BETNESOL V 0.1%

GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Betamethason →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 30 G 15,89 €
N3 100 G 25,31 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung von entzündlichen Hautkrankheiten, bei denen die symptomatische Anwendung von stark wirksamen topischen Glucocorticoiden angezeigt ist

Dosierung

Basiseinheit: 1 g Creme enthält 1,22 mg Betamethasonvalerat, entsprechend 1 mg Betamethason

  • entzündliche Hautkrankheiten
    • initial: 1 - 2mal / Tag dünn auf zu behandelnde Stellen auftragen
    • dann: 1mal / Tag
    • Kleinkinder: 1mal / Tag
    • bei klinischer Besserung häufig Anwendung eines schwächeren Glucocorticoids empfohlen
    • sobald Erkrankung unter Kontrolle ist, Behandlung mit topischen Corticosteroiden schrittweise absetzen und mit Hautpflege als Basistherapie fortsetzen
    • häufig Tandem-Therapie sinnvoll: 1mal / Tag Betamethason und nach 12 h Anwendung einer geeigneten wirkstoffreien Creme/Salbe
    • ebenso kann Intervalltherapie geeignet sein: ca. wöchentlich wechselnde Anwendung von Betamethason mit wirkstofffreier Creme/Salbe
    • Kinder und Jugendliche
      • möglichst kurzen Behandlungszeitraum bei geringstmöglicher Dosierung, die noch Wirksamkeit gewährleistet
        • max. 1 Woche
      • sorgfältige Beobachtung im Hinblick auf Anzeichen und Symptome systemischer Effekte empfohlen
    • Säuglinge < 1 Jahr
      • kontraindiziert zur Behandlung von Hauterkrankungen, auch nicht Dermatitiden inkl. Windeldermatitis
    • ältere Patienten
      • keine Unterschiede hinsichtlich der Wirksamkeit in klin. Studien
      • Behandlung auf kleinste Menge und kürzeste Dauer beschränken, die gewünschten klin. Nutzen bringt (erhöhte Häufigkeit von Nieren- oder Leberfunktionsstörungen)
    • Nieren- oder Leberfunktionsstörungen
      • Behandlung auf kleinste Menge und kürzeste Dauer beschränken, die gewünschten klin. Nutzen bringt (ggf. Risiko systemischer Toxizität erhöht)
    • Behandlungsdauer
      • max. 3 Wochen
      • plötzliches Absetzen von Betamethasonvalerat kann zu Wiederaufflammen der vor der Behandlung vorliegenden Dermatosen führen (Rebound-Phänomen)

Kontraindikationen

Betamethason - extern
  • Überempfindlichkeit gegen Betamethason
  • spezifische Hautprozesse, z.B.
    • Hauttuberkulose
    • Lues der Haut
  • Virusinfektionen der Haut, z.B.
    • Herpes simplex
    • Herpes zoster
    • Varizellen
  • unbehandelte Hautinfektionen
    • durch Bakterien verursacht
    • durch Pilze verursacht / Mykosen der Haut
  • Vakzinationsreaktionen
  • Akne
  • Pruritus ohne Entzündung
  • Pruritus anogenitalis
  • Rosacea
  • rosaceaartige (periorale) Dermatitis
  • Bakterien-, Pilz-, Parasiten- oder Vireninfektionen der Kopfhaut
    • es sei denn, eine gleichzeitige Behandlung wurde initiiert
  • ausgedehnte chronisch-stationäre Formen der Psoriasis
  • Anwendung
    • auf Schleimhäuten
    • am Augenlid / am Auge / in der Augenumgebung
      • kann unter Umständen zum Glaukom und Katarakt führen
    • unter Okklusivbedingungen (Pflaster etc.)
    • im Gesicht (bei Darreichungsformen für die Kopfhaut)
    • auf infizierte oder erosive, nässende Flächen oder Rhagaden und Ulzerationen
    • an der Brust von Stillenden
  • Schwangerschaft
  • altersabhängige Kontraindikation möglich (siehe jeweilige Herstellerinformation)

