CELESTAN solubile 4mg Injektionslösung

Organon Healthcare GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Betamethason →

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N2 5 ST 34,18 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Neurologie
    • Hirnödem (nur bei computertomographisch nachgewiesener Hirndrucksymptomatik), ausgelöst durch Hirntumor, neurochirurgische Eingriffe, Hirnabszess, bakterielle Meningitis
  • Notfallbehandlung
    • posttraumatischer Schock/Prophylaxe der posttraumatischen Schocklunge
    • anaphylaktischer Schock (nach primärer Epinephrin-Injektion)
  • Erkrankungen der Lunge und der Atemwege
    • schwerer akuter Asthmaanfall
    • Induktion der Lungenreife bei drohender Frühgeburt zwischen der 24. und 34. SSW nach Ausschluss eines Amnioninfektionssyndroms
    • interstitielle Aspirationspneumonie
  • Dermatologie
    • parenterale Anfangsbehandlung ausgedehnter akuter schwerer Hautkrankheiten wie Erythrodermie, Pemphigus vulgaris, akute Ekzeme
  • Autoimmunerkrankungen/Rheumatologie
    • parenterale Anfangsbehandlung von Autoimmunerkrankungen wie systemischer Lupus erythematodes, insbesondere viszerale Formen
    • aktive Phasen von Systemvaskulitiden wie Panarteriitis nodosa (bei gleichzeitig bestehender pos. Hepatitis B Serologie Begrenzung der Behandlungsdauer auf 2 Wochen)
    • aktive rheumatoide Arthritis mit schwerer progredienter Verlaufsform z. B. schnell destruierend verlaufende Formen und/oder extraartikulären Manifestationen
    • juvenile idiopathische Arthritis mit schwerer systemischer Verlaufsform (Still Syndrom) oder mit lokal nicht beeinflussbarer Iridozyklitis
    • rheumatisches Fieber mit Karditis
  • Infiltrationstherapie (nur bei umschriebener, nicht bakterieller, entzündlicher Reaktion)
    • Tendovaginitis (strenge Indikationsstellung)
    • nicht bakterielle Bursitis
    • Periarthropathien, Insertionstendopathien
    • Engpass-Syndrom bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen
    • Enthesitiden bei Spondyloarthritiden
    • Hinweis:
      • bevorzugte Verwendung von wässrigen Kortikoid-Lösungen bzw. mikrokristalliner Suspensionen (um Kristallreaktionen, Sehnenschäden und Sehnenruptur zu vermeiden)
  • intraartikuläre Therapie (kleine Gelenke)
    • nach Allgemeinbehandlung chronisch entzündlicher Gelenkerkrankungen und persistierender Entzündung in einem oder wenigen Gelenken
    • Arthritis bei Pseudogicht/Chondrokalzinose
    • aktivierte Arthrose
    • Hinweise:
      • bei großen Gelenken: Verwendung von Kristallsuspensionen
        • bessere lokale Verträglichkeit von Suspensionen mit geringer Kristallgröße
      • bevorzugte Anwendung von Arzneimitteln mit langer Verweildauer im Gelenk
        • längere lokale Wirksamkeit
        • geringere systemische Wirkung
  • Infektiologie
    • schwere Infektionskrankheiten mit toxischen Zuständen (z. B. Tuberkulose, Typhus; nur neben entsprechender antiinfektiöser Therapie)
  • Onkologie
    • Palliativtherapie maligner Tumoren
    • Prophylaxe und Therapie von postoperativem und/oder Zytostatika-induziertem Erbrechen im Rahmen antiemetischer Schemata
  • Ophthalmologie
    • subkonjunktivale Anwendung bei nicht infektiöser Keratokonjunktivitis, Skleritis (mit Ausnahme der nekrotisierenden Skleritis), Uveitis anterior und intermedia

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 5,3 mg Betamethasondihydrogenphosphat-Dinatrium (entsprechend 4 mg Betamethason)

