Chlorprothixen 15 Holsten
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 20 ST | 16,23 € |
| N2 | 50 ST | 18,45 € |
| N3 | 100 ST | 23,32 € |
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Indikation
- Dämpfung von psychomotorischer Unruhe und Erregungszuständen im Rahmen akuter psychotischer Syndrome
- Behandlung von maniformen Syndromen
- Hinweis:
- antipsychotische Potenz von Chlorprothixen i. A. nicht ausreichend, um akute Psychosen alleine mit Chlorprothixen zu behandeln, da die Art der Nebenwirkungen eine Dosisbegrenzung bedingt
Dosierung
- leichte bis mittelschwere Unruhe- und Erregungszustände
- 15 - 100 mg Chlorprothixen / Tag
- schwere Unruhe- und Erregungszustände im Rahmen von psychotischen Erkrankungen, maniforme Erkrankungen
- Akutbehandlung: 100 - 400 mg Chlorprothixen / Tag (in Einzelfällen auch mehr)
- Erhaltungstherapie: 30 - 200 mg Chlorprothixen / Tag
- initial, unter Einzeldosen > 30 mg bzw. einer Tagesdosis > 90 mg Chlorprothixen
- Bettruhe empfohlen
- Tagesdosen > 150 mg Chlorprothixen
- ausschließlich unter stationären Bedingungen verabreichen
- Behandlungsdauer:
- richtet sich nach Krankheitsbild und individuellem Verlauf
- niedrigste notwendige Erhaltungsdosis anstreben
- über Notwendigkeit einer Fortdauer der Behandlung laufend kritisch entscheiden
- Absetzen längerfristiger Therapie: Dosisabbau in sehr kleinen Schritten über große Zeiträume hinweg
- Hinweise
- Dosierung, Darreichungsform und Dauer der Anwendung an individuelle Reaktionslage, Indikation und Schwere der Krankheit anpassen
- Wirkungseintritt
- max. antipsychotische Wirkung: manchmal erst nach 1 - 3 Wochen
- psychomotorisch dämpfende Wirkung: sofort
- Therapie
- ambulant: Behandlungsbeginn mit langsam ansteigender Dosierung empfohlen
- stationär: auch höhere Dosen zu Beginn möglich (rascher Wirkungseintritt)
- abrupte starke Dosisänderungen erhöhen Nebenwirkungsrisiko
Dosisanpassung
- Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
- Anwendung nicht empfohlen
- keine ausreichenden Studien zur Wirksamkeit und Verträglichkeit vorliegend
- bereits bei niedrigen Dosierungen: Störungen des Bewegungsablaufs
- < 3 Jahre: kontranidiziert
- ältere Patienten
- erhöhte therapeutische Ansprechbarkeit, v. a. bei Hirnleistungsstörungen
- Nebenwirkungen häufiger und stärker ausgeprägt auftretend
- i. d. R. niedrigere Dosen erforderlich
- initial: 15 mg Chlorprothixen 2 - 3mal / Tag
- max. Dosierung: 90 mg Chlorprothixen / Tag
- aufgrund der anticholinergen Wirkung vorsichtige Dosierung bei:
- Glaukom
- Miktionsstörungen
- Harnretention
- Pylorusstenose
- Ileus
- Prostatahypertrophie
Kontraindikationen
Chlorprothixen - peroral
- Überempfindlichkeit gegen Chlorprothixen oder andere Thioxanthene
- Kreislaufkollaps
- Bewusstseinstrübungen verschiedener Ursache (z.B. akute Intoxikationen durch Alkohol, Barbiturate, Opioide, Hypnotika oder zentraldämpfende Psychopharmaka)
- komatöse Zustände
- Patienten mit klinisch signifikanten Herz-Kreislauf-Störungen (z.B. signifikante Bradykardie < 50 Schläge / Min.) in der Vorgeschichte, unmittelbar zurückliegender akuter Herzinfarkt, nicht-kompensierte Herzinsuffizienz, Herzhypertrophie, Arrhythmien, die mit Antiarrhythmika der Klassen IA oder III behandeltwerden)
- Patienten mit ventrikulären Arrhythmien oder Torsades de Pointes in der Vorgeschichte
- bekannte, unbehandelte Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie
- angeborenes langes QT-Syndrom oder bekannte sekundäre QT-Intervall-Verlängerung (QTc > 450 ms bei Männern bzw. > 470 ms bei Frauen)
- gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln, von denen bekannt ist, dass sie das QT-Intervall bedeutend verlängern
- Schwangerschaft
- Stillzeit
- Kinder < 3 Jahre
- Kinder < 6 Jahre für Arzneimittel mit 100 mg Chlorprothixen pro abgeteilter Darreichungsform, aufgrund des hohen Wirkstoffgehalts - siehe jeweilige Herstellerinformation
Therapiehinweise
Mit Flüssigkeit einnehmen.
