Certican 1 mg Tabletten

Abacus Medicine A/S
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Wirkstoff: Everolimus →

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Fachinformationen

Indikation

  • Erwachsene
    • Nieren- und Herztransplantation
      • Prophylaxe der Transplantatabstossung nach allogener Nieren- oder Herztransplantation bei Patienten mit geringem bis mittelgradigem immunologischem Risiko
      • Hinweis: Anwendung erfolgt in Kombination mit Ciclosporin-Mikroemulsion und Kortikosteroiden
    • Lebertransplantation
      • Prophylaxe der Transplantatabstoßung bei Patienten nach Lebertransplantation
      • Hinweis: Anwendung erfolgt in Kombination mit Tacrolimus und Kortikosteroiden

Dosierung

  • Nieren- und Herztransplantation; Lebertransplantation
    • Erwachsene
      • Hinweis: Einleitung und Fortführung der Behandlung von Ärzten mit Erfahrung in der immunsuppressiven Therapie nach Organtransplantationen, die auch Vollblutspiegel-Bestimmungen von Everolimus veranlassen können
      • Nieren- und Herz-Transplantationspopulation
        • initial: 0,75 mg Everolimus 2mal / Tag, bei gleichzeitiger Gabe von Ciclosporin, sobald wie möglich nach Transplantation
      • Leber-Transplantationspopulation
        • 1 mg Everolimus 2mal / Tag, bei gleichzeitiger Gabe von Tacrolimus
        • beginnend mit einer Initialdosis ca. 4 Wochen nach der Transplantation
      • Patienten, die Everolimus erhalten
        • abhängig vom erreichten Blutspiegel, Verträglichkeit, individuellen Ansprechen, Änderung der Begleitmedikation und des klinischen Zustands: ggf. Dosisanpassungen erforderlich
        • Dosisanpassungen erfolgen in Intervallen von 4 - 5 Tagen (s. therapeutische Blutspiegel-Überwachung)
      • therapeutische Blutspiegel-Überwachung
        • Verwendung von Arzneimittel-Assays mit geeigneten Nachweisgrenzen für die Messung von niedrigen Ciclosporin- oder Tacrolimus-Konzentrationen wird empfohlen
        • Everolimus hat eine geringe therapeutische Breite (Narrow Therapeutic Index, NTI): ggf. sind Dosisanpassungen für ein therapeutisches Ansprechen erforderlich
        • routinemäßige Überwachung der therapeutischen Vollblutspiegel von Everolimus empfohlen
        • Patienten, die einen Vollblut-Talspiegel von Everolimus >/= 3 ng / ml erreichten
          • basierend auf einer Expositions-Wirksamkeits- und einer Expositions-Sicherheits-Analyse
          • sowohl nach Nieren-, Herz- und Lebertransplantationen
          • wurde eine geringere Inzidenz von Biopsie-gesicherten akuten Abstoßungsreaktionen gefunden als bei Patienten, deren Talblutspiegel unter 3,0 ng / ml lagen
        • empfohlene Obergrenze des therapeutischen Bereichs: 8 ng / ml
        • Expositionen >/= 12 ng / ml wurden nicht untersucht
        • empfohlener Bereiche für Everolimus basieren auf einer chromatographischen Bestimmung
        • Patienten mit Leberfunktionsstörungen, während einer begleitenden Medikation mit starken CYP3A4-Induktoren und -Inhibitoren, bei einem Wechsel zu einer anderen Darreichungsform und / oder wenn die Ciclosporin-Dosierung deutlich reduziert wird
          • Überwachung der Everolimus-Blutspiegel ist besonders wichtig
          • nach Einnahme einer Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen ist die Konzentration an Everolimus ggf. etwas geringer
          • Dosisanpassungen sollen auf Talblutspiegel-Bestimmungen basieren, die > 4 - 5 Tage nach der letzten Dosisanpassung erfolgten
        • Wechselwirkung zwischen Ciclosporin und Everolimus
