CLARITHROMYCIN-hameln 500 mg P.f.e.Kon.z.H.e.Inf.L

hameln pharma gmbh
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Wirkstoff: Clarithromycin →

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Fachinformationen

Indikation

  • zur parenteralen Therapie von Infektionen durch Clarithromycin-empfindliche Krankheitserreger bei Vorliegen der folgenden Krankheiten
    • Infektionen der unteren Atemwege, wie z.B. akute und chronische Bronchitis und Pneumonie
    • Infektionen der oberen Atemwege, wie z.B. Sinusitis, Pharyngitis und Tonsillitis
    • Infektionen der Haut und des Weichteilgewebes (z.B. Folliculitis, Cellulitis, Erysipel)
    • Hinweis:
      • offizielle Empfehlungen zum adäquaten Gebrauch von antibakteriellen Arzneimitteln sind zu berücksichtigen

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche enthält 500 mg Clarithromycin als Clarithromycin-Lactobionat; nach Rekonstitution Lösung etwa 2 mg/ml Clarithromycin

  • Infektionen durch Clarithromycin-empfindliche Krankheitserreger
    • Erwachsene
      • 1,0 g / Tag, aufgeteilt auf zwei Dosen zu 500 mg in entsprechender Verdünnung
      • Behandlungsdauer
        • i.v. Therapie für 2 - 5 Tage (ggf. als orale Therapie mit Clarithromycin fortführen)
        • Gesamtdauer der Behandlung: max. 14 Tage
    • Kinder und Jugendliche (> 12 Jahre)
      • s. Dosierung Erwachsene
    • Kinder (< 12 Jahre)
      • keine ausreichenden Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit
      • Anwendung nicht empfohlen
    • ältere Patienten
      • s. Dosierung Erwachsene
    • Nierenfunktionsstörungen
      • Kreatinin-Clearance < 30 ml/Min
        • Dosis auf die Hälfte der empfohlenen Dosis verringern

Kontraindikationen

Clarithromycin - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Clarithromycin oder andere Makrolid-Antibiotika
  • gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin mit
    • Astemizol, Cisaprid, Pimozid, Terfenadin, Domperidon
      • da QT-Intervallverlängerung und kardiale Arrhythmien, einschließlich ventrikulärer Tachykardie, Kammerflimmern und „Torsades de pointes" ausgelöst werden können
    • Ergotamin-Derivaten (Ergotamin oder Dihydroergotamin)
      • da Ergotoxizität ausgelöst werden kann
    • oralem Midazolam
    • HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statine), die weitgehend durch CYP3A4 metabolisiert werden (Lovastatin oder Simvastatin)
      • erhöhtes Risiko einer Myopathie, einschließlich Rhabdomyolyse
    • Ticagrelor, Ivabradin oder Ranolazin
    • Colchicin
    • Lomitapid
  • Patienten mit QT-Intervallverlängerung (kongenitale oder nachgewiesene erworbene Verlängerung der QT-Zeit) oder ventrikulärer Arrhythmie (einschließlich „Torsades de pointes") in der Anamnese
  • Patienten mit Elektrolytstörungen (Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie) aufgrund des Risikos eines verlängerten QT-Intervalls
  • schwere Leberinsuffizienz in Kombination mit eingeschränkter Nierenfunktion