Nebenwirkungen
Chlorprothixen - peroral
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Leukopenie (vor allem in den ersten beiden Behandlungswochen)
- Neutropenie
- Thrombozytopenie
- Agranulozytose (vor allem in den ersten beiden Behandlungswochen)
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Eosinophilie
- Panzytopenie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Fälle von Thromboembolien (einschließlich Lungenembolie und tiefer Venenthrombose)
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erkrankungen des Immunsystems
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- allergische Hautreaktionen wie Hautrötung, Exanthem, allergische Reaktion auf Sonnenlicht und Juckreiz
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Überempfindlichkeitsreaktion
- anaphylaktische Reaktion
- unangemessene antidiuretische Hormonsekretion (SyndromSyndrom der inadäquaten ADH-Sekretion, SIADH, Schwartz-Bartter-Syndrom)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Endokrine Erkrankungen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- verminderten Glucosetoleranz
- Hyperglykämie
- Hyperprolaktinämie
- ohne Häufigeitsangabe
- Störungen des Zuckerhaushaltes und des Salz-/Wasserhaushaltes (Schwartz-Bartter-Syndrom)
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Gewichtszunahme
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- gesteigerter Appetit
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- verminderter Appetit
- Gewichtsabnahme
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Psychiatrische Erkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Libido vermindert
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erinnerungsvermögen eingeschränkt
- ohne Häufigkeitsangabe
- Absetzsymptome
- plötzliches Absetzen von Chlorprothixen kann zu Absetzsymptomen führen
- häufigsten Symptome sind
- Übelkeit
- Erbrechen
- Anorexie
- Durchfall
- Rhinorrhoe
- Schwitzen,
- Myalgie
- Parästhesie
- Schlaflosigkeit
- Ruhelosigkeit
- Angst
- Agitiertheit
- Schwindel
- wechselndes Wärme- und Kältegefühl
- Tremor
- Symptome beginnen im Allgemeinen 1 - 4 Tage nach dem Absetzen und klingen innerhalb von 7 - 14 Tagen ab
- Absetzsymptome
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Nervensystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- neurologischer Untersuchungsbefund anormal
- Somnolenz
- Schwindelgefühl
- Verwirrtheit (bei zerebraler Vorschädigung)
- Sprachstörungen (bei hoher Dosierung)
- Müdigkeit
- Verlängerung der Reaktionszeit
- Benommenheit
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Kopfschmerzen
- Abgeschlagenheit
- Asthenie
- Nervosität
- Agitiertheit
- Frühdyskinesien (v.a.in den ersten Tagen und Wochen)
- Dystonien
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Gefühl der verstopften Nase
- Parkinsonismus (Auftreten im Allgemeinen weniger früh)
- Akathisie (Auftreten im Allgemeinen weniger früh)
- tardive Dyskinesie
- Krampfanfälle
- depressive Verstimmung (insbesondere bei Langzeittherapie)
- Lethargie
- deliranten Symptomen (insbesondere unter Kombionation mit anticholinerg wirkenden Substanzen)
- Regulationsstörungen der Körpertemperatur
- Sprach-, Gedächtnis- und Schlafstörungen
- Spätdyskinesien
- anhaltende, vielfach irreversible hyperkinetische Syndrome mit abnormen unwillkürlichen Bewegungen, v.a. im Bereich von Kiefer- und Gesichtsmuskulatur, aber auch athetoide und ballistische Bewegungen der Extremitäten)
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Polyneuropathie
- malignes Neuroleptisches-Syndrom
- ohne Häufigkeitsangabe
- extrapyramidale Störungen (bei Kindern bereits bei niedrigen Dosierungen)
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Augenerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Akkomodationsstörungen
- Sehverschlechterung
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Pigmenteinlagerungen in Kornea und Linse
- Erhöhung des Augeninnendrucks
- Oculogyration (kreisende Bewegungen des Auges)
- Hornhautablagerung
- Augeninnendruck erhöht
- Blickkrampf