          • ggf. fallen die Blutspiegel von Everolimus, wenn die Ciclosporin- Exposition deutlich reduziert wird, d. h. Talblutspiegel < 50 ng / ml
        • Patienten mit Leberfunktionsstörungen
          • vorzugsweise auf Talblutspiegel im oberen Bereich des 3 - 8 ng / ml Dosierungsregime einstellen
          • nach Therapiebeginn oder Dosisanpassung
            • Überwachung alle 4 - 5 Tage durchführen, solange bis 2 aufeinanderfolgende Talblutspiegel konstante Everolimus-Konzentrationen aufweisen, da die verlängerten Halbwertszeiten bei der Zeit bis zum Erreichen eines Steady-State verzögern
            • Dosisanpassungen sollen basierend auf konstanten Everolimus-Talblutspiegeln erfolgen
      • Dosierungsempfehlung für Ciclosporin nach Nierentransplantationen
        • kein langfristiger Einsatz von Everolimus in Kombination mit einer vollen Dosis von Ciclosporin
        • reduzierte Exposition gegenüber Ciclosporin bei mit Everolimus behandelten Nieren- Transplantationspatienten verbessert deren Nierenfunktion
        • mit der Reduktion der Ciclosporin-Exposition sofort nach der Transplantation mit den folgenden empfohlenen Bereichen für Talvollblutspiegel beginnen
        • Tabelle 2: Nierentransplantation - empfohlene Zielbereiche für Ciclosporin-Talblutspiegel
          • Zielbereich Ciclosporin Co (ng / ml): Monat 1
            • Everolimus-Gruppe: 100 - 200
          • Zielbereich Ciclosporin Co (ng / ml): Monat 2 - 3
            • Everolimus-Gruppe: 75 - 150
          • Zielbereich Ciclosporin Co (ng/ml): Monat 4 - 5
            • Everolimus-Gruppe: 50 - 100
          • Zielbereich Ciclosporin Co (ng / ml): Monat 6 - 12
            • Everolimus-Gruppe: 25 - 50
        • vor einer Dosisreduktion von Ciclosporin
          • sicherstellen, dass der Vollblut-Talspiegel von Everolimus im Steady-State 3 ng / ml oder da rüber beträgt
        • Dosierung von Everolimus bei Ciclosporin-Talblutspiegeln unterhalb von 50 ng / ml oder C2-Werten unterhalb von 350 ng / ml in der Erhaltungsphase. nur begrenzte Daten vorhanden
        • Patienten, die eine Reduktion der Ciclosporin-Exposition nicht vertagen
          • Fortsetzung der Everolimus-Therapie überdenken
      • Dosierungsempfehlung für Ciclosporin nach Herztransplantationen
        • Herz-Transplantationspatienten in Erhaltungsphase
          • Dosierung von Ciclosporin, soweit toleriert, reduzieren, um die Nierenfunktion zu verbessern
          • bei weiterer Verschlechterung der Nierenfunktion oder Absinken der berechneten Kreatinin-Clearance < 60 ml / Min: Anpassung des Behandlungsschema
        • Ciclosporin-Dosierung kann auf dem Ciclosporin-Vollblut-Talspiegel basieren: s. Fachinformation
        • Dosierung von Everolimus bei Ciclosporin-Talblutspiegeln von 50 - 100 ng / ml nach 12 Monaten: nur begrenzte Daten vorhanden
        • vor der Dosisreduzierung von Ciclosporin: sicherstellen, dass der Vollblut-Talspiegel von Everolimus im Steady- State 3 ng / ml oder darüber beträgt
      • Dosierungsempfehlung für Tacrolimus nach Lebertransplantation
        • Dosierung von Tacrolimus reduzieren, um die Calcineurininhibitor-bedingte renale Toxizität zu minimieren
        • Reduktion der Tacrolimus-Dosis, basierend auf den Zielwerten für die Tacrolimus-Talblutspiegel (C0) von 3 - 5 ng / ml
          • ca. 3 Wochen nach Beginn der gemeinsamen Gabe mit Everolimus
        • vollständiges Absetzen von Tacrolimus
          • mit einem erhöhten Risiko von akuten Abstoßungen verbunden
        • Everolimus wurde in kontrollierten klinischen Studien nicht zusammen mit einer vollen Dosierung von Tacrolimus untersucht

