Captopril AbZ 25 mg Tabletten

AbZ Pharma GmbH
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Wirkstoff: Captopril →

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung der Hypertonie
  • Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz mit Reduktion der systolischen ventrikulären Funktion, in Kombination mit Diuretika und, wenn erforderlich, mit Digitalis und Betablockern
  • Myokardinfarkt
    • Kurzzeitbehandlung (4 Wochen): indiziert innerhalb der ersten 24 Stunden nach einem Infarkt bei jedem klinisch stabilen Patienten
    • Langzeitprävention einer symptomatischen Herzinsuffizienz: Arzneimittel indiziert bei klinisch stabilen Patienten mit asymptomatischer linksventrikulärer Dysfunktion (Ejektionsfraktion <= 40 %)
  • Behandlung einer diabetischen Nephropathie mit Makroproteinurie bei Typ I Diabetikern

Dosierung

  • Hypertonie
    • Dosierung individuell an Patientenprofil und Ansprechen des Blutdrucks anpassen
    • initial: 25 - 50 mg / Tag, verteilt auf 2 Einzeldosen
    • Dosissteigerung, optional, unter Einhaltung eines Intervalls von mind. 2 Wochen: schrittweise auf 100 - 150 mg / Tag, verteilt auf 2 Einzeldosen
    • empfohlene Maximaldosis: 150 mg / Tag
    • Patienten mit sehr aktivem ReninRenin-Angiotensin-Aldosteron-System (Hypovolämie, renovaskuläre Hypertonie, kardiale Dekompensation)
      • initial: Einzeldosen von 6,25 mg oder 12,5 mg
      • Behandlungsbeginn vorzugsweise unter sorgfältiger medizinischer Überwachung, mit Gabe dieser Dosen 2mal / Tag
      • Dosissteigerung, optional, allmählich: auf 50 mg, falls nötig auf 100 mg / Tag, verteilt auf 1 oder 2 Einzeldosen
    • Hinweis
      • Gabe von Captopril alleine oder in Kombination mit anderen antihypertensiven Medikamenten möglich, insbesondere mit Thiazid-Diuretika; im Falle einer antihypertensiven Begleitmedikation, wie z.B. Thiazid-Diuretika, evtl. Dosisgabe 1mal / Tag angezeigt
  • Herzinsuffizienz
    • Dosierung individuell an Patientenprofil und Ansprechen des Blutdrucks anpassen
    • initial: 6,25 - 12,5 mg 2 bis 3mal / Tag
    • Titration auf Erhaltungsdosis (75 - 150 mg / Tag) basierend auf Ansprechen des Patienten, klinischem Status und Verträglichkeit
    • Dosissteigerung schrittweise, mit Einhaltung eines Intervalls von mind. 2 Wochen, um Ansprechen der Patienten zu evaluieren
    • tägliche Maximaldosis: 150 mg, verteilt auf mehrere Gaben
  • Myokardinfarkt
    • Dosierung individuell an Patientenprofil und Ansprechen des Blutdrucks anpassen
    • Kurzzeitbehandlung
      • Behandlungsbeginn mit Captopril bei Patienten mit stabiler Hämodynamik stationär so schnell wie möglich beim Auftreten erster Anzeichen und/oder Symptome
      • initial: Gabe einer Testdosis von 6,25 mg, 2 Stunden später 12,5 mg und 12 Stunden später 25 mg
      • ab dem nächsten Tag: 100 mg / Tag, verteilt auf 2 Einzeldosen (Beibehaltung dieser Dosis sofern keine unerwünschten hämodynamischen Reaktionen auftreten)
      • Behandlungsdauer: 4 Wochen (danach erneute Zustandsbeurteilung des Patienten, vor einer Entscheidung bezüglich der Behandlung für die Zeit nach dem Herzinfarkt)
    • Langzeitbehandlung
      • wenn innerhalb der ersten 24 Stunden nach akutem Herzinfarkt keine Behandlung mit Captopril erfolgt ist: Behandlungsbeginn zwischen 3. und 16. Tag nach Infarkt, sobald erforderliche Behandlungsbedingungen vorliegen (stabile Hämodynamik, verbleibende Ischämie unter Kontrolle)
      • Behandlungsbeginn stationär unter strenger Überwachung (besonders des Blutdrucks), bis zum Erreichen einer Dosis von 75 mg
      • initial: niedrige Dosis, insbesondere wenn Patient zu Beginn der Therapie normalen oder niedrigen Blutdruck aufweist: 6,25 mg, gefolgt von 12,5 mg 3mal / Tag über 2 Tage
      • danach: 25 mg 3mal / Tag, sofern keine unerwünschten hämodynamischen Reaktionen auftreten
      • empfohlene Dosierung während Langzeitbehandlung: 75 - 150 mg / Tag, verteilt auf 2 - 3 Einzeldosen
      • Hinweise
        • bei symptomatischer Hypotonie, wie z.B. bei Herzinsuffizienz, Dosisreduktion der Diuretika und/oder anderer Vasodilatatoren möglich, zum Erreichen der Steady-State-Dosis von Captopril; wenn erforderlich, Anpassung der Captopril-Dosis an klinische Reaktion des Patienten
        • Anwendung von Captopril zusammen mit anderen Therapien bei Herzinfarkt möglich, wie z.B. thrombolytischen Substanzen, Betablockern und Acetylsalicylsäure
  • Diabetische Nephropathie bei Typ I Diabetikern
    • Dosierung individuell an Patientenprofil und Ansprechen des Blutdrucks anpassen
    • 75 - 100 mg / Tag, verteilt auf mehrere Einzeldosen
    • empfohlene Maximaldosis: 150 mg / Tag
    • falls zusätzliche Blutdrucksenkung gewünscht: zusätzliche Gabe weiterer blutdrucksenkender Arzneimittel möglich