Nebenwirkungen

Betamethason - extern
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • opportunistische Infektion
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • (lokale) Überempfindlichkeitsreaktionen, z.B. in Form von
        • Brennen
        • Juckreiz
        • Reizung
        • allergischer Kontaktdermatitis
        • Trockenheit
        • Follikulitis
        • Mazeration der Haut
        • Sekundärinfektion
        • Miliaria
  • Endokrine Erkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Suppression der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse
        • Cushing-Symptome, z.B.
          • Vollmondgesicht
          • Stammfettsucht
        • Osteoporose
        • Glaukom
        • Hyperglykämie / Glukosurie
        • Katarakt
        • Hypertonie
        • Gewichtszunahme / Adipositas
        • verringerte endogende Cortisolspiegel
        • Alopezie
        • Trichorrhexie
        • (zusätzlich) bei Kindern
          • verzögerte Gewichtszunahme und Wachstum
          • fehlendes Ansprechen auf ACTH-Stimulation
          • Hirndrucksteigerung (intrakranielle Hypertension), äußert sich durch
            • Vorwölbung der Fontanelle
            • Kopfschmerzen
            • bilaterales Papillenödem
  • Augenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • verschwommenes Sehen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Pruritus
      • lokaler brennender Schmerz / schmerzende Haut
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • allergische Kontaktdermatitis / Dermatitis , einschließlich
        • rosaceaartiger (perioraler) Dermatitis
      • Erythem
      • Hautausschlag
      • Hautrötung
      • Urtikaria
      • pustulöse Psoriasis
      • Dünnerwerden der Haut / (irreversible) Hautatrophie
      • Faltenbildung der Haut
      • Hauttrockenheit
      • Striae
      • Teleangiektasien
      • Veränderung der Pigmentierung
      • Hypertrichosis
      • Verschlimmerung zugrundeliegender Symptome
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Steroidakne
      • punktförmige oder flächige Einblutungen
      • verzögerte Wundheilung
      • Entzugserscheinungen
        • Hautrötung, die sich über den ursprünglich betroffenen Bereich hinaus ausweiten kann
        • Brennen oder Stechen
        • Juckreiz
        • Hautabschälung
        • nässende Pusteln
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Reizung / Schmerz am Anwendungsort

Anwendungshinweise

  • Arzneimittel dünn auf die betroffenen Hautpartien auftragen und einmassieren
  • Vermeidung großflächiger (mehr als 20% der Körperoberfläche) Anwendung des Arzneimittels
  • möglichst kleinflächige (< 10% der Körperfläche) Anwendung des Arzneimittels bei Kindern
  • Anwendung eines Okklusivverbandes bei hartnäckigeren Läsionen (Plastikfolie auf zu behandelnde Stellen)
  • Vermeidung der Anwendung von Betamethason am Augenlid (und in Augenumgebung) wegen möglicher Entstehung eines Glaukoms (Erhöhung des Augeninnendrucks)
  • Arzneimittel nicht zur Anwendung am Auge bestimmt

Stillzeithinweise

Betamethason - extern
  • Betamethason sollte in der Stillzeit nur angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen für die Mutter das Risiko für das Kind überwiegt
    • bei einer großflächigen oder langfristigen Anwendung soll Betamethason nicht während der Stillzeit angewendet werden
    • sind aus Krankheitsgründen höhere Dosen bzw. eine großflächigere Anwendung von mehr als 20 % der Körperoberfläche erforderlich, sollte abgestillt werden
  • Betamethason geht in die Muttermilch über
    • Schädigung des Säuglings bisher nicht bekannt geworden
      • Indikation in der Stillzeit sollte trotzdem streng gestellt werden
    • bei Anwendung therapeutischer Dosen Risiko für Neugeborene / Säuglinge nicht auszuschließen
  • Kontakt des Säuglings mit den behandelten Hautpartien vermeiden
    • nicht im Bereich der Brust auftragen, um versehentliche Aufnahme durch den Säugling zu vermeiden

