Chlorprothixen-neuraxpharm 15mg

neuraxpharm Arzneimittel GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Chlorprothixen →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 20 ST 12,17 €
N2 50 ST 13,27 €
N3 100 ST 14,95 €

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Fachinformationen

Indikation

  • zur Dämpfung von psychomotorischer Unruhe und Erregungszuständen im Rahmen akuter psychotischer Syndrome
  • zur Behandlung von maniformen Syndromen
  • Hinweis
    • antipsychiotische Potenz von Chlorprothixenhydrochlorid nicht ausreichend, um akute Psychosen alleine mit Chlorprothixenneuraxpharm zu behandeln, da die Art der Nebenwirkungen eine Dosisbegrenzung bedingt

Dosierung

  • Erwachsene
    • allgemein
      • Anpassung der Dosierung, Darreichungsform und Dauer der Anwendung an individuelle Reaktionslage, Indikation und Schwere der Krankheit
      • Erreichen der max. antipsychotischen Wirkung manchmal erst nach 1- bis 3wöchiger Behandlung, Eintritt der psychomotorisch dämpfenden Wirkung jedoch sofort
      • Behandlungsbeginn
        • ambulante Therapie: langsam ansteigende Dosierung
        • stationäre Behandlung: zum Erreichen einer raschen Wirkung auch höhere Dosen möglich
      • abrupte starke Dosisänderungen: erhöhtes Nebenwirkungsrisiko möglich
      • nach längerfristiger Therapie: Dosisabbau in sehr kleinen Schritten über große Zeiträume hinweg
      • Verteilung der Tagesdosis auf 1 - 3 Einzeldosen, bei höheren Dosierungen auch auf häufigere Einzeldosen möglich
    • leicht- bis mittelschwere Unruhe- und Erregungszustände
      • 15 - 100 mg Chlorprothixenhydrochlorid / Tag
    • schwere Unruhe- und Erregungszustände im Rahmen von psychotischen Erkrankungen sowie maniforme Erkrankungen
      • Akutbehandlung: 100 - 400 mg Chlorprothixenhydrochlorid / Tag (in Einzelfällen auch mehr)
      • Erhaltungstherapie: 30 - 200 mg Chlorprothixenhydrochlorid / Tag
    • Hinweise
      • bei Therapiebeginn ist unter Einzeldosen >/= 30 mg bzw. Tagesdosis >/= 90 mg ChlorprothixenhydrochloridBettruhe zu empfehlen
      • Tagesdosen >/= 150 mg Chlorprothixenhydrochlorid ausschließlich unter stationären Bedingungen verabreichen
    • Dauer der Anwendung
      • richtet sich nach dem Krankheitsbild und individuellen Verlauf
      • Anstreben der niedrigsten notwendigen Erhaltungsdosis
      • über Notwendigkeit einer Fortdauer der Behandlung ist laufend kritisch zu entscheiden

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche
    • < 18 Jahre
      • Anwendung nicht empfohlen
      • zu Wirksamkeit und Verträglichkeit liegen keine Daten vor
      • Kinder entwickeln bereits bei niedrigen Dosierungen Störungen des Bewegungsablaufs
    • < 3 Jahre
      • kontraindiziert (s. Fachinformation)
  • ältere Patienten
    • insbesondere bei Patienten mit Hirnleistungsstörungen, ist die therapeutische Ansprechbarkeit erhöht
    • Nebenwirkungen treten häufiger und stärker ausgeprägt auf: niedrigere Dosen erforderlich
    • initial: 15 mg Chlorprothixen 2 - 3mal / Tag
    • max. Tagesdosis: 90 mg Chlorprothixenhydrochlorid
    • Patienten mit Glaukom, Miktionsstörungen, Harnretention, Pylorusstenose, Ileus und Prostatahypertrophie
      • aufgrund der anticholinergen Wirkung: vorsichtig dosieren

