Bendamustin Accord 2.5mg/ml 100mg Plv.z.H.e.InfLsg
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N2 | 5 ST | 1465,28 € |
Deutschlands medizinische KI – mit Ärzten entwickelt.
Jetzt Fragen zu Medikamenten und Behandlungen stellen. Kostenlos, anonym und ohne Anmeldung.
Jetzt KI fragenFachinformationen
Indikation
- Primärtherapie bei chronisch-lymphatischer Leukämie (Binet-Stadium B oder C) bei Patienten, bei denen eine Fludarabin-Kombinations-Chemotherapie ungeeignet ist
- Monotherapie bei indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen bei Patienten mit Progression während oder innerhalb von 6 Monaten nach Behandlung mit Rituximab oder mit einer Rituximab-haltigen Therapie
- Primärtherapie bei multiplem Myelom (Stadium II nach Durie-Salmon mit Progression oder Stadium III) in Kombination mit Prednison, bei Patienten, die älter als 65 Jahre und nicht für eine autologe Stammzellen-Transplantation (HDT/ASCT) geeignet sind und die bereits bei Diagnosestellung eine klinische Neuropathie aufweisen, wodurch eine Behandlung mit Thalidomid oder Bortezomib ausgeschlossen ist
Dosierung
Basiseinheit: 1 ml Konzentrat enthält nach Rekonstitution 2,5 mg Bendamustinhydrochlorid
- Krebstherapie
- Monotherapie bei chronischer lymphatischer Leukämie
- Tag 1 und 2: 100 mg / m2 Körperoberfläche (KOF) Bendamustinhydrochlorid
- Behandlungsintervall: alle 4 Wochen
- über bis zu 6 Wiederholungen
- Monotherapie bei indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen, die auf Rituximab nicht ansprechen
- Tag 1 und 2: 120 mg / m2 KOF Bendamustinhydrochlorid
- Behandlungsintervall: alle 3 Wochen
- über mindestens 6 Wiederholungen
- Multiples Myelom
- Tag 1 und 2: 120 - 150 mg / m2 KOF Bendamustinhydrochlorid
- Tag 1 - 4: 60 mg / m2 KOF Prednison i. v. oder oral
- Behandlungsintervall: alle 4 Wochen
- über mindestens 3 Wiederholungen
- Hinweise:
- schlechte Knochenmarkfunktion steht mit einer verstärkten, Chemotherapie-induzierten hämatologischen Toxizität in Zusammenhang
- Behandlung nicht beginnen
- wenn Leukozyten und / oder Thrombozyten auf Werte < 3.000 / µl bzw. < 75.000 / µl abfallen
- Behandlung absetzen oder verschieben
- wenn Leukozyten und / oder Thrombozyten auf Werte < 3.000 / µl bzw. < 75.000 / µl abfallen
- Wiederaufnahme der Behandlung
- wenn Leukozytenwerte auf > 4.000 / µl und Thrombozytenwerte auf > 100.000 / µl ansteigen
- Behandlung nicht beginnen
- Nadir-Werte für Leukozyten und Thrombozyten werden nach 14 - 20 Tagen erreicht, eine Erholung tritt nach 3 - 5 Wochen ein
- engmaschige Kontrolle des Blutbilds während der therapiefreien Intervalle empfohlen
- im Falle nicht-hämatologischer Toxizitätsreaktionen orientiert sich eine entsprechende Dosissenkung am höchsten CTC-Schweregrad im vorhergehenden Therapiezyklus
- Toxizität vom CTC-Schweregrad 3
- Dosissenkung um 50% empfohlen
- Toxizität vom CTC-Schweregrad 4
- Unterbrechung der Behandlung empfohlen
- individuell berechnete, reduzierte Dosis an den Tagen 1 und 2 verabreichen
- Toxizität vom CTC-Schweregrad 3
- schlechte Knochenmarkfunktion steht mit einer verstärkten, Chemotherapie-induzierten hämatologischen Toxizität in Zusammenhang
- Monotherapie bei chronischer lymphatischer Leukämie
Dosisanpassung
- eingeschränkte Leberfunktion
- leicht (Serumbilirubin < 1,2 mg / dl)
- keine Dosisanpassung erforderlich
- mäßig (Serumbilirubin 1,2 - 3,0 mg / dl)
- Dosisreduktion um 30%
- schwer (Serumbilirubin > 3,0 mg / dl)
- keine Daten vorhanden
- leicht (Serumbilirubin < 1,2 mg / dl)
- beeinträchtigte Nierenfunktion
- Kreatinin-Clearance von > 10 ml / min
- keine Dosisanpassung erforderlich
- schwere Niereninsuffizienz
- nur begrenzt Erfahrung
- Kreatinin-Clearance von > 10 ml / min
- Kinder und Jugendliche
- keine Erfahrung
- ältere Patienten
- keine Dosisanpassung erforderlich
Kontraindikationen
Bendamustin - invasiv
- Überempfindlichkeit gegen Bendamustin
- schwere Leberfunktionsstörung (Serum-Bilirubin > 3,0 mg/dl)
- Gelbsucht
- schwere Knochenmarksuppression und starke Blutbildveränderungen (Abfall der Leukozyten- und/oder Thrombozytenwerte auf < 3000 / µl bzw. < 75000 / µl)
- größere chirurgische Eingriffe innerhalb von 30 Tagen vor Behandlungsbeginn
- Infektionen, insbesondere einhergehend mit einer Leukozytopenie
- Gelbfieberimpfung
- Stillzeit
Nebenwirkungen
Bendamustin - invasiv
- Infektionen und parasitäre Erkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Infektion (keine genaueren Angaben), einschließlich Infektion durch opportunistische Erreger (z.B. Herpes zoster, Cytomegalievirus, Hepatitis B)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Sepsis
