Clarilind 500mg Filmtabletten

Aristo Pharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Clarithromycin →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 10 ST 14,82 €
N2 14 ST 17,61 €
N3 20 ST 19,86 €

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Fachinformationen

Indikation

  • zur Behandlung der folgenden bakteriellen Infektionen, wenn diese durch Clarithromycin-empfindliche Erreger verursacht werden und eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Penicillin vorliegt oder Penicillin aus anderen Gründen nicht geeignet sind
    • akute Exazerbation einer chronischen Bronchitis (adäquat diagnostiziert)
    • leichte bismittelschwere ambulant erworbene bakterielle Pneumonie, einschließlich der durch die atypischen Keime Chlamydia, Mycoplasma oder Legionella verursachten Pneumonie
    • Pharyngitis
    • akute bakterielle Sinusitis (adäquat diagnostiziert)
    • leichte bismäßig schwere Infektionen der Haut und Weichteile, wie Impetigo, Erysipel, Follikulitis, Furunkulose, Wundinfektion
  • in adäquater Kombination mit den entsprechenden antibakteriellen Therapieschemata und einem einschlägigen Ulkustherapeutikum zur Eradikation von H. pylori bei Patienten mit Ulzera, die durch H. pylori verursacht wurden
  • Hinweis
    • die offiziellen Richtlinien zur sachgemäßen Anwendung antibakterieller Substanzen sind zu berücksichtigen

Dosierung

  • Behandlung von bakteriellen Infektionen, die durch Clarithromycin-empfindliche Erreger verursacht worden sind
    • allgemein:
      • die Dosierung von Clarithromycin richtet sich nach dem klinischen Zustand des Patienten und ist in jedem Einzelfall durch den Arzt zu bestimmen
    • Erwachsene und Jugendliche (>/= 12 Jahre)
      • Standard-Dosis: 250 mg Clarithromycin 2mal / Tag
      • max. Dosis: 1 g Clarithromycin / Tag
      • schwere Verlaufsformen von Atemwegsinfektionen oder Sinusitis
        • 500 mg Clarithromycin 2mal / Tag alle 12 Std.
        • alternative Behandlung
          • Tag 1 - 3: 500 mg 2mal / Tag
          • darauf folgende 4 Behandlungstage: 250 mg 2mal / Tag
      • Elimination von Helicobacter pylori bei erwachsenen Patienten mit gastroduodenalen Ulzera
        • allgemeine nationale Empfehlungen zur Eradikation von H. pylori sind zu beachten
        • Gabe von Clarithromycin im Rahmen der Eradikationstherapie bestehend aus:
          • 500 mg Clarithromycin 2mal / Tag
          • 1000 mg Amoxicillin 2mal / Tag
          • 20 mg Omeprazol 2mal / Tag
    • Kinder (< 12 Jahre)
      • Anwendung nicht empfohlen
      • Verwendung anderer Darreichungsformen
  • Behandlungsdauer
    • 6 - 14 Tage
    • nach der Rückbildung der Symptome Behandlung trotzdem mind. 2 Tage lang fortführen
    • Infektionen mit Streptococcus pyogenes: 10 Tage
    • die Dauer sollte 14 Tage nicht überschreiten