Dosisanpassung

  • Patienten mit schwarzer Hautfarbe
    • Inzidenz von Biopsie-gesicherten akuten Abstoßungsreaktionen war bei nierentransplantierten Patienten mit schwarzer Hautfarbe signifikant höher als bei nicht schwarzen Patienten
    • ggf. benötigen Patienten mit schwarzer Hautfarbe höhere Everolimus-Dosen, um die gleiche Wirksamkeit wie bei nicht schwarzen Patienten zu erzielen (begrenzte Daten)
    • Daten zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit sind begrenzt: spezifische Empfehlungen können nicht gegeben werden
  • Kinder und Jugendliche
    • keine Anwendung bei nierentransplantierten und lebertransplantierten pädiatrischen Patienten
    • Sicherheit und Wirksamkeit bei herztransplantierten pädiatrischen Patienten nicht untersucht
  • ältere Patienten (>/= 65 Jahre)
    • klinische Erfahrung sind begrenzt
    • es gibt keine offensichtlichen Unterschiede in der Pharmakokinetik von Everolimus bei Patienten >/= 65 - 70 Jahren
  • Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • Patienten mit beeinträchtigter Leberfunktion
    • engmaschige Kontrolle der Vollblutspiegel von Everolimus
    • leichte Leberinsuffizienz (Child-Pugh Klasse A)
      • Dosisreduktion auf ca. 2/3 der normalen Dosierung
    • mittelschwere Leberinsuffizienz (Child-Pugh Klasse B)
      • Dosisreduktion auf Hälfte der normalen Dosierung
    • schwere Leberinsuffizienz (Child-Pugh Klasse C)
      • Dosisreduktion auf 1/3 der normalen Dosierung
      • weitere Dosistitrationen sollen auf der therapeutischen Blutspiegel-Überwachung basieren
    • Tabelle 1: Dosisreduzierung für Patienten mit Leberfunktionsstörungen
      • Nieren- und Herztransplantation
        • normale Leberfunktion: 0,75 mg 2mal / Tag
        • leichte Leberinsuffizienz (Child-Pugh A): 0,5 mg 2mal / Tag
        • mittelschwere Leberinsuffizienz (Child-Pugh B): 0,5 mg 2mal / Tag
        • schwere Leberinsuffizienz (Child-Pugh C): 0,25 mg 2mal / Tag
      • Lebertransplantation
        • normale Leberfunktion: 1 mg 2mal / Tag
        • leichte Leberinsuffizienz (Child-Pugh A): 0,75 mg 2mal / Tag
        • mittelschwere Leberinsuffizienz (Child-Pugh B): 0,5 mg 2mal / Tag
        • schwere Leberinsuffizienz (Child-Pugh C): 0,5 mg 2mal / Tag

Kontraindikationen

Everolimus - peroral
  • Überempfindlichkeit gegenüber Everolismus
  • Überempfindlichkeit gegenüber Sirolimus
  • Stillzeit

