Carve TAD 6.25mg Tabletten

TAD Pharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Carvedilol →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 30 ST 13,14 €
N3 100 ST 17,52 €

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Fachinformationen

Indikation

  • essentielle Hypertonie
  • chronisch stabile Angina pectoris
  • zusätzliche Behandlung einer mittelschweren bis schweren stabilen chronischen Herzinsuffizienz

Dosierung

  • essentielle Hypertonie
    • allgemein
      • Anwendung allein oder in Kombination mit anderen Antihypertensiva, insbes. zusammen mit Thiazid-Diuretika
      • 1mal tägliche Dosierung empfohlen
      • max. Einzeldosis: 25 mg Carvedilol
      • max. Tagesdosis: 50 mg Carvedilol
    • Erwachsene
      • initial: 12,5 mg Carvedilol 1mal / Tag für 2 Tage
      • danach: 25 mg Carvedilol 1mal / Tag
      • weitere Dosiserhöhung, falls erforderlich, in Abständen von 2 Wochen oder seltener
      • max. Tagesdosis: 100 mg aufgeteilt in 2 Einzeldosen
    • ältere Patienten
      • initial: 12,5 mg Carvedilol / Tag
      • Initialdosis kann auch für weitere Behandlung ausreichend sein
      • Dosissteigerung, bei unzureichendem Ansprechen, in Intervallen von 2 Wochen oder seltener
  • chronisch stabile Angina pectoris
    • initial: 12,5 mg Carvedilol 2mal / Tag für 2 Tage
    • danach: 25 mg Carvedilol 2mal / Tag
    • ältere Patienten
      • initial: 12,5 mg Carvedilol 2mal / Tag an den ersten beiden Behandlungstagen
      • anschließend: 25 mg Carvedilol 2mal / Tag (= maximale Tagesdosis)
  • zusätzliche Behandlung bei mittelschwerer bis schwerer stabiler Herzinsuffizienz
    • Anwendung grundsätzlich immer zusätzlich zur Herzinsuffizienz-Standardtherapie bestehend aus Diuretika, Digitalis, ACE-Hemmern und/ oder Vasodilatatoren
    • Voraussetzung für die Behandlung
      • Patient sollte klinisch stabil sein
        • Basistherapie seit mind. 4 Wochen stabil
        • keine Änderung der NYHA-Klasse
        • kein Krankenhausaufenthalt wegen Herzinsuffizienz
      • Patient muss verminderte linksventrikuläre Auswurffraktion aufweisen
      • Herzfrequenz > 50 Schläge / Minute und systolischer Blutdruck > 85 mmHg
    • initial: 3,125 mg Carvedilol 2mal / Tag für 2 Wochen
    • Dosissteigerung, bei guter Verträglichkeit der initialen Dosis, in Intervallen von jeweils mind. 2 Wochen auf
      • 6,25 mg Carvedilol 2mal / Tag, dann
      • 12,5 mg Carvedilol 2mal / Tag und danach
      • 25 mg Carvedilol 2mal / Tag
    • höchste vom Patienten tolerierte Dosis anstreben
    • max. Dosierung
      • KG < 85 kg: 25 mg Carvedilol 2mal / Tag
      • KG > 85 kg: 50 mg Carvedilol 2mal / Tag (bei leichter bis mittelschwerer chronischer Herzinsuffizienz)
        • vorsichtige Dosiserhöhung unter engmaschiger ärztlicher Überwachung des Patienten
