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Fachinformationen

Indikation

  • Entgegenwirken oder Verringerung der Toxizität und der Wirkung von Folsäure-Antagonisten wie Methotrexat bei der zytotoxischen Therapie oder bei Überdosierung bei Erwachsenen und Kindern ("Calciumfolinat-Rescue")
  • in Kombination mit 5-Fluorouracil in der zytotoxischen Therapie
    • bei fortgeschrittenem oder metastasiertem kolorektalem Karzinom
    • als adjuvante Chemotherapie des Kolonkarzinoms im Stadium III (T1-4 N1-2) nach vorausgegangener kurativer Resektion des Primärtumors

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche enthält 10 mg/ ml Folinsäure, als Calciumfolinat

  • Calciumfolinat-Rescue in der Methotrexat-Therapie :
    • Dosierungsschema stark abhängig von der Anwendungsart und -methode der mittel- oder hochdosierten Methotrexat-Anwendung
      • Vorgabe durch Methotrexat-Protokoll
    • Richtlinien bei Erwachsenen, Älteren und Kindern
      • parenterale Anwendung der Calciumfolinat-Rescue bei Patienten mit Malabsorptionssyndrom oder anderen gastrointestinalen Störungen wenn die enterale Absorption nicht sichergestellt ist
      • parenterale Anwendung bei Dosierungen > 20 - 50 mg Calciumfolinat
      • Calciumfolinat-Rescue wird notwendig, wenn Methotrexat in Dosen über 500 mg/ m2 Körperoberfläche gegeben wird und sollte bei Dosen von 100 mg bis 500 mg/ m2 Körperoberfläche in Erwägung gezogen werden
      • Dosierung und Dauer abhängig von der Art und Dosierung der Methotrexat-Therapie, Auftreten der Symptome der Toxizität und der individuellen Exkretionskapazität von Methotrexat
      • i. d. R. erste Dosis Calciumfolinat 15 mg (6 - 12 mg / m2 KOF) 12 - 24 Std. nach Beginn der Methotrexat-Infusion
        • gleiche Dosis alle 6 Std. während der folgenden 72 Std.
        • nach mehreren parenteralen Dosen Übergang zur oralen Form
      • Zusätzliche Maßnahmen
        • Aufrechterhaltung eines hohen Urinflusses und Alkalisierung des Urins
        • Überwachung der Nierenfunktion durch tägliche Messungen des Serumkreatinins
      • Messung des verbliebenen Methotrexat-Blutspiegels nach 48 Std.
        • > / = 0,5 µmol/ l:
          • zusätzlich 15 mg/ m2 KOF/ 6 Std. über 48 Std. oder bis der Methotrexat-Spiegel niedriger ist als 0,05 µmol/ l
        • > / = 1 µmol/ l:
          • zusätzlich 100 mg/ m2 KOF/ 6 Std. über 48 Std. oder bis der Methotrexat-Spiegel niedriger ist als 0,05 µmol/ l
        • > / = 2 µmol/ l:
          • zusätzlich 200 mg/ m2 KOF/ 6 Std. über 48 Std. oder bis der Methotrexat-Spiegel niedriger ist als 0,05 µmol/ l
  • Kombination mit 5-Fluorouracil in der zytotoxischen Therapie:
    • Fortgeschrittenes oder metastasiertes kolorektales Karzinom:
      • verschiedene Therapieprotokolle und Dosierungen werden verwendet, ohne dass eine Dosierung als die optimale Dosierung nachgewiesen wurde
      • folgende Schemata wurden bei Erwachsenen und Älteren zur Therapie des fortgeschrittenen oder metastasierten kolorektalen Karzinomsangewendet und werden als Beispiele genannt
        • keine Daten über die Anwendung dieser Kombinationen bei Kindern
        • Zweiwöchentliches Therapieprotokoll:
          • 200 mg/ m2 KOF Calciumfolinat i. v. über 2 Std.
          • dann Bolus von 400 mg/ m2 KOF 5-Fluorouracil und 22 Std. Infusion von 600 mg/ m2 KOF 5-Fluorouracil an 2 aufeinander folgenden Tagen, alle 2 Wochen an den Tagen 1 und 2
        • Wöchentliches Therapieprotokoll:
          • 20 mg/ m2 KOF Calciumfolinat i. v. als Bolus oder 200 - 500 mg/ m2 KOF Calciumfolinat i. v. über 2 Std.
          • mit i.v.-Bolus von 500 mg/ m2 KOF 5-Fluorouracil zur Mitte oder zum Ende der Calciumfolinat-Infusion
        • Monatliches Therapieprotokoll:
          • 20 mg/ m2 KOF Calciumfolinat i. v. als Bolus oder 200 - 500 mg/ m2 KOF Calciumfolinat i. v. über 2 Std.