  • Neurologie
    • Hirnödem
      • initial: 8 - 10 mg (bis 80 mg) i.v.
      • anschließend: 16 - 24 mg (bis 48 mg) i.v. / Tag, verteilt auf 3 - 4 (6) Einzeldosen
      • Behandlungsdauer: 4 - 8 Tage
      • evtl. längerfristige, niedriger dosierte Gabe während der Bestrahlung sowie bei konservativer Therapie inoperabler Hirntumoren erforderlich
    • Hirnödem infolge bakterieller Hirnhautentzündung
      • 0,15 mg / kg KG alle 6 h
      • Behandlungsdauer: 4 Tage
      • Kinder
        • 0,4 mg / kg Körpergewicht (KG) alle 12 h
        • Behandlungsdauer: 2 Tage
  • Notfallbehandlung
    • posttraumatischer Schock/Prophylaxe der posttraumatischen Schocklunge
      • initial: 40 - 100 mg i.v.
      • Wiederholung der Dosis nach 12 h oder 16 - 40 mg Betamethason alle 6 h
      • Behandlungsdauer: 2 - 3 Tage
      • Kinder
        • initial: 40 mg i.v.
    • anaphylaktischer Schock
      • 40 - 100 mg i.v.
      • bei Bedarf wiederholte Injektion
  • Erkrankungen der Lunge und der Atemwege
    • schwerer akuter Asthmaanfall
      • initial: 8 - 20 mg i.v.
      • weiterhin 8 mg alle 4 Stunden
      • Kinder
        • 0,15 - 0,3 mg / kg KG i.v. bzw. 1,2 mg / kg KG als Bolus
        • dann 0,3 mg / kg KG alle 4 - 6 Stunden
    • Induktion der Lungenreife bei drohender Frühgeburt
      • Schwangere
        • 12 mg 2mal im Abstand von 24 h i.m.
        • ggf. Wiederholung nach 7 Tagen
    • interstitielle Aspirationspneumonie
      • initial: 40 - 100 mg Betamethason i.v.
      • Wiederholung der Dosis nach 12 h oder 16 - 40 mg alle 6 Stunden
      • Behandlungsdauer: 2 - 3 Tage
      • Kinder
        • initial: 40 mg Betamethason i.v.
  • Dermatologie
    • akute Hautkrankheiten
      • 8 - 40 mg i.v. / Tag
      • anschließend orale Weiterbehandlung in absteigender Dosierung
  • Autoimmunerkrankungen/Rheumatologie
    • aktive Phasen von rheumatischen Systemerkrankungen
      • systemischer Lupus erythematodes
        • 6 - 15 mg / Tag
      • aktive rheumatoide Arthritis mit schwerer progredienter Verlaufsform, z. B. schnell destruierend verlaufende Formen
        • 12 - 15 mg / Tag
        • und/oder extraartikuläre Manifestationen
          • 6 - 12 mg / Tag
    • Panarteriitis nodosa
      • 6 - 15 mg / Tag
      • bei gleichzeitig bestehender positiver Hepatitis B-Serologie
        • Begrenzung der Behandlungsdauer auf 2 Wochen
    • juvenile idiopathische Arthritis mit schwerer systemischer Verlaufsform (Still Syndrom) oder mit lokal nicht beeinflussbarer Iridozyklitis
      • 12 - 15 mg / Tag
    • rheumatisches Fieber mit Karditis
      • 12 - 15 mg / Tag
  • intraartikuläre Therapie (kleine Gelenke)
    • Dosierung abhängig von Größe des Gelenks und Schwere der Symptome
    • allgemein zur Besserung der Beschwerden
      • 1malige intraartikuläre Injektion
    • Injektionsabstand mind. 3 - 4 Wochen
    • max. Anzahl der Injektionen pro Gelenk: 3 - 4
    • ärztliche Kontrolle des behandelten Gelenks nach wiederholter Injektion notwendig
    • nach intraartikuläre Kortikoid-Therapie und entsprechender symptomatischer Besserung sollte der Patient eine übermäßige Strapazierung dieses Gelenkes vermeiden
  • Infektiologie
    • schwere Infektionskrankheiten, toxische Zustände (z.B. Tuberkulose, Typhus; nur neben entsprechender antiinfektiöser Therapie)
      • 4 - 20 mg i.v. / Tag
  • Onkologie
    • Palliativtherapie maligner Tumoren
      • initial: 8 - 16 mg / Tag
      • bei länger dauernder Therapie: 4 - 12 mg / Tag
    • Prophylaxe und Therapie von Zytostatika-induziertem Erbrechen im Rahmen antiemetischer Schemata
  • Ophthalmologie
    • individuell, nach Schwere der Symptomatik dosieren
    • bei subkonjunktivaler Anwendung
      • 2 mg Betamethason ausreichend
  • Hinweise:
    • Höhe der Dosierung abhängig von
      • Art und Schwere der Erkrankung
      • individuellem Ansprechen des Patienten auf die Therapie
    • i. A. Anwendung relativ hoher Initialdosen, die bei akuten schweren Verlaufsformen deutlich höher sein müssen als bei chronischen Erkrankungen
    • je nach Grunderkrankung, klinischer Symptomatik und Ansprechen auf Therapie:
      • unterschiedlich schnelle Dosisreduktion und Therapiebeendigung möglich oder
      • Einstellung des Patienten auf möglichst niedrige Erhaltungsdosis, ggf. unter Kontrolle des adrenalen Regelkreises
    • Dosis und Behandlungsdauer
      • so hoch und lang wie nötig
      • so gering und kurz wie möglich
    • Dosisabbau grundsätzlich stufenweise
    • bei einer im Anschluss an Initialtherapie erforderlichen Langzeittherapie
      • Umstellung auf Prednison/Prednisolon (geringere Nebennierenrindensuppression)

Dosisanpassung

  • Patienten mit Leberzellschädigung bzw. Hypothyreose
    • evtl. niedrige Dosierungen ausreichend bzw. Dosisreduktion erforderlich
  • ältere Patienten
    • besondere Nutzen/Risiko-Abwägung (Osteoporose-Risiko erhöht)
  • Kinder und Jugendliche
    • strenge Indikationsstellung
    • ggf. Wachstumstörungen, Unterbindung der körpereigenen Kortikosteroidproduktion
      • bei dieser Altersgruppe und v. a. bei länger andauernder Anwendung: sorgfältige Kontrolle von Wachstum und Entwicklung
    • intraartikuläre Anwendung und Infiltrationstherapie: Wirksamkeit und Unbedenklichkeit nicht ausreichend belegt
    • Anwendung bei Kindern nicht empfohlen

