Bijuva 1 mg/100 mg Weichkapseln
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 28 ST | 23,85 € |
| N3 | 84 ST | 46,67 € |
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Indikation
- kontinuierliche kombinierte Hormonersatztherapie (HET) bei Estrogenmangelsymptomen nach der Menopause bei Frauen mit intaktem Uterus, deren letzte Monatsblutung >/= 12 Monate zurückliegt
- Hinweis: nur begrenzte Erfahrungen bei der Behandlung von Frauen > 65 Jahre vorliegend
Dosierung
- kontinuierliche kombinierte Hormonersatztherapie (HET)
- postmenopausale Frauen
- Dosierung
- 1 Kapsel (1 mg Estradiol plus 100 mg Progesteron) 1mal / Tag am Abend ohne Unterbrechung
- niedrigste wirksame Dosis für so kurze Zeit wie möglich anwenden (sowohl bei Einleitung als auch bei Fortführung einer Behandlung postmenopausaler Symptome)
- Beginn der kontinuierlichen kombinierten Therapie
- abhängig vom Zeitraum seit Beginn der Menopause und von der Schwere der Symptome
- Frauen mit natürlich einsetzender Menopause
- Therapie sollte 12 Monate nach der letzten natürlichen Menstruationsblutung beginnen
- Frauen mit chirurgisch induzierter Menopause
- Therapie kann sofort beginnen
- Patientinnen, die von einem kontinuierlich sequenziellen oder zyklischen Präparat wechseln
- 28-Tage-Zyklus beenden und dann zur Kombinationstherapie wechseln
- Patientinnen, die von einem anderen kontinuierlichen kombinierten Präparat wechseln
- die Therapie kann jederzeit begonnen werden
- Auslassen einer Dosis
- falls eine Dosis vergessen wurde, sollte sie so bald wie möglich eingenommen werden
- Einnahme > 12 Std. versäumt
- Behandlung mit der nächsten Dosis fortsetzen, ohne die vergessene Kapsel einzunehmen
- Wahrscheinlichkeit einer Durchbruchblutung oder Schmierblutung kann erhöht sein
- Dosierung
- Kinder und Jugendliche
- Behandlung nicht angezeigt bei Kindern
- postmenopausale Frauen
Kontraindikationen
Progesteron und Estrogen - peroral
Progesteron plus Estradiol
- Überempfindlichkeit gegen Estradiol und / oder Progesteron
- bestehender oder früherer Brustkrebs bzw. entsprechender Verdacht
- bekannter estrogenabhängiger maligner Tumor bzw. entsprechender Verdacht (z. B. Endometriumkarzinom)
- nicht abgeklärte Blutung im Genitalbereich
- unbehandelte Endometriumhyperplasie
- frühere oder bestehende venöse thromboembolische Erkrankungen (tiefe Venenthrombose, Lungenembolie)
- bekannte thrombophile Erkrankungen (z. B. Protein-C-, Protein-S- oder Antithrombin-Mangel)
- aktive oder vor kurzem aufgetretene arterielle thromboembolische Erkrankung (z. B. Angina pectoris, Myokardinfarkt)
- akute Lebererkrankung oder zurückliegende Lebererkrankung
- solange die Leberfunktionswerte sich nicht normalisiert haben
- Porphyrie
Therapiehinweise
Einnahme zur Nacht.
