BOSENTAN BASICS 125 mg Filmtabletten

Basics GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Bosentan →

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N2 56 ST 1126,95 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung der pulmonal arteriellen Hypertonie (PAH) zur Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit und Symptome bei Patienten mit der funktionellen WHO/NYHA-Klasse III
    • primäre (idiopathische und erbliche) PAH
    • sekundäre PAH in Assoziation mit einer Sklerodermie ohne signifikante interstitielle Lungenerkrankung
    • PAH in Assoziation mit kongenitalen systemisch-pulmonalen Shunts und Eisenmenger-Physiologie
  • Verbesserungen des Krankheitsbildes bei Patienten mit PAH der funktionellen WHO-/NYHA-Klasse II
  • zur Reduzierung der Anzahl neuer digitaler Ulzerationen bei Sklerodermie-Patienten, die an digitalen Ulzerationen leiden

Dosierung

  • pulmonale arterielle Hypertonie
    • Einleitung und Überwachung der Behandlung durch einen Arzt, der in der Behandlung der pulmonal arteriellen Hypertonie erfahren ist
    • Erwachsene
      • initial: 62,5 mg Bosentan 2mal / Tag über 4 Wochen
      • Erhaltungsdosis 125 mg Bosentan 2mal / Tag
      • die gleichen Empfehlungen gelten für die Wiederaufnahme der Behandlung nach Therapieunterbrechung
      • falls klinische Verschlechterung (z.B. Abnahme der Gehstrecke im 6-Minuten-Gehtest um mind. 10% im Vergleich zum Ausgangswert vor der Behandlung) trotz mind. 8-wöchiger Behandlung mit Bosentan (Erhaltungsdosis seit mind. 4 Wochen): alternative Therapien in Erwägung ziehen (jedoch auch Ansprechen nach weiteren 4 - 8 Wochen möglich)
      • im Falle einer klinischen Verschlechterung trotz einer Behandlung mit Bosentan (z.B. nach mehreren Behandlungsmonaten): Neubewertung der Behandlung nötig
        • evtl. Dosissteigerung auf 250 mg Bosentan 2mal / Tag
        • sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung, da die Beeinflussung der Leberfunktion dosisabhängig ist
      • Absetzen von Bosentan
        • begrenzte Erfahrungen bei einem plötzlichen Absetzen von Bosentan bei Patienten mit PAH
        • keine Hinweise auf einen akuten Reboundeffekt
        • zur Vermeidung einer möglichen schweren klinischen Verschlechterung infolge eines möglichen Reboundeffektes: stufenweise Reduzierung der Dosis (Halbierung der Dosis für 3 - 7 Tage) in Betracht ziehen
        • engmaschige Überwachung während des Absetzens empfohlen
        • stufenweises Absetzen in Betracht ziehen, während mit einer alternativen Therapie begonnen wird
    • Kinder und Jugendliche
      • Daten aus pharmakokinetischen Studien mit Kindern haben gezeigt, dass die Plasmakonzentrationen von Bosentan bei Kindern mit PAH im Alter von 1 - 15 Jahren im Durchschnitt niedriger waren als bei erwachsenen Patienten und auch durch eine Steigerung der Dosis auf über 2 mg / kg KG oder durch Steigerung der Dosierungsfrequenz von 2mal / Tag auf 3mal / Tag nicht erhöht wurden
      • Erhöhung der Dosis oder der Dosierungsfrequenz hat wahrscheinlich keinen zusätzlichen klinischen Nutzen
      • Kinder >/= 1 Jahr
        • Start- und Erhaltungsdosis: 2 mg / kg KG morgens und abends
      • Neugeborene mit persistierender pulmonaler Hypertonie des Neugeborenen (PPHN)
        • kein Nutzen von Bosentan in der Standard-of-Care-Behandlung
        • keine Dosierungsempfehlung möglich
  • systemische Sklerose mit bestehenden digitalen Ulzerationen
    • Behandlung nur durch einen Arzt einleiten und überwachen, der in der Behandlung der systemischen Sklerose erfahren ist
    • Erwachsene
      • initial: 62,5 mg Bosentan 2mal / Tag über 4 Wochen
      • Erhaltungsdosis: 125 mg Bosentan 2mal / Tag
      • die gleichen Empfehlungen gelten für die Wiederaufnahme der Behandlung nach Therapieunterbrechung
      • Erfahrungen aus kontrollierten klinischen Studien auf 6 Monate begrenzt
      • Ansprechen des Patienten auf die Behandlung und Notwendigkeit einer Fortsetzung der Therapie in regelmäßigen Abständen überprüfen, sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung (v. a. Lebertoxizität von Bosentan berücksichtigen)
    • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
      • keine Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit
      • für Kleinkinder mit dieser Erkrankung liegen keine pharmakokinetischen Daten vor