Kontraindikationen

Betamethason - invasiv
    • schnell freisetzende Darreichungsform (Injektionslösung)
      • Überempfindlichkeit gegen Betamethason
      • bei Induktion der Lungenreife
        • bei nicht stabilisierter EPH-Gestose und beim Amnioninfektionssyndrom
        • postpartal
      • subkonjunktivale Anwendung
        • bei virus-, bakterien- und mykosebedingten Augenerkrankungen
        • Verletzungen und ulzerösen Prozessen der Hornhaut
      • intraartikuläre / infiltrative Anwendung
        • bei Infektionen im Applikationsbereich
        • bei einem Psoriasisherd im Applikationsbereich
        • bei schwerem Allgemeininfekt sowie bei hämorrhagischer Diathese
        • bei nicht vaskularisierter Knochennekrose
        • bei Instabilität des zu behandelnden Gelenks
      • intramuskuläre Injektion
        • idiopathische thrombozytopenische Purpura
    • retardiert freisetzende Darreichungsform (Kristallsuspension)
      • Überempfindlichkeit gegen Betamethason oder andere Corticosteroide
      • bei länger dauernder Therapie
        • MagenMagen-Darm-Ulzera
        • schwere Osteoporose
        • psychiatrische Anamnese
        • akute Infektionen
          • Herpes simplex
          • Herpes zoster
          • Varizellen
        • HBsAG-positive chronisch-aktive Hepatitis
        • ca. 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach Schutzimpfungen
        • systemische Mykosen und Parasitosen
        • Amöbeninfektion
        • Poliomyelitis (mit Ausnahme der bulbärencephalitischen Form)
        • Lymphadenitis nach BCG-Impfung
        • Herpes ophthalmicus
        • Eng- und Weitwinkelglaukom
        • hyalinen Membransyndrom („Atemnotsyndrom")
        • bei nicht stabilisierter EPH-Gestose und beim Amnioninfektionssyndrom
        • postpartal
      • intraartikuläre Injektion und Infiltrationstherapie
        • Infektionen innerhalb oder in unmittelbarer Nähe des zu behandelnden Gelenks oder des Applikationsbereichs
        • Psoriasisherd im Applikationsbereich
        • Blutungsneigung (spontan oder durch Antikoagulanzien)
        • periartikuläre Calcifikation
        • Instabilität des zu behandelnden Gelenks
        • nicht vaskularisierte Knochennekrose
        • Sehnenruptur
        • Charcot-Gelenk
      • Einschränkung des Indikationsgebiets aufgrund Patientenalter siehe jeweiligeHerstellerinformation

Therapiehinweise

Ausschleichend dosieren.

