DIAMICRON UNO 60 mg Tab.m.veränd.Wirkst.-Frs.

CC Pharma GmbH
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Wirkstoff: Gliclazid →

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Fachinformationen

Indikation

  • nicht insulinabhängiger Diabetes mellitus (Typ II) bei Erwachsenen, sofern eine Diät, körperliche Aktivität und Gewichtsreduzierung alleine nicht ausreichend sind, um den Blutzuckerspiegel einzustellen

Dosierung

  • nicht insulinabhängiger Diabetes mellitus (Typ II)
    • Anfangsdosis: 1/2 Tablette (30 mg Gliclazid) 1mal / Tag
    • bei zufriedenstellender Einstellung des Blutzuckers, kann diese Dosis für Dauerbehandlung beibehalten werden
    • stufenweise Dosiserhöhung auf 60, 90 oder 120 mg Gliclazid / Tag bei unzufrieden stellender Einstellung möglich
    • jede Dosisstufe min. 1 Monat beibehalten
    • wird der Blutzuckerspiegel innerhalb der ersten 2 Wochen nicht gesenkt, Dosiserhöhung in der 2 Woche bereits möglich
    • max. Tagesdosis: 120 mg Gliclazid
    • Umstellung von 80 mg Gliclazid auf 60 mg Gliclazid Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung
      • 1 Tablette mit 80 mg entspricht 1/2 Tablette (30 mg Gliclazid) mit veränderter Wirkstofffreisetzung
      • Umstellung bei sorgfältiger Überwachung des Blutzuckers möglich
    • Umstellung von anderen antdiabetischen Mitteln
      • anderes Arzneimittel kann dieses nicht ersetzen
      • bei Umstellung, Dosis und Halbwertszeit des anderen Arzneimittels berücksichtigen
      • i.A. ohne Übergangszeit
      • Beginn mit 30 mg Gliclazid / Tag
      • Dosis danach an der Stoffwechsellage des Patienten anpassen (s.o.)
      • vorheriger Behandlung mit Sulfonylharnstoff mit verlängerter Halbwertszeit
        • ggf. Therapiepause erforderlich
        • Beginn mit 30 mg Gliclazid / Tag
        • Dosis danach stufenweise an die Stoffwechsellage des Patienten anpassen (s.o.)
    • Kombination mit anderen anitidiabetischen Arzneimitteln
      • ggf. Kombination mit Biguaniden, a-Glucosidase-Inhibitoren oder Insulin möglich
      • bei Patienten, die mit Gliclazid nicht zufrieden stellend eingestellt sind, kann unter enger medizinischer Überwachung eine Begleittherapie mit Insulin begonnen werden

Dosisanpassung

  • ältere Patienten (> 65 Jahre)
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • leicht - mäßig
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • schwer
      • Anwendung kontraindiziert
      • in diese Fällen Insulin anwenden
  • schwere Leberinsuffizienz
    • Anwendung kontraindiziert
    • in diesen Fällen Insulin anwenden
  • Patienten mit Hypoglykämierisiko
    • Behandlungsbeginn mit 30 mg Gliclazid
  • Kinder
    • keine Untersuchungen oder klin. Studien vorhanden

Kontraindikationen

Gliclazid - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Gliclazid oder andere Sulfonylharnstoffe oder Sulfonamide
  • insulinabhängiger Diabetes (Typ 1)
  • diabetisches Präkoma und Koma
  • diabetische Ketoazidose
  • schwere Nieren- oder Leberinsuffizienz (in diesen Fällen empfohlen Insulin einzusetzen)
  • Kombination mit Miconazol (systemisch oder Gel zur Anwendung in der Mundhöhle)
  • Stillzeit

