Ceftazidim Dr. Eberth 500mg

Dr. Friedrich Eberth Arzneimittel GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Ceftazidim →

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N3 10 ST 89,32 €

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Fachinformationen

Indikation

  • bei Erwachsenen und Kindern inklusive Neugeborenen (von Geburt an) zur Behandlung folgender Infektionen
    • Nosokomiale Pneumonie
    • Broncho-pulmonale Infektionen bei zystischer Fibrose
    • Bakterielle Meningitis
    • Chronisch eitrige Otitis media
    • Maligne Otitis externa
    • Komplizierte Harnwegsinfektionen
    • Komplizierte Haut- und Weichteilinfektionen
    • Komplizierte intraabdominale Infektionen
    • Knochen- und Gelenksinfektionen
    • Peritonitis assoziiert mit Dialyse bei CAPD-Patienten
  • Behandlung von Patienten mit Bakteriämie im Zusammenhang oder bei vermutetem Zusammenhang mit einer der oben angeführten Infektionen
  • kann zur Behandlung von neutropenischen Patienten mit Fieber, aufgrund einer vermuteten bakteriellen Infektion, eingesetzt werden
  • kann als peri-operative Prophylaxe von Harnwegsinfekten bei Patienten, die sich einer transurethralen Resektion der Prostata (TURP) unterziehen, verwendet werden
  • Hinweise
    • bei der Wahl von Ceftazidim sein antibakterielles Spektrum berücksichtigen, welches hauptsächlich auf aerobe Gram-negative Bakterien limitiert ist
    • Ceftazidim gemeinsam mit anderen antibakteriellen Substanzen anwenden, wenn die mögliche Bandbreite der verursachenden Bakterien nicht vom Wirkspektrum von Ceftazidim abgedeckt wird
    • offizielle Richtlinien zum angemessenen Gebrauch von antibakteriellen Arzneimitteln berücksichtigen

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche enthält 582 mg Ceftazidim 5 H2O, entsprechend 500 mg Ceftazidim

  • Behandlung von Infektionen
    • Erwachsene und Kinder >/= 40 kg
      • Intermittierende Verabreichung
        • Broncho-pulmonale Infektionen bei zystischer Fibrose
          • Zu verabreichende Dosis: 100 - 150 mg / kg / Tag alle 8 Std., Max. 9 g / Tag1
        • Fiebrige Neutropenie, Nosokomiale Pneumonie, Bakterielle Meningitis, Bakteriämie*
          • Zu verabreichende Dosis: 2 g alle 8 Std.
        • Knochen- und Gelenksinfektionen, Komplizierte Haut- und Weichteilinfektionen, Komplizierte intraabdominale Infektionen, Peritonitis assoziiert mit einer Dialyse bei CAPD-Patienten
          • Zu verabreichende Dosis: 1 - 2 g alle 8 Std.
        • Komplizierte Harnwegsinfektionen
          • Zu verabreichende Dosis: 1 - 2 g alle 8 Std. oder 12 Std.
        • Perioperative Prophylaxe bei transurethraler Prostata-Resektion
          • Zu verabreichende Dosis: 1 g beim Start der Anästhesie und 2. Dosis beim Entfernen des Katheters
        • Chronisch eitrige Otitis media, Maligne Otitis externa
          • Zu verabreichende Dosis: 1 - 2 g alle 8 Std.
      • Kontinuierliche Infusion
        • Fiebrige Neutropenie, Nosokomiale Pneumonie, Broncho-pulmonalInfektionen bei zystischer Fibrose, Bakterielle Meningitis, Bakteriämie*, Knochen- und Gelenksinfektionen, Komplizierte Haut- und Weichteilinfektionen, Komplizierte intraabdominale Infektionen, Peritonitis assoziiert mit einer Dialyse bei CAPD-Patienten
          • Zu verabreichende Dosis: Startdosis 2 g gefolgt von kontinuierlicher Infusion von 4 - 6 g alle 24 Std.1
      • 1Erwachsene mit normaler Nierenfunktion haben 9 g / Tag ohne Nebenwirkungen vertragen
      • * Im Zusammenhang mit einer in Kategorie "Indikation" angeführten Infektion oder bei Verdacht auf einen solchen Zusammenhang
    • Kinder und Kleinkinder > 2 Monate und Kinder < 40 kg
      • Intermittierende Verabreichung
        • Komplizierte Harnwegsinfektionen , Chronisch eitrige Otitis media, Maligne Otitis externa
          • Normale Dosierung: 100 - 150 mg / kg / Tag aufgeteilt auf 3 gleiche Dosen, Max. 6 g / Tag
        • Neutropenische Kinder, Broncho-pulmonale Infektionen bei zystischer Fibrose, Bakterielle Meningitis, Bakteriämie*
          • Normale Dosierung: 150 mg / kg / Tag aufgeteilt auf 3 gleiche Dosen, Max. 6 g / Tag
        • Knochen- und Gelenksinfektionen, Komplizierte Haut- und Weichteilinfektionen, Komplizierte intraabdominale Infektionen, Peritonitis assoziiert mit einer Dialyse bei CAPD-Patienten
          • Normale Dosierung: 100 - 150 mg / kg / Tag aufgeteilt auf 3 gleiche Dosen, Max. 6 g / Tag
      • Kontinuierliche Infusion
        • Fiebrige Neutropenie, Nosokomiale Pneumonie, Broncho-pulmonale Infektionen bei zystischer Fibrose, Bakterielle Meningitis, Bakteriämie*, Knochen- und Gelenksinfektionen, Komplizierte Haut- und Weichteilinfektionen, Komplizierte intraabdominale Infektionen, Peritonitis assoziiert mit einer Dialyse und bei CAPD-Patienten
          • Normale Dosierung: Startdosis/Bolus von 60 - 100 mg / kg, gefolgt von einer kontinuierlichen Infusion von 100 - 200 mg / kg / Tag, Max. 6 g / Tag
    • Neugeborene und Kinder </= 2 Monate
      • Intermittierende Verabreichung
        • Bei den meisten Infektionen
          • Normale Dosierung: 25 - 60 mg / kg / Tag aufgeteilt auf 2 gleiche Dosen
      • 1Bei Neugeborenen und Kindern </= 2 Monaten kann die Serumhalbwertszeit von Ceftazidim 3 - 4mal so hoch sein wie bei Erwachsenen
      • * Im Zusammenhang mit einer in Kategorie "Indikation" angeführten Infektion oder bei Verdacht auf einen solchen Zusammenhang