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- primäre atypische Pneumonie
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Tumorlysesyndrom
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- myelodysplastisches Syndrom (sekundäre Malignität kann mehrere Jahre nach Absetzen der Chemotherapie auftreten)
- akute myeloische Leukämie (sekundäre Malignität kann mehrere Jahre nach Absetzen der Chemotherapie auftreten)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Leukopenie (nicht anderweitig spezifiziert)
- Thrombozytopenie
- Lymphopenie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Blutung
- Anämie
- Neutropenie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Panzytopenie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Knochenmarkversagen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Hämolyse
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Immunsystems
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Überempfindlichkeit (nicht anderweitig spezifiziert)
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- anaphylaktische Reaktion
- anaphylaktoide Reaktion
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- anaphylaktischer Schock
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Nervensystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Kopfschmerzen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Schlaflosigkeit
- Schwindel
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Somnolenz
- Aphonie
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Geschmacksstörung
- Parästhesie
- periphere sensorische Neuropathie
- anticholinerges Syndrom
- neurologische Störungen
- Ataxie
- Enzephalitis
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Herzerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Herzfunktionsstörung, z.B. Palpitationen, Angina pectoris, Arrhythmie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Perikarderguss
- Myokardinfarkt
- Herzversagen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Tachykardie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Vorhofflimmern
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Gefäßerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Hypotonie
- Hypertonie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- akutes Kreislaufversagen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Phlebitis
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Lungenfunktionsstörung
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Lungenfibrose
- ohne Häufigkeitsangabe
- Pneumonitis
- pulmonale alveoläre Blutung
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Übelkeit
- Erbrechen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Diarrhö
- Obstipation
- Stomatitis
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- hämorrhagische Ösophagitis
- gastrointestinale Blutungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Leber- und Gallenerkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Leberversagen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Alopezie
- Hautveränderungen / Hauterkrankungen (nicht anderweitig spezifiziert)
- Urtikaria
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erythem
- Dermatitis
- Pruritus
- makulo-papulöser Ausschlag (Rash)
- Hyperhidrosis
- ohne Häufigkeitsangabe
- Stevens-Johnson-Syndrom
- toxische epidermale Nekrolyse (TEN)
- Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) (Kombinationstherapie mit Rituximab)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- ohne Häufigkeitsangabe
- Nierenversagen
- Diabetes insipidus renalis
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Amenorrhö
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Infertilität
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Schleimhautentzündung
- Ermüdung / Erschöpfung
- Fieber
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Schmerz
- Schüttelfrost
- Dehydratation
- Anorexie / Appetitlosikeit
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Multiorganversagen
- ohne Häufigkeitsangabe
- nach versehentlicher extravaskulärer Verabreichung: Nekrose, Tumorlysesyndrom, Anaphylaxie
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Untersuchungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Hämoglobin erniedrigt
- Kreatinin erhöht
- Harnstoff erhöht
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- AST erhöht
- ALT erhöht
- alkalische Phosphatase erhöht
- Bilirubin erhöht
- Hypokalämie
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
Anwendungshinweise
- zur intravenösen Infusion über 30 - 60 Min.
