Cotrim-ratiopharm 400 mg/80 mg Tabletten
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N2 | 20 ST | 16,55 € |
| N3 | 50 ST | 19,86 € |
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Indikation
- Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 6 Jahre
- Therapie von Infektionen, die durch Trimethoprim/Sulfamethoxazol-empfindliche Infektionserreger verursacht werden und einer oralen Therapie zugänglich sind:
- Infektionen der oberen und unteren Atemwege
- Pneumocystis-Pneumonie (PCP)
- Infektionen des HNO-Traktes (außer Streptokokken-Angina)
- Infektionen der Nieren und der ableitenden Harnwege einschließlich Kurzzeittherapie und Langzeitrezidivprophylaxe
- Infektionen des weiblichen und männlichen Genitaltraktes einschließlich Prostatitis und Granuloma venereum (Syphilis wird nicht erfasst)
- Infektionen des MagenMagen-Darm-Trakts: Shigellose, Reisediarrhoe; Typhus-Dauerausscheider
- bei folgenden Infektionen ist Trimethoprim/ Sulfamethoxazol nur dann anzuwenden, wenn andere aktuell empfohlene Antibiotika nicht gegeben werden können:
- Typhus, Paratyphus A und B, Salmonellenenteritis mit septischen Krankheitsverläufen bei abwehrgeschwächten Patienten
- Brucellose
- Nocardiose
- nicht echt mykotisches Myzetom
- Südamerikanische Blastomykose
- Hinweis:
- Gastroenteritiden, die durch sogenannte Enteritissalmonellen verursacht sind, sollen nicht antibiotisch behandelt werden, weil der Krankheitsverlauf nicht beeinflusst und die Dauer der Ausscheidung sogar verlängert wird
- Berücksichtigung der allgemein anerkannten Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen
- Therapie von Infektionen, die durch Trimethoprim/Sulfamethoxazol-empfindliche Infektionserreger verursacht werden und einer oralen Therapie zugänglich sind:
Dosierung
- Therapie von Infektionen, die durch Trimethoprim/Sulfamethoxazol-empfindliche Infektionserreger verursacht werden und einer oralen Therapie zugänglich sind
- Standardtherapie
- Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren
- 2 Tabletten (800 mg Sulfamethoxazol plus 160 mg Trimethoprim) 2mal / Tag
- Kinder (6 - 12 Jahre)
- 1 Tablette (400 mg Sulfamethoxazol plus 80 mg Trimethoprim) 2mal / Tag
- Behandlungsdauer
- Dauer der Anwendung abhängig von der Grunderkrankung und vom Krankheitsverlauf
- bei bakteriellen Infektionskrankheiten richtet sich die Therapiedauer nach dem Verlauf der Erkrankung
- normalerweise Therapiedauer von 5 - 8 Tagen ausreichend; im Interesse eines nachhaltigen Therapieerfolges sollte Cotrimoxazol auch nach Abklingen der Krankheitserscheinungen noch 2 - 3 Tage länger eingenommen werden
- Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren
- Langzeitrezidivprophylaxe von Harnwegsinfektionen
- Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren
- 1,5 - 2 Tabletten (600 - 800 mg Sulfamethoxazol plus 120 - 160 mg Trimethoprim) 1mal / Tag (abends)
- Behandlungsdauer
- 3 - 12 Monate, falls erforderlich auch länger
- Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren
- Pneumocystis-Pneumonie (PCP)
- bis zur 5-fachen Standarddosis dosieren: 100 mg Sulfamethoxazol / kg KG / Tag und 20 mg Trimethoprim / kg KG / Tag
- zu Beginn der Therapie sollte, zumindest für die ersten 48 Stunden, die intravenöse Applikation gewählt werden
