Cayanol

WICK Pharma - Zweigniederlassung der Procter & Gamble GmbH Wirkstoff: Cayennepfeffer →

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Fachinformationen

Indikation

  • zur Linderung von Muskelschmerzen im Bereich der Schulter, Hals- und Lendenwirbelsäule bei Weichteilrheumatismus und Verspannungen

Dosierung

Basiseinheit: 100 g Creme enthalten 0,6627 - 1,8292 g Dickextrakt aus Cayennepfeffer (4 - 7 :1), entsprechend 53 mg Capsaicinoide, berechnet als Capsaicin; Auszugsmittel: Ethanol 80 % (V/V)

  • zur Linderung von Muskelschmerzen im Bereich der Schulter, Hals- und Lendenwirbelsäule bei Weichteilrheumatismus und Verspannungen
    • Erwachsene und Heranwachsende (>/= 12 Jahre)
      • 2 cm langen Creme-Strang 3mal / Tag auftragen
      • Behandlungsdauer: max. 2 Tage
      • Anwendung am gleichen Applikationsort: Zeitraum von 14 Tagen abwarten

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche (< 12 Jahre)
    • keine ausreichenden Untersuchungen vorhanden
    • keine Anwendung

Kontraindikationen

Capsaicin - extern
  • Überempfindlichkeit gegen Cayennepfeffer, Capsicumzubereitungen und Capsaicinoiden anderer Herkunft (z.B. Paprikagewächse)
  • vorgeschädigte Haut, z.B. nach Verbrennungen und Verletzungen/Wunden, bei Entzündungen oder Ekzemen

Nebenwirkungen

Capsaicin - extern
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Überempfindlichkeits- und allergische Reaktionen (urtikarielles Exanthem) in Form von Quaddeln, Bläschen, Juckreiz
        • Behandlung sofort abbrechen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • bei entsprechend sensibilisierten Patienten durch Rosmarinöl
        • Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Atemnot)
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Inhalation des Arzneimittels bzw. Kontakt mit der Nasenschleimhaut können aufgrund der schleimhautreizenden Wirkung des Arzneimittels zu Husten- und/oder Niesreiz führen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Verbrennungen der Haut, einschließlich schwerwiegende Fälle, und Nekrosen der Haut
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • brennender oder stechender Schmerz mit auftretender Rötung und Wärmeentwicklung
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schmerzen im Bereich der Auftragsstelle

Hinweise

  • der Wirkstoff verursacht eine lokale Hyperämie mit verstärkter Hautrötung und einem Wärmegefühl
    • diese Reaktion gehört zur normalen pharmakologischen Wirkung des Arzneimittels und geht in der Regel nach Absetzen des Arzneimittels in kurzer Zeit zurück
  • sollte während der ersten Behandlungstage ein Gefühl des Brennens, Stechens oder Juckreiz auftreten, das als zu stark empfunden wird, sollte die Behandlung abgebrochen werden
  • bei auftretenden Nebenwirkungen sollte das Arzneimittel abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden

Anwendungshinweise

  • Creme zur äußerlichen Anwendung
  • dünn auf das schmerzende Areal auftragen und anschließend einziehen lassen

Stillzeithinweise

Capsaicin - extern
  • Anwendung in der Stillzeit nicht empfohlen
    • sollte nur nach sorgfältiger Nutzen-/Risiko-Bewertung angewendet werden
  • Capsaicin kann in die Muttermilch übergehen
  • keine Daten zur Anwendung in der Stillzeit vorliegend

Schwangerschaftshinweise

Capsaicin - extern
  • Anwendung in der Schwangerschaft nicht empfohlen
    • obwohl pränatale und neonatale Effekte Effekte von Capsaicin erst bei Dosierungen auftraten, die über der maximalen klinischen Dosis liegen, sollte das Arzneimittel während Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-/Risiko-Bewertung angewendet werden
    • sollte während Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-/Risiko-Bewertung angewendet werden
  • Capsaicin passiert die Plazenta
  • tierexperimentelle Studien
    • haben nach hohen subkutanen Dosen von Capsaicin eine Reproduktionstoxizität gezeigt
  • keine Daten zur Anwendung in der Schwangerschaft vorliegend
  • Fertilität
    • keine Daten zur Fertilität verfügbar

Warnhinweise

Capsaicin - extern
  • Patienten sollen (auch vor der Anwendung) Arzt aufsuchen
    • bei akuten Zuständen, die z.B. mit Rötung, Schwellung oder Überwärmung von Gelenken einhergehen
    • bei andauernden Gelenkbeschwerden
    • bei heftigen Rückenschmerzen, die in die Beine ausstrahlen und/oder mit neurologischen Ausfallerscheinungen (z.B. Taubheitsgefühl, Kribbeln) verbunden sind
  • Cayennepfeffer-Zubereitungen reizen selbst in geringen Mengen die Schleimhäute sehr stark und erzeugen ein schmerzhaftes Brennen
    • darf nicht in der Nähe der Augen, des Mundes, der Zunge oder Lippen aufgebracht werden; nicht auf Schleimhäute oder offene Wunden gelangen lassen
    • bei Kontakt mit den Augen: unverzüglich Augenarzt aufsuchen
      • Sofortmaßnahme: gründliches Spülen des Auges mit reichlich kaltem Wasser
  • empfohlen, sich nicht im Anwendungsbereich zu kratzen, um Hautverletzungen zu vermeiden
  • körperliche Aktivität, verbunden mit Schwitzen, und zusätzliche Wärmezufuhr (z.B. durch warmes Wasser, Sonne, Bestrahlung, Heizkissen) sollten vermieden werden
    • da dadurch die Wärmewirkung und eventuell auftretendes Brennen oder Stechen verstärkt werden kann
    • Anwendung ist abzubrechen, falls die Wärmewirkung als zu stark empfunden wird
  • bei längerer Anwendung am gleichen Anwendungsort
    • ist mit einer reversiblen Schädigung sensibler Nerven zu rechnen
  • Verbrennungen der Haut, einschließlich schwerwiegende Fälle, und Nekrosen der Haut wurden berichtet
    • Behandlung sofort abbrechen und Arzneimittelreste entfernen, wenn Schmerzen, Schwellungen oder Blasenbildung im behandelten Hautbereich auftreten
  • Kinder und Jugendliche
    • altersabhängige Einschränkungen möglich (siehe jeweilige Herstellerinformation)
    • keine ausreichenden Untersuchungen zur Anwendung bei Kindern vorliegend
    • soll bei Kindern < 12 Jahren nicht angewendet werden
  • bei halbfester Darreichungsform
    • sollte die Wärmewirkung auf der Haut vom Patienten als zu stark empfunden werden, können überschüssige Arzneimitteleste mit kaltem Wasser und Seife, mit Hautcreme oder einem indifferenten Öl entfernt werden
    • nach dem Auftragen des Arzneimittels sollten die Hände sorgsam gewaschen werden, damit ein unbeabsichtigter Kontakt mit anderen Körperstellen vermieden wird
    • Hautbereiche, die behandelt werden, sollen nicht fest bandagiert oder einer lokalen Wärmebehandlung ausgesetzt werden