Nebenwirkungen

Betamethason - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Keimverschleppung (Infektion), verbunden mit der Applikationstechnik
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • mäßige Leukozytose
      • Lymphopenie
      • Eosinopenie
      • Polyglobulie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • signifikant höheres Risiko einer Early-onset-Sepsis (v. a. nach wiederholter Gabe von Glucocorticoiden nach Blasensprung)
      • Schwächung der Immunabwehr
      • Maskierung von Infektionen
      • Exazerbation latenter Infektionen
      • Überempfindlichkeitsreaktionen
      • Blutdruckabfall
      • Schock
      • allergische Reaktionen
      • anaphylaktische Reaktionen
  • Endokrine Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • adrenale Suppression und Induktion eines Cushing Syndroms (typische Symptome Vollmondgesicht, Stammfettsucht und Plethora)
      • verminderte Glucose(Kohlenhydrat)-Toleranz
      • (latenter) Diabetes mellitus
      • Wachstumshemmung oder Verzögerung bei Behandlung von Kindern im Wachstumsalter bzw. beim ungeborenen Kind bei Behandlung von Schwangeren
      • Störungen der Sexualhormonsekretion (unregelmäßige Menstruation bis hin zur Amenorrhoe, Hirsutismus, Impotenz)
      • sekundäre, adrenocorticale und hypophysäre Nichtansprechbarkeit, besonders unter Stress z. B. bei Trauma, chirurgischen Eingriffen oder Krankheit
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Gewichtszunahme
      • Hypercholesterinämie und Hypertriglyceridämie
      • Natriumretention mit Ödembildung
      • vermehrte Kaliumausscheidung (cave: Rhythmusstörungen)
      • gesteigerte Calciumausscheidung
      • hypokaliämische Alkalose
      • Flüssigkeitsretention bei prädisponierten Patienten Stauungsherzinsuffizienz
      • erhöhter Bedarf an Insulin oder oralen Antidiabetika
      • negative Stickstoffbilanz auf Grund eines erhöhten Protein-Katabolismus
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • (schwere) Depression bis hin zu psychotischen Manifestationen
      • Stimmungsschwankungen
      • Gereiztheit
      • Euphorie
      • Antriebs- und Appetitsteigerung
      • Persönlichkeitsveränderungen
      • Psychosen
      • Schlafstörungen (Schlaflosigkeit)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erhöhter intrakranieller Druch mit Pseudotumor cerebri (insb. bei Kindern)
      • Manifestation einer latenten Epilepsie
      • Erhöhung der Anfallsbereitschaft bei manifester Epilepsie
      • Krämpfe
      • (Dreh-)Schwindel
      • Kopfschmerz
  • Augenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Katarakt, insbesondere mit hinterer subkapsulärer Trübung (v. a. bei Kindern)
      • erhöhter Augeninnendruck
      • Glaukom (mit möglicher Schädigung des Sehnervs)
      • Exophthalmus
      • Verschlechterung der Symptome bei Hornhautulcus
      • Aggravation bakterieller Hornhautinfektionen
      • Candidose
      • Ptosis
      • Mydriasis
      • Chemosis
      • iatrogene Skleraperforation
      • selten reversibler Exophthalmus
      • Begünstigung viraler, fungaler und bakterieller Entzündungen am Auge
      • Perforation der Kornea bei bestehender Keratitis
      • Herpes-simplex-Keratitis
      • Einzelfälle von Blindheit traten nach intraläsionaler Behandlung im Bereich des Gesichts bzw. des Kopfes auf
      • verschwommenes Sehen
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • kongestive Herzinsuffizienz
      • Stauungsherzinsuffizienz (bei prädisponierten Patienten)
  • Gefäßerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Blutdruckerhöhung
      • Blutdruckabfall
      • Erhöhung des Arteriosklerose- und Thromboserisikos
      • Vaskulitis (auch als Entzugssyndrom nach Langzeittherapie)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schluckauf
      • Magen-Darm-Ulcera (mit möglicher Perforation und Blutung)
      • gastrointestinale Blutungen
      • Pankreatitis
      • Blähungen
      • ulcerative Ösophagitis
  • Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Striae rubrae
      • (subkutane und kutane) Atrophie
      • Hautverdünnung
      • Teleangiektasien
      • erhöhte Kapillarfragilität
      • Petechien
      • Ekchymosen
      • (Gesichts-) Erythem
      • verstärktes Schwitzen
      • Hypertrichose
      • Steroidakne
      • verzögerte Wundheilung
      • Rosacea-artige (periorale) und allergische Dermatitis
      • Urtikaria
      • angioneurotisches Ödem
      • Änderungen der Hautpigmentierung (Hypo- bzw. Hyperpigmentation)
      • Überempfindlichkeitsreaktionen, z. B. Arzneimittelexanthem
      • Unterdrückung von Reaktionen gegenüber Hauttests
      • allergische Dermatitis
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Sehnenschäden und / oder spätere Sehnenruptur
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Muskelatrophie und -schwäche
      • Corticoid-Myopathie
      • bei Patienten mit Myasthenia gravis Verstärkung der Symptome
      • Osteoporose (dosisabhängig, auch bei nur kurzer Anwendung möglich)
      • Wirbelfrakturen
      • aseptische Knochennekrosen (Kopf des Oberarm-und Oberschenkelknochens)
      • Frakturen der langen Röhrenknochen
      • Sehnenruptur
      • Gelenkinstabilität (nach wiederholten intraartikulären Injektionen)
      • Charcot-artige Arthropathie
      • steriler Abszess
      • Muskel- und Gelenkschmerzen (bei zu rascher Dosisreduktion nach lang dauernder Behandlung)
      • Kristallsynovitis (Kristallsuspensions-Präparate)
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • veränderte Beweglichkeit und Anzahl der Spermien
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • lokale Reizungen
      • Nachschmerz nach der Injektion (nach intraartikulärer oder infiltrativer Anwendung)
      • systemische Unverträglichkeitserscheinungen
        • Hitzegefühl
        • länger anhaltende Schmerzen
      • Entwicklung einer Hautatrophie und / oder einer Atrophie des Unterhautgewebes mit Depigmentierung und Lanugoverlust an der Injektionsstelle
      • Verletzung von Gefäßen oder Nerven sowie periartikulären und artikulären Strukturen, verbunden mit der Applikationstechnik