    • Dosiserhöhung nur bei zufriedenstellendem und stabilem klinischen Zustand (keine Symptome hinsichtlich Verschlechterung der Herzinsuffizienz oder klinisch relevanter Nebenwirkungen - insbes. solche, die aus einer Vasodilatation (z. B. Nierenfunktion, Körpergewicht, Blutdruck, Herzfrequenz und Herzrhythmus) resultieren; vor jeder Dosiserhöhung Untersuchung in Hinblick auf o.g. Symptome)
  • Behandlungsunterbrechung > 1 Woche
    • Behandlung erneut mit einer niedrigeren Dosis 2mal / Tag und schrittweisen Erhöhung gemäß den oben angeführten Empfehlungen beginnen
  • Absetzen der Therapie
    • Behandlung schrittweise in wöchentlichen Abständen reduzieren (besonders wichtig bei Patienten mit gleichzeitiger koronarer Herzerkrankung)
  • Hinweise
    • zu Beginn der Behandlung oder infolge einer Steigerung der Dosis, insbesondere bei Patienten mit einer schweren Herzinsuffizienz und/oder unter einer hoch dosierten Diuretika-Behandlung, ggf. vorübergehende Verschlechterung der Symptome der Herzinsuffizienz möglich
      • i. d. Regel kein Absetzen der Behandlung erforderlich
      • Dosis sollte jedoch nicht erhöht werden
    • Patient ist von einem Arzt/Kardiologen nach Behandlungsbeginn oder nach Erhöhung der Dosis 2 Stunden lang zu überwachen
    • vor jeder Dosiserhöhung: Untersuchung auf potentielle Symptome einer sich verschlechternden Herzinsuffizienz oder auf Symptome einer übermäßigen Vasodilatation (z.B. Nierenfunktion, Körpergewicht, Blutdruck, Herzfrequenz und Herzrhythmus)
    • Verschlechterung einer Herzinsuffizienz oder eine Flüssigkeitsretention
      • Erhöhung der Diuretika-Dosis
      • keine Dosiserhöhung von Carvedilol bis Patient stabil
    • Auftreten einer Bradykardie oder Verlängerung der AV-Überleitungszeit
      • Überwachung des Digoxinspiegels
      • ggf. Dosisreduktion oder gesamte Behandlung zeitweilig unterbrechen
      • Auch in diesen Fällen kann die Einstellung der Dosis von Carvedilol oft erfolgreich fortgesetzt werden
    • nicht-insulinabhängige Diabetes mellitus (NIDDM) oder insulinabhängige Diabetes mellitus (IDDM)
      • Nierenfunktion, Thrombozyten und Glucose regelmäßig während der Dosiseinstellung überwachen
      • nach Dosiseinstellung kann Häufigkeit der Kontrollen reduziert werden
  • eingeschränkte Nierenfunktion (einschließlich Niereninsuffizienz)
    • Pharmakokinetische Daten und klinische Studien deuten auf eine Dosisanpassung bei mittelschwerer bis schwerer Niereninsuffizienz hin
  • mittelschweren Leberfunktionsstörungen
    • Dosisanpassung kann erforderlich sein
  • ältere Patienten
    • besonders sorgfältige Überwachung (können empfindlicher auf Carvedilol reagieren)
  • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
    • Wirksamkeit und Sicherheit nicht ausreichend belegt

