Clonidin-ratiopharm 150 Tabletten

ratiopharm GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Clonidin →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 20 ST 13,26 €
N2 50 ST 15,73 €
N3 100 ST 18,22 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung aller Formen des krankhaft erhöhten Blutdrucks, die nicht durch einen Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom) bedingt sind

Dosierung

  • Behandlung aller Formen des krankhaft erhöhten Blutdrucks, die nicht durch einen Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom) bedingt sind
    • Dosierung individuell
    • Behandlungsbeginn einschleichend mit niedrigen Dosen
    • erforderliche Tagsdosen: 0,075 - 0,6 mg Clonidinhydrochlorid, je nach blutdrucksenkendem Effekt
    • notwendige Dosissteigerung, ggf. nach einem Zeitraum von 2 - 4 Wochen
    • max. orale und parenterale Dosen: 0,9 - 1,2 mg Clonidinhydrochlorid / Tag
    • Einstellung schwerer Hochdruckformen
      • in Ausnahmefällen mit Maximaldosen von 1,2 - 1,8 mg Clonidinhydrochlorid / Tag parenteral über den Tag verteilt
    • Einnahme i.d.R. 2mal / Tag
    • mittelschwere Hypertonie
      • Erwachsene und Jugendliche > 50 kg KG
        • initial: 0,075 - 0,15 mg Clonidinhydrochlorid 2mal / Tag (entsprechend 0,15 - 0,3 mg Clonidinhydrochlorid / Tag) bis max. 1 Tablette 2mal / Tag (entsprechend 0,3 mg Clonidinhydrochlorid / Tag)
        • bei einer erforderlichen niedrigeren Initialdosis
          • andere Darreichungsformen mit niedrigerem Wirkstoffgehalt bzw. der Möglichkeit der Teilbarkeit anwenden
        • in Abhängigkeit von der Blutdrucksenkung, schrittweise Steigerung der Dosis auf max. 2 Tabletten 3mal / Tag (entsprechend der Maximaldosis von 0,9 mg Clonidinhydrochlorid / Tag)
          • in diesen Fällen die Therapie mit Tabletten in der Wirkstoffstärke Clonidinhydrochlorid 0,3 mg weiterführen
    • Behandlungsdauer
      • richtet sich nach dem individuellen Krankheitsbild
      • wird vom Arzt festegelgt
    • Beendigung der Therapie
      • Dosis langsam stufenweise reduzieren
        • Gefahr von akuten Absetzerscheinungen (wie überschießender Blutdruckanstieg sowie Tachykardie, begleitet von Kopfschmerz, Übelkeit, Nervosität, Zittern und Unruhe (Rebound-Phänomen) besonders nach langfristiger Therapie und hoher Dosierung
      • bei Kombinationsbehandlung mit Beta-Rezeptorenblocker zuerst Beta-Rezeptorenblocker langsam über mehrere Tage absetzen, erst danach Gabe von Clonidinhydrochlorid ausschleichend beenden um bedrohliche unerwünschte Wirkungen (sympathische Überreaktivität) zu vermeiden
    • Hinweis:
      • bei einem durch ein Phäochromozytom verursachten Bluthochdruck kann kein therapeutischer Effekt von Clonidinhydrochlorid erwartet werden

Dosisanpassung

  • Kinder
    • keine Indikation für die Anwendung
  • ältere Patienten > 65 Jahre
    • generell vorsichtige, langsame Blutdrucksenkung
    • d.h. Behandlungsbeginn mit niedrigen Dosen
  • Patienten mit Niereninsuffizienz
    • Einstellung und Therapie der Hypertonie mit besonderer Sorgfalt und häufigen Blutdruckkontrollen
    • Prädialytische Patienten
      • i. d. Regel 0,3 mg Clonidinhydrochlorid / Tag ausreichend

Kontraindikationen

Clonidin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Clonidin
  • bestimmte Erregungsbildungs- und Erregungsleitungsstörungen des Herzens, z.B. Sinusknotensyndrom oder AV-Block II. und III. Grades
  • Herzschlagfolge < 50 Schläge/Min. (Bradykardie)
  • Depressionen
  • Stillzeit