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Everolimus - peroral
  • Nebenwirkungen, möglicherweise oder wahrscheinlich bedingt durch Everolimus
    • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Infektionen (virale, bakterielle und Pilzinfektionen)
        • Infektionen der oberen Atemwege
        • Infektionen der unteren Atemwege und der Lunge (einschließlich Pneumonie)
          • bei Nieren- und Lebertransplantation häufig
        • Harnwegsinfektionen
          • bei Herz- und Lebertransplantation häufig
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Sepsis
        • Wundinfektionen
    • Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Maligne oder unspezifische Tumoren
        • maligne und unspezifische Hautneoplasien
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Lymphome/Posttransplant-Lymphome (PTLD)
    • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Leukopenie
        • Anämie/Erythropenie
        • Thrombozytopenie
          • bei Nieren- und Lebertransplantation häufig
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • thrombotische Mikroangiopathien (einschließlich thrombotische-thrombozytopenische Purpura/hämolytisch-urämisches Syndrom)
        • Panzytopenie
    • Endokrine Erkrankungen
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • männlicher Hypogonadismus (Testosteron erniedrigt, FSH und LH erhöht)
    • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Hyperlipidämie (Cholesterin und Triglyceride)
        • Neuauftreten eines Diabetes mellitus
        • Hypokaliämie
    • Psychiatrische Erkrankungen
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Schlaflosigkeit
        • Angstzustände
    • Erkrankungen des Nervensystems
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Kopfschmerzen
    • Herzerkrankungen
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Perikarderguss
          • bei Herztransplantation
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Tachykardie
    • Gefässerkrankungen
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Hypertonie
        • venöse thromboembolische Ereignisse
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Lymphozele
          • bei Nieren- und Herztransplantation
        • Epistaxis
        • Nierentransplantatthrombose
    • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Pleuraerguss
          • bei Nieren- und Lebertransplantation häufig
        • Husten
          • bei Nieren- und Lebertransplantation häufig
        • Dyspnoe
          • bei Nieren- und Lebertransplantation häufig
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • interstitielle Lungenerkrankung (ILD)
          • eine SMQ(Standardised MeDRA Query)-Suche nach Interstitieller Lungenerkrankung (ILD) zeigte die Häufigkeit von ILD in den klinischen Studien
            • diese breitgestreute Suche umfasste auch Fälle, die durch damit verbundene Ereignisse, z. B. Infektionen, verursacht waren
          • die hier angeführte Häufigkeitskategorie wurde aus der medizinischen Überprüfung der bekannten Fälle abgeleitet
    • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Bauchschmerzen
        • Diarrhoe
        • Übelkeit
        • Erbrechen
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Pankreatitis
        • Stomatitis/ Ulzerationen im Mund
        • oropharyngeale Schmerzen
    • Leber- und Gallenerkrankungen
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • nicht- infektiöse Hepatitis
        • Gelbsucht
    • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Angioödem
          • vorwiegend bei Patienten, die gleichzeitig ACE-Hemmer erhielten
        • Akne
        • Ausschlag
    • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Myalgie
        • Arthralgie
    • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Proteinurie
          • bei Herz- und Lebertransplantation häufig
        • renale tubuläre Nekrose
          • bei Nierentransplantation
    • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • erektile Dysfunktion
        • Menstruationsstörung (einschließlich Amenorrhö und Menorrhagie)
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Ovarialzyste
    • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • periphere Ödeme
        • Schmerzen
        • Wundheilungsstörungen
        • Pyrexie
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Narbenhernie
    • Untersuchungen
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • abnorme Leberenzymwerte (GGT, AST, ALT erhöht)

Nebenwirkungen aus Spontan- und Literaturberichten (Häufigkeit nicht bekannt)

  • Stoffwechsel und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Eisenmangel
  • Gefässerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • leukozytoklastische Vaskulitis
      • Lymphödem
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Proteinose der Lungenalveolen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erythrodermie

Anwendungshinweise

  • Tabletten zum Einnehmen
  • nur oral verabreichen
  • Tagesdosis immer auf 2 Dosen (2mal / Tag) verabreichen
  • gleichbleibend immer während der Nahrungsaufnahme oder unabhängig davon und zur gleichen Zeit wie Ciclosporin-Mikroemulsion oder Tacrolimus (s. therapeutische Blutspiegel-Überwachung) einnehmen
  • Tabletten unzerteilt mit einem Glas Wasser einnehmen und vor Gebrauch nicht zerstoßen
  • `weitere Hinweise s. Fachinformation´

Stillzeithinweise

Everolimus - peroral
  • bei Einnahme von Everolimus dürfen Frauen nicht stillen
  • Übertritt in Muttermilch nicht bekannt
  • tierexperimentelle Studien
    • in Tierstudien gingen Everolimus und/oder seine Metaboliten leicht in die Milch von säugenden Ratten über

Schwangerschaftshinweise

Everolimus - peroral
  • Everolimus sollte schwangeren Frauen nicht verabreicht werden, es sei denn, der potenzielle Nutzen übersteigt das potenzielle Risiko für den Fetus
  • keine ausreichenden Daten über die Anwendung von Everolimus bei schwangeren Frauen
  • tierexperimentelle Studien
    • Tierstudien haben reproduktionstoxische Effekte einschließlich Embryo-/Fetotoxizität ergeben
    • das potenzielle Risiko beim Menschen ist unbekannt
  • Kontrazeption
    • Frauen im gebärfähigen Alter: Anwendung effektiver Verhütungsmethoden während der Therapie und bis 8 Wochen nach Behandlungsende
  • Fertilität
    • Potenzial von Everolimus, bei männlichen und weiblichen Patienten zu Unfruchtbarkeit zu führen, ist nicht bekannt
      • Beobachtungen über Unfruchtbarkeit bei Männern und sekundäre Amenorrhö
    • Literaturberichte über reversible Azoospermie und Oligospermie bei mit mTor-Inhibitoren behandelten Patienten