          • dann i.v.-Bolus von 425 oder 370 mg/ m2 KOF 5-Fluorouracil an 5 aufeinander folgenden Tagen
        • Modifizierung der 5-Fluorouracil-Dosen:
          • ggf. Modifizierung der 5-Fluorouracil-Dosen und der Behandlungsintervalle in Abhängigkeit vom Zustand des Patienten, des klinischen Ansprechens und der dosislimitierenden Toxizität notwendig
            • s. Produktinformation zu 5-Fluorouracil
          • Reduzierung der Calciumfolinat-Dosierung nicht notwendig
          • Anzahl der Wiederholungszylken im Ermessen des Arztes
    • Adjuvante Chemotherapie des Kolonkarzinoms im Stadium III (T1-4 N1-2) nach vorausgegangener kurativer Resektion des Primärtumors:
      • nachfolgende Dosierungsschemata können derzeit empfohlen werden:
        • Wöchentliches Therapieprotokoll:
          • 200 mg/ m2 KOF Calciumfolinat i. v. über 2 Std.
          • dann i.v.-Bolus von 500 mg/ m2 KOF 5-Fluorouracil 1 Std. nach Beginn der Calciumfolinat-Infusion 1mal/ Woche über 6 Wochen
          • 6 Zyklen mit 2 Wochen Pause zwischen den Therapiekursen
          • Dauer: max. 1 Jahr (unabhängig von Dosisanpassungen oder Therapieunterbrechungen)
        • Therapieprotokoll mit "low-dose"-Folinsäure:
          • 20 mg/ m2 KOF Calciumfolinat i. v. als Bolus
          • dann i.v.-Bolus von 425 mg/ m2 KOF 5-Fluorouracil an den Tagen 1 - 5 eines Therapiezyklus' für insgesamt 6 Therapiezyklen
          • Wiederholung nach 4 und 8 Wochen, anschließend alle 5 Wochen
          • ggf. Dosisanpassungen in Abhängigkeit vom Auftreten toxischer Nebenwirkungen
          • Therapieunterbrechung bei Auftreten hämatologischer Toxizität:
            • Leukozyten < 3.500 oder Thrombozyten < 100.000:
              • Therapie unterbrechen bis Anstieg der Leukozyten (>/= 3.500) und Thrombozyten (>/= 100.000)
            • Leukozyten < 2.500 oder Thrombozyten < 75.000:
              • Therapie unterbrechen bis Anstieg der Leukozyten (>/= 3.500) und Thrombozyten (>/= 100.000) jedoch für mindestens 3 Wochen
          • Therapieunterbrechung bei Auftreten gastrointestinaler (GI) Toxizität:
            • Leichte bis mittelschwere Stomatitis u./o. leichte Diarrhoe (2 Stühle/ Tag):
              • Therapie unterbrechen bis Normalisierung eintritt
            • Schwere Stomatitis u./o. mittelschwere bis schwere Diarrhoe (3 - 6 Stühle/ Tag):
              • Therapie unterbrechen bis Normalisierung eintritt jedoch für mindestens 3 Wochen
            • Gastrointestinale Blutungen, behindernde Diarrhoe (>/= 7 Stühle/ Tag) ± exfoliative Dermatitis:
              • Therapie absetzen
  • Antidot gegen die Folsäure-Antagonisten Trimetrexat, Trimethoprim und Pyrimethamin:
    • Trimetrexat-Toxizität:
      • Prävention:
        • täglich während der Behandlung und während der 72 Std. nach der letzten Trimetrexat-Dosis
        • i.v.: 20 mg/ m2 KOF Calciumfolinat über 5 - 10 Minuten/ 6 Std. bis zum Erreichen der tägl. Gesamtdosis von 80 mg/ m2 KOF
        • oder oral: 4 Dosen von je 20 mg/ m2 KOF Calciumfolinat in gleichen Zeitabständen
        • Dosierung in Abhängigkeit von der hämatologischen Toxizität von Trimetrexat
      • Überdosierung (möglicherweise auftretend bei Trimetrexat-Dosen von über 90 mg/m ohne begleitende Calciumfolinat-Anwendung):
        • nach dem Absetzen von Trimetrexat: Gabe von 40 mg/ m2 KOF Calciumfolinat i.v. alle 6 Stunden für 3 Tage
    • Trimethoprim-Toxizität:
      • nach dem Absetzen von Trimethoprim: Gabe von 3 - 10 mg Calciumfolinat/ Tag bis zur Wiederherstellung eines normalen Blutbildes
    • Pyrimethamin-Toxizität:
      • Im Falle einer Hochdosis-Therapie mit Pyrimethamin oder bei längerer Behandlung mit niedrigen Dosen: zeitgleich 5 - 50 mg Calciumfolinat/ Tag basierend auf den Ergebnissen des peripheren Blutbilds