Dosisanpassung

  • Niereninsuffizienz
    • Dosisreduktion oder Verlängerung des Dosierungsintervalls
    • Kreatinin-Clearance > 40 ml/Min./1,73 m2
      • initial: 25 - 50 mg / Tag
      • tägliche Maximaldosis: 150 mg
    • Kreatinin-Clearance 21 - 40 ml/Min./1,73 m2
      • initial: 25 mg / Tag
      • tägliche Maximaldosis: 100 mg
    • Kreatinin-Clearance 10 - 20 ml/Min./1,73 m2
      • initial: 12,5 mg / Tag
      • tägliche Maximaldosis: 75 mg
    • Kreatinin-Clearance < 10 ml/Min./1,73 m2
      • initial: 6,25 mg / Tag
      • tägliche Maximaldosis: 37,5 mg
    • Hinweis
      • bei gleichzeitig erforderlicher Diuretikatherapie bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz: Schleifendiuretikum (z.B. Furosemid) einem Thiazid-Diuretikum vorziehen
  • Ältere Patienten
    • bei verringerter Nierenfunktion und evtl. Beeinträchtigung anderer Organfunktionen Therapiebeginn mit niedriger Initialdosis (6,25 mg 2mal / Tag) in Erwägung ziehen
    • Dosissteigerung allmählich und abhängig vom Ansprechen des Blutdrucks; Dosis so niedrig wie möglich halten, um adäquate Kontrolle zu gewährleisten
  • Kinder und Jugendliche
    • Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Captopril in dieser Patientengruppe nicht vollständig ermittelt
    • Anwendung von Captopril unter sorgfältiger medizinischer Überwachung beginnen
    • initial: ca. 0,3 mg / kg Körpergewicht
    • Patienten, bei denen besondere Vorsichtsmassnahmen erforderlich sind (Niereninsuffizienz, frühgeborene Säuglinge, Neugeborene und Säuglinge, weil ihre Nierenfunktion nicht der älterer Kinder und Erwachsener entspricht)
      • initial: 0,15 mg / kg KG
    • Verabreichung von Captopril bei Kindern im Allgemeinen 3mal / Tag, Anpassung von Dosis und Dosierungsintervall jedoch individuell an das Ansprechen des Patienten

Kontraindikationen

Captopril - peroral
  • Überempfindlichkeit gegenüber Captopril oder andere ACE-Hemmer
  • Angioödeme in der Anamnese, assoziiert mit einer früheren ACE-Hemmer-Therapie
  • vererbte oder idiopathische Angioödeme
  • gleichzeitige Anwendung
    • mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion (GFR < 60 ml / Min. / 1,73m²)
    • einer Sacubitril / Valsartan-Therapie
      • Behandlung mit Captopril darf frühestens 36 Stunden nach der letzten Dosis Sacubitril / Valsartan begonnen werden
  • Schwangerschaft (2. und 3. Trimenon)

Therapiehinweise

Einschleichend dosieren.

