Cisatracurium-hameln 2mg/ml Inj.lsg./Inf.lsg.

hameln pharma gmbh
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Cisatracurium →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 10X2.5 ML 28,64 €
N2 10X5 ML 38,56 €

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Fachinformationen

Indikation

  • zur Anwendung bei chirurgischen und anderen Eingriffen sowie in der Intensivmedizin bei Erwachsenen und Kindern im Alter von 1 Monat oder älter als Muskelrelaxans begleitend zur Vollnarkose oder zur Sedierung in der Intensivmedizin sowie zur Erleichterung einer endotrachealen Intubation und mechanischen Beatmung

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung/Infusionslösung enthält 2,68 mg Cisatracuriumbesilat, entsprechend 2 mg Cisatracurium

  • Chirurgische und andere Eingriffen sowie in der Intensivmedizin
    • Anwendung als intravenöse Bolusinjektion
      • Endotracheale Intubation
        • 0,15 mg / kg Körpergewicht (KG)
        • gute Intubationsbedingungen sind üblicherweise innerhalb von 120 Sekunden nach Anwendung von Cisatracurium gegeben, wenn es nach Narkoseinduktion mit Propofol verabreicht wurde
        • höhere Dosen verkürzen die Zeit bis zum Eintritt der neuromuskulären Blockade
        • durchschnittliche pharmakodynamische Daten, nachdem Cistracurium in verschiedenen Dosen an gesunde erwachsene Patienten während einer Narkose mit Opioiden (Thiopental/Fentanyl/Midazolam) oder Propofol verabreicht wurde
          • Anfangsdosis Cisatracurium: 0,1 mg / kg KG (Narkosebedingungen: Opioid)
            • Zeit bis zu 90%iger T1*-Suppression: 3,4 Min
            • Zeit bis zur maximalen T1*-Suppression: 4,8 Min
            • Zeit bis zur 25%igen spontanen T1-Erholung: 45 Min
          • Anfangsdosis Cisatracurium: 0,15 mg / kg KG (Narkosebedingungen: Propofol)
            • Zeit bis zu 90%iger T1*-Suppression: 2,6 Min
            • Zeit bis zur maximalen T1*-Suppression: 3,5 Min
            • Zeit bis zur 25%igen spontanen T1-Erholung: 55 Min
          • Anfangsdosis Cisatracurium: 0,2 mg / kg KG (Narkosebedingungen: Opioid)
            • Zeit bis zu 90%iger T1*-Suppression: 2,4 Min
            • Zeit bis zur maximalen T1*-Suppression: 2,9 Min
            • Zeit bis zur 25%igen spontanen T1-Erholung: 65 Min
          • Anfangsdosis Cisatracurium: 0,4 mg / kg KG (Narkosebedingungen: Opioid)
            • Zeit bis zu 90%iger T1*-Suppression: 1,5 Min
            • Zeit bis zur maximalen T1*-Suppression: 1,9 Min
            • Zeit bis zur 25%igen spontanen T1-Erholung: 91 Min
        • Enfluran- oder Isofluran-Narkosen können klinische Wirkdauer einer initialen Cisatracurium-Dosis um bis zu 15% verlängern
      • Erhaltungsdosis
        • neuromuskuläre Blockade kann mit Erhaltungsdosen von Cisatracurium verlängert werden
        • 0,03 mg / kg KG unter Opioid- oder Propofolanästhesie bewirkt zusätzliche, klinisch effektive neuromuskuläre Blockade für die Dauer von ungefähr 20 Minuten
        • wiederholte Verabreichung von Erhaltungsdosen führt zu keiner Kumulierung des neuromuskulär blockierenden Effekts
      • Spontanerholung
        • sobald spontane Erholung von der neuromuskulären Blockade eintritt, ist deren Dauer bis zur vollständigen Erholung unabhängig von der verabreichten Cisatracurium-Dosis
        • mittlere Erholungszeiten betragen unter Opioid- oder Propofolanästhesie ungefähr 13 bzw. 30 Minuten für eine Erholung von 25% auf 75% bzw. von 5% auf 95%
      • Aufhebung der neuromuskulären Blockade
        • die durch Verabreichung von Cisatracurium erzielte neuromuskuläre Blockade ist mit Standarddosen von Cholinesterasehemmern leicht reversibel
        • mittlere Erholungszeiten von 25% auf 75% bzw. bis zur vollständigen klinischen Erholung (T4:T1-Ratio >= 0,7) betragen ungefähr 4 bzw. 9 Minuten, wenn Antagonist bei einer durchschnittlichen T1-Erholung von 10% verabreicht wird
      • Kinder
        • Endotracheale Intubation (Kinder im Alter von 1 Monat bis 12 Jahren)
          • 0,15 mg / kg KG, schnell verabreicht über 5 bis 10 Sekunden