Warnhinweise

Betamethason - extern
  • Kontakt des Arzneimittels vermeiden mit
    • Augen
    • offenen Wunden
    • Schleimhäuten
  • Gesichtsbereich
    • die Haut ist im Gesichtsbereich besonders empfindlich
    • im Gesicht nur mit besonderer Vorsicht und kurzfristig anwenden
    • daher soll dort eine Langzeittherapie mit Lokalcorticoiden nicht durchgeführt werden, um atrophische Hautveränderungenzu vermeiden
  • Veränderungen im behandelten Hautgebiet möglich (siehe Nebenwirkungen)
    • bei länger dauernder (über 3 - 4 Wochen) Anwendung
    • bei großflächiger (mehr als 20 % der Körperoberfläche) Anwendung
      • besonders unter Okklusion oder in Hautfalten
    • bei hoher Dosierung
  • Nebennierensuppression / Cushing-Syndrom / systemische Nebenwirkungen
    • Nebenwirkungen, die für systemisch angewendete Corticosteroide berichtet werden, einschließlich der eingeschränktenNebennierenrindenfunktion, können ebenso bei äußerlich angewendeten Corticosteroiden auftreten
      • dies gilt besonders für Kleinkinder und Kinder
        • aufgrund des größeren Verhältnisses von Hautoberfläche zu Körpergewicht
        • aufgrund der Beschaffenheit der kindlichen Haut
      • allgemein ist daher bei der Behandlung von Kindern erhöhte Vorsicht geboten
        • Behandlung nur kurzfristig (höchstens eine Woche)
        • Behandlung nur kleinflächig (weniger als 10 % der Körperoberfläche)
        • Langzeitbehandlung vermeiden bei Kleinkindern und Kindern < 12 Jahren
    • erhöhte systemische Resorption topischer Corticosteroide kann bei einzelnen Personen zu einer Manifestation von Hypercortisolismus (Cushing-Syndrom) und reversibler Suppression der Hypothalamus-Hypophysenvorderlappen-Nebennierenrinden-Achse und folglich zu einer Nebennierenrindeninsuffizienz führen
    • Gefahr von Langzeit-Nebenwirkungen minimieren
      • dazu kleinste zur Behandlung der Erkrankung erforderliche Menge sollte nur über den kürzest möglichen Zeitraum angewendet werden
      • trifft insbesondere auf Kinder zu, da sogar bei Anwendung des Arzneimittels ohne Okklusivverband eine Nebennierensuppression auftreten kann
    • Risikofaktoren für vermehrte systemische Effekte sind
      • Wirkstärke und Formulierung des topischen Corticosteroids
      • Dauer der Anwendung
      • Auftragen auf einer großen Fläche
      • Anwendung unter Okklusivbedingungen, wie z. B.
        • auf intertriginösen Bereichen der Haut / Hautfalten
        • unter Okklusivverbänden
          • bei Kindern können Windeln wie luftdicht abschließende Verbände wirken
      • erhöhte Hydratation des Stratum corneum
      • Anwendung auf dünner Haut, wie z. B.
        • dem Gesicht
      • Anwendung auf verletzter oder barrieregeschädigter Haut
      • Kleinkinder und Kinder
    • wie bei anderen topischen Corticosteroiden wird bei längerer Behandlung und Patienten, die hohe Dosen eines stark wirksamen Corticosteroids auf ausgedehnten Körperoberflächen erhalten, eine klinische Überprüfung mindestens 1mal / Monat empfohlen
      • wobei es ratsam ist, auch auf Anzeichen systemischer Aktivität hin zu untersuchen
      • falls eine Suppression auftritt
        • Arzneimittel absetzen
        • Anwendungshäufigkeit schrittweise reduzieren oder
        • Umstellung auf ein schwächer wirksames Corticosteroidpräparat durchführen
        • plötzliches Absetzen der Behandlung kann zu Nebennierenrindeninsuffizienz führen
  • Rebound
    • im Allgemeinen erfolgt die Normalisierung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Funktion vollständig und unmittelbarnach Absetzen des Arzneimittels