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • keine Dosisanpassung erforderlich, sofern Nierenfunktion nicht eingeschränkt ist
  • Niereninsuffizienz
    • Kreatinin-Clearance 30 - 60 ml / min;
      • retardierte Darreichungsform: Dosisanpassung nicht erforderlich
    • Kreatinin-Clearance < 30 ml / min
      • Dosisreduzierung um die Hälfte der Standarddosis: 250 mg Clarithromycin 1mal/ Tag
      • bei Sinusitis und schwereren Verlaufsformen von Atemwegsinfektionen: 250 mg Clarithromycin 2mal / Tag
      • maximale Behandlungsdauer: 14 Tage
      • nur unter genauer ärztlicher Beobachtung
  • niereninsuffiziente Patienten, die gleichzeitig Ritonavir erhalten
    • mäßig eingeschränkte Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 30 - 60 ml / min)
      • Dosisreduzierung: 250 mg Clarithromycin / Tag
      • Maximaldosis: 500 mg Clarithromycin / Tag
    • schwer eingeschränkte Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30 ml / min)
      • Dosisreduzierung: 125 mg Clarithromycin / Tag
      • Maximaldosis: 250 mg Clarithromycin / Tag
  • normale Nierenfunktion:
    • keine Dosisanpassung erforderlich
    • Maximaldosis: 1 g Clarithromycin / Tag
  • Patienten mit Leberinsuffizienz
    • Ausscheidung vorwiegend über die Leber
    • Behandlung mit Vorsicht
    • starke Leberinsuffizienz: Anwendung nicht empfohlen bis weitere klinischen Erfahrungen vorliegen

Kontraindikationen

Clarithromycin - peroral
  • bekannte Überempfindlichkeit gegen Clarithromycin, andere Makrolid-Antibiotika oder einen der sonstigen Bestandteile
  • gleichzeitige Anwendung mit
    • Ergotamin-Derivaten (Ergotamin oder Dihydroergotamin)
      • Ergotoxizität kann ausgelöst werden
    • Substanzen, die eine QT-Intervallverlängerung und kardiale Arrhythmien, einschließlich ventrikulärer Tachykardie, Kammerflimmern und „Torsades de pointes" auslösen können
      • Astemizol
      • Terfenadin
      • Cisaprid
      • Domperidon
      • Pimozid
    • HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statinen) die weitgehend durch CYP3A4 metabolisiert werden, weil dadurch ein zunehmendes Risiko einer Myopathie einschließlich Rhabdomyolyse besteht
      • Lovastatin
      • Simvastatin
    • Ticagrelor, Ivabradin oder Ranolazin
    • oralem Midazolam
    • Lomitapid
    • Colchicin
  • Störung im Elektrolythaushalt: erhöhtes Risiko der QT-Intervall-Verlängerung
    • Hypokaliämie
    • Hypomagnesiämie
  • Patienten mit QT-Intervallverlängerung (kongenital oder nachgewiesener erworbener Verlängerung der QT-Zeit) oder ventrikulärer Arrhythmie (einschließlich „Torsades de pointes") in der Anamnese
  • schwere Leberinsuffizienz in Verbindung mit eingeschränkter Nierenfunktion
  • altersabhängige Kontraindikationen siehe Herstellerinformation