Kontraindikationen

Chlorprothixen - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Chlorprothixen oder andere Thioxanthene
  • Kreislaufkollaps
  • Bewusstseinstrübungen verschiedener Ursache (z.B. akute Intoxikationen durch Alkohol, Barbiturate, Opioide, Hypnotika oder zentraldämpfende Psychopharmaka)
  • komatöse Zustände
  • Patienten mit klinisch signifikanten Herz-Kreislauf-Störungen (z.B. signifikante Bradykardie < 50 Schläge / Min.) in der Vorgeschichte, unmittelbar zurückliegender akuter Herzinfarkt, nicht-kompensierte Herzinsuffizienz, Herzhypertrophie, Arrhythmien, die mit Antiarrhythmika der Klassen IA oder III behandeltwerden)
  • Patienten mit ventrikulären Arrhythmien oder Torsades de Pointes in der Vorgeschichte
  • bekannte, unbehandelte Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie
  • angeborenes langes QT-Syndrom oder bekannte sekundäre QT-Intervall-Verlängerung (QTc > 450 ms bei Männern bzw. > 470 ms bei Frauen)
  • gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln, von denen bekannt ist, dass sie das QT-Intervall bedeutend verlängern
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • Kinder < 3 Jahre
    • Kinder < 6 Jahre für Arzneimittel mit 100 mg Chlorprothixen pro abgeteilter Darreichungsform, aufgrund des hohen Wirkstoffgehalts - siehe jeweilige Herstellerinformation

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Chlorprothixen - peroral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Leukopenie (vor allem in den ersten beiden Behandlungswochen)
      • Neutropenie
      • Thrombozytopenie
      • Agranulozytose (vor allem in den ersten beiden Behandlungswochen)
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Eosinophilie
      • Panzytopenie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Fälle von Thromboembolien (einschließlich Lungenembolie und tiefer Venenthrombose)
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • allergische Hautreaktionen wie Hautrötung, Exanthem, allergische Reaktion auf Sonnenlicht und Juckreiz
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Überempfindlichkeitsreaktion
      • anaphylaktische Reaktion
      • unangemessene antidiuretische Hormonsekretion (SyndromSyndrom der inadäquaten ADH-Sekretion, SIADH, Schwartz-Bartter-Syndrom)
  • Endokrine Erkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • verminderten Glucosetoleranz
      • Hyperglykämie
      • Hyperprolaktinämie
    • ohne Häufigeitsangabe
      • Störungen des Zuckerhaushaltes und des Salz-/Wasserhaushaltes (Schwartz-Bartter-Syndrom)
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Gewichtszunahme
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • gesteigerter Appetit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • verminderter Appetit
      • Gewichtsabnahme
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Libido vermindert
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erinnerungsvermögen eingeschränkt
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Absetzsymptome
        • plötzliches Absetzen von Chlorprothixen kann zu Absetzsymptomen führen
        • häufigsten Symptome sind
          • Übelkeit
          • Erbrechen
          • Anorexie
          • Durchfall
          • Rhinorrhoe
          • Schwitzen,
          • Myalgie
          • Parästhesie
          • Schlaflosigkeit
          • Ruhelosigkeit
          • Angst
          • Agitiertheit
          • Schwindel
          • wechselndes Wärme- und Kältegefühl
          • Tremor
        • Symptome beginnen im Allgemeinen 1 - 4 Tage nach dem Absetzen und klingen innerhalb von 7 - 14 Tagen ab
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • neurologischer Untersuchungsbefund anormal
      • Somnolenz
      • Schwindelgefühl
      • Verwirrtheit (bei zerebraler Vorschädigung)
      • Sprachstörungen (bei hoher Dosierung)
      • Müdigkeit
      • Verlängerung der Reaktionszeit
      • Benommenheit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
      • Abgeschlagenheit
      • Asthenie
      • Nervosität
      • Agitiertheit
      • Frühdyskinesien (v.a.in den ersten Tagen und Wochen)
      • Dystonien
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Gefühl der verstopften Nase
      • Parkinsonismus (Auftreten im Allgemeinen weniger früh)
      • Akathisie (Auftreten im Allgemeinen weniger früh)
      • tardive Dyskinesie
      • Krampfanfälle
      • depressive Verstimmung (insbesondere bei Langzeittherapie)
      • Lethargie
      • deliranten Symptomen (insbesondere unter Kombionation mit anticholinerg wirkenden Substanzen)
      • Regulationsstörungen der Körpertemperatur
      • Sprach-, Gedächtnis- und Schlafstörungen
      • Spätdyskinesien
        • anhaltende, vielfach irreversible hyperkinetische Syndrome mit abnormen unwillkürlichen Bewegungen, v.a. im Bereich von Kiefer- und Gesichtsmuskulatur, aber auch athetoide und ballistische Bewegungen der Extremitäten)
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Polyneuropathie
      • malignes Neuroleptisches-Syndrom
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • extrapyramidale Störungen (bei Kindern bereits bei niedrigen Dosierungen)
  • Augenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Akkomodationsstörungen
      • Sehverschlechterung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Pigmenteinlagerungen in Kornea und Linse
      • Erhöhung des Augeninnendrucks
      • Oculogyration (kreisende Bewegungen des Auges)
      • Hornhautablagerung
      • Augeninnendruck erhöht
      • Blickkrampf
  • Herzerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Tachykardie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Palpitationen
      • Störungen der Erregungsausbreitung und -rückbildung am Herzen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • QT-Verlängerung
      • ventrikuläre Arrhythmien
      • Kammerflimmern
      • ventrikuläre Tachykardie
      • Torsades de Pointes
      • Herzstillstand
      • plötzlicher unerklärter Tod
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • kardiovaskuläre Komplikationen (insbesondere bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu Beginn der Behandlung und bei höheren Dosen)
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hypotonie
      • orthostatische Intoleranz
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hitzewallungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Bein- und Beckenvenenthrombosen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Embolie (einschließlich Fälle von Lungenembolie und tiefer Venenthrombose)
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Nasenverstopfung
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Dyspnoe
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Obstipation
      • Speichel verändert (Hypersalivation oder Mundtrockenheit)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Verdauungsstörungen
      • Übelkeit
      • Dyspepsie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erbrechen
      • Durchfall
      • Sodbrennen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • lebensbedrohlicher Ileus
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Leberfunktionstests anomal / passagere Erhöhungen der Leberenzymaktivitäten
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Cholestase
      • Ikterus
      • Lebererkrankung
      • cholestatische Hepatose
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hypohidrose
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • vermehrtes Schwitzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dermatitis
      • Dermatitis allergisch (Hautreaktionen wie Hautrötung, Exanthem, Photosensibilität, Pruritus)
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Myalgie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Muskelrigidität
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Miktionsstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Harnverhalt
  • Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Arzneimittelentzugssyndrom des Neugeborenen
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erektionsstörung
      • Ejakulationsstörung
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Gynäkomastie
      • Galaktorrhoe
      • Amenorrhoe
      • menstruelle Erkrankung
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • sexuelle Funktionsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Priapismus