Dosisanpassung

  • Patienten mit Leberfunktionsstörungen
    • leichte Leberfunktionsstörungen (d.h. Child-Pugh Klasse A)
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • mittlere bis schwere Leberfunktionsstörungen
      • kontraindiziert
  • Patienten mit Nierenfunktionsstörungen und Dialyse-Patienten
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • ältere Patienten (> 65 Jahre)
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • Empfehlungen bei Erhöhung der ALT- und/oder AST-Werte
    • die Leber-Aminotransferasewerte müssen vor Behandlungsbeginn und danach während der Behandlung mit Bosentan Zentiva monatlich gemessen werden
    • zusätzlich müssen die Leber-Aminotransferasewerte 2 Wochen nach jeder Dosissteigerung gemessen werden
    • > 3 und <= 5 x ONW (oberer Normwert)
      • durch weiteren Leberenzymtest verifizieren
      • bei Bestätigung des Befundes tägliche Dosis reduzieren oder Arzneimittel absetzen und Kontrolle der Aminotransferasewerte mind. alle 2 Wochen durchführen
      • wenn die Aminotransferasewerte auf den Stand vor Behandlungsbeginn zurückgegangen sind, kann Fortsetzung oder Wiederaufnahme der Behandlung mit Bosentan in Betracht gezogen werden
        • eine Wiederaufnahme der Behandlung sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn der mögliche Nutzen einer Behandlung die möglichen Risiken überwiegt und wenn die Leber-Aminotransferasewerte auf den Stand vor Behandlungsbeginn zurückgegangen sind
        • es wird empfohlen, einen Hepatologen hinzuzuziehen
        • nach erfolgter Wiederaufnahme der Behandlung Aminotransferasewerte innerhalb der ersten 3 Tage kontrollieren, dann nochmals nach weiteren 2 Wochen und danach entsprechend der oben aufgeführten Empfehlungen
    • > 5 und <= 8 x ONW
      • durch weiteren Leberenzymtest verifizieren
      • bei Bestätigung des Befundes Arzneimittel absetzen und Kontrolle der Aminotransferasewerte mindestens alle 2 Wochen durchführen
      • wenn die Aminotransferasewerte auf den Stand vor Behandlungsbeginn zurückgegangen sind, kann Wiederaufnahme der Behandlung mit Bosentan in Betracht gezogen werden
        • eine Wiederaufnahme der Behandlung sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn der mögliche Nutzen einer Behandlung die möglichen Risiken überwiegt und wenn die Leber-Aminotransferasewerte auf den Stand vor Behandlungsbeginn zurückgegangen sind
        • es wird empfohlen, einen Hepatologen hinzuzuziehen
        • nach erfolgter Wiederaufnahme der Behandlung Aminotransferasewerte innerhalb der ersten 3 Tage kontrollieren, dann nochmals nach weiteren 2 Wochen und danach entsprechend der oben aufgeführten Empfehlungen
    • > 8 x ONW
      • Arzneimittel muss abgesetzt werden
      • Behandlung darf nicht wieder aufgenommen werden
    • bei assoziierten klinischen Symptomen einer Leberschädigung, d.h.
      • Übelkeit, Erbrechen
      • Fieber
      • Bauchschmerzen
      • Gelbsucht
      • ungewöhnlicher Lethargie oder Ermüdung
      • grippeartigen Beschwerden (Arthralgie, Myalgie, Fieber)
        • Behandlung muß abgebrochen werden
        • Behandlung darf nicht wieder aufgenommen werden

Kontraindikationen

Bosentan - peroral
  • Überempfindlichkeit gegenüber Bosentan
  • mittlere bis schwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse B oder C)
  • vor Behandlungsbeginn Erhöhung der Leber-Aminotransferasewerte, d. h. Aspartat-Aminotransferase (AST) und / oder Alanin-Aminotransferase (ALT) auf mehr als das 3-fache des oberen Normwertes (> 3 × Oberer Normwert (ONW))
  • gleichzeitige Anwendung von Cyclosporin (A)
  • Schwangerschaft
  • Frauen im gebärfähigen Alter, die keine zuverlässigen Verhütungsmethoden anwenden

