BronchiCodein Tropfen

MCM KLOSTERFRAU Vertr. GmbH Wirkstoff: Codein →

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N2 30 ML 15,86 €

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Fachinformationen

Indikation

  • symptomatische Therapie von Reizhusten (unproduktiver Husten)

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Lösung zum Einnehmen (= 30 Tropfen) enthält: 32,5 mg Codeinphosphathemihydrat, entsprechend 24 mg Codein (wasserfreie Base)

  • symptomatische Therapie von Reizhusten (unproduktiver Husten)
    • Dosierung individuell je nach Ausprägung von Hustenfrequenz und -stärke dem Krankheitsbild innerhalb der vorgegebenen Dosierungsgrenzen entsprechend anpassen
    • Erwachsene und Jugendliche >/= 12 Jahre
      • 20 - 50 Tropfen (entsprechend 16 - 40 mg Codein) 2 - 3mal / Tag (alle 6 - 8 Stunden)
      • max. Tagesdosis: 230 Tropfen (entsprechend 184 mg Codein)
      • Jugendliche 12 -18 Jahre
        • Anwendung von Codein bei eingeschränkter Atemfunktion nicht empfohlen
    • Kinder < 12 Jahre
      • kontraindiziert (erhöhtes Risikos des Auftretens von schwerwiegenden und lebensbedrohlichen Nebenwirkungen)
    • Patienten mit Niereninsuffizienz/Dialysepatienten
      • Dosierungsintervall verlängern (Elimination von Codein verlangsamt)
    • Behandlungsdauer
      • abhängig vom Krankheitsverlauf
      • bei Anhalten des Hustens > 2 Wochen: weitere diagnostische Abklärung

Kontraindikationen

Codein - intraoral
  • Überempfindlichkeit gegen Codein
  • Ateminsuffizienz
  • Atemdepression
  • Leberversagen
  • Pneumonie
  • akuter Asthmaanfall
  • Koma
  • nahende Geburt
  • drohende Frühgeburt
  • tiefe Bewusstlosigkeit
  • Patienten, für die bekannt ist, dass sie vom CYP2D6-Phänotyp ultraschnelle Metabolisierer sind
  • Verdacht auf Missbrauch von Opioiden
  • Patienten mit erhöhtem Hirndruck oder Kopfverletzungen
  • Patienten mit einem erhöhten Risiko eines Darmverschlusses
  • Kinder < 12 Jahren aufgrund eines erhöhten Risikos des Auftretens von schwerwiegenden und lebensbedrohlichen Nebenwirkungen
  • Kinder und Jugendliche (0 - 18 Jahre) unmittelbar nach Tonsillektomie und/oder Adenektomie zur Behandlung von obstruktiver Schlafapnoe
    • da ein erhöhtes Risiko schwerwiegender und lebensbedrohlicher Nebenwirkungen besteht
  • Patienten mit Bronchialasthma oder anderen Atemwegserkrankungen, die mit einer ausgeprägten Überempfindlichkeit der Atemwege einhergehen
    • Inhalation des Arzneimittels kann zu Atemnot führen oder einen Asthmaanfall auslösen
  • Stillzeit

Therapiehinweise

Einnahme zur Nacht.

Nebenwirkungen

Codein - intraoral
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Halluzinationen
      • Stimmungsschwankungen
      • Dysphorie
      • Euphorie
      • Unruhe
      • Verwirrtheit
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • leichte Kopfschmerzen
      • leichte Schläfrigkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schlafstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schwindelgefühl
      • Krampfanfälle
      • Abhängigkeit
      • Toleranzerscheinung
      • Unwohlsein
      • nach Absetzen können Symptome der Unruhe und Reizbarkeit auftreten
        • können durch längerfristige Einnahme von Schmerzmitteln verstärkt werden
  • Augenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • dosisabhängig Verschlechterung der visuomotorischen Koordination und Sehleistung (bei höheren Dosen oder bei besonders empfindlichen Patienten)
      • Pupillenverengung
      • Sehstörungen
  • Erkrankungen des Ohres und des Labyrinths
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Ohrgeräusche
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Herzklopfen
      • Bradykardie
      • Tachykardie
  • Gefäßerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • (orthostatische) Hypotonie
      • Synkopen und Blutdruckabfall (bei hohen therapeutischen Dosen und bei Intoxikationen)
      • Hypothermie
      • Gesichtsrötung
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kurzatmigkeit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Atemdepression
      • Lungenödem (bei Patienten mit vorher bestehenden Lungenfunktionsstörungen)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakt
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit, unter Umständen bis zum Erbrechen (insbesondere zu Therapiebeginn)
      • Obstipation
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Mundtrockenheit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Abdominalschmerz
      • Pankreatitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Gallenkolik
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Pruritus
      • urtikarielles Exanthem
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • schwere allergische Reaktionen einschließlich Steven-Johnson-Syndrom
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Ausschlag
      • Schwitzen
  • Erkrankungen der Nieren und der Harnwege
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schwierigkeiten beim Wasserlassen
      • Harnleiterkolik
      • Harnverhalt
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erhöhung des Muskeltonus der glatten Muskulatur (insbesondere bei Einzeldosen > 60 mg)
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Gewichtszunahme