Dosisanpassung

  • Neugeborene und Kinder </= 2 Monate
    • Sicherheit und Wirksamkeit von Ceftazidim, verabreicht als kontinuierliche Infusion, nicht bewiesen
  • Ältere Patienten (> 80 Jahre)
    • Im Hinblick auf altersbedingte verringerte Clearance von Ceftazidim
      • max. Dosis 3 g / Tag
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • schwach oder mäßig stark
      • keine Notwendigkeit einer Dosisanpassung (lt. vorliegenden Daten)
    • stark eingeschränkte Leberfunktion
      • engmaschige klinische Überwachung zur Sicherheit und Wirksamkeit (keine Studiendaten)
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • Dosis reduzieren (Ceftazidim wird von den Nieren unverändert ausgeschieden)
    • Initialdosis: 1 g
    • Erhaltungsdosis auf Basis der Kreatinin-Clearance berechnen
      • intermittierende Infusion
        • Erwachsene und Kinder >/= 40 kg
          • Kreatinin-Clearance (ml/min): 50 - 31
            • Ungefähres Serum-Kreatinin µmol/l (mg/dl): 150 - 200 (1,7 - 2,3)
            • Empfohlene Einzeldosis (g): 1
            • Dosierungsfrequenz (stündlich): 12
          • Kreatinin-Clearance (ml/min): 30 - 16
            • Ungefähres Serum-Kreatinin µmol/l (mg/dl): 200 - 350 (2,3 - 4,0)
            • Empfohlene Einzeldosis (g): 1
            • Dosierungsfrequenz (stündlich): 24
          • Kreatinin-Clearance (ml/min): 15 - 6
            • Ungefähres Serum-Kreatinin µmol/l (mg/dl): 350 - 500 (4,0 - 5,6)
            • Empfohlene Einzeldosis (g): 0,5
            • Dosierungsfrequenz (stündlich): 24
          • Kreatinin-Clearance (ml/min): < 5
            • Ungefähres Serum-Kreatinin µmol/l (mg/dl): > 500 (> 5,6)
            • Empfohlene Einzeldosis (g): 0,5
            • Dosierungsfrequenz (stündlich): 48
        • Patienten mit schweren Infektionen
          • Dosis um 50 % erhöhen oder Dosierungsfrequenz erhöhen
        • Bei Kindern
          • Kreatinin-Clearance an Körperoberfläche oder fettfreie Körpermasse angepassen
        • Kinder < 40 kg
          • Kreatinin-Clearance (ml/min)**: 50 - 31
            • Ungefähres Serum-Kreatinin* µmol/l (mg/dl): 150 - 200 (1,7 - 2,3)
            • Empfohlene individuelle Dosis mg / kg Körpergewicht: 25
            • Dosierungsfrequenz (stündlich): 12
          • Kreatinin-Clearance (ml/min)**: 30 - 16
            • Ungefähres Serum-Kreatinin* µmol/l (mg/dl): 200 - 350 (2,3 - 4,0)
            • Empfohlene individuelle Dosis mg / kg Körpergewicht: 25
            • Dosierungsfrequenz (stündlich): 24
          • Kreatinin-Clearance (ml/min)**: 15 - 6
            • Ungefähres Serum-Kreatinin* µmol/l (mg/dl): 350 - 500 (4,0 - 5,6)
            • Empfohlene individuelle Dosis mg / kg Körpergewicht: 12,5
            • Dosierungsfrequenz (stündlich): 24
