COLCHYSAT

Johannes Bürger Ysatfabrik GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Herbstzeitlosen-Blüte →

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N1 30 ML 17,95 €

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Fachinformationen

Indikation

  • akuter Gichtanfall bei Erwachsenen
  • Hinweis:
    • Behandlung bedarf einer besonders intensiven ärztlichen Überwachung

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml (= 25 Tropfen) Flüssigkeit enthält 0,5 mg Gesamtalkaloide, berechnet als Colchicin

  • akuter Gichtanfall
    • Erwachsene
      • allg.
        • Beginn der Behandlung </= 12 Std. nach Beschwerdebeginn
        • Einhaltung der Dosierung sorgfältig beachten (wegen der geringen therapeutischen Breite von Colchicin)
        • beim Auftreten von Durchfall und Erbrechen (können 1. Anzeichen einer Intoxikation sein): Arzneimittel sofort absetzen
      • initial
        • 50 Tropfen (entsprechend 1 mg Gesamtalkaloide, berechnet als Colchicin)
        • anschließend:
          • 25 Tropfen (entsprechend 0,5 mg Gesamtalkaloide) nach 2 Std.
          • danach, wenn nicht schmerzfrei, erneut 25 Tropfen nach 2 Std.
        • max. Dosis: 4 x 25 = 100 Tropfen (entsprechend 2 mg Gesamtalkaloide) / 24 Std.
      • 2. - 3. Tag
        • 25 Tropfen (entsprechend 0,5 mg Gesamtalkaloide) 2 - 3mal / Tag, bis zum Abklingen der Schmerzen
      • 4. Tag
        • ggf. 2 x 25 Tropfen, bis zum Erreichen der Höchstdosis
      • max. Dosis / akutem Gichtanfall: 12 x 25 = 300 Tropfen (entsprechend 6 mg Gesamtalkaloide, berechnet als Colchicin)
      • danach mind. 3 Tage lang kein Colchicin mehr einnehmen
      • Beendigung der Behandlung
        • bei Auftreten von Magen-Darm-Beschwerden oder
        • bei fehlender Wirkung nach 2 - 3 Tagen

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
    • Anwendung kontraindiziert
  • Niereninsuffizienz
    • leicht - mittelschwer
      • Dosisreduktion oder Verlängerung der Intervalle zwischen den Einnahmen
      • Patienten sorgfältig hinsichtlich Nebenwirkungen von Colchicin überwachen
    • schwer
      • Anwendung kontraindiziert
  • Leberinsuffizienz
    • Anwendung kontraindiziert

Kontraindikationen

Colchicin - intraoral
  • Überempfindlichkeit gegen Colchicin
  • schwere Nierenfunktionsstörung (eGFR < 30 mL/Min.)
  • Blutbildveränderungen (z.B. Anämie)
  • schlechter Allgemeinzustand (Polymorbidität)
  • Lebererkrankungen
  • gleichzeitige Anwendung von P-Glycoprotein-Hemmern und starken CYP3A4-Hemmern
  • gleichzeitige Anwendung von Cyclosporin A
  • Anwendung bei Kinderwunsch (Risiko für Teratogenität)
  • Anwendung bei Männern, die bis zu 6 Monate nach Einnahme ein Kind zeugen wollen (Schädigung der Samenzellen)
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • Kinder und Jugendliche

Therapiehinweise

Einnahme vor dem Essen.

Nebenwirkungen

Colchicin - intraoral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • hämolytische Anämie
      • aplastische Anämie
      • Thrombozytopenie
      • Agranulozytose
      • Leukopenie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • allergische Reaktionen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Stevens-Johnson-Syndrom
        • bei der Kombination von Colchicum-haltigen Arzneimitteln mit Allopurinol kann sehr selten ein Stevens-Johnson-Syndrom auftreten
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit
      • Benommenheit
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Durchfälle
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Bauchschmerzen
      • Bauchkrämpfe
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Pruritus
      • Purpurea
      • brennende Haut
      • Alopezie
      • Störungen des Nagelwachstums
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Erhöhung der Leberenzyme
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hepatotoxizität
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Myoneuropathien
      • Muskelschwäche mit morphologischen Veränderungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Rhabdomyolyse
      • Myopathien
        • bei gleichzeitiger Gabe von Colchicin und Cyclosporin A oder anderen Multi-Drug-Resistance-(MDR)-Modulatoren können Myopathien auftreten
        • Symptomatik sistiert nach Dosisreduktion oder Absetzen eines der beiden Medikamente
  • Erkrankungen der Nieren- und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Nierenschäden