Nebenwirkungen

Clarithromycin - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Cellulitis
      • Candidosen
      • vaginale Infektion
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erysipel
      • pseudomembranöse Kolitis
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Leukopenie
      • Thrombozytopenie (berichtet bei immungeschwächten Patienten)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Agranulozytose
      • Thrombozytopenie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • anaphylaktoide Reaktion
      • Überempfindlichkeit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • anaphylaktische Reaktion
      • Angioödem
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anorexie
      • verringerter Appetit
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schlaflosigkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Ängstlichkeit
      • Nervosität
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Psychotische Störung
      • Depression
      • Manie
      • Halluzinationen
      • Desorientierung
      • Depersonalisation
      • Alpträume
      • Verwirrtheit
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dysgeusie
      • Kopfschmerzen
      • Geschmacksstörung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Bewusstseinsverlust
      • Dyskinesie
      • Benommenheit
      • Somnolenz
      • Tremor
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Ageusie
      • Parosmie
      • Anosmie
      • Krampfanfälle
      • Parästhesie
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schwindel
      • Schwerhörigkeit
      • Tinnitus
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hörverluste (nach Absetzen des Arzneimittels meist reversibel)
      • Hörstörungen
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Herzstillstand
      • Vorhofflimmern
      • QT-Intervallverlängerung auf dem EKG
      • Extrasystole
      • Palpitation
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • ventrikuläre Fibrillation
      • ventrikuläre Tachykardien
      • "Torsades de pointes"
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Vasodilatation
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Blutungen
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Asthma
      • Lungenembolie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Dyspnoe (berichtet bei immungeschwächten Patienten)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Durchfall
      • Erbrechen
      • Dyspepsie
      • Übelkeit
      • Bauchschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Ösophagitis
      • Gastritis
      • Obstipation
      • Mundtrockenheit
      • Aufstoßen
      • Flatulenz
      • Stomatitis
      • Glossitis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Verfärbung der Zunge
      • Verfärbung der Zähne
      • akute Pankreatitis
      • Brechreiz
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • abnormer Leberfunktionstest
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • erhöhte Alanin-Aminotransferase
      • erhöhte Aspartat-Aminotransferase
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Leberfunktionsstörungen
      • hepatozelluläre und/oder cholestatische Hepatitis mit oder ohne Ikterus
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ausschlag
      • Hyperhidrose
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Bullöse Dermatitis
      • Pruritus
      • Urtikaria
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen (SCAR) (z.B. akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP)
      • Überempfindlichkeitsreaktionen mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (Hypersensitivitätssyndrom DRESS)
      • Akne
      • toxische epidermale Nekrolyse
      • Stevens-Johnson-Syndrom
  • Skelettmuskulatur- und Bindegewebserkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Steifigkeit des Bewegungsapparats
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Myopathie
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • erhöhter Kreatininspiegel im Blut
      • erhöhter Ureaspiegel im Blut
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Nierenversagen
      • interstitielle Nephritis
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Phlebitis am Injektionsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schmerzen am Injektionsort
      • Entzündung am Injektionsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Asthenie
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • erhöhter Blut-Harnstoff-Stickstoff
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • abnormes Albumin-Globulin-Verhältnis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • verlängerte Prothrombinzeit
      • abnorme Urinfarbe
      • erhöhtes International Normalized Ratio
      • erhöhter Blut-Harnstoff-Stickstoff (berichtet bei immungeschwächten Patienten)
      • Erhöhungen der Serum-Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (SGOT) (berichtet bei immungeschwächten Patienten)
      • Erhöhungen der Serum-GlutamatGlutamat-Pyruvat-Transaminase (SGPT) (berichtet bei immungeschwächten Patienten)

Anwendungshinweise

  • ausschließlich zur i.v. Verabreichung

Stillzeithinweise

Clarithromycin - invasiv
  • der Nutzen der Behandlung für die Mutter muss sorgfältig gegen das potentielle Risiko für das Kind abgewogen werden
  • Clarithromycin geht in geringen Mengen in die Muttermilch über
  • Schätzungen zufolge würde ein Säugling, der ausschließlich gestillt wird, etwa 1,7% der nach Körpergewicht berechneten Clarithromycin-Dosis der Mutter erhalten
    • beim mit Muttermilch ernährten Säugling kann es zu Veränderungen der Darmflora mit Durchfällen und zu einer Sprosspilzbesiedlung kommen, so dass das Stillen eventuell unterbrochen werden muss
    • Möglichkeit einer Sensibilisierung ebenfalls berücksichtigen

