Dexmedetomidin B. Braun 100 Mikrogramm/ml

B. Braun Melsungen AG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Dexmedetomidin →

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NotApplicable 10X2 ML

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Fachinformationen

Indikation

  • Sedierung erwachsener, intensivmedizinisch behandelter Patienten, die eine Sedierungstiefe benötigen, die ein Erwecken durch verbale Stimulation noch erlaubt (dies entspricht einer Klassifikation von 0 bis -3 nach der Richmond AgitationRichmond Agitation-Sedation Scale (RASS))
  • Sedierung erwachsener nicht intubierter Patienten vor und / oder während diagnostischer oder chirurgischer Maßnahmen, die eine Sedierung erfordern (prozedurale Sedierung / Wachsedierung)

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Konzentrat enthält 100 µg Dexmedetomidin (als Dexmedetomidinhydrochlorid)

  • Sedierung erwachsener, intensivmedizinisch behandelter Patienten, die eine Sedierungstiefe benötigen, die ein Erwecken durch verbale Stimulation noch erlaubt (dies entspricht einer Klassifikation von 0 bis -3 nach der Richmond AgitationRichmond Agitation-Sedation Scale (RASS))
    • Hinweise
      • nur zur Anwendung im stationären Bereich
      • Anwendung nur von Ärzten, die für das Management von intensivmedizinisch behandelten Patienten qualifiziert sind
      • Dexmedetomidin ist hochpotent und die Infusionsgeschwindigkeit wird / Std. angegeben
      • nach Dosisanpassung kann es bis zu einer Std. dauern, bis der neue Gleichgewichtszustand (Steady state) erreicht worden ist
    • bereits intubierte und sedierte Patienten
      • Umstellung auf Dexmedetomidin
        • initiale Infusionsgeschwindigkeit
          • 0,7 µg Dexmedetomidin / kg KG / Std.
        • schrittweise Anpassung
          • 0,2 - 1,4 µg Dexmedetomidin / kg KG / Std.; um gewünschte Sedierungstiefe gemäß dem individuellen Ansprechen zu erreichen
      • Höchstdosis
        • Höchstdosis von 1,4 µg Dexmedetomidin / kg KG / Std. nicht überschreiten
        • keine adäquate Sedierungstiefe mit der Höchstdosis: Umstellung auf ein anderes Sedativum
      • Aufsättigungsdosis
        • keine Empfehlung, da mit vermehrten Nebenwirkungen verbunden
        • nach Bedarf Verabreichung von Propofol oder Midazolam bis Dexmedetomidin klinische Wirkung zeigt
      • Dauer der Anwendung
        • keine Erfahrungen zur Anwendung über einen Zeitraum >/= 14 Tage
        • Anwendung über diesen Zeitraum regelmäßig neu bewerten
  • prozedurale Sedierung / Wachsedierung
    • Hinweise
      • Anwendung bei nicht intubierten Patienten; vor und / oder während diagnostischer oder chirurgischer Maßnahmen
      • Anwendung nur von Ärzten, die für die anästhetische Versorgung von Patienten im Operationssaal oder während diagnostischer Verfahren qualifiziert sind
      • bei Anwendung zur Wachsedierung
        • durchgängige Überwachung des Patienten durch eine Person, die nicht am diagnostischen oder chirurgischen Eingriff beteiligt ist
        • kontinuierliche Überwachung der Patienten auf frühe Anzeichen von Hypotonie, Hypertonie, Bradykardie, Atemdepression, Apnoe, Dyspnoe und / oder Sauerstoffunterversorgung
      • ergänzende Sauerstoffversorgung muss sofort verfügbar sein und bei Bedarf verabreicht werden
      • kontinuierliche Überwachung der Sauerstoffsättigung
    • allgemein
      • Dexmedetomidin wird als Aufsättigungsinfusion gefolgt von einer Erhaltungsinfusion verabreicht
      • abhängig von der Art der Maßnahme kann eine Begleitmedikation notwendig sein, um den gewünschten klinischen Effekt zu erzielen
      • bei schmerzhaften Eingriffen oder wenn eine tiefe Sedierung notwendig ist
        • Empfehlung zusätzlicher Analgetika oder Sedativa (z. B. Midazolam, Propofol oder Opioide)
      • pharmakokinetische Verteilungshalbwertszeit
        • ca. 6 Minuten
        • unter Berücksichtigung der Wirkungen anderer verabreichter Arzneimittel kann die nötige Zeit zur Einstellung des gewünschten klinischen Effekts abgeschätzt werden
    • Einleitung der prozeduralen Sedierung
      • Empfohlene Dosis
        • Aufsättigungsinfusion
          • 1,0 µg Dexmedetomidin / kg KG über 10 Min.
        • bei weniger invasiven Eingriffen wie z. B. in der Augenchirurgie
          • Aufsättigungsinfusion von 0,5 µg Dexmedetomidin / kg KG über 10 Min. ausreichend
    • Aufrechterhaltung der prozeduralen Sedierung
      • Empfohlene Dosis
        • Erhaltungsinfusion
          • intial: 0,6 - 0,7 µg Dexmedetomidin / kg KG / Std.
          • anschließende Dosistitration bis zur gewünschten klinischen Wirkung: 0,2 - 1,0 µg Dexmedetomidin / kg KG / Std.
          • Flussrate wird so eingestellt, dass der angestrebte Sedierungsgrad erreicht wird

