Biktarvy 50 mg/200 mg/25 mg Filmtabletten

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung einer Infektion mit dem humanen Immundefizienzvirus 1 (HIV-1) bei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten >/= 2 Jahre und >/= 14 kg Körpergewicht
    • bei dem HI-Virus dürfen weder aktuell noch in der Vergangenheit Resistenzen gegen die Klasse der Integrase-Inhibitoren, Emtricitabin oder Tenofovir nachgewiesen worden sein

Dosierung

  • Behandlung einer Infektion mit dem humanen Immundefizienzvirus 1 (HIV-1)
    • Therapieeinleitung nur durch einen Arzt, der Erfahrung in der Behandlung der HIV-Infektion hat
    • Dosierung
      • Erwachsene und pädiatrische Patienten mit >/= 25 kg Körpergewicht (KG)
        • 50 mg Bictegravir / 200 mg Emtricitabin / 25 mg Tenofoviralafenamid 1mal / Tag
      • pädiatrische Patienten >/= 2 Jahre und KG >/= 14 kg bis < 25 kg
        • 30 mg Bictegravir / 120 mg Emtricitabin / 15 mg Tenofoviralafenamid 1mal / Tag
        • entsprechende Dosisstärke verfügbar
    • versäumte Dosen
      • </= 18 Stunden gegenüber der gewohnten Einnahmezeit
        • vergessene Dosis so bald wie möglich nachholen und gewohntes Einnahmeschema fortsetzen
      • > 18 Stunden gegenüber der gewohnten Einnahmezeit
        • versäumte Dosis nicht nachholen
        • einfach das gewohnte Einnahmeschema fortsetzen
    • bei Erbrechen
      • </= 1 Stunde nach der Einnahme
        • eine weitere Dosis einnehmen
      • > 1 Stunde nach der Einnahme
        • bis zur nächsten gewohnten Einnahme keine weitere Dosis erforderlich

Dosisanpassung

  • ältere Patienten (>/= 65 Jahre)
    • Dosisanpassung nicht erforderlich
    • begrenzte Daten
  • Nierenfunktionsstörung
    • geschätzte Kreatinin-Clearance (CrCl) >/= 30 ml / Min. und KG >/= 35 kg
      • Dosisanpassung nicht erforderlich
    • Nierenfunktionsstörung und KG < 35 kg
      • für eine Dosierungsempfehlung liegen keine Daten vor
    • CrCl >/= 15 ml / Min. und < 30 ml / Min.
      • Anwendung sollte vermieden werden
      • Sicherheit nicht erwiesen
    • terminale Niereninsuffizienz (CrCl < 15 ml / Min.)
      • Erwachsene >/= 18 Jahre
        • mit chronischer Hämodialyse
          • Dosisanpassung nicht erforderlich
          • Anwendung sollte jedoch i. A. vermieden werden
            • Anwendung nur bei Annahme, dass der potenzielle Nutzen die potenziellen Risiken überwiegt
          • an Hämodialyse-Tagen: tägliche Dosis nach Abschluss der Hämodialysebehandlung verabreichen
        • ohne chronische Hämodialyse
          • Anwendung sollte vermieden werden
          • Sicherheit nicht erwiesen
      • pädiatrische Patienten < 18 Jahre
        • für eine Dosierungsempfehlung liegen keine Daten vor
  • Leberfunktionsstörung
    • leicht (Child-Pugh-Klasse A) oder mittelgradig (Child-Pugh-Klasse B)
      • Dosisanpassung nicht erforderlich
    • schwer (Child-Pugh-Klasse C)
      • keine Untersuchungen vorhanden
      • Anwendung nicht empfohlen
  • Kinder < 2 Jahre oder < 14 kg KG
    • Sicherheit und Wirksamkeit bisher noch nicht erwiesen
    • keine Daten

Kontraindikationen

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid und Bictegravir - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Bictegravir, Emtricitabin oder Tenofoviralafenamid
  • gleichzeitige Anwendung mit
    • Rifampicin
    • Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Nebenwirkungen