          • endotracheale Intubation kann 120 Sekunden nach Verabreichung dieser Dosis durchgeführt werden
          • Anwendung von Cisatracurium zur Intubation bei Kindern der ASA-Klassen III - IV wurde nicht untersucht; nur begrenzte Daten zum Einsatz von Cisatracurium bei Kleinkindern unter 2 Jahren während längeren oder größeren Eingriffen bzw. Operationen vorhanden
          • bei Kindern von 1 Monat bis 12 Jahren zeigt Cisatracurium kürzere klinisch effektive Wirkdauer und rascheres spontanes Abklingprofil als bei Erwachsenen unter ähnlichen anästhetischen Bedingungen
          • Kinder von 1 Monat bis 11 Monaten
            • Dosis Cisatracurium: 0,15 mg / kg KG (Narkosebedingungen: Halothan)
              • Zeit bis zu 90%igen Suppression: 1,4 Min
              • Zeitspanne bis zur maximalen Suppression: 2,0 Min
              • Zeitspanne bis zur 25%igen spontanen T1-Erholung: 52 Min
            • Dosis Cisatracurium: 0,15 mg / kg KG (Narkosebedingungen: Opioid)
              • Zeit bis zu 90%igen Suppression: 1,4 Min
              • Zeitspanne bis zur maximalen Suppression: 1,9 Min
              • Zeitspanne bis zur 25%igen spontanen T1-Erholung: 47 Min
          • Kinder von 1 Jahr bis 12 Jahren
            • Dosis Cisatracurium: 0,15 mg / kg KG (Narkosebedingungen: Halothan)
              • Zeit bis zu 90%igen Suppression: 2,3 Min
              • Zeitspanne bis zur maximalen Suppression: 3,0 Min
              • Zeitspanne bis zur 25%igen spontanen T1-Erholung: 43 Min
            • Dosis Cisatracurium: 0,15 mg / kg KG (Narkosebedingungen: Opioid)
              • Zeit bis zu 90%igen Suppression: 2,6 Min
              • Zeitspanne bis zur maximalen Suppression: 3,6 Min
              • Zeitspanne bis zur 25%igen spontanen T1-Erholung: 38 Min
          • wenn Cisatracurium zur Intubation nicht erforderlich ist: geringere Dosierung als 0,15 mg / kg KG kann angewendet werden
            • Kinder von 2 Jahren bis 12
              • Dosis Cisatracurium: 0,08 mg / kg KG (Narkosebedingungen: Halothan)
                • Zeit bis zu 90%igen Suppression: 1,7 Min
                • Zeitspanne bis zur maximalen Suppression: 2,5 Min
                • Zeitspanne bis zur 25%igen spontanen T1-Erholung: 31 Min
              • Dosis Cisatracurium: 0,1 mg / kg KG (Narkosebedingungen: Opioid)
                • Zeit bis zu 90%igen Suppression: 1,7 Min
                • Zeitspanne bis zur maximalen Suppression: 2,8 Min
                • Zeitspanne bis zur 25%igen spontanen T1-Erholung: 28 Min
          • Anwendung von Cisatracurium nach vorheriger Gabe von Suxamethonium wurde bei Kindern klinisch nicht geprüft
          • Halothan kann die klinisch effektive Wirkdauer von Cisatracurium um bis zu 20% verlängern; keine Daten über pädiatrische Anwendung von Cisatracurium während einer Anästhesie mit anderen halogenisierten Fluorkohlenwasserstoff-Anästhetika vorhanden; es kann aber davon ausgegangen werden, dass auch diese Substanzen die effektive klinische Wirkungsdauer einer Cisatracurium-Dosis verlängern
        • Erhaltungsdosis (Kinder von 2 bis 12 Jahren)
          • neuromuskuläre Blockade kann mit Erhaltungsdosen von Cisatracurium verlängert werden
          • Kinder von 2 bis 12 Jahren: Dosis von 0,02 mg / kg KG führt zu einer ungefähr 9-minütigen Verlängerung der klinisch effektiven neuromuskulären Blockade während einer Halothan Anästhesie
          • wiederholte Verabreichung von Erhaltungsdosen führt nicht zu Kumulierung des neuromuskulär blockierenden Effekts
          • Kinder unter 2 Jahren: aufgrund der unzureichenden Daten keine Empfehlungen zur Erhaltungsdosis; allerdings deuten sehr begrenzte Daten aus klinischen Studien an Kindern unter 2 Jahren darauf hin, dass Erhaltungsdosierungen von 0,03 mg / kg KG eine neuromuskuläre Blockade während einer Opioidan-Narkose um bis zu 25 Minuten verlängern
        • Spontanerholung
          • sobald es zu spontaner Erholung der neuromuskulären Blockade kommt, ist die Dauer bis zur vollständigen Erholung unabhängig von der applizierten Cisatracurium-Dosis
