
      • Patienten darauf hinweisen, gleichzeitige Anwendung zu meiden
    • gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen
      • mit Dextromethorphan (z.B. in Arzneimittel zur Behandlung von Erkältungskrankheiten enthalten)
    • Clomipramin
      • gleichzeitige Gabe von Moclobemid und Clomipramin sollte wegen des erhöhten Risikos schwerer Nebenwirkungen vermieden werden
    • gleichzeitige Anwendung mit Vorsicht bei
      • Arzneimitteln, die serotonerg wirken / Wirkstoffe, die die Wirkung von Serotonin potenzieren
        • z.B. viele andere Antidepressiva, hauptsächlich in Kombinationspräparaten
        • trifft insbesondere für trizyklische Antidepressiva (z.B. Clomipramin), selektive Serotonin (5-HT)-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI), andere Antidepressiva oder Amphetamine zu
          • zwischen der Therapie mit SSRI und Moclobemid ist eine Auswaschphase notwendig
      • pflanzlichen Präparaten, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten
        • da es zu einem Anstieg der Serotoninkonzentration kommen kann
  • Hypertonie
    • Patienten mit Hypertonie sollen während der Behandlung mit Moclobemid engmaschig überwacht werden
  • chirurgische Eingriffe
    • Patienten sollten informiert werden, dass sie vor chirurgischen Eingriffen den Anästhesisten auf die Einnahme von Moclobemid hinweisen sollten
  • angeborenes langes QT-Syndrom
    • Vorsicht bei Patienten mit einem angeborenen langen QT-Syndrom oder mit Herzerkrankungen in der Vorgeschichte (einschließlich Leitungsstörungen, Arrhythmien)
    • gleichzeitige Gabe QT-verlängernder Arzneimittel sollte vermieden werden