DEXA GENTAMICIN

URSAPHARM Arzneimittel GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Dexamethason/Gentamicin →

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Fachinformationen

Indikation

  • Entzündung des vorderen Augenabschnittes, bei denen gleichzeitig eine durch Gentamicin-empfindliche Erreger verursachte Infektion vorliegt oder die Gefahr einer bakteriellen Infektion besteht
  • Superinfizierte, allergische Entzündungen der Bindehaut und des Lidrandes

Dosierung

Basiseinheit: 1 g Salbe enthält: Dexamethason 0,3 mg, Gentamicinsulfat 5,0 mg (entspr. 3 mg Gentamicin)

  • Entzündung des vorderen Augenabschnittes, superinfizierte allergische Entzündungen der Bindehaut und des Lidrandes
    • ca. 1 cm Salbenstrang (entspr. 0,1 mg Gentamicinsulfat und 0,006 mg Dexamethason) 2 - 3mal / Tag in den Bindehautsack einstreichen
    • kombinierte Anwendung von Augentropfen und Augensalbe
      • 1 Tropfen 4 - 6mal / Tag in den Bindehautsack eintropfen
      • und abends vor dem Schlafengehen: ca. 1 cm langen Salbenstrang in den Bindehautsack einstreichen (1 cm Salbenstrang entspr. 0,1 mg Gentamicinsulfat und 0,006 mg Dexamethason)
    • Behandlungsdauer
      • in der Regel nicht > 2 Wochen
      • in Abständen, je nach Schwere des Krankheitsbildes
        • Wirksamkeitskontrolle und ggf. Beendigung oder Änderung der Therapie
    • Kinder
      • keine Erfahrungen

Kontraindikationen

Dexamethason, Gentamicin sulfat - okulär
  • Überempfindlichkeit gegen Dexamethason
  • Überempfindlichkeit gegen Gentamicin
  • akute eitrige Erkrankungen des vorderen Augenabschnittes
  • Herpes corneae superficialis
  • Verletzungen und ulzeröse Prozesse der Hornhaut
  • Eng- und Weitwinkelglaukom
  • Augentuberkulose
  • Augenmykose
  • allein bakterienbedingte Erkrankungen
  • Tragen von Kontaktlinsen während der Behandlung

Nebenwirkungen

Dexamethason, Gentamicin sulfat - okulär
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Infektionen am Auge, die durch Viren, Pilze oder Bakterien verursacht sind, die nicht auf das Antibiotikum Gentamicin ansprechen
        • können durch die gleichzeitige Anwendung von Dexamethason aktiviert, verstärkt oder verschleiert werden
  • Endokrine Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Cushing-Syndrom
      • Nebennierensuppression
  • Augenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • allergische Reaktionen
      • vorübergehendes leichtes Augenbrennen
      • Überempfindlichkeitsreaktionen (kontaktallergische Reaktion), möglicherweise einhergehend mit
        • Juckreiz des Augenlids
        • Ödem des Augenlids
        • Lidekzem
      • Erhöhung des IOD (Glaukom) (bei längerfristiger Behandlung)
      • irreversible Linsentrübung (Katarakt) (bei längerfristiger Behandlung)
        • insbesondere bei Kindern
      • Herpes simplex-Keratitis
      • Perforation der Cornea bei bestehender Keratitis oder Substanzdefekten der Hornhaut
      • Pilzinfektion (z. B. Candida albicans)
      • Aggravation bakterieller Hornhautinfektionen
      • Ptosis
      • Mydriasis
      • Wundheilungsstörungen nach Corneaverletzungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • verschwommenes Sehen
      • lokale Irritationen wie
        • Brennen
        • Stechen
        • Lid- und Bindehautödem
        • Juckreiz
        • Hyperämie der Bindehaut
        • Kontaktekzem

Anwendungshinweise

  • zum einstreichen in den Bindehautsack
  • Augensalbe grundsätzlich so anwenden, dass ein Kontakt der Tubenspitze mit Auge oder Gesichtshaut vermieden wird

Stillzeithinweise

Dexamethason, Gentamicin sulfat - okulär
  • die Indikation sollte in der Stillzeit streng gestellt werden
    • sind aus Krankheitsgründen höhere Dosen erforderlich, sollte abgestillt werden
  • Dexamethason
    • Dexamethason kann bei der Anwendung am Auge systemisch resorbiert werden und während der Stillzeit auch in die Muttermilch übergehen
    • Glucocorticoide gehen in die Muttermilch über; eine Schädigung des gestillten Säuglings ist bislang nicht bekannt geworden
  • Gentamicin
    • aufgrund der geringen Aufnahme des Gentamicins in den Blutkreislauf ist nicht mit unerwünschten Wirkungen beim gestillten Säugling zu rechnen