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Herzerkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Tachykardie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Palpitationen
- Störungen der Erregungsausbreitung und -rückbildung am Herzen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- QT-Verlängerung
- ventrikuläre Arrhythmien
- Kammerflimmern
- ventrikuläre Tachykardie
- Torsades de Pointes
- Herzstillstand
- plötzlicher unerklärter Tod
- ohne Häufigkeitsangabe
- kardiovaskuläre Komplikationen (insbesondere bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu Beginn der Behandlung und bei höheren Dosen)
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Gefäßerkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Hypotonie
- orthostatische Intoleranz
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Hitzewallungen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Bein- und Beckenvenenthrombosen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Embolie (einschließlich Fälle von Lungenembolie und tiefer Venenthrombose)
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Nasenverstopfung
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Dyspnoe
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Obstipation
- Speichel verändert (Hypersalivation oder Mundtrockenheit)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Verdauungsstörungen
- Übelkeit
- Dyspepsie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erbrechen
- Durchfall
- Sodbrennen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- lebensbedrohlicher Ileus
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Leber- und Gallenerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Leberfunktionstests anomal / passagere Erhöhungen der Leberenzymaktivitäten
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Cholestase
- Ikterus
- Lebererkrankung
- cholestatische Hepatose
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Hypohidrose
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- vermehrtes Schwitzen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Dermatitis
- Dermatitis allergisch (Hautreaktionen wie Hautrötung, Exanthem, Photosensibilität, Pruritus)
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Myalgie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Muskelrigidität
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Miktionsstörungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Harnverhalt
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Arzneimittelentzugssyndrom des Neugeborenen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erektionsstörung
- Ejakulationsstörung
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Gynäkomastie
- Galaktorrhoe
- Amenorrhoe
- menstruelle Erkrankung
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- sexuelle Funktionsstörungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Priapismus
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
Anwendungshinweise
- Einnahme der Filmtabletten unzerkaut mit reichlich Wasser
- erste Gabe am besten gegen Abend
- Verteilung der Tagesdosis auf 1 - 3 Einzeldosen möglich, bei höheren Dosierungen auch auf häufigere Einzeldosen
Stillzeithinweise
Chlorprothixen - peroral
- kontraindiziert in der Stillzeit
- keine Erfahrungen mit der Anwendung bei Stillenden
Schwangerschaftshinweise
Chlorprothixen - peroral
- kontraindiziert in der Schwangerschaft
- Chlorprothixen unzureichend auf reproduktionstoxikologische Eigenschaften geprüft
- keine Erfahrungen mit der Anwendung bei Schwangeren
- Neugeborene, die während des 3. Trimenons der Schwangerschaft gegenüber Antipsychotika (einschließlich Chlorprothixen) exponiert sind, durch Nebenwirkungen einschließlich extrapyramidaler Symptome und/oder Entzugserscheinungen gefährdet, deren Schwere und Dauer nach der Entbindung variieren können
- Berichte über Agitiertheit, erhöhten oder erniedrigten Muskeltonus, Tremor, Somnolenz, Atemnot oder Störungen bei der Nahrungsaufnahme
- Neugeborene sorgfältig sorgfältig überwacht werden
- verminderter APGAR-Wert kann auftreten
- Fertilität
- beim Menschen sind Nebenwirkungen aufgetreten, die einen negativen Einfluss auf weibliche und/oder männliche Sexualfunktion und Fertilität haben können, wie