Nebenwirkungen
Progesteron und Estrogen - peroral
Progesteron plus Estradiol
- Infektionen und parasitäre Erkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Gastroenteritis
- Furunkel
- Vaginalinfektion
- vulvovaginale Candidose
- vulvovaginale Pilzinfektion
- akute Otitis media
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Brustkrebs
- Adnexzyste
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Anämie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Immunsystems
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Überempfindlichkeit
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Endokrine Erkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Hirsutismus
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Flüssigkeitsretention
- Hyperlipidämie
- Hyperphagie
- Hyperurikämie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Psychiatrische Erkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Schlafstörung
- abnorme Träume
- Agitiertheit
- Angst
- Depression
- Schlaflosigkeit
- Reizbarkeit
- Stimmungsschwankungen
- Libido gesteigert
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Nervensystems
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Schwindelgefühl
- Kopfschmerz
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Aufmerksamkeitsstörungen
- Erinnerungsvermögen eingeschränkt
- Migräne mit Aura
- Parästhesie
- Parosmie
- Somnolenz
- ohne Häufigkeitsangabe (wurde in Zusammenhang mit einer Estrogen-/Gestagen-Behandlung gemeldet)
- wahrscheinliche Demenz über dem Alter von 65 Jahren
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Augenerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Sehverschlechterung
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Vertigo
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Gefäßerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Hypertonie
- oberflächliche Thrombophlebitis
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Bauch aufgetrieben
- Abdominalschmerz
- Übelkeit
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- abdominale Beschwerden
- abdominaler Druckschmerz
- Obstipation
- Diarrhoe
- Dyspepsie
- Hyperphagie
- Mundtrockenheit
- orale Beschwerden
- Erbrechen
- Dysgeusie
- Flatulenz
- Pankreatitis akut
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Leber- und Gallenerkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe (wurde in Zusammenhang mit einer Estrogen-/Gestagen-Behandlung gemeldet)
- Gallenblasenerkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe (wurde in Zusammenhang mit einer Estrogen-/Gestagen-Behandlung gemeldet)
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Akne
- Alopezie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- trockene Haut
- Pruritus
- Ausschlag
- Teleangiektasie
- ohne Häufigkeitsangabe (wurde in Zusammenhang mit einer Estrogen-/Gestagen-Behandlung gemeldet)
- Chloasma
- Erythema multiforme
- Erythema nodosum
- Purpura vaskulär
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Rückenschmerzen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems
- Schmerz in einer Extremität
- Arthralgie
- Muskelspasmen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Brust schmerzempfindlich
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Brustschmerz
- Beckenschmerz
- Uterusschmerz / -spasmen
- vaginaler Ausfluss
- vaginale Blutung
- Hämorrhagie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen der Brustdrüse
- Kalkablagerung
- Brustdrüsenabsonderung
- Beschwerden
- Vergrößerung
- Schwellung
- fibrozystische Erkrankung
- Brustwarzenschmerz
- gutartige Neubildung der Brustdrüse
- Erkrankungen des Uterus / der Zervix
- Dysplasie
- Polyp
- Zyste
- Uterusblutung
- Leiomyom
- Uteruspolyp
- Blutung
- Endometriumhypertrophie
- Biopsie anomal
- Hitzewallung
- Metrorrhagie
- postmenopausale Blutung
- vulvovaginaler Pruritus
- Erkrankungen der Brustdrüse
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Ermüdung
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Schüttelfrost
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Untersuchungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Gewicht erhöht
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Gewicht erniedrigt
- Prothrombinzeit verlängert
- Protein S erhöht
- Leberfunktionstest anomal
- Blutdruck anomal