- die Infusion muss unter Aufsicht eines Arztes mit entsprechender Qualifikation und Erfahrung in der Anwendung von Chemotherapeutika erfolgen
- weitere Hinweise s. Fachinformation
Stillzeithinweise
Bendamustin - invasiv
- kontraindiziert in der Stillzeit
- während der Behandlung mit Bendamustin muss abgestillt werden
- nicht bekannt, ob Bendamustin in die Muttermilch übergeht
Schwangerschaftshinweise
Bendamustin - invasiv
- Bendamustin darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich
- die Schwangere ist über das mögliche Risiko für den Fötus zu informieren
- falls eine Behandlung mit Bendamustin während der Schwangerschaft unbedingt erforderlich ist oder falls während der Behandlung eine Schwangerschaft eintritt
- muss die Patientin über die Risiken für das ungeborene Kind aufgeklärt und engmaschig überwacht werden
- Möglichkeit einer genetischen Beratung in Betracht ziehen
- keine hinreichenden Daten für die Anwendung von Bendamustin bei schwangeren Frauen vorliegend
- nicht-klinische Studien
- in den präklinischen Studien war Bendamustinhydrochlorid embryo-/ fetoletal, teratogen und genotoxisch
- Frauen im gebärfähigen Alter
- Frauen, die schwanger werden können, müssen sowohl vor als auch während der Behandlung mit Bendamustin eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden
- Fertilität
- Männern, die mit Bendamustin behandelt werden, empfohlen, während der Behandlung und bis zu 6 Monate nach deren Ende kein Kind zu zeugen
- vor Beginn der Behandlung sollte aufgrund der Möglichkeit einer dauerhaften Unfruchtbarkeit infolge der Therapie mit Bendamustin ggf. eine Beratung über eine Spermienkonservierung eingeholt werden
Warnhinweise
Bendamustin - invasiv
- Anaphylaxie
- Infusionsreaktionen auf Bendamustin traten in klinischen Studien häufig auf
- Symptome sind im Allgemeinen leicht und umfassen Fieber, Schüttelfrost, Pruritus und Ausschlag (Rash)
- in seltenen Fällen schwere anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen
- Patienten müssen nach dem ersten Therapiezyklus nach Symptomen befragt werden, die auf Infusionsreaktionen hindeuten
- bei Patienten, bei denen bereits früher Reaktionen auf eine Infusion aufgetreten sind
- für die weiteren Therapiezyklen müssen Präventivmaßnahmen erwogen werden, wie etwa Antihistaminika, Antipyretika und Corticosteroide
- Patienten mit allergischen (allergieartigen) Reaktionen des Schweregrades 3 oder schwerer wurden in der Regel nicht erneut gegenüber Bendamustin exponiert („re-challenged")
- Infusionsreaktionen auf Bendamustin traten in klinischen Studien häufig auf
- Myelosuppression
- bei Patienten, die mit Bendamustin behandelt werden, kann es zu einer Myelosuppression kommen
- im Falle einer behandlungsbedingten Myelosuppression müssen Leukozyten, Thrombozyten, Hämoglobin und neutrophile Granulozyten mind. wöchentlich kontrolliert werden
- vor Beginn des nächsten Therapiezyklus sollten die folgenden Parameter erreicht worden sein:
- Leukozyten- und/oder Thrombozyten-Werte > 4000 / µl bzw. > 100.000 / µl
- Infektionen