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • Dosisanpassung i. d. Regel nicht erforderlich
    • Risiko einer Hypotension scheint erhöht zu sein
    • jedoch zeigen die für eine prozedurale Sedierung in begrenztem Umfang verfügbaren Daten keine klare Dosisabhängigkeit
  • gebrechliche Patienten
    • niedrigere initiale Infusionsgeschwindigkeit in Betracht ziehen
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • Dexmedetomidin wird in der Leber metabolisiert
    • mit Vorsicht anwenden und Reduktion der Erhaltungsdosis in Betracht ziehen
  • Kinder und Jugendliche (0 - 18 Jahre)
    • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
    • Dosierungsempfehlung kann trotz vorliegender Daten nicht gegeben werden

Kontraindikationen

Dexmedetomidin - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegenüber Dexmedetomidin
  • fortgeschrittener Herzblock (Grad 2 oder 3) bei Patienten ohne Herzschrittmacher
  • unkontrollierte Hypotonie
  • akute zerebrovaskuläre Ereignisse

Nebenwirkungen

Dexmedetomidin - invasiv
  • Endokrine Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Diabetes insipidus
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyperglykämie
      • Hypoglykämie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • metabolische Azidose
      • Hypoalbuminämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Unruhe
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Halluzinationen
  • Herzerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Bradykardie
        • auch in Studien zur prozeduralen Sedierung beobachtete Nebenwirkung
        • in einzelnen Fällen ist die Bradykardie bei Patienten mit vorbestehender Bradykardie in asystolische Phasen übergegangen
        • bei relativ gesunden nicht intensivmedizinisch behandelten Patienten, die Dexmedetomidin erhielten, hat eine Bradykardie gelegentlich zu einem Sinusarrest oder einer Pause geführt
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • myokardiale Ischämie
      • myokardialer Infarkt
      • Tachykardie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • atrioventrikulärer Block (ersten Grades)
      • vermindertes Herzzeitvolumen
      • Herzstillstand
        • Fälle von Herzstillstand, denen häufig eine Bradykardie oder ein atrioventrikulärer Block vorausging, wurden gemeldet
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • hypothermen Bradykardie
        • wurde in einem einzelnen Fall in der Literatur bei einem Neugeborenen berichtet
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hypotonie
        • auch in Studien zur prozeduralen Sedierung beobachtete Nebenwirkung
      • Hypertonie
        • mit der Gabe einer Aufsättigungsdosis assoziiert worden
        • auch in Studien zur prozeduralen Sedierung beobachtete Nebenwirkung
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Atemdepression
        • in Studien aus dem intensivmedizinischen Bereich: Frequenz „häufig"
        • auch in Studien zur prozeduralen Sedierung beobachtete Nebenwirkung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dyspnoe
      • Apnoe
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit
        • auch in Studien zur prozeduralen Sedierung beobachtete Nebenwirkung
      • Erbrechen
      • Mundtrockenheit
        • auch in Studien zur prozeduralen Sedierung beobachtete Nebenwirkung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Blähbauch
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Entzugssyndrom
      • Hyperthermie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Unwirksamkeit des Arzneimittels
      • Durst

Anwendungshinweise

  • Anwendung nur als i.v. Infusion unter Verwendung einer kontrollierten Infusionspumpe
  • Hinweise zur Verdünnung
    • siehe Fachinformation

Stillzeithinweise

Dexmedetomidin - invasiv
  • Entscheidung muss darüber getroffen werden, ob das Stillen oder die Behandlung mit Dexmedetomidin zu unterbrechen ist
    • dabei sowohl Nutzen des Stillens für das Kind als auch therapeutischen Nutzen für die Frau berücksichtigen
  • Dexmedetomidin geht in die Muttermilch über, jedoch liegen die Spiegel 24 Stunden nach Beendigung der Behandlung unter der Nachweisgrenze
  • Risiko für den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden
  • tierexperimentelle Studien
    • bei Ratten Übergang von Dexmedetomidin oder seiner Metabolite in die Muttermilch