- Hyperprolaktinämie
- Galaktorrhoe
- Amenorrhoe
- Menstruationsstörungen
- sexuelle Funktionsstörungen
- erektile Dysfunktion
- Ejakulationsstörungen
- wenn diese Nebenwirkungen klinisch signifikant auftreten:
- Dosisreduktion (wenn möglich) oder
- Beendigung der Behandlung mit Chlorprothixen in Erwägung ziehen
- Nebenwirkungen sind nach Absetzen reversibel
- es liegen keine tierexperimentellen Studien in Bezug auf mögliche Wirkung auf die Fertilität vor
- beim Menschen sind Nebenwirkungen aufgetreten, die einen negativen Einfluss auf weibliche und/oder männliche Sexualfunktion und Fertilität haben können, wie
Warnhinweise
Chlorprothixen - peroral
- Chlorprothixen darf nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei
- Leberinsuffizienz
- Niereninsuffizienz
- Phäochromozytom
- prolaktinabhängigen Tumoren, z.B. Mamma-Tumoren
- schwerer Hypotonie bzw. orthostatischer Dysregulation
- Parkinson-Syndrom
- depressiven Erkrankungen
- Erkrankungen des hämatopoetischen Systems
- anamnestisch bekanntem malignen neuroleptischen Syndrom
- hirnorganischen Erkrankungen
- Epilepsie
- Hyperthyreose
- Glaukom, Miktionsstörungen, Harnretention, Pylorusstenose, Ileus und Prostatahyperplasie
- Myasthenia gravis (Erb-Goldflam-Syndrom)
- bei Auftreten von hohem Fieber und Muskelstarre ist an malignes neuroleptisches-Syndrom denken
- wird nicht selten als Katatonie fehldiagnostiziert
- erneute Neuroleptikum-Gabe kann lebensbedrohliche Konsequenzen haben
- Differentialdiagnose von entscheidender Bedeutung
- Medikamentenanamnese
- Prüfung auf Rigor
- Fieber
- CK-Anstieg im Blut oder Harn
- wird nicht selten als Katatonie fehldiagnostiziert
- malignes neuroleptisches Syndrom
- Möglichkeit der Entstehung eines malignen neuroleptischen Syndroms besteht bei allen Neuroleptika
- Symptome
- Hyperthermie
- Muskelsteifheit
- Bewusstseinsstörungen
- Instabilität des vegetativen Nervensystems
- Symptome
- Fälle mit tödlichem Ausgang bei Patienten mit bereits bestehendem hirnorganischen Psychosyndrom, mentaler Retardierung, Opiat- und Alkoholabhängigkeit besonders stark vertreten
- Behandlung
- Absetzen des Neuroleptikums und ggf. intensivmedizinische Maßnahmen
- Symptomatische Behandlung und Anwendung allgemeiner unterstützender Maßnahmen
- Behandlung der Hyperthermie durch Kühlen
- da Antipyretika bei hohem Fieber möglicherweise nicht wirksam sind
- Behandlung von Störungen des Elektrolyt-und Wasserhaushaltes, der kardiovaskulären Manifestationen, Infektionen, der respiratorischen und renalen Komplikationen
- Therapieversuch mit Dantrolen-Infusionen (3 bis 10 mg/kg Körpergewicht und Tag) in Kombination mit Bromocriptin (7,5 bis 30 mg /Tag oral)
- Symptome können bis zu einer Woche nach der oralen Neuroleptika-Einnahme anhalten
- Möglichkeit der Entstehung eines malignen neuroleptischen Syndroms besteht bei allen Neuroleptika
- Patient anhalten, keine Selbstmedikation mit Analgetika und sofort Arzt aufsuchen, bei
- Fieber
- Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen
- Halsschmerzen
- eitriger Angina
- grippeähnlichen Symptomen
- insbesondere wenn Symptome innerhalb der ersten 3 Monate nach Beginn der medikamentösen Behandlung auftreten
- während Therapie, in regelmäßigen Abständen überwachen
- Blutbild
- Nieren- und Leberfunktion
- Kreislaufsituation (einschließlich EKG Ableitung)
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen und EKG
- Ausgangs-EKG sowie -EEG sollten für spätere Verlaufskontrollen vorliegen
- Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Vorgeschichte oder QT-Verlängerung in der Familiengeschichte
- Anwendung mit besonderer Vorsicht aufgrund des Risikos von gefährlichen Arrhythmien
- EKG-Kontrolle
- vor der Behandlung unbedingt erforderlich
- Chlorprothixen kontraindiziert bei QTc-Intervall > 450 ms bei Männern bzw. > 470 ms bei Frauen vor Behandlungsbeginn
- während der Behandlung sollte Notwendigkeit einer EKG-Überwachung für jeden Patienten individuell bewertet werden
- Dosis sollte im Laufe der Behandlung reduziert werden, wenn das QT-Intervall verlängert ist