Kontraindikationen

Calciumfolinat - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Calciumfolinat
  • perniziöse Anämie oder andere Anämien durch Vitamin B12-Mangel

Nebenwirkungen

Calciumfolinat - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • allergische Reaktionen (einschließlich anaphylaktoide / anaphylaktische Reaktionen)
      • Urticaria
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Schlaflosigkeit
      • Unruhe
      • Depression (nach hohen Dosen)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Anstieg der Anfallshäufigkeit bei Epileptikern
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • gastrointestinale Störungen nach hohen Dosen
  • Erkrankungen der Haut- und des Unterhautzellgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN)
        • beobachtet bei Patienten, die Folinsäure in Kombination mit anderen Wirkstoffen erhielten, die bekanntermaßen mit diesen Erkrankungen verbunden sind
          • einige Fälle davon tödlich
        • kann nicht ausgeschlossen werden, dass Folinsäure zum Auftreten von SJS / TEN beigetragen hat
  • Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Fieber (nach der Anwendung als Injektionslösung)

Kombinationstherapie mit 5-Fluorouracil

  • Sicherheitsprofil abhängig von von dem für 5-FU angewendeten Therapieschema, bedingt durch die Verstärkung der durch 5-FU bedingten Toxizitäten
  • zusätzliche Nebenwirkungen bei Kombination mit 5-FU
    • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Knochenmarkinsuffizienz, einschließlich Todesfälle
    • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • Hyperammonämie
    • Erkrankungen der Haut- und des Unterhautzellgewebes
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Palmar-Plantar-Erythrodysästhesie
    • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Mukositis, einschließlich Stomatitis und Cheilitis
          • Todesfälle aufgrund Mukositis aufgetreten
  • monatliches Therapieprotokoll
    • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Erbrechen
        • Übelkeit
        • Diarrhoe
          • bei Patienten mit Diarrhö kann eine rasche, zum Tod führende klinische Verschlechterung auftreten
    • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • (schwere) muköse Toxizität
    • keine Verstärkung der anderen durch 5-Fluorouracil induzierten Toxizitäten (z.B. Neurotoxizität)
  • wöchentliches Therapieprotokoll
    • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Diarrhö höheren Schweregrades und Dehydrierung
          • die eine stationäre Einweisung für die Behandlung erforderlich machen und sogar zum Tod führen können