Anwendungshinweise

  • nur klare Lösungen verwenden
  • Inhalt der Injektionslösung nur zur einmaligen Entnahme (Reste vernichten)
  • intravenöse (i.v.) Gabe
    • langsam über 2 - 3 Min.
    • Tagesdosis möglichst als Einzeldosis morgens (zwischen 6.00 und 8.00 Uhr) verabreichen (zirkadiane Therapie)
    • Prüfung einer möglichen alternierenden Behandlung in Abhängigkeit vom Krankheitsbild und Ansprechen auf Therapie
  • Infiltrationstherapie
    • Anwendung im Bereich des stärksten Schmerzes bzw. der Sehnenansätze
    • Vermeidung einer intratendinösen Injektion!
    • auf strenge aseptische Kautelen achten
    • intramuskuläre (i.m.) Injektionen tief intraglutäal injizieren (Vermeidung lokaler Gewebeatrophie)
  • intraartikuläre Therapie (kleine Gelenke)
    • Durchführung nur unter streng aseptischen Bedingungen
    • Untersuchung der Gelenkflüssigkeit (um septischen Prozess auszuschließen)
    • lokale Injektion in infiziertes Gelenk vermeiden
    • Zeichen einer septischen Arthritis
      • merkliche Verstärkung der Schmerzen
      • lokale Schwellung
      • Einschränkung der Beweglichkeit des Gelenks
      • Fieber
      • Unwohlsein
    • bei bestätigter Diagnose einer Sepsis, Einleitung einer adäquaten antimikrobiellen Therapie
    • keine Injektion in instabile Gelenke, infizierte Bereiche oder Zwischenwirbelräume (Gelenkzerstörung)
      • wiederholte Injektionen in Gelenke, die von Osteoarthritis betroffen sind, können die Gelenkzerstörung beschleunigen
    • Vermeidung direkter Injektionen in Sehnen (Gefahr von Sehnenrupturen)
    • längerfristige und wiederholte Anwendung in gewichttragenden Gelenken vermeiden (Verschlimmerung der verschleißbedingten Veränderungen)

Stillzeithinweise

Betamethason - invasiv
  • während der Behandlung soll nicht gestillt werden bzw. nur nach strenger Indikationsstellung
    • Einschränkungen während der Stillzeit siehe jeweilige Herstellerinformation
  • bei Hochdosistherapie aus Krankheitsgründen
    • Abstillen empfohlen
  • Glucocorticoide gehen in die Muttermilch über
  • Wachstumsstörungen, eine Unterdrückung der körpereigenen Corticoidproduktion und andere Nebenwirkungen sind beim Kind nicht auszuschließen
  • eine Schädigung des Säuglings ist bisher nicht bekannt geworden

Schwangerschaftshinweise

Betamethason - invasiv
  • während der Schwangerschaft (besonders in den ersten drei Monaten) oder bei Frauen im gebärfähigen Alter soll die Anwendung nur nach sorgfältiger Nutzen / Risiko-Abwägung erfolgen
  • keine kontrollierten Studien zur Reproduktionstoxizität am Menschen vorliegend
  • Corticosteroide passieren die Plazentaschranke
  • bei Langzeitbehandlung mit Glucocorticoiden während der Schwangerschaft sind Wachstumsstörungen, eine Unterdrückung der körpereigenen Corticoidproduktion und andere Nebenwirkungen des Fetus nicht auszuschließen
  • Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft hohe Dosen von Corticosteroiden erhalten haben
    • sollten besonders beobachtet werden, ob sie Symptome einer Nebennierenrindeninsuffizienz zeigen
    • sind auf das seltene Auftreten von kongenitalen Katarakten zu untersuchen
  • Studien haben ein erhöhtes Risiko neonataler Hypoglykämie in Folge pränataler Kurzzeitanwendung von Betamethason bei Frauen mit dem Risiko einer späten Frühgeburt gezeigt
  • werden Glucocorticoide am Ende der Schwangerschaft gegeben, besteht für den Fetus die Gefahr einer Atrophie der Nebennierenrinde
    • kann eine ausschleichende Substitutionsbehandlung des Neugeborenen erforderlich machen
  • Anwendung während der Schwangerschaft zur Induktion der Lungenreife
    • während der Behandlung sollte eine Kardiotokographie (CTG) zusammen mit anderen Maßnahmen zur Kontrolle des fetalen Wohlbefindens durchgeführt werden
  • Mütter, die während der Schwangerschaft Corticosteroide erhalten haben
    • sollten während und nach der Geburt wegen der damit verbundenen Stresssituation auf Anzeichen einer Nebenniereninsuffizienz beobachtet werden
  • tierexperimentelle Studien
    • Betamethason führte zur Ausbildung von Gaumenspalten
    • erhöhtes Risiko für orale Spaltbildungen bei menschlichen Feten durch die Gabe von Glucocorticoiden während des ersten Trimenons wird diskutiert