Kontraindikationen

Carvedilol - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Carvedilol
  • kardiogener Schock
  • instabile / dekompensierte Herzinsuffizienz
  • akute Lungenembolie
  • Prinzmetal Angina
  • Hypotonie (systolischer Blutdruck < 85 mmHg)
  • schwere Bradykardie < 50 Schläge/Min (Patienten, die wegen einer Herzinsuffizienz mit Carvedilol behandelt werden, sollten eine Ruheherzfrequenz >= 50/Min. haben)
  • atrioventrikulärer (AV)-Block II. oder III. Grades (sofern kein permanenter Schrittmacher eingesetzt wird)
  • Sinusknotensyndrom, einschließlich sinuatrialer Block
  • Cor pulmonale
  • Asthma bronchiale oder sonstige Atemwegserkrankungen mit bronchospastischer Komponente (z.B. chronisch obstruktiver Lungenerkrankung)
  • unbehandeltes Phäochromozytom
  • klinisch relevante Leberfunktionsstörungen
  • metabolische Azidose
  • gleichzeitige Therapie mit MAO-Hemmern (Ausnahme: MAO-B-Hemmer)
  • gleichzeitige i.v. Therapie mit Verapamil, Diltiazem oder anderen Antiarrhythmika
  • Stillzeit

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Carvedilol - peroral
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Bronchitis
      • Pneumonie
      • Infektionen der oberen Atemwege
      • Harnwegsinfekte
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Anämie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Thrombozytopenie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Leukopenie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Überempfindlichkeit (allergische Reaktionen)
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Gewichtszunahme
      • Hypercholesterinämie
      • Verschlechterung der Blutglucoseregulationsmechanismen (Hyperglykämie, Hypoglykämie) bei Patienten mit Diabetes mellitus
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Depression
      • depressive Verstimmung.
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schlafstörungen
      • Albträume
      • Halluzinationen
      • Verwirrtheit
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Psychosen
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schwindel
      • Kopfschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Präsynkopen, Synkopen
      • Müdigkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Parästhesien
  • Augenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Sehstörungen
      • verringerter Tränenfluss (trockenes Auge), besonders bei Kontaktlinsenträgern
      • Augenreizung
  • Herzerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Herzinsuffizienz
      • Herzversagen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Bradykardie
      • Hypervolämie
      • Flüssigkeitsüberlastung, v.a. während der Titrationsphase
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • AV-Block
      • Verschlechterung einer Herzinsuffizienz, v.a. während der Titrationsphase
      • Angina pectoris
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hypotonie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • orthostatische Hypotonie
      • Ödeme inklusive generalisierte Ödeme
      • Ödeme in den abhängigen Partien
      • periphere und genitale Ödeme
      • Beinödeme
      • Störungen der peripheren Zirkulation (kalte Extremitäten, periphäre Verschlusskrankheit, Verschlechterung einer intermittierenden Claudicatio und von Raynauds Phänomenen)
      • Hypertonie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dyspnoe
      • Lungenödem
      • Asthma bei prädisponierten Patienten
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • verstopfte Nase
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit
      • Durchfall
      • Erbrechen
      • Dyspepsie
      • Bauchschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Verstopfung
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Mundtrockenheit
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Erhöhung von
        • Alaninaminotransferase (ALAT)
        • Aspertataminotransferase (ASAT)
        • Gammaglutamyltransferase (GGT)
  • Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hautreaktionen (z.B. allergisches Exanthem, Dermatitis, Urtikaria, Pruritus, psoriasiforme und Lichenplanus-ähnliche Hautläsionen; bestehende Läsionen können sich verschlechtern)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • schwere Hautreaktionen (z.B. Erythema multiforme, Steven-Johnson-Syndrom, Toxische epidermale Nekrolyse)
      • Alopezie
  • Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Gliederschmerzen
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Nierenversagen und abnormale Nierenfunktion bei Patienten mit generalisierten Gefäßerkrankungen und/oder Niereninsuffizienz
      • Miktionsstörungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Harninkontinenz bei Frauen (reversibel nach Absetzen)
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • erektile Dysfunktion, Impotenz
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Asthenie (inklusive Erschöpfung, beobachtet besonders zu Beginn der Therapie, normalerweise leicht ausgeprägt)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schmerzen
      • Ödeme

Anwendungshinweise

  • Einnahme der Tabletten
    • mit ausreichend Flüssigkeit
    • bei Herzinsuffizienz möglichst zu den Mahlzeiten (langsamere Resorption und möglicherweise Verminderung orthostatischer Effekte)

Stillzeithinweise

Carvedilol - peroral
  • kontraindiziert während der Stillzeit
    • im Fall einer Behandlung mit Carvedilol muss abgestillt werden
  • aus Studien mit laktierenden Tieren geht hervor, dass Carvedilol und/oder seine Metabolite in die Muttermilch von Ratten ausgeschieden werden und dort akkumulieren (Carvedilol ist lipophil)
  • nicht bekannt, ob Carvedilol beim Menschen in die Muttermilch übergeht

Schwangerschaftshinweise

Carvedilol - peroral
  • Carvedilol sollte in der Schwangerschaft nur dann eingesetzt werden, wenn der Nutzen für die Mutter das potenzielle Risiko für das ungeborene Kind bzw. das Neugeborene rechtfertigt
  • Behandlung mit Beta-Rezeptorenblockern sollte 72 - 48 Stunden vor dem erwarteten Geburtstermin beendet werden
    • ist dies nicht möglich, muss das Neugeborene für die ersten 48 - 72 Lebensstunden überwacht werden
  • Beta-Rezeptorenblocker
    • vermindern die Plazentaperfusion
      • in der Folge kann es zum intrauterinen Fruchttod des Feten, zu Fehl- und Frühgeburten kommen
    • außerdem können sowohl beim Feten als auch beim Neugeborenen unerwünschte Wirkungen (insbesondere Hypoglykämie und Bradykardie) auftreten
    • in der postnatalen Phase besteht für das Neugeborene ein erhöhtes Risiko hinsichtlich kardialer und pulmonaler Komplikationen
  • keine klinischen Daten über exponierte Schwangere für Carvedilol vorliegend
  • tierexperimentelle Studien
    • haben Reproduktionstoxizität gezeigt
  • Fertilität
    • in Tierstudien Störungen der weiblichen Fertilität nach einer Behandlung mit Carvedilol beobachtet