          • Kreatinin-Clearance (ml/min)**: < 5
            • Ungefähres Serum-Kreatinin* µmol/l (mg/dl): > 500 (> 5,6)
            • Empfohlene individuelle Dosis mg / kg Körpergewicht: 12,5
            • Dosierungsfrequenz (stündlich): 48
        • * Serum-Kreatinin-Werte sind Richtwerte, welche möglicherweise nicht genau das gleiche Ausmaß von Einschränkung für alle Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion anzeigen
        • ** Geschätzt aufgrund der Körperoberfläche, oder gemessen
        • engmaschige klinische Überwachung zur Sicherheit und Wirksamkeit ist anzuraten
      • kontinuierliche Infusion
        • Erwachsene und Kinder >/= 40 kg
          • Kreatinin-Clearance (ml/min): 50 - 31
            • Ungefähres Serum-Kreatinin µmol/l (mg/dl): 150 - 200 (1,7 - 2,3)
            • Dosierungsfrequenz (stündlich): Startdosis 2 g gefolgt von 1 - 3 g / 24 Std.
          • Kreatinin-Clearance (ml/min): 30 - 16
            • Ungefähres Serum-Kreatinin µmol/l (mg/dl): 200 - 350 (2,3 - 4,0)
            • Dosierungsfrequenz (stündlich): Startdosis 2 g gefolgt von 1 g / 24 Std.
          • Kreatinin-Clearance (ml/min): </= 15
            • Ungefähres Serum-Kreatinin µmol/l (mg/dl): > 350 (> 4,0)
            • Dosierungsfrequenz (stündlich): Nicht untersucht
          • Vorsicht bei Dosiswahl; engmaschige klinische Überwachung zur Sicherheit und Wirksamkeit ist anzuraten
        • Kinder < 40 kg
          • Sicherheit und Wirksamkeit, verabreicht als kontinuierliche Infusion, nicht bewiesen
          • engmaschige klinische Überwachung zur Sicherheit und Wirksamkeit ist anzuraten
          • Bei Anwendung von Dauerinfusionen Kreatinin-Clearance der Körperoberfläche oder der Magermasse anpassen
    • Hämodialyse
      • Serumhalbwertszeit während der Hämodialyse variiert von 3 - 5 Std.
      • Nach jeder Hämodialyse Erhaltungsdosis von Ceftazidim, siehe Fachinformation, erneut geben
    • Peritonealdialyse
      • Ceftazidim kann während der Peritonealdialyse und während der kontinuierlichen ambulanten Peritonealdialyse (CAPD) verwendet werden.
      • Zusätzlich zur intravenösen Verabreichung kann Ceftazidim auch in die Dialyseflüssigkeit eingebracht werden (üblicherweise 125 - 250 mg auf 2 Liter Dialyselösung)
      • Bei Patienten mit Nierenversagen mit kontinuierlicher arteriovenöser Hämodialyse oder Hochfluss-Hämofiltration auf Intensivstationen
        • 1g / Tag entweder als Einzeldosis oder in aufgeteilten Dosen
        • Bei Niedrigfluss-Hämofiltration folgen Sie der Dosierempfehlung für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
      • Patienten mit veno-venöser Hämofiltration und veno-venöser Hämodialyse
        • Dosierempfehlung in der Fachinformation folgen

