BRONCHORETARD 200 MITE

Glenwood GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Theophyllin →

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N3 100 ST 19,97 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Therapie und Prophylaxe von Atemnotzuständen bei Kindern und Erwachsenen aufgrund
    • Bronchokonstriktion bei Patienten mit persistierendem Asthma bronchiale
    • mittel- bis schwergradiger obstruktiver Atemwegserkrankung, z. B. chronische Bronchitis und Lungenemphysem
  • Hinweise:
    • Dauertherapie sollte in Kombination mit anderen, die Bronchien erweiternden und entzündungshemmenden Arzneimitteln, wie z. B. langwirksamen ß-Sympathomimetika und Glukocortikoiden, durchgeführt werden
    • Arzneimittel mit verzögerter Theophyllin-Freisetzung nicht indiziert zur Akutbehandlung des Status asthmaticus oder der akuten Bronchospastik
    • nicht Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von Asthma bei Kindern

Dosierung

  • Therapie und Prophylaxe von Atemnotzuständen
    • Dosierung individuell nach Wirkung, möglichst nach Bestimmung der Theophyllin-Serumkonzentration
      • wirksame Theophyllin-Serumkonzentration: 5 - 12 µg / ml; max. 20 µg / ml
      • insbesondere auch bei mangelhafter Wirksamkeit oder dem Auftreten unerwünschter Wirkungen: Kontrollen des Theophyllin-Serumspiegels
    • zur Initialdosisermittlung eine evtl. Vormedikation mit Theophyllin oder Theophyllinverbindungen hinsichtlich einer Dosisverminderung berücksichtigen
    • zur Dosisermittlung Normalkörpergewicht (z. B. bei adipösen Patienten) einsetzen, da keine Aufnahme von Theophyllin ins Fettgewebe
    • Behandlungsbeginn möglichst am Abend vor dem Schlafengehen; Steigerung über 2 - 3 Tage
    • empfohlene Erhaltungsdosen für Erwachsene: ca. 11 - 13 mg / kg KG / Tag
    • Kinder > 6 Jahre (> 20 kg KG), sowie Jugendliche und Erwachsene
      • Kinder 6 - 8 Jahre (20 - 25 kg KG)
        • 24 mg Theophyllin / kg KG / Tag
        • entspricht: 480 - 600 mg Theophyllin / Tag
      • Kinder 8 - 12 (25 - 40 kg KG)
        • 20 mg Theophyllin / kg KG / Tag
        • entspricht: 500 - 800 mg Theophyllin / Tag
      • Jugendliche 12 - 16 Jahre (40 - 60 kg KG)
        • 18 mg Theophyllin / kg KG / Tag
        • entspricht: 720 - 1080 mg Theophyllin / Tag
      • Erwachsene Nichtraucher (60 - 70 kg KG)
        • 11 - 13 mg Theophyllin / kg KG / Tag
        • entspricht: 660 - 910 mg Theophyllin / Tag
      • Tag 1 - 3:
        • 1 Kapsel 2mal / Tag, morgens und abends (Intervall: 12 Stunden)
      • Tag 3:
        • Verträglichkeit und Wirksamkeit beurteilbar, bei ausreichender Wirksamkeit und guter Verträglichkeit
          • weiterhin Erhaltungsdosis: 1 Kapsel (200 mg Theophyllin retardiert) alle 12 Stunden
      • bei Auftreten von Überdosierungserscheinungen: Dosisreduktion
      • bei unzureichender Wirksamkeit und guter Verträglichkeit: ggf. Dosiserhöhung
    • Anwendungsdauer:
      • abhängig von Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung
      • vom behandelnden Arzt bestimmt