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Clonidin - peroral
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Depression
      • Schlafstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Albträume
      • wahnhafte Wahrnehmung
      • Halluzination
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Verwirrtheitszustand
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schwindel
      • Sedierung
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Parästhesien
  • Augenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Verminderung des Tränenflusses
      • Akkommodationsstörungen
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Sinusbradykardie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • AV-Blockierungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Bradyarrhythmie
      • Verstärkung einer bestehenden Herzinsuffizienz
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • orthostatische Dysregulation
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Raynaud-Syndrom
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Blutdruckanstieg bei Therapiebeginn
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Trockenheit der Nasenschleimhaut
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Mundtrockenheit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Obstipation
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Schmerzen in den Speicheldrüsen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Pseudoobstruktion des Kolons
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hautausschlag
      • Juckreiz
      • Urtikaria
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Alopezie
  • Erkrankungen der Nieren und ableitenden Harnwege
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Miktionsstörungen
      • Abnahme der Harnproduktion (durch Minderperfusion der Niere)
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • erektile Dysfunktion
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Gynäkomastie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Abnahme der Libido
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Müdigkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Unwohlsein
  • Untersuchungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Anstieg des Blutzuckers
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Veränderung der Leberfunktionstests
      • positiver Coombs-Test
      • Gewichtsabnahme

Anwendungshinweise

  • Einnahme der Tabletten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit und nicht an Mahlzeiten gebunden
  • Arzneimittel sollte unter regelmäßiger Kontrolle des Blutdrucks in der vorgeschriebenen Dosierung angewendet werden
  • Anwendungsart ist dem individuellen Krankheitsbild anzupassen und wird vom Arzt festgelegt

Stillzeithinweise

Clonidin - peroral
  • in der Stillzeit kontraindiziert
  • Clonidin geht in die Muttermilch über
  • nur unzureichende Daten über die Anwendung in der Stillperiode vorliegend

Schwangerschaftshinweise

Clonidin - peroral
  • Clonidin darf in der Schwangerschaft nur bei strenger Indikationsstellung unter sorgfältiger Überwachung von Mutter und Kind angewendet werden
  • nur unzureichende Daten über die Anwendung von Clonidin in der Schwangerschaft vorliegend (insbesondere im ersten Trimenon)
  • Clonidin passiert die Plazentaschranke
    • beim Feten kann eine Herzfrequenzsenkung auftreten
    • in Einzelfällen vorübergehender Blutdruckanstieg beim Neugeborenen post partum beobachtet
  • keine hinreichenden Erfahrungen zu den Langzeitauswirkungen einer pränatalen Exposition
  • tierexperimentelle Studien
    • präklinische Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf indirekten oder direkten schädigenden Einfluss hinsichtlich der Reproduktionstoxizität
  • Fertilität
    • keine Untersuchungen zu Clonidin hinsichtlich der Wirkung auf die menschliche Fertilität durchgeführt
    • präklinische Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf indirekten oder direkten schädigenden Einfluss hinsichtlich der Fertilität

Warnhinweise

Clonidin - peroral
  • besonders sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich bei:
    • koronarer Herzkrankheit, insbesondere bei frischem / im ersten Monat nach Myokardinfarkt
    • schwerer Herzinsuffizienz (NYHA IV)
    • fortgeschrittener chronischer arterieller Verschlusskrankheit, Raynaud-Syndrom und bei derThrombendangiitis obliterans
    • zerebrovaskulärer Insuffizienz
    • fortgeschrittener Niereninsuffizienz
    • Obstipation
    • Polyneuropathie
  • Herzfrequenz
    • Absinken der Herzfrequenz auf < 56 Schläge / Min. während Therapie mit Clonidin vermeiden
  • Träger von Kontaktlinsen
    • sollten die selten zu beobachtende Verminderung des Tränenflusses beachten
  • akutes Absetzsyndrom
    • nach plötzlichem Absetzen von Clonidin, insbesondere nach langfristiger Behandlung und hohen Dosierungen, sind akute Absetzerscheinungen beschrieben worden in Form von
      • starker, evtl. auch lebensbedrohender Blutdrucksteigerung
      • Herzjagen
      • Herzrhythmusstörungen
      • Unruhe
      • Nervosität
      • Zittern
      • Kopfschmerzen
      • und/oder Übelkeit
    • ein übermäßiger Blutdruckanstieg in Folge des Absetzens der Clonidin-Therapie kann durch die intravenöse Gabe von Phentolamin oder Tolazolin behandelt werden
  • Kinder und Jugendliche
    • Anwendung und Sicherheit von Clonidin bei Kindern und Jugendlichen nicht ausreichend durch randomisierte, kontrollierte Studien belegt
      • kann daher für die Behandlung dieser Patienten nicht empfohlen werden
    • Kinder mit ADHS
      • insbesondere bei der nicht zugelassenen Anwendung von Clonidin mit Methylphenidat bei Kindern mit ADHS schwerwiegende unerwünschte Reaktionen, einschließlich Todesfällen, beobachtet
      • daher wird von Clonidin in dieser Kombination abgeraten