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Clarithromycin - peroral
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Cellulitis (nur bei intravenöser Darreichungsform berichtet)
      • Candidiasis
      • Gastroenteritis
      • Infektion
      • vaginale Infektion
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Pseudomembranöse Kolitis
      • Erysipel
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Leukopenie
      • Neutropenie
      • Thrombozythämie
      • Eosinophilie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Agranulozytose
      • Thrombozytopenie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • anaphylaktoide Reaktion (nur bei intravenöser Darreichungsform berichtet)
      • Überempfindlichkeit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Angioödem
      • anaphylaktische Reaktionen
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anorexie
      • verminderter Appetit
  • psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schlaflosigkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Ängstlichkeit
      • Nervosität
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Halluzinationen
      • Desorientierung
      • Depersonalisation
      • Alpträume
      • Verwirrtheit
      • psychotische Störungen
      • Depression
      • Manie
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dysgeusie
      • Kopfschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Bewusstseinsverlust (nur bei intravenöser Darreichungsform berichtet)
      • Dyskinesie (nur bei intravenöser Darreichungsform berichtet)
      • Somnolenz
      • Tremor
      • Benommenheit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Krampfanfälle
      • Ageusie
      • Parosmie
      • Parästhesie
      • Anosmie
  • Erkrankungen des Ohres und des Labyrinths
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schwindel
      • Tinnitus
      • Schwerhörigkeit
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hörverlust (nach Absetzen des Arzneimittels meist reversibel)
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Herzstillstand (nur bei intravenöser Darreichungsform berichtet)
      • Vorhofflimmern (nur bei intravenöser Darreichungsform berichtet)
      • QT-Verlängerung im Elektrokardiogramm
      • Extrasystole (nur bei intravenöser Darreichungsform berichtet)
      • Palpitationen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Ventrikuläre Tachykardien
      • Torsade-de-pointes
      • ventrikuläre Fibrillation
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Vasodilatation (nur bei intravenöser Darreichungsform berichtet)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Blutungen
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraumes und des Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Asthma (nur bei intravenöser Darreichungsform berichtet)
      • Epistaxis
      • Lungenembolie (nur bei intravenöser Darreichungsform berichtet)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Dyspnoe (berichtet bei immungeschwächten Patienten)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit / Brechreiz
      • Diarrhoe
      • Bauchschmerzen
      • Erbrechen
      • Dyspepsie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Stomatitis
      • Glossitis
      • Ösophagitis (nur bei intravenöser Darreichungsform berichtet)
      • gastroösophageale Refluxkrankheit
      • Gastritis
      • Proktalgie
      • Blähbauch
      • Obstipation
      • Mundtrockenheit
      • Aufstoßen
      • Flatulenz
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • akute Pankreatitis
      • Verfärbung der Zunge und Zähne
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • abnormer Leberfunktionstest
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hepatitis
      • Cholestase
      • erhöhte Alanin-Amino-Transferase-Werte
      • erhöhte Aspartat-Amino-Transferase-Werte
      • erhöhte Gamma-Glutamyl-Transferase-Werte
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Leberfunktionsstörungen
      • hepatozelluläre und / oder cholestatische Hepatitis mit oder ohne Ikterus
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ausschlag
      • Hyperhidrosis
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • bullöse Dermatitis (nur bei intravenöser Darreichungsform berichtet)
      • Pruritus
      • Urtikaria
      • makulopapulöser Ausschlag
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen (SCAR) z. B.
        • akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP)
        • Stevens-Johnson-Syndrom
        • toxische epidermale Nekrolyse
        • Überempfindlichkeitsreaktionen mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (Hypersensitivitätssyndrom DRESS)
      • Akne
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Muskelspasmen
      • Myalgie
      • Steifigkeit des Bewegungsapparats (nur bei intravenöser Darreichungsform berichtet)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Rhabdomyolyse
      • Myopathie
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • erhöhter Kreatinin-Spiegel im Blut (nur bei intravenöser Darreichungsform berichtet)
      • erhöhter Urea-Spiegel im Blut (nur bei intravenöser Darreichungsform berichtet)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Nierenversagen
      • interstitielle Nephritis
  • allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Phlebitis am Injektionsort (nur bei intravenöser Darreichungsform berichtet)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schmerzen am Injektionsort (nur bei intravenöser Darreichungsform berichtet)
      • Entzündung am Injektionsort (nur bei intravenöser Darreichungsform berichtet)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Unwohlsein
      • Pyrexie
      • Asthenie
      • Brustschmerzen
      • Schüttelfrost
      • Erschöpfung
  • Untersuchungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • abnormes Albumin-Globulin-Verhältnis (nur bei intravenöser Darreichungsform berichtet)
      • erhöhte alkalische Phosphatase im Blut
      • erhöhte Laktatdehydrogenase im Blut
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erhöhtes International Normalized Ratio
      • verlängerte Prothrombinzeit
      • abnorme Urinfarbe
      • Erhöhungen der Serum-Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (SGOT) und Serum-GlutamatGlutamat-Pyruvat-Transaminase (SGPT) (berichtet bei immungeschwächten Patienten)
      • erhöhte Blutharnstoff-Stickstoff-Spiegel (berichtet bei immungeschwächten Patienten)