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid und Bictegravir - peroral
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Immun-Reaktivierungs-Syndrom
      • Autoimmunerkrankungen
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anämie
        • nicht in klin. Studien mit Arzneimitteln, die Emtricitabin plus Tenofoviralafenamid enthielten, beobachtet; aber im Rahmen von klinischen Studien oder Erkenntnissen seit der Markteinführung für Emtricitabin gemeldet, bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Gewichtszunahme
      • Anstieg der Blutlipidwerte
      • Anstieg der Blutglucosewerte
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Depression
      • anormale Träume
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Suizidgedanken
      • Suizidversuch (vor allem bei Patienten mit Depression oder psychiatrischen Erkrankungen in der Vorgeschichte)
      • Angst
      • Schlafstörungen
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
      • Schwindelgefühl
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Diarrhoe
      • Übelkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erbrechen
      • Bauchschmerzen
      • Dyspepsie
      • Flatulenz
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hyperbilirubinämie
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Angioödem
        • im Rahmen der Überwachung nach der Markteinführung für Emtricitabin-haltige und Tenofoviralafenamid-haltige Arzneimittel gemeldet
      • Ausschlag
      • Pruritus
      • Urtikaria
        • im Rahmen der Überwachung nach der Markteinführung für Tenofoviralafenamid-haltige Arzneimittel gemeldet
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Stevens-Johnson-Syndrom
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arthralgie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Osteonekrose
        • insbesondere bei Patienten mit allgemein bekannten Risikofaktoren, fortgeschrittener HIV-Erkrankung oder Langzeitanwendung einer ART
      • Verringerung der Knochenmineraldichte BMD
        • berichtet bei pädiatrischen Patienten, die andere Tenofoviralafenamid-haltige Arzneimittel erhielten
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erhöhung der Serumkreatininkonzentration
        • beobachtet unter Bictegravir, allerdings nicht als klinisch relevant betrachtet, da sie keine Veränderung der glomerulären Filtrationsrate widerspiegeln
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Müdigkeit

Anwendungshinweise

  • Filmtabletten zum Einnehmen
  • Einnahme unabhängig von einer Mahlzeit
  • Filmtabletten nicht zerkauen oder zerkleinern (bitterer Geschmack)
  • bei Problemen mit dem Schlucken
    • Tablette kann in zwei Hälften geteilt werden
    • beide Hälften nacheinander einnehmen, um sicherzustellen, dass die ganze Dosis unverzüglich eingenommen wird

Stillzeithinweise

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid und Bictegravir - peroral
  • um eine Übertragung von HIV auf das Kind zu vermeiden, wird empfohlen, dass HIV-infizierte Frauen nicht stillen
  • Bictegravir / Emtricitabin / Tenofoviralafenamid sollte in der Stillzeit nicht angewendet werden
    • da keine ausreichenden Informationen über die Auswirkungen der Wirkstoffe auf Neugeborene / Kleinkinder vorliegend
  • Emtricitabin
    • geht in die Muttermilch über
  • Bicetravir
    • nicht bekannt, ob Bictegravir in die Muttermilch übergeht
    • tierexperimentelle Studien
      • Bictegravir wurde im Plasma von gesäugten Rattenjungen nachgewiesen, was wahrscheinlich auf vorhandenes Bictegravir in der Milch zurückzuführen ist
        • keine Auswirkungen bei den Rattenjungen beobachtet
  • Tenofoviralafenamid
    • nicht bekannt, ob Tenofoviralafenamid in die Muttermilch übergeht
    • tierexperimentelle Studien
      • Übergang von Tenofovir in die Muttermilch gezeigt

Schwangerschaftshinweise

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid und Bictegravir - peroral
  • das Arzneimittel sollte während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der potenzielle Nutzen das potenzielle Risiko für das ungeborene Kind rechtfertigt
  • Bictegravir / Tenofoviralafenamid
    • bisher keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen (< 300 Schwangerschaftsausgänge) mit Anwendung von Bictegravir oder Tenofoviralafenamid bei Schwangeren
    • tierexperimentelle Studien
      • tierexperimentelle Studien mit Bictegravir und Tenofoviralafenamid, getrennt voneinander verabreicht, ergaben keine Hinweise auf gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf Fertilitätsparameter, Schwangerschaft oder fetale Entwicklung
  • Emtricitabin
    • weitreichende Erfahrungen an schwangeren Frauen (> 1.000 Schwangerschaftsausgänge mit Exposition) deuten nicht auf Fehlbildungsrisiko oder fetale / neonatale Toxizität in Verbindung mit Emtricitabin hin
    • tierexperimentelle Studien
      • keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen von Emtricitabin in Bezug auf Fertilitätsparameter, Schwangerschaft, fetale Entwicklung, Entbindung oder postnatale Entwicklung
  • Fertilität
    • keine Daten über die Auswirkung auf die Fertilität beim Menschen vorliegend
    • tierexperimentelle Studien
      • haben keine Auswirkungen von Bictegravir, Tenofoviralafenamid oder Emtricitabin auf das Paarungsverhalten und die Fertilität gezeigt