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Bosentan - peroral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Anämie
      • erniedrigter Hämoglobinwert
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Thrombozytopenie*
      • Neutropenie
      • Leukopenie*
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Anämie oder erniedrigte Hämoglobinwerte, die eine Transfusion von Erythrozytenkonzentrat erfordern*
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Überempfindlichkeitsreaktion (einschl. Dermatitis, Juckreiz und Rash)
        • wurde bei 9,9% der Patienten unter Bosentan und 9,1% der Patienten unter Placebo gemeldet
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Anaphylaxie und/oder Angioödeme*
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen
        • wurden bei 11,5% der Patienten unter Bosentan und 9,8% der Patienten unter Placebo gemeldet
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Synkopen* (kann auch im Zusammenhang mit der Grunderkrankung stehen)
  • Augenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • verschwommens Sehen*
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Palpitationen* (kann auch im Zusammenhang mit der Grunderkrankung stehen)
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypotonie* (kann auch im Zusammenhang mit der Grunderkrankung stehen)
      • Flush-Symptomatik
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • nasale Kongestion*
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Gastro-ösophageale Refluxkrankheit
      • Diarrhoe
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • veränderte Leberfunktionswerte
        • Anstiege der Aminotransferasewerte können bei Fortsetzung der Behandlung mit der Erhaltungsdosis von Bosentan oder nach Dosisreduktion spontan zurückgehen
        • Pausieren oder Absetzen kann erforderlich sein
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Aminotransferase-Erhöhung assoziiert mit Hepatitis (einschließlich möglicher Exazerbation einer zugrunde liegenden Hepatitis) und/oder Gelbsucht*
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Leberzirrhose, Leberversagen*
        • bei Patienten mit mehreren Begleiterkrankungen und Begleitmedikationen seltene Fälle von ungeklärter Leberzirrhose und/oder Leberversagen nach langandauernder Behandlung mit Bosentan berichtet
          • Fälle bestätigen Bedeutung strikter Einhaltung von regelmäßigen monatlichen Leberenzymwert-Kontrollen während Behandlung
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erythem
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Ödeme und Flüssigkeitsretention
        • wurde bei 13,2% der Patienten unter Bosentan und 10,9% der Patienten unter Placebo gemeldet

Legende:

* =

  • Daten stammen aus der Beobachtung nach Markteinführung, Häufigkeiten basieren auf statistischer Modellierung von Daten aus Placebo-kontrollierten klinischen Studien

Hinweis:

  • Sicherheitsprofil nicht-kontrollierter pädiatrischer Studien war ähnlich wie das in den Zulassungsstudien bei erwachsenen Patienten mit PAH, mit Ausnahme von Infektionen, die häufiger als bei Erwachsenen gemeldet wurden

Anwendungshinweise

  • Einnahme morgens und abends mit oder unabhängig von den Mahlzeiten
  • Filmtabletten mit etwas Wasser einnehmen
  • das in der weißen hochdichten Polyethylenflasche befindliche Trockenmittel nicht schlucken!

Stillzeithinweise

Bosentan - peroral
  • Stillen wird während einer Behandlung mit Bosentan nicht empfohlen
  • nicht bekannt, ob Bosentan in die Muttermilch übergeht