Schwangerschaftshinweise

Dexamethason, Gentamicin sulfat - okulär
  • 1. Trimenon
    • eine Behandlung sollte nicht im ersten Drittel der Schwangerschaft erfolgen bzw. gilt es soweit wie möglich zu vermeiden
  • 2. und 3. Trimenon
    • auch im weiteren Schwangerschaftsverlauf sollte eine Behandlung soweit wie möglich vermieden werden und nur unter strengster Indikationsstellung und unter Abwägung aller Risiken erfolgen
      • Anwendung so weit wie möglich vermeiden, da auch nach Anwendung von Glucocorticoiden am Auge eine relevante systemische Exposition nicht ausgeschlossen werden kann
      • falls die Behandlung unbedingt erforderlich ist, sollte sie so kurz und so niedrig dosiert wie möglich erfolgen
  • tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt
  • das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt
  • Dexamethason
    • keine hinreichenden Daten für die Anwendung von Dexamethasondihydrogenphosphat/Dexamethason bei Schwangeren
    • Glucocortiocoide
      • auch nach Anwendung von Glucocortioiden am Auge kann eine relevante systemische Exposition nicht ausgeschlossen werden
      • bei einer Langzeitbehandlung mit Glucocortioiden während der Schwangerschaft kann es zu intrauteriner Wachstumsretardierung des Kindes kommen
      • ein erhöhtes Risiko für orale Spaltbildungen bei menschlichen Feten durch die Gabe von Glucocorticoide während des ersten Trimenons wird diskutiert
      • werden Glucocorticoide am Ende der Schwangerschaft gegeben, besteht für den Fetus die Gefahr einer Atrophie der Nebennierenrinde, die eine ausschleichende Substitutionsbehandlung des Neugeborenen erforderlich machen kann
      • synthetische Glucocorticoide wie Dexamethason werden in der Plazenta im Allgemeinen schlechter inaktiviert als das endogene Cortisol (= Hydrocortison) und stellen daher ein Risiko für den Fetus dar
      • weiterhin wird aufgrund von epidemiologischen Studien in Verbindung mit Tierexperimenten diskutiert, dass eine intrauterine Glucocorticoidexposition zur Entstehung von metabolischen und kardiovaskulären Erkrankungen im Erwachsenenalter beitragen könnte
      • tierexperimentelle Studien:
        • Glucocorticoide führten im Tierexperiment zu Gaumenspalten
  • Gentamicin
    • keine hinreichenden Daten für die Anwendung von Gentamicinsulfat bei Schwangeren

Warnhinweise

Dexamethason, Gentamicin sulfat - okulär
  • Risiko systemischer Nebenwirkungen
    • bei einer gleichzeitigen Behandlung mit CYP3A-Inhibitoren einschließlich cobicistathaltiger Produkte ist mit einem erhöhten Risiko systemischer Nebenwirkungen zu rechnen
      • die Kombination sollte vermieden werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das erhöhte Risiko systemischer Nebenwirkungen der Corticosteroide
        • in diesem Fall sollten die Patienten im Hinblick auf systemische Corticosteroidnebenwirkungen überwacht werden
  • Cushing-Syndrom und/oder eine Nebennierensuppression
    • können in Verbindung mit der systemischen Absorption von ophthalmischem Dexamethason nach einer intensiven oder langfristigen Behandlung von prädisponierten Patienten, einschließlich Kindern und Patienten, die mit CYP3A4-Inhibitoren (einschließlich Ritonavir und Cobicistat) behandelt wurden, auftreten
      • in diesen Fällen sollte die Behandlung schrittweise beendet werden
  • Sehstörung
    • bei der systemischen und topischen Anwendung von Corticosteroiden können Sehstörungen auftreten
    • wenn ein Patient mit Symptomen wie verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen vorstellig wird, sollte eine Überweisung des Patienten an einen Augenarzt zur Bewertung möglicher Ursachen in Erwägung gezogen werden
      • diese umfassen unter anderem Katarakt, Glaukom oder seltene Erkrankungen, wie z. B. zentrale seröse Chorioretinopathie (CSC), die nach der Anwendung systemischer oder topischer Corticosteroide gemeldet wurden
  • bei Vorliegen eines Glaukoms - insbesondere bei Engwinkelglaukom - ist die Anwendung nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung angezeigt, da eine Steigerung des Augeninnendrucks auftreten kann
    • Kontrollen des Augeninnendrucks und ggf. eine zusätzliche Applikation lokaler Antiglaukomatosa sind zu erwägen
  • während der Anwendung dürfen keine Kontaktlinsen getragen werden