Nebenwirkungen

Captopril - peroral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Neutropenie / Agranulozytose
      • Panzytopenie, insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung
      • Anämie (einschließlich aplastischer und hämolytischer)
      • Thrombozytopenie
      • Lymphadenopathie
      • Eosinophilie
      • Autoimmunerkrankungen und / oder positive ANA-Titer
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Anorexie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hyperkaliämie
      • Hypoglykämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schlafstörungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Verwirrung
      • Depression
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Geschmacksstörung
      • Schwindel
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Dösigkeit
      • Schläfrigkeit
      • Kopfschmerzen
      • Parästhesien
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • cerebrovaskuläre Ereignisse, einschließlich
        • Schlaganfall
        • Synkope
  • Augenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • verschwommenes Sehen
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Tachykardie oder Tachyarrhythmie
      • Angina pectoris
      • Palpitationen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Herzstillstand
      • kardiogener Schock
  • Gefäßerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypotonie
      • Raynaud-Syndrom
      • Gesichtsrötung
      • Blässe
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • trockener, irritierender (nicht produktiver) Husten
      • Dyspnoe
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Bronchospasmus
      • Rhinitis
      • allergische Alveolitis / eosinophile Pneumonie
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Magenverstimmung
      • Bauchschmerzen
      • Diarrhoe
      • Verstopfung
      • Mundtrockenheit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Stomatitis / Ulzerationen mit Aphthen
      • intestinales Angioödem
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Glossitis
      • peptisches Ulkus
      • Pankreatitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Beeinträchtigung der Leberfunktion und Cholestase (einschließlich Gelbsucht)
      • Hepatitis einschließlich Nekrose
      • erhöhte Leberenzyme und Bilirubin-Werte
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Pruritus mit oder ohne Ausschlag
      • Ausschlag
      • Alopezie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Angioödem
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Urtikaria
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • Erythema multiforme
      • Photosensibilität
      • Erythrodermie
      • pemphigoide Reaktionen
      • exfoliative Dermatitis
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Myalgie
      • Arthralgie
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Nierenfunktionsstörungen einschließlich Nierenversagen
      • Polyurie
      • Oligurie
      • erhöhte Häufigkeit des Wasserlassens
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • nephrotisches Syndrom
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Impotenz
      • Gynäkomastie
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Brustschmerzen
      • Erschöpfung
      • Unwohlsein
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Fieber
  • Untersuchungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Proteinurie
      • Eosinophilie
      • Erhöhung der Serum-Kalium-Konzentration
      • Abfall der Serum-Natrium-Konzentration
      • Erhöhung von BUN, Serum-Kreatinin und Serum-Bilirubin
      • Erniedrigung von Hämoglobin, Hämatokrit, Leukozyten, Thrombozyten
      • positive ANA-Titer
      • erhöhte Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit

Anwendungshinweise

  • Einnahme der Tabletten vor, während und nach den Mahlzeiten möglich

Stillzeithinweise

Captopril - peroral
  • Stillen von Frühgeborenen, sowie in den ersten Wochen nach der Entbindung
    • Anwendung von Captopril nicht empfohlen, da
      • ein mögliches Risiko von kardiovaskulären und renalen Effekten beim Säugling besteht
      • für eine Anwendung in der Stillzeit keine ausreichende klinische Erfahrung vorliegt
    • einige wenige pharmakokinetische Daten zeigen, dass sehr geringe Konzentrationen von Captopril in der Muttermilch erreicht werden (auch wenn diese Konzentrationen als klinisch nicht relevant erscheinen)
  • wenn die Säuglinge älter sind
    • Anwendung von Captopril kann bei stillenden Müttern erwogen werden, wenn die Behandlung für die Mutter als notwendig erachtet wird und der Säugling sorgfältig überwacht wird