Schwangerschaftshinweise

Bosentan - peroral
  • während der Schwangerschaft kontraindiziert
  • keine verlässlichen Daten zur Anwendung von Bosentan Schwangeren vorhanden
  • potenzielle Risiko für den Menschen ist weiterhin nicht bekannt
  • tierexperimentelle Studien
    • Reproduktionstoxizitität (Teratogenität, Embryotoxizität) im Tierversuch gezeigt
  • Anwendung bei Frauen im gebärfähigen Alter
    • vor Therapiebeginn: bestehende Schwangerschaft ausschließen
    • Patientinnen im gebärfähigen Alter angemessen über wirksame und sichere Verhütungsmethoden informieren
    • zuverlässige Empfängnisverhütung sicherstellen
    • Patientinnen und Verordner müssen sich bewusst sein, dass Bosentan aufgrund pharmakokinetischer Wechselwirkungen hormonale Kontrazeptiva wirkungslos machen kann
      • Frauen im gebärfähigen Alter sollten hormonale Kontrazeptiva (einschließlich oraler, injizierbarer, transdermaler und implantierbarer Formulierungen) nicht als alleinige Verhütungsmethode einsetzen, sondern eine zusätzliche wirksame und sichere Verhütungsmethode anwenden
        • ggf. konsiliarisch einen Gynäkologen hinzuziehen um angemessene Verhütung im Individualfall sicherzustellen
    • während der Behandlung mit Bosentan monatliche Schwangerschaftstests durchführen um eine eingetretene Schwangerschaft frühzeitig zu erkennen
      • da während der Bosentan-Therapie hormonelle Kontrazeptiva möglicherweise versagen und es das Risiko einer schwerwiegenden Verschlechterung der pulmonalen Hypertonie zu bedenken gilt
  • Fertilität
    • tierexperimentelle Studien
      • zeigten testikuläre Wirkungen
      • Studien zu Fertilität an Ratten zeigten keine Auswirkungen auf die Spermien-Parameter oder auf die Fertilität
      • in einer Studie, bei der der Einfluss von Bosentan auf die testikuläre Funktion bei männlichen PAH-Patienten untersucht wurde, zeigten 6 von 24 Patienten (25 %) eine verminderte Spermienkonzentration von mindestens 50 % des Ausgangswertes nach 6 Monaten Bosentan-Behandlung
    • basierend auf diesen Erkenntnissen und präklinischen Daten kann nicht ausgeschlossen werden, dass Bosentan eine nachteilige Wirkung auf die Spermatogenese bei Männern haben könnte
    • bei Jungen kann eine langfristige Auswirkung auf die Fruchtbarkeit nach der Behandlung mit Bosentan nicht ausgeschlossen werden