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Gliclazid - peroral
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypoglykämien, mit folgenden möglichen Symptomen
        • Kopfschmerzen
        • starker Hunger
        • Übelkeit
        • Erbrechen
        • Müdigkeit
        • Schlafstörungen
        • Unruhe
        • Aggressivität
        • Verminderung der Konzentration, der Wachsamkeit und der Reaktion
        • Depressionen
        • Verwirrung
        • Seh- und Sprachstörungen
        • Aphasie
        • Zittern
        • Parese
        • sensorische Störungen
        • Schwindel
        • Gefühl der Kraftlosigkeit
        • Verlust der Selbstbeherrschung
        • Delirium
        • Krämpfe
        • flache Atmung
        • Bradykardie
        • Schläfrigkeit
        • Bewusstlosigkeit bis hin zum Koma und letalem Ausgang
      • zusätzlich können Zeichen einer adrenergen Gegensteuerung beobachtet werden
        • übermäßiges Schwitzen
        • feuchte Haut
        • Ängstlichkeit
        • Tachykardie
        • Hypertonie
        • Herzklopfen
        • Angina pectoris
        • Arrhythmie
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • gastrointestinale Störungen (einschließlich Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Dyspepsie, Durchfall, Verstopfung)
        • können vermieden oder vermindert werden, wenn Gliclazid zum Frühstück eingenommen wird
  • Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hautausschlag
      • Pruritus
      • Urtikaria
      • Angioödem
      • Erythem
      • makulopapulöse Ausschläge
      • bullöse Reaktionen (wie das Stevens- Johnson-Syndrom und die toxische epidermale Nekrolyse)
      • (in Ausnahmefällen) arzneimittelbedingter Ausschlag mit Eosinophile und systemischen Symptomen (DRESS)
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Störungen des Blutbildes (im Allgemeinen nach Absetzen des Arzneimittels reversibel)
        • Anämie
        • Leukopenie
        • Thrombozytopenie
        • Granulozytopenie
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe [normalerweise nach Absetzen der Behandlung]
      • Hepatitis (in Einzelfällen)
      • Anstieg der Leberenzyme (AST, ALT, alkalische Phosphatase)
      • cholestatischer Ikterus (dann Abbruch der Therapie erforderlich)
  • Augenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • vorübergehende Sehstörungen (insbesondere bei Behandlungsbeginn, aufgrund von Änderungen des Blutzuckerspiegels)
  • für die Stoffklasse der Sulfonylharnstoffe typische Nebenwirkungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erythrozytopenie
      • Agranulozytose
      • hämolytische Anämie
      • Panzytopenie
      • allergische Vaskulitis
      • Hyponatriämie
      • erhöhte Leberenzymwerte und sogar Störungen der Leberfunktion (z.B. mit Cholestase und Gelbsucht), sowie Hepatitis
        • nach Absetzen des Sulfonylharnstoffes reversibel bzw. in wenigen Einzelfällen lebensbedrohliches Leberversagen als Folge

Anwendungshinweise

  • zum Einnehmen
  • Einnahme der Tabletten unzerkleinert und unzerkaut zum Frühstück
  • vergessene Einnahme
    • Dosis am folgenden Tag nicht erhöhen

Stillzeithinweise

Gliclazid - peroral
  • während der Stillzeit kontraindiziert
  • Hypoglykämierisiko beim Neugeborenen
  • nicht bekannt, ob Gliclazid oder seine Metabolite in die Muttermilch ausgeschieden werden
  • Risiko beim Neugeborenen / Kind kann nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

Gliclazid - peroral
  • als Vorsichtsmaßnahme soll eine Anwendung von Gliclazid während der Schwangerschaft vermieden werden
  • empfohlen, eine orale antidiabetische Therapie auf Insulin umzustellen, bevor eine Schwangerschaft geplant wird oder sobald eine Schwangerschaft festgestellt wird
  • vor einer Empfängnis sollte eine gute Diabeteseinstellung erreicht werden, um das Risiko von kongenitalen Missbildungen durch unkontrollierten Diabetes zu senken
    • orale Antidiabetika sind dazu nicht geeignet
    • Insulin ist Mittel der Wahl, um Diabetes während einer Schwangerschaft zu behandeln
  • keine oder sehr begrenzte Erfahrungen beim Menschen über die Anwendung von Gliclazid während der Schwangerschaft
  • einige wenige Daten zu anderen Sulfonylharnstoffen
  • in Tierstudien ist Gliclazid nicht teratogen
  • Fertilität
    • kein Einfluss auf die Fertilität oder die Fortpflanzungsfähigkeit bei männlichen und weiblichen Ratten beobachtet