Anwendungshinweise

  • Tropfen auf Zucker (gilt nicht für Diabetiker) oder in heißem Tee einnehmen
  • Einnahme bevorzugt zur Nacht (Erhalt der Wirksamkeit durch intermittierende Anwendung)

Stillzeithinweise

Codein - intraoral
  • kontraindiziert während der Stillzeit
  • bei normalen therapeutischen Dosen können Codein und sein aktiver Metabolit in der Muttermilch in sehr geringen Konzentrationen vorhanden sein
    • unwahrscheinlich, dass der gestillte Säugling nachteilig beeinflusst wird
  • dennoch können bei Frauen, die ultraschnelle Metabolisierer (ultra-rapid metabolizer) vom CYP2D6 Phänotyp sind, höhere Konzentrationen des aktiven Metaboliten Morphin in der Muttermilch vorkommen und in sehr seltenen Fällen kann dies zu Symptomen einer Opioidvergiftung beim Säugling bis hin zum Tod führen

Schwangerschaftshinweise

Codein - intraoral
  • Codein darf während der Schwangerschaft, insbesondere im 1. Trimenon, nur nach strenger Indikationsstellung und sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden
    • beim Menschen Assoziation zwischen Missbildungen des Respirationstraktes und der Anwendung von Codein in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft festgestellt
    • Hinweise auf andere Missbildungen auch aus epidemiologischen Studien mit Narkoanalgetika, einschließlich Codein
    • Codein sollte mit Vorsicht in den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft angewendet werden, da möglicherweise ein Zusammenhang zwischen der Anwendung von Codein und akuten Kaiserschnitten oder Blutungen nach der Geburt besteht
  • kontraindiziert bei nahender Geburt oder drohender Frühgeburt
    • da Codein die Plazentaschranke passiert und beim Neugeborenen zu Atemdepression führen kann
  • bei längerfristiger Einnahme von Codein kann sich eine Opioidabhängigkeit des Feten entwickeln
    • Berichte über Entzugssymptome beim Neugeborenen nach wiederholter Anwendung von Codein im letzten Trimenon der Schwangerschaft
  • wenn Symptome einer Opioid-Toxizität bei Mutter oder Neugeborenem auftreten
    • muss die Anwendung aller codeinhaltigen Arzneimittel beendet werden
    • alternativ sollten Nicht-Opioidanalgetika verordnet werden
    • bei schweren Fällen einer Opioid-Toxizität sollte die Verabreichung von Naloxon in Betracht gezogen werden, um die Auswirkungen umzukehren
  • Fertilität
    • keine Untersuchungen zur Fertilität vorliegend