Anwendungshinweise

  • Tabletten zum Einnehmen
  • unzerkaut mit reichlich Wasser einnehmen
  • 1. Gabe erfolgt am besten gegen Abend

Stillzeithinweise

Chlorprothixen - peroral
  • kontraindiziert in der Stillzeit
  • keine Erfahrungen mit der Anwendung bei Stillenden

Schwangerschaftshinweise

Chlorprothixen - peroral
  • kontraindiziert in der Schwangerschaft
  • Chlorprothixen unzureichend auf reproduktionstoxikologische Eigenschaften geprüft
  • keine Erfahrungen mit der Anwendung bei Schwangeren
  • Neugeborene, die während des 3. Trimenons der Schwangerschaft gegenüber Antipsychotika (einschließlich Chlorprothixen) exponiert sind, durch Nebenwirkungen einschließlich extrapyramidaler Symptome und/oder Entzugserscheinungen gefährdet, deren Schwere und Dauer nach der Entbindung variieren können
    • Berichte über Agitiertheit, erhöhten oder erniedrigten Muskeltonus, Tremor, Somnolenz, Atemnot oder Störungen bei der Nahrungsaufnahme
    • Neugeborene sorgfältig sorgfältig überwacht werden
    • verminderter APGAR-Wert kann auftreten
  • Fertilität
    • beim Menschen sind Nebenwirkungen aufgetreten, die einen negativen Einfluss auf weibliche und/oder männliche Sexualfunktion und Fertilität haben können, wie
      • Hyperprolaktinämie
      • Galaktorrhoe
      • Amenorrhoe
      • Menstruationsstörungen
      • sexuelle Funktionsstörungen
      • erektile Dysfunktion
      • Ejakulationsstörungen
    • wenn diese Nebenwirkungen klinisch signifikant auftreten:
      • Dosisreduktion (wenn möglich) oder
      • Beendigung der Behandlung mit Chlorprothixen in Erwägung ziehen
    • Nebenwirkungen sind nach Absetzen reversibel
    • es liegen keine tierexperimentellen Studien in Bezug auf mögliche Wirkung auf die Fertilität vor