Warnhinweise

Bosentan - peroral
  • Behandlung mit Bosentan sollte nur durch einen Arzt eingeleitet und überwacht werden, der in dem jeweiligen Indikationsgebiet erfahren ist
  • Warnhinweise und wichtige Sicherheitsinformationen müssen dem Patienten vor und während der Behandlung mit Bosentan bekannt sein
  • Indikationseinschränkungen
    • schwere pulmonal arterieller Hypertonie (PAH)
      • Wirksamkeit von Bosentan bei Patienten mit schwerer PAH nicht belegt
      • bei Verschlechterung des klinischen Zustandes Umstellung auf eine für schwere Stadien der Erkrankung empfohlene Therapie (z. B. Epoprostenol) in Betracht ziehen
    • PAH WHO-/ NYHA-Klasse I
      • Nutzen-Risiko-Verhältnis von Bosentan bei Patienten PAH WHO-/ NYHA-Klasse I wurde nicht untersucht
    • Bosentan-Behandlung nur beginnen, wenn der systemische systolische Blutdruck > 85 mmHg ist
    • kein Nachweis, dass Bosentan die Abheilung bereits bestehender digitaler Ulzerationen begünstigt
  • Leberfunktion
    • die mit Bosentan assoziierten Erhöhungen der Leber-Aminotransferasewerte, d. h., Aspartat- und Alanin-Aminotransferase (AST und / oder ALT), sind dosisabhängig
    • Veränderungen der Leberenzymwerte treten typischerweise innerhalb der ersten 26 Wochen der Behandlung auf
      • sie können aber auch später während der Behandlung auftreten
    • Anstiege sind möglicherweise zum Teil auf die kompetitive Hemmung der Gallensalz-Ausscheidung aus Hepatozyten zurückzuführen
      • wahrscheinlich auch andere Mechanismen, die noch nicht eindeutig nachgewiesen worden sind, am Auftreten von Leberfunktionsstörungen beteiligt
      • Zytolyse infolge der Akkumulation von Bosentan in Hepatozyten mit möglicherweise schwerer Leberschädigung oder ein immunologischer Mechanismus sind nicht ausgeschlossen
    • Risiko für eine Leberfunktionsstörung möglicherweise auch erhöht, wenn Bosentan gleichzeitig mit Arzneimitteln verabreicht wird, die Inhibitoren der Gallensalz-Export-Pumpe (bile salt export pump = BSEP) sind, wie z.B.
      • Rifampicin
      • Glibenclamid
      • Cyclosporin A etc.
    • Datenlage ist jedoch limitiert
    • Leber-Aminotransferasewerte
      • müssen vor Behandlungsbeginn und danach während der Behandlung mit Bosentan monatlich gemessen werden
      • zusätzlich Leber-Aminotransferasewerte 2 Wochen nach jeder Dosissteigerung messen
      • Empfehlungen bei Erhöhung der ALT- und / oder AST-Werte
        • ALT- und / oder AST-Werte > 3 und </= 5 x ONW (oberer Normwert)
          • Werte durch einen weiteren Leberenzymtest verifizieren
          • bei Bestätigung des Befundes: Reduktion der täglichen Dosis oder Absetzen in Erwägung ziehen
          • weitere Kontrollen der Aminotransferasewerte mindestens alle 2 Wochen
          • wenn die Aminotransferasewerte auf den Stand vor Behandlungsbeginn zurückgegangen sind, kann eine Fortsetzung oder Wiederaufnahme der Behandlung gem. der dargestellten Bedingungen in Betracht gezogen werden
        • ALT- und / oder AST-Werte > 5 und </= 8 x ONW
          • Werte durch einen weiteren Leberenzymtest verifizieren
          • bei Bestätigung des Befundes: Arzneimittel absetzen und Kontrolle der Aminotransferasewerte mindestens alle 2 Wochen durchführen
          • wenn Aminotransferasewerte auf den Stand vor Behandlungsbeginn zurückgegangen, kann eine Wiederaufnahme der Behandlung gem. der dargestgellten Bedingungen in Betracht gezogen werden
        • ALT- und / oder AST-Werte > 8 x ONW
          • Arzneimittel absetzen
          • Behandlung darf nicht wieder aufgenommen werden
    • Therapieabbruch
      • bei assoziierten klinischen Symptomen einer Leberschädigung: Behandlung muss abgebrochen werden, d. h.
        • Übelkeit
        • Erbrechen
        • Fieber
        • Bauchschmerzen
        • Gelbsucht
        • ungewöhnliche Lethargie oder Ermüdung
        • grippeartige Beschwerden (Arthralgie, Myalgie, Fieber)
      • Wiederaufnahme der Bosentan-Behandlung darf nicht in Betracht gezogen werden
    • Wiederaufnahme der Behandlung
      • Wiederaufnahme der Behandlung nur in Betracht ziehen, wenn
        • möglicher Nutzen einer Therapie mit Bosentan die möglichen Risiken überwiegt
        • Leber-Aminotransferasewerte auf den Stand vor Behandlungsbeginn zurückgegangen sind
      • es wird empfohlen, einen Hepatologen hinzuzuziehen
      • bei Wiederaufnahme der Behandlung unbedingt die Dosierungshinweise / Dosisanpassungen befolgen
      • nach erfolgter Wiederaufnahme der Behandlung Aminotransferasewerte innerhalb der ersten 3 Tage kontrollieren, dann nochmals nach weiteren 2 Wochen und danach entsprechend der genannten Empfehlungen
  • Hämoglobinkonzentration
    • Bosentan- Behandlung war mit dosisabhängigen Erniedrigungen der Hämoglobinkonzentration assoziiert
    • in placebokontrollierten Studien waren die mit Bosentan in Zusammenhang stehenden erniedrigten Hämoglobinkonzentrationen nicht progredient und stabilisierten sich innerhalb der ersten 4 bis 12 Wochen nach Behandlungsbeginn
    • Empfehlung: Hämoglobinkonzentration vor Behandlungsbeginn, in monatlichem Abstand während der ersten 4 Behandlungsmonate und danach vierteljährlich überprüfen