Warnhinweise

Gliclazid - peroral
  • Information für den Patienten
    • Patient und die Angehörigen sollten über das Risiko einer Hypoglykämie, ihre Symptomatik und ihre Notfallbehandlung sowie alle Faktoren, die ihr Auftreten begünstigen, informiert werden
    • es sollte besonders auf das Einhalten eines geeigneten Diätplanes, regelmäßige körperliche Betätigung und regelmäßige Kontrollen des Blutzuckerspiegels hingewiesen werden
  • Hypoglykämien
    • Behandlung soll nur dann verschrieben werden, wenn der Patient regelmäßige Mahlzeiten zu sich nimmt, einschließlich Frühstück
    • wichtig, regelmäßig Kohlenhydrate zuzuführen aufgrund des erhöhten Hypoglykämie-Risikos, falls
      • eine Mahlzeit spät eingenommen wird
      • die Nahrungszufuhr unzureichend ist
      • die Einnahme von Kohlenhydraten zu gering ist
    • Hypoglykämie-Risiko erhöht
      • während einer kalorienreduzierten Diät
      • bei großer oder längerer Anstrengung
      • nach Alkoholkonsum
      • bei Einnahme einer Kombination von blutzuckersenkenden Arzneimitteln
    • nach Anwendung von Sulfonylharnstoffen können Hypoglykämien auftreten
      • manche schwerwiegend und von längerer Dauer
      • Einweisung ins Krankenhaus mit eventuellermehrtägiger Glucoseinfusion kann dann erforderlich werden
    • sorgfältige Auswahl der Patienten, der verabreichten Dosis sowie eine adäquate Patienteninformation notwendig, um das Risiko der hypoglykämischen Zwischenfälle zu verringern
    • Faktoren, die eine Hypoglykämie begünstigen
      • Verweigerung oder Unfähigkeit des Patienten (vorwiegend bei älteren Patienten) zu kooperieren
      • falsche oder unregelmäßige Ernährung, Auslassen von Mahlzeiten, Fastenzeiten oder Änderung der Diät
      • Ungleichgewicht zwischen der körperlichen Betätigung und der Einnahme von Kohlenhydraten
      • Niereninsuffizienz
      • schwerwiegende Leberinsuffizienz
      • Überdosierung von Gliclazid
      • bestimmte endokrine Störungen: Schilddrüsen-, Hypophysen- und Nebenniereninsuffizienz
      • Begleittherapie mit bestimmten anderen Arzneimitteln
    • Maßnahmen
      • im Allgemeinen verschwinden Hypoglykämie-Symptome nach Einnahme von Kohlenhydraten (Zucker)
        • im Gegensatz dazu zeigen Zuckerersatzstoffe keine Wirkung
      • Erfahrung mit anderen Sulfonylharnstoffen zeigt, dass trotz anfänglicher Wirksamkeit der Maßnahmen eine Hypoglykämie wieder auftreten kann
      • sofortige medizinische Behandlung oder eine Einweisung ins Krankenhaus ist bei einer ernsthaften oder länger dauernden Hypoglykämie notwendig, selbst wenn sie durch die Einnahme von Zucker vorübergehend unter Kontrolle ist
  • Kombination mit anderen antidiabetischen Arzneimitteln
    • Gliclazid kann in Kombination mit Biguaniden, a-Glucosidase-Inhibitoren oder Insulin verabreicht werden
    • bei Patienten, die mit Gliclazid nicht zufriedenstellend eingestellt sind, kann unter enger medizinischer Überwachung eine Begleittherapie mit Insulin begonnen werden
  • Nieren- und Leberinsuffizienz
    • bei Patienten mit Leber- oder schwerer Niereninsuffizienz können sich die pharmakokinetischen und/ oder pharmakodynamischen Eigenschaften von Gliclazid verändern
    • hypoglykämischer Zwischenfall bei diesen Patienten kann von langer Dauer sein; ggf. geeignete Maßnahmen einzuleiten
  • schlechte Blutzuckereinstellungen
    • Blutzuckereinstellung eines Patienten während einer antidiabetischen Behandlung kann unter folgenden Umständen Schwankungen unterliegen
      • Einnahme von Johanniskraut (Hypericum perforatum)-Präparaten
      • Fieber
      • Trauma
      • Infektion
      • chirurgischer Eingriff
    • in einigen Fällen kann es nötig werden, den Patienten mit Insulin zu behandeln
    • Wirksamkeit eines oralen antidiabetischen Arzneimittels, inklusive Gliclazid, den Blutzuckerspiegel auf einen gewünschten Wert zu senken, nimmt nach längerer Behandlungsdauer bei vielen Patienten ab
      • kann die Folge eines Fortschreitens des Diabetes oder eines verminderten Ansprechens auf die Behandlung sein
      • Effekt ist bekannt als sekundäre Toleranzentwicklung im Unterschied zur primären Toleranz, bei der ein Wirkstoff von Anfang an unwirksam ist
      • bevor ein Patient in die Kategorie der sekundären Toleranzentwicklung eingeordnet wird, sollten die Möglichkeiten der Dosisanpassung abgeschätzt und das Einhalten des Diätplanes kontrolliert werden
  • Dysglykämie
    • bei Diabetikern mit Fluorchinolon-Begleittherapie, besonders bei älteren Patienten, wurden Störungen des Blutglukosespiegels einschließlich Hypoglykämie und Hyperglykämie beobachtet
    • eine sorgfältige Überwachung des Blutglukosespiegels wird bei allen Patienten empfohlen, die gleichzeitig Gliclazid und ein Fluorchinolon einnehmen
  • Laboruntersuchungen
    • Messung des Glykohämoglobinspiegels (oder des Nüchternblutzuckers) empfohlen, um die Einstellung des Blutzuckerspiegels bewerten zu können
      • eigene Messung der Blutzuckerwerte durch den Patienten kann ebenfalls hilfreich sein
    • Patienten mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (G6PD)
      • durch Behandlung mit Sulfonylharnstoffen kann eine hämolytische Anämie verursacht werden
      • da Gliclazid zu der chemischen Klasse der Sulfonylharnstoffe gehört, sollte es bei Patienten mit G6PD-Mangel nur vorsichtig angewendet werden und eine Umstellung der Medikation auf Alternativen zu Sulfonylharnstoffen erwogen werden
  • Porphyrie
    • bei Patienten, die unter Porphyrie leiden (erblich bedingte genetische Erkrankungen mit einer Ansammlung von Porphyrinen oder Porphyrin-Vorstufen im Körper), wurden Fälle von akuter Porphyrie mit einigen anderen Sulfonylharnstoffen berichtet