Cablivi 10 mg Pulver u. Lm. z. Herst. e. ILO
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| – | 7 ST | 30708,37 € |
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Indikation
Erwachsene und Jugendliche >/= 12 Jahre und mind. 40 kg KG
- Behandlung von Episoden einer erworbenen thrombotisch-thrombozytopenischen Purpura (acquired thrombotic thrombocytopenic purpura, aTTP)
- in Verbindung mit Plasmapherese und Immunsuppression
Dosierung
Basiseinheit: 1 Durchstechflasche mit Pulver enthält 10 mg Caplacizumab (humanisierter, bivalenter Nanobody, der mittels rekombinanter DNA-Technologie in Escherichia coli hergestellt wird) zur Herstellung einer Injektionslösung; jede Fertigspritze mit Lösungsmittel enthält 1 ml Wasser für Injektionszwecke
- Episoden einer erworbenen thrombotisch-thrombozytopenischen Purpura (acquired thrombotic thrombocytopenic purpura, aTTP)
- Erwachsene und Jugendliche >/= 12 Jahre und >/= 40 kg KG
- Behandlung sollte durch Ärzte, die im Management von Patienten mit thrombotischen Mikroangiopathien erfahren sind, begonnen und überwacht werden
- Initialdosis
- 10 mg Caplacizumab i. v. vor der Plasmapherese
- Folgedosen
- für die Dauer der täglichen Plasmapheresebehandlung
- 10 mg Caplacizumab s. c. / Tag nach Abschluss einer jeden Plasmapherese
- nach Beendigung der täglichen Plasmapheresebehandlung
- 10 mg Caplacizumab s. c. / Tag über 30 Tage
- am Ende dieses 30-tägigen Zeitraums
- bei Anzeichen einer noch vorhandenen immunologischen Erkrankung
- Immunsuppressionsregime optimieren
- 10 mg Caplacizumab s. c. / Tag fortsetzen, bis Anzeichen der immunologischen Grunderkrankung abgeklungen sind (z. B. dauerhafte Normalisierung des ADAMTS13-Aktivitätsniveaus)
- bei Anzeichen einer noch vorhandenen immunologischen Erkrankung
- für die Dauer der täglichen Plasmapheresebehandlung
- Behandlungsdauer
- im klinischen Entwicklungsprogramm wurde Caplacizumab täglich an bis zu 71 aufeinanderfolgenden Tage verabreicht
- Wiederaufnahme der Therapie
- es liegen Daten zu einer Wiederaufnahme der Caplacizumab-Therapie vor (s. Fachinformation)
- versäumte Dosis
- falls die Anwendung der ersten i.v. Dosis von Caplacizumab versäumt wurde und die Plasmapherese bereits erfolgt ist
- erste Dosis von Caplacizumab dennoch i.v. nach Abschluss der Plasmapherese anwenden
- und nächste Dosis am nächsten Tag gemäß dem üblichen Dosierungsschema s.c. anwenden
- wenn eine Dosis versäumt wurde
- </= 12 Std.: Dosis nachholen
- > / = 12 Std.: vergessene Dosis nicht verabreichen; nächste Dosis gemäß dem üblichen Dosierungsschema anwenden
- falls die Anwendung der ersten i.v. Dosis von Caplacizumab versäumt wurde und die Plasmapherese bereits erfolgt ist
- Erwachsene und Jugendliche >/= 12 Jahre und >/= 40 kg KG
Dosisanpassung
- Nierenfunktionsstörungen
- keine Dosisanpassung erforderlich
- Leberfunktionsstörungen
- keine Dosisanpassung erforderlich
- schwere oder chronische Leberfunktionsstörungen
- keine formale Studie durchgeführt
- keine Daten zur Anwendung vorhanden
- Anwendung erfordert Nutzen-Risiko-Abwägung und engmaschige klinische Überwachung
- ältere Patienten
- begrenzte Erfahrung
- kein Hinweis auf erforderliche Dosisanpassung oder besondere Vorsichtsmaßnahmen
- Kinder und Jugendliche
- Sicherheit und Wirksamkeit in klin. Studien nicht untersucht
- Jugendliche >/= 12 Jahre und >/= 40 kg KG
- Dosierung entspricht der für Erwachsene
- Kinder und Jugendliche < 40 kg KG
- Empfehlungen zur Dosierung können nicht gegeben werden
Kontraindikationen
Caplacizumab - invasiv
- Überempfindlichkeit gegen Caplacizumab
Nebenwirkungen
Caplacizumab - invasiv
- Erkrankungen des Nervensystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Kopfschmerzen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Hirninfarkt
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Augenerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Augenblutung*
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Gefäßerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Hämatom*
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Epistaxis*
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Dyspnoe
- Hämoptoe*
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Zahnfleischbluten*
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Hämatoemesis*
- Hämatochezie*
- Meläna*
- Blutung im oberen gastrointestinalen Bereich*
- Hämorrhoidalblutung*
- Rektalblutung*
- Bauchdeckenhämatom*
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Urtikaria
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Myalgie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Hämaturie*
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Menorrhagie*
- vaginale Blutung*
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Fieber
- Ermüdung
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Blutung an der Injektionsstelle*
- Jucken an der Injektionsstelle
- Erythem an der Injektionsstelle
- Reaktion an der Injektionsstelle
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Subarachnoidalblutung*
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
Legende: * = Ereignis trat unabhängig von der Behandlungsdauer auf und war bis auf einige schwerwiegende Fälle, die medizinisch behandelt werden mussten, meist selbstbegrenzt und klang wieder ab
