Bendamustin medac 25mg (2.5mg/ml)

Medac GmbH
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Wirkstoff: Bendamustin →

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Fachinformationen

Indikation

  • Primärtherapie bei chronisch-lymphatischer Leukämie (Binet-Stadium B oder C) bei Patienten, bei denen eine Fludarabin-Kombinations-Chemotherapie ungeeignet ist
  • Monotherapie bei indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen bei Patienten mit Progression während oder innerhalb von 6 Monaten nach Behandlung mit Rituximab oder mit einer Rituximab-haltigen Therapie
  • Primärtherapie bei multiplem Myelom (Stadium II nach Durie-Salmon mit Progression oder Stadium III) in Kombination mit Prednison, bei Patienten, die älter als 65 Jahre und nicht für eine autologe Stammzellen-Transplantation (HDT/ASCT) geeignet sind und die bereits bei Diagnosestellung eine klinische Neuropathie aufweisen, wodurch eine Behandlung mit Thalidomid oder Bortezomib ausgeschlossen ist

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Konzentrat enthält nach Rekonstitution 2,5 mg Bendamustinhydrochlorid

  • Krebstherapie
    • Monotherapie bei chronischer lymphatischer Leukämie
      • Tag 1 und 2: 100 mg / m2 Körperoberfläche (KOF) Bendamustinhydrochlorid
      • Behandlungsintervall: alle 4 Wochen
        • über bis zu 6 Wiederholungen
    • Monotherapie bei indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen, die auf Rituximab nicht ansprechen
      • Tag 1 und 2: 120 mg / m2 KOF Bendamustinhydrochlorid
      • Behandlungsintervall: alle 3 Wochen
        • über mindestens 6 Wiederholungen
    • Multiples Myelom
      • Tag 1 und 2: 120 - 150 mg / m2 KOF Bendamustinhydrochlorid
      • Tag 1 - 4: 60 mg / m2 KOF Prednison i. v. oder oral
      • Behandlungsintervall: alle 4 Wochen
        • über mindestens 3 Wiederholungen
    • Hinweise:
      • schlechte Knochenmarkfunktion steht mit einer verstärkten, Chemotherapie-induzierten hämatologischen Toxizität in Zusammenhang
        • Behandlung nicht beginnen
          • wenn Leukozyten und / oder Thrombozyten auf Werte < 3.000 / µl bzw. < 75.000 / µl abfallen
        • Behandlung absetzen oder verschieben
          • wenn Leukozyten und / oder Thrombozyten auf Werte < 3.000 / µl bzw. < 75.000 / µl abfallen
        • Wiederaufnahme der Behandlung
          • wenn Leukozytenwerte auf > 4.000 / µl und Thrombozytenwerte auf > 100.000 / µl ansteigen
      • Nadir-Werte für Leukozyten und Thrombozyten werden nach 14 - 20 Tagen erreicht, eine Erholung tritt nach 3 - 5 Wochen ein
      • engmaschige Kontrolle des Blutbilds während der therapiefreien Intervalle empfohlen
      • im Falle nicht-hämatologischer Toxizitätsreaktionen orientiert sich eine entsprechende Dosissenkung am höchsten CTC-Schweregrad im vorhergehenden Therapiezyklus
        • Toxizität vom CTC-Schweregrad 3
          • Dosissenkung um 50% empfohlen
        • Toxizität vom CTC-Schweregrad 4
          • Unterbrechung der Behandlung empfohlen
        • individuell berechnete, reduzierte Dosis an den Tagen 1 und 2 verabreichen

Dosisanpassung

  • eingeschränkte Leberfunktion
    • leicht (Serumbilirubin < 1,2 mg / dl)
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • mäßig (Serumbilirubin 1,2 - 3,0 mg / dl)
      • Dosisreduktion um 30%
    • schwer (Serumbilirubin > 3,0 mg / dl)
      • keine Daten vorhanden
  • beeinträchtigte Nierenfunktion
    • Kreatinin-Clearance von > 10 ml / min
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • schwere Niereninsuffizienz
      • nur begrenzt Erfahrung
  • Kinder und Jugendliche
    • keine Erfahrung
  • ältere Patienten
    • keine Dosisanpassung erforderlich

Kontraindikationen

Bendamustin - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Bendamustin
  • schwere Leberfunktionsstörung (Serum-Bilirubin > 3,0 mg/dl)
  • Gelbsucht
  • schwere Knochenmarksuppression und starke Blutbildveränderungen (Abfall der Leukozyten- und/oder Thrombozytenwerte auf < 3000 / µl bzw. < 75000 / µl)
  • größere chirurgische Eingriffe innerhalb von 30 Tagen vor Behandlungsbeginn
  • Infektionen, insbesondere einhergehend mit einer Leukozytopenie
  • Gelbfieberimpfung
  • Stillzeit