Schwangerschaftshinweise

Clarithromycin - invasiv
  • Anwendung von Clarithromycin während der Schwangerschaft nicht empfohlen ohne vorhergehende sorgfältige Abwägung des Nutzens gegen die Risiken
  • Sicherheit von Clarithromycin während der Schwangerschaft ist nicht nachgewiesen
  • basierend auf Daten aus Tierstudien an Mäusen, Ratten, Hasen und Affen, sowie aufgrund von Erfahrungen beim Menschen
    • Möglichkeit von negativen Auswirkungen auf embryofetale Entwicklung kann nicht ausgeschlossen werden
  • Beobachtungsstudien zur Beurteilung der Exposition gegenüber Clarithromycin im 1. und 2. Trimenon der Schwangerschaft
    • es wurde über erhöhtes Risiko einer Fehlgeburt im Vergleich zu keiner Anwendung von Antibiotika oder der Anwendung anderer Antibiotika im gleichen Zeitraum berichtet
  • verfügbare epidemiologische Studien über Risiko schwerer angeborener Fehlbildungen im Zusammenhang mit Anwendung von Makroliden einschließlich Clarithromycin während Schwangerschaft liefern widersprüchliche Ergebnisse

Fertilität

  • keine Erkenntnisse zu möglichen Auswirkungen auf die Fertilität beim Menschen vorliegend
  • Fertilitätsstudien mit Ratten zeigten keine Hinweise auf schädliche Wirkungen