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche
    • Kinder < 6 Monate
      • keine Anwendung
      • verlangsamte Theophyllinausscheidung
    • Kinder >/= 6 Monate
      • höhere körpergewichtsbezogene Theophyllin-Dosis als bei nichtrauchenden Erwachsenen aufgrund höherer Eliminationsrate
    • Kinder < 6 Jahre:
      • keine Anwendung
      • es stehen andere Arzneimittel in besser geeigneten Darreichungsformen zur Verfügung
  • Raucher
    • vergleichsweise höhere Theophyllindosis / kg KG erforderlich als bei nichtrauchenden Erwachsenen (höherer Eliminationsrate)
    • Raucher, die das Rauchen einstellen:
      • vorsichtige Dosierung aufgrund des Anstiegs des Theophyllin-Spiegels
  • Patienten mit Herzinsuffizienz, schwerem Sauerstoffmangel, Lungenentzündung, Virusinfektion (insbesondere Influenza) sowie bei der Behandlung mit bestimmten anderen Medikamenten
    • sehr häufig verlangsamte Theophyllin-Ausscheidung
    • evtl. Dosisreduktion erforderlich
  • nach Influenza- und BGC-Impfung
    • Berichte über reduzierte Theophyllin-Ausscheidung
    • evtl. Theophyllin-Dosisminderung erforderlich
  • Leberfunktionsstörungen
    • Theophyllin-Ausscheidung häufig verlangsamt
    • Dosisreduktion
    • Dosissteigerung mit besonderer Vorsicht
  • höhergradige Nierenfunktionsstörungen
    • mögliche Kumulation von Theophyllin-Stoffwechselprodukten
    • Dosisreduktion
    • Dosissteigerung mit besonderer Vorsicht
  • ältere Patienten (>/= 60 Jahre)
    • verlangsamte Theophyllinausscheidung
    • erhöhtes Intoxikationsrisiko (durch therapeutisches Drug-Monitoring (TDM) kontrollieren)
  • polymorbide, schwerkranke und/oder intensiv-medizinisch therapierte Patienten
    • erhöhtes Intoxikationsrisiko (durch therapeutisches Drug-Monitoring (TDM) kontrollieren)
  • Umstellung von nicht retardiertem auf retardiertes Theophyllin-Präparat
    • angegebene Tagesdosis kann evtl. reduziert werden
  • Umstellung von retardiertem Theophyllinpräparat auf ein anderes
    • Theophyllinserumspiegel kontrollieren, da sich die Präparate in ihrer Bioverfügbarkeit unterscheiden können
    • dies ist ebenfalls bei der Verabreichung von hohen Dosen empfehlenswert
  • Überdosierungserscheinungen
    • je nach Schweregrad die nächste Dosis auslassen oder um 50% vermindern
    • notwendige Dosiskorrektur möglichst anhand des Theophyllin-Spiegels im Serum (TDM) ermitteln
  • Patienten mit vorwiegend nächtlichen Atembeschwerden
    • Einzelgabe vor dem Schlafengehen mit einer geeigneten Dosisstärke kann sinnvoll sein

Kontraindikationen

Theophyllin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Theophyllin
  • frischer Herzinfarkt
  • akute tachykarde Arrhythmien
  • Kinder < 6 Monate

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Theophyllin - peroral
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber Theophyllin (u.a. Hautausschlag, Juckreiz, Urticaria, Bronchospasmen)
        • einschließlich anaphylaktischer Reaktionen
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Veränderungen der Serumelektrolyte, insbesondere Hypokaliämie
      • Anstieg von Serum-Calcium- und -kreatinin
      • Hyperglykämie
      • Hyperurikämie
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Kopfschmerzen
      • Tremor
      • Krampfanfälle
      • Schwindel
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erregungszustände
      • Unruhe
      • Schlaflosigkeit
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Tachykardie
      • Arrhythmie
      • Palpitationen
  • Gefäßerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Blutdruckabfall
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Magen-Darm-Beschwerden
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Durchfall
      • Stimulation der Magensäuresekretion
      • infolge der Tonusverminderung im unteren Ösophagussphinkter kann ein bestehender gastroösophagealer Reflux in der Nacht verstärkt werden
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • verstärkte Diurese
  • Hinweis
    • ausgeprägtere Nebenwirkungen können bei individueller Überempfindlichkeit oder einer Überdosierung (Theophyllin-Blutspiegel > 20 µg/ml) auftreten