- Fibrinogen im Blut erhöht
- alkalische Phosphatase im Blut erhöht
- Aspartataminotransferase erhöht
- Alaninaminotransferase erhöht
- aktivierte partielle Thromboplastinzeit verlängert
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
Anwendungshinweise
- zum Einnehmen
- jeden Abend
- mit einer Mahlzeit
Stillzeithinweise
Progesteron und Estrogen - peroral
Progesteron plus Estradiol
- dieses Arzneimittel ist während der Stillzeit nicht indiziert
Schwangerschaftshinweise
Progesteron und Estrogen - peroral
Progesteron plus Estradiol
- dieses Arzneimittel ist während der Schwangerschaft nicht indiziert
- sollte unter der Behandlung eine Schwangerschaft eintreten
- so ist die Therapie sofort abzusetzen
- Ergebnisse der meisten zurzeit vorliegenden epidemiologischen Studien, die hinsichtlich einer unbeabsichtigten Exposition des Fetus mit Estrogen-Gestagenen-Kombinationen relevant sind
- weisen nicht auf teratogene oder fetotoxische Wirkungen hin
- keine hinreichenden Daten mit der Anwendung von Estradiol / Progesteron bei Schwangeren vorliegend
- Fertilität
- dieses Arzneimittel ist bei gebärfähigen Frauen nicht indiziert
Warnhinweise
Progesteron und Estrogen - peroral
Progesteron plus Estradiol
- zur Anwendung des Arzneimittel liegen nur begrenzte Erfahrungen bei der Behandlung von Frauen über 65 Jahren vor
- Allgemeines zur Hormonersatztherapie (HET)
- zur Behandlung von postmenopausalen Symptomen sollte eine HET nur bei Beschwerden eingeleitet werden, welche die Lebensqualität beeinträchtigen
- Nutzen und Risiken sollten in jedem Fall mindestens jährlich sorgfältig gegeneinander abgewogen werden
- HET sollte nur so lange fortgeführt werden, wie der Nutzen das Risiko überwiegt
- nur begrenzte Daten zu den Risiken einer HET bei der Behandlung der prämaturen Menopause vorliegend
- da jedoch das absolute Risiko bei jüngeren Frauen niedriger ist, könnte das Nutzen-Risiko-Verhältnis bei diesen Frauen günstiger sein als bei älteren
- Medizinische Untersuchung / Kontrolluntersuchungen
- vor Beginn bzw. Wiederaufnahme einer HET ist eine vollständige Eigen- und Familienanamnese zu erheben
- körperliche Untersuchung (einschließlich Unterleib und Brust) sollte sich an dieser Anamnese sowie den Kontraindikationen und Warnhinweisen orientieren
- während der Therapie werden regelmäßige Kontrolluntersuchungen empfohlen, die sich in Häufigkeit und Art nach der einzelnen Frau richten
- Frauen sollten darüber aufgeklärt werden, welche Veränderungen der Brüste sie dem Arzt oder der Pflegekraft mitteilen müssen (siehe „Brustkrebs" weiter unten)
- Untersuchungen, einschließlich geeigneter bildgebender Verfahren, z. B. Mammographie, sind entsprechend der gegenwärtig üblichen Vorsorgepraxis und den klinischen Notwendigkeiten der einzelnen Frau durchzuführen
- Erkrankungen, die eine Überwachung erfordern
- Patientin sollte engmaschig überwacht werden, wenn eine der folgenden Situationen bzw. Erkrankungen vorliegt oder früher aufgetreten ist bzw. sich während einer Schwangerschaft oder früheren Hormonbehandlung verschlechtert hat
- es sollte in Betracht gezogen werden, dass diese Erkrankungen während einer Therapie erneut auftreten oder sich verschlechtern können, im Besonderen
- Leiomyom (Uterusmyome) oder Endometriose
- Risikofaktoren für thromboembolische Erkrankungen (siehe unten)
- Risikofaktoren für estrogenabhängige Tumoren, z. B. Mammakarzinom bei Verwandten ersten Grades
- Hypertonie
- Lebererkrankungen (z. B. Leberadenom)
- Diabetes mellitus mit oder ohne Beteiligung der Gefäße
- Cholelithiasis
- Migräne oder (starke) Kopfschmerzen
- systemischer Lupus erythematodes
- Endometriumhyperplasie in der Vorgeschichte (siehe unten)
- Epilepsie
- Asthma
- Otosklerose
- Gründe für einen sofortigen Therapieabbruch
- die Therapie ist bei Auftreten einer Kontraindikation sowie in den folgenden Situationen abzubrechen
- Ikterus oder Verschlechterung der Leberfunktion
- signifikante Erhöhung des Blutdrucks
- Einsetzen migräneartiger Kopfschmerzen
- Schwangerschaft
- die Therapie ist bei Auftreten einer Kontraindikation sowie in den folgenden Situationen abzubrechen
- Endometriumhyperplasie und -karzinom
- bei Frauen mit intaktem Uterus ist bei einer längerfristigen Estrogen-Monotherapie das Risiko für Endometriumhyperplasie und -karzinom erhöht