Warnhinweise

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid und Bictegravir - peroral
  • Patienten mit HIV-Infektion und Hepatitis-B- oder -C-Coinfektion
    • Patienten mit chronischer Hepatitis B oder Hepatitis C, die eine antiretrovirale Therapie erhalten
      • weisen erhöhtes Risiko für Auftreten schwerwiegender, möglicherweise letal verlaufender hepatischer Nebenwirkungen auf
    • Patienten mit HIV-Infektion und einer Coinfektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV)
      • nur begrenzte Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit
    • Arzneimittel enthält Tenofoviralafenamid, das gegen das Hepatitis-B-Virus (HBV) aktiv ist
    • Absetzen der Therapie bei Patienten mit einer HIV-Infektion und einer HBV-Coinfektion
      • kann mit schweren akuten Exazerbationen der Hepatitis assoziiert sein
      • Patienten für mind. mehrere Monate nach Behandlungsende sorgfältig klinisch und durch Labortests überwachen
  • Lebererkrankung
    • Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten mit zugrunde liegenden signifikanten Leberfunktionsstörungen nicht erwiesen
    • bei Patienten mit vorbestehender Leberfunktionsstörung, einschl. einer chronischen aktiven Hepatitis, kommt es unter einer antiretroviralen Kombinationstherapie (ART) häufiger zu Veränderungen der Leberfunktion
      • Patienten müssen gemäß der üblichen Praxis überwacht werden
      • bei Anzeichen einer Verschlimmerung der Lebererkrankung, Therapieunterbrechung oder Therapieabbruch erwägen
  • Gewicht und metabolische Parameter
    • während einer antiretroviralen Therapie können Gewichtszunahme und Anstieg der Blutlipid- und Blutglukosewerte auftreten
      • Veränderungen können teilweise mit dem verbesserten Gesundheitszustand und dem Lebensstil zusammenhängen
      • in einigen Fällen ist Einfluss der Behandlung auf die Blutlipidwerte erwiesen, während es für die Gewichtszunahme keinen klaren Nachweis eines Zusammenhangs mit einer bestimmten Behandlung gibt
    • für Überwachung der Blutlipid- und Blutglukosewerte wird auf die anerkannten HIV-Therapieleitlinien verwiesen
    • Behandlung von Lipidstörungen sollte nach klinischem Ermessen erfolgen
  • mitochondriale Dysfunktion nach Exposition in utero
    • Nukleos(t)id-Analoga können die mitochondriale Funktion in unterschiedlichem Ausmaß beeinträchtigen
      • unter Stavudin, Didanosin und Zidovudin am stärksten ausgeprägt
    • Berichte über mitochondriale Funktionsstörungen bei HIV-negativen Kleinkindern vorliegend, die in utero und / oder postnatal gegenüber Nukleosid-Analoga exponiert waren
      • betrafen überwiegend Behandlungen mit Zidovudin-haltigen Therapien
    • hauptsächlich berichtete Nebenwirkungen waren hämatologische Störungen (Anämie, Neutropenie) und Stoffwechselstörungen (Hyperlaktatämie, erhöhte Serum-Lipase-Werte)
      • Ereignisse waren meistens vorübergehend
    • selten wurde über spät auftretende neurologische Störungen (Hypertonus, Konvulsionen, Verhaltensänderungen) berichtet
      • derzeit nicht bekannt, ob solche neurologischen Störungen vorübergehend oder bleibend sind
    • Erkenntnisse sollten bei jedem Kind, das in utero gegenüber Nukleos(t)id-Analoga exponiert war und schwere klinische, insbesondere neurologische Befunde unbekannter Ätiologie aufweist, berücksichtigt werden
    • Erkenntnisse haben keinen Einfluss auf die derzeitigen nationalen Empfehlungen zur Anwendung der antiretroviralen Therapie bei schwangeren Frauen zur Prävention einer vertikalen HIV-Transmission
  • Immun-Reaktivierungs-Syndrom
    • bei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitung einer ART eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische Infektionen entwickeln, die zu schweren klinischen Verläufen oder Verschlechterung von Symptomen führt
      • typischerweise wurden solche Reaktionen innerhalb der ersten Wochen oder Monate nach Beginn der ART beobachtet
      • entsprechende Beispiele sind u.a. CMV-Retinitis, disseminierte und / oder lokalisierte mykobakterielle Infektionen und Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie
    • jedes Entzündungssymptom ist zu bewerten; falls notwendig ist eine Behandlung einzuleiten
    • auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (z.B. Morbus Basedow und Autoimmunhepatitis), die im Rahmen einer Immun-Reaktivierung auftraten
      • allerdings Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und Ereignisse können mehrere Monate nach Einleitung der Behandlung auftreten
  • opportunistische Infektionen
