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Fachinformationen

Indikation

  • Bluthochdruck, sofern nicht durch ein Phäochromozytom bedingt

Dosierung

  • Bluthochdruck, sofern nicht durch ein Phäochromozytom bedingt
    • individuelle Dosierung
    • Anwendung unter regelmäßiger Kontrolle des Blutdrucks in der vorgeschriebenen Dosierung
    • einschleichend dosieren
    • erforderliche Tagesdosis: 150 - 600 µg Clonidinhydrochlorid, je nach blutdrucksenkendem Effekt
    • tägliche Maximaldosis: 6 Tabletten (900 µg Clonidinhydrochlorid)
    • ggf. notwendige Dosissteigerung erst nach 2 - 4 Wochen
    • in Ausnahmefällen bei schweren Hochdruckformen
      • tägliche Maximaldosis: 1,2 - 1,8 mg Clonidinhydrochlorid, parenteral, über den Tag verteilt
    • Behandlung mittelschwerer Hypertonie
      • initial: 1/2 - 1 Tablette (75 - 150 µg Clonidinhydrochlorid) 2mal / Tag
      • schrittweise Steigerung, optional, in Abhängigkeit von Blutdrucksenkung
      • tägliche Maximaldosis: 2 Tabletten (300 µg Clonidinhydrochlorid) 3mal / Tag
    • Beenden der Therapie
      • Dosis langsam stufenweise reduzieren um akute Absetzerscheinungen wie Blutdrucksteigerung und Herzjagen zu vermeiden; ggf. Umstellung auf niedrig dosierte Formen
      • bei kombinierter Therapie mit beta-Rezeptorenblocker und notwendiger Unterbrechung der blutdrucksenkenden Therapie (Vermeidung lebensbedrohlicher unerwünschter Wirkungen durch sympathische Überaktivität)
        • zuerst beta-Rezeptorenblocker langsam ausschleichend absetzen
        • danach Clonidin absetzen (ebenfalls ausschleichend über mehrere Tage)
    • Behandlungsdauer: bestimmt behandelnder Arzt
    • blutdrucksenkender Effekt lässt sich durch kochsalzarme Kost sowie durch Gewichtsabnahme bei bestehendem Übergewicht wirkungsvoll unterstützen
    • Bluthochdruck der durch ein Phäochromozytom verursacht ist: kein therapeutischer Effekt zu erwarten

Dosisanpassung

  • Niereninsuffizienz
    • besonders sorgfältige Einstellung mit häufigeren Blutdruckkontrollen
    • prädialytische Patienten
      • in der Regel 300 µg Clonidinhydrochlorid / Tag ausreichend
    • Dialysepatienten
      • keine zusätzliche Gabe erforderlich (nur geringe Entfernung durch Hämodialyse)
  • ältere Patienten > 65 Jahre
    • vorsichtige, langsame Blutdrucksenkung, d. h. initial niedrige Dosen
  • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
    • Anwendung nicht empfohlen (keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege)

Kontraindikationen

Clonidin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Clonidin
  • bestimmte Erregungsbildungs- und Erregungsleitungsstörungen des Herzens, z.B. Sinusknotensyndrom oder AV-Block II. und III. Grades
  • Herzschlagfolge < 50 Schläge/Min. (Bradykardie)
  • Depressionen
  • Stillzeit

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Clonidin - peroral
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Depression
      • Schlafstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Albträume
      • wahnhafte Wahrnehmung
      • Halluzination
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Verwirrtheitszustand
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schwindel
      • Sedierung
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Parästhesien
  • Augenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Verminderung des Tränenflusses
      • Akkommodationsstörungen
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Sinusbradykardie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • AV-Blockierungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Bradyarrhythmie
      • Verstärkung einer bestehenden Herzinsuffizienz
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • orthostatische Dysregulation
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Raynaud-Syndrom
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Blutdruckanstieg bei Therapiebeginn
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Trockenheit der Nasenschleimhaut
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Mundtrockenheit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Obstipation
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Schmerzen in den Speicheldrüsen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Pseudoobstruktion des Kolons
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hautausschlag
      • Juckreiz
      • Urtikaria
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Alopezie
  • Erkrankungen der Nieren und ableitenden Harnwege
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Miktionsstörungen
      • Abnahme der Harnproduktion (durch Minderperfusion der Niere)
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • erektile Dysfunktion
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Gynäkomastie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Abnahme der Libido
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Müdigkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Unwohlsein
  • Untersuchungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Anstieg des Blutzuckers
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Veränderung der Leberfunktionstests
      • positiver Coombs-Test
      • Gewichtsabnahme