Warnhinweise

Carvedilol - peroral
  • Essentielle Hypertonie
    • Carvedilol kann bei essentieller Hypertonie allein oder in Kombination mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln, insbesondere zusammen mit Thiazid-Diuretika, angewendet werden
      • wenn eine (Vor-)Behandlung mit Diuretika besteht, wird empfohlen, diese - falls möglich - ggf. vor Beginn der Carvedilol Therapie kurzfristig abzusetzen, um einen möglicherweise übermäßigen Blutdruckabfall zu vermeiden
    • da keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vorliegen, soll Carvedilol nicht angewendet werden bei
      • labiler oder sekundärer Hypertonie
      • kompletten Schenkelblockbildern
      • Neigung zu Blutdruckabfall bei Lagewechsel (Orthostase)
      • akuten entzündlichen Herzerkrankungen
      • hämodynamisch wirksamen Veränderungen der Herzklappen oder des Herzausflusstraktes
      • Endstadien peripherer arterieller Durchblutungsstörungen
      • gleichzeitiger Therapie mit alpha1-Rezeptorantagonisten oder alpha2-Rezeptoragonisten
    • sollten - in begründeten Ausnahmefällen - Carvedilol und Clonidin gleichzeitig angewendet werden, darf Clonidin erst dann stufenweise abgesetzt werden, wenn einige Tage zuvor die Behandlung mit Carvedilol beendet worden ist
  • Chronische (kongestive) Herzinsuffizienz
    • Carvedilol soll grundsätzlich immer zusätzlich zu der Herzinsuffizienz-Standardtherapie (bestehend aus Diuretika, Digitalis, ACE-Hemmern und/oder anderen Vasodilatatoren) eingesetzt werden
      • Carvedilol-Behandlung darf nur begonnen werden, wenn der Patient mit der konventionellen Basis-Herzinsuffizienz-Therapie stabil eingestellt ist, d.h. die Dosierung dieser bereits bestehenden Standardtherapie muss vor Therapiebeginn mit Carvedilol zumindest für vier Wochen stabil sein
    • nach Gabe der ersten Carvedilol-Dosis, aber auch bei Dosissteigerung, kann es zu einem verstärkten Blutdruckabfall kommen
      • insbesondere bei
        • Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz (NYHA >= III)
        • Salz- und/oder Flüssigkeitsmangel (z.B. hoch dosierte Diuretika-Therapie)
        • älteren Patienten (>= 70 Jahre)
        • Patienten mit niedrigem Ausgangsblutdruck (z.B. systolisch < 100 mmHg)
      • diese Patienten sollen nach Gabe der ersten Carvedilol-Dosis sowie bei Erhöhung der Dosierung ca. 2 Stunden ärztlich überwacht werden, um eine unkontrolliert auftretende hypotone Reaktion zu vermeiden
    • bei Patienten mit (kongestiver) Herzinsuffizienz kann es während der Auftitrierung der Dosis von Carvedilol zu einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz oder zu Flüssigkeitsretention kommen
      • bei Auftreten solcher Symptome sollte die Diuretika-Dosis erhöht werden und die Carvedilol-Dosis nicht weiter erhöht werden, bis eine klinische Stabilität erreicht ist
      • gelegentlich kann es aber auch notwendig sein, die Carvedilol-Dosis zu reduzieren oder, in seltenen Fällen, die Behandlung vorübergehend zu unterbrechen
      • solche Vorfälle schließen eine anschließende erfolgreiche Titration von Carvedilol nicht aus
      • aufgrund des negativen Effektes auf die AV-Überleitung sollte Carvedilol mit Vorsicht bei Patienten mit AV-Block I. Grades angewendet werden
    • gleichzeitige Gabe von Carvedilol und Herzglykosiden
      • erhöhte Vorsicht, da beide Substanzen eine Verzögerung der AV-Überleitung bewirken
  • Nierenfunktion bei (kongestiver) Herzinsuffizienz
    • bei chronisch herzinsuffizienten Patienten mit niedrigem Blutdruck (systolisch < 100 mmHg), die zusätzlich an ischämischer Herzkrankheit oder generalisierten Gefäßerkrankungen und/oder an Niereninsuffizienz leiden, unter Behandlung mit Carvedilol eine reversible Verschlechterung der Nierenfunktion beobachtet