Nebenwirkungen

Bendamustin - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Infektion (keine genaueren Angaben), einschließlich Infektion durch opportunistische Erreger (z.B. Herpes zoster, Cytomegalievirus, Hepatitis B)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Sepsis
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • primäre atypische Pneumonie
  • Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Tumorlysesyndrom
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • myelodysplastisches Syndrom (sekundäre Malignität kann mehrere Jahre nach Absetzen der Chemotherapie auftreten)
      • akute myeloische Leukämie (sekundäre Malignität kann mehrere Jahre nach Absetzen der Chemotherapie auftreten)
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Leukopenie (nicht anderweitig spezifiziert)
      • Thrombozytopenie
      • Lymphopenie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Blutung
      • Anämie
      • Neutropenie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Panzytopenie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Knochenmarkversagen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hämolyse
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Überempfindlichkeit (nicht anderweitig spezifiziert)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • anaphylaktische Reaktion
      • anaphylaktoide Reaktion
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • anaphylaktischer Schock
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schlaflosigkeit
      • Schwindel
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Somnolenz
      • Aphonie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Geschmacksstörung
      • Parästhesie
      • periphere sensorische Neuropathie
      • anticholinerges Syndrom
      • neurologische Störungen
      • Ataxie
      • Enzephalitis
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Herzfunktionsstörung, z.B. Palpitationen, Angina pectoris, Arrhythmie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Perikarderguss
      • Myokardinfarkt
      • Herzversagen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Tachykardie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Vorhofflimmern
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypotonie
      • Hypertonie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • akutes Kreislaufversagen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Phlebitis
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Lungenfunktionsstörung
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Lungenfibrose
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Pneumonitis
      • pulmonale alveoläre Blutung
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit
      • Erbrechen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Diarrhö
      • Obstipation
      • Stomatitis
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • hämorrhagische Ösophagitis
      • gastrointestinale Blutungen
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Leberversagen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Alopezie
      • Hautveränderungen / Hauterkrankungen (nicht anderweitig spezifiziert)
      • Urtikaria
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Erythem
      • Dermatitis
      • Pruritus
      • makulo-papulöser Ausschlag (Rash)
      • Hyperhidrosis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • toxische epidermale Nekrolyse (TEN)
      • Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) (Kombinationstherapie mit Rituximab)
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Nierenversagen
      • Diabetes insipidus renalis
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Amenorrhö
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Infertilität
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schleimhautentzündung
      • Ermüdung / Erschöpfung
      • Fieber
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schmerz
      • Schüttelfrost
      • Dehydratation
      • Anorexie / Appetitlosikeit
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Multiorganversagen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • nach versehentlicher extravaskulärer Verabreichung: Nekrose, Tumorlysesyndrom, Anaphylaxie
  • Untersuchungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hämoglobin erniedrigt
      • Kreatinin erhöht
      • Harnstoff erhöht
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • AST erhöht
      • ALT erhöht
      • alkalische Phosphatase erhöht
      • Bilirubin erhöht
      • Hypokalämie

Anwendungshinweise

  • zur intravenösen Infusion über 30 - 60 Min.
  • die Infusion muss unter Aufsicht eines Arztes mit entsprechender Qualifikation und Erfahrung in der Anwendung von Chemotherapeutika erfolgen
  • weitere Hinweise s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Bendamustin - invasiv
  • kontraindiziert in der Stillzeit
  • während der Behandlung mit Bendamustin muss abgestillt werden
  • nicht bekannt, ob Bendamustin in die Muttermilch übergeht

Schwangerschaftshinweise

Bendamustin - invasiv
  • Bendamustin darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich
    • die Schwangere ist über das mögliche Risiko für den Fötus zu informieren
  • falls eine Behandlung mit Bendamustin während der Schwangerschaft unbedingt erforderlich ist oder falls während der Behandlung eine Schwangerschaft eintritt
    • muss die Patientin über die Risiken für das ungeborene Kind aufgeklärt und engmaschig überwacht werden
    • Möglichkeit einer genetischen Beratung in Betracht ziehen
  • keine hinreichenden Daten für die Anwendung von Bendamustin bei schwangeren Frauen vorliegend
  • nicht-klinische Studien
    • in den präklinischen Studien war Bendamustinhydrochlorid embryo-/ fetoletal, teratogen und genotoxisch
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • Frauen, die schwanger werden können, müssen sowohl vor als auch während der Behandlung mit Bendamustin eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden
  • Fertilität
    • Männern, die mit Bendamustin behandelt werden, empfohlen, während der Behandlung und bis zu 6 Monate nach deren Ende kein Kind zu zeugen
    • vor Beginn der Behandlung sollte aufgrund der Möglichkeit einer dauerhaften Unfruchtbarkeit infolge der Therapie mit Bendamustin ggf. eine Beratung über eine Spermienkonservierung eingeholt werden