Kontraindikationen

Ceftazidim - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Ceftazidim oder andere Cephalosporine
  • schwere Überempfindlichkeit (z.B. anaphylaktische Reaktion) gegen andere Beta- Lactam-Antibiotika (Penicilline, Monobactame und Carbapeneme) in der Anamnese

Nebenwirkungen

Ceftazidim - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Candidiasis (einschließlich Vaginitis und orale Candidose)
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Eosinophilie
      • Thrombozytose
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Neutropenie
      • Leukopenie
      • Thrombozytopenie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Agranulozytose
      • hämolytische Anämie
      • Lymphozytose
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Anaphylaxie (einschließlich Bronchospasmus und/oder Hypotonie)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kopfschmerzen
      • Schwindel
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • neurologische Folgeerscheinungen
        • Berichte von neurologischen Folgeerscheinungen einschließlich Zittern, Myoklonie, Krämpfen, Enzephalopathie und Koma bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, bei denen die Ceftazidim-Dosis nicht angemessen reduziert wurde
      • Parästhesie
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Phlebitis oder Thrombophlebitis bei intravenöser Anwendung
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Diarrhö
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Antibiotika-assoziierte Diarrhö und Colitis
        • Diarrhö und Colitis können mit Clostridium difficile und einer pseudomembranösen Colitis in Zusammenhang stehen
      • abdominale Schmerzen
      • Übelkeit
      • Erbrechen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Geschmacksstörung
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • vorübergehender Anstieg eines oder mehrerer Leberenzyme (ALT/SGPT, AST/SOGT, LDH, GGT, alkalische Phosphatase)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Ikterus
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • makulopapulöser oder urtikarieller Ausschlag
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Pruritus
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • toxische epidermale Nekrolyse
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • Erythema multiforme
      • Angioödem
      • Arzneimittelwirkung mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS, Drug Reaction with Eosinophilia and Systemic Symptoms)
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • vorübergehende Erhöhung des Blutharnstoffes, des Blut-Harnstoff-Stickstoffes und/oder des Serum-Kreatinins
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • interstitielle Nephritis
      • akutes Nierenversagen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schmerz und/oder Entzündung nach intramuskulärer Injektion
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Fieber
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • positiver Coombs-Test (positiver Coombs-Test entwickelt sich in ca. 5 % der Patienten und kann die Blut-Kreuzprobe beeinflussen)

Anwendungshinweise

  • verabreichung durch i.v. Injektion oder Infusion, oder mittels tiefer i.m. Injektion
  • Empfohlene i.m. Injektionsstellen
    • obere äußere Quadrant des Gluteus maximus
    • laterale Teil des Oberschenkels.
  • Lösung kann direkt in Vene verabreicht oder in den Schlauch des Infusionsbestecks eingebracht werden, wenn Patient parenterale Flüssigkeiten erhält
  • Üblicherweise i.v. Verabreichung mittels intermittierender Injektion oder kontinuierlicher Infusion empfohlen
  • i.m. Verabreichung nur dann in Erwägung ziehen, wenn i.v. Verabreichung nicht möglich oder für den Patienten weniger geeignet
  • Dosis hängt von Schwere, Empfindlichkeit, Ort und Typ der Infektion und vom Alter und der Nierenfunktion des Patienten ab
  • Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Fachinformation

Stillzeithinweise

Ceftazidim - invasiv
  • Ceftazidim kann während der Stillzeit angewendet werden
  • Ceftazidim wird in geringen Mengen in die Muttermilch ausgeschieden, jedoch sind bei therapeutischen Dosen keine Auswirkungen auf gestillte Kinder zu erwarten

Schwangerschaftshinweise

Ceftazidim - invasiv
  • Ceftazidim sollte schwangeren Frauen nur verschrieben werden, wenn der Nutzen das Risiko überwiegt
  • Daten zur Anwendung von Ceftazidim bei schwangeren Frauen sind begrenzt
  • tierexperimentelle Studien
    • haben keine direkten oder indirekten schädlichen Wirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fötale Entwicklung, Geburtsvorgang oder postnatale Entwicklung gezeigt
  • Fertilität
    • keine Daten vorliegend