Anwendungshinweise

  • Anwendung der Injektionslösung nur i.v. oder i.m.
  • intravenöse Infusion
    • max. 160 mg/ Minute (aufgrund des hohen Calciumgehaltes)
    • Verdünnung vor Gebrauch mit 0,9% Natriumchlorid-Lösung oder 5% Glucose-Lösung

Stillzeithinweise

Calciumfolinat - invasiv
  • Calciumfolinat kann während der Stillzeit angewandt werden, wenn dies im Rahmen der therapeutischen Indikationen als notwendig erachtet wird
  • nicht bekannt, ob Calciumfolinat in die menschliche Muttermilch übergeht
  • keine adäquaten und gut kontrollierten Studien mit Stillenden durchgeführt
  • Kombinationsbehandlung mit Methotrexat
    • sollte trotz Stillzeit eine Behandlung mit Methotrexat oder anderen Folsäure-Antagonisten erfolgen, gibt es hinsichtlich der Anwendung von Calciumfolinat zur Verringerung der Toxizität oder um den Effekten entgegenzuwirken, keine Beschränkungen
    • Fachinformation von Methotrexat beachten
  • Kombinationsbehandlung mit 5-FU
    • 5-FU während der Stillzeit kontraindiziert; gilt auch für die kombinierte Anwendung von Calciumfolinat mit 5-FU
    • Fachinformation von 5-FU beachten

Schwangerschaftshinweise

Calciumfolinat - invasiv
  • keine Hinweise, dass Folinsäure schädliche Wirkungen verursacht, wenn sie während der Schwangerschaft gegeben wird
  • keine adäquaten und gut kontrollierten Studien mit Schwangeren durchgeführt
  • keine Tierstudien zur Reproduktionstoxikologie von Calciumfolinat durchgeführt
  • Kombinationsbehandlung mit Methotrexat
    • während einer Schwangerschaft sollte Methotrexat nur nach strenger Indikationsstellung, bei der der Nutzen des Arzneimittels für die Mutter gegen das mögliche Risiko für den Fötus abgewogen wird, angewandt werden
    • sollte trotz Schwangerschaft oder Stillzeit eine Behandlung mit Methotrexat oder anderen Folsäure-Antagonisten erfolgen, gibt es hinsichtlich der Anwendung von Calciumfolinat zur Verringerung der Toxizität oder um den Effekten entgegenzuwirken, keine Beschränkungen
    • Fachinformation von Methotrexat beachten
  • Kombinationsbehandlung mit 5-FU
    • 5-FU während der Schwangerschaft kontraindiziert; gilt auch für die kombinierte Anwendung von Calciumfolinat mit 5-FU
    • Fachinformation von 5-FU beachten
  • Fertilität
    • Folinsäure ist ein Zwischenprodukt im Folsäure-Metabolismus und kommt natürlich im Körper vor
    • deswegen wurden nicht-klinische Studien zur Reproduktionstoxizität nicht durchgeführt