- Behandlung sollte abgebrochen werden bei QTc-Intervall >500 ms
- vor der Behandlung unbedingt erforderlich
- regelmäßige Überwachung des Elektrolythaushaltes empfohlen
- gleichzeitige Behandlung mit anderen Neuroleptika vermeiden
- ältere Patienten
- bei älteren Patienten können Störungen der Erregungsleitung und Erregungsrückbildung auftreten
- regelmäßige Überwachung der Herzfunktion (EKG, QT-Intervall) empfohlen
- besonders anfällig für orthostatische Hypotonie
- bestehende Hypokaliämie vor Behandlungsbeginn ausgleichen
- Demenz
- erhöhte Mortalität bei älteren Menschen mit Demenz-Erkrankungen
- Daten zweier großer Anwendungsstudien zeigten, dass ältere Menschen mit Demenz-Erkrankungen, die mit konventionellen (typischen) Antipsychotika behandelt wurden, einem leicht erhöhten Mortalitätsrisiko im Vergleich zu nicht mit Antipsychotika Behandelten ausgesetzt sind
- genaue Höhe dieses Risikos kann nicht angegeben werden
- Ursache für die Risikoerhöhung nicht bekannt
- Chlorprothixen ist nicht zur Behandlung von Verhaltensstörungen, die mit Demenz-Erkrankungen zusammenhängen, zugelassen
- erhöhtes Risiko für das Auftreten von unerwünschten cerebrovaskulären Ereignissen
- in randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien mit an Demenz erkrankten Patienten, die mit einigen atypischen Antipsychotika behandelt wurden, wurde ein etwa um das dreifache erhöhtes Risiko für unerwünschte cerebrovaskuläre Ereignisse beobachtet
- Mechanismus, der zu dieser Risikoerhöhung führt, unbekannt
- kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Wirkung auch bei Anwendung anderer Antipsychotika oder bei anderen Patientengruppen auftritt
- Vorsicht bei Patienten, die ein erhöhtes Schlaganfallrisiko haben
- in randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien mit an Demenz erkrankten Patienten, die mit einigen atypischen Antipsychotika behandelt wurden, wurde ein etwa um das dreifache erhöhtes Risiko für unerwünschte cerebrovaskuläre Ereignisse beobachtet
- Thromboembolie-Risiko
- im Zusammenhang mit der Anwendung von Antipsychotika sind Fälle von venösen Thromboembolien (VTE) berichtet
- da Patienten, die mit Antipsychotika behandelt werden, häufig erworbene Risikofaktoren für VTE aufweisen, sollten alle möglichen Risikofaktoren für VTE vor und während der Behandlung identifiziert und Präventivmaßnahmen ergriffen werden
- Anfälle von akutem Glaukom aufgrund einer Pupillenerweiterung können bei entsprechend disponierten Patienten auftreten
- Diabetes
- Chlorprothixen kann das Ansprechen auf Insulin und Glucose verändern, was Anpassung der antidiabetischen Behandlung von Diabetes-Patienten erfordert
- Priapismus
- es wurde berichtet, dass Antipsychotika, die eine blockierende Wirkung auf die alpha-adrenergen Rezeptoren haben, Priapismus hervorrufen können
- möglich, dass auch Chlorprothixen diese Wirkung hat
- schwerer Priapismus kann medizinische Maßnahmen erforderlich machen
- Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass sie bei Anzeichen und Symptomen von Priapismus-Symptomen umgehend einen Arzt aufsuchen sollten
- es wurde berichtet, dass Antipsychotika, die eine blockierende Wirkung auf die alpha-adrenergen Rezeptoren haben, Priapismus hervorrufen können
- Kinder und Jugendliche
- wird nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren empfohlen
- zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Chlorprothixen bei Kindern und Jugendlichen liegen keine ausreichenden Studien vor
- bei Kindern
- unter 3 Jahren ist Chlorprothixen kontraindiziert
- unter 6 Jahren ist Chlorprothixen (100 mg pro abgeteilter Darreichungsform) aufgrund des hohen Wirkstoffgehaltes kontraindiziert
- Blutbild
- vor einer Behandlung Blutbild kontrollieren (einschließlich Differentialblutbild und Thrombozytenzahl)
- bei pathologischen Blutwerten darf Behandlung nur bei zwingender Indikation und unter häufigen Blutbildkontrollen erfolgen
- Patienten mit neurologisch erkennbaren subkortikalen Hirnschäden und Neigung zu Krampfanfällen
- besondere Vorsicht, da Chlorprothixen die Schwelle für das Auftreten von Krampfanfällen senkt und Grand-mal-Anfälle auftreten können