Warnhinweise

Chlorprothixen - peroral
  • Chlorprothixen darf nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei
    • Leberinsuffizienz
    • Niereninsuffizienz
    • Phäochromozytom
    • prolaktinabhängigen Tumoren, z.B. Mamma-Tumoren
    • schwerer Hypotonie bzw. orthostatischer Dysregulation
    • Parkinson-Syndrom
    • depressiven Erkrankungen
    • Erkrankungen des hämatopoetischen Systems
    • anamnestisch bekanntem malignen neuroleptischen Syndrom
    • hirnorganischen Erkrankungen
    • Epilepsie
    • Hyperthyreose
    • Glaukom, Miktionsstörungen, Harnretention, Pylorusstenose, Ileus und Prostatahyperplasie
    • Myasthenia gravis (Erb-Goldflam-Syndrom)
  • bei Auftreten von hohem Fieber und Muskelstarre ist an malignes neuroleptisches-Syndrom denken
    • wird nicht selten als Katatonie fehldiagnostiziert
      • erneute Neuroleptikum-Gabe kann lebensbedrohliche Konsequenzen haben
      • Differentialdiagnose von entscheidender Bedeutung
        • Medikamentenanamnese
        • Prüfung auf Rigor
        • Fieber
        • CK-Anstieg im Blut oder Harn
  • malignes neuroleptisches Syndrom
    • Möglichkeit der Entstehung eines malignen neuroleptischen Syndroms besteht bei allen Neuroleptika
      • Symptome
        • Hyperthermie
        • Muskelsteifheit
        • Bewusstseinsstörungen
        • Instabilität des vegetativen Nervensystems
    • Fälle mit tödlichem Ausgang bei Patienten mit bereits bestehendem hirnorganischen Psychosyndrom, mentaler Retardierung, Opiat- und Alkoholabhängigkeit besonders stark vertreten
    • Behandlung
      • Absetzen des Neuroleptikums und ggf. intensivmedizinische Maßnahmen
      • Symptomatische Behandlung und Anwendung allgemeiner unterstützender Maßnahmen
      • Behandlung der Hyperthermie durch Kühlen
        • da Antipyretika bei hohem Fieber möglicherweise nicht wirksam sind
      • Behandlung von Störungen des Elektrolyt-und Wasserhaushaltes, der kardiovaskulären Manifestationen, Infektionen, der respiratorischen und renalen Komplikationen
      • Therapieversuch mit Dantrolen-Infusionen (3 bis 10 mg/kg Körpergewicht und Tag) in Kombination mit Bromocriptin (7,5 bis 30 mg /Tag oral)
    • Symptome können bis zu einer Woche nach der oralen Neuroleptika-Einnahme anhalten
  • Patient anhalten, keine Selbstmedikation mit Analgetika und sofort Arzt aufsuchen, bei
    • Fieber
    • Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen
    • Halsschmerzen
    • eitriger Angina
    • grippeähnlichen Symptomen
      • insbesondere wenn Symptome innerhalb der ersten 3 Monate nach Beginn der medikamentösen Behandlung auftreten
  • während Therapie, in regelmäßigen Abständen überwachen
    • Blutbild
    • Nieren- und Leberfunktion
    • Kreislaufsituation (einschließlich EKG Ableitung)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen und EKG
    • Ausgangs-EKG sowie -EEG sollten für spätere Verlaufskontrollen vorliegen
    • Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Vorgeschichte oder QT-Verlängerung in der Familiengeschichte
      • Anwendung mit besonderer Vorsicht aufgrund des Risikos von gefährlichen Arrhythmien
    • EKG-Kontrolle
      • vor der Behandlung unbedingt erforderlich
        • Chlorprothixen kontraindiziert bei QTc-Intervall > 450 ms bei Männern bzw. > 470 ms bei Frauen vor Behandlungsbeginn
      • während der Behandlung sollte Notwendigkeit einer EKG-Überwachung für jeden Patienten individuell bewertet werden
        • Dosis sollte im Laufe der Behandlung reduziert werden, wenn das QT-Intervall verlängert ist
        • Behandlung sollte abgebrochen werden bei QTc-Intervall >500 ms
    • regelmäßige Überwachung des Elektrolythaushaltes empfohlen
    • gleichzeitige Behandlung mit anderen Neuroleptika vermeiden
    • ältere Patienten