Anwendungshinweise

  • Einnahme der Tabletten mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. ein Glas Wasser)
  • Einnahme kann unabhängig von einer Mahlzeit erfolgen

Stillzeithinweise

Clarithromycin - peroral
  • bei Stillenden sollte der Nutzen der Behandlung für die Mutter sorgfältig gegen das potentielle Risiko für das Kind abgewogen werden
  • Clarithromycin geht in geringen Mengen in die Muttermilch über
    • Schätzungen zufolge würde ein Säugling, der ausschließlich gestillt wird, etwa 1,7 % der nach Körpergewicht berechneten Clarithromycin-Dosis der Mutter erhalten
  • beim mit Muttermilch ernährten Säugling kann es zu Veränderungen der Darmflora mit Durchfällen und zu einer Sprosspilzbesiedlung kommen, so dass das Stillen eventuell unterbrochen werden muss
  • die Möglichkeit einer Sensibilisierung ist ebenfalls zu berücksichtigen

Schwangerschaftshinweise

Clarithromycin - peroral
  • Anwendung von Clarithromycin während der Schwangerschaft ohne eine vorhergehende sorgfältige Abwägung des Nutzens gegen die Risiken nicht empfohlen
  • in einigen Beobachtungsstudien zur Beurteilung der Exposition gegenüber Clarithromycin im ersten und zweiten Drittel der Schwangerschaft wurde über ein erhöhtes Risiko einer Fehlgeburt im Vergleich zu keiner Anwendung von Antibiotika oder der Einnahme anderer Antibiotika im gleichen Zeitraum berichtet
  • die vorliegenden epidemiologischen Studien über das Risiko schwerer angeborener Fehlbildungen im Zusammenhang mit der Anwendung von Makroliden einschließlich Clarithromycin während der Schwangerschaft liefern widersprüchliche Ergebnisse
  • basierend auf unterschiedlichen Daten aus Tierstudien sowie aufgrund von Erfahrungenbeim Menschen
    • Möglichkeit von negativen Auswirkungen auf die embryofetale Entwicklung kann nicht ausgeschlossen werden
  • Sicherheit der Anwendung von Clarithromycin während der Schwangerschaft nicht nachgewiesen
  • Fertilität
    • Fertilitätsstudien mit Ratten zeigten keine Hinweise auf schädliche Wirkungen