- Epilepsie-Patienten sollten nur unter Beibehaltung der antikonvulsiven Therapie mit Chlorprothixen behandelt werden
- Stammganglienerkrankungen (z.B. Morbus Parkinson)
- Chlorprothixen sollte nur in Ausnahmefällen angewendet werden
- bei Verschlechterung der Symptomatik Therapie abbrechen
- Depression
- Chlorprothixen sollte nicht bei schweren depressiven Erkrankungen eingesetzt werden
- bei gleichzeitiger Depression und Psychose sollte Chlorprothixen mit einem Antidepressivum kombiniert werden
- Patienten mit Hyperthyreose
- da Thyroxin die Nebenwirkungsrate von Chlorprothixen steigern kann, sollten Patienten mit Hyperthyreose nur bei gleichzeitiger adäquater thyreostatischer Therapie mit Chlorprothixen behandelt werden
- besondere Vorsicht bei Patienten mit
- organischen Hirnschäden
- arteriosklerotischen Hirngefäßerkrankungen
- endogener Depression
- Hypotonie
- Patienten mit folgenden Erkrankungen zeigen häufiger hypotensive Reaktionen auf die Gabe von Chlorprothixen un sollten deshalb sorgfältig überwacht werden
- Phäochromozytom
- Niereninsuffizienz
- Herzinsuffizienz
- zerebraler Insuffizienz
- Patienten mit folgenden Erkrankungen zeigen häufiger hypotensive Reaktionen auf die Gabe von Chlorprothixen un sollten deshalb sorgfältig überwacht werden
- Brust-Tumore und Prolaktin-Ausschüttung
- Neuroleptika führen zu einer erhöhten Prolaktin-Ausschüttung
- Experimente an Gewebekulturen: etwa ein Drittel menschlicher Brusttumoren in vitro prolaktin-abhängig
- Vorsicht bei einschlägiger Vorgeschichte, obwohl aussagefähige klinische oder epidemiologische Studien noch nicht vorliegen
- extrapyramidalmotorische Symptome
- obwohl die Prävalenz von Spätdyskinesien noch nicht hinreichend erforscht ist, scheinen ältere Patienten, insbesondere ältere Frauen, dafür besonders prädisponiert
- Risiko der Spätdyskinesien und besonders das der Irreversibilität nimmt vermutlich mit Therapiedauer und Höhe der neuroleptischen Dosierung zu
- kann sich auch schon nach kurzer Behandlungsdauer und niedriger Dosierung entwickeln
- die neuroleptische Behandlung selbst kann die Symptome einer beginnenden Spätdyskinesie zunächst maskieren
- nach Absetzen der Medikation tritt diese dann sichtbar in Erscheinung
- beim Auftreten von Frühdyskinesien oder Parkinson-Syndromen ist Dosisreduktion oder Behandlung mit anticholinergen Antiparkinsonmittel erforderlich
- diese Medikation sollte jedoch nur im Bedarfsfall und nicht routinemäßig durchgeführt werden
- falls anticholinerge Medikation erforderlich ist, deren Exkretion schneller erfolgt als Chlorprothixen, kann es zur Vermeidung des Auftretens oder Verschlechterung extrapyramidalmotorischer Symptome notwendig sein, diese Antiparkinson-Medikation auch nach Absetzen von Chlorprothixen weiterzuführen
- Behandlung der Akathisie ist schwierig
- Dosisreduktion versuchen
- bei Erfolglosigkeit kann Therapieversuch mit Sedativa, Hypnotika (z. B. Benzodiazepine) oder Beta-Rezeptorenblockern (z. B. Propranolol) durchgeführt werden
- Spätdyskinesien
- eine gesicherte Therapie dieser Symptome ist derzeit nicht bekannt
- Antiparkinson-Arzneimittel lindern diese Symptome nicht, sondern können sie noch verstärken
- eine Dosisreduktion oder, wenn möglich, Beendigung der Behandlung wird empfohlen
- auf erste dyskinetische Anzeichen, vorwiegend im lingualen und digitalen Bereich, ist unbedingt zu achten und die Beendigung der Neuroleptikatherapie in Erwägung zu ziehen
- bei langandauernder Behandlung mit Chlorprothixen können Spätdyskinesien maskiert werden und dann erst nach Beendigung der Behandlung in Erscheinung treten
- anticholinerge Wirkung
- aufgrund der anticholinergen Wirkung vorsichtige Dosierung bei
- Glaukom
- Miktionsstörungen
- Harnretention
- Pylorusstenose
- Ileus
- Prostatahypertrophie
- aufgrund der anticholinergen Wirkung vorsichtige Dosierung bei
- Langzeitbehandlung
- Patienten in Langzeitbehandlung, besonders bei hohen Dosierungen
- sollten sorgfältig überwacht werden
- regelmäßig beurteilen, ob Erhaltungsdosis gesenkt werden kann
- Patienten in Langzeitbehandlung, besonders bei hohen Dosierungen