Schwangerschaftshinweise

Captopril - peroral
  • Anwendung von ACE-Hemmern
    • nicht empfohlen im 1. Trimenon
    • kontraindiziert im 2. und 3. Trimenon der Schwangerschaft
  • wird eine Schwangerschaft festgestellt
    • Behandlung mit ACE-Hemmern unverzüglich beenden
    • wenn erforderlich, alternative Therapie beginnen
  • Patientinnen, die planen, schwanger zu werden
    • sofern ein Fortsetzen der ACE-Hemmer-Therapie nicht als notwendig erachtet wird, sollten Patientinnen, die planen, schwanger zu werden, auf eine alternative antihypertensive Therapie mit geeignetem Sicherheitsprofil für Schwangere umgestellt werden
  • 1. Trimenon
    • keine endgültigen epidemiologischen Daten hinsichtlich eines teratogenen Risikos nach Anwendung von ACE-Hemmern während des ersten Trimenons vorliegend; geringfügig erhöhtes Risiko kann jedoch nicht ausgeschlossen werden
  • 2. und 3. Trimenon
    • bei Therapie mit ACE-Hemmern während des 2. und 3. Trimenons sind bekannt
      • fetotoxische Effekte (verminderte Nierenfunktion, Oligohydramnion, verzögerte Schädelossifikation)
      • neonatal-toxische Effekte (Nierenversagen, Hypotonie, Hyperkaliämie)
    • im Falle einer Exposition mit ACE-Hemmern ab dem 2. Trimenon
      • Ultraschalluntersuchungen der Nierenfunktion und des Schädels empfohlen
  • Säuglinge, deren Mütter ACE-Hemmer eingenommen haben
    • häufig wiederholt auf Hypotonie untersuchen