Warnhinweise

Clarithromycin - peroral
  • Schwangere
    • Verordnung von Clarithromycin nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt
    • erhöhte Aufmerksamkeit insbesondere während der ersten drei bis sechs Schwangerschaftsmonate
  • Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
    • Vorsicht geboten bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz
    • mittelschwere bis schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min)
      • Verabreichung nur unter genauer ärztlicher Beobachtung
  • Patienten mit Leberfunktionsstörungen
    • Vorsicht bei der Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
    • Metabolisierung von Clarithromycin hauptsächlich über die Leber
    • bei Verdacht auf Leberfunktionsstörungen ist die Serumkonzentration der Transaminasen (AST, ALT), der Gamma-GT, der alkalischen Phosphatase sowie des Bilirubins sorgfältig zu kontrollieren
    • Berichte über Leberinsuffizienz mit tödlichem Ausgang die in der Regel mit schweren zugrundeliegenden Erkrankungen und / oder anderen hepatotoxischen Medikationen in Zusammenhang stand
    • Berichte über Leberfunktionsstörungen, einschließlich erhöhten Leberenzymwerten, und hepatozellulärer Schädigungen und / oder cholestatischer Hepatitis mit oder ohne Ikterus im Zusammenhang mit Clarithromycin
      • diese Leberfunktionsstörung kann schwer sein, ist jedoch in der Regel reversibel
    • Anwendung sofort abbrechen bei Auftreten von Anzeichen und Symptomen einer Hepatitis wie
      • Anorexie
      • Ikterus
      • dunkler Urin
      • Pruritus
      • empfindliches Abdomen
  • anhaltende und schwere Durchfälle und Koliken
    • pseudomembranöse Colitis
      • beobachtet bei fast allen antibakteriellen Wirkstoffen, einschließlich Makroliden
      • Verlauf mild bis lebensbedrohlich
    • Clostridium difficile- assoziierte Diarrhoe (CDAD)
      • bei fast allen Antibiotika, inkl. Clarithromycin, beobachtet
      • Formen: leichter Durchfall bis tödlich verlaufende Colitis
      • Antibiotika-Behandlung verändert die normale Darmflora
        • kann zu abnormalem Wachstum der Clostridium difficile-Erreger führen
      • CDAD immer erwägen, wenn bei Therapie mit antibakteriellen Substanzen Durchfall auftritt
      • Auftreten auch noch über 2 Monate nach Absetzen der Therapie möglich - erfordert daher sorgfältige Anamnese
      • bei Auftreten
        • Beendigung der Clarithromycin-Behandlung abhängig von der Indikation erwägen
        • ggf. angemessene Therapie einleiten (z. B. Einnahme von geeigneten Antibiotika / Chemotherapeutika, deren Wirksamkeit für diese Indikation klinisch erwiesen ist)
        • Arzneimittel die die Peristaltik hemmen dürfen nicht eingenommen werden
  • Langzeitbehandlung
    • Kolonisation mit einer vermehrten Anzahl nicht empfindlicher Bakterien und Pilze möglich
    • bei Superinfektion: geeignete Therapie einleiten
  • bei gleichzeitiger Anwendung von Clarithromycin mit Arzneimitteln, die zur Induktion des Cytochrom-CYP3A4-Enzyms führen, ist Vorsicht geboten
  • Pneumonie
    • bei stationär erworbener Pneumonie sollte Clarithromycin in Kombination mit zusätzlichen geeigneten Antibiotika verabreicht werden
  • Infektionen der Haut und Weichteilgewebe von leichtem bis mäßigem Schweregrad
    • verursacht meist durch Erreger, die gegen Makrolide resistent sein können
      • Staphylococcus aureus
      • Streptococcus pyogenes
    • daher sollten Empfindlichkeitstests durchgeführt werden
    • andere Antibiotika (z.B Clindamycin) Mittel der 1. Wahl, wenn eine Anwendung von Beta-Laktam-Antibiotika (z.B. Allergie) nicht möglich ist
    • Makrolide werden derzeit nur bei einigen Infektionen der Haut und Weichteilgewebe in Betracht gezogen - z.B. bei
      • durch Corynebacterium minutissimum hervorgerufenen Infektionen
      • Acne vulgaris
      • Erysipel
      • Fällen, in denen Penicillin nicht angewendet werden kann
    • Therapie mit Clarithromycin sofort abbrechen und dringlich eine geeignete Behandlung einleiten bei schweren akuten Überempfindlichkeitsreaktionen, wie
      • Anaphylaxie
      • schwere arzneimittelinduzierten Hautreaktionen (SCAR)
        • akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP)
        • Stevens-Johnson-Syndrom