Schwangerschaftshinweise

Dexmedetomidin - invasiv
  • darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, eine Behandlung mit Dexmedetomidin ist aufgrund des klinischen Zustands der Frau erforderlich
  • Anwendung von Dexmedetomidin während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebährfähigen Alter, die nicht verhüten, nicht empfohlen
  • bisher keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Dexmedetomidin bei Schwangeren
  • tierexperimentelle Studien
    • haben Reproduktionstoxizität gezeigt
      • in einer Studie an Kaninchen war die intravenöse Gabe der Höchstdosis von 96 µg / kg KG / Tag mit einer vergleichbaren Exposition wie im humantherapeutischen Bereich verbunden
      • in einer Studie an Ratten bewirkte die subkutane Gabe der Höchstdosis von 200 µg / kg KG / Tag eine Zunahme der embryofetalen Todesrate sowie einen Rückgang des fetalen Körpergewichts
        • diese Wirkungen waren mit einer klaren Toxizität beim Muttertier assoziiert
      • vermindertes fetales Körpergewicht zudem in der Rattenfertilitätsstudie bei einer Dosis von 18 µg / kg KG / Tag festzustellen; ging bei einer Dosis von 54 µg / kg KG / Tag mit einer verzögerten Ossifikation einher
      • die bei den Ratten erreichten Expositionsniveaus liegen unterhalb des humantherapeutischen Bereichs
    • keine teratogenen Wirkungen bei Ratten oder Kaninchen beobachtet
    • das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt
  • Fertilität
    • in Untersuchungen zur Fertilität bei der Ratte zeigte Dexmedetomidin keine Wirkung auf die männliche oder weibliche Fertilität
    • keine am Menschen erhobenen Daten zur Fertilität verfügbar

