Cuprior 150 mg Filmtabletten

PARANOVA PACK A/S
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Trientin →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 96 ST 6476,09 €

Deutschlands medizinische KI – mit Ärzten entwickelt.

Jetzt Fragen zu Medikamenten und Behandlungen stellen. Kostenlos, anonym und ohne Anmeldung.

Jetzt KI fragen

Fachinformationen

Indikation

  • Morbus Wilson bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern (>/= 5 Jahre) mit Unverträglichkeit gegenüber einer D-Penicillamin-Therapie

Dosierung

  • Morbus Wilson bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern >/= 5 Jahre mit Unverträglichkeit gegenüber einer D-Penicillamin-Therapie.
    • Einleitung der Behandlung nur von Fachärzten mit Erfahrung in der Behandlung von Morbus Wilson
    • die empfohlenen Dosen werden in mg Trientin-Base angegeben (d. h. nicht in mg der Salzform von Trientintetrahydrochlorid)
    • allgemeine Empfehlung
      • Anfangsdosis entspricht für gewöhnlich der niedrigsten Dosis im Dosierungsbereich
      • anschließende Dosisanpassung gemäß dem klinischen Ansprechen des Patienten
    • Erwachsene
      • 3 - 6,5 Tabletten (450 - 975 mg Trientin) / Tag, aufgeteilt in 2 - 4 Einzeldosen
    • Kinder und Jugendliche
      • Anfangsdosis
        • niedriger als die für Erwachsene
        • altersabhängig
        • kann anhand des Körpergewichts berechnet werden
      • anschließende Dosisanpassung gemäß dem klinischen Ansprechen des Kindes
      • >/= 5 - 18 Jahre
        • 1,5 - 4 Tabletten (225 - 600 mg Trientin) / Tag in 2 - 4 Einzeldosen
      • < 5 Jahre
        • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
        • Darreichungsform nicht geeignet

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • Nierenfunktionsstörungen
    • nur begrenzte Informationen vorhanden
    • keine spezielle Dosisanpassung erforderlich

Kontraindikationen

Trientin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Trientin

Therapiehinweise

Einnahme auf nüchternen Magen.

Nebenwirkungen

Trientin - peroral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • sideroblastische Anämie
      • Anämie
      • aplastische Anämie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Eisenmangelanämie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Lupusähnliches Syndrom
      • Lupus nephritis
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dystonie
      • Tremor
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Dysarthrie
      • Muskelsteifigkeit
      • Verschlechterung der neurologischen Symptome
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Duodenitis
      • Colitis (ulcerosa)
        • einschließlich schwere Colitis
      • Duodenitis
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Ausschlag
      • Pruritus
      • Erythem
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Urtikaria

Anwendungshinweise

  • Filmtablette zum Einnehmen
  • Tabletten mit Wasser schlucken
  • Einnahme auf nüchternen Magen
    • mind. 1 Std. vor den Mahlzeiten
    • oder 2 Std. nach den Mahlzeiten
    • und mind. 1 Std. Abstand zu allen anderen Arzneimitteln, Nahrungsmitteln oder Milch

Stillzeithinweise

Trientin - peroral
  • es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob die Behandlung mit Trientin zu unterbrechen ist bzw. auf die Behandlung mit Trientin verzichtet werden soll
    • dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Mutter zu berücksichtigen
  • es liegen nur begrenzte klinische Daten vor, die nahelegen, dass Trientin nicht in die Muttermilch ausgeschieden wird
  • ein Risiko für das Neugeborene / den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

Trientin - peroral
  • die Anwendung von Trientin während der Schwangerschaft sollte nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung bei der einzelnen Patientin erfolgen
    • Faktoren, die berücksichtigt werden müssen, umfassen
      • das Risiko, das mit der Krankheit selbst verbunden ist
        • die bekannten Risiken, die mit dem nicht oder mangelhaft behandelten Morbus Wilson selbst verbunden sind
        • die Risiken im Zusammenhang mit dem Krankheitsstadium
      • das Risiko der alternativen Behandlungsmethoden, die verfügbar sind
      • und die mögliche teratogene Wirkung von Trientin
    • wird die Behandlung mit Trientin nach Durchführung einer Nutzen-Risiko-Abwägung fortgesetzt, sollte in Erwägung gezogen werden, die Trientin-Dosis auf die niedrigste effektive Dosis herabzusenken und die Compliance mit dem Therapieregime zu überwachen
  • die Schwangerschaft muss sorgfältig überwacht werden
    • um mögliche Fehlbildungen des Fötus zu erkennen, und
    • um die Konzentration des Kupfers im Serum der Mutter im Verlauf der Schwangerschaft zu beurteilen
  • die verwendete Trientin-Dosis sollte angepasst werden, um die Konzentration des Kupfers im Serum innerhalb der normalen Grenzen zu halten
    • da Kupfer für ein gesundes Wachstum und eine gesunde geistige Entwicklung erforderlich ist, sind möglicherweise Dosisanpassungen nötig, um sicherzustellen, dass beim Fötus kein Kupfermangel auftritt und eine sorgfältige Überwachung der Patientin ist unerlässlich
  • Babys von Müttern, die mit Trientin behandelt werden
    • sollten ggf. hinsichtlich ihrer Kupfer- und Caeruloplasminkonzentrationen im Serum überwacht werden
  • nur sehr begrenzte Daten zur Anwendung von Trientin bei Schwangeren vorliegend
  • tierexperimentelle Studien
    • haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt, die wahrscheinlich auf einen Trientin-induzierten Kupfermangel zurückzuführen ist
  • Fertilität
    • nicht bekannt, ob Trientin Auswirkungen auf die menschliche Fertilität hat