      • bei älteren Patienten können Störungen der Erregungsleitung und Erregungsrückbildung auftreten
      • regelmäßige Überwachung der Herzfunktion (EKG, QT-Intervall) empfohlen
      • besonders anfällig für orthostatische Hypotonie
    • bestehende Hypokaliämie vor Behandlungsbeginn ausgleichen
  • Demenz
    • erhöhte Mortalität bei älteren Menschen mit Demenz-Erkrankungen
    • Daten zweier großer Anwendungsstudien zeigten, dass ältere Menschen mit Demenz-Erkrankungen, die mit konventionellen (typischen) Antipsychotika behandelt wurden, einem leicht erhöhten Mortalitätsrisiko im Vergleich zu nicht mit Antipsychotika Behandelten ausgesetzt sind
      • genaue Höhe dieses Risikos kann nicht angegeben werden
      • Ursache für die Risikoerhöhung nicht bekannt
    • Chlorprothixen ist nicht zur Behandlung von Verhaltensstörungen, die mit Demenz-Erkrankungen zusammenhängen, zugelassen
  • erhöhtes Risiko für das Auftreten von unerwünschten cerebrovaskulären Ereignissen
    • in randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien mit an Demenz erkrankten Patienten, die mit einigen atypischen Antipsychotika behandelt wurden, wurde ein etwa um das dreifache erhöhtes Risiko für unerwünschte cerebrovaskuläre Ereignisse beobachtet
      • Mechanismus, der zu dieser Risikoerhöhung führt, unbekannt
      • kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Wirkung auch bei Anwendung anderer Antipsychotika oder bei anderen Patientengruppen auftritt
    • Vorsicht bei Patienten, die ein erhöhtes Schlaganfallrisiko haben
  • Thromboembolie-Risiko
    • im Zusammenhang mit der Anwendung von Antipsychotika sind Fälle von venösen Thromboembolien (VTE) berichtet
    • da Patienten, die mit Antipsychotika behandelt werden, häufig erworbene Risikofaktoren für VTE aufweisen, sollten alle möglichen Risikofaktoren für VTE vor und während der Behandlung identifiziert und Präventivmaßnahmen ergriffen werden
    • Anfälle von akutem Glaukom aufgrund einer Pupillenerweiterung können bei entsprechend disponierten Patienten auftreten
  • Diabetes
    • Chlorprothixen kann das Ansprechen auf Insulin und Glucose verändern, was Anpassung der antidiabetischen Behandlung von Diabetes-Patienten erfordert
  • Priapismus
    • es wurde berichtet, dass Antipsychotika, die eine blockierende Wirkung auf die alpha-adrenergen Rezeptoren haben, Priapismus hervorrufen können
      • möglich, dass auch Chlorprothixen diese Wirkung hat
    • schwerer Priapismus kann medizinische Maßnahmen erforderlich machen
    • Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass sie bei Anzeichen und Symptomen von Priapismus-Symptomen umgehend einen Arzt aufsuchen sollten
  • Kinder und Jugendliche
    • wird nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren empfohlen
    • zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Chlorprothixen bei Kindern und Jugendlichen liegen keine ausreichenden Studien vor
    • bei Kindern
      • unter 3 Jahren ist Chlorprothixen kontraindiziert
      • unter 6 Jahren ist Chlorprothixen (100 mg pro abgeteilter Darreichungsform) aufgrund des hohen Wirkstoffgehaltes kontraindiziert
  • Blutbild
    • vor einer Behandlung Blutbild kontrollieren (einschließlich Differentialblutbild und Thrombozytenzahl)
    • bei pathologischen Blutwerten darf Behandlung nur bei zwingender Indikation und unter häufigen Blutbildkontrollen erfolgen
  • Patienten mit neurologisch erkennbaren subkortikalen Hirnschäden und Neigung zu Krampfanfällen
    • besondere Vorsicht, da Chlorprothixen die Schwelle für das Auftreten von Krampfanfällen senkt und Grand-mal-Anfälle auftreten können
    • Epilepsie-Patienten sollten nur unter Beibehaltung der antikonvulsiven Therapie mit Chlorprothixen behandelt werden
  • Stammganglienerkrankungen (z.B. Morbus Parkinson)
    • Chlorprothixen sollte nur in Ausnahmefällen angewendet werden