Warnhinweise

Captopril - peroral
  • Captopril ist in Abhängigkeit vom Wirkstoffgehalt u.U. nicht geeignet (produktspezifische Einschränkungen, siehe jeweilige Herstellerinformation)
    • zur Initialtherapie der Herzinsuffizienz
    • bei Salz- und/oder Flüssigkeitsmangel
    • bei schwerer oder renaler Hypertonie
    • bei Patienten > 65 Jahre
    • bei Leberinsuffizienz
    • zur Anfangs- und Erhaltungstherapie bei Patienten mit sehr schwerer Niereninsuffizienz
  • duale Blockade des ReninRenin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)
    • duale Blockade des RAAS durch die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren nicht empfohlen
      • Belege, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren das Risiko für Hypotonie, Hyperkaliämie und eine Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich eines akuten Nierenversagens)erhöht
    • wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies
      • nur unter Aufsicht eines Spezialisten erfolgen
      • unter Durchführung engmaschiger Kontrollen von
        • Nierenfunktion
        • Elektrolytwerten
        • Blutdruck
    • Patienten mit diabetischer Nephropathie
      • ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden
  • Hypotonie
    • selten wird bei unkomplizierten Hypertoniepatienten eine Hypotonie beobachtet
    • symptomatische Hypotonie tritt eher bei Patienten auf, bei denen ein Flüssigkeits- und/oder Salzmangel vorliegt infolge
      • starker Diuretika-Therapie
      • salzarmer Ernährung
      • Diarrhoe, Erbrechen
      • Hämodialyse
    • vor Verabreichung eines ACE-Hemmers
      • sollte ein Flüssigkeits- und/oder Salzmangel ausgeglichen und eine niedrigere Anfangsdosis in Erwägung gezogen werden
    • Patienten mit Herzinsuffizienz
      • erhöhtes Risiko einer Hypotonie
      • für Therapiebeginn mit einem ACE-Hemmer niedrigere Anfangsdosis empfohlen
      • Vorsicht geboten, immer wenn die Captopril-Dosis oder die des Diuretikums erhöht wird
    • wie bei allen anderen Antihypertensiva kann eine zu starke Blutdrucksenkung bei Patienten mit ischämischer kardiovaskulärer oder cerebrovaskulärer Erkrankung das Risiko eines Myokardinfarkts oder Schlaganfalls erhöhen
    • im Falle einer sich entwickelnden Hypotonie sollte der Patient in Rückenlage gebracht werden
      • intravenöse Flüssigkeitszufuhr mit physiologischer Kochsalzlösung könnte angezeigt sein.
  • renovaskuläre Hypertonie
    • bei Patienten mit beidseitiger Nierenarterienstenose oder Nierenarterienstenose bei einer einzigen funktionierenden Niere besteht bei Behandlung mit ACE-Hemmern ein erhöhtes Risiko für Hypotonie und Niereninsuffizienz
      • Verlust der Nierenfunktion kann mit nur mäßigen Veränderungen des Serum-Kreatinins einhergehen
      • bei diesen Patienten die Therapie unter sorgfältiger medizinischer Überwachung mit niedrigen Dosen, sorgfältiger stufenweiser Einstellung und Überwachung der Nierenfunktion beginnen
  • eingeschränkte Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance <= 40 ml/Min.)
    • Anfangsdosierung von Captopril muss an die Kreatinin-Clearance des Patienten angepasst werden
    • dann gemäß dem Ansprechen des Patienten auf die Behandlung berechnet werden
    • bei diesen Patienten gehören Routine-Untersuchungen von Kalium und Kreatinin zur normalen medizinischen Praxis
  • Überempfindlichkeit / Angioödeme
    • Berichte über angioneurotische Ödeme mit Beteiligung von Gesicht, Extremitäten, Lippen, Zunge, Glottis und / oder Kehlkopf unter ACE-Hemmern einschließlich Captopril
    • können zu jedem Zeitpunkt während der Therapie auftreten, besonders in den ersten Behandlungswochen
      • in seltenen Fällen kann sich ein schweres Angioödem auch nach Langzeitbehandlung mit einem ACE-Hemmer entwickeln
    • in solchen Fällen Captopril sofort absetzen
      • Patient sorgfältig überwachen, um eine vollständige Rückbildung der Symptome vor der Entlassung aus der Klinik sicherzustellen
    • in Fällen, in denen die Schwellung auf Gesicht und Lippen begrenzt war, bildete sich die Symptomatik meist ohne Behandlung wieder zurück
      • Antihistaminika waren jedoch hilfreich bei der Linderung der Symptome
    • Angioödeme mit Beteiligung der Zunge, der Glottis oder des Kehlkopfes können tödlich sein
      • sobald Zunge, Glottis oder Kehlkopf betroffen sind, so dass eine Atemwegsobstruktion droht
        • Patient sollte ins Krankenhaus eingewiesen und stationär mindestens 12 bis 24 Stunden überwacht werden und sollte nicht entlassen werden, bis die Symptome vollständig zurückgegangen sind
        • unverzüglich eine geeignete Therapie / Notfallmaßnahme einleiten [z.B. subkutane Gabe von 0,3 ml - 0,5 ml Adrenalin (1:1.000 verdünnt)] und / oder