        • toxische epidermale Nekrolyse
        • Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)
  • Helicobacter pylori-Behandlung
    • antimikrobielle Therapie (wie z. B. Clarithromycin) kann zur Selektion von Antibiotika-resistenten Organismen führen
  • Kreuzresistenz
    • mögliche Kreuzresistenz von Erregern beachten zwischen Clarithromycin und
      • anderen Makrolid-Antibiotika (wie z. B. Erythromycin)
      • Lincomycin
      • Clindamycin
    • gleichzeitige Gabe mehrerer Präparate aus dieser Substanzgruppe ist nicht empfehlenswert
  • Colchicin-Vergiftungen
    • Post-Marketing-Berichte von Colchicin-Vergiftungen bei gleichzeitiger Einnahme von Clarithromycin mit Colchicin
      • insbesondere bei älteren Patienten
      • einige bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen - einschließlich Berichte über Todesfälle
    • gleichzeitige Einnahme von Clarithromycin und Colchicin ist kontraindiziert
  • Triazolobenzodiazepine (z.B. Triazolam, intravenöses oder oromukosales Midazolam)
    • Vorsicht geboten bei gleichzeitiger Anwendung mit Clarithromycin
  • HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statine)
    • gleichzeitige Anwendung von HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren mit Vorsicht
    • Anwendung kontraindiziert mit
      • Lovastatin
      • Simvastatin
    • Berichte von Patienten mit Rhabdomyolyse, die Clarithromycin und Statine gleichzeitig einnahmen
    • wenn gemeinsame Gabe nicht vermieden werden kann
      • Verordnung der niedrigst zugelassenenen Dosierung des Statins
      • Alternativ: Verwendung eines Statins, das nicht, bzw. nur in sehr geringem Maße von einer CYP3A4-Metabolisierung abhängig ist, z.B. Fluvastatin
      • Patienten bezüglich des Auftretens von Symptomen einer Myopathie überwachen
  • orale Antidiabetika / Insulin
    • gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin mit oralen Antidiabetika (wie Sulfonylharnstoffen) und / oder Insulin kann zu signifikanten Hypoglykämien führen
    • sorgfältige Überwachung des Blutzuckerspiegels empfohlen
  • orale Antikoagulantien
    • Comedikation von Clarithromycin mit Warfarin besteht das Risiko für
      • schwerwiegende Blutungen
      • signifikante Erhöhungen des INR-Wertes
      • signifikanter Anstiegs der Prothrombinzeit
    • bei Verabreichung von Clarithromycin mit oralen Antikoagulantien
      • regelmäßige Kontrolle der INR-Werte und und Prothrombinzeiten angeraten
    • Vorsicht geboten bei gleichzeitiger Anwendung von Clarithromycin und direkten oralen Antikoagulanzien, z. B. Dabigatran, Rivaroxaban und Apixaban
      • insbesondere bei Patienten mit hohem Blutungsrisiko
  • kardiovaskuläre Ereignisse
    • bei Patienten, die mit Makroliden behandelt wurden, einschließlich Clarithromycin, wurde eine Verlängerung der QT-Zeit beobachtet, welche die kardiale Repolarisation wiederspiegelt
      • dies ist mit einem Risiko zur Entwicklung von Herzrhythmusstörungen und„Torsades de pointes" verbunden
    • aufgrund des erhöhten Risikos von QT-Zeit-Verlängerungen und ventrikulärer Arrhythmien (einschließlich „Torsades de pointes") ist die Einnahme von Clarithromycin kontraindiziert bei Patienten
      • die Astemizol, Cisaprid, Domperidon Pimozid und Terfenadin einnehmen
      • mit Hypokaliämie
      • mit einer anamnestisch bekannten QT-Zeit-Verlängerung oder ventrikulären Arrhythmie
    • Anwendung von Clarithromycin mit Vorsicht bei Patienten
      • mit koronarer Herzkrankheit
      • mit schwerer Herzinsuffizienz
      • mit Reizleitungsstörungen oder klinisch relevanter Bradykardie
      • die gleichzeitig andere Arzneimittel die die QT-Zeit verlängern einnehmen als solche die kontraindiziert sind
    • epidemiologische Studien zur Untersuchung des Risikos von unerwünschten kardiovaskulären Ereignissen bei der Verabreichung von Makroliden haben unterschiedliche Ergebnisse gezeigt
      • einige Beobachtungsstudien haben ein seltenes, kurzzeitiges Risiko für Arrhythmien, Myokardinfarkte und kardiovaskuläre Mortalität bei der Verabreichung von Makroliden, einschließlich Clarithromycin, nachgewiesen
      • diese Zusammenhänge sollten bei der Verschreibung von Clarithromycin im Rahmen der Nutzen-Risiko-Bewertung berücksichtigt werden