Warnhinweise

Dexmedetomidin - invasiv
  • Überwachung
    • Dexmedetomidin ist für den intensivmedizinischen Einsatz, im Operationssaal und bei diagnostischen Maßnahmen vorgesehen
      • Anwendung in anderen Situationen nicht empfohlen
    • bei allen Patienten soll während der Infusion kontinuierliche kardiale Überwachung erfolgen
    • bei nicht intubierten Patienten muss die Atmung wegen des Risikos einer Atemdepression und in einigen Fällen Apnoe überwacht werden
    • Erholungszeit nach der Verabreichung beträgt ca. 1 Stunde
      • wenn Dexmedetomidin ambulant angewendet wird, sollte der Patient mind. 1 Stunde (abhängig von seiner individuellen Verfassung auch länger) engmaschig überwacht werden und mind. für 1 weitere Stunde unter medizinischer Beobachtung stehen, um seine Sicherheit zu gewährleisten
  • allgemeine Vorsichtsmaßnahmen
    • Dexmedetomidin soll nicht als Bolusdosis gegeben werden
    • im intensivmedizinischen Bereich wird auch eine Aufsättigungsdosis nicht empfohlen
      • daher ist durch den Anwender ein alternatives Sedativum zur akuten Kontrolle von Agitiertheit oder zur Verabreichung während medizinischer Maßnahmen bereit zu halten
        • gilt insbesondere in den ersten Stunden der Behandlung
    • während der prozeduralen Sedierung kann im Bedarfsfall eine kleine Bolusdosis eines anderen Sedativums angewendet werden, um rasch eine tiefere Sedierungsstufe zu erreichen
    • manche mit Dexmedetomidin behandelte Patienten waren bei Stimulation aufweckbar und orientiert
      • dies allein ist bei Fehlen anderer klinischer Anzeichen und Symptome nicht als Zeichen mangelnder Wirksamkeit aufzufassen
    • Dexmedetomidin bewirkt normalerweise keine tiefe Sedierung und die Patienten sind leicht aufweckbar
      • eignet sich daher nicht für die Anwendung bei Patienten, die dieses Wirkprofil nicht tolerieren, zum Beispiel Patienten, die eine anhaltende tiefe Sedierung benötigen
    • soll nicht als induzierende Substanz zur Narkoseeinleitung für die Intubation oder zur Sedierung von muskelrelaxierten Patienten eingesetzt werden
    • Dexmedetomidin besitzt nicht die antikonvulsive Wirkung einiger anderer Sedativa und unterdrückt daher nicht eine zugrunde liegende Krampfaktivität
    • Vorsicht bei der Kombination von Dexmedetomidin mit anderen, sedativ oder kardiovaskulär wirksamen Substanzen, da sich die Wirkungen addieren können
  • Dexmedetomidin wird nicht für die patientenkontrollierte Sedierung empfohlen
    • hierzu liegen keine ausreichenden Daten vor
  • wenn Dexmedetomidin im ambulanten Bereich eingesetzt wird
    • sollten die Patienten i.d.R. in die Obhut einer geeigneten Begleitperson entlassen werden
    • sollten die Wirkungen von Dexmedetomidin, der Eingriff, die Begleitmedikation, das Alter und der Zustand des Patienten berücksichtigt werden, wenn der Patient auf Folgendes hingewiesen wird
      • die Ratsamkeit, den Ort der Behandlung nur in Begleitung zu verlassen
      • für einen angemessenen Zeitraum, der nach der beobachteten Wirkung von Dexmedetomidin, der Art der durchgeführten Behandlung, den Begleitmedikationen sowie Alter und Zustand des Patienten festzulegen ist, nicht Auto zu fahren oder andere gefährliche Tätigkeiten auszuüben sowie nach Möglichkeit die Anwendung anderer sedierender Substanzen (z.B. Benzodiazepine, Opioide, Alkohol) zu vermeiden
  • ältere Patienten
    • bei der Anwendung von Dexmedetomidin bei älteren Patienten ist Vorsicht geboten
    • ältere Patienten > 65 Jahren können bei der Anwendung einer Aufsättigungsdosis für die prozedurale Sedierung anfälliger für Hypotonie sein
    • Dosisreduktion sollte in Betracht gezogen werden (siehe Rubrik "Dosierung und Dauer der Anwendung")
  • Mortalität bei intensivmedizinisch behandelten Patienten </= 65 Jahren
    • in der pragmatischen, randomisierten, kontrollierten Studie SPICE III mit 3 904 kritisch kranken erwachsenen Patienten auf der Intensivstation wurde Dexmedetomidin als primäres Sedativum eingesetzt und mit der Standardtherapie verglichen
    • es ergab sich kein Unterschied bei der 90-Tages-Mortalität zwischen der Dexmedetomidin- und der Standardtherapie-Gruppe (Mortalität von 29,1 % in beiden Gruppen), jedoch wurde eine Heterogenität beim Effekt des Alters auf die Mortalität beobachtet
    • Dexmedetomidin war in der Altersgruppe </= 65 Jahren mit einem höheren Mortalitätsrisiko assoziiert als andere Sedativa (Odds Ratio 1,26; 95 % Glaubwürdigkeitsintervall 1,02 bis 1,56)
    • der zugrunde liegende Mechanismus ist zwar noch unklar, am stärksten ausgeprägt war die Heterogenität des Effekts auf die Mortalität in Abhängigkeit vom Alter jedoch bei Patienten, die aus anderen Gründen als zur postoperativen Versorgung aufgenommen wurden
    • mit zunehmendem APACHE-II-Score und abnehmendem Alter stieg sie an
    • diese Ergebnisse sollten bei jüngeren Patienten gegenüber dem erwarteten klinischen Nutzen von Dexmedetomidin im Vergleich zu anderen Sedativa abgewogen werden
  • kardiovaskuläre Wirkungen und Vorsichtsmaßnahmen