- in Abhängigkeit von der Behandlungsdauer und der Estrogendosis erhöht sich das Endometriumkarzinomrisiko bei Anwenderinnen einer Estrogen-Monotherapie um den Faktor 2 bis 12 gegenüber Nicht-Anwenderinnen
- nach Beendigung der Therapie kann das Risiko für mindestens 10 Jahre erhöht bleiben
- die zusätzliche zyklische Gabe eines Gestagens für mindestens 12 Tage pro Monat bzw. pro 28-Tage-Zyklus oder die kontinuierliche kombinierte Estrogen-Gestagen-Behandlung von Frauen mit intaktem Uterus kompensiert das zusätzliche Risiko, das von der Estrogen-Monotherapie ausgeht
- Durchbruch- und Schmierblutungen können während der ersten Monate der Behandlung auftreten
- wenn solche Blutungen einige Zeit später im Verlauf der Therapie auftreten oder nach Therapieende anhalten
- Ursache muss ermittelt werden und
- ggf. muss eine Biopsie des Endometriums durchgeführt werden, um eine maligne Erkrankung des Endometriums auszuschließen
- Brustkrebs
- allgemeine Datenlage weist auf ein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Frauen hin, die im Rahmen einer HET eine Estrogen-Gestagen-Kombination oder auch ein Gestagen-Monopräparat anwenden
- Risiko ist abhängig von der Dauer der HET
- Kombinierte Estrogen-Gestagen-Therapie
- in einer randomisierten placebokontrollierten Prüfung (Studie der Women's Health Initiative [WHI]) sowie einer Metaanalyse von prospektiven epidemiologischen Studien ergab sich übereinstimmend ein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Frauen, die im Rahmen einer HET eine Estrogen-Gestagen-Kombination angewendet haben
- erhöhtes Risiko zeigte sich nach etwa 3 (1 - 4) Jahren
- allgemeine Datenlage weist auf ein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Frauen hin, die im Rahmen einer HET eine Estrogen-Gestagen-Kombination oder auch ein Gestagen-Monopräparat anwenden
- Estrogen-Monotherapie
- die WHI-Prüfung zeigte kein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei hysterektomierten Frauen unter einer Estrogen-Monotherapie
- Beobachtungsstudien haben zumeist ein geringfügig erhöhtes Risiko für eine Brustkrebsdiagnose gezeigt, das jedoch niedriger war als das Risiko der Anwenderinnen von Estrogen-Gestagen-Kombinationen
- gemäß den Ergebnissen einer großen Metaanalyse nimmt das erhöhte Risiko mit der Zeit ab
- Dauer bis zur Rückkehr auf das Grundrisiko richtet sich dabei nach der Länge der vorangehenden HET
- bei einer über 5 Jahre hinausgehenden Anwendung der HET kann das Risiko 10 Jahre oder länger bestehen bleiben
- HET, insbesondere eine kombinierte Behandlung mit Estrogenen und Gestagenen, führt zu einer erhöhten Brustdichte in der Mammographie, was sich auf die radiologische Erkennung von Brustkrebs nachteilig auswirken kann
- Ovarialkarzinom
- Ovarialkarzinom ist viel seltener als Brustkrebs
- epidemiologische Daten aus einer großen Metaanalyse lassen bei Frauen, die im Rahmen einer HET Estrogen-Monopräparate oder kombinierte Estrogen-Gestagen-Präparate anwenden, auf ein leicht erhöhtes Risiko schließen, das sich innerhalb von 5 Anwendungsjahren zeigt und nach dem Absetzen mit der Zeit abnimmt
- einige andere Studien, einschließlich der WHI-Prüfung, deuten darauf hin, dass die Anwendung einer kombinierten HET mit einem ähnlichen oder geringfügig niedrigeren Risiko einhergehen kann
- Venöse Thromboembolie
- eine HET ist mit einem 1,3 - 3-fach erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) verbunden, d. h. tiefe Venenthrombosen oder Lungenembolien
- im ersten Jahr einer HET tritt eine VTE mit höherer Wahrscheinlichkeit auf als später
- Patientinnen mit bekannten thrombophilen Störungen haben ein erhöhtes VTE-Risiko und eine HET kann dieses Risiko erhöhen
- daher ist eine HET bei diesen Patientinnen kontraindiziert
- zu den allgemein anerkannten VTE-Risikofaktoren gehören
- die Anwendung von Estrogenen
- ein höheres Alter
- größere Operationen
- längere Immobilisierung
- Adipositas (BMI > 30 kg / m2)
- Schwangerschaft / postpartale Phase
- systemischer Lupus erythematodes (SLE)
- Krebs
- es besteht kein Konsens bezüglich der möglichen Rolle von Varizen bei VTE
- wie bei allen postoperativen Patienten müssen die prophylaktischen Maßnahmen zur Verhinderung einer VTE nach der Operation berücksichtigt werden
- bei voraussichtlicher längerer Immobilisierung nach einer elektiven Operation wird empfohlen, die HET 4 bis 6 Wochen davor auszusetzen