- Behandlungsdauer
- Mindesttherapiedauer von 14 Tagen
- bis zur 5-fachen Standarddosis dosieren: 100 mg Sulfamethoxazol / kg KG / Tag und 20 mg Trimethoprim / kg KG / Tag
- Einmaltherapie der unkomplizierten Cystitis der Frau
- 2400 mg Sulfamethoxazol plus 480 mg Trimethoprim 1mal
- spezielle Dosierungsempfehlungen
- Granuloma venereum (Granuloma inguinale)
- 2 Tabletten (800 mg Sulfamethoxazol plus 160 mg Trimethoprim) 2mal / Tag
- Behandlungsdauer: 2 Wochen
- Nocardiose
- 2 Tabletten (800 mg Sulfamethoxazol plus 160 mg Trimethoprim) 3mal / Tag
- Behandlungsdauer: 8 - 10 Wochen
- Hinweis:
- zu Beginn der Therapie sollte, zumindest für die ersten 5 - 7 Tage, die intravenöse Applikation der o.g. Tagesdosis mit 2400 mg Sulfamethoxazol und 480 mg Trimethoprim gewählt werden
- Granuloma venereum (Granuloma inguinale)
- Standardtherapie
Dosisanpassung
- eingeschränkte Nierenfunktion
- Bestimmungen der Plasmakonzentrationen von Sulfamethoxazol erforderlich
- Abnahme 12 Stunden nach der letzten Dosis jedes 3. Therapietages
- Therapieabbruch bei einem Anstieg der Plasmakonzentration des Gesamt-Sulfamethoxazol > 150 µg /ml
- Fortsetzung der Therapie bei Abfallen der Plasmakonzentration des Gesamt-Sulfamethoxazol < 120 µg /ml (z.B. nach Hämodialyse)
- Kreatinin-Clearance > 30 ml / Min.
- Standarddosis
- Kreatinin-Clearance 15 - 30 ml / Min.
- Hälfte der Standarddosis
- Kreatinin-Clearance < 15 ml / Min.
- Anwendung kontraindiziert
- Dosierung bei Hämodialyse an Dialysetagen
- Pneumocystis-Pneumonie-Prophylaxe
- 5 mg Trimethoprim /kg KG nach der Dialyse
- Penumocystis-Pneumonie-Therapie
- 15 - 20 mg Trimethoprim / kg KG / Dosis vor der Dialyse
- und 7 - 10 mg Trimethoprim / kg KG nach der Dialyse
- andere Indikationen
- 50 % der Standarddosis nach der Dialyse
- Pneumocystis-Pneumonie-Prophylaxe
- Bestimmungen der Plasmakonzentrationen von Sulfamethoxazol erforderlich
Kontraindikationen
Sulfamethoxazol und Trimethoprim - peroral
- Überempfindlichkeit gegen Cotrimoxazol, Sulfamethoxazol, Trimethoprim oder Trimethoprim-Analoga (z.B. Tetroxoprim)
- Erythema exsudativum multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, Toxisch epidermale Nekrolyse und Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (auch in der Anamnese)
- pathologische Blutbildveränderungen (Thrombozytopenie, Granulozytopenie, megaloblastische Anämie)
- angeborener GlukoseGlukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel der Erythrozyten, Hämoglobinanomalien wie Hb Köln und Hb Zürich
- Nierenschäden oder hochgradige Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 15 ml/Min.)
- schwere Leberschäden oder Leberfunktionsstörungen (z.B. akute Hepatitis)
- akute Porphyrie
- Osteomyelitis
- diese Erkrankung ist zumeist durch Staphylokokken verursacht, gegen die Sulfamethoxazol/Trimethoprim oft nicht ausreichend wirksam ist
- deshalb darf das Arzneimittel bei dieser Erkrankung nicht eingesetzt werden
- diese Erkrankung ist zumeist durch Staphylokokken verursacht, gegen die Sulfamethoxazol/Trimethoprim oft nicht ausreichend wirksam ist
- Säuglinge unter 6 Wochen
- Frühgeborene
- Hinweis
- produktspezifische altersabhängige Einschränkungen aufgrund des Wirkstoffgehalts beachten
Therapiehinweise
Mit Flüssigkeit einnehmen.