Warnhinweise

Everolimus - peroral
  • die Behandlung mit Everolimus soll nur von Ärzten mit Erfahrung in der immunsuppressiven Therapie nach Organtransplantationen eingeleitet und fortgeführt werden, die auch Vollblutspiegel-Bestimmungen von Everolimus veranlassen können
  • Handhabung der Immunsuppression
    • in klinischen Studien wurde Everolimus gleichzeitig mit Ciclosporin-Mikroemulsion, Basiliximab oder mit Tacrolimus und Corticosteroiden gegeben
      • keine ausreichenden Untersuchungen mit anderen Immunsuppressiva in Kombination
    • keine ausreichenden Untersuchungen bei Patienten mit hohem immunologischen Risiko
  • Kombination mit Thymoglobulin-Induktion
    • strenge Vorsicht bei der Anwendung der Thymoglobulin-(Kaninchen-Anti-Thymozyten-Immunglobulin-) Induktionstherapie und dem Everolimus-Ciclosporin-Steroid-Therapieregime empfohlen
    • in einer klinischen Studie mit herztransplantierten Patienten wurde innerhalb der ersten drei Monate nach Transplantation in der Untergruppe der Patienten, die eine Induktion mit Kaninchen- Anti-Thymozyten-Immunglobulin erhalten haben, eine erhöhte Inzidenz an schweren Infektionen einschließlich tödlicher Infektionen beobachtet
  • schwere und opportunistische Infektionen
    • Patienten, die mit Immunsuppressiva, einschließlich Everolimus, behandelt werden, haben ein erhöhtes Risiko für opportunistische Infektionen (bakteriell, mykotisch, viral und durch Protozoen)
      • zu diesen Infektionen zählen BK-Virus-assoziierte Nephropathien und JC-Virus-assoziierte progressive multiple Leukoenzephalopathie (PML)
    • diese Infektionen sind oft mit hohen immunsuppressiven Gesamtbelastungen verbunden und können zu schwerwiegenden oder tödlich verlaufenden Zuständen führen, die Ärzte bei der Differenzialdiagnose immunsupprimierter Patienten mit sich verschlechternder Nierenfunktion oder neurologischen Symptomen in Betracht ziehen sollten
    • Berichte über tödlichen Infektionen und Septikämien
    • in den klinischen Studien wurde eine antimikrobielle Prophylaxe gegen Pneumocystis-jiroveci (carinii)-induzierte Pneumonie und Cytomegalieviren (CMV) nach Transplantation empfohlen, insbesondere für Patienten, die ein erhöhtes Risiko für opportunistische Infektionen aufwiesen
  • Leberfunktionsstörung
    • engmaschiges Monitoring von Patienten mit Leberfunktionsstörungen hinsichtlich
      • Everolimus-Vollblut- (Talspiegel)konzentration (C0)
      • Everolimus-Dosisanpassungen
    • therapeutische Überwachung der Blutspiegel von Everolimus sollte nach Beginn der Therapie oder nach einer Dosisanpassung solange erfolgen bis stabile Blutspiegel erreicht sind
      • aufgrund der langen Everolimus-Halbwertszeiten bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen
  • Wechselwirkungen
    • mit oralen CYP3A4-Substraten
      • nur unter Vorsicht Everolimus in Kombination mit oralen CYP-3A4-Substraten mit einer geringen therapeutischen Breite verabreichen
      • wenn Everolimus zusammen mit oralen CYP3A4-Substraten mit einer geringen therapeutischen Breite eingenommen wird, sollte der Patient hinsichtlich unerwünschter Nebenwirkungen, die in der Gebrauchsinformation des oralen CYP3A4-Substrates beschrieben sind, überwacht werden
      • Arzneimittelbeispiele für oralen CYP3A4-Substrate
        • Pimozid
        • Terfenadin
        • Astemizol
        • Cisaprid
        • Quinidin
        • Mutterkornalkaloid-Derivate
    • mit starken CYP3A4-Inhibitoren oder -Induktoren
      • die gleichzeitige Gabe von starken CYP-3A4-Inhibitoren und -Induktoren wird nicht empfohlen, außer der Nutzen überwiegt das Risiko