- unter Bendamustin schwerwiegende und tödlich verlaufende Infektionen aufgetreten, einschließlich
- bakterieller Infektionen (Sepsis, Pneunomie)
- Infektionen durch opportunistische Erreger wie Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (PJP), Varizella-Zoster-Virus (VZV) und Cytomegalovirus (CMV)
- Fälle von progressiver multifokaler Leukenzephalopathie (PML), darunter tödlich verlaufende, nach Anwendung von Bendamustin hauptsächlich in Kombination mit Rituximab oder Obinutuzumab berichtet
- Behandlung mit Bendamustin kann für mind. 7 - 9 Monate nach Behandlungsende zu einer verlängerten Lymphozytopenie (< 600/µl) und einer verringerten CD4-positiven T-Zell- Anzahl (T-Helferzellen < 200/µl) führen
- bei Kombination von Bendamustin mit Rituximab
- Lymphozytopenie und CD4-positive T-Zell-Depletion stärker ausgeprägt
- Patienten mit Lymphopenie und einer niedrigen CD4-positiven T-Zell-Anzahl nach der Behandlung mit Bendamustin
- sind anfälliger für (opportunistische) Infektionen
- im Falle niedriger CD4-positiver T-Zell-Anzahl (< 200 / µl) Prophylaxe der Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (PJP) zu erwägen
- alle Patienten sind über den gesamten Behandlungsverlauf auf Anzeichen und Symptome von Atemwegsproblemen zu überwachen
- Patienten sind anzuweisen, neue Anzeichen einer Infektion, einschließlich Fieber oder Atembeschwerden, unverzüglich zu melden
- bei Anzeichen von (opportunistischen) Infektionen sollte die Beendigung der Therapie mit Bendamustin erwogen werden
- bei der Differenzialdiagnose von Patienten mit neu auftretenden oder sich verschlechternden neuronalen, kognitiven oder verhaltensbezogenen Anzeichen oder Symptomen an eine PML denken
- bei Verdacht auf PML geeignete diagnostische Untersuchungen vornehmen und Behandlung bis zum Ausschluss einer PML unterbrechen
- unter Bendamustin schwerwiegende und tödlich verlaufende Infektionen aufgetreten, einschließlich
- Hepatitis-B-Reaktivierung
- bei chronischen Trägern des Hepatitis-B-Virus ist eine Reaktivierung einer Hepatitis B aufgetreten, nachdem diese Patienten Bendamustin erhalten haben
- einige dieser Fälle führten zu akutem Leberversagen oder verliefen tödlich
- Patienten auf das Vorliegen einer HBV-Infektion testen, bevor Behandlung mit Bendamustin begonnen wird
- Spezialisten für Lebererkrankungen und Spezialisten für die Behandlung von Hepatitis B sind bei Patienten mit einem positiven Test auf Hepatitis B (einschließlich Patienten mit aktiver Erkrankung) vor Behandlungsbeginn sowie bei Patienten, die während der Behandlung positiv auf Hepatitis B getestet werden, zu Rate zu ziehen
- HBV-Träger, bei denen eine Behandlung mit Bendamustin erforderlich ist
- sind während der gesamten Behandlungsdauer und mehrere Monate nach Ende der Behandlung engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer aktiven HBV-Infektion zu überwachen
- bei chronischen Trägern des Hepatitis-B-Virus ist eine Reaktivierung einer Hepatitis B aufgetreten, nachdem diese Patienten Bendamustin erhalten haben
- Hautreaktionen
- verschiedene Hautreaktionen beschrieben, u.a.