Anwendungshinweise

  • Einnahme unzerkaut nach den Mahlzeiten mit reichlich Flüssigkeit
  • Tagesdosis auf eine morgendliche und eine abendliche Dosis verteilen
  • Behandlung möglichst am Abend kurz vor dem Schlafengehen beginnen und langsam über 2 bis 3 Tage steigern
  • Inhalt der Kapsel kann auch mit einem Speisebrei vermischt verabreicht werden:
    • Arzneikügelchen unzerkaut verschlucken
    • Mischung unmittelbar nach Zubereitung der entsprechenden Dosis einnehmen
  • Hinweis:
    • nach der Einnahme können die leeren Arzneistoffträger (Kügelchen) aus den Kapseln mit dem Stuhl ausgeschieden werden
    • sie können dann gelegentlich als weiße Körnchen wahrgenommen werden

Stillzeithinweise

Theophyllin - peroral
  • Theophyllin geht in die Muttermilch über, es können therapeutische Serumkonzentrationen beim Kind erreicht werden
    • aus diesem Grund ist die therapeutische Theophyllin-Dosis bei einer stillenden Patientin so niedrig wie möglich zu halten
    • das Stillen sollte möglichst unmittelbar vor der Gabe des Arzneimittels erfolgen
  • das gestillte Kind muss sorgfältig auf ein mögliches Auftreten von Theophyllin-Wirkungen hin überwacht werden
  • sollten höhere therapeutische Dosen notwendig sein, muss abgestillt werden

Schwangerschaftshinweise

Theophyllin - peroral
  • 1. Trimenon
    • Anwendung von Theophyllin sollte vermieden werden
      • bislang keine ausreichenden Erfahrungen vorliegend
  • 2. und 3. Trimenon
    • Anwendung nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung
      • Theophyllin passiert die Plazenta passiert und kann im Feten sympathomimetisch wirken
  • Dosisanpassung
    • mit zunehmender Dauer der Schwangerschaft können die Plasmaproteinbindung sowie die Clearance von Theophyllin abnehmen
      • eine Dosisreduzierung zur Vermeidung unerwünschter Wirkungen kann notwendig werden
  • wird eine Patientin am Ende der Schwangerschaft mit Theophyllin behandelt
    • kann es zu Wehenhemmung kommen
  • pränatal exponierte Neugeborene müssen sorgfältig auf Theophyllin-Wirkungen überwacht werden

Warnhinweise

Theophyllin - peroral
  • Theophyllin sollte nur bei strengster Indikation und mit Vorsicht angewendet werden bei:
    • instabiler Angina pectoris
    • Neigung zu tachykarden Arrhythmien
    • schwerem Bluthochdruck
    • hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie
    • Hyperthyreose
    • epileptischem Anfallsleiden
    • Magen- und / oder Zwölffingerdarmgeschwür
    • Porphyrie
    • schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
  • therapeutisches Drug-Monitoring (TDM)
    • Anwendung von Theophyllin bei alten, polymorbiden, schwerkranken und/oder intensivmedizinisch therapierten Patienten ist mit einem erhöhten Intoxikationsrisiko verbunden und soll daher durch therapeutisches Drug-Monitoring (TDM) kontrolliert werden
  • Patienten, die eine Elektrokrampftherapie erhalten
    • besondere Vorsicht, da Theophyllin die Anfälle verlängern kann
    • Auftreten eines Status epilepticus ist möglich
  • sollte die empfohlene Dosierung keine ausreichende Wirkung zeigen und falls Nebenwirkungen auftreten
    • sollte die Serumkonzentration von Theophyllin überwacht werden (TDM)
  • akute fiebrige Erkrankungen
    • Fieber vermindert die Clearance von Theophyllin
    • um Intoxikationen zu vermeiden, kann eine Reduzierung der Dosis notwendig sein
  • Kinder und Jugendliche
    • in Abhängigkeit vom Wirkstoffgehalt Altersbeschränkungen bei Kindern beachten
      • produktspezifische Einschränkungen (siehe jeweilige Herstellerinformation)