Anwendungshinweise

  • Einnahme unzerkaut mit etwas Flüssigkeit
  • Einnahme ist nicht an Mahlzeiten gebunden
  • Einnahme in der Regel 2mal / Tag

Stillzeithinweise

Clonidin - peroral
  • in der Stillzeit kontraindiziert
  • Clonidin geht in die Muttermilch über
  • nur unzureichende Daten über die Anwendung in der Stillperiode vorliegend

Schwangerschaftshinweise

Clonidin - peroral
  • Clonidin darf in der Schwangerschaft nur bei strenger Indikationsstellung unter sorgfältiger Überwachung von Mutter und Kind angewendet werden
  • nur unzureichende Daten über die Anwendung von Clonidin in der Schwangerschaft vorliegend (insbesondere im ersten Trimenon)
  • Clonidin passiert die Plazentaschranke
    • beim Feten kann eine Herzfrequenzsenkung auftreten
    • in Einzelfällen vorübergehender Blutdruckanstieg beim Neugeborenen post partum beobachtet
  • keine hinreichenden Erfahrungen zu den Langzeitauswirkungen einer pränatalen Exposition
  • tierexperimentelle Studien
    • präklinische Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf indirekten oder direkten schädigenden Einfluss hinsichtlich der Reproduktionstoxizität
  • Fertilität
    • keine Untersuchungen zu Clonidin hinsichtlich der Wirkung auf die menschliche Fertilität durchgeführt
    • präklinische Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf indirekten oder direkten schädigenden Einfluss hinsichtlich der Fertilität

Warnhinweise

Clonidin - peroral
  • besonders sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich bei:
    • koronarer Herzkrankheit, insbesondere bei frischem / im ersten Monat nach Myokardinfarkt
    • schwerer Herzinsuffizienz (NYHA IV)
    • fortgeschrittener chronischer arterieller Verschlusskrankheit, Raynaud-Syndrom und bei derThrombendangiitis obliterans
    • zerebrovaskulärer Insuffizienz
    • fortgeschrittener Niereninsuffizienz
    • Obstipation
    • Polyneuropathie
  • Herzfrequenz
    • Absinken der Herzfrequenz auf < 56 Schläge / Min. während Therapie mit Clonidin vermeiden
  • Träger von Kontaktlinsen
    • sollten die selten zu beobachtende Verminderung des Tränenflusses beachten
  • akutes Absetzsyndrom
    • nach plötzlichem Absetzen von Clonidin, insbesondere nach langfristiger Behandlung und hohen Dosierungen, sind akute Absetzerscheinungen beschrieben worden in Form von
      • starker, evtl. auch lebensbedrohender Blutdrucksteigerung
      • Herzjagen
      • Herzrhythmusstörungen
      • Unruhe
      • Nervosität
      • Zittern
      • Kopfschmerzen
      • und/oder Übelkeit
    • ein übermäßiger Blutdruckanstieg in Folge des Absetzens der Clonidin-Therapie kann durch die intravenöse Gabe von Phentolamin oder Tolazolin behandelt werden
  • Kinder und Jugendliche
    • Anwendung und Sicherheit von Clonidin bei Kindern und Jugendlichen nicht ausreichend durch randomisierte, kontrollierte Studien belegt
      • kann daher für die Behandlung dieser Patienten nicht empfohlen werden
    • Kinder mit ADHS
      • insbesondere bei der nicht zugelassenen Anwendung von Clonidin mit Methylphenidat bei Kindern mit ADHS schwerwiegende unerwünschte Reaktionen, einschließlich Todesfällen, beobachtet
      • daher wird von Clonidin in dieser Kombination abgeraten