Nebenwirkungen
Sulfamethoxazol und Trimethoprim - peroral
- Infektionen und parasitäre Erkrankungen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- vermehrtes Auftreten von Candida-albicans-Infektionen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Blutbildveränderungen mit Thrombozyto- und Leukozytopenie
- aplastische Anämie
- megaloblastische Anämie
- Agranulozytose
- akute hämolytische Anämie
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Erkrankungen des Immunsystems
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- allergische Reaktionen unterschiedlichen Schweregrades wie Exantheme (urtikariell, erythematös, makulös, makulopapulös, morbilliform), Pruritus, Purpura, Photodermatose und Erythema nodosum
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut wie Erythema exsudativum multiforme und exfoliative Dermatitis
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Stevens-Johnson-Syndrom (SJS)
- toxisch epidermale Nekrolyse (TEN)
- Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)
- Periarteriitis nodosa
- Schoenlein-Henoch-Syndrom
- systemischer Lupus erythematodes
- Angioödem
- petechiale Hautblutungen
- Arzneimittelfieber
- Pseudosepsis
- schwere akute Überempfindlichkeitserscheinungen mit anaphylaktischem Schock
- entsprechende Notfallmaßnahmen erforderlich
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Hypokaliämie
- Hyperkaliämie in Verbindung mit einer Hyponatriämie
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- metabolische Azidose
- Hypoglykämie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Psychiatrische Erkrankungen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- akute Psychosen
- Halluzinationen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Erkrankungen des Nervensystems
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- aseptische Meningitis
- Kopfschmerz
- periphere Neuritiden
- Neuropathien
- Parästhesien
- Vertigo
- Konvulsion
- Tremor
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Augenerkrankungen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- transitorische Myopie
- Uveitis
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Tinnitus
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Herzerkrankungen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Myokarditis
- QT-Zeit-Verlängerung
- Torsade de pointes
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- allergische pulmonale Reaktionen (Lungeninfiltrate, interstitielle und eosinophile Pneumonie, respiratorische Insuffizienz)
- besonders häufig bei AIDS-Patienten
- allergische pulmonale Reaktionen (Lungeninfiltrate, interstitielle und eosinophile Pneumonie, respiratorische Insuffizienz)
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Glossitis
- Gingivitis
- Stomatitis
- abnormer Geschmack
- gastrointestinale Symptome in Form von
- epigastrischen Schmerzen
- Appetitlosigkeit
- Übelkeit
- Erbrechen
- Diarrhoe
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- ernstzunehmende schwere Schleimhautentzündung des Darmes (pseudomembranöse Enterokolitis), meist verursacht durch Clostridioides difficile
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Leber-und Gallenerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- cholestatische Hepatose
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- fokale oder diffuse Lebernekrose
- Syndrom mit Schwund der Gallengänge
- Anstieg bestimmter Blutwerte (klinisch-chemische Laborparameter: Transaminasen, Bilirubin)
- akute Pankreatitis
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- ohne Häufigkeitsangabe
- Dermatose
- akute febrile neutrophile (Sweet-Syndrom)
- ohne Häufigkeitsangabe
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Ataxie
- Dysdiadochokinese
- Myalgie
- Arthralgie
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Kristallurie (insbesondere bei unterernährten Patienten)
- akute interstitielle Nephritis
- akutes Nierenversagen
- Anstieg bestimmter Blutwerte (klinisch-chemische Laborparameter, Kreatinin, Harnstoff)