Warnhinweise

Betamethason - invasiv
  • Nebennierenrinden(NNR)-Insuffizienz
    • eine NNR-Insuffizienz, die durch eine Glucocorticoidtherapie bedingt ist, kann, abhängig von der Dosis und Therapiedauer, noch mehrere Monate und in Einzelfällen länger als ein Jahr nach Absetzen der Therapie anhalten
    • kommt es während der Behandlung mit Betamethason zu besonderen körperlichen Stresssituationen (Unfall, Operation, Geburt u. a.), kann eine vorübergehende Dosiserhöhung erforderlich werden
    • wegen der möglichen Gefährdung in Stresssituationen sollte daher für den Patienten bei länger dauernder Therapie ein Corticoid-Ausweis ausgestellt werden
    • auch bei anhaltender NNR-Insuffizienz nach Therapieende kann die Gabe von Glucocorticoiden in körperlichen Stresssituationen erforderlich sein
    • da die Mineralocorticoidsekretion ebenfalls beeinträchtigt sein kann, kann die Verordnung von Elektrolyten und / oder Mineralocorticoiden erforderlich sein
    • eine Therapie-induzierte akute NNR-Insuffizienz kann durch langsame Dosisreduktion bei vorgesehenem Absetzen minimiert werden
  • eine Therapie mit Betamethason sollte nur unter strengster Indikationsstellung und ggf. zusätzlicher gezielter antiinfektiöser Therapie durchgeführt werden bei folgenden Erkrankungen
    • akute Virusinfektionen (Herpes zoster, Herpes simplex, Varizellen, Keratitis herpetica)
    • HBsAg-positive chronisch-aktive Hepatitis
    • ca. 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach Schutzimpfungen mit Lebendimpfstoffen
    • systemische Mykosen und Parasitosen (z. B. Nematoden)
    • Poliomyelitis
    • Lymphadenitis nach BCG-Impfung
    • akute und chronische bakterielle Infektionen
    • bei Tuberkulose
      • bei Tuberkulose in der Anamnese (cave: Reaktivierung), latenter Tuberkulose oder positiver Tuberkulintest
        • Anwendung nur unter Tuberkulostatika-Schutz
          • bei länger dauernder Corticosteroidtherapie sollte eine Chemoprophylaxe durchgeführt werden
          • falls Rifampicin zur Chemophrophylaxe verwendet wird, gilt es den beschleunigten Effekt auf die Corticosteroid-Metabolisierung zu beachten (ggf. ist die Corticosteroid-Dosis anzupassen)
        • generell sorgfältige Überwachung nötig (erneuter Krankheitsausbruch möglich)
      • bei aktiver Tuberkulose
        • Anwendung von Corticosteroiden auf die Fälle begrenzt werden, in denen selbige zur Beherrschung von fulminanter oder disseminierter Tuberkulose in Kombination mit einem angemessenen antituberkulotischen Behandlungsregime benötigt werden
  • zusätzlich sollte eine Therapie mit Betamethason nur unter strenger Indikationsstellung und ggf. zusätzlicher spezifischer Therapie durchgeführt werden bei
    • MagenMagen-Darm-Ulzera
    • erosiver Ösophagitis
    • Niereninsuffizienz
    • (schwerer) Osteoporose
    • Myasthenia gravis
    • (schwer einstellbarer) Hypertonie
    • (schwer einstellbarem) Diabetes mellitus
    • psychiatrischen Erkrankungen (auch anamnestisch)
    • Herpes ophthalmicus (Gefahr einer cornealen Perforation)
    • Eng- und Weitwinkelglaukom
    • Hornhautulcerationen und Hornhautverletzungen
  • Anwendung nur mit Vorsicht bei Patienten mit
    • Cushing-Syndrom
    • Thrombophlebitis
    • Abszess (Eiterung) oder andere eitererzeugende Infektion
    • Ulcus pepticum in der Anamnese
  • wegen der Gefahr einer Darmperforation darf Betamethason nur bei zwingender Indikation und unter entsprechender Überwachung angewendet werden bei
    • unspezifischer ulzerativer Colitis mit drohendem Durchburch
    • schwerer Colitis ulcerosa mit drohender Perforation
    • Divertikulitis
    • Enteroanastomosen (unmittelbar postoperativ)
  • die Zeichen einer peritonealen Reizung nach gastrointestinaler Perforation können bei Patienten, die hohe Dosen von Glucocorticoiden erhalten, fehlen
  • Hypoprothrombinämie
    • Corticosteroide in Kombination mit Acetylsalicylsäure sollten mit Vorsicht bei Hypoprothrombinämien verwendet werden
  • Phäochromozytom-Krise
    • nach der systemischen Anwendung von Corticosteroiden wurde über das Auftreten einer Phäochromozytom-Krise berichtet, die tödlich verlaufen kann
    • bei Patienten mit einem vermuteten oder diagnostizierten Phäochromozytom sollten Corticosteroide nur nach einer angemessenen Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden
  • anaphylaktische Reaktionen
    • in seltenen Fällen traten bei Patienten unter parenteraler Therapie mit Corticosteroiden schwere bis lebensbedrohliche anaphylaktoide / anaphylaktische Reaktionen mit potenziellem Schock auf
    • in diesem Zusammenhang gab es unter anderem auch Berichte über Fälle von
      • Kreislaufversagen
      • Herzstillstand
      • Arrhythmien
      • Bronchospasmus
      • Blutdruckabfall oder -anstieg
    • bei Patienten mit bekannter allergischer Disposition oder mit allergischen Reaktionenauf Corticosteroide in der Vorgeschichte sind entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen
  • CYP3A-Inhibitoren
    • bei gleichzeitiger Behandlung mit CYP3A-Inhibitoren, einschließlich cobicistathaltiger Produkte, ist mit einem erhöhten Risiko systemischer Nebenwirkungen zu rechnen
    • Kombination vermeiden
      • es sei denn, der Nutzen überwiegt das erhöhte Risiko systemischer Nebenwirkungen der Corticosteroide
      • in diesem Fall Patienten im Hinblick auf systemische Corticosteroidnebenwirkungen überwachen
  • Diabetes mellitus
    • während der Anwendung von Betamethason ist bei Diabetikern ein eventuell erhöhter Bedarf an Insulin oder oralen Antidiabetika zu berücksichtigen
  • Kontrollen
    • insbesondere bei Anwendung hoher Dosen und bei Patienten mit schwer einstellbarer Hypertonie
      • regelmäßige Blutdruckkontrolle während der Behandlung mit Betamethason erforderlich
    • Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz sind, aufgrund der Gefahr einer Verschlechterung, sorgfältig zu überwachen
    • bei einer lang dauernden Therapie mit Glucocorticoiden sind regelmäßige ärztliche Kontrollen (einschließlich augenärztlicher Kontrollen in dreimonatigen Abständen) angezeigt
    • bei hohen Dosen ist auf eine ausreichende Kaliumzufuhr und auf Natrium-Restriktion zu achten und der Serum-Kalium-Spiegel zu überwachen
  • Induktion der Lungenreife bei drohender Frühgeburt
    • bei gleichzeitiger Tokolyse muss unter Umständen die Flüssigkeitszufuhr reduziert werden
    • neuere Daten zeigen, dass nach wiederholter Gabe von Glucocorticoiden nach Blasensprung ein signifikant höheres Risiko einer early-onset Sepsis besteht
      • Benefit für das Kind gegen das Risiko für die Mutter abwägen
  • Kinder
    • da die Anwendung von Corticosteroiden das Wachstum stören und die körpereigene Corticosteroidproduktion unterbinden kann
      • Indikation streng stellen
      • das Längenwachstum und die Entwicklung besonders bei Glucocorticoid Langzeittherapie regelmäßig kontrollieren
  • Infektionen
    • während der Anwendung von Corticosteroiden können neue Infektionen auftreten oder die Symptomatik einer bestehenden oder sich entwickelnden Infektion verschleiert und somit die Diagnostik erschwert werden
    • eine verminderte Widerstandsfähigkeit kann auftreten und die Lokalisation von Infektionen erschwert sein
    • Sekundärinfekte durch Pilze oder Viren am Auge können vermehrt auftreten
  • Langzeitanwendung
    • auch geringe Mengen von Betamethason führen zu einem erhöhten Infektionsrisiko
      • auch durch solche Mikroorganismen, die ansonsten selten Infektionen verursachen (sog. opportunistische Infektionen)
    • kann hintere subkapsuläre Katarakte und Glaukome mit möglicher Schädigung der Sehnerven verursachen
    • kann das Risiko für sekundäre Augeninfektionen auf Grund von Pilzen oder Viren erhöhen
    • Wechsel von der parenteralen zur oralen Gabe in Betracht ziehen
      • möglicher Nutzen und Risiken gegeneinander abwägen
  • Impfungen
    • Impfungen mit Lebendimpfstoffen vermeiden
    • Impfungen mit Totimpfstoffen grundsätzlich möglich
      • die Immunreaktion und damit der Impferfolg kann bei höheren Dosierungen der Corticoide beeinträchtigt werden
    • während einer Behandlung mit Corticosteroiden sollten Patienten nicht gegen Pocken geimpft werden
    • insbesondere bei hohen Corticosteroiddosen sollten auch andere Impfungen nicht vorgenommen werden, da die Gefahr von neurologischen Komplikationen und ausbleibender Antikörperbildung besteht
    • im Falle einer Substitutionstherapie mit Corticosteroiden, z. B. bei Morbus Addison, kann jedoch eine Immunisierung durchgeführt werden
  • Viruserkrankungen
    • spezielle Viruserkrankungen (Windpocken, Masern) können bei Patienten, die mit Glucocorticoiden behandelt werden, besonders schwer verlaufen
    • insbesondere gefährdet sind
      • immunsupprimierte Kinder
      • Personen ohne bisherige Windpocken- oder Maserninfektion
        • wenn diese Personen während einer Behandlung mit Betamethason Kontakt zu masern- oder windpockenerkrankten Personen haben ggf. vorbeugende Behandlung einleiten
  • Osteoporose-Risiko
    • abhängig von Dauer und Dosierung der Behandlung muss mit einem negativen Einfluss auf den Calciumstoffwechsel gerechnet werden
      • Osteoporose-Prophylaxe ist zu empfehlen
    • gilt vor allem bei gleichzeitig bestehenden Risikofaktoren wie
      • familiärer Veranlagung
      • höherem Lebensalter
      • nach der Menopause
      • ungenügender Eiweiß- und Calciumzufuhr
      • starkem Rauchen
      • übermäßigem Alkoholgenuss
      • Mangel an körperlicher Aktivität
    • Vorbeugung besteht in ausreichender Calcium- und Vitamin D-Zufuhr und körperlicher Aktivität
    • bei bereits bestehender Osteoporose
      • zusätzliche medikamentöse Therapie erwägen
  • Patienten mit Hypothyreose oder Leberzirrhose