          • während einer Opioid- oder Halothananästhesie betragen die mittleren Zeiten für eine Erholung von 25% auf 75% und für 5% auf 95% ungefähr 11 bzw. 28 Minuten
        • Aufhebung der neuromuskulären Blockade
          • durch die Verabreichung von Cisatracurium erzielte neuromuskuläre Blockade ist mit Standarddosierungen von Cholinesterasehemmern leicht reversibel
          • mittlere Zeiten für Erholung von 25% auf 75% bzw. bis zur vollen klinischen Erholung (T4:T1-Ratio >= 0,7) betragen ungefähr 2 bzw. 5 Minuten, wenn der Antagonist bei einer durchschnittlichen T1-Erholung von 13% verabreicht wird
    • Anwendung als intravenöse Infusion
      • Erwachsene und Kinder im Alter von 2 bis 12 Jahren
        • Aufrechterhaltung einer neuromuskulären Blockade durch Infusion von Cisatracurium mit einer initialen Infusionsrate von 3 µg / kg KG / Min. (0,18 mg / kg KG / Stunde) möglich
        • dabei wird eine 89 bis 99%ige T1-Suppression nach Anzeichen einer spontanen Erholung wiederhergestellt
        • nach einer anfänglichen Periode der Stabilisierung der neuromuskulären Blockade sollte bei den meisten Patienten eine Infusionsrate von 1 bis 2 µg / kg KG / Min. (0,06 bis 0,12 mg / kg KG / Stunde) ausreichen, um Blockade aufrecht zu erhalten
        • bei Verabreichung von Cisatracurium während einer Isofluran- oder Enflurananästhesie kann Reduktion der Infusionsrate um bis zu 40% erforderlich werden
        • Infusionsrate abhängig von Cisatracuriumkonzentration in der Infusionslösung, dem angestrebten Grad der neuromuskulären Blockade und dem Gewicht des Patienten
        • Richtlinien für den Einsatz von unverdünntem Cisatracurium
          • Dosis von 1,0 µg / kg KG / Stunde:
            • bei KG von 20 kg: Infusionsrate von 0,6 ml / Stunde
            • bei KG von 70 kg: Infusionsrate von 2,1 ml / Stunde
            • bei KG von 100 kg: Infusionsrate von 3,0 ml / Stunde
          • Dosis von 1,5 µg / kg KG / Stunde:
            • bei KG von 20 kg: Infusionsrate von 0,9 ml / Stunde
            • bei KG von 70 kg: Infusionsrate von 3,2 ml / Stunde
            • bei KG von 100 kg: Infusionsrate von 4,5 ml / Stunde
          • Dosis von 2,0 µg / kg KG / Stunde:
            • bei KG von 20 kg: Infusionsrate von 1,2 ml / Stunde
            • bei KG von 70 kg: Infusionsrate von 4,2 ml / Stunde
            • bei KG von 100 kg: Infusionsrate von 6,0 ml / Stunde
          • Dosis von 3,0 µg / kg KG / Stunde:
            • bei KG von 20 kg: Infusionsrate von 1,8 ml / Stunde
            • bei KG von 70 kg: Infusionsrate von 6,3 ml / Stunde
            • bei KG von 100 kg: Infusionsrate von 9,0 ml / Stunde
        • Dauerinfusion mit konstanter Infusionsrate führt nicht zu progressiver Zu- oder Abnahme der neuromuskulären Blockade
        • nach Absetzen der Infusion erfolgt Spontanerholung von der neuromuskulären Blockade mit der gleichen Geschwindigkeit wie nach Verabreichung einer einzelnen Bolusinjektion
    • Anwendung als intravenöse Bolusinjektion und/oder intravenöse Infusion
      • Dosierung bei Intensivpatienten
        • Verabreichung von Cisatracurium an erwachsene Patienten auf der Intensivstation als Bolusinjektion und/oder als Infusion möglich
        • anfängliche Infusionsrate von 3 µg / kg KG / Min. (0,18 mg / kg KG / Stunde) wird für erwachsene Patienten auf der Intensivstation empfohlen
        • Dosierungserfordernisse können zwischen den einzelnen Patienten sehr stark variieren und mit der Zeit zu- oder abnehmen; in klinischen Studien betrug die durchschnittliche Infusionsrate 3 µg / kg KG / Min. (Bereich: 0,5 bis 10,2 µg / kg KG / Min. [0,03 bis 0,6 mg / kg KG / Stunde])
        • bei Patienten auf Intensivstation betrug die mittlere Zeit bis zur vollen Spontanerholung nach einer Langzeitinfusion von Cisatracurium (bis zu 6 Tagen) ungefähr 50 Min.
        • Erholungsprofil nach Cisatracurium-Infusionen bei Patienten auf der Intensivstation ist unabhängig von der Infusionsdauer