Warnhinweise

Clarithromycin - invasiv
  • Leberfunktionsstörungen
    • Metabolisierung von Clarithromycin erfolgt hauptsächlich über die Leber
      • daher bei Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion Vorsicht geboten
    • bei Patienten mit Verdacht auf Störungen der Leberfunktion folgendes sorgfältig kontrollieren:
      • Konzentration der Transaminasen (AST, ALT)
      • Konzentration von Gamma-GT
      • Konzentration der alkalischen Phosphatase
      • Konzentration von Bilirubin im Serum
    • im Zusammenhang mit Clarithromycin wurden Leberfunktionsstörungen, einschließlich erhöhter Leberenzymwerte, und hepatozellulärer Schädigungen und/oder cholestatische Hepatitis mit oder ohne Ikterus beobachtet
      • diese Leberfunktionsstörung kann schwer sein, ist jedoch in der Regel reversibel
      • in einigen Fällen Leberinsuffizienz mit tödlichem Ausgang berichtet, die in der Regel mit schweren zugrundeliegenden Erkrankungen und/oder anderen hepatotoxischen Medikationen in Zusammenhang stand
    • sofortiger Behandlungsabbruch wenn Anzeichen und Symptome einer Hepatitis wie Anorexie, Ikterus, dunkler Urin, Pruritus oder ein empfindliches Abdomen auftreten
  • Nierenfunktionsstörungen
    • Vorsicht geboten bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz
    • bei Vorliegen einer schweren Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) Anwendung von Clarithromycin nur unter genauer ärztlicher Beobachtung
  • Kinder (< 12 Jahre)
    • Anwendung nicht empfohlen, orale Suspension von Clarithromycin für die Anwendung bei Kindern sollte angewendet werden
  • Schwangerschaft
    • Verordnung an schwangere Patientinnen nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung, insbesondere während der ersten 3 Monate der Schwangerschaft
    • siehe Rubrik Schwangerschaftshinweise
  • Gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin mit
    • Colchicin
      • gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin und Colchicin ist kontraindiziert
      • Post-Marketing-Berichte von Colchicin-Vergiftungen bei gleichzeitiger Gabe von Clarithromycin und Colchicin vorliegend, insbesondere bei älteren Patienten
        • einige der Colchicin-Vergiftungen traten bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen auf
        • über Todesfälle bei einigen solcher Patienten wurde berichtet
    • Triazolobenzodiazepinen wie Triazolam und Midazolam
      • bei gleichzeitiger Anwendung von Clarithromycin und Triazolobenzodiazepinen wie Triazolam und intravenösem oder oromukosalem Midazolam ist Vorsicht geboten
    • Arzneimitteln, die zur Induktion des Cytochrom-CYP3A4-Enzyms führen
      • Vorsicht bei der Anwendung
    • oralen Antidiabetika / Insulin
      • sorgfältige Überwachung des Blutzuckerspiegels empfohlen
      • gleichzeitige Gabe von Clarithromycin und oralen Antidiabetika (wie Sulfonylharnstoffen) und/oder Insulin kann zu signifikanten Hypoglykämien führen
    • oralen Antikoagulantien
      • Risiko einer schwerwiegenden Blutung sowie signifikanter Erhöhungen des INR-Werts und der Prothrombinzeit, wenn Clarithromycin zusammen mit Warfarin verabreicht wird
      • in der Zeit, in der Patienten gleichzeitig Clarithromycin und orale Antikoagulantien erhalten, sollten der INR-Wert und die Prothrombinzeit regelmäßig kontrolliert werden
      • Vorsicht geboten bei gleichzeitiger Anwendung von Clarithromycin und direkten oralen Antikoagulantien wie z.B. Dabigatran, Rivaroxaban und Apixaban, insbesondere bei Patienten mit hohem Blutungsrisiko
    • HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statine)
      • gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin und Lovastatin oder Simvastatin ist kontraindiziert
      • Vorsicht geboten wenn Clarithromycin und Statine gleichzeitig verordnet werden
      • wurde von Patienten mit Rhabdomyolyse berichtet, die Clarithromycin und Statine gleichzeitig einnahmen
      • Patienten sollten bezüglich Anzeichen und Symptomen einer Myopathie beobachtet werden
      • wenn gleichzeitige Gabe von Clarithromycin und Statinen nicht vermieden werden kann
        • niedrigste zugelassene Dosierung des Statins verordnen
        • Verwendung eines anderen Statins, das nicht von der CYP3A-Metabolisierung abhängig ist (z.B. Fluvastatin), erwägen
  • Kardiovaskuläre Ereignisse
    • bei der Behandlung mit Makroliden, einschließlich Clarithromycin, wurde eine verlängerte Repolarisationsphase des Herzens sowie eine Verlängerung des QT-Intervalls festgestellt, die ein Risiko von Herzrhythmusstörungen und Torsade-de-Pointes-Tachykardien bedingen können
    • da die folgenden Situationen zu einem erhöhten Risiko für ventrikuläre Arrhythmien (einschließlich Torsade-de-Pointes-Tachykardien) führen können, sollte Clarithromycin daher mit Vorsicht bei folgenden Patientengruppen verabreicht werden:
      • Patienten mit koronarer Herzerkrankung, schwerer Herzinsuffizienz, Reizweiterleitungsstörungen am Herzen oder klinisch relevanter Bradykardie
      • Clarithromycin darf nicht bei Patienten mit Hypokaliämie verabreicht werden
      • Patienten, die gleichzeitig andere QT-Intervall-verlängernde Arzneimittel einnehmen als solche, die kontraindiziert sind
      • begleitende Verabreichung von Clarithromycin mit Astemizol, Cisaprid, Pimozid, Domperidon und Terfenadin ist kontraindiziert
      • Clarithromycin darf nicht bei Patienten mit angeborener oder dokumentierter erworbener QT-Intervall-Verlängerung oder bei Patienten mit ventrikulären Arrhythmien verabreicht werden
    • epidemiologische Studien zur Untersuchung des Risikos von unerwünschten kardiovaskulären Ereignissen bei der Verabreichung von Makroliden haben unterschiedliche Ergebnisse gezeigt
      • einige Beobachtungsstudien haben ein seltenes, kurzzeitiges Risiko für Arrhythmien, Myokardinfarkte und kardiovaskuläre Mortalität bei der Verabreichung von Makroliden, einschließlich Clarithromycin, nachgewiesen
      • diese Zusammenhänge sollten bei der Verschreibung von Clarithromycin im Rahmen der Nutzen-Risiko-Bewertung berücksichtigt werden
  • Pneumonie
    • bei stationär erworbener Pneumonie sollte Clarithromycin in Kombination mit zusätzlichen geeigneten Antibiotika verabreicht werden
  • Infektionen der Haut und Weichteile von leichtem bis mäßigem Schweregrad
    • diese Infektionen werden meist durch Staphylococcus aureus und Streptococcus pyogenes ausgelöst, die gegen Makrolide resistent sein können
      • Empfindlichkeitstests sollten durchgeführt werden
    • wenn Betalaktam- Antibiotika nicht angewendet werden können (z.B. aufgrund von Allergien), können andere Antibiotika wie z.B. Clindamycin Medikamente erster Wahl sein
    • derzeit werden Makrolide nur bei manchen Infektionen der Haut und Weichteile in Betracht gezogen:
      • bei Infektionen, die durch Corynebacterium minutissimum ausgelöst werden, bei Akne vulgaris und Erysipel
      • in Fällen, in denen kein Penicillin angewendet werden kann
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • bei schweren akuten Überempfindlichkeitsreaktionen wie Anaphylaxie, schweren arzneimittelinduzierten Hautreaktionen (SCAR) (z. B. akute generalisierte exanthematische Pustulose [AGEP],Stevens-Johnson-Syndrom, toxischepidermale Nekrolyse und Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom) Therapie mit Clarithromycin sofort abbrechen
      • geeignete Notfallmaßnahmen dringend einleiten
  • Anhaltende und schwere Durchfälle und Koliken
    • wie bei fast allen antibakteriellen Arzneimitteln, einschließlich Makroliden, wurde über Entzündung des Dickdarms (pseudomembranöse Kolitis) berichtet, die mild bis lebensbedrohlich verlaufen kann
    • Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhö (CDAD) bei Anwendung von fast allen Antibiotika, einschließlich Clarithromycin, berichtet, die in der Form eines leichten Durchfalls bis zur tödlich verlaufenden Kolitis auftreten kann
      • Antibiotikabehandlung verändert die normale Darmflora, was zu einem übermäßigen Wachstum von C. difficile führen kann
        • deshalb sollte bei Patienten mit Durchfall, der während oder nach der Therapie mit antibakteriellen Substanzen auftritt, eine CDAD erwogen werden
      • CDAD kann auch noch 2 Monate nach Therapieende auftreten
        • deshalb sorgfältige Anamnese nötig
    • abhägig von der Indikation muss Beendigung der Therapie erwogen und, falls erforderlich, sofort eine angemessene Behandlung eingeleitet werden
      • Arzneimittel, die die Peristaltik hemmen, sind kontraindiziert
  • Sinusitis
    • Clarithromycin intravenös häufig nicht das Mittel der ersten Wahl
  • Pharyngitis/Tonsillitis
    • Clarithromycin ist häufig nicht das Mittel der ersten Wahl für die Behandlung der durch Streptococcus pyrogenes verursachten Pharyngitis oder Tonsillitis
    • bei dieser Indikation sowie als Prophylaxe des akuten rheumatischen Fiebers ist Penicillin Behandlung der ersten Wahl
  • akute Otitis media
    • Clarithromycin intravenös häufig nicht das Mittel der ersten Wahl
  • Resistenzen
    • Langzeitverabreichung
      • Langzeitverabreichung kann, so wie bei anderen Antibiotika, zur Kolonisation von nicht empfindlichen Bakterien und Pilzen führen
      • im Falle einer Superinfektion
        • geeignete Therapie eingeleiten
    • Einnahme anderer Makrolid-Antibiotika sowie Lincomycin und Clindamycin
      • auf mögliche Kreuzresistenz von Erregern gegenüber Clarithromycin und anderen Antibiotika aus der Gruppe der Makrolide (z.B. Erythromycin) sowie Lincomycin und Clindamycin achten
      • gleichzeitige Gabe mehrerer Präparate aus dieser Substanzgruppe nicht empfehlenswert