Warnhinweise

Calciumfolinat - invasiv
  • Kombinationsbehandlung mit Methotrexat oder 5-Fluorouracil
    • Anwendung nur unter der direkten Aufsicht eines Arztes, der Erfahrung mit der Anwendung von Chemotherapeutika bei Krebserkrankungen hat
  • Maskierung eines Vitamin B12-Mangels
    • Behandlung mit Calciumfolinat kann eine perniziöse Anämie oder andere Anämien, die durch Vitamin B12-Mangel verursacht sind, maskieren
  • Makrozytose bedingt durch zytotoxische Arzneimittel sollte nicht mit Folinsäure behandelt werden
    • viele zytotoxische Arzneimittel (direkte oder indirekte Hemmer der DNS-Synthese, z.B. Hydroxycarbamid, Cytarabin, Mercaptopurin, Thioguanin) führen zu einer Makrozytose
  • Epileptiker, die mit Phenobarbital, Phenytoin, Primidon und Succinimiden behandelt werden:
    • evtl. Erhöhung der Anfallsfrequenz, bedingt durch eine Abnahme der Plasmakonzentrationen der antiepileptischen Arzneimittel
    • während der Anwendung sowie nach Absetzen: klinische Überwachung, möglicherweise Überwachung der Plasmaspiegel, und falls notwendig Dosisanpassung des Antiepileptikums empfohlen
  • Calciumfolinat / 5-Fluorouracil (5-FU)
    • Calciumfolinat kann das Toxizitätsrisiko von 5-FU, besonders bei älteren oder geschwächten Patienten, verstärken
      • dosislimitierende Anzeichen: Leukopenie, Mukositis, Stomatitis und/oder Diarrhöe
    • bei Auftreten von Toxizität: stärkere Dosisreduktion der 5-FU-Dosierung erforderlich als bei alleiniger Gabe von 5-FU
    • Patienten mit Symptomen einer gastrointestinalen Toxizität, unabhängig vom Schweregrad
      • Kombinationsbehandlung mit 5-FU weder einleiten noch aufrechterhalten bis der Patient keine Symptome mehr zeigt
    • Patienten mit Diarrhoe
      • Diarrhöe kann Zeichen einer gastrointestinalen Toxizität sein
      • sorgfältige Überwachung bis Patient symptomfrei ist
        • da eine rasche klinische, zum Tod führende Verschlechterung auftreten kann
      • bei Auftreten von Diarrhöe und / oder Stomatitis:
        • Dosisreduktion von 5-FU empfohlen, bis zum vollständigen Abklingen der Symptome
      • besonders ältere Patienten und Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankung in einem schlechten Allgemeinzustand sind
        • erhöhtes Risiko für das Auftreten dieser Toxizitäten
        • Behandlung dieser Patienten mit besonderer Vorsicht
      • ältere Patienten und Patienten, die sich einer vorgehenden Strahlentherapie unterzogen haben
        • Therapiebeginn mit einer reduzierten Dosierung von 5-FU empfohlen
    • Kontrolle des Calciumspiegels
      • bei zu niedrigem Calcium-Spiegel ggf. zusätzliche Gabe von Calcium
  • Calciumfolinat / Methotrexat
    • für spezielle Einzelheiten zur Reduktion der Methotrexat-Toxizität Fachinformation von Methotrexat beachten
    • Calciumfolinat hat keinen Einfluss auf die nicht-hämatologischen Toxizitäten von Methotrexat, wie die Nephrotoxizität als Folge von Methotrexat und/oder der Ausfällung von Metaboliten in der Niere
    • bei Patienten mit einer verzögerten frühen Methotrexat-Elimination:
      • hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie ein reversibles Nierenversagen und alle mit Methotrexat verbundenen Toxizitäten entwickeln (Fachinformation für Methotrexat beachten)
      • das Vorhandensein einer vorbestehenden oder Methotrexat-induzierten Niereninsuffizienz ist möglicherweise mit einer verzögerten Exkretion von Methotrexat verbunden
        • kann die Notwendigkeit höherer Dosen oder einer länger dauernden Anwendung von Calciumfolinat notwendig machen
    • zu hohe Calciumfolinat-Dosen vermeiden (mögliche Herabsetzung der Antitumor-Aktivität von Methotrexat), besonders bei ZNS-Tumoren, in denen sich Calciumfolinat nach wiederholten Behandlungszyklen anreichert
    • Methotrexat-Resistenz als Folge eines verminderten Membrantransportes legt auch eine Resistenz gegen die Folinsäure-Rescue nahe (gleicher Transportmechanismus)
    • versehentliche Überdosierung eines Folsäure-Antagonisten wie Methotrexat als medizinischen Notfall behandeln
      • je länger das Zeitintervall zwischen der Methotrexat-Anwendung und der Calciumfolinat-Rescue, desto geringer die Wirksamkeit von Calciumfolinat als Gegenmaßnahme zur Verminderung der Toxizität
    • Möglichkeit, dass Patient andere Medikamente einnimmt, die mit Methotrexat interagieren, (z.B. Medikamente, die mit der Methotrexat-Elimination oder der Bindung an Serumalbumin interagieren)
      • immer in Betracht gezogen werden, wenn Laborabweichungen oder klinische Toxizitäten beobachtet werden