- Ausschlag
- schwere Hautreaktionen
- bullöses Exanthem
- unter der Anwendung von Bendamustin Fälle von Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN) und Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), auch mit tödlichem Verlauf, berichtet worden
- Patienten auf die Anzeichen und Symptome dieser Reaktionen durch ihre Ärzte hinweisen und auffordern, sich umgehend an einen Arzt zu wenden, wenn diese Symptome bei ihnen auftreten
- einige Ereignisse traten unter der Anwendung von Bendamustin in Kombination mit anderen Krebstherapien auf, so dass der genaue Zusammenhang nicht gesichert ist
- wenn Hautreaktionen auftreten, können diese progredient sein und sich bei fortgesetzter Behandlung verstärken
- bei progredienten Hautreaktionen Behandlung mit Bendamustin unterbrechen oder abbrechen
- bei schweren Hautreaktionen mit Verdacht auf einen kausalen Zusammenhang mit Bendamustin
- Behandlung abbrechen
- verschiedene Hautreaktionen beschrieben, u.a.
- Herzerkrankungen, Kalium
- während der Behandlung mit Bendamustin muss die Kaliumkonzentration im Blut von Patienten mit Herzerkrankungen engmaschig überwacht werden und bei K+ < 3,5 mÄq / l muss Kalium supplementiert werden
- zudem Kontrollen mittels EKG erforderlich
- unter Behandlung mit Bendamustin tödlich verlaufende Fälle von Myokardinfarkt und Herzversagen berichtet
- Patienten mit aktuellen oder in der Vergangenheit liegenden Herzerkrankungen sollten engmaschig überwacht werden
- während der Behandlung mit Bendamustin muss die Kaliumkonzentration im Blut von Patienten mit Herzerkrankungen engmaschig überwacht werden und bei K+ < 3,5 mÄq / l muss Kalium supplementiert werden
- Übelkeit, Erbrechen
- zur symptomatischen Behandlung von Übelkeit und Erbrechen kann ein Antiemetikum gegeben werden
- Tumorlysesyndrom
- in den klinischen Studien in Verbindung mit der Bendamustin-Therapie Auftreten eines Tumorlyse-Syndroms (TLS) beschrieben
- setzt gewöhnlich innerhalb von 48 Stunden nach der ersten Dosis von Bendamustin ein
- kann ohne entsprechende Behandlung zu akutem Nierenversagen führen und tödlich verlaufen
- zu den möglichen Präventivmaßnahmen zählen
- Aufrechterhaltung einer entsprechenden Flüssigkeitsversorgung
- engmaschige Überwachung der Blutchemie, v.a. der Kalium- und Harnsäurespiegel
- vor der Therapie sollte die Anwendung hypourikämischer Wirkstoffe (Allopurinol und Rasburicase) in Erwägung gezogen werden
- bei gleichzeitiger Anwendung von Bendamustin und Allopurinol einige Fälle von Stevens-Johnson-Syndrom und toxischer epidermaler Nekrolyse berichtet
- in den klinischen Studien in Verbindung mit der Bendamustin-Therapie Auftreten eines Tumorlyse-Syndroms (TLS) beschrieben
- Nicht-Melanom-Hautkrebs
- in klinischen Studien erhöhtes Risiko für Nicht-Melanom-Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom) bei Patienten beobachtet, die mit Bendamustin-haltigen Therapien behandelt wurden
- für alle Patienten regelmäßige Hautuntersuchungen empfohlen, insbesondere für solche mit Hautkrebs-Risikofaktoren
- Empfängnisverhütung
- Bendamustin ist teratogen und mutagen
- Frauen
- dürfen während der Behandlung nicht schwanger werden
- männliche Patienten
- dürfen während der Behandlung und 6 Monate danach kein Kind zeugen
- da eine dauerhafte Unfruchtbarkeit möglich ist, sollten sich die Patienten vor Behandlungsbeginn über die Möglichkeit einer Samenkonservierung beraten lassen
- Paravasate
- eine paravasale Injektion muss sofort abgebrochen werden
- die Nadel sollte nach kurzer Aspiration entfernt werden
- danach sollte die betroffene Gewebestelle gekühlt und der Arm hoch gelagert werden
- zusätzliche Behandlungsmaßnahmen, etwa die Gabe von Corticosteroiden, zeigen keinen eindeutigen Nutzen