- Behandlung sollte erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Frau wieder vollständig mobilisiert ist
- bei Frauen ohne VTE in der Vorgeschichte, aber mit Verwandten ersten Grades, die bereits in jungen Jahren an VTE erkrankten
- Screening kann in Erwägung gezogen werden
- vorher sollte eine eingehende Beratung über die begrenzte Aussagekraft dieses Verfahrens erfolgen (nur ein Teil der thrombophilen Defekte wird beim Screening erkannt)
- wird ein thrombophiler Defekt festgestellt und sind gemäß Segregation auch Thrombosen bei Verwandten bekannt oder ist der festgestellte Defekt schwerwiegend (z. B. Antithrombin-, Protein-S- und / oder Protein-C-Mangel oder eine Kombination von Defekten)
- so ist eine HET kontraindiziert
- bei Frauen unter einer dauerhaften Behandlung mit Antikoagulanzien
- Risiko-Nutzen-Verhältnis einer HET sollte sorgfältig abgewogen werden
- sollte sich eine VTE nach Therapieeinleitung entwickeln, muss das Arzneimittel abgesetzt werden
- Patientinnen sollten angewiesen werden, dass sie sofort Kontakt mit einem Arzt aufnehmen müssen, wenn sie mögliche Symptome einer Thromboembolie bemerken (z. B. schmerzhafte Schwellung eines Beins, plötzlicher Schmerz im Brustkorb, Dyspnoe)
- Koronare Herzerkrankung (KHK)
- randomisierte kontrollierte Prüfungen ergaben keine Hinweise darauf, dass eine HET mit einer Estrogen-Gestagen-Kombination oder Estrogen-Monotherapie Frauen mit oder ohne bestehende KHK vor einem Myokardinfarkt schützt
- Kombinierte Estrogen-Gestagen-Therapie
- relatives Risiko für eine KHK ist während einer kombinierten Estrogen-Gestagen-HET leicht erhöht
- da das absolute Grundrisiko einer KHK stark vom Alter abhängt, ist die Zahl zusätzlicher Fälle einer KHK aufgrund einer Estrogen-Gestagen-Therapie bei gesunden Frauen nahe der Menopause sehr gering, steigt aber mit dem Alter an
- Estrogen-Monotherapie
- Daten aus einer randomisierten kontrollierten Studie zeigte kein erhöhtes KHK-Risiko bei hysterektomierten Frauen unter einer Estrogen-Monotherapie
- Ischämischer Schlaganfall
- Estrogen-Gestagen-Kombinationstherapie und die Estrogen-Monotherapie gehen mit einem bis zu 1,5-fach erhöhten Risiko für einen ischämischen Schlaganfall einher
- relatives Risiko ist unabhängig vom Alter und der Zeitspanne seit der Menopause
- da allerdings das Grundrisiko, einen Schlaganfall zu erleiden, in hohem Maß altersabhängig ist, nimmt das Gesamtrisiko eines Schlaganfalls bei Frauen unter einer HET mit zunehmendem Alter zu
- sonstige Erkrankungen
- da Estrogene eine Flüssigkeitsretention verursachen können, sollen Patientinnen mit Herz- oder Nierenfunktionsstörungen sorgfältig überwacht werden
- Frauen mit vorbestehender Hypertriglyceridämie müssen während einer Estrogen- oder Hormonersatztherapie engmaschig überwacht werden, weil im Zusammenhang mit einer Estrogentherapie unter derartigen Umständen von seltenen Fällen eines starken Triglyceridanstiegs im Plasma mit der Folge einer Pankreatitis verzeichnet wurde
- Estrogene erhöhen die Konzentration des thyroxinbindenden Globulins (TBG), wodurch es zu einem Anstieg des gesamten zirkulierenden Schilddrüsenhormons kommt, was anhand des proteingebundenen Jods (PBI), des T4-Spiegels (Säulen- oder Radioimmunassay) oder T3-Spiegels (Radioimmunassay) gemessen wird
- T3-Harzaufnahme ist herabgesetzt, was einen TBG-Anstieg widerspiegelt
- freie T4- und T3-Konzentrationen verändern sich nicht
- andere Bindungsproteine können im Serum erhöht sein, wie das kortikoidbindende Globulin (CBG) und das sexualhormonbindende Globulin (SHBG), was zu einem Ansteigen der zirkulierenden Kortikosteroide bzw. Sexualsteroide führt
- freie oder biologisch aktive Hormonkonzentrationen bleiben unverändert
- andere Plasmaproteine können erhöht sein (Angiotensinogen / Reninsubstrat, Alpha-1-Antitrypsin, Ceruloplasmin)
- unter einer HET verbessern sich die kognitiven Fähigkeiten nicht
- es gibt Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für eine wahrscheinliche Demenz bei Frauen, die bei Beginn einer kontinuierlichen HET mit einem Kombinationspräparat oder einem Estrogen-Monopräparat älter als 65 Jahre waren
- da Estrogene eine Flüssigkeitsretention verursachen können, sollen Patientinnen mit Herz- oder Nierenfunktionsstörungen sorgfältig überwacht werden