Warnhinweise

Trientin - peroral
  • bei der Umstellung eines Patienten von Trientin in einer anderen Darreichungsform ist Vorsicht geboten, da Dosen, die als Trientin-Base angegeben werden, möglicherweise nicht äquivalent sind
    • verschiedene Trientin-Salze sind erhältlich, die eine andere Trientin-Basis und eine andere Bioverfügbarkeit haben können
    • ggf. ist eine Dosisanpassung erforderlich
  • Trientin ist ein Chelatbildner
    • Eisen: Trientin senkt erwiesenermaßen die Eisenkonzentration im Serum
      • in manchen Fällen bzw. bei Auftreten einer Eisenmangelanämie ist gegebenenfalls die Gabe von zusätzlichen Eisenpräparaten erforderlich
      • in solchen Fällen kann Eisen begleitend und oral, jedoch zu einem anderen Zeitpunkt als Trientin verabreicht werden
    • Zink: nicht empfohlen, Trientin mit Zink zu kombinieren
      • nur begrenzte Daten zur gleichzeitigen Anwendung vorliegend
      • daher können keine speziellen Dosierungsempfehlungen gegeben werden
    • Calcium, Magnesium:
      • obwohl es keine Hinweise darauf gibt, dass die Wirksamkeit von Trientin durch Calcium- oder Magnesium-haltige Antazida verändert wird, empfiehlt es sich, diese getrennt zu geben
  • Patienten, die zuvor mit D-Penicillamin behandelt wurden
    • während der anschließenden Behandlung mit Trientin traten lupusähnliche Reaktionen auf
    • es ist jedoch nicht möglich festzustellen, ob dies in einem Kausalzusammenhang mit Trientin steht
  • Überwachung
    • Patienten, die mit Trientin behandelt werden, sollten unter Anwendung aller verfügbaren klinischen Daten regelmäßig medizinisch überwacht werden und im Hinblick auf eine angemessene Kontrolle der Symptome und der Kupferkonzentrationen untersucht werden, um die Dosis zu optimieren
      • eine Kontrolle sollte mind. 2mal / Jahr stattfinden
      • während der Einleitungsphase der Behandlung und in den Phasen der Krankheitsprogression oder der Dosisanpassung sind häufigere Kontrollen empfehlenswert, wie dies der behandelnde Arzt für angemessen hält
    • Ziel der Erhaltungstherapie ist der Erhalt von Konzentrationen des freien Kupfers im Serum bzw. Plasma (auch nicht an Caeruloplasmin gebundenes Kupfer im Plasma genannt) und die Ausscheidung von Kupfer mit dem Urin innerhalb vertretbarer Grenzen
      • der zuverlässigste Indikator zur Überwachung der Therapie ist die Bestimmung freien Kupfers im Serum, das aus der Differenz zwischen Gesamtkupfer und an Caeruloplasmin gebundenem Kupfer errechnet wird
      • die normale Konzentration freien Kupfers im Serum liegt normalerweise bei 100 bis 150 Mikrogramm/l
    • die Messung der Kupferausscheidung mit dem Urin kann auch während der Therapie vorgenommen werden
      • da die Chelat-Therapie zu einer Erhöhung der Kupferkonzentrationen im Urin führt, kann / wird der Kupferüberschuss im Körper mit dieser Methode möglicherweise nicht korrekt dargestellt, sie dient jedoch als nützliches Maß für die Therapietreue
    • die Anwendung der jeweiligen Kupferparameter-Zielspannen wird in den Richtlinien zur klinischen Praxis bei Morbus Wilson beschrieben
    • eine Verschlimmerung der klinischen Symptome, einschließlich einer Verschlechterung der neurologischen Parameter, kann zu Beginn der Chelat-Therapie aufgrund des Überschusses an freiem Kupfer im Serum während der initialen Antwort auf die Behandlung auftreten
      • es ist möglich, dass diese Wirkung bei Patienten mit vorhandenen neurologischen Symptomen offenkundiger ist
      • eine sorgfältige Überwachung und Titrierung ist erforderlich, um die Dosis zu optimieren oder die Behandlung falls nötig anzupassen
    • bei Anzeichen einer verminderten Wirksamkeit wie der (persistierende) Anstieg von Leberenzymen und die Verschlechterung des Tremors sollten Anpassungen der Trientin-Dosis in Erwägung gezogen werden
      • Trientin-Dosen sollten schrittweise in kleinen Schritten angepasst werden
      • die Trientin-Dosis kann auch herabgesetzt werden, falls durch Trientin Nebenwirkungen wie gastrointestinale Beschwerden und hämatologische Änderungen eintreten
      • Trientin-Dosen sollten auf eine leichter verträgliche Dosis reduziert werden, und können erneut erhöht werden, sobald die Nebenwirkungen abgeklungen sind
  • besondere Patientengruppen
    • eine Überbehandlung ist wie bei allen Anti-Kupfer-Mitteln mit dem Risiko eines Kupfermangels verbunden
      • eine Überwachung im Hinblick auf die Manifestation einer Überbehandlung sollte vorgenommen werden, besonders dann, wenn der Bedarf an Kupfer sich verändern kann, wie z. B.
        • während der Schwangerschaft
        • bei Kindern, bei denen eine angemessene Kontrolle der Kupferkonzentrationen erforderlich ist, um ein gesundes Wachstum und eine gesunde geistige Entwicklung zu gewährleisten
      • Anzeichen einer Überbehandlung sollten kontrolliert werden
    • Patienten mit Nieren- und / oder Leberfunktionsstörung, die mit Trientin behandelt werden, sollten regelmäßig medizinisch im Hinblick auf eine angemessene Kontrolle der Symptome und der Kupferkonzentrationen überwacht werden
      • eine sorgfältige Überwachung der Nieren- und / oder Leberfunktion wird bei diesen Patienten ebenfalls empfohlen