    • bei Verschlechterung der Symptomatik Therapie abbrechen
  • Depression
    • Chlorprothixen sollte nicht bei schweren depressiven Erkrankungen eingesetzt werden
    • bei gleichzeitiger Depression und Psychose sollte Chlorprothixen mit einem Antidepressivum kombiniert werden
  • Patienten mit Hyperthyreose
    • da Thyroxin die Nebenwirkungsrate von Chlorprothixen steigern kann, sollten Patienten mit Hyperthyreose nur bei gleichzeitiger adäquater thyreostatischer Therapie mit Chlorprothixen behandelt werden
  • besondere Vorsicht bei Patienten mit
    • organischen Hirnschäden
    • arteriosklerotischen Hirngefäßerkrankungen
    • endogener Depression
  • Hypotonie
    • Patienten mit folgenden Erkrankungen zeigen häufiger hypotensive Reaktionen auf die Gabe von Chlorprothixen un sollten deshalb sorgfältig überwacht werden
      • Phäochromozytom
      • Niereninsuffizienz
      • Herzinsuffizienz
      • zerebraler Insuffizienz
  • Brust-Tumore und Prolaktin-Ausschüttung
    • Neuroleptika führen zu einer erhöhten Prolaktin-Ausschüttung
    • Experimente an Gewebekulturen: etwa ein Drittel menschlicher Brusttumoren in vitro prolaktin-abhängig
    • Vorsicht bei einschlägiger Vorgeschichte, obwohl aussagefähige klinische oder epidemiologische Studien noch nicht vorliegen
  • extrapyramidalmotorische Symptome
    • obwohl die Prävalenz von Spätdyskinesien noch nicht hinreichend erforscht ist, scheinen ältere Patienten, insbesondere ältere Frauen, dafür besonders prädisponiert
    • Risiko der Spätdyskinesien und besonders das der Irreversibilität nimmt vermutlich mit Therapiedauer und Höhe der neuroleptischen Dosierung zu
      • kann sich auch schon nach kurzer Behandlungsdauer und niedriger Dosierung entwickeln
    • die neuroleptische Behandlung selbst kann die Symptome einer beginnenden Spätdyskinesie zunächst maskieren
      • nach Absetzen der Medikation tritt diese dann sichtbar in Erscheinung
    • beim Auftreten von Frühdyskinesien oder Parkinson-Syndromen ist Dosisreduktion oder Behandlung mit anticholinergen Antiparkinsonmittel erforderlich
      • diese Medikation sollte jedoch nur im Bedarfsfall und nicht routinemäßig durchgeführt werden
      • falls anticholinerge Medikation erforderlich ist, deren Exkretion schneller erfolgt als Chlorprothixen, kann es zur Vermeidung des Auftretens oder Verschlechterung extrapyramidalmotorischer Symptome notwendig sein, diese Antiparkinson-Medikation auch nach Absetzen von Chlorprothixen weiterzuführen
    • Behandlung der Akathisie ist schwierig
      • Dosisreduktion versuchen
      • bei Erfolglosigkeit kann Therapieversuch mit Sedativa, Hypnotika (z. B. Benzodiazepine) oder Beta-Rezeptorenblockern (z. B. Propranolol) durchgeführt werden
    • Spätdyskinesien
      • eine gesicherte Therapie dieser Symptome ist derzeit nicht bekannt
      • Antiparkinson-Arzneimittel lindern diese Symptome nicht, sondern können sie noch verstärken
      • eine Dosisreduktion oder, wenn möglich, Beendigung der Behandlung wird empfohlen
      • auf erste dyskinetische Anzeichen, vorwiegend im lingualen und digitalen Bereich, ist unbedingt zu achten und die Beendigung der Neuroleptikatherapie in Erwägung zu ziehen
      • bei langandauernder Behandlung mit Chlorprothixen können Spätdyskinesien maskiert werden und dann erst nach Beendigung der Behandlung in Erscheinung treten
  • anticholinerge Wirkung
    • aufgrund der anticholinergen Wirkung vorsichtige Dosierung bei
      • Glaukom
      • Miktionsstörungen
      • Harnretention
      • Pylorusstenose
      • Ileus
      • Prostatahypertrophie
  • Langzeitbehandlung
    • Patienten in Langzeitbehandlung, besonders bei hohen Dosierungen
      • sollten sorgfältig überwacht werden
      • regelmäßig beurteilen, ob Erhaltungsdosis gesenkt werden kann