Warnhinweise

Bendamustin - invasiv
  • Anaphylaxie
    • Infusionsreaktionen auf Bendamustin traten in klinischen Studien häufig auf
      • Symptome sind im Allgemeinen leicht und umfassen Fieber, Schüttelfrost, Pruritus und Ausschlag (Rash)
      • in seltenen Fällen schwere anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen
    • Patienten müssen nach dem ersten Therapiezyklus nach Symptomen befragt werden, die auf Infusionsreaktionen hindeuten
    • bei Patienten, bei denen bereits früher Reaktionen auf eine Infusion aufgetreten sind
      • für die weiteren Therapiezyklen müssen Präventivmaßnahmen erwogen werden, wie etwa Antihistaminika, Antipyretika und Corticosteroide
    • Patienten mit allergischen (allergieartigen) Reaktionen des Schweregrades 3 oder schwerer wurden in der Regel nicht erneut gegenüber Bendamustin exponiert („re-challenged")
  • Myelosuppression
    • bei Patienten, die mit Bendamustin behandelt werden, kann es zu einer Myelosuppression kommen
    • im Falle einer behandlungsbedingten Myelosuppression müssen Leukozyten, Thrombozyten, Hämoglobin und neutrophile Granulozyten mind. wöchentlich kontrolliert werden
    • vor Beginn des nächsten Therapiezyklus sollten die folgenden Parameter erreicht worden sein:
      • Leukozyten- und/oder Thrombozyten-Werte > 4000 / µl bzw. > 100.000 / µl
  • Infektionen
    • unter Bendamustin schwerwiegende und tödlich verlaufende Infektionen aufgetreten, einschließlich
      • bakterieller Infektionen (Sepsis, Pneunomie)
      • Infektionen durch opportunistische Erreger wie Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (PJP), Varizella-Zoster-Virus (VZV) und Cytomegalovirus (CMV)
    • Fälle von progressiver multifokaler Leukenzephalopathie (PML), darunter tödlich verlaufende, nach Anwendung von Bendamustin hauptsächlich in Kombination mit Rituximab oder Obinutuzumab berichtet
    • Behandlung mit Bendamustin kann für mind. 7 - 9 Monate nach Behandlungsende zu einer verlängerten Lymphozytopenie (< 600/µl) und einer verringerten CD4-positiven T-Zell- Anzahl (T-Helferzellen < 200/µl) führen
    • bei Kombination von Bendamustin mit Rituximab
      • Lymphozytopenie und CD4-positive T-Zell-Depletion stärker ausgeprägt
    • Patienten mit Lymphopenie und einer niedrigen CD4-positiven T-Zell-Anzahl nach der Behandlung mit Bendamustin
      • sind anfälliger für (opportunistische) Infektionen
    • im Falle niedriger CD4-positiver T-Zell-Anzahl (< 200 / µl) Prophylaxe der Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (PJP) zu erwägen
    • alle Patienten sind über den gesamten Behandlungsverlauf auf Anzeichen und Symptome von Atemwegsproblemen zu überwachen
      • Patienten sind anzuweisen, neue Anzeichen einer Infektion, einschließlich Fieber oder Atembeschwerden, unverzüglich zu melden
      • bei Anzeichen von (opportunistischen) Infektionen sollte die Beendigung der Therapie mit Bendamustin erwogen werden
    • bei der Differenzialdiagnose von Patienten mit neu auftretenden oder sich verschlechternden neuronalen, kognitiven oder verhaltensbezogenen Anzeichen oder Symptomen an eine PML denken
      • bei Verdacht auf PML geeignete diagnostische Untersuchungen vornehmen und Behandlung bis zum Ausschluss einer PML unterbrechen
  • Hepatitis-B-Reaktivierung
    • bei chronischen Trägern des Hepatitis-B-Virus ist eine Reaktivierung einer Hepatitis B aufgetreten, nachdem diese Patienten Bendamustin erhalten haben
      • einige dieser Fälle führten zu akutem Leberversagen oder verliefen tödlich
    • Patienten auf das Vorliegen einer HBV-Infektion testen, bevor Behandlung mit Bendamustin begonnen wird
    • Spezialisten für Lebererkrankungen und Spezialisten für die Behandlung von Hepatitis B sind bei Patienten mit einem positiven Test auf Hepatitis B (einschließlich Patienten mit aktiver Erkrankung) vor Behandlungsbeginn sowie bei Patienten, die während der Behandlung positiv auf Hepatitis B getestet werden, zu Rate zu ziehen