Dosisanpassung

  • Neugeborene (jünger als 1 Monat)
    • Anwendung von Cisatracurium wurde nicht geprüft (daher Cisatracurium nicht empfohlen)
  • ältere Patienten
    • keine Dosisanpassungen erforderlich
    • Cisatracurium hat bei diesen Patienten ein ähnliches pharmakodynamisches Profil wie bei jungen Erwachsenen, kann aber einen etwas langsameren Wirkungseintritt zeigen
  • Nierenfunktionsstörungen
    • keine Dosisanpassungen erforderlich
    • evtl. etwas langsamerer Wirkungseintritt
  • Leberfunktionsstörungen
    • keine Dosisanpassungen erforderlich
    • evtl. etwas langsamerer Wirkungseintritt
  • Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen
    • nach Verabreichung in Form einer raschen Bolusinjektion (über 5 - 10 Sekunden) an erwachsene Patienten mit schweren kardiovaskulären Erkrankungen (New York Heart Association Klasse I - III), die sich einer Koronararterienbypassimplantation unterzogen, wurde Cisatracurium in keiner der geprüften Dosierungen (bis zu 0,4 mg / kg KG (8mal ED95) in Zusammenhang mit klinisch signifikanten kardiovaskulären Effekten gebracht
    • allerdings für Dosierungen > 0,3 mg / kg KG nur limitierte Daten vorhanden
    • Kinder
      • Einsatz von Cisatracurium wurde nicht untersucht

Kontraindikationen

Cisatracurium - invasiv
  • bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Cisatracurium oder Atracurium

Nebenwirkungen

Cisatracurium - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • anaphylaktische Reaktionen
      • anaphylaktischer Schock
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Bradykardie
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypotonie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hautrötung (Flush)
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Bronchospasmus
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hautausschlag
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Myopathie
      • Muskelschwäche