Warnhinweise

Ceftazidim - invasiv
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • wie bei allen Beta-Lactam-Antibiotika schwere und gelegentlich tödliche Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet
      • im Falle einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion muss Behandlung mit Ceftazidim sofort abgebrochen werden und angemessene Notfallsmaßnahmen müssen eingeleitet werden
    • vor Beginn der Behandlung sollte festgestellt werden
      • ob der Patient in seiner Vorgeschichte bereits schwere Überempfindlichkeitsreaktionen, hervorgerufen durch Ceftazidim, durch andere Cephalosporine oder durch andere Typen von Beta-Lactam-Antibiotika hatte
    • Vorsicht, wenn Ceftazidim Patienten mit leichten Überempfindlichkeitsreaktionen gegen andere Beta-Lactam-Antibiotika in der Vorgeschichte verabreicht wird
  • antibakterielles Wirkungsspektrum
    • Ceftazidim hat ein eingeschränktes antibakterielles Wirkungsspektrum
    • Ceftazidim zur alleinigen Behandlung mancher Infektionsarten nicht geeignet
      • außer der Erreger ist bereits dokumentiert und als empfindlich bekannt oder es besteht ein sehr großer Verdacht, dass die wahrscheinlichsten Erreger für die Behandlung mit Ceftazidim geeignet sind
      • trifft insbesondere bei Erwägungen zur Behandlung von Patienten mit Bakteriämie und zur Behandlung der bakteriellen Meningitis, Haut- und Weichteilinfektionen sowie Knochen- und Gelenksinfektionen zu
    • zusätzlich ist Ceftazidim empfindlich auf Hydrolyse durch einige der erweiterten Spektren von Beta-Lactamasen (ESBLs)
      • deshalb sollte die Information über die Prävalenz von ESBL produzierenden Organismen berücksichtigt werden, wenn Ceftazidim zur Behandlung ausgesucht wird
  • Antibiotika-assoziierte Coliti, pseudomembranöse Colitis
    • Antibiotika-assoziierte Colitis und pseudomembranöse Colitis bei fast allen Antibiotika berichtet, einschließlich Ceftazidim
      • können in ihrer Ausprägung von mild bis lebensbedrohlich schwanken
    • bei Patienten beachten, die an einer Diarrhö während oder anschließend an die Behandlung mit Ceftazidim leiden
    • ggf. Abbruch der Behandlung mit Ceftazidim und spezifische Behandlung gegen Clostridium difficile erwägen
      • Arzneimittel, die die Peristaltik hemmen, sind kontrainidiziert
  • Vermehrtes Wachstum von nichtempfindlichen Keimen
    • längere Anwendung kann zu vermehrtem Wachstum von nichtempfindlichen Keimen (z.B. Enterokokken, Pilze) führen, was eine Unterbrechung der Behandlung oder andere angemessene Maßnahmen erfordern kann
    • regelmäßige Überprüfung des Zustandes des Patienten wichtig
  • Nierenfunktion, Niereninsuffizienz
    • gleichzeitige Behandlung mit hohen Dosen Cephalosporin und nephrotoxischen Arzneimitteln wie Aminoglykosiden oder wirksamen Diuretika (z.B. Furosemid) kann die Nierenfunktion ungünstig beeinflussen
    • Niereninsuffizienz
      • Ceftazidim wird über die Nieren ausgeschieden, daher sollte Dosis entsprechend der Einschränkung der Nierenfunktion reduziert werden
      • Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollten zur Sicherheit und Wirksamkeit engmaschiger kontrolliert werden
      • neurologische Folgen gelegentlich berichtet, wenn die Dosis bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion nicht reduziert wurde
  • Beeinflussung von Laborparametern
    • Ceftazidim beeinflusst Enzym-basierte Tests für Glykosurie nicht, aber eine leichte Beeinflussung (falsch-positiv) der Kupfer- Reduktionsmethode (Benedict, Fehling, Clinitest) kann vorkommen
    • Ceftazidim beeinflusst den alkalischen Pikrat-Test für Kreatinin nicht
    • bei ungefähr 5 % der Patienten fällt durch die Behandlung mit Ceftazidim der Coombs-Test positiv aus, was die Blut-Kreuzprobe beeinträchtigen kann