        • Maßnahmen zur Sicherung der Durchgängigkeit der Atemwege treffen
    • im Vergleich mit Patienten nicht-schwarzer Hautfarbe wurde bei Patienten schwarzer Hautfarbe eine höhere Inzidenz von Angioödemen unter ACE-Hemmern berichtet
    • Patienten mit anamnestisch bekanntem, nicht durch einen ACE-Hemmer ausgelöstem Angioödem können besonders gefährdet sein, ein Angioödem zu entwickeln, wenn sie einen ACE-Hemmer erhalten
    • intestinale Angioödeme, Patienten mit Bauschbeschwerden
      • selten bei mit ACE-Inhibitoren behandelten Patienten intestinale Angioödeme beobachtet
      • diese Patienten sprachen mit Bauchbeschwerden (mit oder ohne Übelkeit und Erbrechen) vor; in einigen Fällen wurde kein Angioödem im Gesicht beobachtet und die C-1 Esterase-Spiegel waren normal
      • das Angioödem wurde durch verschiedene Methoden einschließlich CT, Ultraschall oder Operationen des Bauchraumes diagnostiziert
      • Symptome sind nach Absetzen des ACE-Hemmers abgeklungen
      • daher sollte auch an ein intestinales Angioödem gedacht werden, wenn Patienten mit Bauchbeschwerden vorsprechen
    • gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern und Sacubitril/Valsartan
      • kontraindiziert wegen des erhöhten Risikos eines Angioödems
      • Behandlung mit Sacubitril / Valsartan darf frühestens 36 Stunden nach der letzten Dosis Captopril begonnen werden
      • Behandlung mit Captopril darf frühestens 36 Stunden nach der letzten Dosis Sacubitril/Valsartan begonnen werden
    • gleichzeitige Gabe von ACE-Hemmern und Racecadotril, mTOR-Inhibitoren (z.B. Sirolimus, Everolimus, Temsirolimus) und Vildagliptin
      • kann zu einem erhöhten Risiko eines Angioödems führen (z.B. Schwellung der Atemwege oder der Zunge mit oder ohne Atembeschwerden)
      • Vorsicht, wenn die Behandlung mit Racecadotril, mTOR-Inhibitoren (z. B. Sirolimus, Everolimus, Temsirolimus) und Vildagliptin bei Patienten begonnen wird, die bereits einen ACE-Hemmer einnehmen
  • Husten
    • bei Verwendung von ACE-Hemmern über Husten berichtet
    • Husten ist charakteristischerweise
      • nicht produktiv
      • hartnäckig
      • verschwindet nach Absetzen der Therapie
  • Leberversagen
    • selten unter ACE-Hemmer-Behandlung ein Syndrom beobachtet, das mit cholestatischem Ikterus beginnt und bis zur plötzlichen hepatischen Nekrose mit (manchmal) letalem Ausgang fortschreitet
      • Mechanismus dieses Syndroms ist unklar
    • Patienten, die unter einer ACE-Hemmer-Therapie Ikterus oder deutliche Erhöhungen der Leberenzyme entwickeln,
      • ACE-Hemmer absetzen
      • entsprechend medizinisch überwachen
  • Serumkalium
    • ACE-Hemmer können eine Hyperkaliämie bewirken, da sie die Freisetzung von Aldosteron verhindern
    • Wirkung ist im Allgemeinen bei Patienten mit normaler Nierenfunktion nicht bedeutsam
    • allerdings kann es zu einer Hyperkaliämie kommen bei Patienten
      • mit einer beeinträchtigten Nierenfunktion, mit Diabetes mellitus und /oder
      • bei Patienten, die folgendes einnehmen / anwenden
        • Kalium-Ergänzungsmittel (einschließlich Salzersatzmittel)
        • kaliumsparende Diuretika
        • Trimethoprim oder Cotrimoxazol (auch als Trimethoprim/Sulfamethoxazol bekannt)
        • Heparin
        • insbesondere Aldosteron-Antagonisten
        • insbesondere Angiotensin-Rezeptor-Blocker
    • kaliumsparende Diuretika und Angiotensin-Rezeptor-Blocker
      • bei Patienten, die ACE-Hemmer erhalten, mit Vorsicht anwenden
      • Serumkalium und Nierenfunktion sind zu überwachen
  • Kombination mit Lithium
    • Anwendung von Captopril in Verbindung mit Lithium aufgrund einer Potenzierung der Lithium-Toxizität nicht empfohlen
  • Aorten- und Mitralklappenstenose / obstruktive hypertrophe Kardiomyopathie / kardiogener Schock
    • ACE-Hemmer
      • bei Patienten mit Obstruktion des linksventrikulären Klappen- und Ausflussbereiches mit Vorsicht anwenden
      • in Fällen von kardiogenem Schock und hämodynamisch signifikanter Obstruktion nicht angwenden
  • Neutropenie / Agranulozytose
    • Berichte über Neutropenie / Agranulozytose, Thrombozytopenie und Anämie bei Patienten, die mit ACE-Hemmern, einschließlich Captopril, behandelt wurden
      • bei Patienten mit normaler Nierenfunktion und ohne andere erschwerende Faktoren tritt Neutropenie selten auf
    • Captopril sollte mit größter Vorsicht angewendet werden
      • bei Patienten mit Kollagenose-assoziierten vaskulären Erkrankungen
      • bei Patienten, die mit Immunsuppressiva, Allopurinol oder Procainamid behandelt werden
      • oder bei Patienten mit einer Kombination dieser erschwerenden Faktoren, insb. bei vorliegender eingeschränkter Nierenfunktion
      • Hinweise