        • Arzneimittelbeispiele für starke CYP-3A4-Inhibitoren
          • Ketoconazol
          • Itraconazol
          • Voriconazol
          • Clarithromycin
          • Telithromycin
          • Ritonavir
        • Arzneimittelbeispiele für starke CYP-3A4-Induktoren
          • Rifampicin
          • Rifabutin
          • Carbamazepin
          • Phenytoin
      • Vollblut-Talkonzentrationen von Everolimus überwachen, sobald CYP3A4-Induktoren oder -Inhibitoren gleichzeitig angewendet werden, sowie nach deren Absetzen
  • Lymphome und andere Malignitäten
    • Patienten, die eine Therapie mit immunsuppressiven Arzneimitteln - inklusive Everolimus - erhalten, weisen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Lymphomen oder anderer maligner Erkrankungen, insbesondere der Haut, auf
      • das absolute Risiko scheint eher von der Dauer und Intensität der Immunsuppression als von der Anwendung eines bestimmten Arzneimittels abzuhängen
    • regelmäßige Überwachung der Patienten auf die Bildung von Haut- Neoplasmen
    • Anweisung der Patienten, die Exposition gegenüber UV-Licht und Sonnenlicht zu minimieren und ausreichend Sonnencreme zu verwenden
  • Hyperlipidämie
    • die Einnahme von Everolimus mit Ciclosporin- Mikroemulsion oder Tacrolimus bei Transplantationspatienten wurde mit erhöhten Serum- Cholesterin- und Triglyzerid-Spiegeln in Verbindung gebracht, die gegebenenfalls einer Behandlung bedürfen
    • Patienten, die Everolimus erhalten, sollten wegen einer Hyperlipidämie überwacht werden und, falls nötig, mit Lipid-senkenden Arzneimitteln und entsprechenden diätetischen Maßnahmen behandelt werden
    • Nutzen-Risiko-Abwägung sollte bei Patienten mit bekannter Hyperlipidämie vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie unter Einschluss von Everolimus erfolgen
    • ebenso sollte das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer fortgesetzten Therapie mit Everolimus für Patienten mit schwerer refraktärer Hyperlipidämie erneut überdacht werden
    • Patienten, denen HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren und/oder Fibrate verordnet werden, sollten wegen möglicher Rhabdomyolyse und anderen Nebenwirkungen überwacht werden, die in den Fachinformationen der jeweiligen Arzneimittel aufgeführt werden
  • Angioödeme
    • Everolimus wird mit der Entwicklung von Angioödemen in Zusammenhang gebracht
    • in der Mehrheit der Fälle erhielten die Patienten ACE-Inhibitoren als Begleitmedikation
  • Everolimus- und Calcineurin-Inhibitor-induzierte renale Funktionsstörungen
    • Dosisreduktion von Cilosporin für die Anwendung in Kombination mit Everolimus zur Vermeidung einer renalen Dysfunktion benötigt
      • bei nieren- und herztransplantierten Patienten erhöht Everolimus zusammen mit maximalen Ciclosporin-Dosen das Risiko einer renalen Funktionsstörung
    • für Patienten mit erhöhten Serum-Kreatinin- Werten sollte eine adäquate Anpassung der immunsuppressiven Therapie - insbesondere eine Reduktion der Ciclosporin- Dosis - in Betracht gezogen werden
    • eine gleichzeitige Anwendung von anderen Arzneimitteln, die bekanntermaßen eine negative Wirkung auf die Nierenfunktion haben, sollte mit Vorsicht erfolgen
    • regelmäßge Überwachung der Nierenfunktion für alle Patienten empfohlen
    • in einer Lebertransplantationsstudie wurde festgestellt, dass Everolimus in Kombination mit einer reduzierten Tacrolimus-Dosis die Nierenfunktion im Vergleich zu einer Tacrolimus- Standarddosis ohne Everolimus nicht verschlechtert