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
Anwendungshinweise
- Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen
- bei schweren Krankheitsverläufen ist der parenteralen Applikation und hier insbesondere der intravenösen Applikation der Vorzug zu geben
Stillzeithinweise
Sulfamethoxazol und Trimethoprim - peroral
- die in der Muttermilch festgestellten Mengen an Wirkstoff sind gering und bedeuten in der Regel keine Gefährdung für den Säugling
- jedoch sollten Neugeborene und ebenso Säuglinge, die unter einem Glukose-6-Phosphatdehydrogenase-Mangel leiden, vorsichtshalber nicht gestillt werden
Schwangerschaftshinweise
Sulfamethoxazol und Trimethoprim - peroral
- Sulfamethoxazol/Trimethoprim sollte während der Schwangerschaft nur nach einer eingehenden Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden
- obwohl bisherige Erfahrungen keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko beim Menschen ergeben haben, könnte wegen der Wirkung auf den Folsäurestoffwechsel ein solches Risiko vorhanden sein
- für vor der Geburt exponierte Neugeborene (besonders für Frühgeborene) besteht ein besonderes Risiko einer Hyperbilirubinämie
- bei Schwangeren sollte eine ausreichende Folsäureversorgung gewährleistet sein
- Fertilität
- nach einer einmonatigen Dauerbehandlung ergaben sich Hinweise auf eine Spermatogenesestörung bei Männern
Warnhinweise
Sulfamethoxazol und Trimethoprim - peroral
- Hinweise
- Gastroenteritiden, die durch sogenannte Enteritis-Salmonellen verursacht sind, sollen in der Regel nicht mit Trimethoprim/Sulfamethoxazol behandelt werden, weil der Krankheitsverlauf nicht beeinflusst und die Dauer der Ausscheidung sogar verlängert wird (Ausnahme siehe Rubrik "Indikation")
- allgemein anerkannte Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen berücksichtigen
- Sulfamethoxazol/Trimethoprim sollte nicht angewendet werden, bei
- Überempfindlichkeit gegen Sulfonylharnstoff-Antidiabetika und Diuretika auf Sulfonamidbasis
- leichteren Nieren- und Leberfunktionsstörungen
- Schilddrüsenfunktionsstörungen
- möglichem Folsäuremangel
- fragilem X-Chromosom in Kombination mit geistiger Retardierung bei Kindern
- Hinweis
- sollte Sulfamethoxazol/Trimethoprim bei diesen Patienten angewendet werden, ist sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung und konsequente ärztliche Überwachung erforderlich
- ältere Patienten
- sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung und konsequente ärztliche Überwachung
- allgemeine Hinweise zu Überempfindlichkeitsreaktionen
- ernste und lebensbedrohende Nebenwirkungen treten häufiger bei älteren (über 60 Jahre alten) Patienten auf
- in Zusammenhang mit Nebenwirkungen des Blut-bildenden Systems und kutanen Nebenwirkungen sind Todesfälle berichtet worden
- lebensbedrohliche Hautreaktionen
- Fälle von lebensbedrohlichen Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom [SJS], Toxisch epidermaler Nekrolyse [TEN] und Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen [DRESS]) in Zusammenhang mit der Anwendung von Sulfamethoxazol/Trimethoprim berichtet
- außergewöhnlich häufig treten diese allergischen Reaktionen der Haut (unterschiedlichen Schweregrades) bei Patienten mit einer HIV-Infektion auf
- Patienten sollten über die Anzeichen und Symptome dieser schweren Nebenwirkungen informiert und engmaschig bezüglich des Auftretens von Hautreaktionen überwacht werden
- Risiko für das Auftreten von SJS, TEN oder DRESS ist in den ersten Behandlungswochen am höchsten
- wenn Anzeichen oder Symptome für ein SJS, eine TEN oder DRESS auftretenn (z.B. progredienter Hautausschlag, oft mit Blasenbildung oder begleitenden Schleimhautläsionen)
- muss die Therapie mit Sulfamethoxazol/Trimethoprim beendet werden
- Verlauf von SJS, TEN und DRESS wird maßgeblich von der frühzeitigen Diagnosestellung und dem sofortigen Absetzen aller verdächtigen Arzneimittel bestimmt, d.h. frühzeitiges Absetzen verbessert die Prognose