    • deshalb muss bei Patienten mit diesen Risikofaktoren die Nierenfunktion während der Einstellung der Carvedilol-Therapie häufig kontrolliert werden
      • bei Verschlechterung der Nierenfunktion soll die Carvedilol Dosierung reduziert oder ggf. die Therapie abgesetzt werden
  • Linksventrikuläre Dysfunktion nach akutem Myokardinfarkt
    • bevor Behandlung mit Carvedilol begonnen wird
      • muss Patient klinisch stabil sein
      • außerdem sollte der Patient mind. während der zurückliegenden 48 Stunden einen ACE-Hemmer erhalten haben und die Dosis dieses ACE-Hemmers sollte mind. während der zurückliegenden 24 Stunden stabil gewesen sein
    • Patienten mit instabiler Angina pectoris
      • für die Anwendung von Carvedilol bei Patienten mit instabiler Angina pectoris nur begrenzte klinische Erfahrungen vorliegend, sollte Carvedilol bei dieser Symptomatik nur mit Vorsicht angewendet werden
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung
    • Patienten mit Atemwegserkrankungen mit bronchospastischer Komponente dürfen nicht mit Carvedilol behandelt werden
    • bei Patienten mit einer Neigung zu Bronchospasmen kann als Folge eines möglichen erhöhten Widerstands der Luftwege Atemnot auftreten
  • Chronische obstruktive pulmonale Erkrankung (COPD)
    • Patienten mit COPD mit bronchospastischer Komponente, die keine orale oder inhalative Medikation erhalten, sollten Carvedilol mit besonderer Vorsicht anwenden, und nur dann, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt
    • bei Patienten mit Neigung zu Bronchospasmen können Symptome des respiratorischen Distress infolge einer möglichen Widerstandserhöhung der Atemwege aufkommen
      • solche Patienten sollten zu Beginn der Therapie und während der Titrationsphase durchgehend überwacht werden
    • Dosis reduzieren, sobald Anzeichen von Bronchospasmen festgestellt werden
  • Diabetes
    • Carvedilol sollte bei Patienten mit Diabetes mellitus mit Vorsicht angewendet werden, da sich die Ergebnisse der Blutzuckerkontrolle verschlechtern oder frühe Warnzeichen bzw. Symptome einer akuten Hypoglykämie maskiert oder vermindert sein können
      • bei diesen Patienten muss die Blutglucose-Konzentration zu Beginn der Behandlung bzw. bei Veränderung der Carvedilol-Dosierung regelmäßig kontrolliert werden
      • blutzuckersenkende Therapie ggf. entsprechend anpassen
      • besonders sorgfältige ärztliche Überwachung bei Diabetikern mit stark schwankenden Blutzuckerwerten notwendig
    • auch bei strengem Fasten ist sorgfältige ärztliche Überwachung der Blutglucose-Konzentration erforderlich
    • Betablocker können die Insulinresistenz erhöhen und Symptome einer Hypoglykämie maskieren
      • allerdings haben zahlreiche Studien nachgewiesen, dass sich gefäßerweiternde Beta-Blocker, wie Carvedilol, günstiger auf die Glukose- und Lipidprofile auswirken
  • Periphere Gefäßerkrankung und Raynaud Krankheit
    • Carvedilol sollte bei Patienten mit peripheren Gefäßerkrankungen (z.B. Raynaud Krankheit) mit Vorsicht angewendet werden, da Beta-Rezeptorenblocker Symptome von arteriellen Durchblutungsstörungen auslösen oder verschlechtern können
  • Hyperthyreose
    • Carvedilol kann die Symptome einer Hyperthyreose maskieren
  • Anästhesie und größere Operationen
    • Vorsicht, wegen der blutdrucksenkenden Wirkung von Carvedilol und der Addition der negativ inotropen Effekte von Carvedilol und einigen Anästhetika
  • Bradykardie
    • Carvedilol kann Bradykardie verursachen
    • in der Regel sollte die Dosis von Carvedilol reduziert werden, wenn die Pulsfrequenz < 55 Schläge / Min. abfällt