  • Proteinurie
    • Überwachung von Patienten, die Everolimus erhalten, hinsichtlich einer Proteinurie
    • die Anwendung von Everolimus mit Calcineurin- Inhibitoren bei Transplantatempfängern wurde mit einer erhöhten Proteinurie assoziiert
      • Risiko steigt mit höheren Everolimus- Blutspiegeln
    • bei Nierentransplantationspatienten mit geringer Proteinurie, die sich in der Erhaltungstherapie mit einem Calcineurininhibitor (CNI) befinden, wurde berichtet, dass sich die Proteinurie verschlechtert, wenn der CNI durch Everolimus ersetzt wird
    • Reversibilität wurde beobachtet, wenn Everolimus abgesetzt und der CNI wieder verabreicht wurde
    • die Sicherheit und Wirksamkeit der Umstellung von einem CNI auf Everolimus bei diesen Patienten ist nicht bekannt
  • Nierentransplantatthrombose
    • Berichte über ein erhöhtes Risiko für eine arterielle oder venöse Thrombose, resultierend in dem Verlust des Transplantats
      • häufig innerhalb der ersten 30 Tage nach der Transplantation
  • Wundheilungsstörungen
    • Beinträchtigung der Wundheilung durch Everolimus (wie andere mTOR-Inhibitoren), indem es das Auftreten von Komplikationen nach der Transplantation erhöht, die eine weitere chirurgische Nachsorge erfordern; wie z. B.
      • Wunddehiszenz
      • Flüssigkeitsansammlungen
      • Wundinfektionen
    • am häufigsten berichtetes Ereignis bei nierentransplantierten Empfängern: Lymphozele
      • tritt häufiger bei Patienten mit einem hohen Body-Mass-Index auf
    • Häufigkeit eines Perikard- und Pleuraergusses ist bei herztransplantierten Empfängern erhöht
    • Häufigkeit von Narbenhernien bei lebertransplantierten Empfängern erhöht
  • Thrombotische Mikroangiopathie/Thrombotisch thrombozytopenische Purpura/Hämolytisch- urämisches Syndrom
    • gleichzeitige Verabreichung von Everolimus und einem Calcineurin-Inhibitor (CNI) kann das Risiko eines CNI-induzierten hämolytisch- urämischen Syndroms/thrombotisch thrombozytopenischer Purpura/ thrombotischer Mikroangiopathie erhöhen
  • Impfungen
    • Anwendung von Lebendimpfstoffen sollte vermieden werden
    • Immunsuppressiva können die Immunantwort nach Impfungen beeinträchtigen
    • Impfung kann während der Behandlung mit Immunsuppressiva, einschließlich Everolimus, weniger wirksam sein
  • Interstitielle Lungenerkrankung/Nicht infektiöse Pneumonitis
    • bei Patienten mit Symptomen einer infektiösen Pneumonie, die nicht auf eine antibiotische Therapie ansprechen und bei denen durch geeignete Untersuchungen infektiöse neoplastische und andere Arzneimittel-unabhängige Ursachen ausgeschlossen werden können, sollte eine interstitielle Lungenerkrankung (ILD) in Betracht gezogen werden
    • unter Everolimus wurde über Fälle von ILD berichtet, die nach Therapieabbruch mit oder ohne anschließende Glucocorticoidtherapie rückläufig waren
    • Auftreten von Fällen mit tödlichem Ausgang
  • Neuauftreten eines Diabetes mellitus
    • erhöhtes Risiko eines Neuauftretens von Diabetes mellitus nach Transplantation
    • engmaschige Überwachung der Blutzuckerspiegel bei Patienten, die mit Everolimus behandelt werden
  • Männliche Infertilität
    • Literaturberichte über eine reversible Azoospermie und Oligospermie bei Patienten, die mit mTOR-Inhibitoren behandelt wurden
    • präklinische toxikologische Studien haben gezeigt , dass Everolimus die Spermatogenese reduzieren kann
      • männliche Infertilität als potenzielles Risiko bei einer anhaltenden Everolimus-Therapie muss beachtet werden