    • bei klinisch relevanter Erniedrigung der Hämoglobinkonzentration in weiteren Bewertungen und Untersuchungen die Ursache und Notwendigkeit einer spezifischen Behandlung klären
    • es wurden Fälle von Anämien beschrieben, die Bluttransfusionen erforderten
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • Bosentan kann hormonale Kontrazeptiva wirkungslos machen
    • Risiko einer Verschlechterung der pulmonalen Hypertonie im Rahmen einer Schwangerschaft, sowie der teratogenen Effekte, die bei Tieren beobachtetet wurden, berücksichtigen; daher
      • darf Bosentan bei Frauen im gebärfähigen Alter nur dann eingenommen werden, wenn zuverlässige Verhütungsmethoden angewendet werden und wenn ein Schwangerschaftstest vor Behandlungsbeginn negativ ist
      • dürfen hormonale Kontrazeptiva nicht als alleinige Verhütungsmethode während der Behandlung eingesetzt werden
      • sind monatliche Schwangerschaftstests während der Behandlung zu empfehlen, um die Früherkennung einer Schwangerschaft zu ermöglichen
  • Pulmonale veno-okklusive Krankheit
    • Fallberichte über Lungenödeme bekannt, die nach Anwendung von Vasodilatanzien (hauptsächlich Prostacycline, Epoprostenol) bei Patienten mit einer pulmonalen veno-okklusiven Erkrankung auftraten
    • falls nach Anwendung von Bosentan bei Patienten mit PAH, Symptome eines Lungenödems auftreten
      • Möglichkeit einer assoziierten veno-okklusiven Erkrankung in Betracht ziehen
    • Lungenödeme bei mit Bosentan behandelten Patienten mit der Verdachtsdiagnose einer pulmonalen veno-okklusiven Krankheit wurden nach Markteinführung selten berichtet
  • Anwendung bei Patienten mit PAH und begleitender Linksherzinsuffizienz
    • keine spezifische Studie durchgeführt
    • Ergebnisse von 1611 Patienten (804 Bosentan- und 807 Placebo-Patienten) mit schwerer chronischer Herzinsuffizienz (CHF) über einen mittleren Zeitraum von 1,5 Jahren in einer placebokontrollierten Studie (ENABLE 1 & 2):
      • es kam während der ersten 4 - 8 Wochen der Behandlung zu einer frühen erhöhten Hospitalisierungsrate aufgrund von CHF
        • Ursache könnte eine erhöhte Flüssigkeitsretention sein
      • Flüssigkeitsretention manifestierte sich durch eine frühe Gewichtszunahme, eine erniedrigte Hämoglobinkonzentration und eine erhöhte Inzidenz von Beinödemen
      • bei Studienende war zwischen Bosentan- und Placebo-Patienten kein Unterschied in Bezug auf Hospitalisierungen aufgrund von Herzinsuffizienz und in Bezug auf die Mortalität zu beobachten
    • daher wird empfohlen, Patienten auf Anzeichen einer Flüssigkeitsretention (z. B. Gewichtszunahme) zu überwachen, insbesondere bei gleichzeitiger schwerer systolische Dysfunktion
      • in einem solchen Fall: Aufnahme einer Diuretika-Behandlung oder die Erhöhung der jeweils aktuellen Diuretikadosis
      • bei Patienten mit Anzeichen einer Flüssigkeitsretention Diuretikabehandlung vor Behandlungsbeginn mit Bosentan
  • Anwendung bei PAH mit HIV-Infektion
    • Erfahrungen aus klinischen Studien zur Behandlung von Patienten mit PAH in Assoziation mit HIV-Infektion, die mit antiretroviralen Arzneimitteln behandelt wurden, sind begrenzt
    • Wechselwirkungsstudie mit Bosentan und Lopinavir / Ritonavir zeigte bei gesunden Probanden erhöhte Plasmakonzentrationen von Bosentan, wobei die höchsten Spiegel in den ersten 4 Behandlungstagen auftraten
    • Patienten unter Therapie mit Ritonavir-verstärkten Proteaseinhibitoren
      • Verträglichkeit von Bosentan engmaschig kontrollieren, insbesondere bei Beginn der Einleitungsphase, hinsichtlich des Risikos für das Auftreten eines Blutdruckabfalles und der Leberfunktionswerte
    • erhöhtes Risiko für eine Leberschädigung und hämatologische Nebenwirkungen kann bei Dauertherapie mit Bosentan in Kombination mit antiretroviralen Arzneimitteln nicht ausgeschlossen werden
    • aufgrund der induzierenden Wirkung von Bosentan auf CYP450-Isoenzyme besteht die Möglichkeit von Interaktionen, die die Wirksamkeit der antiretroviralen Therapie beeinträchtigen könnten
    • diese Patienten auch bezüglich ihrer HIV-Infektion engmaschig kontrollieren
  • Anwendung bei pulmonaler Hypertonie in Assoziation mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD)
    • Sicherheit und Verträglichkeit von Bosentan wurden im Rahmen einer nicht-kontrollierten, explorativen Studie mit 11 Patienten mit pulmonaler Hypertonie in Assoziation mit schwerer COPD (Stadium III der GOLD-Klassifikation) über einen Zeitraum von 12 Wochen untersucht:
      • Zunahme des Atemminutenvolumens und Abnahme der Sauerstoffsättigung wurde beobachtet
      • häufigstes unerwünschtes Ereignis: Dyspnoe, die sich nach Absetzen von Bosentan wieder zurückbildete
  • gleichzeitige Anwendung anderer Arzneimittel
    • gleichzeitige Anwendung von Bosentan und Cyclosporin: kontraindiziert
    • gleichzeitige Anwendung von Bosentan mit Glibenclamid, Fluconazol oder Rifampicin: nicht empfohlen
    • gleichzeitige Anwendung eines CYP3A4-Inhibitors und eines CYP2C9-Inhibitors mit Bosentan: vermeiden