  • Überempfindlichkeit
    • bei Patienten mit schweren Überempfindlichkeitsreaktionen in der Vorgeschichte und bei Patienten unter Hyposensibilisierungstherapie Vorsicht bei der Anwendung von Beta-Rezeptor-blockierenden Substanzen wie Carvedilol, da sowohl die Empfindlichkeit gegen Allergene als auch die Schwere von Überempfindlichkeitsreaktionen erhöht werden kann
  • Schwere Hautreaktionen
    • sehr seltene Fälle von schweren Hautreaktionen, z.B. toxische epidermale Nekrolyse (TEN) und Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), während der Behandlung mit Carvedilol berichtet
    • Carvedilol sollte bei Patienten, die schwere Hautreaktionen haben, die möglicherweise Carvedilol zugeschrieben werden können, dauerhaft abgesetzt werden
  • Psoriasis
    • bei Patienten mit Psoriasis in der Eigen- oder Familienanamnese sollte die Verordnung von Arzneimitteln mit beta-blockierenden Eigenschaften nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen
  • Gleichzeitige Anwendung von Calciumkanalblockern und Antiarrhythmika
    • sorgfältige Überwachung von Blutdruck, Herzfrequenz und -rhythmus (EKG, insbesondere bei Verapamil oder Diltiazem) erforderlich bei gleichzeitiger Anwendung von Calciumantagonisten vom Verapamil- oder Diltiazem-Typ oder anderen Antiarrhythmika, da es verstärkt zu Blutdruckabfall, Bradykardie und/oder Herzrhythmusstörungen kommen kann
  • Phäochromozytom
    • Patienten mit Phäochromozytom dürfen erst nach ausreichender Alpha-Rezeptorenblockade mit Beta-Rezeptorenblockern therapiert werden
    • obwohl Carvedilol alpha- und beta-blockierende pharmakologische Eigenschaften hat, liegen für dessen Anwendung bei dieser Erkrankung keine Erfahrungen vor
      • daher sollte Carvedilol bei Patienten mit Verdacht auf Phäochromozytom mit Vorsicht angewendet werden
  • Angina pectoris, Prinzmetal-Angina
    • Carvedilol bei Patienten mit diagnostizierter Prinzmetal-Angina kontraindiziert
    • Anwendung von Carvedilol bei Patienten mit Verdacht auf Prinzmetal-Angina sollte mit Vorsicht erfolgen
    • Wirkstoffe mit nicht selektiven beta-blockierenden Eigenschaften können bei Patienten mit Prinzmetal-Angina Brustschmerzen provozieren
    • gibt keine klinischen Erfahrungen mit Carvedilol bei diesen Patienten, obwohl die alpha-blockierenden Eigenschaften von Carvedilol solche Symptome verhindern könnten
  • Entzugssyndrom
    • Carvedilol-Behandlung sollte nicht plötzlich abgebrochen werden, insbesondere bei Patienten mit chronisch stabiler Angina pectoris oder solchen mit ischämie-bedingter Herzinsuffizienz
      • gehäufte und/oder intensivere Angina-pectoris-Anfälle, selten auch Herzinfarkte sowie kurzfristig übermäßige, abrupte Blutdruckanstiege können verursacht werden
    • schrittweise Reduzierung der Dosis über einen Zeitraum von 2 Wochen empfohlen
      • falls notwendig, sollte bei Patienten mit Angina pectoris gleichzeitig eine antianginöse Ersatztherapie eingeleitet werden, um einer Verschlechterung der Angina pectoris vorzubeugen
  • Kontaktlinsen
    • bei Kontaktlinsenträgern Möglichkeit eines verminderten Tränenflusses beachten
  • Doping
    • Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen
    • Anwendung als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung der Gesundheit führen
  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
    • Anwendung aufgrund nicht ausreichender Daten zur Unbedenklichkeit nicht empfohlen
  • Ältere Patienten
    • ältere Patienten können empfindlicher auf Carvedilol reagieren und sollten sorgfältiger überwacht werden
    • wie bei anderen Beta-Rezeptorenblockern und insbesondere bei Koronarpatienten sollte Carvedilol schrittweise abgesetzt werden