        • einige dieser Patienten entwickelten schwere Infektionen, die in einigen Fällen auf eine intensive Antibiotika-Therapie nicht ansprachen
        • bei Anwendung von Captopril bei diesen Patienten ratsam, das weiße Blutbild und das Differentialblutbild zu kontrollieren
          • vor der Therapie
          • alle 2 Wochen während der ersten 3 Therapiemonate
          • danach in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren
    • während der Behandlung sollten alle Patienten angewiesen werden, den Arzt über jedes Anzeichen einer Infektion zu informieren (z. B. Halsschmerzen, Fieber)
      • in diesem Fall ein Differentialblutbild der weißen Blutkörperchen erstellen
    • wenn eine Neutropenie (< 1.000/mm3 Neutrophile) entdeckt wird oder der Verdacht darauf besteht
      • Captopril und andere gleichzeitig eingenommene Arzneimittel absetzen
      • bei den meisten Patienten kehrt die Zahl der Neutrophilen nach Absetzen von Captopril schnell zu normalen Werten zurück
  • Proteinurie
    • Proteinurie kann insbesondere bei Patienten mit bereits bestehender eingeschränkter Nierenfunktion oder bei relativ hohen Dosen von ACE-Hemmern auftreten
    • bei ca. 0,7 % der Patienten, die Captopril erhielten, Gesamt-Proteinmenge im Urin von mehr als 1 g/Tag beobachtet
      • bei einem Großteil der Patienten bestand vorher eine Nierenerkrankung oder die verabreichten Captopril-Dosen waren relativ hoch (mehr als 150 mg/Tag) oder beides
    • nephrotisches Syndrom trat bei ca. einem Fünftel der Patienten mit Proteinurie auf
    • in den meisten Fällen ließ die Proteinurie innerhalb von 6 Wochen nach oder verschwand ganz, unabhängig davon, ob Captopril weiter eingenommen wurde oder nicht
    • Nierenfunktionsparameter wie BUN und Kreatinin waren bei Patienten mit Proteinurie selten verändert
    • Patienten mit vorausgegangener Nierenerkrankung
      • Bestimmung des Proteingehalts im Urin (Teststreifen im ersten Morgenurin)
        • vor Beginn der Behandlung
        • danach in regelmäßigen Abständen
  • anaphylaktoide Reaktionen während Desensibilisierung
    • während der Behandlung mit einem anderen ACE-Hemmer selten über anhaltende lebensbedrohliche anaphylaktoide Reaktionen bei Patienten während einer Desensibilisierungstherapie mit Hymenopterengift berichtet
      • bei den gleichen Patienten wurden diese Reaktionen vermieden, wenn der ACE-Hemmer vorübergehend abgesetzt wurde, traten aber bei unbeabsichtigter nochmaliger Exposition wieder auf
    • daher Vorsicht bei Patienten, die solche Desensibilisierungstherapien erhalten und mit ACE-Hemmern behandelt werden
  • anaphylaktoide Reaktionen auf High-Flux-Dialyse- /Lipoprotein-Apherese-Membranen
    • bei Patienten, die sich einer Hämodialyse mit High-Flux-Dialysemembranen oder einer Low-Density-Lipoprotein-Apherese mit Dextransulfat-Adsorption unterzogen, über anaphylaktoide Reaktionen berichtet
    • bei diesen Patienten sollte die Verwendung einer anderen Dialysemembran oder einer anderen Arzneimittelklasse in Erwägung gezogen werden
  • Operationen / Anästhesie
    • während größerer Operationen oder während einer Behandlung mit Anästhetika, die bekanntermaßen den Blutdruck senken, kann es bei Patienten zu einer Hypotonie kommen
      • wenn eine Hypotonie auftritt, kann diese durch Volumenexpansion ausgeglichen werden
  • Schwangerschaft
    • Behandlung mit ACE-Hemmern sollte nicht während der Schwangerschaft begonnen werden
    • bei Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch
      • sollte eine Umstellung auf eine alternative blutdrucksenkende Behandlung mit geeignetem Sicherheitsprofil für Schwangere erfolgen, es sei denn, eine Fortführung der Behandlung mit ACE-Hemmern ist zwingend erforderlich
    • wird eine Schwangerschaft festgestellt
      • Behandlung mit ACE-Hemmern unverzüglich beenden
      • wenn erforderlich, eine alternative Therapie beginnen
  • Diabetiker
    • bei Diabetikern, die in der Vergangenheit mit oralen Antidiabetika oder Insulin behandelt wurden, sollten die Blutzuckerwerte genau überwacht werden
      • insb. während des ersten Behandlungsmonats mit einem ACE-Hemmer
  • Risiko einer Hypokaliämie
    • Kombination eines ACE-Hemmers mit einem Thiazid-Diuretikum schließt das Auftreten einer Hypokaliämie nicht aus
    • Kaliumspiegel sollten regelmäßig überwacht werden
  • ethnische Unterschiede
    • wie auch andere Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer, senkt Captopril den Blutdruck bei Menschen mit schwarzer Hautfarbe weniger effektiv als bei Menschen mit nicht schwarzer Hautfarbe
    • könnte auf ein häufigeres Vorkommen eines Niedrig-Renin-Status in der schwarzen Bevölkerung mit Bluthochdruck zurückzuführen sein