Anwendungshinweise

  • zur intravenösen Anwendung
  • Arzneimittel nur zur einmaligen Anwendung bestimmt (enthält kein Konservierungsmittel)
  • Arzneimittel vor Anwendung visuell überprüfen
  • Lösung nur verwenden, wenn sie klar und farblos oder fast farblos bis leicht gelb/grünlichgelb, praktisch frei von Partikeln sowie das Behältnis unbeschädigt ist; wenn sich das Aussehen verändert hat oder das Behältnis beschädigt ist, Arzneimittel verwerfen
  • wenn andere Arzneimittel durch dieselbe Verweilnadel oder -kanüle verabreicht werden, wird empfohlen, dass jedes Arzneimittel mit einer adäquaten Menge einer geeigneten Infusionslösung ausgespült wird, z. B. Natriumchlorid-Lösung 9 mg/ml (0,9%)

Lagerung und Haltbarkeit

  • Haltbarkeit nach Anbruch:
    • Arzneimittel sofort nach Öffnen der Ampulle verwenden
  • zubereitete Infusionslösung:
    • nach Verdünnung auf Konzentrationen zwischen 0,1 mg und 2 mg Cisatracurium/ml ist Cisatracurium für 24 Stunden bei 25 °C physikalisch und chemisch in folgenden Lösungen stabil:
      • Natriumchlorid-Lösung 9 mg/ml (0,9%)
      • Natriumchlorid-Lösung 9 mg/ml (0,9%) und Glucose-Lösung 50 mg/ml (5%)
      • Glucose-Lösung 50 mg/ml (5%)
    • aus mikrobiologischer Sicht gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwenden
    • gebrauchsfertige Zubereitung normalerweise nicht länger als 24 Stunden bei 2 bis 8 °C aufbewahren

Inkompatibilitäten

  • Arzneimittel darf, außer mit den oben aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden
  • Cisatracurium nicht mit alkalischen Lösungen, z. B. Thiopental-Natrium, in derselben Spritze mischen oder durch dieselbe Nadel verabreichen
  • Cisatracurium ist nicht kompatibel mit Ketorolac, Trometamol oder Propofol-Injektionsemulsion

Stillzeithinweise

Cisatracurium - invasiv
  • als Vorsichtsmaßnahme sollte das Stillen während der Behandlung unterbrochen werden
    • es wird empfohlen, für 5 Halbwertszeiten von Cisatracurium auf das Stillen zu verzichten, d. h.
      • etwa 3 Stunden nach der letzten Cisatracurium-Dosis oder nach dem Ende der Cisatracurium-Infusion
  • Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden
    • aufgrund der kurzen Halbwertszeit ist jedoch ein Einfluss auf das gestillte Kind nicht zu erwarten
      • wenn die Mutter wieder mit dem Stillen beginnt, nachdem die Wirkungen der Substanz abgeklungen sind
  • nicht bekannt, ob Cisatracurium oder seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen

Schwangerschaftshinweise

Cisatracurium - invasiv
  • Cisatracurium sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden
    • keine ausreichenden Daten zur Anwendung von Cisatracurium bei schwangeren Frauen vorliegend
    • mögliches Risiko für Menschen unbekannt
  • tierexperimentelle Studien
    • unzureichende Daten bezgl.
      • Auswirkungen auf die Schwangerschaft
      • embryonaler / fetaler Entwicklung
      • Geburt
      • postnataler Entwicklung
  • Fertilität
    • keine Studien zur Fertilität durchgeführt