    • verstärkte Wirkung der Corticosteroide gezeigt
  • bei Beendigung oder ggf. Abbruch der Langzeitgabe von Glucocorticoiden ist an folgende Risiken zu denken
    • Exacerbation bzw. Rezidiv der Grundkrankheit
    • akute NNR-Insuffizienz (insbesondere in Stresssituationen, z. B. während Infektionen, nach Unfällen, bei verstärkter körperlicher Belastung)
    • Cortison-Entzugssyndrom
  • Sehstörungen
    • bei der systemischen und topischen (einschließlich intranasaler, inhalativer und intraokularer)Anwendung von Corticosteroiden können Sehstörungen auftreten
    • wenn ein Patient mit Symptomen wie verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen vorstellig wird
      • Überweisung des Patienten an einen Augenarzt zur Bewertung möglicher Ursachen der Sehstörung in Erwägung ziehen
      • diese umfassen unter anderem
        • Katarakt
        • Glaukom
        • seltene Erkrankungen, wie z. B. zentrale seröse Chorioretinopathie (CSC), die nach der Anwendung systemischer oder topischer Corticosteroide gemeldet wurden
  • Mortalitätsrisiko
    • die Ergebnisse einer einzelnen, multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie mit Methylprednisolon-Hemisuccinat, einem anderen Corticosteroid, zeigten bei Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma, die Methylprednisolon erhielten, eine im Vergleich zu Placebo höhere frühe (nach 2 Wochen) und späte (nach 6 Monaten) Mortalität
      • die Ursachen der Mortalität in der Methylprednisolon-Gruppe wurden nicht ermittelt
  • lokale Anwendung
    • jede Punktion kann zu Verletzungen von Gefäßen, Nerven sowie periartikulären Strukturen führen
    • die infiltrative / intraartikuläre Anwendung von Glucocorticoiden erhöht substanzimmanent die Gefahr einer Infektion im Bereich der behandelten Gewebs- bzw. Gelenkstrukturen
    • bei Kristallsuspensionen
      • Gelenkinfektion ist zu unterscheiden von einer Kristallsynovitis, die bereits nach wenigen Stunden auftritt, keine Allgemeinsymptome hervorruft und in wenigen Tagen wieder abklingt
      • das Auftreten einer Kristallsynovitis hängt u. a. von der Kristallgröße des Präparates ab
    • eine merkliche Verstärkung der Schmerzen und eine lokale Schwellung, ferner eine Einschränkung der Beweglichkeit des Gelenks, Fieber und Unwohlsein deuten auf eine septische Arthritis hin
      • wenn die Diagnose einer Sepsis bestätigt wird
        • adäquate antimikrobielle Therapie einleiten
    • Glucocorticoide dürfen nicht in instabile Gelenke und sollten nicht in Zwischenwirbelräume injiziert werden
    • wiederholte Injektionen in Gelenke, die von Osteoarthritis betroffen sind, können die Gelenkzerstörung beschleunigen
    • direkte Injektionen von Glucocorticoiden in Sehnen sind unbedingt zu vermeiden
      • dies kann im späteren Verlauf zu Sehnenrupturen führen
    • längerfristige und wiederholte Anwendung von Glucocorticoiden in gewichttragende Gelenken
      • kann zu einer Verschlimmerung der verschleißbedingten Veränderungen im Gelenk führen
      • Ursache ist möglicherweise eine Überbeanspruchung des betroffenen Gelenks nach Rückgang der Schmerzen oder anderer Symptome
    • lokale Anwendung kann neben der lokalen Wirkung auch systemische Effekte zeigen
      • Möglichkeit einer systemischen Wirkung bei der Anwendung beachten
  • epidurale Injektion
    • schwerwiegende neurologische Ereignisse, einige mit letalem Ausgang, wurden bei epiduraler Injektion von Corticosteroiden berichtet
    • die im Einzelnen berichteten Ereignisse umfassen unter anderem
      • Rückenmarkinfarkt
      • Querschnittlähmung
      • Quadriplegie
      • Rindenblindheit
      • Schlaganfall
    • diese schwerwiegenden Ereignisse wurden sowohl nach fluoroskopischer Untersuchung als auch ohne Anwendung dieses Verfahrens berichtet
    • Sicherheit und Wirksamkeit einer epiduralen Anwendung von Corticosteroiden sind nicht erwiesen
    • Corticosteroide sind für diese Art der Anwendung nicht zugelassen
  • potenzielle Wirkung von Betamethason auf das Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-System
    • muss speziell bei Dauertherapie in Erwägung gezogen werden
    • bei Verabreichung von hohen Dosen über einen längeren Zeitraum kann es zu einer Suppression der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse kommen
      • insbesondere bei zu geringen Injektionsintervallen
    • im Allgemeinen erfolgt die Normalisierung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Funktion vollständig und unmittelbar nach Absetzen des Arzneimittels
  • Doping
    • die Anwendung von Betamethaspn kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen
  • Einfluss auf Untersuchungsmethoden
    • Hautreaktionen auf Allergietests können unterdrückt werden
    • der Nitroblau-Tetrazolium-Test zum Nachweis einer bakteriellen Infektion kann zu falsch negativen Ergebnissen führen