Warnhinweise

Codein - intraoral
  • Abhängigkeit
    • Codein besitzt ein primäres Abhängigkeitspotential
    • bei längerem und hoch dosiertem Gebrauch entwickeln sich Toleranz sowie physische und psychische Abhängigkeit
    • Kreuztoleranz zu anderen Opioiden besteht
    • bei vorher bestehender Opiatabhängigkeit (auch solche in Remission) ist mit schnellen Rückfällen zu rechnen
    • Codein wird von Heroinabhängigen als Ersatzstoff betrachtet
    • auch Abhängige von Alkohol und Sedativa neigen zu Missbrauch und Abhängigkeit von Codein
  • Codein darf nur nach ärztlicher Verschreibung und unter ständiger ärztlicher Kontrolle eingenommen werden
    • Weitergabe der für den persönlichen Gebrauch verschriebenen Arzneimittel an Dritte ist nicht zu verantworten
  • Codein sollte nur unter strenger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses angewendet werden bei:
    • Abhängigkeit von Opioiden
    • Morphin-ähnlicher Abhängigkeit bei längerfristiger Anwendung von hohen Dosen
    • Bewusstseinsstörungen
    • Störungen des Atemzentrums (z.B. bei Zuständen mit erhöhtem Hirndruck) und der Atemfunktion
    • gleichzeitiger Anwendung von MAO-Hemmern
    • Asthma, Asthma in der Vergangenheit
    • chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen
    • produktivem Husten mit erheblicher Schleimproduktion, da es zu einem gefährlichen Sekretstau kommen kann
    • Gallenblasenspasmen
    • Krampferkrankungen
    • eingeschränkter Nierenfunktion, Nierenversagen
    • älteren Patienten
    • Schwangerschaft
  • Risiken einer gleichzeitigen Anwendung von sedierenden Arzneimitteln, wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln
    • gleichzeitige Anwendung von Codein und sedierenden Arzneimitteln, wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln, kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen
      • aufgrund dieser Risiken ist die gleichzeitige Anwendung mit diesen sedierenden Arzneimitteln nur bei den Patienten angebracht, für die es keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt
    • wenn dennoch eine gleichzeitige Anwendung von Codein zusammen mit Sedativa für notwendig erachtet wird, sollte die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden und die Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein
    • Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome von Atemdepression und Sedierung überwacht werden
      • in diesem Zusammenhang wird dringend empfohlen, Patienten und Bezugspersonen über die möglichen Symptome zu informieren
  • Hypotension und gleichzeitig bestehende Hypovolämie
    • Codein sollte nicht in höheren Dosen eingesetzt werden
  • chronischer Husten
    • kann ein Frühsymptom eines Asthma bronchiale sein, daher ist Codein zur Dämpfung dieses Hustens - v.a. bei Kindern- nicht indiziert
  • Patienten nach einer Cholezystektomie
    • Behandlung dieser Patienten sollte mit Vorsicht erfolgen
    • infolge der Kontraktion des Sphincter Oddi können herzinfarktähnliche Symptome sowie eine Symptomverstärkung bei bestehender Pankreatitis auftreten
  • CYP2D6-Metabolismus
    • Codein wird durch das Leberenzym CYP2D6 zu Morphin, seinem aktiven Metaboliten, umgewandelt
    • Mangel an diesem Enzym
      • wenn bei einem Patienten ein Mangel an diesem Enzym besteht oder er dieses gar nicht besitzt, wird eine adäquate therapeutische Wirkung nicht erreicht werden
      • geschätzt, dass bis zu 7 % der kaukasischen Bevölkerung diesen Mangel aufweisen
    • extensiver oder ultraschneller Metabolisierer
      • wenn der Patient jedoch ein extensiver oder ultraschneller Metabolisierer ist, besteht ein erhöhtes Risiko, dass er selbst bei üblicherweise verschriebenen Dosen die Nebenwirkungen einer Opioidvergiftung entwickelt
        • diese Patienten wandeln Codein sehr rasch zu Morphin um, was höhere als die zu erwartenden Morphin-Plasmaspiegel zur Folge hat
      • daher sollte zu Beginn der Behandlung die individuelle Reaktion des Patienten auf das Medikamentkontrolliert werden, um eventuelle relative Überdosierungen schnell erkennen zu können
        • gilt insbesondere für ältere Patienten, bei eingeschränkter Nierenfunktion und bei Atemfunktionsstörungen (Gefahr des Lungenödems)
      • allgemeine Symptome einer Opioidvergiftung umfassen Verwirrtheit, Somnolenz, flache Atmung, enge Pupillen, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Appetitlosigkeit
        • in schweren Fällen können auch die Symptome einer Kreislauf- und Atemdepression auftreten, was lebensbedrohlich und in sehr seltenen Fällen tödlich sein kann
      • Schätzungen für die Prävalenz von ultraschnellen Metabolisierern in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen sind im Folgenden zusammengefasst:
        • Afrikaner/Äthiopier: 29 %
        • Afroamerikaner: 3,4 - 6,5 %
        • Asiaten: 1,2 - 2 %
        • Kaukasier: 3,6 - 6,5 %
        • Griechen: 6,0 %
        • Ungarn: 1,9 %
        • Nordeuropäer: 1 - 2 %
  • Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren mit eingeschränkter Atemfunktion
    • Codein nicht empfohlen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren deren Atemfunktion möglicherweise beeinträchtigt ist, einschließlich z.B. durch neuromuskuläre Störungen, schwere Herz- oder Atemwegserkrankungen, Infektionen der oberen Atemwege oder Lungeninfektionen, Polytraumen oder umfangreiche operative Eingriffe
      • diese Faktoren können die Symptome einer Morphinvergiftung verschlimmern