Anwendungshinweise
- zur Injektion nach Rekonstitution
- Initialdosis: als intravenöse (i. v.) Injektion
- Folgedosen: mittels subkutane (s. c.) Injektion in das Abdomen
- Injektionen um den Nabel herum vermeiden
- aufeinanderfolgende Gaben nicht in denselben abdominalen Quadranten verabreichen
- nach entsprechender Unterweisung in die subkutane Injektionstechnik darf das Arzneimittel von den Patienten oder einer Pflegekraft injiziert werden
- Hinweise zur Rekonstitution vor der Anwendung, s. Fachinformation
Stillzeithinweise
Caplacizumab - invasiv
- Entscheidung muss darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung verzichtet werden soll/die Behandlung zu unterbrechen ist
- dabei sowohl Nutzen des Stillens für das Kind als auch Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigen
- keine Daten zur Anwendung von Caplacizumab bei Stillenden vorliegend
- nicht bekannt, ob Caplacizumab in die Muttermilch übergeht
- Risiko für Kind kann nicht ausgeschlossen werden
Schwangerschaftshinweise
Caplacizumab - invasiv
- aus Vorsichtsgründen Anwendung von Caplacizumab während der Schwangerschaft vermeiden
- keine Daten zur Anwendung von Caplacizumab bei Schwangeren vorliegend
- Studien an Meerschweinchen
- keine Wirkung von Caplacizumab auf die Muttertiere oder Feten
- Fertilität
- Auswirkungen von Caplacizumab auf Fertilität beim Menschen nicht bekannt
- toxikologische tierexperimentelle Studien
- keine Auswirkung von Caplacizumab auf männliche und weibliche Fertilitätsparameter beobachtet
Warnhinweise
Caplacizumab - invasiv
- Behandlung mit Caplacizumab sollte durch Ärzte, die im Management von Patienten mit thrombotischen Mikroangiopathien erfahren sind, begonnen und überwacht werden
- Rückverfolgbarkeit
- um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden
- Blutungen
- das Arzneimittel erhöht das Risiko für Blutungen
- Fälle von schweren Blutungen, darunter lebensbedrohliche Blutungen und solche mit tödlichem Ausgang, wurden bei Patienten berichtet, die Caplacizumab erhalten haben
- dies war insbesondere bei Patienten der Fall, die gleichzeitig Thrombozytenaggregationshemmer oder Antikoagulanzien anwendeten
- Caplacizumab soll mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit Grunderkrankungen, die mit einem erhöhten Blutungsrisiko einhergehen können
- klinisch relevante Blutung
- im Falle einer klinisch relevanten Blutung sollte die Behandlung unterbrochen werden
- gegebenenfalls kann die Anwendung eines von-Willebrand-Faktor-Konzentrats zur Korrektur der Hämostase erwogen werden
- Caplacizumab sollte nur auf Anraten eines Arztes mit Erfahrung im Management von thrombotischen Mikroangiopathien erneut angewendet werden
- bei einer erneuten Anwendung hat eine engmaschige Überwachung auf Anzeichen von Blutungen zu erfolgen
- bei gleichzeitiger Anwendung von oralen Antikoagulanzien,Thrombozytenaggregationshemmern, Thrombolytika oder Heparin
- Bei der gleichzeitigen Anwendung von Caplacizumab und Arzneimitteln, welche die Hämostase und Koagulation beeinflussen, ist das Risiko für Blutungen erhöht
- eine Einleitung oder Fortsetzung einer Behandlung mit oralen Antikoagulanzien (z. B. Vitamin-K-Antagonisten oder direkte oraleAntikoagulanzien [DOAK] wie Thrombin-Inhibitoren oder Faktor-Xa-Inhibitoren), Thrombozyten-aggregationshemmern, Thrombolytika wie Urokinase und gewebespezifischem Plasminogen-Aktivator (t-PA) (z. B. Alteplase) oder Heparin erfordert eine sorgfältige Abwägung und engmaschige klinische Überwachung
- bei Patienten mit Koagulopathien
- engmaschige klinische Überwachung der Anwendung von Caplacizumab bei Patienten mit zugrunde liegenden Koagulopathien (z.B. Hämophilie, sonstige Gerinnungsfaktormängel) aufgrund eines potenziell erhöhten Blutungsrisikos
- bei Patienten, die sich einem operativen Eingriff unterziehen
- wenn bei einem Patienten ein elektiver operativer Eingriff oder ein invasiver zahnmedizinischer Eingriff oder andere invasive Eingriffe anstehen
- Patienten muss darauff hingewiesen werden, den Arzt oder Zahnarzt über Caplacizumab-Anwendung zu informieren und es empfohlen wird die Behandlung mit Caplacizumab mindestens 7 Tage vor dem geplanten Eingriff abzubrechen
- Patient muss zudem den Arzt, der die Behandlung mit Caplacizumab überwacht, über den geplanten Eingriff informieren
- sobald das Risiko einer operativen Blutung abgeklungen ist und die Behandlung mit Caplacizumab wieder aufgenommen wurde, soll der Patient engmaschig auf Anzeichen von Blutungen überwacht werden
- wenn eine Notoperation erforderlich ist
- Anwendung eines von-Willebrand-Faktor-Konzentrats zur Korrektur der Hämostase erwägen
- wenn bei einem Patienten ein elektiver operativer Eingriff oder ein invasiver zahnmedizinischer Eingriff oder andere invasive Eingriffe anstehen
- schwere Leberfunktionsstörung
- keine formale Studie bei Patienten mit schweren akuten oder chronischen Leberfunktionsstörungen durchgeführt
- keine Daten zur Anwendung von Caplacizumab bei diesen Populationen vorhanden
- daher Nutzen-Risiko-Abwägung und engmaschige klinische Überwachung bei Anwendung von Caplacizumab bei dieser Population