    • möglicherweise entwickelt sich eine Toleranz und nach Absetzen der Behandlung kann ein Rebound- Phänomen auftreten, welches eine ergänzende systemische Corticosteroidgabe erfordert
    • Langzeitanwendung oder unsachgemäße Anwendung von topischen Steroiden kann nach Beendigung der Behandlungzu Rebound-Phänomenen führen (topisches Cortison-Entzugssyndrom)
    • schwere Form eines Rebound-Phänomens kann sich in Form einer Dermatitis äußern, mit einer intensiven Rötung der Haut,Stechen und Brennen welche sich über den anfänglichen Behandlungsbereich hinaus ausbreiten können
      • treten die Symptome innerhalb von Tagen bis Wochen nach einer erfolgreichen Behandlung erneut auf, sollte eine Entzugsreaktion vermutet werden
      • erneute Anwendung sollte mit Vorsicht und nach einer fachärztlichen Beratung erfolgen oder es sollten andere Behandlungsoptionen in Betracht gezogen werden
  • Hautinfektionen
    • Anwendung topischer Corticosteroide bei Psoriasis muss sorgfältig überwacht werden
    • Glucocorticoide können Hautinfektionen verdecken, aktivieren und verstärken
    • bei längerer Anwendung stark wirksamer topischer Glucocorticoide kann es zu opportunistischen Infektionen kommen, die einespezifische Therapie erforderlich machen
    • Entstehung einer Sekundärinfektion erfordert
      • geeignete antimikrobielle Therapie
      • gegebenenfalls das Absetzen der topischen Corticosteroid-Behandlung
      • bei Anzeichen einer Sekundärinfektion sollte eine Okklusiv-Behandlung vermieden werden
        • es besteht die Gefahr der Entwicklung von generalisierter Psoriasis pustulosa oder lokaler oder systemischerToxizität aufgrund einer verminderten Barrierefunktion der Haut
    • bakterielle Infektionen
      • werden durch warme, feuchte Bedingungen in Hautfalten begünstigt oder können durch Okklusivverbände verursacht werden
        • wenn Okklusivverbände benutzt werden, sollte die Haut beim Verbandswechsel gereinigt werden
  • Sehstörung
    • bei der systemischen und topischen Anwendung von Corticosteroiden können Sehstörungen auftreten
    • wenn ein Patient mit Symptomen wie verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen vorstellig wird
      • sollte eine Überweisung des Patienten an einen Augenarzt zur Bewertung möglicher Ursachen in Erwägung gezogen werden
        • diese umfassen unter anderem Katarakt, Glaukom oder seltene Erkrankungen, wie z. B. zentrale seröse Chorioretinopathie (CSC), die nach der Anwendung systemischer oder topischer Corticosteroide gemeldet wurden
  • Anzeichen oder Auftreten von Überempfindlichkeit / Hautreizungen
    • Behandlung abbrechen
    • angemessene Therapie einleiten
    • Hinweis
      • lokale Überempfindlichkeitsreaktionen können den krankheitsbedingten Symptomen ähneln
  • Anwendung bei Psoriasis
    • topische Corticosteroide sollen mit Vorsicht bei Psoriasis angewendet werden, da von Fällen von Wiederaufflammen (Rebound-Phänomen), Entwicklung von Toleranzen, Risiko generalisierter pustulöser Psoriasis und Entwicklung lokaler oder systemischerToxizität aufgrund geschädigter Hautbarriere berichtet wurde
    • bei Anwendung bei Psoriasis ist eine sorgfältige Überwachung der Patienten erforderlich
  • Behandlung einer Dermatitis in der Umgebung chronischer Beinulzera
    • topische Corticosteroide werden hier manchmal angewendet
    • diese Anwendung kann jedoch mit einem häufigeren Auftreten lokaler Überempfindlichkeitsreaktionen und einem erhöhtenRisiko für lokale Infektionen verbunden sein