- nach Auftreten eines SJS, einer TEN oder eines DRESS in Zusammenhang mit der Anwendung von Sulfamethoxazol/Trimethoprim darf der Patient nie wieder mit Sulfamethoxazol/Trimethoprim behandelt werden
- bei Auftreten von Hautausschlägen ist die Therapie mit Cotrimoxazol sofort abzusetzen
- Fälle von lebensbedrohlichen Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom [SJS], Toxisch epidermaler Nekrolyse [TEN] und Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen [DRESS]) in Zusammenhang mit der Anwendung von Sulfamethoxazol/Trimethoprim berichtet
- Phenylketonurie, Phenylalanin
- Trimethoprim beeinträchtigt die Verstoffwechselung von Phenylalanin
- Sulfamethoxazol/Trimethoprim kann dennoch an Patienten verabreicht werden, die unter Phenylketonurie leiden, vorausgesetzt, diese Patienten ernähren sich streng phenylalaninarm
- nierentransplantierte Patienten
- bei nierentransplantierten Patienten, die Ciclosporin erhalten, besteht erhöhte Nephrotoxizität bei Therapie mit Sulfamethoxazol/Trimethoprim, da die Substanzen synergistisch wirken
- deshalb sollte Sulfamethoxazol/Trimethoprim bei nierentransplantierten Patienten als primäres Therapeutikum bei Harnwegsinfektionen nicht eingesetzt werden
- grippeartige Symptome, Halsentzündungen oder Fieber können Symptome einer Blutbildveränderung sein
- bei Auftreten dieser Symptome müssen sofort Blutbildkontrollen durchgeführt werden
- AIDS-Patienten, Pneumocystis-Pneumonie (PCP)
- bei AIDS-Patienten ist die Häufigkeit von Nebenwirkungen (insbesondere allergische Reaktionen der Haut unterschiedlichen Schweregrades) außergewöhnlich hoch, bedingt durch die hohen erforderlichen Dosen bei der Therapie der Pneumocystis-Pneumonie (PCP)
- bei diesen Patienten sind Serumspiegelbestimmungen erforderlich, da trotz normaler Kreatinin-Clearance die renale Clearance von Sulfamethoxazol/Trimethoprim, bedingt durch Kristallurie, stark eingeschränkt sein kann
- gelegentlich auch bedrohliche Hyperkaliämien in Verbindung mit schweren Hyponatriämien aufgetreten, weshalb einige Tage nach Therapiebeginn engmaschige Serum-Kalium- und Serum-Natrium-Bestimmungen durchzuführen sind
- Hyperkaliämie, Hypokaliämie
- bei Gabe der Standarddosis kann es zu einer Hyperkaliämie kommen, insbesondere aber im Zusammenhang mit einer eingeschränkten Nierenfunktion
- gleichzeitige Anwendung von Sulfamethoxazol/Trimethoprim zusammen mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen eine Hyperkaliämie verursachen, z.B. Spironolacton, kann zu einer schweren Hyperkaliämie führen
- auch Hypokaliämien wurden im Zusammenhang mit einer Sulfamethoxazol/Trimethoprim-Therapie beobachtet
- auch bei mit einer Normaldosis von Sulfamethoxazol/Trimethoprim behandelten Patienten und besonders bei eingeschränkter Nierenfunktion sollte also eine regelmäßige Kontrolle der Serum-Kalium- und Serum-Natrium-Spiegel erfolgen
- bei Gabe der Standarddosis kann es zu einer Hyperkaliämie kommen, insbesondere aber im Zusammenhang mit einer eingeschränkten Nierenfunktion
- Flüssigkeitszufuhr
- während der Therapie mit Sulfamethoxazol/Trimethoprim eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten (bei Erwachsenen mind. 1200 ml Harnausscheidung / Tag)
- Photosensibilisierung
- unter der Einnahme von Sulfamethoxazol/Trimethoprim kann es zu Photosensibilisierung kommen
- ist v.a. bei starker Sonnenexposition und UV-Licht-Exposition zu beachten
- Folsäure
- bei älteren Patienten, bei Patienten mit Folsäuremangelzuständen sowie bei Verabreichung hoher Dosen von Sulfamethoxazol/Trimethoprim sollte eine Folsäuregabe erwogen werden
- Resistenz, Sekundärinfektion
- jede Anwendung von Antibiotika kann zur Vermehrung von Erregern führen, die gegen das eingesetzte Arzneimittel resistent sind
- längerfristige und/oder wiederholte Anwendung von Sulfamethoxazol/Trimethoprim kann zu einer Neu- oder Sekundärinfektion mit Sulfamethoxazol-/Trimethoprim-resistenten Bakterien oder Sprosspilzen führen
- auf Zeichen einer möglichen Sekundärinfektion mit solchen Erregern ist zu achten