    • Dexmedetomidin senkt die Herzfrequenz und den Blutdruck über eine zentrale Sympatholyse, ruft in höheren Konzentrationen jedoch eine periphere Vasokonstriktion hervor, die zu einer Hypertonie führt
    • Dexmedetomidin bewirkt normalerweise keine tiefe Sedierung und die Patienten sind leicht aufweckbar
    • Dexmedetomidin eignet sich daher nicht für die Anwendung bei Patienten, die dieses Wirkprofil nicht vertragen, z.B.
      • Patienten, die eine anhaltende tiefe Sedierung benötigen
      • Patienten mit schwerer kardiovaskulärer Instabilität
    • Bradykardie
      • Vorsicht bei der Anwendung von Dexmedetomidin bei Patienten mit vorbestehender Bradykardie
        • Daten zu den Wirkungen von Dexmedetomidin bei Patienten mit einer Herzfrequenz < 60 äußerst begrenzt, bei solchen Patienten besondere Sorgfalt erforderlich
      • Bradykardie erfordert normalerweise keine Behandlung, spricht aber gemeinhin im Bedarfsfall auf Anticholinergika oder eine Dosisreduktion an
      • Patienten in gutem körperlichen Zustand mit niederiger Ruheherzfrequenz können besonders empfindlich auf die bradykarden Wirkungen von Alpha-2-Rezeptoragonisten reagieren und es wurden Fälle eines vorübergehenden Sinusarrests berichtet
      • Fälle von Herzstillstand, denen häufig eine Bradykardie oder ein atrioventrikulärer Block vorausging, wurden ebenfalls gemeldet
    • Hypotonie
      • blutdrucksenkende Wirkungen von Dexmedetomidin können v.a. für Patienten mit vorbestehender Hypotonie (insbesondere wenn diese nicht auf Vasopressoren anspricht), Hypovolämie, chronischer Hypotonie oder mit reduzierten funktionellen Reserven von Relevanz sein, z.B. Patienten mit schwerer ventrikulärer Dysfunktion und ältere Patienten
        • in diesen Fällen besondere Sorgfalt notwendig
      • Hypotonus erfordert normalerweise keine spezielle Behandlung, erforderlichenfalls sollten Anwender von Dexmedetomidin jedoch darauf vorbereitet sein, mit Dosisreduktionen, Flüssigkeitsgaben und / oder der Gabe von Vasokonstriktoren zu intervenieren
    • Vorsicht bei Patienten mit eingeschränkter peripherer autonomer Aktivität (z.B. aufgrund einer Wirbelsäulenverletzung), die nach der erstmaligen Gabe von Dexmedetomidin ausgeprägtere hämodynamische Veränderungen aufweisen können
    • Hypertonie
      • vorübergehende Hypertonie vornehmlich unter der Aufsättigungsdosis in Verbindung mit den peripheren vasokonstriktiven Wirkungen von Dexmedetomidin beobachtet
        • daher Aufsättigungsdosis im intensivmedizinischen Bereich nicht empfohlen
      • Behandlung der Hypertonie war i.d.R. nicht erforderlich, aber es kann eine Herabsetzung der kontinuierlichen Infusionsrate ratsam sein
    • Patienten mit ischämischer Herzkrankheit oder schwerer zerebrovaskulärer Erkrankung
      • lokale Vasokonstriktion bei höheren Konzentrationen kann bei Patienten mit ischämischer Herzkrankheit oder schwerer zerebrovaskulärer Erkrankung von größerer Bedeutung sein, die deshalb engmaschig überwacht werden sollten
      • Dosisreduktion oder Absetzen der Medikation bei Patienten in Betracht ziehen, die Zeichen einer myokardialen oder zerebralen Ischämie entwickeln
    • wegen des erhöhten Risikos einer Hypotonie oder Bradykardie ist bei einer Anwendung von Dexmedetomidin zusammen mit einer Spinal- oder Epiduralanästhesie Vorsicht geboten
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • Vorsicht bei Patienten mit schwer eingeschränkter Leberfunktion, da hohe Dosen das Risiko des Auftretens von Nebenwirkungen, zu tiefer Sedierung, Überdosierung oder verlängerter Wirkdauer aufgrund der reduzierten Clearance von Dexmedetomidin begünstigen
  • Patienten mit neurologischen Erkrankungen
    • Erfahrungen mit Dexmedetomidin bei schweren neurologischen Erkrankungen wie Kopfverletzungen und neurochirugischen Eingriffen sind begrenzt
      • in diesen Fällen Vorsicht geboten, insbesondere wenn eine tiefe Sedierung erforderlich ist
    • Dexmedetomidin kann die zerebrale Durchblutung und den intrakraniellen Druck herabsetzen
      • sollte bei der Wahl der Therapie berücksichtigt werden
  • Entzugsreaktionen nach abruptem Absetzen
    • Alpha-2-Agonisten nur selten mit Entzugsreaktionen nach abruptem Absetzen nach längerer Anwendung in Verbindung gebracht
    • Möglichkeit sollte in Betracht gezogen werden, wenn der Patient kurz nach dem Absetzen von Dexmedetomidin Unruhe und eine Hypertonie entwickelt
  • Hyperthermie
    • Anwendung nicht empfohlen bei Personen mit einer Prädisposition zur malignen Hyperthermie
    • Dexmedetomidin kann eine Hyperthermie auslösen, die nicht auf konventionelle Therapien (Methoden der Kühlung) anspricht
    • bei anhaltendem Fieber unklarer Ursache sollte die Behandlung mit Dexmedetomidin beendet werden
  • Diabetes insipidus
    • im Zusammenhang mit der Behandlung mit Dexmedetomidin wurde über Diabetes insipidus berichtet
    • wenn Polyurie auftritt, wird empfohlen,
      • Dexmedetomidin abzusetzen sowie
      • den Serumnatriumspiegel und die Harnosmolalität zu überprüfen