    • Patienten sind darauf hinzuweisen, dass diese oder jede andere antiretrovirale Therapie die HIV-Infektion nicht heilt und sie trotzdem opportunistische Infektionen und andere Komplikationen einer HIV-Infektion entwickeln können
      • deshalb engmaschige klinische Überwachung durch Ärzte, die in der Behandlung von Patienten mit Begleiterkrankungen einer HIV-Infektion erfahren sind, weiterhin erforderlich
  • Osteonekrose
    • obwohl multifaktorielle Ätiologie angenommen wird (darunter Anwendung von Corticosteroiden, Alkoholkonsum, schwere Immunsuppression, höherer Body-Mass-Index), Fälle von Osteonekrose insbes. bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung und / oder Langzeitanwendung einer ART berichtet
    • Patienten darauf hinweisen, bei Auftreten von Gelenkbeschwerden und -schmerzen, Gelenksteife oder Schwierigkeiten bei Bewegungen den Arzt aufzusuchen
  • Nephrotoxizität
    • nach der Markteinführung wurden in Zusammenhang mit Tenofoviralafenamid-haltigen Arzneimitteln Fälle von Nierenfunktionsstörungen, einschließlich akuten Nierenversagens und proximaler renaler Tubulopathie, berichtet
    • es kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei langfristiger Einnahme von Tenofoviralafenamid die niedrigen Tenofovir-Spiegel potenziell zu einem Risiko für Nephrotoxizität führen
    • Überwachung
      • vor oder bei Therapiebeginn empfohlen, bei allen Patienten die Nierenfunktion zu bestimmen und auch während der Therapie bei allen Patienten zu überwachen, sofern klinisch angemessen
    • bei Patienten, die eine klinisch signifikante Abnahme der Nierenfunktion entwickeln oder bei denen Hinweise auf eine proximale renale Tubulopathie vorliegen, sollte ein Absetzen des Arzneimittels in Erwägung gezogen werden
  • Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz unter chronischer Hämodialyse
    • die Anwendung des Arzneimittels sollte bei Erwachsenen mit terminaler Niereninsuffizienz (geschätzte CrCl < 15 ml/min) unter chronischer Hämodialyse im Allgemeinen vermieden werden, kann jedoch dann erfolgen, wenn der potenzielle Nutzen die potenziellen Risiken überwiegt
    • in einer Studie mit Emtricitabin + Tenofoviralafenamid in Kombination mit Elvitegravir + Cobicistat als Fixdosiskombinationstablette (E/C/F/TAF) bei HIV-1-infizierten Erwachsenen mit terminaler Niereninsuffizienz (geschätzte CrCl < 15 ml/min) unter chronischer Hämodialyse hielt die Wirksamkeit über einen Zeitraum von 96 Wochen an, jedoch war die Emtricitabin-Exposition signifikant höher als bei Patienten mit normaler Nierenfunktion
    • die Wirksamkeit blieb auch in der Verlängerungsphase der Studie erhalten, in der 10 Patienten für einen Zeitraum von 48 Wochen auf Bictegravir / Emtricitabin / Tenofoviralafenamid umgestellt wurden
    • obwohl keine zusätzlichen Nebenwirkungen identifiziert wurden, sind die Auswirkungen einer erhöhten Emtricitabin-Exposition unklar
  • gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln
    • Bictegravir / Emtricitabin / Tenofoviralafenamid darf nicht gleichzeitig mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln angewendet werden
    • magnesium-/aluminiumhaltige Antacida oder eisenhaltige Ergänzungsmittel
      • Bictegravir / Emtricitabin / Tenofoviralafenamid darf im Nüchternzustand nicht gleichzeitig mit magnesium- / aluminiumhaltigen Antacida oder eisenhaltigen Ergänzungsmitteln eingenommen werden
      • Einnahme muss mind. 2 Stunden vor, oder mit Nahrung 2 Stunden nach, magnesium- / aluminiumhaltigen Antacida erfolgen
      • Einnahme mind. 2 Stunden vor der Einnahme von eisenhaltigen Ergänzungsmitteln oder zusammen mit Nahrung
    • Bictegravir / Emtricitabin / Tenofoviralafenamid ist nicht empfohlen mit
      • Atazanavir
      • Carbamazepin
      • Ciclosporin (intravenöse oder orale Anwendung)
      • Oxcarbazepin
      • Phenobarbital
      • Phenytoin
      • Rifabutin
      • Rifapentin
      • Sucralfat
  • Kinder und Jugendliche
    • bei Patienten im Alter von 3 bis < 12 Jahren, die über einen Zeitraum von 48 Wochen Tenofoviralafenamid-haltige Arzneimittel erhalten haben, wurde über eine verringerte Knochenmineraldichte (Bone Mineral Density, BMD) (>= 4 %) in der Wirbelsäule und im Gesamtkörper ohne Kopf (Total Body Less Head, TBLH) berichtet
    • die langfristigen Auswirkungen der BMD-Veränderungen auf den wachsenden Knochen, einschließlich des Frakturrisikos, bleiben unklar
    • es wird ein multidisziplinärer Ansatz empfohlen, um die geeignete Überwachung während der Behandlung festzulegen