Anwendungshinweise

  • Einnahme der Tropfen
    • nach Belieben zusammen mit etwas Flüssigkeit, am besten vor den Mahlzeiten
    • in möglichst gleichmäßigen zeitlichen Abständen über den Tag verteilt

Stillzeithinweise

Colchicin - intraoral
  • kontraindiziert in der Stillzeit
    • in der Stillzeit darf Colchicin nicht eingenommen werden, da Colchicin und seine Metaboliten in gestillten Säuglingen von behandelten Frauen nachgewiesen wurden
  • zu den Wirkungen von Colchicin auf Säuglinge keine ausreichenden Daten vorliegend

Schwangerschaftshinweise

Colchicin - intraoral
  • kontraindiziert während der Schwangerschaft
  • während einer Therapie mit Colchicin ist für eine sichere Empfängnisverhütung zu sorgen
    • diese Empfängnisverhütung sollte noch 3 Monate nach Beendigung der Behandlung mit Colchicin betrieben werden
  • tierexperimentelle Studien
    • haben Reproduktionstoxizität gezeigt
  • Fertilität
    • da Samenzellen geschädigt werden können, sollten Männer, die mit Colchicin behandelt werden, bis zu 6 Monate danach keine Kinder zeugen
      • sollte dennoch eine Schwangerschaft eintreten, ist die Möglichkeit einer genetischen Beratung zu nutzen
    • tierexperimentelle Studien
      • zeigten, dass Colchicin die Spermatogenese negativ beeinflussen kann

Warnhinweise

Colchicin - intraoral
  • geringe therapeutische Breite, Toxizität
    • wegen der geringen therapeutischen Breite von Colchicin ist sorgfältig auf die Einhaltung der Dosierung zu achten
    • Colchicin darf nicht überdosiert werden
      • dabei auf eine absolute wie auch relative Überdosierung achten
    • beim Auftreten von Durchfall und Erbrechen ist das Arzneimittel sofort abzusetzen, da dies erste Anzeichen einer Intoxikation sein können
  • Aufbewahrung
    • Arzt sollte den Patienten darauf hinweisen, dass das Arzneimittel vor und nach dem Gebrauch für Dritte unzugänglich aufbewahrt werden muss, um möglichen Missbrauch zu vermeiden
  • schwere Blutbildveränderungen
    • Colchicin kann schwere Blutbildveränderungen hervorrufen: Agranulozytose, aplastische Anämie, Thrombozytopenie
      • Änderungen der Blutwerte können langsam oder sehr plötzlich auftreten
      • aplastische Anämie z.B. hat eine hohe Mortalitätsrate
    • regelmäßige Blutuntersuchungen notwendig
    • beim Auftreten von Hautveränderungen, wie Petechien, sollte sofort ein Bluttest erfolgen
  • intensive ärztliche Überwachung
    • Behandlung des Gichtanfalls mit Colchicin bedarf einer besonders intensiven ärztlichen Überwachung
    • Colchicin sollte inbesondere bei folgenden Patienten nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden, da das Risiko für das Auftreten von Nebenwirkungen bei ihnen erhöht ist
      • alte und geschwächte Patienten
      • Patienten mit (leicht bis mittelgradig) eingeschränkter Nierenfunktion
        • bei Niereninsuffizienz ist das Risiko für Myopathien erhöht
      • Patienten mit bekannten Magen-Darm-Erkrankungen
      • Patienten mit bekannten Herzerkrankungen
  • gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln
    • P-Glycoprotein-Hemmer, starke CYP3A4-Hemmer und Cyclosporin A
      • Colchicin darf nicht eingenommen werden bei Anwendung von P-Glycoprotein-Hemmern, starken CYP3A4-Hemmern und Cyclosporin A, da das Risiko für das Auftreten von Nebenwirkungen von Colchicin erhöht sein kann
    • Clarythromycin
      • bei gleichzeitiger Anwendung von Clarythromycin mit Colchicin-haltigen Arzneimitteln Todesfälle beschrieben
    • Arzneimittel, die zu Rhabdomyolysen führen können
      • bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln, die zu Rhabdomyolysen führen können, insbesondere von Fibraten und HMG-CoA-Reduktase-Hemmern, kann das Risiko für das Auftreten von Rhabdomyolysen erhöht sein
  • Schwangerschaft und Stillzeit, Empfängnisverhütung
    • Patienten sollten sorgfältig darüber aufgeklärt werden, dass die Einnahme während der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert ist
    • Frauen sollen über die Notwendigkeit einer sicheren Empfängnisverhütung während der Behandlung und für mind. 3 Monate nach Absetzen von Colchicin aufgeklärt werden
    • aufgrund der möglichen Schädigung der Samenzellen sollen Männer während der Behandlung und mind. 6 Monate danach keine Kinder zeugen