- Sekundärinfektionen müssen entsprechend behandelt werden
- pseudomembranöse Enterokolitis
- bei Auftreten von schweren, anhaltenden, manchmal blutig-schleimigen Durchfällen und krampfartigen Bauchschmerzen während oder nach der Therapie mit Sulfamethoxazol/Trimethoprim kann sich dahinter eine ernst zu nehmende schwere pseudomembranöse Enterokolitis (meist verursacht durch Clostridioides difficile) verbergen, die sofort behandelt werden muss
- diese, durch eine Antibiotika-Therapie ausgelöste Darmerkrankung kann lebensbedrohlich sein
- Beendigung der Therapie mit Sulfamethoxazol/Trimethoprim in Abhängigkeit von der Indikation erwägen und ggf. sofort eine angemessene Therapie einleiten (z.B. Einnahme von speziellen Antibiotika/Chemotherapeutika, deren Wirksamkeit klinisch erwiesen ist)
- Arzneimittel, die die Darmperistaltik hemmen, dürfen nicht eingenommen werden
- bei Auftreten von schweren, anhaltenden, manchmal blutig-schleimigen Durchfällen und krampfartigen Bauchschmerzen während oder nach der Therapie mit Sulfamethoxazol/Trimethoprim kann sich dahinter eine ernst zu nehmende schwere pseudomembranöse Enterokolitis (meist verursacht durch Clostridioides difficile) verbergen, die sofort behandelt werden muss
- Überempfindlichkeitsreaktionen
- bei schweren akuten Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Anaphylaxie) muss die Therapie mit Sulfamethoxazol/Trimethoprim sofort abgebrochen werden und die entsprechenden Notfallmaßnahmen (z.B. Antihistaminika, Corticosteroide, Sympathomimetika und ggf. Beatmung) müssen eingeleitet werden
- Streptokokken-Angina
- bei Streptokokken-Angina ist Sulfamethoxazol/Trimethoprim nicht wirksam, da die Erreger nicht eliminiert werden
- Syphilis (Lues)
- bei Syphilis (Lues) ist Sulfamethoxazol/Trimethoprim weder in der Inkubationszeit noch nach Manifestationen der Erkrankung wirksam
- Pyodermie, Furunkel, Abszesse und Wundinfektionen
- werden in den meisten Fällen verursacht durch Streptokokken und Staphylokokken, gegen die Sulfamethoxazol/Trimethoprim oft nicht ausreichend wirksam ist
- Sulfamethoxazol/Trimethoprim zur Therapie derartiger Infektionen nicht geeignet
- angeborener GlukoseGlukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel der Erythrozyten oder Hämoglobinanomalien wie Hb Köln und Hb Zürich
- Zyanose aufgrund von Sulf- oder Methämoglobinämie kann auftreten
- bei GlukoseGlukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel kann bei empfindlichen Patienten unabhängig von der Dosis eine Hämolyse induziert werden
- Atemwegstoxizität
- sehr seltene, schwere Fälle einer Atemwegstoxizität, manchmal zu einem akuten Atemnotsyndrom (ARDS) fortschreitend, während der Behandlung mit Sulfamethoxazol/Trimethoprim berichtet
- Auftreten pulmonaler Symptome wie z.B. Husten, Fieber und Dyspnoe zusammen mit radiologischen Anzeichen von Lungeninfiltraten sowie einer Verschlechterung der Lungenfunktion können erste Anzeichen eines ARDS sein
- unter diesen Umständen sollte Sulfamethoxazol/Trimethoprim abgesetzt und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden
- Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH)
- bei mit Sulfamethoxazol/Trimethoprim behandelten Patienten sehr selten Fälle von HLH berichtet
- HLH ist ein lebensbedrohliches Syndrom einer pathologischen Immunaktivierung, die durch klinische Anzeichen und Symptome einer exzessiven systemischen Entzündung (z.B. Fieber, Hepatosplenomegalie, Hypertriglyzeridämie, Hypofibrinogenämie, hohe Ferritinkonzentrationen im Serum, Zytopenien und Hämophagozytose) gekennzeichnet ist
- Patienten mit frühen Manifestationen einer pathologischen Immunaktivierung sind unverzüglich zu untersuchen
- wenn eine HLH diagnostiziert wird, sollte Sulfamethoxazol/Trimethoprim abgesetzt werden
- Langzeitanwendung oder Verwendung hoher Dosen
- bei einer mehr als 14 Tage andauernden Gabe von Sulfamethoxazol/Trimethoprim regelmäßige Blutbildkontrollen (insbesondere Thrombozytenzählung) erforderlich