Warnhinweise

Cisatracurium - invasiv
  • Allgemein
    • Cisatracurium lähmt die Atem- und Skelettmuskulatur, ohne das Bewusstsein oder die Schmerzwahrnehmung zu beeinträchtigen
      • Cisatracurium sollte nur von folgenden Ärzten verabreicht werden
        • einem Anästhesisten
        • unter Aufsicht eines Anästhesisten
        • unter Aufsicht eines anderen Arztes, der mit der Anwendung und Wirkung von Muskelrelaxanzien vertraut ist
      • folgende Möglichkeiten müssen zur Verfügung stehen
        • zur endotrachealen Intubation
        • zum Erhalt der Lungenventilation
        • zur angemessenen arteriellen Oxygenierung
  • Überempfindlichkeit
    • Cisatracurium sollte nur mit Vorsicht an Patienten verabreicht werden, die eine Überempfindlichkeit gegenüber anderen Muskelrelaxanzien gezeigt haben
      • Berichte über hohe Rate (> 50 %) einer Kreuzüberempfindlichkeit zwischen Muskelrelaxanzien
  • Herzfrequenz
    • Cisatracurium weist keine signifikanten Vagus- oder Ganglien-blockierenden Effekte auf
      • kein klinisch relevanter Einfluss auf die Herzfrequenz
    • wirkt nicht Bradykardien entgegen, die durch Gabe anderer bei der Anästhesie verwendeter Arzneimittel, oder die nach Vagusreizung im Laufe von chirurgischen Eingriffen eventuell verursacht worden sind
  • Patienten mit Myasthenia gravis oder anderen neuromuskulären Erkrankungen
    • zeigen eine stark erhöhte Empfindlichkeit gegenüber nicht-depolarisierenden Muskelrelaxanzien
    • bei diesen Patienten wird eine Anfangsdosis </= 0,02 mg / kg Körpergewicht (KG) empfohlen
  • Säure-Basen- und / oder Serumelektrolyt-Haushalt
    • schwere Störungen können die Empfindlichkeit von Patienten gegenüber Muskelrelaxanzien herauf- oder herabsetzen
  • Neugeborene < 1 Monat
    • keine Erfahrungen zur Anwendung von Cisatracurium bei Neugeborenen < 1 Monat vorliegend
      • in dieser Patientengruppe wurden keine klinischen Prüfungen durchgeführt
  • maligne Hyperthermie
    • keine Studien über die Anwendung von Cisatracurium bei Patienten, bei denen in der Vergangenheit eine maligne Hyperthermie aufgetreten ist, vorliegend
    • tierexperimentelle Studien
      • Studien an für maligne Hyperthermie empfindlichen Schweinen
        • Cisatracurium löst dieses Syndrom bei dieser Spezies nicht aus
  • Operation mit induzierter Unterkühlung
    • keine Studien zur Anwendung von Cisatracurium bei Patienten, die einer Operation mit induzierter Unterkühlung (25 - 28 °C) unterzogen werden, vorhanden
    • Infusionsrate, die benötigt wird, um eine angemessene Relaxierung während des operativen Eingriffs zu erhalten, kann unter diesen Bedingungen signifikant reduziert sein (wie bei anderen Muskelrelaxanzien)
  • Patienten mit Verbrennungen
    • Cisatracurium wurde nicht bei Patienten mit Verbrennungen untersucht
    • Möglichkeit einer Dosiserhöhung und einer verkürzten Wirkungsdauer muss berücksichtigt werden, wenn Cisatracurium diesen Patienten verabreicht wird (wie bei anderen nicht-depolarisierenden Muskelrelaxanzien)
  • Patienten auf der Intensivstation
    • tierexperimentelle Studien
      • Laudanosin, ein Metabolit von Cisatracurium und Atracurium, wurde mit einer vorübergehenden Hypotonie und bei einigen Arten mit zerebral erregenden Effekten in Verbindung gebracht
        • nach Verabreichung hoher Dosen in Tierstudien
      • bei der empfindlichsten Tierart traten diese Effekte bei Plasma-Laudanosin-Konzentrationen auf, die vergleichbar zu denjenigen waren, die bei einigen Patienten auf der Intensivstation nach längerer Infusion von Atracurium gemessen wurden
    • entsprechend der niedrigeren Infusionsrate von Cisatracurium betragen die Plasma-Laudanosin-Konzentrationen ca. 1/3 gegenüber denen nach einer Atracurium-Infusion
    • seltene Meldungen über Krämpfe bei Patienten auf Intensivstationen, die neben anderen Arzneimitteln Atracurium erhalten haben
      • diese Patienten hatten gewöhnlich eine oder mehrere medizinische Prädispositionen für Krämpfe, z.B.
        • Schädeltrauma
        • hypoxische Enzephalopathie
        • Hirnödem
        • virale Enzephalitis
        • Urämie
      • kausaler Zusammenhang mit Laudanosin wurde nicht festgestellt