    • HBV-Träger, bei denen eine Behandlung mit Bendamustin erforderlich ist
      • sind während der gesamten Behandlungsdauer und mehrere Monate nach Ende der Behandlung engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer aktiven HBV-Infektion zu überwachen
  • Hautreaktionen
    • verschiedene Hautreaktionen beschrieben, u.a.
      • Ausschlag
      • schwere Hautreaktionen
      • bullöses Exanthem
    • unter der Anwendung von Bendamustin Fälle von Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN) und Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), auch mit tödlichem Verlauf, berichtet worden
      • Patienten auf die Anzeichen und Symptome dieser Reaktionen durch ihre Ärzte hinweisen und auffordern, sich umgehend an einen Arzt zu wenden, wenn diese Symptome bei ihnen auftreten
    • einige Ereignisse traten unter der Anwendung von Bendamustin in Kombination mit anderen Krebstherapien auf, so dass der genaue Zusammenhang nicht gesichert ist
    • wenn Hautreaktionen auftreten, können diese progredient sein und sich bei fortgesetzter Behandlung verstärken
      • bei progredienten Hautreaktionen Behandlung mit Bendamustin unterbrechen oder abbrechen
    • bei schweren Hautreaktionen mit Verdacht auf einen kausalen Zusammenhang mit Bendamustin
      • Behandlung abbrechen
  • Herzerkrankungen, Kalium
    • während der Behandlung mit Bendamustin muss die Kaliumkonzentration im Blut von Patienten mit Herzerkrankungen engmaschig überwacht werden und bei K+ < 3,5 mÄq / l muss Kalium supplementiert werden
      • zudem Kontrollen mittels EKG erforderlich
    • unter Behandlung mit Bendamustin tödlich verlaufende Fälle von Myokardinfarkt und Herzversagen berichtet
    • Patienten mit aktuellen oder in der Vergangenheit liegenden Herzerkrankungen sollten engmaschig überwacht werden
  • Übelkeit, Erbrechen
    • zur symptomatischen Behandlung von Übelkeit und Erbrechen kann ein Antiemetikum gegeben werden
  • Tumorlysesyndrom
    • in den klinischen Studien in Verbindung mit der Bendamustin-Therapie Auftreten eines Tumorlyse-Syndroms (TLS) beschrieben
      • setzt gewöhnlich innerhalb von 48 Stunden nach der ersten Dosis von Bendamustin ein
      • kann ohne entsprechende Behandlung zu akutem Nierenversagen führen und tödlich verlaufen
    • zu den möglichen Präventivmaßnahmen zählen
      • Aufrechterhaltung einer entsprechenden Flüssigkeitsversorgung
      • engmaschige Überwachung der Blutchemie, v.a. der Kalium- und Harnsäurespiegel
      • vor der Therapie sollte die Anwendung hypourikämischer Wirkstoffe (Allopurinol und Rasburicase) in Erwägung gezogen werden
    • bei gleichzeitiger Anwendung von Bendamustin und Allopurinol einige Fälle von Stevens-Johnson-Syndrom und toxischer epidermaler Nekrolyse berichtet
  • Nicht-Melanom-Hautkrebs
    • in klinischen Studien erhöhtes Risiko für Nicht-Melanom-Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom) bei Patienten beobachtet, die mit Bendamustin-haltigen Therapien behandelt wurden
    • für alle Patienten regelmäßige Hautuntersuchungen empfohlen, insbesondere für solche mit Hautkrebs-Risikofaktoren
  • Empfängnisverhütung
    • Bendamustin ist teratogen und mutagen
    • Frauen
      • dürfen während der Behandlung nicht schwanger werden
    • männliche Patienten
      • dürfen während der Behandlung und 6 Monate danach kein Kind zeugen
      • da eine dauerhafte Unfruchtbarkeit möglich ist, sollten sich die Patienten vor Behandlungsbeginn über die Möglichkeit einer Samenkonservierung beraten lassen
  • Paravasate
    • eine paravasale Injektion muss sofort abgebrochen werden
    • die Nadel sollte nach kurzer Aspiration entfernt werden
    • danach sollte die betroffene Gewebestelle gekühlt und der Arm hoch gelagert werden
    • zusätzliche Behandlungsmaßnahmen, etwa die Gabe von Corticosteroiden, zeigen keinen eindeutigen Nutzen